26. Juni 2016

Gartenliebe

Hallo ihr Lieben!

Hier geht es ja eigentlich um meine größten Hobbies: Handarbeit und Lesen. Natürlich ist das nicht alles, was mein Leben ausmacht, aber es sind die Dinge, über die ich erzählen mag. Nun ist es so, dass Morgenrosa mich mit ihrem schönen Beitrag über ihre Gartenparzelle zu eigenen Erzählungen über Garten und Co. inspiriert hat.


 Was Garten angeht, kann ich mich eigentlich glücklich schätzen: Aufgewachsen bin ich in einem Haus mit sehr großem Garten, dahinter Wiesen und kleine Wälder. Gespielt habe ich mit den Nachbarskindern viel draußen, wir haben Sandkuchen gebacken und Baumhäuser gebaut. Später dann, als Jugendliche, war der Garten eher weniger Thema, kurz vorm Abi habe ich aber angefangen gerne mit meiner Mama unter dem großen Kirschbaum zu liegen, da wurde dann gelesen und gequatscht und gedöst. Auch abends lange draußen sitzen, Spiele spielen bis die Farben nicht mehr erkennbar sind, ausgiebig grillen ... das war alles immer sehr schön.


Wie es aber so oft ist im Leben: Man merkt erst, wie toll etwas ist, wenn man es nicht mehr hat. So auch hier. Mit dem Umzug nach Dortmund in eine Wohnung ohne Balkon spürte ich, natürlich vor allem im Sommer, wie sehr mir dieses draußen fehlte. Einfach mal für eine Stunde raus, lesen, zwischendurch reingehen können um etwas zu trinken oder etwas zu holen, das gab es halt nicht mehr. Bei gutem Wetter musste genügend Freizeit sein um in den Park zu fahren, dorthin musste man Koffer voll Zeug mitnehmen - ich jedenfalls. Decke, Buch, Trinken, Essen, Sonnenbrille, Sonnencreme, ein Hut ... fürchterlich für mich in dieser Hinsicht verwöhntes Ding. Außerdem muss man sich für den Park ordentlich anziehen und kann nicht in Unterwäsche rumliegen.


In Dortmund hat mir also ein eigenes draußen sehr gefehlt. Als dann feststand, dass wir nach Münster ziehen würde, wollte ich deshalb unbedingt einen Balkon haben. Auch, um die Chancen für eine eigene Katze zu erhöhen. Letztendlich ist es sogar ein eigener Garten geworden, klein zwar, aber für mich unglaublich groß. Dafür haben wir gerne auf mehr Wohnfläche verzichtet, denn bei gutem Wetter haben wir schließlich ein Zimmer mehr.


Letztes Jahr im März sind wir eingezogen, waren dann erstmal mit der Herstellung der Wohnung und der Einfindung in die neue Stadt beschäftigt. Im Garten haben wir nur wenig gemacht, eine schon vorhandene Rose umgesetzt, die anderen Pflanzen gepflegt und neuen Rasen gesät. Dann war der Sommer auch schon da, und er war so schön! Draußen sitzen, stricken, lesen, die Sonne genießen. Herrlich. 


In diesem Jahr dann wollte ich mehr aus meinem Garten machen. Blühende Pflanzen sind zwar schön, ich bin aber ein großer Fan von Nutzpflanzen. Im Baumarkt und im Internet habe ich also sowohl Pflanzen als auch Samen bestellt, ohne großartige Planung, einfach das, worauf in Lust hatte. Es gibt Mirabellen, Erdbeeren (die ersten 10 schmeckten schon wunderbar), Physalis, Gurke, Hokkaido, Blaubeere (dieses Jahr wohl noch nicht), Tomaten (die Samen sind aus Supermarktfrüchten, mal sehen ob das klappt), Paprika, Weintraube, Wassermelone, Kirsche, Möhre und Kartoffel, letzteres aber wohl in zu kleinen Töpfen, denn sie bleiben klein. 


Auch Kräuter habe ich einige gepflanzt, Rosmarin gab es im letzten Jahr schon, neu dieses Jahr sind Basilikum, Petersilie und Minze sowie Schnittlauch und Knoblauch. 


