12. August 2018

Einkaufsnetze Edda

[Werbung da Markennennung. Garn zwar nicht von mir, dafür aber von anderen selbst gekauft. Ich habe nichts für diesen Beitrag erhalten und schreibe aus freien Stücken meine eigene Meinung.] 

 
Hallo ihr Lieben!

Ich weiß nicht in welchem Loch ihr gelebt habt, wenn euch das Thema "Einkaufsnetze" bisher noch nicht über den Weg gelaufen ist. Jeder hat schon mindestens eins gestrickt, die meisten schlagen gleich fasziniert mehrere an. Ich bin zwar absolut niemand, der Trends folgt, aber manchmal fügen sich ein paar Dinge zusammen und schon habe ich vier Netze gestrickt. 


Hauptsächlich, weil da das Garn da war. Eine Freundin meiner Mutter hat mir ihren Woll-Vorrat gegeben, da sie selbst keine Zeit mehr zum Stricken hatte. Darunter waren auch viele Knäul GGH Safari, ein Leinengarn. Stellt es euch vor wie Paketschnur, die mit weichem, bunten Poly eingepackt ist. An einigen Stellen schon abgerieben, wirkte also so, als würde es nicht die Farbe behalten, die es hat. Auch die Haptik war spannend, eins von den Garnen, an denen man mit leicht rauen Händen hängen bleibt. Also kein Kleidungsstück für mich, das stand schonmal fest. Ich dachte eher an etwas dekoratives, ein Kissen, ein Teppich, so etwas. Da es keinen konkreten Plan gab, habe ich es weggelegt. Bis dann die Einkaufsnetze mehr und mehr und überall auftauchten.


Das könnte doch was sein für mein Leinengarn, dachte ich. Schön robust ist es, und die Farben sind ja eigentlich auch ganz schön für so etwas. Weil ich von dem lila Ton einige Knäul mehr hatte, habe ich damit gestartet. Die Anleitung von Paula_m war fix gekauft (für deutsche Verhältnisse übrigens nicht günstig, aber schön, dass auch hier so langsam die Arbeit von Designern wertgeschätzt wird) und auch schnell verstanden. Im Original wird natürlich anderes Garn verwendet, welches auch dicker ist. Von der Lauflänge her kam es aber etwa hin, dass ich mein Garn doppelt genommen habe. Und da bei einem Einkaufsnetz die Passform nun nicht so entscheident ist, habe ich das dann auch einfach so gemacht ohne weiter nachzudenken. 
Die Anleitung gibt als Nadelstärke für den Hauptteil des Netzes 7mm an. Da stand ich nun vor meiner Nadelsammlung, in der linken Hand die 6mm Nadel, in der rechten die 9mm Nadel. Dazwischen gab es nichts, mit so großen Nadeln (Baumstämmen) stricke ich nämlich eigentlich nie. Ich habe mich dann für die 6er entschieden. Das Netz ist etwas kleiner als die anderen, bei denen habe ich praktischerweise die passende Nadelstärke nutzen können weil Sophia mir für ein anderes Projekt ihr Nadelset von Addi geliehen hat.


Weil kein Mensch vier Einkaufsnetze braucht, war mein Plan von Anfang an, drei davon zu verschenken. Das erste komplett in Lila ist an die Freundin meiner Mutter gegangen, die mir das Garn geschenkt hat. Bisher habe ich noch keine Rückmeldung, ich hoffe aber, dass es ihr gefällt noch etwas schönes aus dem Garn zu haben. Das zweite einfarbige bekommt eine Freundin von mir, die nächste Woche Geburtstag hat. Das grün-rot-gelbe ist mein eigenes, bleibt noch eins übrig, mal sehen, wer sich da findet. Damit die Handarbeit offensichtlich ist, habe ich in jedes Netz eins meiner Etiketten genäht und dabei verschiedene Versionen ausprobiert.


Das Netz hat sich bisher schon als sehr praktisch erwiesen! Gerade zum Einkaufen nutze ich es gerne, da bin ich meistens mit dem Fahrrad und Fahrradtaschen unterwegs und muss nun in dessen Tiefen nicht mehr nach meinem Portemonnaie wühlen, sondern nehme das Netz noch zusätzlich mit. Noch dazu ist es ein absolutes Raumwunder, da kann man wirklich eine Menge unterbringen.


Ein letztes Bild noch mit Katzen-Photobomb und dann bin ich fertig. Fürs erste. Mittlerweile ist hier nämlich schon wieder Garn aufgetaucht, dass geradezu nach Einkaufsnetzen schreit, und da wäre auch eine einfarbige Version für mich drin. Der Kauf der Anleitung hat sich auf jeden Fall schon rentiert!

