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27. Januar 2020

Stirnbänder und Stringart - Selbstgemachte Kleinigkeiten

Hallo ihr Lieben,

auf geht es in die letzte Folge der Staffel "Was hat Julia 2019 zu Weihnachten selbst gemacht". Es ist kein großes Finale mit Cliffhanger und Co, eher eines, das die Serie gemütlich ausklingen lässt. Ein paar Kleinigkeiten, die ich gemacht habe, alle mit mehr Aufwand als Geld, wobei ich ersteres auch einfach lieber verschenke und den Wert meiner Geschenke nicht am finanziellen festlege. Ich hoffe, das ist bei euch auch so, sonst seid ihr in diesem Beitrag vermutlich falsch. 


Insgesamt zeige ich euch hier fünf Geschenke für meine liebsten Freundinnen. Alle bekamen kleine Set, alle bekamen ein gleiches Teil und noch andere verschiedene. Angefangen hat es mit diesem süßen Pflanzenhaus auf dem Blog von Gingered Things über das ich zufällig gestolpert bin. Das sah einfach aus, aber mit großer Wirkung, und ich überlegte, für wen ich das denn machen konnte. Und weil mir da gleich fünf Mädels einfielen und ich mich nicht entscheiden konnte, sollten es einfach alle bekommen. 
Das Balsaholz habe ich nach erfolglosem Suchen und Nachfragen in mehreren Baumärkten schließlich im Internet bestellen müssen. Dann habe ich die Massenproduktion begonnen, alle Stöckchen zugeschnitten (weil kein Cuttermesser im Haus war mit einer Schere, sogar das ging, so weich ist das Holz) und dann losgeklebt. Wie ihr auf dem Bild oben sehen könnt, sind die Häuser alle etwas ... individuell und würden vom Statiker vielleicht nicht abgenommen werden. Von vorne sehen sie aber eigentlich in Ordnung aus, das macht eher die Vogelperspektive ... ließ sich aber auch nicht wirklich besser bewerkstelligen, dann hätte ich glaube ich in einer anderen Reihenfolge kleben müssen. Den Querbalken in der Dachspitze habe ich hinzugefügt, der ist in der Anleitung auf dem Blog nicht enthalten, für mich sieht es aber so stimmiger aus. 


Was außerdem in allen Geschenken steckte, war natürlicih eine kleine Pflanze. Ich habe aber fünf unterschiedliche gekauft, alles so kleine Minipflanzen, da geht mir ja das Herz auf. Ebenso hat jede eine Weihnachtskarte im kleinen Umschlag bekommen, die falte ich immer aus schönen Prospektseiten oder Zeitschriften selbst. 
Zwei meiner Freundinnen bekamen dann ein Stirnband. Das Garn lag hier seit meinem Schafkissen herum und ich wusste nicht recht, was daraus werden sollte. Erst dachte ich an wirklich dicke Handschuhe, aber nachdem ich für besagte Freundinnen bereits Stirnbänder genäht hatte, die sie wirklich gerne tragen, kam irgendwann der Geistesblitz. Die passende Anleitung fand ich im Rib Twist Headband, sie ist kostenlos und für Garn in dieser Stärke gedacht. Ratz fatz waren sie dann gestrickt, und das Garn reichte für die schwarze Version genau, die hellere oben ist ein wenig schmaler, bedeckt aber trotzdem ausreichend die Ohren. Die Stirnbänder sind mit Freude angenommen worden, was wiederum mich sehr freut!


Die nächste Freundin fährt im Gegensatz zu uns vorbildlich mit Helm Fahrrad, sodass ein Stirnband nicht drunter passt. Somit gab es zum Haus zweierlei selbst gemachte Marmelade, ich verschenke sehr gerne so leckere Kleinigkeiten aus der Küche. Die Tüte war noch vom letzten Jahr übrig, so schöne Geschenktüten hebe ich auch immer auf und das Haus passte genau rein und somit war der Transport weniger knifflig. 


Eine weitere tolle Bastelei, über die ich bei meiner Geschenke Recherche gestolpert war, ist die sogenannte Stringart. Dabei geht es nicht um Kunst mit Schlüppern, sondern Bändern oder Schnüren. Die werden um Nägel gewickelt, wodurch ein Bild entsteht. Das wollte ich sowieso ewig mal ausprobieren, also war es beschlossene Sache. Nur die Entscheidung für ein Motiv war nicht so leicht, es sollte eher etwas kleines sein, nichts saisonales ... ein bisschen Inspirationssuche auf Pinterest hat mir geholfen, mich auf die Federn oder Blätter festzulegen. Dann bin ich los in den Baumarkt, habe Nägel besorgt und mir in der Restekiste ein Stück Holz ausgesucht, dass ich dann in passende Formate habe schneiden lassen. Zuhause die Kanten glatt geschliffen, mit Bleistift die Form vorgezeichnet und losgehämmert. 