Ich hätte ja nie gedacht, dass mir das alles so viel Spaß macht. Die eingepflanzten Pflanzen besuche ich jeden Tag, schaue, was passiert, und freue mich tierisch über die ersten Blüten/unreifen Früchte. Bei den Samen in den Töpfen auf der Fensterbank war ich auch tierisch neugierig. Unglaublich, wie viel Freude so aufkeimendes Leben macht. Ich staune immer noch, wenn ich mir die Kürbispflanze (oben auf dem Bild) jetzt schaue und daran denke, das sich im Mai einen Samen in einen Topf gepackt habe und das daraus entstanden ist.


Ich bin gespannt, welche Pflanzen den Winter überleben werden. Da unser Rasen einfach nicht ordentlich wächst, er bekommt kaum Sonne ab, und mehr einer Wiese gleicht, überlege ich, das Beet für das nächste Jahr zu erweitern und somit mehr Platz für meine Experimente in Sachen Nutzpflanzen zu haben. Denn den Rasen nutzen wir sowieso eher wenig. 


Mein Sammelsurium aus Töpfen besteht aus welchen, die die Vormieterin zurückgelassen hat, neu gekauften und von den Eltern vermachten. Besonders nett für Kräuter finde ich die kleinen Töpfe für die Fallrohre, die unsere Terrasse begrenzen. 

Derzeit muss ich einige Töpfe vor zu viel Regen schützen. Rechts unter dem Fenster die Tomatenpflanzen
Auch Mia läuft liebend gerne zwischen den Pflanzen herum, schnuppert hier und dort und sitz auch gerne mal neben der Kürbispflanze im großen Topf. Ich freue mich sehr über diesen Garten und was er mir bringt - frischen Minztee zum Beispiel, oder die allerbesten Erdbeeren ohne jegliche Pestizide oder ähnliches. 




Schwierig wird es natürlich, wenn wir mal wieder umziehen wollen. Denn jemals wieder in einer Wohnung ohne Garten zu wohnen - für mich mittlerweile unvorstellbar. 



Wie ist es bei euch? Balkon? Park? Garten? Braucht ihr euer privates Grün oder seid ihr lieber öffentlich unterwegs?





22. Juni 2016

Streifenholly und Figurfragen

Hallo ihr Lieben!

Ich bin ja nicht so die Materialhorderin. Meist kaufe ich Wolle/Stoff für 1-3 Projekte, arbeite das ab, kaufe neues. Reste wandern in eine Restekiste. Ich habe auch nur diese eine Kiste. Da wühlt man dann immer mal drin rum auf der Suche nach Baumwollstoff für Taschenfutter oder ähnliches, und irgendwann liegt alles knüddelig durcheinander. Als ich dann letzte Woche mal alles ausgepackt und neu sortiert habe, habe ich außerdem auf die Verwendbarkeit für ganze Kleidungsstücke geachtet. Viel war nicht dabei, aber genug vom Reststoff meines bisher sehr geliebten Ditte-Kleides für einen weiteren Holly Rock. Der Stoff ist also total La maison Victor-verschrieben. 


Da der letzte Rock nach dem Schnittmuster in 38 ein bisschen hauteng saß (Fahrradfahren damit, ey, am Ende bin ich quasi nackt so hoch schiebt der sich) und ich zu faul war alles in 40 abzupausen habe ich einfach an allen Teilen an der Seite ordentlich NZ gegeben. Habe sogar an die ganzen Taschenteile und so gedacht, da war ich vielleicht Stolz! Der Stoff ist außerdem deutlich dünner und flexibler als der vom ersten Rock, es sitzt deutlich bequemer.


Hier sieht man schon eins der "Probleme", die ich habe. Ich bin niemand, der sich über seine Figur beschwert, aber: Wo meine Hand ist, ist Hüfte. Dort sitzen die meisten Hosen und Röcke für mich bequem und richtig. Dort müsste zum Beispiel der Rockbund enger sitzen. Direkt darunter kommt ein Polter, wo es dann fast schon spannt. Und ab mitte der Tasche bis darunter ist ein "Loch", wo sich dann Falten bilden. Versteht ihr, was ich meine? Ich glaube, damit alles besser sitzt, muss ich mal die breiteste Stelle messten und das Schnittmuster anpassen. Oder so. Habt ihr da Ahnung?


