19. August 2017

Update No. 6

Hallo ihr Lieben,

da bin ich wieder! Mein Urlaub auf Teneriffa war traumhaft, sonnig, erholsam. Und tatsächlich sind es jetzt auch nur zwei Wochen, in denen ich quasi durcharbeite, dann geht es schon in den nächsten, etwas spontaneren Urlaub. Ich hab ein Leben, kaum zu glauben. 

Obwohl seit dem letzten Update fast drei Wochen vergangen sind, kann ich euch gar nicht so viel neues zeigen. Denn logischerweise hatte ich im Urlaub weder die Nähmaschine, noch großartige Strickprojekte dabei. Trotzdem gibt es einiges zu bestaunen, also lasst uns loslegen. 


Neu im Schrank



Meinem Gefühl nach war er überall und kaum zu umgehen: Musselin. Viele schwärmten davon, ich las von wärmender und gleichzeitig kühlender Eigenschaft und war stark interessiert. Also habe ich ein bisschen was bestellt, als ich eigentlich nur Knöpfe brauchte. Unter anderem 1,5 Meter in einem schönen jeansblau für ein Kleid. Das wollte ich unbedingt noch in den Koffer packen, und es ist mir geglückt. Kombiniert habe ich hier zwei Schnitte, aber dazu erzähle ich in einem seperaten Beitrag mehr. Weil ich keine Lust/Zeit hatte Schrägband herzustellen, habe ich die Ausschnitte mit einem Beleg verstürzt. Der ist aus einem alten Halstuch meiner Oma zugeschnitten, womit das Kleid einen besonderen Platz in meinem Herzen hat. 


Auch den zweiten Musselin-Stoff habe ich gleich angeschnitten. Eigentlich war ein Shirt geplant, aber irgendwie wollte sich kein passender Schnitt finden. Also ist es nochmal ein Top geworden, nach demselben Schnitt, den ich bei diesen dreien verwendet habe. Hier konnte ich mich überwinden Schrägband herzustellen. Aber auch dazu in einem eigenen Beitrag mehr. 


Für den Urlaub habe ich ein paar der verfügbaren Sockenwollreste in eine Tasche geschmissen, die zwischen 16 und 20g wogen, denn so viel benötige ich etwa für ein Paar Babysocken. Damals wusste ich noch nicht, dass ich jeden Morgen nach dem Aufstehen auf dem Balkon ein Söckchen stricken würde und somit tatsächlich alle Reste verstrickt habe. Fünf neue Paare gibt es, was gut ist, da gerade erst drei aus meinem Vorrat verschenkt wurden und ich so wieder auffüllen konnte. 



Auf den Nadeln

 


Ebenfalls als gedankenloses und kleines Projekt für den Urlaub eingepackt habe ich Reste für einen Hosenmatz in der kleinsten Größe. Für das Bündchen habe ich Regia Sockenwolle in Loden verwandt, der Rest ist ein farblich sehr schön harmonierender Rest aus meiner Kiste. Strickt sich so runter, benötigt kaum Gehirnkapazität und wird am Ende sehr niedlich. Wenn ich Glück habe, bleibt noch genug Garn für passende Socken oder eine Mütze übrig. 


Ebenfalls mit dabei war die Sockenwolle für das erste Weihnachtsgeschenk. Bald geht es an die Ferse, und dann ist für mich gefühlt das meiste geschafft und so eine Socke strickt sich rasend schnell. Das Garn habe ich vor Ewigkeiten gekauft und weiß nicht mehr, wie es heißt oder wo es herkommt. Für meinen Geschmack ist es mittlerweile auch zu unruhig, aber es werden ja auch keine Socken für mich. Klingt gemein, ist es aber gar nicht. 


Leider, leider ist der Pullover immer noch in dieser Kategorie. Vor dem Urlaub war er eigentlich fertig, doch die Anprobe zeigte: Ärmel perfekt, Körper könnte etwas länger damit ich mich wohlfühle. Laut Anleitung hätte ich für die gestrickte Größe 500g Garn benötigt, hatte aber noch 100g übrig. Also habe ich das Bündchen wieder aufgemacht und stricke nun am Körper noch ein paar Zentimeter an. Ein Ende ist in Sicht, dann müssen nur noch die Fäden vernäht und der Halsabschluss gemacht werden und ich kann ihn anziehen, denn der Sommer ist ja offenbar vorbei und die Temperaturen sind genau richtig für einen lockeren Pullover aus Baumwolle. 