Habt ihr schon ein Netz gestrickt?


Happy knitting, 

Julia


Verlinkt mit Wof

9. August 2018

Farrow Dress aus schwarzem Leinen

Werbung da Markennennung, alles selbst gekauft, gedacht, geschrieben. 

Hallo ihr Lieben!



Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich finde den Sommer in diesem Jahr fantastisch. Klar, auch ich störe mich ein wenig an den kleinen negativen Nebeneffekten (dauernd Gießen im Garten, nach der Dusche schon wieder schwitzen, muffige Luft in der Bude, das Gefühl draußen zu verbrennen und bei jeder Tätigkeit in Schweiß auszubrechen ...) aber trotzdem wage ich es nicht, mich zu beschweren. Denn die letzten Sommer mit ihren wechselhaften Tagen, Gewitter, Sonne und grau, haben mir noch viel weniger gefallen. Da genieße ich doch lieber den andauernden Backofen draußen. Selten habe ich so lange feste Schuhe und Jacken im Schrank gelassen. Wann hatte ich das letzte Mal Socken an? Unter einer Decke geschlafen? Es ist wirklich herrlich. 

Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Mein Kleiderschrank ist nicht ausgelegt für so dauerhaft gutes Wetter. Da ich zwei Wochen Urlaub hatte, konnte ich mich völlig frei in meiner Garderobe austoben und stellte dadurch fest, dass drei Sommerkleider (in fast demselben Blau-Ton, eins, zwei und drei) nicht ausreichend sind. Spontan wurde also das aktuelle Nähprojekt pausiert, ins Auto gestiegen und zum örtlichen Stoffgeschäft gebraust. Dort gab es 20% auf alle Stoffe, also habe ich mal direkt genug für drei Kleider eingepackt, und das erste will ich euch heute hier vorstellen. 


Das Farrow Dress von Grainline Studio hatte mich ursprünglich ja genau in dieser Version, also ohne Ärmel angesprochen. Weil dann aber Winter war, habe ich eben eine langärmlige Variante genäht, aus einem Denim mit etwas Stretch. Ich mag das Kleid sehr, aber so ganz warm geworden sind wir nie. Lange Ärmel aus Webware sind mir, abseits von Blusen, irgendwie ... ungemütlich. Da kann man nix hochschieben oder über die Hände ziehen, ich weiß nicht. Ich trage das Kleid, aber große Liebe ist es nicht. Deshalb wollte ich dem Schnitt schon länger eine zweite Chance geben, eben ohne Ärmel, und nun war es nämlich so weit. Weil für die zügig benötigten Kleider noch einen neuen Schnitt kaufen und/oder kleben, anpassen, abpausen ... ne!


Ich habe also den bereits verwendeten Schnitt hervorgeholt, Größe 10 ist das gewesen. Für das Winterkleid hatte ich in der Länge 10cm dazugegeben, das war mir aber für den Sommer dann doch ein wenig zu viel. Von vorne sieht es ganz schön knapp aus, aber dadurch, dass der Saum so schön abgerundet ist nach hinten und länger wird, gibt es keine Gefahr für Schlüpperblitzer beim Vorbeugen. Ich habe deshalb 5cm wieder rausgenommen und finde die Länge nun perfekt. 


Einen ganz großen Anteil an meiner brennenden Liebe für dieses Kleid trägt übrigens der verwendete Stoff: Ein Viskoseleinen, wunderbar leicht fallend, total angenehm zu tragen bei hohen Temperaturen, knittert nicht zu extrem und kratzt nicht. Er war super kooperativ beim Nähen und Bügeln, da kann ich mich nicht beschweren. Übrigens bin ich mit 2m zurecht gekommen anstatt der 2.8m, die empfohlen sind, und das ohne großes Umherschieben, ich hatte sogar noch ein kleines bisschen übrig. Und das mit Verlängerung!


Das Karma war mir übrigens bei meinem Sommerkleider-plan nicht so ganz zugeneigt. Nachdem die ersten Nähte genäht warun und ich bügeln wollte, wozu ich immer das Bügelbrett zwischen Wand und Kühlschrank hervorholen und aufstellen muss, durfte ich feststellen, dass eben jenes Brett kaputt war. Die eine Seite der Beine war nicht mehr am Brett befestigt, da hatten sich die geschweißten Stellen gelöst. Ich habe dann auf EbayKleinanzeigen ein neues gefunden, welches ich zwei Tage später abholen durfte. Aber so lange wollte ich nicht warten, also habe ich das zusammengeklappte Bügelbrett auf den Boden gelegt und dort gebügelt. Bequem ist anders. 


