25. Mai 2016

Oversize Bluse mit Ornamenten

Hallo ihr Lieben!

Die Fotos für den heutigen Beitrag waren echt eine Überwindung. Das schöne sommerliche Teil sollte unbedingt heute gezeigt werden, Bilder gab es aber noch nicht. Am Wochenende gab es zu wenig Zeitfenster, dabei war das Wetter so schön. Deshalb musste ich am Montag zwischen zwei Schauern schnell in den Garten hüpfen, das war ganz schön frisch!



 Was tut man nicht alles für ein paar Bilder. Es ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, aber bei dieser Bluse handelt es sich um ein "Fräulein Lenz". Schon im Probenähen sind aus Überzeugung gleich drei Stück entstanden, allerdings hat sich der Schnitt zum Ende hin nochmal etwas verändert. Im Hinterkopf hing mir das seit Veröffentlichung des Schnittes fest, und als ich dann letztens eigentlich nur schnell Knöpfe kaufen wollte hatte ich auch diesen schön fließenden, sommerlichen Stoff in der Hand und die Verbindung knallte förmlich in meinem Kopf: Das wollte ganz bestimmt ein Fräulein Lenz werden, aber wieder ohne Ärmel.


 Beim Zuschnitt habe ich dann die Teile erstmal alle normal ausgeschnitten, Größe 38/40, die Variante mit Stehkragen gewählt, das schien mir passend. Mit den Passen vorne und hinten hat soweit alles gut geklappt, hinten habe ich mich diesmal für eine Keller- statt Quetschfalte entschieden, auch mal schön sowas anderes. Die Länge der Bluse war dem Reststück Stoff geschuldet, sonst hätte ich wohl noch ein klein wenig drangehangen, aber es reicht ja so wie es ist. 
Als ich dann den Kragen annähen wollte passte es irgendwie nicht. Im Probenähen hatten da andere öfter mal Probleme, dass der Kragen zu kurz war. Mir ist das nie so ergangen, jetzt plötzlich schon. Bei einem so dünnen und fluschigen Stoff wie diesem hier wundert es mich aber auch nicht so sehr. Anstatt rumzubasteln oder neu zuzuschneiden habe ich die Faulheit mit Neugier geplant und eine andere Art der Ausschnittverarbeitung ausprobiert, nämlich eine mit Schrägband eingefasste. Im Ebook wird das auch vorgeschlagen, und obwohl nicht meine erste Wahl, finde ich im Nachhinein, dass es super zum Stoff und zur Art des Schnittes passt. Das Schrägband habe ich aus dem Stoff selbst gemacht.


 Dann kamen noch die Armlöcher, als der Rest soweit fertig war. Ich habe mir die Bluse übergeworfen und an der Schulter abgesteckt wo ich sie gerne beendet haben wollte, denn eigentlich ist sie ja sehr überschnitten. Von da habe ich dann das Armloch neu geschnitten, dadurch wird es logischerweise irre weit. Also habe ich es verengt, wofür ich die Seitennaht unterm Arm deutlich reduzieren musste. Ich habe das dann bis zum Saum langsam auslaufen lassen, die Bluse hat also eine A-Form. Ich merke schon, beim nächsten Mal sollte ich das entweder fotografisch festhalten oder aufzeichnen, das Geschwafel versteht ja niemand. Wichtig ist auch nur: Ich habe es leider ein klein wenig übertrieben, die Armlöcher sind ein miiiinibisschen eng. Ich komme gut durch und alles, bin aber in der Bewegung etwas eingeschränkt. Versäubert habe ich die Armlöcher übrigens mit dem Schrägband, das ja eh schon da war. Hier habe ich gelesen wie das geht und schick aussieht (erst kommen die Ärmel, man muss ein bisschen scrollen).


So wie auf dem Bild trage ich sie am liebsten, das sieht schön lässig aus. Allerdings muss ich das mittlere Knopfloch (das obere seht ihr da nicht) noch ein wenig enger nähen, der Knopf ist so schön rund und flutscht da schnell mal durch wenn ich die Schulter zurücknehme, und dann ist der Ausschnitt plötzlich viel zu tief. Huch! Ist wohl auch den engen Armlöchern geschuldet, einfach etwas zu wenig Freiheit in dem Teil. Aber immer noch genug, damit ich mich pudelwohl fühle.