Unter der Nadel
 


Vor dem Urlaub habe ich alle aktiven Projekte abgeschlossen. Seit ich zurück bin gab es weder genügend Zeit noch Motivation, mich in eine neue Nähaufgabe zu stürzen. Lieber stricke ich am Pullover, bevor ab Montag die Arbeit wieder richtig losgeht. Das liegt wohl auch daran, dass ich für meine aktuell vorhandenen Stoffe keine wirklichen Ideen habe - sie sind alle mit festen Plänen gekauft worden, aber entweder habe ich es mir anders überlegt, oder ein passender Schnitt fehlt noch. Immerhin: Die drei Stoffe oben sind schon fest verplant, ihnen werde ich mich in der nächsten Woche widmen. 

Wie immer bin ich neugierig zu erfahren, woran ihr so arbeitet. In diesem Fall: Seid ihr noch bei Sommerprojekten, oder locken schon die ersten Herbststoffe und -garne? Ich bin mir unsicher, ob ich zum Beispiel meine geplante Jeansjacke mit Spitzenfutter noch beginne, oder den Stoff lieber fürs nächste Frühjahr weglege. Stricktechnisch werde ich mich nach dem Baumwollpulli auf jeden Fall einem eher herbstlichen Projekt widmen, das macht eindeutig mehr Sinn. Also, wie ist es bei euch?

Verlinkt mit Fadenwechsel, Maschenfein



 

5. August 2017

Ministrikk und Minisew

Hallo ihr Lieben!

Ohne viele aufwändige Worte zeige ich euch heute mal wieder ein wenig von den Kleidungsstücken für die winzigsten Erdenbürger unter uns, die in letzter Zeit fertig geworden sind. Da im September gleich zwei Babies in meinem näheren Bekanntenkreis geboren werden, sind manche der Sachen schon spezifisch als Geschenke verplant, der Rest wandert in die Kiste. 


Für mich habe ich zu Beginn des Sommers ein Top genäht, aus schönem weichen Baumwollgarn Cosma. Davon ist genug übrig geblieben, um auch ein winziges Shirt zu stricken nach der Anleitung Composite. Die ist explizit für Neugeborene, aber ich finde das Shirt so winzig, kann kaum glauben, dass da was anderes als eine Puppe reinpasst. Entsprechend schnell war es auch zu stricken. 


Und weil ich mit dem Shirt die Menge an Garnrest grad mal halbiert hatte, habe ich noch schnell eine passende Hose dazu gestrickt. Die Anleitung heißt Tiny Pants und ich habe sie schon öfter verstrickt, das Ergebnis ist immer so niedlich. Eventuell habe ich bei dieser Version die Fäden noch nicht vernäht, munkelt man...


Das nächste Projekt ist dann schon etwas größer: Der Pullover Sainte Chapelle, mal wieder ein Teststrick für Sophia von Stichfest. Das Regenbogenbunte Garn ist ein Sockenwollrest, bei dem Grau handelt es sich um die vielseitige Sockenwolle von Regia in der Farbe Flanell. Die lässt sich zu allem kombinieren. Natürlich funktioniert der Pullover auch mit zwei einfarbigen Garnen, aber wenn man so knallbunte Wolle loswerden möchte, dann ja wohl in einem Kinderpullover. Die Größe ist 0-6 Monate, es war super schnell gestrickt und hat echt Spaß gemacht. In der Anleitung gehen die Größen aber bis 6 Jahre hoch, also nicht nur für die Kleinsten.


Besonders positiv: Der Pullover ist auch von innen total schön, falls also mal was draufkleckert, einfach umdrehen. Und da es Sockenwolle ist, kann er dann beim zweiten Fleck problemlos in die Waschmaschine. Trotz des einfachen Handlings werde ich den Pullover definitiv nicht verschenken, sondern behalten. Der ist einfach zu schön. 


Am Ministrikk-Along habe ich ebenfalls teilgenommen, mit einem kleinen Body. Die Hauptfarbe habe ich mal per Solarfärbung selbst gefärbt, das Braun ist ein Rest Sockenwolle. Fun Fact: In diesem Fall war wohl Zwiebelschale das Färbemittel, beim Dämpfen hat es nämlich ein wenig danach gerochen, hihi. 


Der Body ist mit Größe 0-1 Monat gekennzeichnet, also auch eher klein. Im Schritt wird er mit vier Druckknöpfen geschlossen (eigentlich 5, aber ich hatte nur 4..) was das Anziehen sicher erleichtert. 