Das war alles ein ganz schönes Herumprobieren, in welchem Abstand die Nägel ins Holz kommen, wie tief, wie verstecke ich Anfang und Ende vom Stickgarn, wie mache ich die gewünschten Übergänge - am Ende war ich aber ziemlich zufrieden mit beiden Bildern und möchte so etwas gerne auch nochmal für mich selbst ausprobieren. 


Ich finde es viel schöner, so etwas zu verschenken als Dinge, die ich innerhalb von fünf Minuten gekauft oder bestellt habe. Das will ich aber jetzt nicht schlecht reden, auch so etwas verschenke ich und ich freue mich auch selbst über ganz "normale" Sachen, die fertig gekauft werden. Aber ein Geschenk, das ich mit eigenen Händen hergestellt habe, hat einfach nochmal einen anderen Wert. Eigentlich einfach nicht vergleichbar, das ist es wohl. 
Noch etwas, worauf ich in diesem Jahr geachtet habe: Möglichst wenig Müll zu produzieren. Das ganze Jahr über sammele ich Geschenkpapier und dieses Packpapier, was oft in Kartons drin ist oder man im Laden um zerbrechliche Gegenstände gewickelt bekommt. Damit habe ich einen Großteil meiner Geschenke verpackt, statt Geschenkband oft Reste vom Garn genommen, mit dem das Geschenk gestrickt wurde oder ähnliches. Zusammen mit ein paar schon vorhandenen Stempeln sieht auch das schön und weihnachtlich aus, und zumindest das Papier bekommt so ein zweites Leben und hat doppelt so lange einen Sinn gehabt, wie im Normalfall. 

Am liebsten würde ich in diesem Jahr Verpackungen aus Stoff nähen, die dann immer wieder verwendet werden können. Mal sehen, ob sich dafür die Zeit findet. 

Ich bin gespannt, was ihr von den Geschenken haltet und ob ihr euch über so etwas freuen würdet?

Happy knitting, 
happy crafting, 

Julia

29. September 2019

Utensilo mit Blumenhäkelei

Hallo ihr Lieben!

Die Sommerpause der #12ausdemStoffregal Challenge von Selmin ist vorbei und ich freue mich ein kleines bisschen doll. Ich mag dieses gemeinsame Nähen zu einem groben Thema sehr, und auch wenn ich kein großes Stoffregal habe finde ich doch sehr oft zumindest einen Reststoff den ich irgendwie passend nutzen kann. 

Auch beim aktuellen Thema ging es mir so. "Back to nature" sollte es für alle Mitnähenden gehen, und sofort bei Ankündigung des Themas musste ich an ein kleines Häkelprojekt denken, dass schon viele Jahre alt ist. Mindestens fünf. Für einen schäbigen Blumentopf hatte ich aus Wollresten kleine Granny Squares gehäkelt und diese dann später zum Ring geschlossen und um den Topf gelegt. Es war aber leider zu groß, rutschte immer runter und irgendwann habe ich es in mein Nähregal gelegt mit dem Gedanken, dass es sich sicherlich verwenden lässt. Irgendwann. 


Jedenfalls kamen mir diese Blumen in rosa und grün sofort in den Kopf. Es wäre doch schon, im Rahmen dieser Challenge endlich eine Verwendung für sie zu finden, die ihrer Schönheit würdig sind. Ich liebe die Farben zusammen und ärgere mich schon lange, dass es nur im Regal rumliegt. Eine Weile wusste ich nicht, was daraus sinnvolles werden könnte. Erst dachte ich an einen Projektbeutel zum Stricken, aber zum Mitnehmen und herumtragen war mir das Gehäkelte zu empfindlich. Da verhakt sich ja schnell mal ein Schlüssel oder ähnliches und zieht Maschen auf oder reißt etwas durch. Ne, das wäre doch schade.


Woher der rettende Geistesblitz dann kam kann ich gar nicht so genau sagen. Utensilo! Schrie es jedenfalls in meinem Kopf, und schon war die Sache klar. Ein kleiner Beutel, um ihn schön irgendwo in die Wohnung zu stellen und etwas darin zu lagern. Was, das weiß ich bis heute auch noch nicht, aber da findet sich schon was. 


Es mussten nur noch passende Kombistoffe her, damit die Blümchen schön zur Geltung kommen wollte ich es außen möglichst schlicht halten. Von meinem Parka war noch ein Stück Dry Oilskin übrig, was wirklich perfekt war. Der hat nämlich ordentlich Stand, sodass ich weder über Verstärkung noch eine Zwischenschicht nachdenken musste. Von der Breite her passte er auch in etwa zu meinen Vorstellungen, auch wenn ich in der Breite zwei Blumen rausschneiden musste. Aber auch die habe ich aufbewahrt, lassen sich bestimmt nett mal irgendwo draufnähen. 


