26. Juni 2016

Gartenliebe

Hallo ihr Lieben!

Hier geht es ja eigentlich um meine größten Hobbies: Handarbeit und Lesen. Natürlich ist das nicht alles, was mein Leben ausmacht, aber es sind die Dinge, über die ich erzählen mag. Nun ist es so, dass Morgenrosa mich mit ihrem schönen Beitrag über ihre Gartenparzelle zu eigenen Erzählungen über Garten und Co. inspiriert hat.


 Was Garten angeht, kann ich mich eigentlich glücklich schätzen: Aufgewachsen bin ich in einem Haus mit sehr großem Garten, dahinter Wiesen und kleine Wälder. Gespielt habe ich mit den Nachbarskindern viel draußen, wir haben Sandkuchen gebacken und Baumhäuser gebaut. Später dann, als Jugendliche, war der Garten eher weniger Thema, kurz vorm Abi habe ich aber angefangen gerne mit meiner Mama unter dem großen Kirschbaum zu liegen, da wurde dann gelesen und gequatscht und gedöst. Auch abends lange draußen sitzen, Spiele spielen bis die Farben nicht mehr erkennbar sind, ausgiebig grillen ... das war alles immer sehr schön.


Wie es aber so oft ist im Leben: Man merkt erst, wie toll etwas ist, wenn man es nicht mehr hat. So auch hier. Mit dem Umzug nach Dortmund in eine Wohnung ohne Balkon spürte ich, natürlich vor allem im Sommer, wie sehr mir dieses draußen fehlte. Einfach mal für eine Stunde raus, lesen, zwischendurch reingehen können um etwas zu trinken oder etwas zu holen, das gab es halt nicht mehr. Bei gutem Wetter musste genügend Freizeit sein um in den Park zu fahren, dorthin musste man Koffer voll Zeug mitnehmen - ich jedenfalls. Decke, Buch, Trinken, Essen, Sonnenbrille, Sonnencreme, ein Hut ... fürchterlich für mich in dieser Hinsicht verwöhntes Ding. Außerdem muss man sich für den Park ordentlich anziehen und kann nicht in Unterwäsche rumliegen.


In Dortmund hat mir also ein eigenes draußen sehr gefehlt. Als dann feststand, dass wir nach Münster ziehen würde, wollte ich deshalb unbedingt einen Balkon haben. Auch, um die Chancen für eine eigene Katze zu erhöhen. Letztendlich ist es sogar ein eigener Garten geworden, klein zwar, aber für mich unglaublich groß. Dafür haben wir gerne auf mehr Wohnfläche verzichtet, denn bei gutem Wetter haben wir schließlich ein Zimmer mehr.


Letztes Jahr im März sind wir eingezogen, waren dann erstmal mit der Herstellung der Wohnung und der Einfindung in die neue Stadt beschäftigt. Im Garten haben wir nur wenig gemacht, eine schon vorhandene Rose umgesetzt, die anderen Pflanzen gepflegt und neuen Rasen gesät. Dann war der Sommer auch schon da, und er war so schön! Draußen sitzen, stricken, lesen, die Sonne genießen. Herrlich. 


In diesem Jahr dann wollte ich mehr aus meinem Garten machen. Blühende Pflanzen sind zwar schön, ich bin aber ein großer Fan von Nutzpflanzen. Im Baumarkt und im Internet habe ich also sowohl Pflanzen als auch Samen bestellt, ohne großartige Planung, einfach das, worauf in Lust hatte. Es gibt Mirabellen, Erdbeeren (die ersten 10 schmeckten schon wunderbar), Physalis, Gurke, Hokkaido, Blaubeere (dieses Jahr wohl noch nicht), Tomaten (die Samen sind aus Supermarktfrüchten, mal sehen ob das klappt), Paprika, Weintraube, Wassermelone, Kirsche, Möhre und Kartoffel, letzteres aber wohl in zu kleinen Töpfen, denn sie bleiben klein. 


Auch Kräuter habe ich einige gepflanzt, Rosmarin gab es im letzten Jahr schon, neu dieses Jahr sind Basilikum, Petersilie und Minze sowie Schnittlauch und Knoblauch. 


Ich hätte ja nie gedacht, dass mir das alles so viel Spaß macht. Die eingepflanzten Pflanzen besuche ich jeden Tag, schaue, was passiert, und freue mich tierisch über die ersten Blüten/unreifen Früchte. Bei den Samen in den Töpfen auf der Fensterbank war ich auch tierisch neugierig. Unglaublich, wie viel Freude so aufkeimendes Leben macht. Ich staune immer noch, wenn ich mir die Kürbispflanze (oben auf dem Bild) jetzt schaue und daran denke, das sich im Mai einen Samen in einen Topf gepackt habe und das daraus entstanden ist.