Die Bluse präsentiere ich gleich an zwei Stellen: Einmal beim heutige Me Made Mittwoch, wo es heute tierisch abgeht, und dann noch bei der 12 letters of handmade fashion-Aktion, die im Mai bei golden cage gastiert. 






21. Mai 2016

Sissi! Franz!

Hallo ihr Lieben,

ich entschuldige mich vorneweg kurz für alles, was euch die Stirn runzeln/laut lachen/eine Augenbraue hochziehen lässt. Nach müde kommt bekanntlich doof, und irgendwo dazwischen bewege ich mich. Liegt daran, dass ich den letzten Nachtdienst hinter mir habe und, um wieder in den normalen Tag/Nacht-Rhythmus zu kommen, schon nach 4 Stunden Schlaf wieder aufgestanden bin. Ich bin also, wie geplant, müde und kann heute Nacht schlafen, dafür muss ich aber tagsüber ein paar Einbußen in Kauf nehmen. Doof sein zum Beispiel.


Wenn es im näheren Bekanntenkreis eine ebenso stricksüchtige Seele gibt, die noch dazu unter Anschlagwahn leidet, dann wird man immer wieder inspiriert. So geht es mir mit Fia, denn wir sehen uns fast wöchentlich und ich komme nicht umhin, entweder Garn von ihr mit zu nehmen oder Inspiration für neue Projekte. 
 

In diesem Fall mit kanariengelben Socken, die irre aufwändig aussahen. "Sind keine Zöpfe, sind nur Umschläge und Zusammenstricken" sagte sie, und ich ging im Kopf schon zu meiner kleinen Kiste mit den Knäulchen, die so übrig bleiben. Meines Wissens schlummerten dort noch zwei Knäule Fabel in natur, perfekt für solche Socken. Nachdem unser kleiner Stricktreff beendet war habe ich die Gedanken dann in Tat umgesetzt, Knäule gefunden (Vorteil von quasi nicht vorhandenem Stash: Man weiß genau, was da ist) und die Anleitung ausgedruckt. Umsonst ist sie nämlich auch noch.
 

Ich bin nun kein Socken-Schnellstricker, mache das nur, wenn mir danach ist. Die erste war noch super interessant und hat mir echt Spaß gemacht, auch das Bündchen, das mit Hebemaschen gestrickt und damit viel fester wird, war toll. Die zweite Socke strickte sich dann schon deutlich schleppender, aber zum Glück zwingt mich da immer meine Disziplin, reinzuhauen.
 

Ganz ungewohnt sind sie für mich, so einfarbig und mit Muster, aber ich freue mich über sie. Noch kurz zur Namensgebung: Das Bild in meinem Kopf zeigt diese Socken in derben Wanderschuhen, mit Dirndl oder Lederhose, und zeitlich passte es auch irgendwie, dass ich grad Sissi gesehen hatte. Obwohl die weitaus häufiger in schicken Klamotten rumstehen als über Berge zu kraxeln war das mein erster Gedanke, und deshalb heißen sie nun Sissi und Franz. 
 

Outtake am Ende: Sobald ich irgendwo sitze, muss Mia kommen und entweder kuscheln oder gucken, was so passiert. Das verhindert mir so manche Projekte, denn Stoff wird hier auf dem Boden zugeschnitten - es raschelt - Katze kommt angeflitzt und schliddert über den Stoff .. ich habe schon so manches Mal aufgegeben. Ebenso beim Stricken, sobald ich sitze kommt sie gucken, möchte nicht, dass ich stricke sonder streichel, möchte Nadeln knabbern und mit Fäden spielen. Zum Glück ist sie so süß, dass ich ihr das verzeihen kann!






18. Mai 2016

Granville als Fake Jeanshemd

Hallo ihr Lieben,

ein neuer Mittwoch, ein neues Kleidungsstück. Ob ich das Tempo so halten kann ist fraglich, aber heute tauche ich mit etwas für mich schon besonderem auf: Einer Bluse. 