Im Nacken gibt es für den dicken Babykopf dann auch noch eine Knopfleiste. Ich stelle mir den Body richtig niedlich vor mit einem Paar Strumpfhosen darunter. 


Rapider Übergang zu den genähten Teilen. Eine liebe Arbeitskollegin von mir suchte im Internet nach einem Geschenk für ihre 2 Monate alte Nichte, schaute sich Pumphosen an. Ich habe vorgeschlagen, so etwas zu nähen, da war sie gleich Feuer und Flamme. Wir haben also statt einem fertigen Geschenk zusammen Stoff bestellt, woraus ich dann eine Hose und eine Mütze genäht habe. Vom Stoff war noch ein bisschen was übrig, also habe ich noch zwei weitere Mützen nach dieser Anleitung daraus genäht. 


Für kleine Stoffreste eignen sich ja auch Lätzchen ganz gut. Diese hier sind nach dieser Vorlage entstanden und erschienen mir etwas groß, daher habe ich hinten nicht nur einen, sondern vier Kam Snaps angebracht, damit sich die Weite etwas einstellen lässt. Zum Mitwachsen also perfekt. Eines davon wird auf jeden Fall verschenkt. 


Weiter geht es mit einem Body, nach dem Schnittmuster von Schnabelina, ein Regenbogenbody. Ich habe Größe 56 genäht, mit kurzen Ärmeln und amerikanischem Ausschnitt. Auch dieses Teil hier finde ich echt winzig, vor allem den Halsausschnitt. Aber so erprobt wie der Schnitt ist, wird schon alles richtig sein. Verschließen lässt sich der Body im Schritt noch nicht, bei meiner Jersey-Druckknopf-Bestellung ist etwas schief gegangen und ich habe nicht alle notwendigen Teile bekommen. Auf den Rest warte ich daher noch. 


Der Streifenjersey reichte neben dem Body auch noch für eine Pumphose, wieder in 56. Das Bündchen war von der Geschenk-Hose übrig und passte farblich sehr schön. Die Anleitung findet ihr hier, ich mag sie, da ich nur ein Schnitteil zuschneiden  muss. Schnell fertig!


Könnt ihr noch? Es ist das letzte Teil, versprochen. Aber irgendwie hatte ich in den letzten Tagen den totalen Drang, meine Stoffreste zu verbrauchen und dann war immer nach einer Stunde schon etwas fertig und ich habe das nächste Teil zugeschnitten. So fängt ein Urlaub doch perfekt an, oder? 
Also, der Strampler hier ist aus einem Rest Musselin entstanden. Den größeren Teil vom Stoff habe ich zu einem Top für mich vernäht, das seht ihr bestimmt auch bald. Aber da der Stoff schon beim Anschauen laut BABY schreit, musste ich noch was kleines nähen. Geworden ist es der Strampler Mickey mit Belegen und unten Gummiband in einen Tunnel eingezogen anstatt Bündchen. So niedlich, ich platze gleich!


Auch der bleibt bei mir, mag ich gar nicht verschenken. Es gibt ja zwei Sorten Babykleidung, die ich nicht verschenke: Was eher nicht so schön aussieht, weil bunter Garnmix, oder was wirklich wunderschön ist und ich lieber selber irgendwann einem kleinen Wesen anziehen möchte. Da bin ich ja ehrlich. Aber alles dazwischen gebe ich gerne an andere ab, wann immer sich ein neuer Mensch ankündigt. 

Ihr findet meine Strickprojekte wie immer auf Ravelry, falls ihr ein wenig stöbern möchtet. 




2. August 2017

Drei Ausschnittvarianten für Tops aus Webware

Hallo ihr Lieben!

Ein großes Ziel von mir ist es, einen kleinen Katalog an Basisschnitten zu haben, die erstmal als Grundlage für alles funktionieren. Sich also gut abändern und anpassen lassen, mit verschiedenen Stoffen funktionieren und im Kleiderschrank als Basics fungieren. Für Jeans habe ich das zum Beispiel erreicht, für T-Shirts auch schon fast. Nur bei ärmellosen Oberteilen bin ich mir lange unschlüssig gewesen. Ich wollte einen für Webware und einen für dehnbare Stoffe haben. Wichtig war mir nur, dass es einen Rundhalsausschnitt gibt, mehr sollte es nicht sein. Den Gratis Schnitt Sorbetto von Colette hatte ich schon ein paar Mal vernäht, war aber nie so glücklich damit. Bevor ich aber jetzt einen neuen Schnitt kaufe für ein eigentlich simples Kleidungsstück, wollte ich lieber noch ein bisschen probieren. Ich habe also meine Reste rausgesucht und losgelegt, und dabei herausgekommen sind drei verschiedene Tops mit drei verschiedenen Arten, die Ausschnitte zu versäubern. 