Oder ich versuche es mit einem FBA - in diesem Fall Full Butt Adjustment. Hihi. Denn vorne gibt es Querfalten nach ein bisschen laufen und tragen, also zu eng, richtig? (Bitte kurz im Hintergrund bewundern: Links Tomatenpflanzen, rechts Rosen. Hach. Okay, danke). Ich habe den Rock wieder verlängert so viel wie es der Stoff hergab, aber auch wieder etwas gekürzt. Ich glaube, es ist sogar Originallänge.


Bei der letzten Version gab es ja aus Stoffmangel keine Taschen, hier schon. Ich finde sie fast ein bisschen klein, was meint ihr?


Auf diesem Bild gibt es zwei Dinge zu sehen. Erstens: Problemchen Nummer zwei: Ich habe einen Bauch und ein Hohlkreuz. Der Rock sieht das so glaube ich nicht vor. Hinten steht es fast ab, vorne gibt es Falten. Oh man, ich muss mich echt mit Passformen auseinandersetzen!
Erfreulicheres ist Ding Nummer zwei: Ich habe mit Streifen gespielt! Die Einsätze in den Taschen sind diagonal, die Passen hinten auch schön schräg und der Bund quer. Die Seitennaht vom Bund passt außerdem nicht zur Rocknaht, aber das ist zum Glück nicht wichtig.


Hier nochmal die Passe im Detail, damit ich mich darüber freuen kann wie schön die Lienen durcgehen. Das hat bei den Taschen leider nicht so geklappt, die haben sich während des Aufnähens ein bisschen verschoben. Das liegt aber an der Maschine. Oder ich setze sowas demnächst bewusst etwas versetzt, sodass es sich passend schiebt?
Mit dem Nähen hatte ich ansonsten keine Probleme, die Anleitung ist soweit gut und ähnlich wie Hosen etc, die Teile und wie sie genäht werden kennt man dann ja schon.


Bestes Taschenfutter überhaupt! Katzen! Laut Schnittmuster sollte die rechte Seite vom Stoff in der Tasche liegen, aber was habe ich denn dann davon? Nichts! So freue ich mich bei jedem Toilettengang über die kleinen Kätzchen.


Trotz aller Fragezeichen in meinem Kopf was die perfekte Passform angeht: Er ist bequem, und so wie ich ihn tragen will, mit Shirt drüber, sieht man von dem Gekrumpel im Hüftbereich auch nichts. Also wird er fröhlich getragen. 

Andere fröhliche Menschen gehe ich mir jetzt beim Me Made Mittwoch anschauen. 




18. Juni 2016

Auf und unter der Nadel im Juni

Hallo ihr Lieben!

Viel ist vom Juni schon gar nicht mehr übrig, aber trotzdem zeige ich euch mal, woran ich kreativ arbeite. Schon lange zeige ich monatlich, was für Strickprojekte ich habe. Mir gefällt die Übersicht, die Zwischenbilder etc. Deshalb habe ich überlegt, dass ich dies nun auf den Nähbereich erweitere und euch zeige, was dort für mich ansteht. Ich hoffe Marisa, die die schöne Aktion "Auf den Nadeln" monatlich veranstaltet, hat da nichts gegen

Fangen wir aber wie gewohnt mit den wolligen Anteilen an.


Das zweite (und vermutlich auch letzte) Sommerprojekt wird Morning Mist, gestrickt aus Creative Linen von Rowan. Leinen habe ich noch nie verstrickt, ein ganz anderes Gefühl, und auf das Ergebnis bin ich sehr gespannt. Aktuell sitze ich noch am Laceteil, der hinterher zur Passe im Rückenteil wird. Der Rest des Shirts wird dann grau. Hoffentlich komme ich bald voran, aktuell findet sich wenig Strickzeit. 

 

Ein obligatorisches Sockenpaar gibt es in diesem Monat. Die Spitze und das Bündchen sollen andersfarbig werden, es handelt sich um einen Rest der so toll zu den Sprenkeln in der Wolle passte, dass ich nicht anders konnte. 