Yay! Ich bin sehr begeistert darüber, wie dieses Hemd an mir sitzt, das muss ich vorneweg schonmal betonen, falls ich es vergessen sollte. Hab ich, jetzt fange ich ganz vorne an.
Blusentechnisch bin ich eher mau ausgestattet: Da wäre ein uraltes Ding aus Flanell, Modell Holzfällerfrau. Sehr geliebt, viel getragen. Dann war es das auch schon, zumindest was klassische Blusen mit Kragen und Manschetten betrifft. Kein Zustand, finde ich, denn obwohl ich keine Büroklamotte brauche und generell nicht gerne "schick" rumlaufe, kann so eine Bluse mit dem richtigen Stoff genau auf dem Punkt zwischen schick und sportlich liegen, den ich so mag. Wie diese Version!
 

Der Schnitt ist Granville von Sewaholic, im Prinzip ein klassischer Blusenschnitt. Man hat die Wahl zwischen keiner, einer oder zwei Brusttaschen, könnte optional auch noch die Klappen davon weglassen. Außerdem gibt es auf der Website eine Anleitung zu einer Version ohne Arme - die wird es bei mir für den Sommer auch noch geben!
Ich habe den Schnitt in Größe 10 abgepaust und genäht, das ist auch auf jeden Fall die richtige Größe. Allerdings habe ich alle relevanten Teile um 4cm verlängert, sprich Vorderteile, Rücken- und Seitenteile sowie Ärmel. Überall dort waren die entsprechenden Linien vorhanden. Beim Nähen dann ein Grummeln und Fummeln, denn in dem Schnitteil für die Knopfleiste gibt es natürlich keine Verlängerungs-/Kürzungslinie und die war nun zu kurz. Klar, es kann erwartet werden das der nähende Mensch mitdenkt, aber bei so vielen Teilen ... ich habe  mich jedenfalls geärgert, allein schon weil ich die Knopfleiste eh schon falsch angenäht hatte und nun doppelt rumbasteln musste. Nun sitzt sie, aber nicht zu genau hinschauen im unteren Bereich ;). Mein Problem beim Annähen kommt übrigens daher, dass ich mir niiiie merken kann, ob "linkes Vorderteil" jetzt aus meiner Perspektive oder der einer mir gegenüberstehenden Person ist. Grauenhaft. 
 

Die Ärmel hätte ich vielleicht nicht so stark verlängern müssen, aber es staucht sich nur ein bisschen und darf das, finde ich. Ansonsten finde ich die 4cm wirklich perfekt, alles ist bedeckt, aber eine Tunika habe ich mir trotzdem nicht erschaffen. Manschetten mag ich ja irgendwie gerne nähen, auhc die fummeligen Schlitzdinger. Hier hat es auch fast ohne Probleme hingehauen - mein eigener Fehler ist, dass ich die Knopflöcher zu weit vom Rand entfernt gesetzt habe und die Manschetten nun ein bisschen offen stehen. Sonst aber gut gelungen, lässt sich auch schön aufkrempeln. 
 

Ich habe übrigens zwei Taschen genommen, eine hätte ich seltsam unvollständig gefunden und keine bei dem schlichten, einfarbigen Stoff zu langweilig. Es handelt sich übrigens dabei um Chambray, der schon recht jeansig aussieht. Richtigen Jeans in der passenden Qualität habe ich leider noch nicht gefunden, aber das kommt noch, irgendwann. Bis dahin tingel ich fröhlich in dieser Version herum.
 

Die Konstruktion der hinteren Passe fand ich ja ziemlich faszinierend, plötzlich sitzt man da mit einem Stoffwrap und näht Dinge aufeinander und dann zieht man hier und dort und hat eine saubere Passe. An solchen Stellen hört mein räumliches (?) Vorstellungsvermögen auf nachvollziehen zu können und ich tu einfach nur, was die Anleitung mir sagt, bibbernd und hoffen, dass beim Wenden alles so ist wie es sein soll. War es. Puh! Ein bisschen geflucht habe ich noch beim Bügeln des Saumes. Durch die netten Rundungen ist es irgendwie echt schwer, ordentlich zweimal umzubügeln. Habt ihr da Tipps für mich?
 

