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3. November 2021

Basic Tank und Glückstasche

 Hallo ihr Lieben, 

bei diesem Blogbeitrag könnte eventuell das Gefühl eines kleinen Déjà-vu aufkommen. Im Sommer zeigte ich zwei Tanktops und erzählte, wie froh ich war nun einen Basic Schnitt dafür zu haben. Dazu präsentierte ich die Tasche voll Glück und hatte auch darüber ein paar Worte zu verlieren. Nun das Ganze nochmal in anderen Farben:

Vor einigen Wochen hatte ich das Glück bei Stoffetauschen von einer einzigen Person vier hübsch melierte Bio-Jerseys kaufen zu können sowie einen gemusterten. Das Shirt, das ich daraus nähte habe ich euch hier schon gezeigt. Eigentlich wollte ich in einem kleinen Marathon die gesamten Stoffe in Shirts und Tops sowie die Reste in Unterwäsche verwurschteln, aber naja, irgendwie kamen andere Projekte dazwischen und Basics sind halt eher langweilig. 

Also durfte zwischendrin auch etwas spannenderes unter die Nadel. Taschen zum Beispiel, die sind ja regelrecht nervenaufreibend. Der Moment des Wendens sorgt jedesmal noch für angespannte Nerven bei mir. Nicht zu unrecht, wie sich herausstellen sollte... aber dazu weiter unten mehr. Meine khaki farbene Bauchtasche durfte mich den Sommer über fast täglich begleiten, und auch abseits des Pendelns habe ich sie oft an mir dran gefunden. Ist halt schon alles wichtige drin, was ich so brauche wenn ich das Haus verlasse, und so praktisch griffbereit. Dann kam der Herbst und damit die Ernüchterung: Mit dem leicht anderen Khaki-Ton meiner Jacke sah die Tasche überhaupt nicht aus. Gar nicht. Gänsehaut. Ich musste eine zweite nähen! (Gut, die vierte insgesamt, aber für mich eben die zweite).

 
Weil ich ja weiterhin versuche, möglichst Ressourcen schonend zu nähen, habe ich zunächst einmal bei den Stoffresten geschaut, hier jedoch nichts in passender Menge und Festigkeit gefunden. Ebenso wenig bei den aussortierten Kleidungssücken die zu gut zum Weitergeben waren. Letzte Station war also die Flohmarktkiste, und hier wurde ich fündig: Meine Jacke Lupin, die ich sowieso nie getragen habe. Futter direkt dabei, was will man mehr? Die Wildlederoptik des Außenstoffs konnte ich mir super gut vorstellen für die Tasche, also habe ich direkt alles auseinander genommen. Gurt, Karabiner und vorderer RV musste ich dazu kaufen (diese Zubehör-Dinge sind wirklich teuer für so eine kleine Tasche!). Sogar das Stück mit dem aufgenähten Label konnte ich einbauen. 
 

Weil ich die Tasche ja nun schon einige Male genäht hatte, habe ich die Anleitung nur grob überflogen. Und irgendwie verpasst, der hinteren Tasche ein Futter einzubauen. Richtig ärgerlich, aber auch ein bisschen witzig. Ich werde nachträglich noch versuchen, die Nahtzugaben ein wenig zu versäubern damit es nicht so schnell aufribbelt, vielleicht löse ich auch nochmal die Wendeöffnung und versuche, ein Futter anzubauen, da bin ich mir noch nicht sicher. 

Eigentlich wollte ich auch gerne ein schönes gemustertes Gurtband verwenden, sowas hatte mein Stoffladen vor Ort leider nicht. Also habe ich einen Streifen Stoff auf das vorhandene Gurtband aufgenäht. Marke Eigenbau quasi, auch irgendwie schön. Auf den Bildern könnt ihr es ein wenig erahnen.

Ich habe auch hier wieder die kleine Variante genäht, aber mal mit Fronttasche. Im Moment praktisch für die allgegenwärtige Maske ... 

Ich habe nun also eine Sommer- und eine Wintertasche, könnte man sagen. Was ich nicht sagen kann ist, ob es die letzte bleibt. Macht einfach Spaß, diese Tasche! Und bringt Glück?

Bis jetzt hat sich das Top so nett im Hintergrund gehalten, da will ich es doch kurz mit ein paar Worten lobend erwähnen. Genäht habe ich es an einem Tag, an dem ich gefrustet von der Arbeit heim kam und irgendwie ein Produkt sehen wollte. Ein Schnelles, bei dem ich wenig falsch machen kann. Zum Glück lag das Top schon zugeschnitten da und nach einer Stunde hatte ich ein neues Top und bessere Laune. Meine Anspannung hat sich aber wohl ein wenig auf das Nähen übertragen, die Einfassungen an den Armausschnitten sind einen Tacken zu stark angezogen, es wellt sich ganz leicht. Kann ich gut mit leben, aber interessant, wie es quasi vom Kopf durch die Hände ins Projekt fließt, oder? 

Ich habe das Top Juno wieder in Größe L genäht und wie beim letzten Mal den zusätzlichen Zentimeter auf Taillenhöhe sowie einen oben an den Trägern hinzugefügt.

