29. November 2015

Winterjacken Sewalong 2015 - Finale

Hallo ihr Lieben,

für den folgenden Beitrag benötigt ihr etwas Sitzfleisch. Ich habe tatsächlich beide Mäntel fertig bekommen und trage beide seit Wochen mit viel Liebe im Herzen herum. Allerdings hat es drei Anläufe gebraucht, bis ich genügend gute Fotos hatte. Letztendlich ist dabei dann viel zeigbares herumgekommen, sodass dies wohl der bilderreichste Beitrag werden wird. 

Beginnen wir doch mit dem Mantel aus der Ottobre, Cocoon Shape nennt er sich und wird beim Sew Along noch von zwei anderen Damen gefertigt. Meiner ist aus rotem Walk, gefüttert mit Viskose.


Das Nähen war in Ordnung. Bei den Taschen hatte ich ordentlich Schwierigkeiten, musste eine nochmal heraustrennen. Auch sonst war ich froh, schonmal eine Jacke genäht zu haben und so zu wissen, was wie funktioniert, sonst hätte ich wohl nur mit großen Fragezeichen über dem Kopf - bildlich - vor der Anleitung gesessen. Ebooks verwöhnen.


Die Farbe liebe ich - schon immer wollte ich einen roten Mantel haben. Ich denke, die Stoffqualität ist auch gut, ich habe ihn seit der Fertigstellung fast täglich getragen und bisher keinerlei Gebrausspuren erkannt. Auch bei Regen hält er mich erstmal trocken.


Zum Schnitt selbst: Nochmal werde ich ihn wohl nicht nähen. Er ist einfach nicht so vorteilhaft, wenn man nicht ein kleines, zierliches Persönchen ist. Je nach Foto hatte ich das Gefühl, Monsterschultern zu haben. Die habe ich dann hier natürlich nicht verwendet. Ich ziehe ihn gerne an, werde in Zukunft aber eher auf Modelle mit passend sitzenden Schultern und etwas Taille zurückgreifen.
 

 Hier könnt ihr erkennen, dass ich mit den Knöpfen Murks gemacht habe. Der erste Knopf sollte relativ unters Kinn, okay. Für den untersten habe ich mich am Bild orientiert, der war ungefähr mittig der Taschen. Leider hatte mein Gehirn in diesem Moment freundlicherweise verdrängt, dass ich die Taschen um genau eine Taschenlänge nach unten verlegt hatte, um meine Hände dort gemütlich reinschieben zu können. So sitzt der untere Knopf für meinen Geschmack zu tief, außerdem ist der Abstand zwischen den Knöpfen zu groß, sodass es beim Radfahren aufklappt und reinzieht. Ich habe dafür jetzt Druckknöpfe innen angebracht, was ganz gut funktioniert. Aber daraus habe ich gelernt, ab jetzt den Mantel anzuziehen und die Knöpfe dann nach eigenem Gutdünken anzubringen.


Und das Tutorial zu den Paspelknopflöchern schaue ich mir für die nächste Jacke ebenfalls nochmal an, sieht ja doch um einiges besser aus.


Fazit Mantel Nummer 1: Tragbar und in Ordnung, wird sicherlich noch ein paar Jährchen durchhalten, allein der Farbe wegen. Viel aus diesem Projekt gelernt, was ja doch irgendwie das wichtigste ist.

Mein nächster Mantel ging mir etwas leichter in der Hand, da ich den Schnitt schon einmal genäht habe. Der Wind und Wetter Parka wird ein Dauerbrenner bleiben bei mir. Die letzte Version bestand aus Baumwolle, hier habe ich für den Außenstoff ebenfalls Walk gewählt, innen zwei verschiedene Futterstoffe.


Das Nähen lief fast schon routiniert ab, toll, wenn man etwas zum zweiten Mal näht. Allerdings hatte ich mit dem Stoff etwas Probleme, er war dann doch leicht dehnbar, sodass sich das Einnähen des Reißverschlusses relativ nervenzerreißend darstellte. Ich habe echt oft wieder aufgetrennt, bis der Tunnelzug (den ich um einige cm nach unten verlegt habe) auf derselben Höhe war.


Ansonsten gab es aber keinerlei Probleme. Ich mag den Schnitt für mich total gerne, es ist eigentlich genau mein Stil, geht mit Hose und Kleid, macht ein bisschen Figur, hat Kapuze und Taschen. Alles super. Ich habe mich, wie beim letzten Modell auch schon, für die aufgesetzten Taschen entschieden, die finde ich einfach am schönsten.


Nachdem der Reißverschluss drin war und eigentlich nur noch Futterjacke und Außenjacke zusammengeführt werden wollten - die Jacke hing im Wohnzimmer und winkte mir täglich - hatte ich lange Entscheidungsprobleme.  Blende außen? Blende innen? Keine? Knöpfe? Letztlich habe ich für außen eine Blende genäht, als Windschutz. Damit sie nicht zu fett wird, habe ich sie aus Außen- und Futterstoff genäht und verstärkt. Mein Plan war, dass sie festgenäht von selbst flach liegt und ich keine Knöpfe benötige. Es hat geklappt, wie ihr seht, und ich bin damit sehr glücklich.