Ich bin gespannt, welche Pflanzen den Winter überleben werden. Da unser Rasen einfach nicht ordentlich wächst, er bekommt kaum Sonne ab, und mehr einer Wiese gleicht, überlege ich, das Beet für das nächste Jahr zu erweitern und somit mehr Platz für meine Experimente in Sachen Nutzpflanzen zu haben. Denn den Rasen nutzen wir sowieso eher wenig. 


Mein Sammelsurium aus Töpfen besteht aus welchen, die die Vormieterin zurückgelassen hat, neu gekauften und von den Eltern vermachten. Besonders nett für Kräuter finde ich die kleinen Töpfe für die Fallrohre, die unsere Terrasse begrenzen. 

Derzeit muss ich einige Töpfe vor zu viel Regen schützen. Rechts unter dem Fenster die Tomatenpflanzen
Auch Mia läuft liebend gerne zwischen den Pflanzen herum, schnuppert hier und dort und sitz auch gerne mal neben der Kürbispflanze im großen Topf. Ich freue mich sehr über diesen Garten und was er mir bringt - frischen Minztee zum Beispiel, oder die allerbesten Erdbeeren ohne jegliche Pestizide oder ähnliches. 




Schwierig wird es natürlich, wenn wir mal wieder umziehen wollen. Denn jemals wieder in einer Wohnung ohne Garten zu wohnen - für mich mittlerweile unvorstellbar. 



Wie ist es bei euch? Balkon? Park? Garten? Braucht ihr euer privates Grün oder seid ihr lieber öffentlich unterwegs?





Kommentare:

  1. Den Teil unter dem 2. Foto kann ich sofort unterschreiben.
    In meine 1. eigene Wohnung - ohne Balkon - bin ich im Mai eingezogen. Meine Mutter meinte direkt: Ohne Balkon, bist du da sicher? Im 1. Sommer hats mich nicht gestört, im 2. sehr. Da bin ich dann aber auch (aus anderen Gründen) in meine 2. Wohnung umgezogen, in der ich bis vor einem Monat gewohnt habe.
    Anfangs war es natürlich toll, endlich ein Balkon, eigentlich sogar eine Loggia, also überdacht und von drei Seiten zu. Endlich nach draußen, draußen essen, mal eben draußen testen, wie warm es ist um sich für die richtige Kleidung zu entscheiden. Problem bei dem Balkon: Bei der Nord-West-Ausrichtung und dem "eingeschlossen" von 3 Wänden kam da gar keine Sonne hin. Somit war es fast immer viel zu kalt dort. Draußen frühstücken eigentlich ein No Go.
    Der Balkon in der neuen Wohnung ist nicht so viel größer, aber ein richtiger Balkon und nur teilweise überdacht. Und die usrichtung ist so, dass wir uns auf alle Fälle noch einen Sonnenschirm oder eine Markise anschaffen müssen.
    Gepflanzt habe ich noch nichts, dafür ist in der Wohnung noch zu viel zu tun, aber ein bisschen Grünzeug, gerne auch Nutzpflanzen, sollen auf alle Fälle noch einziehen!
    Ich bin gespannt, ob ich dann Spaß daran habe, denn in der Erde wühlen ist normalerweise nicht so meins. Im Garten meiner Eltern (ein Paradies, große Rasenfläche, früher großer Sandkasen und tolle Schaukel) habe ich als Kind das Interesse für mein "eigenes" Beet schnell wieder verloren. Und Pflanzen umtopfen finde ich bis heute noch doof.

    Euer Garten sieht wirklich toll aus, und ich finde die Größe echt top, alles andere würde doch sonst auch in viel zu viel Arbeit ausarten, oder? Und du hast ja richtig richtig viel angepflanzt, sehr cool!
    Viel Erfolg dabei! Und berichte mal über Ernteerfolge!
    LG

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    1. Danke für diesen langen Kommentar! Ich hoffe, du kannst dich auf dem Balkon auch mit Grünkram anfreunden, denn das ernten macht echt große Freude :) Aber wenn beides dir nichts positives bringt ist es ja auch egal und mehr Platz für Grill und Freunde ;)

      Ich versuche, öfter mal ein paar Fotos vom Garten zu machen, bzw daran zu denken!

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  2. Was für ein schöner Post! Ich bin auch mit einem riesigen Naturgarten aufgewachsen, den ich sehr vermisse! Ich versuche, so viel wie möglich auf dem Balkon zu machen, vor allem Kräuter, Salat und solche Sachen. Frischen Minztee oder Minzwasser trinke ich auch ständig.
    Nutzpflanzen finde ich toll und liebe es, den Pflanzen und Früchten beim Wachsen zuzugucken und natürlich zu ernten :-) Du hast ja viele tolle Sachen angepflanzt! Euer Garten hat wirklich eine gute Größe. Ja, wenn er größer wäre, würde es bald ziemlich viel mehr Arbeit sein. Und die vielen Töpfe mag ich auch sehr.
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Die Töpfe habe ich hauptsächlich damit ich mir um Schnecken und so Getier nicht so viel Sorgen machen muss. Bisher klappt das auch sehr gut! ;)

