5. Juni 2012

Neue Rubrik: Tüt denkt ...

Ich würde gerne was neues starten hier im Blog, und zwar folgendes:

Schon einige Jahre lese ich die NEON, eine vermutlich recht bekannte Zeitschrift. Bis ich ausgezogen bin hatte meine Mama mir sogar ein Abo spendiert, aber seitdem kaufe ich sie monatlich und warte auf ne coole Beigabe zum Abo-Angebot, dann wird es auch für mich wieder eins geben.

Jetzt bin ich letztens auf die NIDO gestoßen. Ich dachte immer, das wäre nix für mich, schließlich ist es ein Magazin für junge Familien. Und ich und der Herzmann sind zwar eine klitzekleine Familie, aber es ist ja doch ganz viel mit Kindern und so, und das betrifft uns noch nicht.
Aaaber es interessiert mich, und das ist nunmal der Punkt (Komisch, als EW-Studentin interessiert in Pädagogik ...). Deshalb lese ich auch seit drei Monaten die Nido. Und jetzt würd ich gern zu einzelnen Artikeln, wo ich mir Gedanken gemacht hab, diese mal frech und frei ins Netz schreibseln. Dazu ist es schließlich da.
Ich stelle mir das als eine Art Diskussionsrunde vor, oder so.

Also lege ich einfach mal los!

Der Artikel ab Seite 19 handelt von dem immer mehr vorkommenden Problem ein Kind haben zu wollen, es aber nicht zeugen zu können. Aus medizinischen oder psychischen Gründen. Das kommt vor allem in den letzten Jahren häufiger vor, weil die Eltern werden wollenden Pärchen immer älter werden. Ausbildung und Studium, etwas Karriere, und schwupps ist man 30. Dabei geht es ab 35 schon rapide abwärts mit den Chancen, ein Kind zu bekommen. Bei den Frauen, versteht sich.
Es werden ein paar Einzelschicksale geschildert und auch sonst viele interessante Informationen geliefert.
Das ist so ein Thema, das mich total interessiert. Ich selbst würde es soo schrecklich finden, weil ich irgendwann unbedingt Kinder haben will. Ich hoffe natürlich, dass es auch irgendwie vor 30 möglich ist, aber aber aber. Es gibt so viele aber! Man möchte seinem Kind etwas bieten. Ein Haus, einen sicheren Job, eine Zukunft. Das scheint nur leider nicht mehr wirklich möglich zu sein.
Der Artikel klagt auch die fehlende Vereinbarkeit von Kindern und Karriere an. Kitaplätze usw.

Und das ist meiner Meinung nach wirklich ein Unding. Ich meine, rein theoretisch ist doch die Zeit des Studiums perfekt um vielleicht mit der Familienplanung anzufangen. Nicht im Bachelor unbedingt, wenn man wie ich noch 19 oder 20 ist. Aber etwas später, Ende Bachelor oder im Master? Man hat relativ viel Zeit, muss nicht immer zu allen Veranstaltungen hin und kann sich somit ganz gut um ein Kind kümmern. Auch Betreuungsplätze gibt es eigentlich an allen Unis.
Aber - und da ist es wieder, das fiese Wörtchen - was ist danach? Was ist, wenn man erstmal drei Jahre nur Praktikumsstellen findet? Hält die Beziehung? Und und und.
Es ist wirklich nicht einfach. Man kann nur allen, die es versuchen, wünschen, dass es doch irgendwann klappt mit dem eigenen Kind, oder dass eine Adoption zur Option wird.
Und hoffen, dass der Staat etwas ändert, damit es demnächst mehr junge Eltern gibt die sich trauen. Von mir aus auch im doppelten Sinne.


Erschrocken hat mich übrigens, dass 45% (!!!) aller 5-13 jährigen ihre Schnürsenkel nicht binden können. Bitte? Gibt es wirklich so viele Eltern, die ihre Kinder in Klettschuhe stecken weil es einfacher ist? Traurig.


Des weiteren ist mir der Bericht ab Seite 63 sehr unter die Haut gegangen. Er erzählt von einer Fachpflegefamilie. Die unterscheidet sich von einer Pflegefamilie in soweit, dass einer der Elternteile eine pädagogische Ausbildung/ein Studium in der Richtung absolviert haben muss und somit Fachkraft ist. Sie bekommen dann besonders schwere Fälle, meistens stark traumatisierte Kinder.
Die Beschreibung ist so traurig, weil einem das kleine Mädchen aus dem Beispiel so leid tut. Gleichzeitig ist man froh, dass es so eine Familie gibt, die diese Bürde - oder Möglichkeit - annimmt. Und unweigerlich habe ich mich gefragt, ob ich das auch könnte. Ein Kind aufnehmen, dass vielleicht nie eine Beziehung zu mir aufbauen kann? Schwierig. Ich kann die Frage noch nicht beantworten. Vielleicht in ein paar Jahren, mit mehr Lebenserfahrung.


Tja, das war auch schon das Grobe. Natürlich steht noch viel mehr drin, wer also jetzt aufgehorcht hat und interessiert ist: Kauft sie euch ruhig! ;)

Ich wünsche noch einen schönen Tag!
Tüt

Kommentare:

  1. Ich finde es auch sehr bedauerlich, dass nur 45% der Kinder ihre Schleife binden können.
    Das liegt allerdings meistens nur an den Eltern. Kinder sind ja sehr neugierige Menschen, die möglichst alles können und wissen möchten. Doch von alleine lernen sie nicht eine Schleife zu binden, da müssen die Eltern schon helfen. Aber für die ist es natürlich einfacher Klettschuhe zu kaufen, als mit den Kindern immer wieder eine Schleife zu üben.
    Ich finde das sagt mehr über die Eltern aus als über die Kinder.
    Und auch wenn Kinder keine Schleife binden können, ist es ja kein Indiz dafür, dass sie motorisch zurückgeblieben sind.

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    1. Ich wollte auch keineswegs die Kinder dafür verantwortlich machen, falls das so rübergekommen ist: Natürlich müssen Eltern sich die Mühe machen und es ihren Kindern beibringen, damit sie es lernen können.

      Und zu dem Thema fällt mir grad noch was ein: Ich hab letztens einen Bericht gesehen über einen hochintelligenten Jungen, der für seine Eltern seit er drei ist die Steuererklärung macht. Weil aber in seinem Kopf kein Platz ist für unwichtiges hat er Radfahren und Schuhe binden wieder verlernt. Nicht Schuhe binden können ist also natürlich kein Indiz für Dummheit oder Zurückgebliebenheit ;)

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    2. Das kam auch nicht so herüber. Wollte das nur mal loswerden... :P

      Das mit dem Jungen habe ich auch gehört. Faszinierend.

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  2. Meine Antwort auf deinen Artikel sozusagen http://egmonstermamma.blogspot.de/ ;-)
    hatte hier einen Kommentar angefangen, aber das hätte wohl den Rahmen gesprengt, Monstertextliebe hin oder her ;) hoffe es ist okay dass ich dich verlinkt habe?

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