Für mich mit das Tollste an selbstgenähten Jacken ist, dass ich Länge, vor allem aber Armlänge selbst bestimmen kann. Das ist tatsächlich mein größtes Problem, wenn ich Jacken kaufen möchte, oft sind die Ärmel viel zu kurz. Deshalb habe ich hier bei beiden Jacken die Ärmel ordentlich verlängert, sodass sie kuschelig lang sind und ich selbst beim Radfahren keine nackigen Handgelenke habe. Den Parka habe ich außerdem auch noch um 10cm verlängert.


Weil ich eine sehr warme, gekaufte Jacke besitze die ebenfalls sehr dunkel ist, sollte diese gar nicht so warm werden. Ich habe deshalb Körper und Kapuze mit einem dünnen Steppstoff gefüttert, die Ärmel nur mit Polyesterfutter. Das funktioniert soweit eigentlich gut, allerdings flutscht mir die Kapuze beim Radfahren nun schnell vom Kopf, was ein bisschen schade ist.


Beide Jacken wärmen mich bisher ausreichend, ich habe sie im Wechsel getragen hier im Münsterland und bin gut damit zurecht gekommen. Allerdings muss es für mich auch gar nicht so warm sein, da ich meistens mit dem Rad unterwegs bin. Die ersten fünf Minuten fröstel ich, danach ist mir dann meistens so warm, dass ich das Bedürfnis habe die Jacken aufzureißen.


Fazit Mantel Nummer 2: Absoluter Erfolg, ich hoffe, er wird mich richtig lange begleiten. Die Farbe ist schön zeitlos, der wird also immer zu meiner Garderobe passen. Auch der Schnitt bleibt top, ich habe schon zwei weitere Versionen fürs nächste Jahr fest geplant. Da hat sich der Kauf doch mal gelohnt!


So, ich lege nun eine zweite Backrunde ein, und danach koche ich mir einen Tee und werde jeden einzelnen der anderen Jackenbeiträge anschauen. Schon in der Vorschau sieht man so viele tolle Jacken, ich bin begeistert!




26. November 2015

Etui für den Herzmann

Hallo ihr Lieben,

ewig ist es her, dass ich dem Herzmann sein Haribo-Etui nähte. Es wurde viel geliebt und benutzt, und dementsprechend sieht es mittlerweile aus - knitterig, mit offenen Seitennähten in dem Haribo-Plastik, kurz: reif für die Tonne. Zu retten war da nichts mehr. Deshalb musste natürlich unbedingt ein neues her, und ich habe ein wenig in meiner Stoffkiste gewühlt. Dabei stieß ich auf einen Lederrest, und ab da ging es superflott.




Wie gesagt, außen wunderbar weiches Leder, innen habe ich einen Baumwollrest genommen. Nur der RV musste neu gekauft werden, bei der Farbwahl hat der Herzmann entschieden. Das Nähen ging ganz gut, ich habe ein bisschen darauf geachtet, dass das Leder immer oben liegt, sonst zerkratzt mir der Transport meiner Nähmaschine das gute Zeug. Absteppen war leider nicht möglich, aber ich mag die knautschi-kuschelige Optik, die es so hat.



Es hat genug Platz für alles, was der Herzmann für die Schule benötigt und ich freue mich, dass er es so häufig benutzt. Eine Kleinigkeit nur, die aber große Freude macht.




24. November 2015

Weihnachtskleid Sew Along - Schnitt und Stoff

Hallo ihr Lieben!

Seit Sonntag stellt die Nähgemeinde vor, was für Weihnachten kleidertechnisch geplant ist. Gesammelt wird wie immer auf dem Me Made Mittwoch Blog, es gibt herrliche Ideen dort, man kann ewig stöbern. Auch ich habe mich entscheiden können. Mögliche Themen der Beiträge:

 - Stoff- und Schnittvorstellung
- Hurra, ich habe genau den Stoff gefunden den ich mir vorgestellt habe. Der Schnitt passt auch  

   super dazu.
- Der Stoff ist toll, aber ich nehme doch lieber ein anderes Schnittmuster. Oder doch nicht?
- Was solls, ich kopiere den Schnitt und schneide gleich noch zu.
- Hilfe, der Stoff kommt nicht. Das Schnittmuster gefällt nicht mehr.

Ich hatte ja echt gehofft, das mein Stoff rechtzeitig ankommt um ein Foto davon zu machen. Dem ist leider nicht so, also zeige ich euch ein paar Bilder aus dem Shop jeweils.

Danke erstmal für die Unterstützung im letzten Beitrag - einige kluge Gedanken waren dabei. Vor allem der, dass das Cambie Dress doch ein bisschen overdressed ist. Ein paar Internetrecherchen und Hirngespinste später war auch mir klar, wenn ich das Kleid aus einfarbigem, dunklem Stoff nähe, dann hängt es die meiste Zeit im Schrank. Ich kann es mir besser für den Sommer vorstellen, aus Blümchenstoff oder sonstwas, dann wäre es auch gut für den (Arbeits)Alltag. Das war also raus.

Weil ich mich mit Jersey weiterhin nicht hundertprozentig anfreunden kann, blieb nur noch das Hawthorn übrig. Und ich nähe es nichtmal als einzige beim Sewalong, kann also bei anderen luschern, das ist doch perfekt. Der Schnitt ist gekauft und ausgedruckt, nur schnibbeln und kleben und schnibbeln muss ich noch. Das ist aber eine Arbeit für wenn die Katz draußen ist, sonst unmöglich. Aber noch mache ich mir gar keinen Stress. 