Die geräumigen Taschen finde ich ja wirklich sehr praktisch, und durch ihre Konstruktion auch sehr schön anzusehen. Auf schwarzem Stoff jetzt nicht so besonders, aber hey, man kann nicht alles haben. Wo wir gerade bei den Taschen sind: Selbst nach drei Kleidern aus diesem Schnitt folge ich immer noch blind der Anleitung und habe nicht verstanden, wie diese verrückt geformten Vorderteile am Ende zusammenpassen und auch noch eine Tasche bilden. Drei, fragt ihr euch nun? Meine Mama fand mein Kleid so schön, dass sie auch eines wollte. Ihres ist deutlich weniger schlicht, aber dazu wann anders mehr. 


Der Rocksaum wird ganz einfach zweimalig umgebügelt und abgesteppt. Der Hals- und Armsaum sind mit belegen versehen, die für schöne Kanten ohne Steppnaht sorgen. Im Nacken wird das Kleid dann mit einem Haken verschlossen, das macht auch nochmal ganz gut was her finde ich. Spannenderweise ist die Nahtzugabe in diesem kleinen Stück zwischen Rückennaht und dem Haken nur umgebügelt und bleibt artig dort, wo sie sein soll. Dafür klappen mir beim Anziehen immer die Belege im hinteren Teil des Armlochs raus, das sieht dann aus wie kleine Flügelchen und ist gar nicht so einfach reinzufummeln. 


Wenn ich meine Mama und ihr Kleid mal vor die Linse bekommen habe, kann ich euch dann auch mal zeigen, wie das in gemustertem Stoff aussieht. Falls ihr da Interesse habt?

Oh, ganz vergessen habe ich noch einen letzten Punkt, der diesen Schnitt so wunderbar macht für das heiße Sommerwetter: Er liegt quasi an maximal wenigen Punkten am Körper an. Der weite Schnitt lässt ganz viel Luft an den Körper, wenn dann noch eine leichte Brise geht ist das unglaublich schön. 

So, nun aber Schluss. 

Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit Nähfrosch, Sewlala

4. August 2018

Update No. 26

Werbung da Markennennung. Nichts von wem anders als mir bezahlt und gedacht. 


Hallo ihr Lieben!

Herzlich willkommen zum aktuellen Update, dem Format, in dem ich euch einen Zwischenstand von meinen Projekten liefere. Wie immer gilt, alles, was hier gezeigt wird, erhält noch einen ausgiebigen Beitrag. Normalerweise. Die ersten beiden Bilder werden aber erstmal die einzigen von meinem neuesten fertigen Objekt sein, denn es zählt eher in die Kategorie "Home" und ist zu einfach, um einen ganzen Beitrag zu füllen. 


Ich habe mir nämlich eine Picknickdecke genäht! Die Idee dazu entstand folgendermaßen: Eine liebe Freundin aus dem Studium besuchte mich in Münster und wir hatten ein Picknick geplant. Sie war super ausgerüstet: Picknickkorb mit Geschirr, Besteck und integrierter Kühltasche (!) und eben einer Picknickdecke. Von unten beschichtet, sodass sie bei jeder Wetterlage einsetzbar ist. Während wir uns also so dort fläzten, aßen und tranken, sinnierte ich, mir so etwas doch wohl auch selbst nähen zu können. Und, dass eine Picknickdecke, von einer Seite wasserdicht, für unseren immerfeuchten "Rasen" (eigentlich Wiese) ziemlich praktisch wäre. Na gut, in diesem Ausnahmesommer ist sogar unsere Grünfläche trocken (und die einzige, die noch grün ist im Umkreis!) aber normalerweise sorgt die ungünstige Kombination aus leicht abfallendem Gelände, hauptsächlich Moos und nur wenig Erde unter dem Grün, danach dann hauptsächlich Kies für Nässe, immer. Somit kann man da nicht sitzen. Jetzt aber schon, denn jetzt habe ich eine Decke! Haha!