Ich habe es ja nicht so ganz mit der räumlichen Vorstellung. Da ich einen Boden eingenäht habe und es somit auch Seitenteile gibt, ist der Beutel im Verhältnis zur Breite etwas hoch geworden. Stört mich aber nicht, denn dann klappe ich einfach den Rand ein wenig nach außen. 


Auch für das Futter fand sich ein passender Stoff im Restefach. Kakteen in Blumentöpfen, ebenfalls natur und durch das bisschen rosa und grün auch zum restlichen Stoff passend. Ich mag außerdem helle Stoffe in Taschen und Beuteln, dann sieht man immer alles. Perfekt also!


Alles zusammen harmoniert sehr schön, finde ich. Vielleicht packe ich da meine Mützen rein, oder Handschuhe, und stelle den Beutel in den Flur. Oder ich stelle einen Blumentopf rein, dann wäre es ein lustiger Schritt zurück. Vermutlich wird das Utensilo immer mal wieder anderen Zwecken dienen, aber hauptsächlich Freude bereiten. Das reicht doch schon. 


Übrigens habe ich auf einer Seite die Grannys nicht ganz passend aufgenäht, sodass sie an der Seitennaht versetzt aufeinander treffen. Da wollte ich aber nicht wirklich mit dem Nahttrenner hantieren, und es sollte ein schnelles Projekt bleiben. Vermutlich muss ja auch immer ein Teil vom Utensilo an einer Wand stehen, dann wird es eben dieser. Manchmal muss man sich ja auch selbst ein bisschen austricksen. 


Danke, Selmin, dass ich durch die Challenge diese schönen Granny Squares endlich sinnvoll einsetzen konnte. 

Happy sewing, 

Julia

19. Februar 2019

Nützliche Geschenke selbst gemacht

Hallo ihr Lieben!

Seid ihr auch vom Selbstmach-Virus infiziert? Überlegt ihr bei allem, was ihr in Geschäften seht, ob ihr das nicht auch irgendwie selber hinbekommt? Besser? An eure Bedürfnisse angepasst? Mir geht es jedenfalls oft so. Und das macht vor Dingen für mich nicht halt. Auch wenn Geburtstage oder Weihnachten anstehen überlege ich meistens zuerst, was ich für die zu Beschenkenden selbst machen könnte. Zum einen kommt das fast immer total gut an, zum anderen lässt es mich meinen Konsum reflektieren.

Als es also auf Weihnachten zuging, habe ich wie immer meine Liste mit all den lieben Leuten genommen, denen ich etwas schenken wollte, und habe überlegt, was sie brauchen könnten. Unter anderem sind dabei auch ein paar ganz einfache, aber sehr nützliche Dinge herumgekommen, die ich euch hier zeigen wollte. 


Meine Mama macht es sich total gerne schön. Zu den Mahlzeiten werden Kerzen angezündet, Deko und Blumen sind fast immer auf dem Tisch und Servietten gehören ebenfalls dazu, ob beim Frühstück im Brötchenkorb oder beim Abendessen neben jedem Teller. Aber auch an meiner Mama kommt der aktuelle Nachhaltigkeits-Trend nicht vorbei, sie hat keine neuen Papierservietten mehr gekauft, sondern klitzekleine Stofftaschentücher mit gehäkelter Spitze auf dem Tisch gehabt, als ich das letzte Mal zuhause war und sie Besuch hatte. Da entstand die geistige Notiz in meinem Kopf, dass Stoffservietten genau passend wären. Vor Weihnachten war die Notiz zum Glück noch vorhanden - oft gehen solche Zettelchen ja doch verloren, in den Wirren des Hirns - und ich habe mich nach passendem Stoff umgesehen. 


Unkompliziert sollte er sein, also in die Waschmaschine können, am besten auch bei höheren Temperaturen, und natürlich auch mit Fleckenmittel behandelbar, wenn  mal Rotwein oder ähnliches darauf landet. Schnell bin ich bei Leinen gelandet, weil ich die Optik auch so schön finde. Und es Stoffe in rosa Tönen gab, ein Favorit bei Mamas Tischdeko. Ausgesucht habe ich einen gemusterten Stoff und einen einfarbigen, wobei nur letzterer im Online Shop von Stoff und Stil verfügbar ist. Also, aktuell. 