Aus irgendeinem Grund, vermutlich Nahtzugabenschluderei, passten die Manschetten nicht ganz um den unteren Ärmelbund. Ich habe also an der sowieso vorhandenen Naht eine kleine Falte gelegt, das fällt nicht weiter auf und ist deutlich entspannter als Auftrennen und Fehler suchen. Ich nenne es mal Design-Feature. 
 

Ich habe mir selbst bei dieser Bluse eine kleine Herausforderung gestellt und, soweit es ging (also bis auf die Ärmel, da endete das erwähnte Vorstellungsvermögen) französische Nähte genäht. Von innen ist die Bluse nun also auch schick, franst vor allem nicht. Meine Maschine ist im Zick-Zack-Modus immer ein bisschen rabiat, genauer ansehen mag ich mir die "versäuberten" Nähte jedenfalls meistens nicht. Und ob ich nun einmal bügel und dann die Naht ein zweites Mal nähe oder schäbig versäubere ... das werde ich jedenfalls demnächst öfter mal ausprobieren, vor allem bei feineren Stoff, die kriegen nämlich immer einen unfreiwilligen Rollrand an der Nahtzugabe. 
Das Einsetzen der Ärmel hat erstaunlich gut geklappt und auch der Kragen lief reibungslos, allerdings glaube ich nicht, dass es richtig ist, die Zipfel vorne passen nämlich nicht ganz aufeinander und ein bisschen schief hängt er auch an mir dran. Ich muss also definitiv eine zweite nähen um mich zu verbessern!
 

Die Form mag ich an mir jedenfalls sehr gerne. Oh, die Knöpfe! Die sind aus einem Geschäft hier vor Ort, ich bestelle ja notorisch keine mit wenn ich Stoff bestelle und sitze dann tagelang mit einem Kleidungsstück da, das nur noch auf Knopflöcher und Knöpfe wartet. Mal sehen, wann ich daraus lerne. 
3-4 mal hat die Bluse es schon aus dem Schrank an mich dran geschafft seit sie fertig ist, das spricht für ein echtes Lieblingsteil. Wer am heutigen Me Made Mittwoch noch so etwas für sich erschaffen hat, das schaue ich mir jetzt mal an. 





15. Mai 2016

Zickzackset - Resteverwertung!

Hallo ihr Lieben!

Während wir letzte Woche noch alle im Sommertrubel glücklich draußen rumhüpften, die Sommerkleider aus dem Keller kramten und Sonnencreme schmierten, ist mit dem Wochenende der Frühling wiedergekommen. Die Eisheiligen, passt ja mal wieder genau. Mir kommt es zwar ein bisschen ungelegen, nach 11 Arbeitstagen am Stück hab ich das Wochenende frei, und dann so ein Wetter. Andersherum habe ich Zeit um zu bloggen und sogar was passendes zu den frostigen Temperaturen, ich dachte, damit müsste ich bis zum Herbst warten.


Handschuhe sind es, schon ewig fertig, aber ich habe immer vergessen Bilder davon zu machen. Im letzten Jahr habe ich insgesamt 4 Baable Hats gestrickt, wo jedesmal etwas übrig blieb. Alles also in derselben Stärke, kunterbunt, von wenigen Metern bis zu fast unangebrochenen Knäulen. Da ich sowieso noch ein Paar dickere Handschuhe stricken wollte, kam ich dann eben darauf. Und weil es so viel Garn war, sollte es doch am besten auch eine passende Mütze dazu geben, das wäre doch nett. 
 