Das war auch kein großes Hexenwerk und ist ganz frei Schnauze zusammengenäht worden. Ich habe ganz einfach je zwei Meter Wachstuch und Oberstoff sowie Watte bei Stoff und Stil bestellt. Dann alles aufeinandergelegt und Oberstoff und Watte so zurecht geschnitten, dass das Wachstuch rundum 3cm breiter war. Ich habe dann zunächst den Oberstoff auf der Watte festgesteckt und in regelmäßigen Abständen Linien aufgesteppt, damit alles gut zusammenhält. Dabei habe ich mich an der Musterung des Oberstoffes orientiert, so brauchte nichts abgemessen werden. Dann habe ich das Wachstuch zuunterst gelegt, also mit der rechten Seite auf den Boden, Watte+Oberstoff oben darauf und das Wachstuch an den Rändern zweimal umgeklappt. Aufgesteppt, fertig. Der letzte Schritt war knifflig, weil meine Nähfüße alle am Wachstuch hängen blieben und es Falten geworfen hat. Letztlich geholfen hat nur Backpapier mit einzunähen, auch Masking Tape funktionierte nicht. 
Den ganzen Spaß bei über 30°C Außentemperatur (und entsprechend etwa 25 in der Wohnung) zu machen, empfehle ich übrigens nicht. Nach zwei Reihen Absteppen musste ich pausieren, weil ich ja logischerweise die ganze Decke auf dem Schoß hatte und auch ziemlich viel manövrieren musste um alles unter die Nähmaschine zu bekommen. Das war echt schweißtreibend, hat sich aber gelohnt, sie ist so schön geworden!


Neu im Schrank



Wer mir auf Instagram folgt hat schon mitbekommen, dass bei mir ein Mangel an Sommerkleidern herrschte, zumindest für einen so überragenden Sommer wie den diesjährigen. Ich habe also alle anderen Nähpläne zunächst auf Eis gelegt (schön wärs, das Eis) und bin zum Stoffladen gefahren um diese Lücke zu füllen. Dank einem 20%igen Rabatt auf alle Stoffe bin ich gleich mit 4 Metern aufgeteilt auf drei Stoffe wieder herausgegangen, und die ersten beiden seht ihr hier verarbeitet. Das linke musste ich aus der Wäsche holen, das rechte hat die erste Wäsche schon hinter sich, woran man vielleicht ablesen kann, wie dringend benötigt sie waren. Ich liebe beide sehr und freue mich schon, sie euch genauer vorzustellen!


Auf den Nadeln


Hätte ich ein bisschen besser kalkuliert, hätte ich euch heute auch den fertigen Winterfell Cardigan präsentieren können. So ist mir aber das Unglück passiert, dass das Garn für die letzten 4cm vom Ärmel nicht mehr ausreichten und ich nachbestellen musste. Nun warte ich also sehnlichst auf das Knäul, damit der Cardigan fertig ist. Bis dahin werden Fäden vernäht und Knöpfe angebracht, um die Zeit sinnvoll zu füllen. Mein Handgelenk freut sich über die Pause, die beiden Ärmel habe ich in drei Tagen gestrickt auf dem Sockenwunder, das war vielleicht ein bisschen zu viel ... 


Unter der Nadel



Unter meiner Nadel befindet sich auf Grund der dazwischengeschobenen Sommerkleider noch immer das Kleid Madeline, welches ich im letzten Update schon vorgestellt habe. Es ist aber nicht mehr viel Arbeit nötig, lediglich das befestigen des Besatzes in der Taille und der Rocksaum müssen noch umgenäht werden, dann ist es fertig. Und kann erstmal in die hinterste Ecke vom Schrank, denn für eine doppelte Lage dicken schwarzen Jersey ist es aktuell echt zu warm. 
Das Pausieren hat meiner Motivation, an diesem Kleid weiterzunähen, übrigens überhaupt nicht gut getan. Bisher habe ich immer artig ein Teil nach dem anderen genäht, und das ist offenbar auch genau die richtige Vorgehensweise für mich. Sonst weiß ich nicht mehr, wo ich war, was noch getan werden muss und habe schlichtweg keine Lust mehr auf das "alte" Teil.


Nach dem Kleid kommt dann noch das Milchmädchen aus demselben Stoff, und danach ein Schwung Decken für die Frühchen, die sind nämlich auch schon zugeschnitten. 


Neuzugänge


Zwei der Stoffe aus meinem panischen Sommerkleidlochkauf sind ja schon verarbeitet, der rechte, gestreifte ist noch übrig. Aus dem werde ich wohl ein Kleid mit zumindest etwas Ärmel machen, weil ich es gerne auch im Herbst noch mit Strumpfhose und Cardigan tragen würde. 
Der linke Stoff ist eine schöne Viskose vom Restetisch, die in meine Tasche gefallen ist als ich Stoff für ein Sommerkleid für meine Mama gekauft habe. Noch weiß ich nicht, was er werden will, weil Viskose so schön sommerlich ist, die Farben aber auch super in den Herbst passen. Mal sehen, was mir dazu einfällt. Vielleicht mache ich auch ganz verrückt einfach einen Maxi-Rock daraus, mal sehen. 