Von beiden Stoffen habe ich 30 cm in der vollen Breite bestellt und jeweils vier Servietten daraus zugeschnitten. Alle offenen Kanten zwei mal umgebügelt und festgesteppt, fertig waren die Stoffservietten. Mama hat sich sehr gefreut und seitdem sehe ich sie immer wieder in Benutzung, was mich natürlich sehr stolz macht. 
Alte Tischdecken lassen sich auch super in Stoffservietten verwandeln, falls ihr so etwas noch zuhause habt, dann muss nicht mal Stoff gekauft werden. Aber egal wie, hauptsache keine Papierservietten mehr, die nach einem Mal Benutzung im Müll landen. 


Ein bisschen was mit Küche und Essen hat das zweite Teil dieses Beitrags auch zu tun, es ist nämlich mit Dinkelkörnern gefüllt:


Nach einem gratis Schnittmuster von Sandra Wirtz habe ich ein Körnerkissen für meinen Papa genäht, der öfter mal einen schmerzenden Nacken hat wenn es kalt ist. Ursprünglich hatte ich das Bild zu diesem Schnitt auf Pinterest gesehen und mir dort gemerkt, war schon länger her, passte jetzt im Winter aber super. Mir hat besonders der Teil gefallen, der im Nacken anliegt, und die generelle Form. Mit diesem Körnerkissen muss man nämlich nicht ruhig liegen oder sitzen, da es über die Schultern gelegt wird. Ich habe ja manchmal das Gefühl, die Anwendung von Körnerkissen führt zu neuen Verspannungen, weil man so verkrampft da liegt damit nichts verrutscht. Oder das Kissen an Ort und Stelle festhalten muss. Wie dem auch sei: Hier nicht. 


Der Stoff ist ein Reststück aus meinem Regal, mal bei einem Latzkleid übrig geblieben. Er ist etwas fester, was ich wichtig fand, denn mit den ganzen Körnern drin ist es ganz schön schwer, da sollte so schnell lieber nichts reißen. 
Zu dem Schnittmuster gibt es keine Anleitung, also einmal kurz zusammengefasst, wie ich es gemacht habe. Zuerst habe ich den Kragenteil genäht, mit Dinkel gefüllt und erstmal zugenäht, dann in die Rundung eingenäht. Der U-förmige Teil war also geschlossen. Dann habe ich auch die beiden langen und die beiden ganz kurzen Seiten geschlossen und oben eine Füllöffnung gelassen. Durch die habe ich den Dinkel in das Kissen gekippt, immer Portionsweise, dann ein Kämmerchen abgesteppt, dann wieder nachgekippt. Das war recht fummelig, aber mit ein bisschen Geduld machbar. Achtet darauf, die einzelnen Kammern nicht zu voll zu machen, dann könnt ihr sie nicht mehr absteppen. 


Am Weihnachtsabend stieß das Geschenk auf Grund seines Gewichts erst auf Verwirrung, nach dem Auspacken zum Glück auf Begeisterung. Es wurde direkt in die Mirkowelle verfrachtet und ausprobiert, kam sehr gut an. Was habe ich mich gefreut! 


Solche Kleinigkeiten sind ja eigentlich schnell gemacht und so schön universell. Ihr braucht keine Körpermaße, müsst maximal farbliche Vorlieben wissen und könnt trotzdem jemandem eine Freude machen. Gerade die Stoffservietten sind echt vielseitig, zum Einzug mit Brot und Salz, zum Geburtstag im Fresskorb, zu Weihnachten mit Plätzchen. Da überlege ich ja selbst schon, wer noch welche gebrauchen könnte ...

Näht ihr auch gerne so Kleinigkeiten als Geschenke? Oder doch lieber Kleidung?


Happy sewing, 

Julia


17. Januar 2019

Julevotter

[Werbung da Markennennung]


Hallo ihr Lieben!




Fast das ganze letzte Jahr über hat mich ein kleines Geheimprojekt beschäftigt, das ich lediglich ab und an mal auf Instagram gezeigt habe, hier auf dem Blog ist es aber nie aufgetaucht. Für meine Mama habe ich den Julevotter Adventskalender von Kari Haugen gestrickt, und da sie hier fleißig mitliest, musste ich mich bedeckt halten um die Überraschung nicht zu vermiesen. 
Meine Mama schenkt mir seit Ewigkeiten jedes Jahr einen Adventskalender, für den sie 24 Kleinigkeiten besorgt und einpackt. Immer mal wieder habe ich ihr auch einen gemacht, denn diese Freude muss geteilt werden. Und im April 2018 huschte mir dann der Gedanke durch den Kopf, dass meine Mama sich durchaus auch über 24 kleine Handschuhe freuen könnte, und zack, war es beschlossene Sache. 