Bildquelle
Bildquelle





















Bei der Stoffsuche habe ich mich echt schwergetan. Ich musste sowieso was im Internet bestellen, weil ich in den Stoffgeschäften in Münster nichts passendes gefunden hatte, also wollte ich den Stoff für das Kleid gleich dazuordern. Aber was? Baumwolle? Woher weiß ich, dass die schön fällt und sich nett anfühlt? Hemdenstoff war nichts schönes dabei, Jeans konnte ich mir auch vorstellen, aber da habe ich nichts gefunden das schön fallen würde. Letztendlich kam mir dann der springende Gedanke, dass Flanell doch megacool wäre. Sieht schön aus, fühlt sich aber vor allem toll an und sollte auch gut fallen. Flanell scheint jedoch nicht so gefragt zu sein, ich habe lange gesucht. Letztendlich bin ich bei Stoff am Stück fündig geworden und habe dort geordert. Es ist reine Baumwolle, ist mit Fischgrätoptik und grau/anthrazit. Ich bin gespannt, wie der Stoff in echt aussieht, und kann mir das Kleid daraus super gut vorstellen. Ich freue mich sehr auf das Nähen, mit Baumwolle macht mir das echt immer mega Spaß. 



Ich freue mich so sehr auf die kommende Weihnachtszeit!






21. November 2015

Projektbeuteltausch

Hallo ihr Lieben!

genau wie ich, hat Sina in letzter Zeit das nähen von Projektbeuteln für sich entdeckt. Da liegt der Gedanke doch nahe, einen kleinen Tausch zu veranstalten? Fanden wir jedenfalls, und so hat sich ein kleines Päckchen auf den Weg gemacht.

Sina hatte sich einen Beutel gewünscht, der genug Platz für ihren Wollabroller hat. Das habe ich also beim Zuschnitt beachtet, außerdem habe ich alles herausgesucht, was blau und grün ist, denn das sind genau ihre Farben. Herausgekommen ist folgender Beutel:



Ich bemühe mich ja stark, nicht so viel Material zu horten (aus Platzgründen, wollen würde ich es, können auch ...). Daher war ich froh, eine Kombination zu finden die mich glücklich gemacht hat. Der grüne Stoff außen ist ein Rest von meinem Wind und Wetter Parka und etwas fester, weshalb ich ihn für den Bodenteil ausgesucht habe. Das geblümte ist Baumwolle, aus der meine Mutter etwas nähen wollte, was leider nicht geklappt hat. Gefüttert ist der Beutel ebenfalls mit zwei Stoffen, im unteren Bereich ein Rest meiner Ludwig Lässig, dadurch auch fest, im oberen Teil mit einem Stück Seide von meinem Unterkleid. Totale Verwertung also, aber super schön, wie ich finde. Ich war kurz geneigt, den Beutel zu behalten ...



Und weil ich einfach viel zu gerne schenke war es mit dem Beutel ja nicht getan. Ich bin so durch die Wohnung getingelt und habe alles reingepackt, was ich mir für Sina besser vorstellen konnte als für mich. Unter anderem Wolle, Knöpfe, etwas Stoff. Ein paar Leckereien habe ich auch noch besorgt, und dann alles zu Sina geschickt. Sie hat auch schon einen Blogpost dazu verfasst, schaut mal vorbei!

Zwei Tage später hatte ich dann meinen Karton zurück, gefüllt mit nicht nur einer Projekttasche, nein, zwei hat sie genäht, und dazu noch eine Federtasche! Ich war ganz baff und gleichzeitig irre froh. Den ersten muss ich euch von zwei Seiten zeigen, denn Sina hatte den Stoff schon auf Instagram gezeigt und ich meine spontane Verliebtheit in die Bärchen-Figur sowie den Zauberer bekundet. Tatsächlich hat sie die Tasche genau so genäht, dass beide nun zu sehen sind.



Perfekte Größe für Socken hat die Tasche, und ist damit jetzt auch gefüllt. Die werde ich garantiert oft mit mir herumschleppen!



Das Federtäschchen ist auch aus einem sehr süßen Stoff, Waldthema würde ich es nennen. Das Etui in dem ich meine Strickutensilien mitnehme ist recht eng, weshalb ich nun dieses dazu erkoren habe. Alles passt super rein. 



Und das letzte Nähwerk ist ebenfalls eine Reißverschlusstasche in einer Größe, die kleine Projekte gut beherbergt. Noch ist sie ungefüllt, aber da findet sich garantiert etwas. Der Stoff ist auch hier sehr gedankenvoll ausgesucht, auf Katzen stehe ich ja schon immer, und diese schauen auch noch sehr fröhlich und lieb drein. 



Natürlich gab es nicht einfach nur die Beutel, Sina hat auch laktosefreie Schokolade und einen Früchtetee beigelegt, worüber ich mich gefreut habe. Dabei war der Tee in das weltschönste Papier eingepackt, schaut mal:




Zauberhaft, oder? Ich habe es mir erstmal weggelegt, damit lässt sich bestimmt noch etwas anfangen.

