18. Februar 2013

Neue Rubrik: Weisheit der Woche



Hallo, da draußen, an den Mattscheiben!
Habt ihr mal Lust auf was neues? Ich schon!
Ab heute werde ich (hoffentlich, mal sehen, wie viel Spaß ich daran finde) jeden Montag eine Lebensweisheit, ein Zitat, einen Spruch auswählen und ihn bis auf den letzten Buchstaben ausziehen, erforschen, ergründen. Interpretationsmöglichkeiten und Auslegungen herausfinden. Ein bisschen wie im Deutschunterricht!

Ihr dürft und könnt gerne eure eigene Meinung beisteuern, ich hoffe auf interessante Diskussionen!

Also, heute, ganz klassisch: 

Der Klügere gibt nach.



So, nachdem wir das erstmal auf uns wirken lassen haben, erstmal eine generelle Frage: Woher weiß man denn, dass man der Klügere ist und nun nachgeben sollte? Mal angenommen Hansi und Erika streiten sich um die viel zu hohe Hecke zwischen ihren Grundstücken. Werden dann die letzten Schulzeugnisse herausgeholt und erstmal nachgeschaut, wer jetzt die besseren Noten hatte, damit er dann kleinlaut abschwirren und sich einen Sichtschutz für die schäbige Hecke bastelt?

Neeein, natürlich nicht. Das war auch eher Spaß, aber auch Assoziationen sind interessant, und diese kam mir grad. (Btw, ebenfalls dazu: Doof lehnt sich gegen eine Wand - sie kippt um.)

Gemeint ist natürlich, dass man sich nicht in Endlosdiskussionen verstricken sollte. Wenn man sich einer Sache sicher ist, und das Gegenüber überhaupt gar nicht einlenken will, vermutlich aus Prinzip, dann muss man nicht mit knirschenden Zähnen daran arbeiten, dieses Gegenüber zu bekehren. Es darf sich beruhigt entfernt werden, mit dem Gedanken, dass Gegenüber es wohl einfach nicht besser wissen will.

Eine andere Interpretationsweise: Manchmal sollte man auf den richtigen Moment warten. Wenn er gerade nicht da ist, und die Situation festgefahren, dann besinnt sich der Klügere auf seine Geduld und spart sich tolle Argumente/den Antrag/die Anzeige für später auf. Weil es dann besser klappt. 

Ich glaube, dass jedes Sprichwort zwei Seiten hat. Der Leser sollte sich aus diesen die Mitte herauspicken.
Denn wer nun diesen Spruch als sein Lebensmotto erwählt und von da an bei jeder Kleinigkeit "nachgibt" (oder auch den Schwanz einzieht) der hat auch nicht unbedingt ein besseres Leben. Es kommt auf die Situation an, denn in einigen Dingen sollte man standhaft bleiben und seine Meinung vertreten, egal, ob der andere dadurch stinkwütend wird. 

Meine Mutter hat mir diese vier klugen Worte oft gesagt, wenn ich mich über jemanden aufgeregt habe, der etwas dummes oder gemeines getan hat, was ich nicht nachvollziehen konnte. Das hat mir eigentlich immer recht gut geholfen, von dieser Sache loszulassen und mich wichtigeren, interessanteren Dingen zu widmen.


Na, was meint ihr?

1 Kommentar:

  1. Das hast du gut geschrieben.
    Und ich kann dir eigentlich zustimmen. Nicht immer auf Teufel komm raus recht behalten wollen, auch wenn man weiß, dass man 100% Recht hat. Manchmal dreht es sich ja echt um Kleinigkeiten ;)
    Ich bin gespannt, was für schöne Sprüche du noch so rauskramst!
    Liebe Grüße, Goldengelchen

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