Die Mütze entstand nach der Siksak Anleitung von ravelry. Die Modelle dort sind schon ein bisschen schöner, aber die haben sich ihr Garn ja auch ausgesucht. Ich habe ein bisschen mit den Resten herumgespielt, schnell war klar, dass grau und weiß bzw. beige die Hauptfarben sein müssen weil davon genug da war. Die Zacken sind gelb, rot, schwarz und grau, die Aufteilung gefällt mir. Das Bündchen ist etwas kürzer als gedacht, trotzdem aber lang genug. Die Mütze ist super dick und warm, ein bisschen groß auf meinem Kopf, aber perfekt für richtig üsseliges Wetter. 
 

Die Handschuhe habe ich dann aus verschiedensten Anleitungen zusammengepfuscht, und das Muster von Siksak übernommen. Hauptfarbe ist hier rot, davon war am meisten da. Oben auf dem Bild könnt ihr sehen, dass es für die Daumen trotzdem nicht mehr ganz gereicht hat. Jetzt sehen sie aus als wären das so spezielle Daumenzipfel für Handybedienung oder so. 

Beides gewinnt keinen Schönheitspreis, aber für reine Resteverwertung sind die super gut geworden. Ich hab sie auf Norderney schon gerne getragen und auch im nächsten Winter werden sie eingesetzt werden. Auf dem Fahrrad ist es nie warm genug!





11. Mai 2016

Ginger mit Teilungsnähten

Hallo ihr Lieben!

Nach meinen ersten Jeans war mir klar, dass ich das unbedingt nochmal machen möchte, noch besser. Und ich wollte gerne die zweite Bundvariante des Schnittmusters ausprobieren, die macht eine schöne Silhoutte, dachte ich. Stoff war schnell bestellt, schwarzer Jeansstoff, diesmal wesentlich dicker als bei der ersten Jeans. Dann habe ich zugeschnitten und mein Gehirn beiseite gelegt, denn als ich anfangen wollte zu nähen hatte ich zwei rechte Vorderbeine und zwei rechte Hinterbeine. Eine halbe Sekunde drüber nachgedacht ein Bein mit der linken Seite nach außen zu nähen, dann irre gelacht und verworfen. Genug Stoff für zwei neue Beine war da, das hatte ich ausgetestet. Allerdings ging mir der Fadenlaufkram auf die Nerven, sodass ich erstmal ein großes Linealding bestellt habe um das besser und genauer ausloten zu können. Das dauerte, ich hatte auf die Jeans keine Lust mehr.


 Genau das ist mir zum Verhängnis geworden, denn ich hätte die Beinschnittteile in einer bestimmten Weise auf den Reststoff auflegen müssen, um die fehlenden Teile herauszubekommen. Das hatte ich vergessen, als die Disziplin einschlug und ich die Hose unbedingt fertig haben wollte. Erst also das fehlende Vorderteil zugeschnitten, dann beim Rückteil gescheitert. Letzte Hoffnung - Stoff nachbestellen - ging nicht mehr, er wird nicht mehr hergestellt. Ich war ein Minimü davor, alles wegzuschmeißen, zu verbrennen, zu zerreißen. Und dann kam die Idee mit den Teilungsnähten.


Hinten, da würde ich es auch nicht so sehr sehen. Ich habe ein wenig gebraucht um mich für die Form der Nähte zu entscheiden (und eure Ideen), und dann ein "V" gewählt, unterm Popo zulaufend, so mittig auf dem Oberschenkel. Das eine Bein hatte ich ja zweimal, da konnte ich vom einen den oberen, vom anderen den unteren Teil nehmen und hatte es so trotz der zusätzlichen Naht und entsprechend Nahtzugabe lang genug. Das zweite Bein habe ich dann passend zugeschnitten.


Als dann die "neuen" Hinterteile erstmal fertig waren, ging es halbwegs zügig voran. Jeans ist eben aufwändiger als ein Shirt. Beim Topstitching habe ich mir diesmal viel Mühe gegeben und alle Nähte genommen, die vorgeschlagen waren. Bei meiner ersten Jeans ist mir nämlich am Pöter schon eine Naht gerissen - ja, auf der Arbeit, und ja, ich habe es erst später bemerkt - weil ich dort nicht abgesteppt hatte. Hier also von vorneherein sowas vermeiden. Garn habe ich in grau genommen, sieht fast weiß aus und verzeiht kaum Fehler, aber sowas guckt sich außer mir halt auch niemand an, also ist das nicht so schlimm, wenn es ab und an mal krumm wird.