Vielen Dank Sina für diesen Tausch, das hat mir viel Spaß gemacht und wir können es in Richtung Weihnachten gerne nochmal wiederholen :) 







19. November 2015

Dimasq - endlich vollendet

Hallo ihr Lieben,

das Teil, was ich euch zum heutigen RUMS vorstelle, hat mich wirklich sehr lange begleitet bis es fertig war.
Angefangen hat alles mit den schönen Fotos, die Fia auf ihrem Instagramaccount zeigte. Sie war dabei ihr erstes Muster zu entwerfen, ein Tuch in Fair Isle Technik. So schön sah es aus, ich war ganz begeistert. Später habe ich dann Fia auch persönlich kennengelernt, weil wir in der selben Stadt wohnen, konnte mir also das Tuch auch "in echt" mal angucken. Und damit wars dann auch schon bestimmt, das würde mein erstes Fair Isle Stück werden. Die Wollentscheidung hat mal wieder ewig gedauert, letztendlich habe ich die etwas teurere Malabrigo Sock in dem wunderschönen Rot mit der günstigeren Fabel von Drops in Natur gemischt.
Es brauchte einige Probelappen mit Rest- und Originalwolle bis ich sowohl Fadenspannung als auch Fadenhaltung halbwegs organisiert hatte - der Dimasq war ja mein erstes zweifädiges Stück! Ich stricke mit je einem Faden in einer Hand, das war anfangs sehr kompliziert, hat aber einfach das beste Ergebnis gemacht. Und darum geht es uns ja, nicht wahr?
Was sagt ihr? Ich quassel zu viel? Bilder wollt ihr? Oke, los gehts!




Ist er nicht schön? Ich bin wirklich froh, dieses Projekt gewagt zu haben. Eigentlich bin ich ja kein Fan von Tüchern und war mir unsicher, ob das etwas für mich wird. Aber, Spoiler: Ich trage ihn ech häufig bisher. Im Nachtdienst war er meine Rettung, zuhause super kuschelig und ansonsten für auf der Arbeit noch zu warm, aber auf dem Rad auch super wärmend.
Das Stricken verlief bei mir in verschiedenen Phasen. Am Anfang war es furchtbar anstrengend und kompliziert, ich habe ein Lineal auf den Chart gelegt, mir Knoten in den Kopf gegrübelt und bin nur langsam vorangekommen. Etwa nachdem ich einmal durch war, klärte sich das Ganze etwas, die Logik kam bei mir an und das Stricken wurde wesentlich einfacher. Das traf ungefähr zusammen mit dem Wechsel vom Nadelspiel auf die Rundstricknadel, eine große Erleichterung, viel flüssigeres Stricken! Irgendwann brauchte ich nur noch einen kurzen Blick auf den Chart zu werfen, konnte beim Fernsehen stricken und stellte mich selbst auf die Probe, indem ich erstmal überlegte wie die neue Reihe jetzt aussehen könnte und mich dann mit dem Chart selbst überprüfte. 




Und irgendwann wollte ich dann nur noch fertig werden und endlich etwas anderes stricken! Die obere Kante sowie die seitlichen gingen noch recht flott, das Abketten auch. Dann ging es an die Häkelkanten, ich war hochmotiviert, endlich etwas anderes tun. Geschnitten habe ich das gute Stück bei einem kleinen privaten Stricktreff mit Fia, sie hat aufgepasst das ich alles richtig mache. Dann mussten die Kanten "nur noch" angenäht werden ... eine ätzende Arbeit, aber ich wollte mir dieses Tuch unbedingt endlich umlegen. Und bevor diese offenen Kanten nicht versteckt waren habe ich das Tuch echt mit Samthandschuhen angefasst, wie ein rohes Ei. Ich muss mich an dieser Stelle nochmal bei dir, Fia, bedanken. Es ist echt super praktisch wenn man dem Designer mal eben eine Nachricht schreiben kann, wenn man sich an einer Stelle unsicher ist. Das hilft enorm.



Ich bin wirklich sehr zufrieden! Das Waschen war nochmal ein kleiner Horror - leider hat das Rot trotz drölfzig Farbfangtüchern abgefärbt, hätte ich mir auch denken können. Somit ist das weiß leicht rosa angetitscht, kaum sichtbar, aber ich weiß es eben. Das ist bei der vielen Arbeit ärgerlich, aber ich kann damit leben und das Tuch trotzdem lieben.



Ich glaube, ich habe noch nie so viel gelernt bei einem Projekt. Es gab so viel neues: Zweifädiges Stricken, Steeken, das Abketten war neu etc. Es hat mir wirklich Spaß gemacht und mir vor allem die Welt des Fair Isle eröffnet, nun bin ich begeistert und weiß gar nicht, womit ich weitermachen soll.



Achso, ihr hattet mir ja bei meiner Umfrage mehrheitlich zu der gegensätzlichen Farbaufteilung geraten. Ich bin so froh, dass ich nicht auf euch gehört habe, hihi. Weiße Kanten wären echt nichts für mich gewesen, und so wie es jetzt ist, ist es perfekt.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es wie immer bei Ravelry.
PS: Dimasq gibt es auch in einer Double-Face Version!