Und jetzt, ganz neu, was befindet sich unter meiner Nadel?
 

Mittlerweile benähe ich auch gerne andere Menschen mit schönen Kleidungsstücken. Meine liebe Mama hatte um Mittsommerblusen gebeten. Nummer eins ist quasi fertig, nur der Saum fehlt noch. Nummer zwei wird dann aus diesem Stoff oben, den wir in einem holländischen Stoffgeschäft erstanden haben. Es macht mit viel Spaß für sie zu nähen, sie freut sich so darüber. Und seien wir mal ehrlich, irgendwann hat man selbst erstmal alles, was nötig ist.
 

Mir fehlen natürlich trotzdem noch ein paar Dinge, vor allem für den Sommer. Ich sollte mich mit dem Nähen beeilen, vielleicht kommt er erst wenn ich passend eingekleidet bin? 
Eine große Stoffbestellung habe ich gemacht, bei Alles für Selbermacher. Da habe ich stundenlang gestöbert! So perfekt finde ich den Aufbau des Shops noch nicht, man muss da manchmal unnötig suchen. Aber zurück zum Stoff: Ich wollte mir gerne noch zwei lange Hosen aus Fladderstoff nähen. Zuerst hatte ich die Luna Pants im Kopf, aber Lamise von Pattydoo sieht ja sehr ähnlich aus aus und kostet deutlich weniger, daher werde ich erstmal den Schnitt testen. Allerdings probiere ich mal, die Bundfalten wegzulassen und die Mehrweite einzukräuseln. Der schlichte eigentlich dunkelgrüne Stoff soll dafür herhalten. Aus dem Federstoff wollte ich entweder eine Bluse ohne Arme oder eine Ditte ohne Arme nähen, noch kann ich mich nicht entscheiden. Auch der ist in echt deutlich grüner!
 

Feder sind ein wiederkehrendes Thema: Der blaue Baumwollstoff sollte eigentlich ebenfalls eine Lamise werden, allerdings ist der Stoff recht fest und fällt nicht ganz so weich, daher kann ich mir ein Kleid aktuell besser vorstellen. Ob es ein neuer Schnitt wird oder einer, den ich schon genäht habe, weiß ich auch noch nicht. Der blaue Stoff mit den kleinen Rauten fällt wieder ganz locker und wird eine Hose. Darüber ist ein halber Meter dunkelgrauer Jersey, daraus nähe ich mir eine kurze Leggings, die ich unter Röcke ziehen kann damit diese für die Arbeit tauglich sind.
 

Ein bisschen Jersey zum Schluss: Der unifarbene in grau sollte eigentlich auch irgendwie eine Hose werden, aber ich habe ein bisschen die Befürchtung, dass es zu sehr nach Jogginghose aussieht. Andersherum sieht Jenna von pattydoo wirklich ziemlich cool aus, und kombiniert mit einer Bluse geht es ja gar nicht bequemer. Ich überlege noch, offensichtlich. 
Die beiden anderen Jerseys sollen für ein paar T-Shirt und Top Versuche herhalten. Ich möchte mich da an einen Basisschnitt heranarbeiten und dafür Freebooks und das abpausen von vorhandenen Teilen ausprobieren.

Natürlich werde ich maximal zwei Teile davon im Juni wirklich nähen, aber die Pläne stehen, mein Sommerurlaub kommt und ich bin grad ziemlich motiviert, was das Nähen angeht. Die Stoffe haben alle Platz in einem Regalfach gefunden und lachen mich an. 

Wie gefällt euch diese Art von Stoff-Schnitt-Plan/Gedanken?





15. Juni 2016

Flamingo Shirt

Hallo ihr Lieben!

Ich bin ja eigentlich nicht so die Sommerstrickerin. Also, ich stricke immer, auch im Sommer, aber nicht so gerne Kleidung für den Sommer. Wenns richtig warm ist, ist mir Strick zu warm, da spielt es keine Rolle ob Baumwolle oder Merino. Alles warm. Und wenn es so ein Mittelding ist, bin ich oft überfragt was die Kombination angeht. Gestricktes ist ja doch oft dick, darüber dann ein dünner Cardigan sieht auch irgendwie seltsam aus. 