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  3. Wir sind letztes Jahr in eine 'Dachgeschosswohnung gezogen, das Haus hat aber einen Gemeinschaftsgarten um den sich jahrelang keiner gekümmert hat.
    Ich habe dieses Jahr im hinteren Bereich den Wildwuchs weggemacht und dort Rasen gesät. Jetzt nach ein paar Wochen ist der Rasen auch wunderbar gewachsen und nächstes Jahr möchte ich dort ein paar Beete mit Zier- und Nutzpflanzen anlegen.
    Ich habe dieses Jahr auch schon ein paar Pflanzen gepflanzt, eine Johanissbeere, eine Himbeere, Schmetterlingsflieder und einen Holunder. Der Holunder und die johanissbeere sind bis jetzt noch nicht weiter gewachsen. Der Schmetterlingsflieder ist schon auf die doppelte Größe gewachsen und auch die Himbeere wächst, aber Früchte gibt es dieses 'Jahr nicht. Aus alte Pflanzsteinen die im Garten vorhanden waren, habe ich eine Kräutertreppe angelegt und erfreue mich jetzt immer an frischen Kräutern aus dem Garten :)

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    1. Das klingt auch wunderbar! Wie schön, dass der ungenutzte Raum nun in deine Hände gefallen ist. Da freuen sich sicherlich auch die faulen Nachbarn über den Anblick ;)

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  4. Ich muss zugeben das ich nicht wirklich den "grünen"Daumen habe, abe ich wohne in einer Erdgeschosswohnung mit einer kleinen Terrasse. Dort habe ich auch einen größeren Topf mit Erdbeeren und viele Kräutertöpfchen. Ich finde es toll wen man kocht und man brauch nur rsusgehen und erntet schöne frische Kräuter. Dieses Jahr habe ich noch einen längeren Topf mit Buschbohnen und einen Kohlrabitopf. Mal sehen ob es was wird.
    Die letzten Jahre hatte ich auch immer 4 bis 5 Cocktailtomatenpflanzen die super getragen haben.
    Das wichtigste ist aber die Sitzecke wo man den Sommerabend draußen geniesen kann.
    Viel Spaß mit Deinem Garten.
    Liebe Grüße Lysann

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    1. Hey Lysann,
      das klingt doch nach genau der richtigen Anzahl Pflanzen für jemanden ohne grünen Daumen ;) Und klar, das draußensitzen ist eh am allerschönsten!

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  5. Wie schön, danke für den Einblick in deinen Garten! Das ist ja richtig schön, so einen Garten direkt an der Wohnung zu haben :) Ich bin auch in einem Haus mit Garten aufgewachsen und kann daher deine Gedanken 1:1 nachvollziehen. Da hast du dir ja ein richtig schönes Gartenreich geschaffen :)
    Liebe Grüße,
    Marina

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  6. Du glaubst gar nicht, wie neidisch du mich mit deinem Beitrag gemacht hast :D
    Ich bin auch in einem großen Haus mit sehr großem Garten aufgewachsen, gegenüber ein Park, ringsherum Felder und Wald und soweit ich mich erinnern kann war ich als Kind nur draußen. Besonders im Sommer haben wir im Garten geduscht, geschlafen, gegessen... Auch jetzt fühle ich mich wie im Paradies, wenn ich meine Eltern besuche, besonders natürlich im Sommer.
    Vor kurzem habe ich auch noch gesagt, dass ich niemals wieder keinen Balkon haben möchte. Dann sind wir nach London gezogen... Ich vermisse es definitiv, im Sommer eigenes Gemüse und Kräuter anzupflanzen! Und der frische Minztee! Lecker! Wenn wir im Wald unterwegs sind,fern von der Stadt, sammle ich immer ein paar Brennesselblätter und trinke dann frischen Tee. Aber die nächste Wohnung muss definitiv wieder mindestens einen Balkon haben!
    Ich wünsche dir viel Freude an allem, was in eurem Garten wächst!
    Liebe Grüße, Marthe

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    1. Wie schade, dass du es jetzt so schmerzlich vermisst! Aber London hat dafür ja auch wirklich schöne Parks, ich hoffe einer davon ist in deiner Nähe :)

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  7. Ach liebe Tüt,

    ich kann Dich total gut verstehen :-) Ein Garten ist einfach toll :-) Gut, alternativ ist ein Balkon auch in Ordnung, aber gegen den Garten kommt er nicht an. Du kannst sogar Kartoffeln in Töpfen pflanzen. Klappt gut und die waren megalecker :-)

    Zeig uns ruhig häufiger Bilder aus Deinem kleinen Gartenparadies, fänd ich schön :-)

    Liebe Grüße, Brigitte

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