18. November 2015

Pullover Kaschi

Hallo ihr Lieben,

bei uns im Münsterland ist es an diesem Mittwoch sehr stürmisch. Gut festhalten auf dem Fahrrad, und warm anziehen ist angesagt. Glücklicherweise habe ich gerade einen kuscheligen Neuzugang im Kleiderschrank, den ich euch zum Me Made Mittwoch präsentieren möchte.




Normalerweise beginnen Projekte bei mir mit dem Schnitt, den ich toll finde und zu dem ich einen passenden Stoff suche. Meine Stoffkiste ist tatsächlich nur mit Resten gefüllt, genau ein einziger Stoff ist dabei, für den ich noch keine Bestimmung gefunden habe. bei diesem Pullover hier war es aber andersherum. Bei dem Stöffchen handelt es sich um grauen (Liebe!) Sweat mit einer kuscheligen Innenseite vom Stoffmarkt. Ich stand da vor einem Stand mit Sweat in den tollsten Farben, war kurz überzeugt Senfgelb zu nehmen, entschied mich dann aber doch für das immertaugliche grau. Grau kann ich nie genug haben. Grau geht immer. (Obwohl ich einfach hätte beides nehmen sollen). Einen Pullover hatte ich dafür schon im Hinterkopf, aber keinen genauen Schnitt. Der Stoff lag dann als letzter von vieren noch hier, und ich habe mir ein paar mehr Gedanken gemacht. Was für einen Pullover brauche ich? Die typischen Kapuzenpullis mit Aufdruck und Bauchtasche trage ich schon ewig nicht mehr, weil gekauft einfach zu kurz an allen Ecken. Also da lieber erstmal vorsichtig. Lieber was schlichtes. 



Es wurde dann Kaschi, ein Freebook von Pech und Schwefel, das ich mir vor Ewigkeiten abgespeichert, aber nie genäht habe. Der Schnitt ist eigentlich für Jersey vorgesehen, also für Langarmshirts. Ich habe dann eine Nummer größer, die 42, ausgedruckt um dem Kuschelsweat seinen Platz zu geben. Verlängert habe ich nix, wo bei anderen Frauen das Shirt dann unterm Po endet, ist es bei mir eben darüber, sitzt aber trotzdem gut. Die Ärmel sind ein bisschen spack, beim nächsten Mal würde ich da ein bisschen mehr Nahtzugabe geben. Ansonsten gibt es die Raglan-typischen Falten in der Achsel, womit ich gut leben kann. Ein richtiger wohlfühl-Pulli!
Für die Bündchen an Hals und Armen habe ich den Stoff selbst genommen. Was bei den Armen noch gut klappte, war am Hals zunächst katastrophal, sah sehr futuristisch aus. Insgesamt 4 mal habe ich dann noch das Bündchen mit großem Stich festgesteppt um es zu verbessern, immer wieder gekürzt, bis ich den Sweat echt nicht länger dehnen konnte (und geflucht, geflucht, geflucht). Nächstes Mal vielleicht im schrägen Fadenlauf ... es steht jetzt immer noch ein wenig hoch, was mich zuerst störte, dann sagte meine Mama aber, dass sie gerade das total gut findet am Pullover, und jetzt sehe ich es mit anderen Augen. 
Den Bund habe ich einfach umgeklappt und abgesteppt, vorher versäubert. Dadurch gab es dann leider doch wieder Wellen, meine Nähmaschine ist wirklich bockig was dehnbare Stoffe angeht, ich muss mir merken aufs Versäubern zu verzichten wo es nur geht. 
Ich mag die Formgebung des Schnittes, er sitzt locker, aber nicht schlabberig. Total guter Mittelweg, ich denke, das probiere ich nochmal mit Jersey aus. 





15. November 2015

Winterjacke(n) und Weihnachtskleid(er)

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe ich breche nicht die Regeln, aber ich würde diesen Beitrag gerne zweimal auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog verlinken und gleich beide Themen dieses Wochenendes behandeln. Zu dem ersten bin ich nämlich in drei Sätzen fertig und würde dafür ungerne einen ganzen Beitrag veröffentlichen.

Letzter Zwischenstand Winterjacken-Sewalong

Fertig! Ich habe tatsächlich zwei Jacken/Mäntel genäht, beide kann ich tragen, beide sind ohne Mängel. Ich wollte an dieser Stelle eigentlich ein paar Detailfotos liefern, aber es hat sich nicht ergeben, Wetter zu schmuddelig+die meiste Zeit mit Tageslicht im Bett verbracht. Aber zum Finale gibt es dann einen Haufen Bilder!



Weihnachtskleid Sewalong

Als die Ankündigung kam habe ich erstmal einen Tag gegrübelt. Schaffe ich das? Brauche ich das? Möchte ich das? Letztendlich: Ja. Kleider besitze ich viel zu wenige, ich habe im Dezember nochmal über eine Woche Urlaub in der sich viel schaffen lässt und Sewalong an sich macht mir mega Spaß. Ich bin allerdings nicht besonders vorbereitet, weder Stoff noch Schnitt stehen fest. Ein paar Überlegungen habe ich, die ich mit euch teile, und vielleicht habt ihr ja noch Ideen dazu. Einen Rückblick kann ich nicht machen, bisher gab es nur gekaufte Kleider an Weihnachten aus Mangel an Zeit. Ich war immer zu sehr mit Geschenke-Produktion beschäftigt und im Nebenjob gab es vor Weihnachten auch immer viel zu tun.
Was möchte ich:
  • Etwas bequemes: Entweder Jersey oder Webware mit weitem Rock ab Taille. 
  • Wahrscheinlich einfarbiger Stoff oder sehr klein gemustert. Alltagstauglich sollte der Schnitt sein, nur für Weihnachten brauche ich kein Kleid. Daher sollte es auch Taschen geben, oder ich muss welche einbauen können, sonst wars das mit der Alltagstauglichkeit.
  • Keine Lust auf Drama: Von Burda und Co. halte ich mich fern, da fühle ich mich immer sehr unsicher beim nähen und habe eher das Gefühl, im Dunkeln zu wandern. 
Stoff:

 Ich habe hier noch einen schönen Weihnachtsgrünen Sweat herumliegen. Der ist allerdings nicht dehnbar und recht dick, so Pulloverstärke. Ich weiß nicht, ob sich daraus ein tolles Kleid schaffen lässt. Letzte Woche habe ich zum ersten Mal den Pullover Kaschi genäht, den könnte man evtl. verlängern und eine Art Pullover-Kleid daraus machen? Das wäre dann aber in drei Tagen fertig und ein potentielles zweites Kleid. (Gut oder, wie ich von "ich hab nicht so viel Zeit" zu "zweites Kleid" komme...) Für den tatsächlichen heiligen Abend sollte es vielleicht sowieso besser was dünnes sein und dann langärmlig, oder tatsächlich sogar kurzärmlig mit Jacke drüber, denn ich werde bei meinen Eltern sein, wo es viel gutes Essen gibt, sicherlich einen Wein und der Ofen so bollert, das wir auf sommerliche Temperaturen kommen. Das oben genannte wäre also ungünstig. 

Schnitt:

Ich mag die Kombination enges Oberteil-weiter Rock. Bisher bin ich auf folgende Schnitte gestoßen:

Farbe:
Bordeaux ist meine Lieblingsfarbe, liegt dementsprechend zu Weihnachten nahe. Auch ein schönes grau oder dunkelblau kann ich mir gut vorstellen. 


Na was sagt ihr?




12. November 2015

12 von 12 im November 2015

Hallo ihr Lieben!

Wie im letzten Monat auch schon ist bei mir der 12. ein Nachtdienstag. Glücklicherweise habe ich es diesmal früher gemerkt, da war das Foto sammeln entspannter. Wenn ihr mögt, setzt euch gemütlich hin und schaut, was ich so gemacht habe an diesem Tag.


1) Manche Kollegen bestellen sich ja im Nachtdienst Essen, oder kochen sich etwas. Ich habe das einmal probiert, mir war die halbe Nacht schlecht. Es geht bei mir am besten mit schönem Müsli, in diesem Fall: Haferflocken, Nuss-Beeren-Mischung, ein paar Flakes, Joghurt und Honig. Erste Mahlzeit des 12., kurz nach Mitternacht. 2) Erster Socken fertig. 3) Und endlich die Handschuhe angeschlagen. Bisher große Begeisterung! 4) Nie, nie, nie sehne ich mir mein Bett so sehr herbei wie im Nachtdienst. Da freu ich mich ja schon so ab 4h wie verrückt drauf. Unter der Woche ist der Herzmann grad aufgestanden wenn ich ankomme, da ist das Bett noch schön warm und es braucht nur zwei Seiten lesen, bis die Müdigkeit (die durchs Radfahren kurzzeitig weg ist) zurückkehrt. Hach.

 

5) Mia ist unerwartet brav wenn ich Nachtdienst habe: Sie pennt, während der Herzmann schlummert, dann rastet sie ein bisschen aus wenn er aufgestanden ist, frühstückt, sich fertig macht und sobald er aus dem Haus ist verzieht sie sich wieder in ihr Körbchen an meiner Bettseite und pennt, bis ich ausgeschlafen habe. Liebe! 6) Nachtdienstphasen sind produktive Phasen. In diesem Fall: Weiter in der Weihnachtsgeschenkeproduktion! Ich komme mir vor wie ein Wichtel. Aber Stimmung in Richtung Schnee, Advent, Glöckchen fehlt bisher. 7) Duschen muss auch mal sein, in meinem Fall sogar ohne Klamotten. Hilfe, nackte Schultern! 8) Und dann noch ein paar Seiten lesen.

 

9) Ich = Teefan. Jeden Tag mindestens eine Tasse, jetzt zur kalten Jahreszeit auch gerne eine Kanne. Zum Nachtdienst schnupper ich mich einmal durch die Dosen. (Es ist Hirsch-Tee geworden. Also, da drin war was mit Marzipan ...) 10) Ich dachte ja immer, Paketstation ist nur für Mitglieder. Letztens hatte ich aber einen Abholschein, und meine Wollbestellung befand sich hinter der sich magisch öffnenden Tür. Das fand ich so toll, dass ich jetzt mal probieren wollte ob das Abschicken auch so einfach ist. Ist es. Nun ist ein Päckchen voll lieber Kleinigkeiten direkt morgen unterwegs. 11) Müde macht kalt. Deshalb warm einpacken. Auf diesem Bild tatsächlich nur selbstgeschneidertes oder selbstgestricktes. 12) Und nun starte ich in die letzte Nacht, mit Vitaminen und Tee, und wünsche euch fröhliches Schnarchen. 