Nichts desto trotz lernt man nie aus, probieren geht über studieren und was an Kalauern sonst noch so passt: Ich habe weitere Versuche gewagt, und das Ergebnis vom Ersten präsentiere ich euch heute. Inklusive Huuuuiiiii-Haare.


Lässig, mh? Mir schon ein bisschen zu lässig, muss ich gestehen. Aber fangen wir vorne an: Durch Zufall habe ich die Anleitung "Jessie's Girl" gefunden (ewig einen Ohrwurm gehabt) und mich auf die Suche nach Garn gemacht. Wie so oft in letzter Zeit hatte Fia etwas passendes in ihrem Shop, nämlich Cosma von Lamana, eine Mischung aus Baumwolle und Modal. Soll nicht so labbrig werden wie Baumwolle, schön glatt für den Sommer und vor allem in dieser tollen Farbe, sowas koralliges.


Ich habe Größe S gestrickt, die Maschenprobe passte auch. Das Stricken an sich ging unglaublich schnell, nichtmal eine Woche habe ich gestrickt. Allerdings lagen in dieser Woche auch vier Nachtdienste, die Nadelstärke ist 5,5 und die Farbe macht Freude. Ein bisschen gedämpft dadurch, dass kraus rechts in Runden gestrickt wird, also jede zweite eine Runde linker Maschen ist. Die kam mir dann immer ewig vor im Vergleich zu den rechten Maschen!


Für die Schultern werden verkürzte Reihen gestrickt, in der Anleitung wird Wrap+Turn empfohlen. Das habe ich am Vorderteil gemacht, ziemlich hässlich gefunden weil große Löcher entstanden sind, am Rückenteil Wickelmaschen ausprobiert, das deutlich ordentlicher gefunden und das Vorderteil im Schulterbereich nochmal geribbelt und neu gestrickt. War sehr ärgerlich, aber wer will bitte komische Löcher an den Schulternähten? So wie jetzt gefällt mir die Form sehr gut.


Hinten ist das Shirt etwas länger als vorne, in meiner Version ist der Unterschied ein wenig kleiner, was auch gut ist. Denn kraus rechts und Baumwolle, hätt ich mir denken können, das ist noch ordentlich gewachsen und nun ein ziemliches Zelt. Ich finde das für den Sommer nicht schlecht und kann es mir auch toll für den Urlaub vorstellen, einfach über den Bikini geworfen am Strand oder so. Aber um dem Shirt wie es in der Anleitung gedacht ist nahe zu kommen hätte ich wohl einige Nadelstärken kleiner stricken müssen.


Und dann hatte ich auch noch am ersten Tag ein fettes Loch vorne, da wo ihr oben auf dem Bild den Knubbel sieht. Keine Ahnung was da passiert ist, ich habe ein Fadenende gefunden, aber kein zweites. Da ich auf der Arbeit war konnte ich nur notdürftig ein bisschen rumknoten damit es sich nicht im Laufe des Tages ganz auflöst und ich nur noch einen Fetzen hängen habe. Aber auch zuhause habe ich es nur unschön flicken können, da ich auch kaum noch Garn übrig hatte, bzw. der Rest schon in meine Granny-Decke gewandert war. Ärgerlich. Aber ich kann damit leben. Es ist halt kein Volltreffer-Teil, trotzdem tragbar. Und wenn ich dann zum drölfzigsten Mal irgendwo hängen bleibe, was mir bei so löchrigem Gestrick natürlich oft passiert, dann muss es vielleicht entsorgt werden. Oder geribbelt und was festes gestrickt .... 


Mal sehen, ob die anderen Damen beim Me Made Mittwoch erfolgreicher waren und neue Lieblinge produziert haben!
Wie immer gibt es das Projekt auch bei Ravelry.



11. Juni 2016

Mein neues Allrounder-Tuch

Hallo ihr Lieben!

Ich bin ja absolut keine Tuch-Strickerin. Diese ganzen Dreieckstücher haben zwar tolle Muster, in meinem Leben aber absolut keine Verwendung. Ich mag einfach die Zipfel nicht, die entstehen. Ausnahme bildet mein Dimasq, und der ist so toll, dass ich im Winter darin gewohnt habe. Sonst besitze ich aber keines, und das wird wohl auch so bleiben.