Während der für mich gestrickte Kalender aus recht dünnem Garn gemacht ist, wollte ich bei dem für meine Mama etwas mehr in der Hand haben. Auch, um ihn in den kommenden Jahren besser befüllen zu können. Nach ein wenig Abwägen von verschiedenen Garnen und deren Farbpalette habe ich mich letztlich für die Karisma von Drops entschieden, die ich bei Lanade bestellt habe. Das Farbschema war für mich schnell klar, eine Mischung aus rosa-rot Tönen und grau sollte es werden. Obwohl fast alle Farben in der Realität anders aussehen als auf der Internetseite, passten sie bis auf die unten rechts alle zusammen. Die wurde also aussortiert und dann konnte es losgehen. 


Ich habe ein bisschen gebraucht, um wieder reinzukommen, dann aber meine alte Technik gefunden. Gestrickt habe ich auf dem Nadelspiel, 5mm waren die Nadeln dick. Die kompletten Maschen für die Vorderseite habe ich auf deine Nadel genommen, die Maschen für die Rückseite auf zwei verteilt. So gibt es keine unschöne Stelle mitten in der jeweiligen Zahl wenn die Fadenspannung mal nicht stimmt.  


Die Knäule habe ich mir alle aufrecht in eine passende kleine Kiste gesteckt und den Fadenanfang aus der Mitte jedes Knäuls genommen. So hatte ich ein praktisches portables Dings, was sich gut wegstellen ließ. Denn schließlich sollte es ein Langzeitprojekt sein! Die Farbzusammenstellung habe ich immer spontan entschieden, wenn ich einen neuen Handschuh angefangen habe. Meistens habe ich einen bunten Farbton mit einem der Grautöne kombiniert, manchmal aber auch wild durcheinander.


 Leider habe ich nicht ein Bild, auf dem man die schönen unterschiedlichen Rückseiten der Handschuhe sieht. Die sind nämlich auch alle individuell, was meine Mama ganz besonders erfreut hat. 
Es war irgendwie schön, durch die Jahreszeiten an diesen Handschuhen zu stricken. Im April habe ich angefangen, viele im Sommer auf der Terasse gestrickt (für einen Handschuh habe ich etwa eine Stunde gebraucht, passende Zeit für ein Sonnenbad ohne Sonnenbrand) und den letzten dann Mitte November eingekuschelt auf dem Sofa.


Pro Farbe hat ein Knäul gut ausgereicht. Der Naturton ist gegen Ende knapp geworden, da hätte ich nicht noch einen weiteren Handschuh stricken können, ansonsten war aber von den anderen Farben noch einiges übrig. Zum Glück, zwischendurch hatte ich nämlich schon Befürchtungen, nachbestellen zu müssen. 


Und wieder hat es mir total Spaß gemacht, diese kleinen Handschuhe zu stricken. Ich schließe nicht aus, dass ich für mich auch noch einen größeren stricken werde, mal sehen. Vielleicht findet sich ja auch nochmal ein Mensch in meiner Umgebung, der so knit-worthy ist, dass er einen Adventskalender dieser Art verdient. 


Damit die Handschuhe praktisch aufgehängt werden können, habe ich zum Schluss den Anfangsfaden genommen und ein paar Luftmaschen daraus gehäkelt, ihn zu einer Schlaufe gelegt und vernäht. Und dann 96 Fäden vernäht, das war ein Fest, sage ich euch!
Meine Mama hat sich sehr über die Handschuhe gefreut und auch von vielen Freundinnen Neid ausgesprochen bekommen, dass sie so eine tolle Tochter hat :) Um die Handschuhe gebürtig zu platzieren, ist sie beim Hundespaziergang Anfang Dezember im Gebüsch herumgekrochen und hat diesen monströsen Ast bis nach Hause gezerrt, wo er jetzt an der aktuell provisorischen Wohnzimmerwand befestigt ist. Bzw. war, ich vermute, dass er jetzt nach Weihnachten entweder nackig oder gar nicht mehr dort ist. 


Kleine Anekdote am Rande: Diverse Cardigans, Mützen, Handschuhe und Socken habe ich mit Einstrickmustern (Fair Isle und Stranded knitting) gestrickt und war immer im festen Glauben, dass man nach etwa drei Maschen die Fäden kreuzen muss um keine langen Flotten zu produzieren. Irgendwann im Herbst letzten Jahres wurde ich dann freundlicherweise aufgeklärt, dass dies Unsinn und nur in Ausnahmefällen nötig ist. Danach wollte ich am liebsten sofort ein großes Projekt anschlagen um zu schauen, ob daher meine Probleme mit der Fadenspannung kommen. Die sind nicht riesig, aber ich habe doch Unregelmäßigkeiten im Strickbild. Naja, ab da konnte ich die Handschuhe dann natürlich nicht  mehr so stricken wie gewohnt und habe die Flotten Flotten sein lassen. Und ja, es sah besser aus. Da habe ich etwas wichtiges gelernt! 