Mehr Einblicke in Tagesabläufe findet ihr heute bei Draußen nur Kännchen





10. November 2015

Auf den Nadeln im November 2015

Hallo ihr Lieben,

gefühlt gehen die Monate immer schneller vorbei, und obwohl der November bisher ungewöhnlich warm ist kann ich jetzt schon mit Sicherheit sagen: Ich werde nicht alles stricken können, was ich diesen Winter tragen möchte. So eine Schande. Aber glücklicherweise kommt da ja noch der ein oder andere Winter. 

Momentan stricke ich an ein paar kleineren Pflicht-Projekten: Wenn davon eins fertig ist, darf ich was aus der letzten großen Wollbestellung anschlagen. Daraus soll eine Jacke, zwei Mützen und eine Weste werden, ich freue mich auf jedes einzelne davon sehr! Bis dahin wird es wohl noch ein wenig dauern, denn diese hier haben Vorrang:




Aus den Resten vom Featherweight Cardigan habe ich eine Mütze angeschlagen. Und natürlich einen Strickweise ausgewählt, die ewig braucht. Das Ganze wird dann, wenn es toll aussieht, meine erste kleine Anleitung. Die Mütze liegt leider zwischendurch viel, weil ich das Garn kenne und man nur sehr langsam voran kommt. Aber ich habe große Ambitionen hier aufzuholen.

 


Lange habe ich meinen Sockenresteschal hier nichtmehr hergezeigt. Dabei habe ich bis vor kurzem (wer den Blog kennt kann es sogar an der Farbe sehen, bis zu meinen Hermiones-Socken) immer direkt den letzten Rest in den Schal eingestrickt bevor ich ein neues Paar Socken angeschlagen habe. Das ist etwas eingeschlafen, deshalb werde ich jetzt mal ordentlich Reste verstricken. Dieses Jahr will ich ihn wirklich unbedingt beenden.

 

Das letzte Projekt, bei dem ich aktuell sogar schon bei der Ferse angelangt bin, ist ein Paar Socken für eine Kollegin. Die war ganz neidisch auf die Socken, die aus meinen Schuhen rausguckten und überlegte, ihre Oma mal wieder um ein Paar zu bitten. Da kann ich ja nicht anders, als mich auf den Boden zu schmeißen und "Ich, ich, ich!!!" zu brüllen mich anzubieten. Ich schickte Fotos von meinem Vorrat und sie wählte dieses Garn aus, mit wirklich tollen Herbstfarben. Ich freue mich schon, ihr das Paar zu überreichen!


Der Dimasq ist mittlerweile fertig und wartet darauf, dass die Anwesenheitszeiten der Besitzerin mit den Anwesenheitszeiten des Herzmannes sich im geringen Bereich des zulässigen Tageslichts überschneiden. Schwierige Sache, gerade jetzt im Nachtdienst bekomme ich selbst mit viel Glück vielleicht zwei Stunden Licht ab. Und sehe grausig aus. Und mache mich nicht großartig zurecht. Fotos also erst nächste Woche. Jedenfalls, worauf ich eigentlich hinauswollte: Es ist was übrig geblieben. Sowohl große Fair-Isle Lust als auch Garn. Und aus diesem will ich nun noch Handschuhe stricken. Allerdings färbte die Wolle beim waschen des Tuchs ordentlich ab (buhu), sodass ich aus dem Knäul nochmal zum Strang wickelte, alles ordentlich wusch und mit Essig fixierte und dann trocknen lies. Bisher keine Möglichkeit, die Handschuhe anzuschlagen. Aber bald. Glücklicherweise ist es noch nicht sooo kalt aktuell ...


Mehr tolle, wunderbare, inspirierende Strickwerke findet ihr bei Marisas Sammlung Auf den Nadeln. Und meine Beiträge der letzten Monate unter diesem Label. Da muss ich doch glatt mal selbst gucken, was ich schon alles geschafft habe.



6. November 2015

Gelesen im Oktober 2015

Hallo ihr Lieben,

und willkommen zum monatlichen Rückblick auf die Bücher, die mich begleitet haben. Im Oktober waren es zwei, und dabei kein Krimi oder Thriller, das ist sehr ungewöhnlich für mich. 



Ein Teelöffel Land und Meer - Dina Nayeri

Nele hatte letztens einen Beitrag über schöne Bücher aus fernen Kulturen veröffentlicht. Dieses Buch sprach mich dabei irgendwie an, und wenige Tage später lag es auch schon bei mir, zur Verfügung gestellt vom Bloggerportal. 
Es geht um ein Mädchen im Iran, dass eigentlich ein Zwilling ist. Ihre Schwester ist jedoch schon seit ihrer Kindheit "verschwunden", und wir als Leser begleiten sie von da an durch ihr Leben, durch die Erklärungen, die sie sich selbst zurechtlegt, weil keiner der Erwachsenen ihr deutlich macht, was passiert ist. Es gibt dann also zwei Theorien, und man wird geschickt hin- und hergeworfen in seiner Überzeugung. 
Was mich an diesem Buch begeistert hat, ist die Kultur, die man quasi spürt. Ich finde, dass man sofort merkt ob ein Autor nur recherchiert hat, oder wirklich weiß, was woanders abgeht. Das Buch war ein bisschen wie Urlaub, man hat so viel erfahren aus dem Iran und ich habe nun ein Bild, das nicht mehr nur von Nachrichten im Fernsehen oder in der Zeitung geprägt ist, was mich freut. Ich empfehle das Buch allen. Es fesselt ohne einen Mord (brauche ich ja oft ...) und ist einfach schön zu lesen.