Und, woran arbeitet ihr aktuell so?


Happy sewing, happy knitting, 

Julia





1. August 2018

Schwalbenbluse - LMV Bruna

[Werbung da Markennennung. Alles selbst gekauf und gedacht. ]

Hallo ihr Lieben!

 Nach meinem Großeinkauf bei Stoff und Stil im Frühling war ich ja der Meinung, erstmal für eine Weile genug Stoff zu haben. (Den Fakt, dass über die Hälfte schon vernäht ist, breite ich hier mal nicht weiter aus). Nur wenige Tage später machte ich einen Abstecher zum örtlichen Stoffladen um ein bisschen Material als Geschenk zu kaufen. Und konnte meine Finger nicht von diesem schönen Blusenstoff lassen.


In Viskose bin ich ja sowieso verliebt, seit ich sie das erste Mal getragen habe. Wobei ich letztens gelernt habe, dass der Begriff "Viskose" gar kein Material beschreibt, sondern eine Webart oder Verarbeitungweise. So wirklich verstehe ich das nicht, denn oft steht ja als Material nur Viskose angegeben. Ist das dann doch die klassische aus Cellulose? Ein Rätsel. 


Das Stöffchen wurde also erstmal vorbildlich gewaschen während ich überlegte, was es werden möchte. Eigentlich hatte ich mich schon auf ein Granville Shirt ohne Ärmel festgelegt, weil ich mein grünes sehr gerne trage, es aber dank Poly gar nicht so schön zu tragen ist. Dann stolperte ich auf Instagram über eine Version der Bluse Bruna von La Maison Victor und erinnerte mich daran, dass ich diese auch unbedingt nähen wollte, die Zeitschrift (2/18) hatte ich unter anderem deswegen gekauft. Also Granville wieder verschoben, ein neuer Schnitt reizt ja doch irgendwie mehr. 


Ich habe mich für die Größe 40 entschieden und keine (!) Anpassungen gemacht. Die Bluse kommt mit etwas längeren Ärmeln daher, die dann umgekrempelt werden, außerdem ist der aufgeklappte Reverskragen etwas besonderes. Die Verarbeitung an sich war erstmal nicht besonders kompliziert sondern eher einfach gehalten. Es gibt keine zusätzliche Knopfleiste, da die Vorderteile wegen des Kragens mit einem Beleg ausgestattet werden. Der Kragen ist, so ohne Kragensteg und alles, auch deutlich schneller genäht. Trotzdem spannend, weil ich so eine Art Kragen noch nie genaht habe!


Dank der flutschigen Viskose rutschen die aufgekrempelten Ärmel doch immer ziemlich runter, das werde ich also mit ein paar Stichen noch nachträglich befestigen, denn die lange Version gefällt mir nicht wirklich. Außerdem spannt es vorne am Armloch so seltsam wenn ich den Arm seitlich bewege, ihr könnt es auf dem Foto ganz gut sehen. Ich bin mir unsicher, ob das an der Passform liegt? Das Problem hatte ich bisher noch nie bei Blusen und ich weiß auch nicht, wie ich es beheben könnte. Wenn ihr da Tipp habt, bitte melden! Noch ein Manko: Die Tasche sitzt viel zu hoch. Gut, dass sie im Muster untergeht. Keine Ahnung wo andere Frauen ihre Brüste haben, denn eigentlich gehört die Tasche doch eher darauf mit einer Tendenz nach unten?


Passende Knöpfe hatte ich zum Glück noch im Fundus, klassischerweise vergesse ich ja immer beim Stoffkauf für Blusen die Knöpfe und stehe dann mit einer eigentlich fertigen Bluse ohne Knopflöcher und Knöpfe da und muss warten, bis ich mal wieder ins Geschäft komme. Das war hier zum Glück nicht gegeben, auch wenn schwarze Knöpfe vielleicht besser gepasst hätten als dunkelblaue. 


Für mich persönlich bin ich ja kein Fan von V-Ausschnitten. Ich mag runde an mir einfach lieber sehen, woran immer das auch liegt. Daher bin ich nun bei dieser Bluse unsicher, ob es einfach die fehlende Gewohnheit ist, die meine Begeisterung bremst, oder ob sie mir wirklich nicht so gut gefällt. Was sagt ihr?


Ich freue mich über eure Meinungen und Tipps!

Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit dem Me Made Mittwoch, wo heute gleich zwei gut gekleidete Frauen die Leitung übernehmen.Außerdem mit Sewlala