26. April 2012

Die Mutter des Erfolgs. Oder so.

Einen wunderschönen guten Tag!


Ich beginne hiermit eine Rubrik, die sich wohl des öfteren finden wird. Ich lese sehr gerne und (je nach Zeit) auch viel und ich würde gerne meine Meinung zu Büchern in die Welt hinausposaunen.

Das letzte gelesene Buch ist von Amy Chua geschrieben und nennt sich "Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte".
Es ist wiedermal ein Buch, welches mich schwer beeindruckt hat. Die Autorin erzählt darin von ihrer Erziehung, kann man zusammengefasst sagen. Sie ist chinesischer Herkunft und wendet auch die von ihr so betitelte "chinesische Erziehung" an, die sich extrem von der "westlichen Erziehung" unterscheidet.

Sie hat zwei Töchter, die von Anfang an aufs extremste gefördert werden. Sie beide müssen bis zu 6 Stunden am Tag für ihr Instrument (Klavier und Geige) üben. Dazu kommen Hausaufgaben, denn die beste Note ist gerade gut genug für ein Lob. Spielnachmittage mit Freundinnen oder Freizeitparks oder andere "typisch westliche" Freizeitaktivitäten sind schlichtweg verboten. Wenn die gesamte Familie in den Urlaub fährt wird auch dort jeden Tag einige Stunden geübt, und sei das mit großen Kosten und Stress verbunden.

Teilweise, muss ich gestehen, war ich geschockt. Wenn sie ihre Kinder niedermacht, beschuldigt faul zu sein und ihr Schande zu machen, da rutscht mir doch glatt das Herz in die Hose. Aber sie hat eine ganz andere Sichtweise auf dieses behandeln. Dadurch würden ihrer Meinung nach die Kinder eindeutig merken, dass sie sie für besser hält und mehr erwartet. Ihnen also zeigen, dass sie zu besseren Leistungen fähig sind.

Und irgendwo erreicht sie auch ihre Ziele, beide Kinder sind sehr erfolgreich mit ihrem Instrument, auch in der Schule sind sie die besten ihrer Klasse. Sie werden von anderen stets mit Komplimenten überhäuft und lobend erwähnt.

Doch der Roman erwähnt auch eine Schattenseite. Während die ältere Tochter bereitwillig den Anweisungen ihrer Mutter folgt, fängt die jüngste schon als Kleinkind an, ihr zu widersprechen. Als sie dann in die Pubertät kommt hat der aufreibende Kampf endlich ein Ende und Luisa "gewinnt" gegen ihre Mutter. Diese sieht die chinesische Erziehung damit erst gescheitert, bekommt aber dann doch eine andere Sicht und stellt alles am Ende etwas klarer.

Was soll man nun allgemein dazu sagen? Das Buch hat mich auf jeden Fall nachdenklich gemacht. Sind wir mit unserer "Das Kind soll machen was es will, dann wird es sich so entwickeln wie es will"- Methode zu lasch? Fördern wir die Kinder nicht richtig? Sind wir in unserer Erziehung festgefahren? Denn es ist eindeutig, dass es in den "Superkategorien" wie Musik oder auch an Unis viele Menschen asiatischer Herkunft gibt.

Andererseits: Klar, die Kinder sind supererfolgreich. Aber ihnen muss etwas fehlen. Kann eine Kindheit ohne Spielen und Spaß gut sein? Werden sie irgendwann glücklich sein oder einfach nur Workaholics die sozial total abgestumpft sind?

Ein Thema, das wirklich interessant ist. Ich empfehle allen, die auch nur halbwegs an Erziehung interessiert sind, das Buch zu lesen. Ich Glückskind habe es beim Bücherflohmarkt der Bibliothek in meiner Heimat für einen Euro erstanden, aber ich bin sicher, bei Amazon gibt es auch gebrauchte für kleines Geld.

Was ist eure Meinung zu dem Buch? Wollt ihr es vielleicht noch lesen?

Tüt

Kommentare:

  1. Interessantes Thema. Da ich selbst noch keine Kinder habe, hab ich mich noch nicht so sehr konkret mit Erziehungs befasst. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen dass diese "chinesische Erziehung" die richtige Lösung ist. Ich glaube schon, dass man seine Kinder fördern und anspornen sollte (nicht zuletzt weil ja bei vielen Kindern sowas wie eine "null-bock-phase" mal aufkommt), aber soetwas wie Freizeit und Urlaub komplett zu unterbinden, das finde ich schon irgendwo grausam.
    Ich glaube nicht dass ich das Buch lesen werde/würde, aber finds interessant dass du drüber geschrieben hast.
    Und: Willkommen in der Bloggerwelt!

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    1. Ja, so ähnlich haben sich meine Gedanken dann auch geformt. Es ist sicherlich gut, wenn Kinder wissen, das sie was leisten können. Und in etwas richtig, richtig gut sind. Aber ich glaube ich habe lieber Kinder, die alles ein bisschen können und dafür später sagen können "Meine Kindheit war toll. Ich habe den ganzen Tag draußen gespielt und Unsinn gemacht.". So geht es mir ja auch. :D
      Und: Danke ;)

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