Ich bin ja mega begeistert davon, dass die Teilungsnähte innen am Bein perfekt aufeinandertreffen. Hier stehe ich etwas schief, aber es ist so. Schön auch, wie sich der Rand vom Schlüpper durchdrückt. Ein Traum. Nicht.


Bei dieser Jeans wollte ich dann auch unbedingt richtig echte Nieten haben, an den Taschen. Das war eine Quälerei! Die Löcher gingen mit meiner Zange ganz leicht rein, aber die Nieten haben sich einfach nicht zudrücken lassen, haben sich immer wieder gelöst. Und das obwohl ich den Stoff schon plattgehämmert habe. Der Freund hats dann letztlich geschafft, hat wohl mehr Kraft. Aber nervig war das schon, Nieten gibts jetzt nicht mehr.


Weil der Stoff recht fest und dick ist, habe ich an den Seitennähten ein bisschen was rausgelassen. Sonst sitzt die Größe 12 gut bei mir, musste auch am Po nichts ändern und am Bund auch nicht, das war bei der niedrigen Bundvariante ja schon anders. Die Popotaschen habe ich etwas hochgesetzt. Irgendwas ist beim RV schiefgelaufen, der hängt da völlig mit Schlagseite auf die eine Hosenseite, nicht mittig. Keine Ahnung, was ich da gemacht habe, aber ich trage eh eher was drüber als reingesteckt.


Wieder habe ich es nicht wirklich geschafft, die Hose ohne Drehbein hinzubekommen, beide Innennähte drehen sich von innen weg nach außen. Einmal versuche ich es noch, habe ja jetzt neues Werkzeug, ansonsten vermute ich fast, dass ich beim Zusammenkleben des Schnittteils gemurkst habe und der Fadenlauf schief drauf ist?


Mein Fazit: Die Bundhöhe mag ich, aber hier handelt es sich nicht um die optimale Verbindung von Stoff und Schnitt. Da dieser Jeans recht fest ist, handelt es sich um eine Stehhose: Macht eine tolle Figur und fühlt sich in aufrechter Position auch gut an, im Sitzen kneift es aber ein bisschen und ich habe das Gefühl, es könnte irgendwo platzen. Für mehr Bequemlichkeit wäre mehr Elasthan gut gewesen. 
Den Unterschied von Steh- und Sitzhose hat übrigens Meike von crafteln als Lieblingsbeispiel für zwei Kategorien von Kleidung erkoren: Die, die uns toll aussehen lassen, und die, die in allen Lebenslagen bequem sind. 

Ich geh mal schauen, was beim Me Made Mittwoch in welche Richtung pendelt zwischen bequem und formgebend :D

Es handelt sich hier übrigens um Ginger!




6. Mai 2016

Auf den Nadeln im Mai

Hallo ihr Lieben!

Wie schnell doch immer wieder die Zeit vergeht, wir haben schon Mai und draußen ist quasi Sommer! Ich habe schon einige Reihen in der Sonne gestrickt und mich sehr darüber gefreut. Alle Projekte aus dem April sind fertig geworden. Und diesen Monat habe ich auch gar nicht so viel zu zeigen, es gibt nur ein wirklich aktives Strickwerk.



Ziemlich monogam stricke ich mit großer Freude an einem grauen Pullover. Raglan, mit engem Hals und einem Muster, dass ihr nicht seht, denn es ist ein Teststrick. Mittlerweile ist der Körper fertig und ich warte auf Anweisungen für die Ärmel. Sollte der Pullover dann bald fertig sein habe ich auch schon was neues, deutlich sommerlicheres im Auge.  



Ich habe keine Socken auf der Nadel, was sehr ungewöhnlich ist, aber aktuell habe ich da keine Lust drauf. Allerdings wäre Garn da, falls das Verlangen zurückkehrt. Stattdessen habe ich beschlossen, meiner Grannydecke-to-be wieder etwas mehr Zuwendung zu zeigen, habe die Reste gut sichtbar aufgestellt und werde versuchen immer mal wieder eine Reihe (die ja schon ganz schön lang ist) zu häkeln. Ob ich das noch kann?