Schals mag ich dafür sehr gerne, zu jeder Jahreszeit, in jeder Form und aus jedem Material.


Irgendwie passen die besser zu mir. Gestrickt habe ich schon einige, was aber fehlte, war etwas recht neutrales. Passend zu allen Jacken und Mänteln, und schön schlicht. Die Anleitung Liebling&Schätzchen von Frida Fuchs hat mich sofort begeistert. Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber bei mir folgendermaßen: Es gibt da Anleitungen, die schlummern schon Jahre in meinem Hinterkopf und warten darauf, angestrickt zu werden. Und dann gibt es die, die sehe ich und ziehe sie den anderen vor um sofort anzufangen. Das hier war eine davon.
 

Im Prinzip ist es einfach ein schnurzlangweiliger, grauer Schal. Kraus rechts, mehr aber auch nicht. Den besonderen Clou bringt ein Icord, der rundherum in einer Kontrastfarbe angestrickt wird. Ich habe mich dabei für blau entschieden, die beiden Farben harmonierten so schön. Beide Farben sind Pure Wool 4ply von Rowan, die habe ich bei Stichfest gekauft, aktuell gibt es sie aber nicht. Sechs Knäul a 50g habe ich für das Tuch in grau verstrickt, und vom blauen Knäul natürlich nicht wirklich viel. Der Icord war aber auch eine Qual! Ich habe diese Technik zum ersten Mal gestrickt und brauchte einige Anläufe bis ich wusste, in welchen Abständen ich in das Tuch einstechen muss um es weder zusammenzukrumpeln noch komisch auseinanderzuziehen.
 

Bevor ich den Rand angestrickt habe, habe ich aber zuerst das Tuch gewaschen. Krauses Gestrick kann sich schließlich ganz schön verändern, außerdem war es mir im Ursprungszustand auch etwas zu kurz. Ich habe es gewagt und etwas getan, was sonst immer verboten wird: Hängend getrocknet. Dadurch hat das Tuch einiges an Länge dazugewonnen und ist nun genau richtig um es sich gemütlich einmal um den Hals zu schlagen. Weil es ordentlich breit ist, reicht das auch für die kalten Tage. 
 

Ich habe es schon sehr häufig getragen, denn es ist geworden, wie ich es geplant hatte: Passend zu jeder Gelegenheit.

So, ich hoffe mal, dass passend zum Veröffentlichen dieses Beitrags der Backofen heiß genug ist damit ich die Brötchen reinschieben kann. Am Wochenende, wenn Zeit ist, mache ich ja gerne nach dem Aufstehen ein bisschen Sport und frühstücke dann erst. Allerdings habe ich dann auch einen Mordshunger ... 





8. Juni 2016

Ditte is mein neues Kleid

Hallo ihr Lieben!

Bis vor kurzem war mir die "La maison Victor" ja kein Begriff. Eine von vielen Kreativ-Zeitschriften, die ich mir nie genauer angesehen hatte. Als aber immer mehr schöne Kleidungsstücke nach Schnitten aus diesem Magazin in der Nähwelt auftauchten wurde ich neugierig und kaufte mir, damals im April, die aktuelle Ausgabe (Nr.2). Einen Rock habe ich schon daraus genäht, aufmerksam wurde ich aber auch beim Kleid Ditte. Leider gibt es aus unverständlichen Gründen nicht alle Schnitte im Online-Shop.


Wie bereits erklärt fiel Ditte genau in mein Schema. Hawthorn hatte für mich als Hemdblusenkleid versagt und ich schaute mich nach einem neuen um. Dieses hier hat zwar nur eine halbe Knopfleiste, aber ich brauche auch nicht unbedingt welche im Rockteil. Ich ging auf Stoffsuche, suchte lange, fand bei Stoff&Stil einen schönen fein gestreiften Stoff der mir zusagte. Bestellt, bei Ankunft schon gefreut, gewaschen, zugeschnitten, genäht.