Und ein paar Blümchen habe ich euch auch mitgebracht. 
Also, bei meinen bisherigen, mittlerweile aussortierten Tops nach dem zugegebenermaßen alten Schnitt Sorbetto hatten mich zwei Dinge gestört. Die ältere Version war ein Crop Top, was jetzt nicht so mein Fall ist, und sowohl Hals- als auch Armausschnitt waren mir zu eng bzw. klein. Statt aber an den Ausschnitten ewig herumzubasteln, habe ich einfach die Träger um 2cm verlängert. So ergaben sich insgesamt 4cm mehr Länge, die Ausschnitte waren tiefer und am Saum habe ich dann nochmal ein gutes Stück verlängert. Mit diesem Hybrid habe ich mir dann die Stoffe vorgenommen. 


Dieses Top besteht aus dem Rest vom Futter meiner Jacke Lupin. Mit ein wenig Pfusch und eiskalter Ignoranz gegenüber des Fadenlaufs konnte ich sowohl Vorder- als auch Rückenteil im Bruch zuschneiden. Hier habe ich auch das erste mal ausprobiert flutschigen Stoff mit Bügelstärke zu bändigen. Einfach großzügig eingesprüht, trocknen gelassen und schon war es deutlich stabiler. Der Stoff ist natürlich noch rutschig, verzieht sich aber in sich nicht mehr so stark. 


Bei dieser Version ließ die Nahtzugabe sogar französische Nähte zu - dachte ich. Zumindest beim ersten Tragen war es dann aber doch etwas eng um die Brust. Gerade noch im akzeptablen Maß, ein wenig schiebt es sich bei Bewegung nach oben, aber ich fühle mich noch nicht eingeengt. Allerdings hatte ich die Bügelstärke auch noch nicht rausgewaschen sondern nur ein bisschen gebügelt, vielleicht wird es dadurch nochmal besser. Aktuell hängt das gute Stück noch auf der Leine, ein finales Statement muss ich also leider ausstehen lassen. 


Hier habe ich die Ausschnitte mit Schrägband verstürzt. Das ist eine ganz gute Lösung, war mit dem Stoff aber echt kein Kinderspiel und ist auch ein bisschen krumpelig geworden an einigen Stellen. Dank Muster kann ich da aber drüber hinwegsehen. 


Das zweite Top ist sogar aus zwei verschiedenen Stoffen kombiniert, weil vom grünen Viskosestoff nicht mehr genug da war, ich aber unbedingt ein Top daraus wollte. Also habe ich sowohl weiße Baumwolle als auch weiße Viskose für den oberen Teil zugeschnitten. Die Abnäher sind hier etwas hoch geraten, aus welchem Grund auch immer das so passiert ist. 


Weil genügend weißer Stoff da war, habe ich es hier mal mit einem Beleg versucht. Dazu habe ich Vorder- und Rückenteil nochmal zugeschnitten, nur eben viel kürzer. Beim Verstürzen dann saß ich kurz vor einem unlösbaren Problem und musste eine Schulternaht wieder auftrennen. Mittlerweile habe ich aber das Tutorial von Schnittquelle entdeckt und für ein anderes Projekt ausprobiert, kann ich so empfehlen. 


Dieses Top hier war eigentlich das erste, entstanden aus den Resten meines Morgenmantels. Hier hatte sich nochmal eine Problemstelle des Schnittes ergeben, um die Hüfte ist es ein bisschen eng. Bei den späteren Versionen habe ich an der Stelle einfach ein bisschen mehr NZ zugegeben. 


Auch war der Stoff hier so knapp, dass ich beide Teile nicht im Bruch zuschneiden konnte. Vielleicht war es auch deshalb etwas eng, weil ich die NZ nicht so genau genommen habe, ist auch möglich. In der Rückenansicht finde ich übrigens, dass die Armausschnitte noch etwas weiter gekurvt sein könnten Richtung Mitte, oder? Das sieht so breit aus an meinen breiten Schultern -.-


Das Top wollte ich erst mit Schrägband aus demselben Stoff einfassen an seinen Ausschnitten. Das stand aber unmöglich ab, also habe ich die ganze Bagage nochmal nach innen umgeklappt und festgesteppt. Das ist durch die fünf Lagen Stoff natürlich auch nicht mehr ganz so schön geworden, aber besser als vorher alle mal. 