Und wer sich jetzt fragt, warum ich einen Adventskalender im Januar zeige, vollkommen außerhalb der Weihnachtszeit: Naja, wenn ihr auch einen haben wollt, dann fangt jetzt an. Zwei bis drei Handschuhe pro Monat sind ganz entspannt machbar, glaubt mir. Man muss es nur durchziehen. Wobei ich auch mittendrin mehrere Wochen keine Handschuhe gestrickt habe und dann an einem anderen Tag etwas aufholen musste. 

Viel mehr kann ich zu diesem Projekt auch nicht erzählen. Aber ihr könnt mir ja mal Bescheid geben, ob ihr nun angefixt seid oder vielleicht einen Kalender näht?

Happy knitting, 

Julia

12. Dezember 2018

Tutorial: Beton Teelichte

Hallo ihr Lieben!

In diesem Jahr habe ich endlich mal wieder bei einem Kreativ-Adventskalender mitgemacht. Schon seit einem Jahr trage ich Idee zu meinem Türchen mit mir herum, jedenfalls die Inspiration dazu: Etwas mit Beton sollte es sein. Ein wenig Recherche auf den üblichen Plattformen später stand fest, was es werden sollte, und nochmal ein paar Wochen später hatte ich ein paar hübsche (Eigenlob tut auch mal gut) Päckchen gepackt. 
Achtung: Wenn ihr nicht hier seid, weil ihr am Adventskalender teilgenommen habt, könnt ihr den Beitrag trotzdem lesen. Im Endeffekt ist es eine Anleitung, und die kann man auch so befolgen, muss nur die Materialien dazu besorgen. 


Im Stoff verpackt ist das Zubehör, welches ihr für  mein kleines Tutorial benötigt: Ein Muffinförmchen aus Silikon, ein Tütchen Beton, ein Teelicht und die Adresse von meinem Blog.  


Daraus könnt ihr mit ein paar weiteren Zutaten ganz einfach diese schönen Teelicht-Halter erstellen:


Zusätzlich benötigt ihr etwas Pflanzenöl und einen Pinsel, Wasser, eine Unterlage wenn ihr so Klecker-affin seid wie ich und einen Behälter zum Mischen. Ich habe später nochmal einen Versuch gemacht und die Mischung direkt in dem Tütchen zusammengeknetet, das ging auch ganz gut, aber man bekommt natürlich nicht so viel heraus aus der Tüte, weil Auskratzen da eher schwierig ist. Geht aber auch und verursacht weniger Müll! Wer also gerade keine alte Konservendose oder ähnliches zur Hand hat, kann auch im Tütchen mischen. 
Alle anderen Interessierten benötigen Beton, ich habe Estrich-Beton gewählt (weil es den in einer relativ kleinen Menge gab), ein Förmchen und Teelicht. Andere Beton-Sorten gehen sicherlich auch, je nach Mischung entsteht ein ganz feines oder eher grobes Ergebnis. Pro Teelicht habe ich ca. 100g Beton abgewogen, nur so als Richtwert.


Zu dem Beton Pulver kommen jetzt 10g Wasser. Eventuell braucht ihr auch einen Tropfen mehr, aber lieber erst zu wenig hinzufügen als zu viel. Alles gut vermixen, bis es sich gut verrühren lässt, aber nicht fließend flüssig ist. 


Mit dem Öl wird nun das Förmchen von innen und das Teelicht von außen eingepinselt. Das hilft, um nachher alles besser voneinander lösen zu können. Dann füllt ihr die Masse in das Förmchen. Es wird nicht ganz voll, da ja noch das Teelicht herein kommt und Masse verdrängt. Hier könnt ihr die Konsistenz auch noch mal ganz gut sehen. Nun lasst ihr das gefüllte Förmchen am besten vorsichtig auf eure Unterlage fallen bzw. "klopft" damit, sodass sich eventuelle Luftlöcher schließen können. 


Und dann wird mittig das Teelicht hereingedrückt. Wie tief, ist euch überlassen. Entsprechend guckt das Teelicht auch später heraus. Und dann heißt es warten, am besten ein paar Tage. Dann könnt ihr das Silikon Förmchen vorsichtig abfummeln, und schon ist eure Deko fertig. 


Bei mir hat das Teelicht ordentlich fest gesessen, ließ sich nach dem Abbrennen aber trotzdem gut herausnehmen. Wer möchte, kann die Oberfläche noch mit Schmirgelpapier abschleifen, damit es glatter wird. Ich mag die schrubbelige Optik aber gerne und habe es genau so gelassen. 