 


What if? Was wäre wenn? - Randall Munroe

Dieses Buch bekam der Herzmann geschenkt, kicherte beim Lesen so manches Mal vor sich hin, weshalb ich das Buch auch gerne lesen wollte. Im Prinzip ist es die Verschriftlichung einer Website, auf der die verrücktesten Fragen gestellt und von Munroe beantwortet werden, oft mit sehr amüsanten Zeichnungen dazu.
Das Buch ist unterhaltend, ein bisschen mathematische und physikalische Kenntnisse schaden nicht, aber ich habe auch über viele Stellen drüberweg gelesen. Trotzdem was für alle, die sich ab und zu verrückte Fragen stellen, zum Beispiel, was passiert wenn wir den Ozean ausleeren. 




3. November 2015

Mr. Comet in Lieblingsfarben

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es eine große Premiere auf dem Blog: ich zeige euch ein genähtes Kleidungsstück für den Herzmann. Der ist nämlich mein größter Kritiker, findet meine Sachen für mich zwar gut, möchte aber selbst eigentlich nichts genäht oder gestrickt haben. Sieht halt von innen nicht aus wie gekauft und so. 
Zum Geburtstag war ich so frech ihn vor die Wahl zu stellen, entweder würde ich ihm einen Pullover kaufen, oder einen nähen. Und ich durfte nähen, was war ich froh.

Die Auswahl des Schnittmusters nahm einige Zeit in Anspruch, schließlich entschied er sich jedoch für Mr. Comet von Mialuna. Ich zeigte ihm die Vorteile auf, denn der Pullover bietet so viele Möglichkeiten, dass bei positivem Ergebnis noch einige weitere möglich wären ohne ein neues Schnittmuster kaufen zu müssen, und sowas mag ich ja.




Ich habe den Pulli mit Bauchtasche und Kapuze genäht, es gibt aber auch einen etwas höheren Kragen. Außerdem haben wir nach ewigem Überlegen und aufmalen der Optionen die Armbündchen, die Seiten, das Innere der Kapuze und die Bündchen an der Bauchtasche farblich abgesetzt. Hier ist natürlich alles möglich wenn man mehrere Farben hat, da kann man seiner Fantasie echt freien Lauf lassen.

 


Die Auswahl des Stoffes ist dem Herzmann sehr schwer gefallen. Irgendwann landeten wir beim hüpfenden Komma, wo es die gewünschten melierten Stoffe gab. Ich fürchte bei der letztlich gewählten Kombi habe ich ein bisschen Einfluss gehabt, es sind genau meine beiden liebsten Farben. Aber blau-senfgelb fand ich für den Anfang etwas zu mutig, vor allem weil er sonst eher schlicht herumläuft was Farben angeht. Netterweise haben wir von den anderen beiden Farben aber kleine Proben bekommen, sodass nun feststeht, wie der nächste aussehen soll. Denn es war wohl nicht der letzte Pullover dieser Art.

 


Alle Bündchen sind aus dem Stoff, das war gerade unten schon etwas schwierig, weil es sich einfach nicht so weit ziehen lässt. Beim nächsten Mal vielleicht dann doch "echtes" Bündchen. Die Kapuze sollte auch so Bändel bekommen, ich habe dafür einfach nach der bewährten Mixer-Türklinke-Methode etwas Textilgarn verzwirbelt und durchgezogen, ich finde das sogar ziemlich schick! Und weil ich immer noch großen Respekt vor Ösen habe, gab es nur Knopflöcher. Dafür habe ich die Stelle doppelt mit Vliseline verstärkt, das hat ganz gut geklappt denke ich.

 


Wenn ich etwas für andere mache bin ich ja immer etwas sorgfältiger als sonst, deshalb habe ich ein Probemodell aus einem alten Bettlaken genäht. Danach stand fest, dass Größe M ganz gut passt, die Ärmel aber etwas länger müssen (er hat wie ich Affenarme) und an der Brust etwas wenig Luft ist. Dort habe ich also die Nahtzugabe etwas großzügiger geschnitten und dann später beim Nähen eben etwas hinein genäht, das hat gut geklappt. Ich finde der Pulli sitzt super, er scheint auch bequem zu sein und wurde seit der Fertigstellung schon häufig getragen. Das freut mich natürlich riesig, jedesmal wenn er damit morgens durch die Tür kommt muss ich grinsen. Schließlich ist es schon was anderes, etwas selbstgemachtes an jemand anderem zu sehen. 
 

Die Anleitung selbst war gut, ich hatte keinerlei Probleme. An sich war es auch echt schnell genäht, ich glaube zwei Tage (nicht volle Zeit natürlich) habe ich daran gesessen. Wie immer braucht die Vorbereitung einfach am längsten. Umso mehr freue ich mich, das Schnittmuster nun zu haben und so schön abwandeln zu können.




Habt ihr schonmal für andere genäht? Seid ihr dann auch so vorsichtig und genau? Näht ihr lieber für euch oder für andere?