Mehr Maiprojekte gibt es wie immer bei Maschenfein




4. Mai 2016

Eine Reise ins Auenland

Hallo ihr Lieben!

Me made technisch ist ja aktuell vor allem der memademay am laufen. Eine tolle Sache, und kurz habe ich auch überlegt mitzumachen. Jeden Tag etwas handgemachtes trage ich sowieso fast immer. Allerdings bin ich in diesem Monat noch ein paar Tage zelten und kann mir nicht vorstellen, dass ich es dort schaffe Bilder zu machen. Dafür schaue ich mir die anderen Teilnehmer fleißig an, besonders auf Instagram macht das Spaß. 

Am heutigen Me Made Mittwoch nehme ich aber natürlich trotzdem teil, und zwar mal wieder mit etwas Gestricktem.


Der vorwiegende Eindruck der Bilder: Grün! Jippieh, unsere Hecke wird endlich wieder dicht, und jippieh, ich habe denn allerschönsten grünen Pullover! Deshalb auch der Titel des Beitrags, das schöne changierende Grün hat mich immer an das Auenland denken lassen, die sanften Hügel, sattes Gras. Einfach schön. Dazu die Panflötenmelodie im Kopf, da strickt es sich gleich noch schneller.


Der Pullover nennt sich im Original "Flax Light" und ist die dünnere Ausgabe des "Flax", beide von Tincanknits. Die Anleitung ist super ausführlich, mit ganz vielen Nebeninformationen die durch kleine Fragezeichen und Umkreisungen im Text kenntlich gemacht sind. Das kann zeitweise etwas irritieren, halte ich aber für eine super Möglichkeit um in die Thematik RVO einzusteigen. Es gibt keine komplizierten Muster, nur rechte und linke Maschen, Zunahmen und Abketten. Außerdem gibt es den Pullover in allen erdenklichen Größen, von Minibaby zu Mann. Ihr könnt also für die ganze Familie stricken! Das allerbeste: Die Anleitung ist kostenlos. Der Pullover ist natürlich kein Hexenwerk und mit ein bisschen Erfahrung kann man vermutlich auch vom Bild weg stricken, ohne Anleitung, aber eben für Einsteiger finde ich sie wirklich geeignet.


Ich habe den Pullover in Größe M gestrickt, das Bündchen mit 2er Nadeln, den Rest Körper mit 2,5. Die Ärmel, da ich mit dem Nadelspiel fester stricke damit die Nadeln nicht rausrutschen, sind mit 3,25er Nadeln gestrickt und sehen somit vom Maschenbild dem Körper sehr ähnlich. Das war schon ziemliche Fleißarbeit, und meine Maschenprobe in diesem Projekt ist sehr verrückt. Am Hals nach dem Bündchen ist das Maschenbild noch fester, nachdem die Ärmel abgeteilt waren wurde es dann immer lockerer, ich habe immer schneller gestrickt. Der Pullover hat somit eine ganz leichte A-Form bekommen, das finde ich aber nicht weiter schlimm. 


Den Schnitt mag ich für mich gerne. Der Halsausschnitt könnte ein ganz bisschen weiter sein, stört mich aber nicht. Den "Garter"-Teil am Ärmel finde ich toll, ein bisschen Abwechslung und ohne viel Arbeit viel Wirkung. Die Länge ist super geworden, auch von der Weite her sitzt er toll, locker aber trotzdem etwas figurbetont. So einfarbig ist er ziemlich wandelbar und ich habe ihn schon einige Male übergeworfen, die aktuellen Temperaturen sind perfekt dafür, und sowohl zu Jeans als auch zu Rock geht das super. Ich kann mir vorstellen, dass ich nach der Anleitung nochmal stricke.