Und unten seht ihr nochmal alle Techniken im Vergleich. Welche nutzt ihr so? Oder gehört ihr zu denen, die lieber Tops aus Jersey tragen? Ich habe da ja noch ein bisschen Bammel vor all den Ausschnitten, da bin ich mir echt unsicher. 
Ich kann keine der Varianten favorisieren. Ein Beleg sieht eindeutig am besten aus, sorgt aber auch durch den doppelten Stoff für weniger Leichtigkeit und mehr Wärme. Die letzte Variante war ja eher ein Unfall, aber ein Verstürzen mit Schrägband geht eigentlich sehr gut. Nur muss man das leider erstmal herstellen, finde ich ja immer sehr nervig. 



Falls ihr noch andere Ideen habt, Tips zu guten Tops aus Jersey oder einfach mal was nettes sagen wollt, freue ich mich über Kommentare oder Mails.

Verlinkt bei RUMS.

29. Juli 2017

Update No. 5

Hallo ihr Lieben!

Willkommen zum letzten Update vor meiner kleinen Sommerpause. Ein paar Tage muss ich noch arbeiten, dann habe ich endlich meinen lang ersehnten Urlaub erreicht. Dort werde ich vermutlich nicht so produktiv sein und auch nicht durchgehend Zugang zum Internet haben, also wird es hier eine Weile still werden. Mitte August bin ich dann aber wieder für euch da, voller Energie und Tatendrang vermutlich. 

Das heutige Update ist auch schon ein wenig geprägt vom Urlaub, aber seht selbst.


Neu im Schrank



Nach den beiden gemusterten dünnen Stoffhosen wollte ich unbedingt auch noch eine einfarbige, besser kombinierbare. Da grau und schwarz mir doch zu langweilig waren, habe ich mich für Marine entschieden. Passende Viskose habe ich bei Stoffe.de gefunden, und die Hose war dann flugs genäht. Perfektes Outfit für den Flug oder nicht ganz so heiße Tage. Hoffentlich kann ich euch ein paar tolle Bilder davon mitbringen. Schnittmuster ist wie immer die Lamise von Pattydoo.


Die beiden Teile aus der Kategorie Babystrick sind auch fertig geworden. Der Body hat alle benötigten Knöpfe und Knopfleisten und der Pullover seine Ärmel. Beide sind total toll geworden und hängen seitdem auf süßen Babykleiderbügeln an meinem Regal. So lange sie nicht ganz verbloggt sind bleibt das auch so, denn es macht mich sehr glücklich!
Muster des Bodys aus dem Ministrikk Buch, der Pullover ist von Stichfest designt. 



Auf den Nadeln



Im letzten Update war es noch eher ein Bolero, jetzt habe ich immerhin schon einen abgeketteten Körper. Trotzdem habe ich die Hoffnung aufgegeben, bis zum Urlaub damit fertig zu werden. Es fehlen nur noch die Ärmel, aber ich mag mich nicht stressen damit. Vielleicht nehme ich ihn zum fertigstellen mit und kann ihn dann gegen Ende des Urlaubs anziehen. Schauen wir mal, wie viel Platz noch im Koffer bleibt. Allerdings könnte auch noch eine kleine OP nötigt werden. Ich habe den Körper nur ein bisschen verlängert, weil ich nicht genau einschätzen kann, wie viel ich für die Ärmel an Garn benötige. Die stricke ich jetzt also zuerst fertig, sollte dann noch eine relevante Menge Garn übrig sein mach ich das Bündchen nochmal auf und den Körper länger. 
 


Sonst gibt es gerade nichts auf meinen Nadeln. Erstaundlich, finde ich selbst, aber es hat sich irgendwie so ergeben. Aber ein paar portable Kleinigkeiten sollen schon noch mit nach Teneriffa, so für zwischendurch, den Flug, am besten ohne Nachdenken. Ganz klar also Socken, Garn dafür habe ich mir schon ausgeguckt. Vielleicht nehme ich auch noch ein, zwei Reste für Babykleinigkeiten mit, mal sehen. 



Unter der Nadel



Dort befindet sich aktuell mein erster Versuch mit Musselin. Ich möchte mir gerne noch ein Sommerkleidchen nähen. Meinen Vorstellungen kam Bettine von Tilly and the Buttons am nächsten, aber ich habe dann doch einige Veränderungen gemacht um es lockerer und sommerlicher zu gestalten. Ich hoffe, dass ich damit gut voran komme und es noch schnell in den Koffer werfen kann. 