Natürlich könnt ihr auch noch ganz anders kreativ werden. Malt zum Beispiel die obere Fläche mit Farbe an, sprüht Glitzer drauf, tunkt das Förmchen halb in Farbe ... unendliche Möglichkeiten. Ich hoffe, ihr habt Spaß an der Durchführung und euch gefällt das Ergebnis. Ich bin ja ein großer Freund von selber-mach Kalendertürchen und wollte deshalb so etwas machen. Gebt mir gerne ein Feedback, da freue ich mich sehr!


Die Teelichte eignen sich auch toll als Geschenk, man kann mit einem Set Förmchen direkt in Serien-Produktion gehen. 

Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit!

Julia


12. April 2018

Bobble Sheep Pillow - Namensvorschläge dringend erwünscht

Hallo ihr Lieben!


Beiträge die mit "eigentlich" beginnen, kündigen ja meist eine interessante Geschichte an. Jemand, der aus Gründen Dinge nicht tut, hat eine Ausnahme gemacht und berichtet nun davon. Ändern vielleicht seine Einstellung oder hat seinen Horizont erweitert. Das klingt nun viel aufregender, als das, was ich euch zu bieten habe, also bloß nicht enttäuscht sein. Also:
Eigentlich stricke ich ja keine Dekorationsgegenstände. Zwei Decken habe ich schon gestrickt und gehäkelt sowie zwei Kissen, das war es dann aber auch schon. Beides ist mehr Gebrauchs- als Dekorationsgegenstand und hat damit seine absolute Berechtigung. 


Und dann kam Sophia mit ihrem Garn Troll, welches von den Farben perfekt zu der Anleitung für das Schaf-Kissen von Purl Soho passte, welche schon ewig auf meiner Liste bei Ravelry war. So ein Zufall. Wir beratschlagten kurz, denn eigentlich wollten wir zusammen stricken, aber natürlich kein identisches Schaf. Sie entschied sich für ein graues Schaf, also bekam ich wollweiß und dunkelgrau für den Kopf. Spoiler: Ich hab ein fertiges Schaf. Sophia hat noch nicht angefangen. Ich habe gewonnen!


Das Schaf wird eigentlich mit noch dickerem Garn auf noch dickeren Nadeln gestrickt, es muss also echt massig sein am Ende, ich finde ja mein Kissen schon ausreichend groß. Die Konstruktion finde ich für ein Stofftier im weitesten Sinne sehr angenehm. Der Körper wird nach einem provisorischen Anschlag in Runden gestrickt, da sind natürlich die Noppen echt nervig, aber da musste durch, wenn du dein eigenes Schaf willst und kein Platz im Garten für ein echtes ist. An der oberen Kante, also dem Rücken, wird dann per Maschenstich geschlosen. Vorne Maschen für den Kopf aufgenommen, dieser auch in der Runde gestrickt mit strategisch gesetzten Abnahmen, die den Kopf formen. Dann das seltsamste: Ebenfalls mit Maschenstich schließen. Ich war verwirrt, aber es war Nachtdienst, also dachte ich mir, ne, falsch gelesen, guckste nochmal auf die Bilder. Aber echt: Der Kopf wird nicht ausgestopft, bleibt eine leere Hülle, wie ein Luftballon. Sieht gelinde gesagt bescheuert aus und wurde sofort verworfen. Den Kopf also fleißig ausgestopft und dann die Ohren dran gestrickt. Auch die haben bei mir im Nachtdienst echt für Kopfknoten gesorgt, wurden sie doch erst in der Runde und dann einfach flach gestrickt. Das geht doch nicht. Entweder oder. Unerhört. War aber richtig und sieht sogar ziemlich gut aus. 


Dann kamen die restlichen Extremitäten. Das Schwänzchen war schnell gestrickt, nun sollte es zu den Beinen übergehen. Auch hier ein kritischer Blick auf die Bilder der Anleitung. In der Runde gestrickte Lappen, vier Stück. Mh. Och, ne. Eigentlich braucht es die ja nicht, soll ja nur liegen, das Schaf. In meiner Vorstellung chillt es also nun auf seiner Wiese Decke und hat ganz elegant die Beine unter den Körper geklappt. Dann hat die Katze auch weniger zu attackieren.  
Für den Körper habe ich übrigens noch schnell aus farblich passendem Stoff ein Kissen genäht, weil das Muster an sich zu löchrig wäre um die Füllwatte dauerhaft zu halten. Einfach den Körper auf den Stoff gelegt, großzügig rumgezeichnet weil Wolle sich ordentlich dehnen kann und dann zusammengenäht. Wendeöffnung gelassen, diese später mit der Hand geschlossen. Einfach!


Genauere Informationen zu Garnverbrauch und Nadelstärke gibt es auf Ravelry. Aber nun meine Bitte an euch: Habt ihr einen schönen Namen für mein Schaf? Es ist weiblich, verlangt einen etwas individuelleren Namen als ihre Besitzerin und ist ansonsten offen für alles. Falls es hilft, natürlich handelt es sich um ein Merinoschaf.