Angezogen, irre gefreut! Größe 40 passt mir bis auf etwas mehr Länge am Saum perfekt. Genug Luft zum atmen und bewegen, trotzdem etwas Figur drin. Ein sportliches Kleid für alle Lebenslagen ist daraus geworden, zum Shoppen hatte ich es zum Beispiel auch schon an und da war es super. Ich mag die Festigkeit des Stoffes und die Struktur.


Die Anleitung war soweit gut verständlich, vor allem wenn man schonmal eine Bluse oder ein Hemd genäht hat und damit Dinge wie Knopfleisten, Kragen und Manschettenzeug kennt. Einen kleinen Fehler gab es allerdings, an zwei Stellen sollte nach dem stecken direkt versäubert werden, ganz ohne zusammensteppen. Sowas finde ich ja eher witzig, ich glaube das merken auch Anfänger und niemand macht einen Fehler. 
Mit der Linienführung des Stoffes habe ich etwas experimentiert und die Taschen schräg sowie das Taillenband quer zum Fadenlauf zugeschnitten, für etwas mehr Spaß im Kleid. Die Effekte, die dadurch entstehen, gefallen mir!


Das Kleid hat 3/4-Ärmel, die hochgekrempelt und festgeknöpft werden. Ich habe mich gegen irgendwelche Druckknöpfe entschieden und Kam-Snaps verwendet, das weiß hatte ich eh da und passte zum Look des Kleides. Geht ja auch echt schneller als Knopflöcher machen und Knöpfe annähen, was meine andere Option gewesen wäre. Merke ich mir! Die Position der Knöpfe habe ich übrigens selbst bestimmt, indem ich das Kleid angezogen habe, mir die breiteste Stelle der Brust an der Knopfleiste markiert und dann in regelmäßigen Abständen davon nach oben und unten weitere Knöpfe angebracht habe. So klafft nichts seltsam auf wenn man etwas luftiger unterwegs sein möchte.


Ich kann euch nicht genau sagen um wie viel ich den Saum verlängert habe - bestimmt 15-20 cm beim Zuschnitt, davon habe ich aber nochmal etwa 5 wieder abgesäbelt. Die Länge so mag ich, kürzer geht auch noch, aber so ist alles sicher und gut versteckt und ich kann all Bewegungen machen ohne nachzudenken.
Ich mag diesen Schnitt echt sehr. Die Passe hinten, das geteilte Vorderteil, den lässigen Stil.


Das Nähen hat mir auch echt Spaß gemacht, schön feste Webware, dazu viele Nähte und Absteppen, alles passte so schön. Ich habe tatsächlich auch meinen ersten nahtverdeckten RV eingenäht! Ich hatte schonmal vorher welche, habe aber offensichtlich nie verstanden, wie das funktioniert. Die sind ja quasi ein bisschen eingerollt und beim Nähen muss man ein bisschen fummeln, und dann klappt alles von alleine. Ihr könnt euch meine Verblüffung und Freude gar nicht vorstellen. Die war allerdings etwas gedämpft als ich später gemerkt habe, dass ich den RV nicht brauche und das Kleid so anziehen kann. Mh. Vor allem habe ich wegen des RV auf dazugebastelte Taschen in der Seitennaht verzichtet und das Kleid somit wenig tauglich für die Arbeit gemacht, was micht etwas ärgert. Ich kann natürlich nachträglich die Seitennähte nochmal aufmachen ... mal sehen.


Abgesehen davon freue ich mich aber darauf mit dem Schnitt zu experimentieren, da bieten sich so viele Möglichkeiten: Lange Ärmel, kurze Ärmel, gar keine Ärmel. Ohne Knopfleiste. Ohne Kragen, bzw. nur mit Stehkragen. Andere längen. Andersfarbiges Taillenband. Und und und! Stoff für eine Sommerversion mit etwas weicherem Fall und ohne Ärmel ist schon bestellt. Ob da eine Knopfleiste reinkommt oder nicht weiß ich noch nicht, mal sehen.


Und, was haltet ihr von Ditte? Auch überzeugt?


Verlinkt beim Me Made Mittwoch.





1. Juni 2016

Gelesen im Mai 2016

Hallo ihr Lieben!

Es ist wieder an der Zeit für einen Blick in mein wohlgefülltes Bücherregal. Wie es sich für besseres Wetter gehört lese ich auch mehr - das kann man draußen einfach so gut!