Ja, und eigentlich schon fertig, irgendwie aber auch nicht, ist meine Ginger Jeans. Gezeigt habe ich sie euch schon, dort aber auch erzählt, dass der Knopf sich verabschiedet hat. Da muss ich nochmal ran, schiebe das aber aktuell ein wenig vor mir her. Anziehen werde ich sie sowieso nicht, also habe ich auch keinen Stress damit. 


Glücklichmacher


Neben der Viskose habe ich natürlich noch ein paar andere Stoffschätze eingekauft. Zum einen den Musselin von oben, dann aber auch noch einen in hellgrau mit kleinen Dreiecken. Sollte noch etwas Zeit bleiben, möchte ich daraus ein schlichtes Shirt nähen und ebenfalls in den Koffer packen. Darunter findet sich ein anthrazitfarbener Jersey aus der Resteecke, auch der dunkelblaue Baumwollköper kommt daher. Zum Schluss khakifarbener Stoff, eventuell für eine Art Jeansjacke, bin da noch in der Projektplanung. 


So, nun seid ihr wieder auf dem aktuellen Stand, was meine Projekte angeht. Und bei euch so?

Verlinkt mit Maschenfein und Fadenwechsel



27. Juli 2017

Red Skinny Jeans - Ginger Jeans

Hallo ihr Lieben!

Heute präsentiere ich euch meinen Beitrag zur 12 Colors of Handmade Fashion Aktion, nämlich eine Weinrote Skinny Jeans. 
Immer zu Beginn eines Monats veröffentlicht Selmin den Beitrag mit der Farbe, und diese wird dann in allen nur vorstellbaren Schattierungen vernäht und ab dem 27. des jeweiligen Monats bei ihr gesammelt. Die Teilnahme ist immer riesig, und es ist total spannend zu schauen, welche Projekte es gibt. Als sie für den Juli "Rot" vorstellte, war ich sofort Feuer und Flamme. Rot zählt zu meinen absoluten Lieblingsfarben, ich mag es eigentlich in allen Schattierungen. Tomatenrot, Weinrot, Rostrot, immer gerne gesehen. 


Wer mich schon länger kennt weiß aber auch: Ich nähe, um mich tagtäglich gut angezogen zu fühlen und einen funktionalen Kleiderschrank zu haben. Da passt nicht rein, Stücke einfach nur zu nähen weil ich Lust darauf habe (zumindest meistens nicht, hihi) und auch nicht, Stoff "wild" zu kaufen ohne eine Idee dazu zu haben. Daher habe ich auch nicht in jedem Monat mitgemacht, wenn eine Farbe bisher nicht in meinem Kleiderschrank vorkam, dann hat das wohl seinen Grund. Rot dagegen ist vielfach vorhanden, und gerade zu roten Hosen habe ich eine längere Beziehung.


Meine erste rote Jeans war auch eher Skinny, vom Farbton her ins rostige, herbstliche Rot gehend. Ich habe sie super gerne getragen, und eines Tages habe ich darin eingetrocknete Katzenkotze vom Boden geschrubbt. Näheres erspare ich euch, jedenfalls musste ich härtere Geschütze als Wasser und Seife auffahren und hatte nachher mitten auf dem rechten Knie einen weißen Fleck, weil dort chlorhaltiges Reinigungsmittel draufgetropft war. Ich habe mich da eine Weile drüber geärgert, dann die Hose halt trotzdem angezogen. Bockig kann ich. Irgendwann war dann aber die Schmerzgrenze erreicht und sie wanderte in die Tonne. 


Dann übernahm ich von meiner Mama eine weinrote Cordhose. Die war echt bequem, schön lang und hatte den perfekten Farbton. Leider hat sie sich aber auch binnen Stunden um gefühlt zwei Kleidungsgrößen geweitet und wanderte daher ebenfalls nach dem letzten Winter in die Altkleidersammlung. Tja, da stand ich nun, ohne eine rote Hose. Es hinterließ ein tiefes Loch in meinem Herzen, und ich nahm mir vor, eben selbst eine zu nähen, jetzt, wo ich dazu in der Lage bin. Bei Stoff und Stil fand ich dann (schon im Frühjahr) Stretch Twill in einem schönen Farbton und nahm diesen mit (scheint online nicht verfügbar zu sein, sonst würde ich ihn euch verlinken). Und nun können wir den Bogen zur heutigen Hose wieder schließen, denn beim der Farbauswahl Rot dachte ich sofort an diesen Stoff und meine Pläne dafür. Das hat sich perfekt zusammengefügt, denn gedanklich war das Hosenprojekt schon in den Herbst gewandert, wo Farbe und Tragbarkeit besser passen würden. So aber hat sich meine Motivation direkt gesteigert, was gut ist: Liegen Stoffe zu lange in meinem Regal, habe ich keine Lust mehr sie zu verarbeiten. Ich sehe mich dann quasi satt daran.