Zurück zu meiner Grün-Schwärmerei: Das Garn habe ich mal wieder bei Fia aussuchen können. Schon praktisch, dass ich da an der Quelle sitze. Ein bisschen Beratung hat gereicht um mich von der Rowan Fine Art zu überzeugen, einem Garn mit Merinowolle, Seide, Mohair und Poly für Haltbarkeit. Das Grün habe ich dann ziemlich flott ausgesucht, das war mir schon ins Auge gefallen als Fia mir damals die Lieferung bei sich zuhause gezeigt hatte. Laut Anleitung sollten drei Stränge a 100g ausreichen, und das haben sie auch. Große Überraschung beim Wiegen des fertigen Stücks: 310g zeigte die Waage, Rowan hat also zumindest in diesem Fall großzügig gewickelt. Denn ich habe locker noch 20g übrig.
Ich bin ja ein kleiner Mohair-Muffel, mich piekst das. In diesem Fall ist es aber kaum merkbar, einzig am Hals hat es mich beim ersten Tragen doch ein bisschen gejuckt, das hat sich aber jetzt, nach mehrmaligem Tragen, schon so gut wie ganz gelegt und ist auf jeden Fall nicht so schlimm, dass ich den Pulli deshalb weniger trage. 

Ein wirklich sehr erfolgreiches Projekt, absolut tragbar und schon fester Bestandteil meiner Garderobe. Mehr findet ihr wie immer bei Ravelry.





2. Mai 2016

Gelesen im April 2016

Hallo ihr Lieben!

Es ist wieder an der Zeit die Neuzugänge im Bücherregal vorzustellen. Es sind zwei, einen dritten habe ich fast geschafft im April, aber den seht ihr dann in einem Monat.



Thomas Keneally - Schindlers Liste

Ich weiß gar nicht, wie lange dieses Buch schon in meinem Besitz ist oder woher es kommt. Jedenfalls wollte ich es immer mal lesen, gehört doch irgendwie zu Klassikern. Den Film habe ich nie gesehen, ich wusste aber so grob die Handlung. Vor einigen Jahren, noch zu meiner Schulzeit, habe ich es schonmal angefangen, aber das war mir einfach zu trocken. Jetzt habe ich mich nochmal daran gewagt, einfacher war es nicht, aber schon interessanter. Eine detailliert wirkende Schilderung des Lebens von Schindler, der es geschafft hat mit einer Fabrik mehreren Tausend Juden im zweiten Weltkrieg über diese Zeit zu helfen und sie vor den Konzentrationslagern zu bewahren. Gerade im Hinblick auf aktuelle Geschehnisse ist es bestimmt nicht falsch, sich nochmal damit zu beschäftigen. Das Buch ist ziemlich biografisch, angereichert durch Erzählungen von Freunden, Kollegen und Mitarbeitern Schindlers. Der Autor erzählt aus seiner Perspektive, wertet auch immer mal wieder. Es ist mir etwas schwer gefallen in diesen Stil hineinzufinden, ich bin aber froh, das Buch gelesen zu haben.

 

Cody McFadyen - Ausgelöscht

Für die Reise nach Rom wollte ich nicht meinen dicken Schinken mitnehmen und habe nach diesem Thriller gegriffen. Etwas wo ich nicht viel denken muss und was meine Aufmerksamkeit fesseln kann - gut für Flugzeug und Co. Tatsächlich habe ich das Buch dann auch in den Tagen zuende gelesen, und das obwohl wir quasi nur gelaufen sind und ich nur abends Zeit hatte, wenn alle anderen geschlafen haben. Dieser durchaus kranke Thriller hat mich einfach sehr gefesselt, ist aber wie die meisten nichts was einem in Erinnerung bleibt.
Das Team um Smoky Barrett wird bei einer Hochzeit auf schreckliche Art und Weise unterbrochen: Eine Frau wird aus einem fahrenden Auto gestoßen, unnatürlich blass und geistig nicht ansprechbar. Und so geht es weiter, weitere Frauen tauchen auf, schließlich wird auch Smoky entführt. Dazu kommen die üblichen familiären Probleme der Hauptpersonen, sodass es immer interessant und spannend bleibt. Nichts langwieriges, aber es hat mir viel Spaß gemacht.