George R.R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer - Die Herren von Winterfell

Besser spät als nie, nicht wahr? Die Serie "Game of Thrones" sollte ja wohl allen bekannt sein. Und weil wir es im Deutschen immer anders machen müssen heißt die Reihe "Das Lied von Eis und Feuer". Der Herzmann hat schon im letzten Jahr angefangen zu lesen und die Bücher der Reihe nach verschlungen. Allerdings hat er auch von den Trilliarden Personen erzählt, die man sich merken muss, und das hat mich abgeschreckt. Ich bin ja schon froh wenn ich mir die Namen von zwei Leuten merken kann! Weil der Herzmann so begeistert war habe ich ihm irgendwann die erste Staffel auf DvD geschenkt und netterweise mitgeschaut. So ging das weiter, wir haben alles durchgesuchtet. Und immer wieder fragte er, ob ich die Bücher nicht auch lesen wollen würde. Ich dachte, eigentlich logisch, dass, weil ich die Handlung ja schon kenne, die Bücher langweilig sind. Einen Versuch habe ich der Sache doch gegeben und bin überrascht: Die Spannung, die der gute Autor durch seine Cliffhanger verursacht, ist natürlich weg. Trotzdem hat er's einfach drauf und weiß, wie ein gutes Buch geschrieben wird. Das Lesen hat mir Freude gemacht, und wenn man die ganzen Stammbäume und die Karte nicht nutzt - an dieser Stelle werde ich vom Herzmann gelyncht  - geht es auch ganz unkompliziert. Schade nur, dass ich zu den Personen schon Bilder im Kopf habe, sonst finde ich es ja immer interessant wie die Leute dargestellt werden und wie das zu meiner Vorstellung passt. Mein Deal mit mir selbst ist, dass ich abwechselnd ein Buch dieser Reihe und etwas anderes lese.


George R.R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer - Das Erbe von Winterfell

Zur Handlung habe ich noch kein Sterbenswörtchen gesagt, oder? Band eins und zwei sind übrigens in der englischsprachigen Version ein Buch. Keine Ahnung wie dick das dann ist, die hier sind ja schon ordentliche Klopper. Vermutlich besteht es aus diesen dünnen Seiten, wie bei einer Bibel. 
Die grobe Handlung sollten die meisten von euch kennen: Eine Welt außerhalb unserer Realität. Und zwar eine ganze Welt. Herr Martin liefert uns verschiedene Familien mit ihren Angestellten, Freunden, Verwandten. Die Beziehungen untereinander sind meistens schlecht, es gibt viel Streit und Krieg. Jedes Kapitel führt uns an der Seite einer anderen Person durch die Geschichte. Es gibt Entführungen, erzwungene Hochzeiten, Pflicht und Ehre, Morde, Verschwörungen. Es gibt enge familiäre Bande, sympathische Figuren, fantastische Wesen. Für Fans von Harry Potter, Herr der Ringe und Co. definitiv einen Blick wert.

 

Sabine Heinrich - Sehnsucht ist ein Notfall

Ein Geschenk meiner Mutter nach unserem Kurztrip nach Rom, denn auch die Protagonisten dieser Geschichte führt es nach Italien. Eva und ihre Großmutter verbindet viel, bei ihr ist sie aufgewachsen. Beide befinden sich zu Beginn der Geschichte in Beziehungsproblemen: Oma trennt sich von Opa, Eva steht zwischen zwei Männern. Beide beschließen, einen Tag ans Meer zu fahren. Aus der geplanten kurzen Reise in den Norden Deutschlands wird eine spontane Fahrt nach Italien. Und Oma sieht zum ersten Mal das Meer!
Was dieses Buch belebt, sind die Figuren. Oma und Eva kommen aus dem Pott, und Oma ist so, wie ich mir eine Oma dort vorstelle. Eva ist sehr witzig und sympathisch in ihrer Art, und beide zusammen ein super Team. Eine wirklich schöne Geschichte, leicht zu lesen, perfekt für den Urlaub. Klare Empfehlung für alle, die tolle Figuren mögen und Erzählungen mit Witz und Charme.