Genäht habe ich wie immer die Ginger Jeans in einer absolut angepassten Version mit niedriger Leibhöhe, engem Bein und vielen Veränderungen im Schrittbereich, mehr dazu in diesem Beitrag. Wie immer habe ich die Teile erstmal mit langen Stichen zusammengetackert und angezogen, dabei notiert, in der hinteren Mitte nochmal etwa einen Zentimeter abzunehmen. Dadurch sitzt sie jetzt meiner Meinung nach echt gut, fühlt sich bequem an und kommt einer gekauften Hose sehr nahe. 


Außerdem habe ich den Tascheneingriff etwas vertieft, der war mir immer so winzig klein, da habe ich ewig rumgeprökelt wenn ich meinen Schlüssel da reingepackt habe. Und das mache ich am Tag bestimmt 20 Mal, also sollte das besser flutschen. 
Ansonsten habe ich alles wie gewohnt verarbeitet, jede Menge abgesteppt, Potaschen wie immer nicht verziert, dafür eine Gürtelschlaufe mehr zugeschnitten und hinten überkreuzt aufgenäht. 


Der Rotton der Hose kommt übrigens absolut nicht richtig rüber, denkt an ein Glas Rotwein, das trifft es schon eher. 
Es war total spannend, mal einen anderen Stoff als Denim für eine Hose zu vernähen. Eigentlich nicht großartig anders, aber farbig, juhu! 


Vermutlich könnte ich immer noch Veränderungen im Kniebereich machen um die Falten dort zu eliminieren, aber aktuell sehe ich da keine Notwendigkeit. Kaufhosen sitzen auch nicht besser, da habe ich erstmal alle Ansprüche an mich erfüllt. Außerdem wird gefühlt sowieso jede Jeans ein bisschen besser als die vorherige, also werde ich da ganz automatisch wohl irgendwann ankommen. 


Wären die Falten im Schritt immer da, würde ich etwas ganz anderes schreiben. Aber die sind hier nur entstanden, weil ich irgendwie krumm stehe, vorgebeugt und so. Tatsächlich hatte ich die Hose bisher auch nur für die Fotos an, es war einfach zu warm. 


Jetzt schreit ihr bestimmt alle auf: Bitte was, es war doch überall Land unter, der Sommer ist kurzzeitig pausiert, Hosenwetter! Ja, das stimmt. Mein über eine neue Hose erfreutes, ungeduldiges Ich hat aber auch vergessen, Verstärkung im Bereich des Knopfes anzubringen. Und so konnte ich nach dem ersten Tragen - für die Bilder, versteht sich - den Knopf so durch den Stoff durchpulen. Ich muss also wohl nochmal ran an den Bund, Topstitching auftrennen und Vlieseline aufbügeln und dann noch einen neuen Knopf anbringen. Da das unter Ausbesserung fällt, finde ich das doof. Es ist ja viel spannender, noch ein paar sommerliche Teile für den Urlaub zu nähen, da muss die Hose einfach warten. 


So, mehr habe ich zu meiner Hose aktuell nicht zu erzählen. Trotz des Knopf-Dilemmas bin ich zufrieden, das lässt sich schließlich beheben. Und ich bin froh, dass die Aktion mich darin motiviert hat, die Hose jetzt zu nähen, auch wenn sie nicht unbedingt ein Sommerteil ist. Denn der Blick nach draußen zeigt: Auf warme Temperaturen ist kein Verlass hier, da werden lange Hosen durchaus benötigt.



Und nun bin ich total gespannt, was noch alles rotes auftauchen wird über die nächsten Tage auf verschiedenen Kanälen. Seid ihr auch mit dabei?


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♥ 


20. Juli 2017

Morgenmantel Stoff & Stil 26003

Hallo ihr Lieben!