Mal sehen, ob bei Rums noch andere Tiere unterwegs sind. 


Happy knitting!

Julia

27. August 2017

Granny Square Decke aus nur einem Square

Hallo ihr Lieben!

Drei Jahre ist es jetzt her, dass ich meine dritte Decke begonnen habe. Nach der ersten, Patchwork und gestrickt, und der zweiten aus vielen kleinen Granny Squares waren immer noch Reste der von meiner Großmutter geerbten Wolle übrig. Kurzerhand begonn ich eine neue, ganz simple Decke: Ein einfaches Grannysquare aus Gruppen von drei Doppelstäbchen, immer rundherum. 


Dabei habe ich in jeder Runde eine neue Farbe genommen, die Reihenfolge war: Gelb-Rot-Rosa/Pink-Blau-Grün-Neutral. Allerdings sind diese Kategorien recht lässig von mir behandelt worden, tauchte mal ein lilafarbener Rest auf wurde dieser in der Sparte Rosa/Pink verarbeitet. Neutral war für mich alles im Bereich Braun, Beige, Weiß, Grau. 


Zu Anfang kam ich echt gut voran, es hat Spaß gemacht. Aber irgendwann wurde das ganze immer weniger mobil und die Runden logischerweise länger. Zum Schluss habe ich zwei Abende für eine Runde gebraucht, das verringerte die Zeit, die ich mit der Decke verbringen wollte. Aber sie ist doch noch fertig geworden, nach unzähligen Stunden der Arbeit. In jeder Runde stecken Erinnerungen, denn neben den Restgarnen meiner Großmutter habe ich auch meine eigenen Reste verarbeitet. Natürlich musste ich auch immer mal wieder Garn dazukaufen, denn gewisse Farben verwende ich für mich selbst gar nicht oder waren irgendwann einfach alle. Dann habe ich immer Baumwollgarn gekauft, so ist die Decke für Motten auch nicht so appetitlich. 


Wenn ihr euch nun fragt, welche Garnstärke ich genommen habe und woher so viele Reste in einer Stärke kommen: Auch damit bin ich sehr gelassen umgegangen. Ich habe mit einer 3mm Häkelnadel eigentlich alles verarbeitet, was sich damit noch ordentlich handhaben ließ. Von Lacegarn bis Garn für 4mm Stricknadeln war da eine Menge dabei, aber alles harmoniert gut miteinander und gibt der Decke eine tolle Struktur. Ebenso das Gemisch aus verschiedenen Qualitäten, Poly von den Anfängen meiner Strickzeit, Wolle, Wollmischungen, Baumwolle. Nicht nur in den Farben ist meine Decke kunterbunt!


Mein Ziel war von Anfang an, eine Tagesdecke für unser Bett herzustellen. Bei Maßen von 1,40x2,00 Metern musste ich also ein Quadrat von mindestens 2x2 Meter erreichen. Da aber die Tagesdecke über Oberbett und Kopfkissen liegt, musste es sogar mehr werden. Meine Wohnung ist zu klein um die Decke auszubreiten und auszumessen, aber ich schätze sie liegt irgendwo zwischen 2,10-2,20 Metern. Das ist eine ganz schöne Menge! Aber so kann ich sie ewig verwenden, auch, wenn wir irgendwann mal genug Platz für ein breiteres Bett haben. 


Seit März ist die Decke schon fertig, aber ich wusste einfach nicht, wie ich sie für euch fotografieren kann damit es schön aussieht. Unser Schlafzimmer ist recht dunkel und keinesfalls aus dem Katalog stammend, auf dem Bett fand ich einfach ungünstig. Gestern Abend war dann endlich eine Gelegenheit, eine gemütliche Radtour durch die ländliche Umgebung sollte doch wohl einen passenden Zaun, Baum oder Brücke bieten. Und so war es, mit Sonnenuntergang im Hintergrund. Den hat meine Kamera nicht wirklich eingefangen, aber es geht ja auch um die Decke. 


Es ist ein bisschen komisch, kein Langzeitprojekt mehr zu haben. Ich müsste vermutlich ein paar Jahre Reste sammeln, um genug für eine Decke zu haben, aber meistens verarbeite ich diese ja direkt in Babyprojekte und damit hat es sich dann auch schon. Andersherum bin ich mit drei Decken auch mehr als gut ausgestattet und habe erstmal keinen weiteren Bedarf. 


Mehr Bilder und die ersten Garne, die ich eingearbeitet habe, findet ihr auf Ravelry. Später hatte ich auf diese Dokumentation keine Lust mehr, das müsst ihr leider hinnehmen. 

Habt ein schönes Wochenende!