Ich bin ja erst seit recht kurzer Zeit wieder absoluter Anhänger von Bademänteln. Ich glaube, als Kind hatte ich einen, und dann waren da bestimmt 10-15 Jahre ohne. Es gab meinerseits nie ein Bedürfnis, diese Lücke zu füllen. Bis ich zu Weihnachten vor zwei oder drei Jahren einen Bademantel geschenkt bekam, super flauschig, groß, gemütlich. Seitdem lebe ich darin, sobald es kälter wird. Wie eine angezogene Umarmung, er wärmt, hat große Taschen und, ich erwähne es gerne nochmal, ist super flauschig. Das führt natürlich auch dazu, dass der Bademantel in der Kiste mit Wintersachen übersommern darf und ich ab etwa April irgendwie verloren da stehe. Da stand! Haha!


Dem Wunsch, auch an Sommermorgenden etwas zum Überziehen zu haben, konnte ich nicht länger wiederstehen. Ich habe mich ein wenig nach Schnittmustern für Bademäntel umgesehen, aber die Ausbeute war eher gering. So richtig überzeugen konnte mich eigentlich nichts. Viele waren eher für dicke Stoffe ausgelegt oder für dehnbare Stoffe, und ich wollte für ein so simples Kleidungsstück nicht viele Änderungen machen wollen. Naja, dachte ich mir, kannst ja schonmal Stoff aussuchen. Bei Stoff und Stil wurde ich bei der gewebten Viskose fündig; die Qualität kenne ich schon und mag sie sehr, und ich wollte gerne einen fließenden, hübsch gemusterten Stoff. Ein Blütenmeer auf mintfarbenem Grund ist es geworden. Ja, und als ich da so rumklickte auf der Website kam der Geistesblitz, dass Stoff und Stil ja auch Schnittmuster verkauft. 


Wie praktisch! Dann wäre alles mit einer Lieferung da und drucken müsste ich auch nicht. Ich habe mir dann den Schnitt 26003 ausgesucht. Nun ist es so, dass man die Schnitte schon in der endgültigen Größe bestellt, also auch nur eine erhält, und keinen Schnittmusterbogen. Das war bei dem eher unförmigen Bademantel ja noch recht schmerzfrei zu machen, aber ich glaube andere Schnittmuster werde ich dort nicht bestellen. Zumindest beim Bademantel gab es nichtmal eine Größentabelle, das einzige, was sich rausfinden lässt, ist die Stoffmenge und die Gesamtlänge, die in allen Größen gleich ist. Mh. Ich habe mich für M entschieden, das wäre in etwa meine Kaufgröße, und da ich ja ziemlich dünnen Stoff verwenden wollte, sollte das auf jeden Fall passen. 


Die Schnittteile kommen dann auf einem dünnen Flies schon fertig ausgeschnitten an. Ist in so weit praktisch, als dass man die Teile grob zusammenstecken und anhalten kann. Ich habe mir beispielsweise das Vorderteil angehalten um zu schauen, wie viel ich den Mantel kürzen möchte: 40cm sind es geworden. Ein sommerlicher Bademantel muss schließlich nicht unbedingt bis zum Boden reichen, ich hatte Knielänge angepeilt. Auch die Ärmel habe ich angehalten, überraschenderweise musste ich die nicht verlängern. Das ist sonst eigentlich Standard!


Die Kapuze habe ich offensichtlich weggelassen, denn aufsetzen würde ich sie eh nicht. Bei einer Winterversion würde ich trotzdem empfehlen, eine Kapuze anzubringen, denn die wärmt so schön den Nacken. Der Zuschnitt war dann recht schnell gemacht, und obwohl ich statt der angegebenen 3,50 Meter nur 3 bestellt hatte, war noch ein gutes Stück übrig. Genäht habe ich, ohne in die Anleitung zu schauen, die war sowieso burdaesk anmutend und hätte mich vermutlich nur verwirrt. Im Endeffekt schließt man Schulter- und Seitennähte, setzt die Ärmel ein, Näht ein Band und Gürtelschlaufen und verstürzt die offene Kante vorne am Mantel mit dem Beleg. Den habe ich dann einmal knappkantig und einmal entlang des Beleg-Endes festgesteppt. Den Saum umgeschlagen, fertig. 


Eigentlich ist der Saum sogar gerade, aber durch das Bindeband zieht er sich an der Seite ein wenig hoch. Sieht aber auch ganz hübsch aus, finde ich. 
Der Morgenmantel leistet mir gute Dienste und wird eigentlich täglich getragen. Ein kleiner Hinweis: Ich trage darunter ein Top aus demselben Stoff, nicht, dass ihr euch wundert. Sah besser aus als meine XL-Werbe-Schlafshirts. 

Habt ihr auch schonmal ein Schnittmuster von Stoff und Stil verwendet? Wie hat es euch gefallen?


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