Und ganz unten im Bild könnt ihr noch meine Restesocken erahnen. Ich liebe sie so sehr und will unbedingt ein zweites Paar, aber so viele Pläne und so wenig Zeit, ihr kennt das. Aktuell sind erstmal Geschenke auf und unter den Nadeln. Dafür bin ich mit meiner Planung schon durch und habe vieles an Material und Kleinigkeiten schon besorgt, sodass ich hoffentlich einen entspannten und kreativen November und Dezember haben kann. 

Meine zwei Teile schicke ich zum Me Made Mittwoch und bin gespannt, was sich dort noch so entdecken lässt!


Happy sewing, 

Julia


17. Oktober 2021

Stricken ist Therapie - Teil 2

 Hallo ihr Lieben, 

vor anderthalb Jahren habe ich das erste Mal beschrieben, wie in turbulenten Zeiten das Stricken oder die Handarbeit an sich ein Anker ist. Wenn ich im März 2020 schon gewusst hätte, wie das weitergeht, hätte ich vermutlich herzhaft gelacht. Ja, der Umzug und der Beginn der Pandemie waren hektisch und unruhig, aber die vergangene Zeit war nicht unbedingt besser. Denn auch nach dem Umzug blieb und bleibt viel zu tun, um es wohnlich zu machen, und das ganze wird nicht unbedingt dadurch beschleunigt, dass zwischenzeitlich Möbelhäuser und Co. geschlossen waren. 

Also habe ich auch in den letzten anderthalb Jahren eher auf kleine Projekte gesetzt, die transportabel waren und wenig Konzentration erforderten. Sprich: Kinderkleidung. Und ihr bekommt nun alles zu sehen, was in der Zeit entstanden ist. Bereit? Ich habe jeweils die Projektseite auf Ravelry verlinkt, darüber findet ihr dann auch die entsprechende Anleitung.


Da wäre dieses eigentlich als Set gedachte Arrangement. Nun ja, da liegen wohl einige Größen dazwischen! Die Jacke ist nach einer kostenlosen Anleitung entstanden, ich habe jedoch das Knötchenmuster weggelassen, da mir das zu viel Unruhe im Gestrick gewesen wäre. Zöpfe und Farbverlauf sind vollkommen ausreichend, finde ich. Ich bin gespannt, wie das Jäckchen getragen wirkt, ich erahne schon eine klaffende Knopfleiste da an der Schulter, aber mal sehen. 


Auch die Anleitung zur Bloomer ist gratis, das ziehe ich bei Kinderkleidung ja auch vor, muss ich gestehen. Ich habe die kleinste Größe gewählt, die Maschenprobe stimmt eigentlich auch, ich weiß nicht so ganz, wer dieses Höschen tragen wird, aber mal sehen. Notfalls wird halt geribbelt. Das Bündchen habe ich ein wenig verkürzt, trotzdem war das Garn nach der Hälfte der Hose alle, aber in meiner Wollschublade fand sich dann noch ein von der Garnstärke passender Rest in Grau, der nun dort verbraucht wurde. 


Nächstes Projekt wäre der Emil Body, dieses Mal ohne Ärmel aus zwei Merinowollresten in maritimen Streifen. Für die Ausschnitte reichte das Garn nicht mehr, da habe ich zu einem gelben Sockenwollrest gegriffen. Der Body ist im Frühjahr 2020 gestrickt, also schon ganz schön lange ohne fotografisches Festhalten in meinem Besitz. 


Im Schritt wird er per Druckknöpfen geschlossen, darauf musste er auch einige Monate warten. Die hatte ich zwar noch zuhause, aber während ich das Stricken ja gerne mache, ist Knöpfe annähen etwas, das oft sehr lange dauert. Geht es noch jemandem so?


Eine kleine Kollektion Mützen bzw. Bonnets gab es auch noch, die stelle ich euch kurz im Einzelnen vor.


Ganz rechts liegt eine Mütze, die noch keine Anleitung hat, ein Teststrick quasi. Ich werde sie aber nachträglich verlinken, sobald da was vorhanden ist. Aus Baumwollgarn gestrickt ist sie als Sonnenmützchen für die nicht ganz so heißen Tage gedacht, und die Farbe schreit ja quasi nach Sommer, oder? Der graue Streifen ist quasi ein Tunnel und durch Doubleface erarbeitet, wenn gewollt, kann hier noch ein Band eingezogen werden. 


Ganz links liegt eine schlichte Mütze, zumindest von der Machart, dafür knallt die Farbe. Ich habe mich, glaube ich, grob an der verlinkten Anleitung orientiert, aber glatt rechts gestrickt und auch dickere Nadeln genutzt, weil dickeres Garn. 


Die nächste Mütze ist ein ganz spannendes Exemplar. Zuerst war da das Garn: Eine Kollegin überreichte mir einen Loopschal und Handstulpen, die sie mal geschenkt bekommen hatte, aber gar nicht so ihrem Geschmack entsprachen. Ziemlich viel Lace und filigran, das Etikett noch dran. Bananenfaser. Spannend, dachte ich. Die Handstulpen wollte meine Mama gerne übernehmen, der Loop gefiel aber auch ihr nicht. Also habe ich geribbelt und das Garn für neue Zwecke genutzt: Eine Bonnet. Wenig später habe ich dann bei Jule von Hey Mama Wolf eine Ausgabe des Buches "Natürlich, Baby" gewonnen und mir daraus die Anleitung "Emilias Bonnet" ausgesucht, um die Bananenfaser zu verarbeiten. Leider sieht man das schöne Muster am Rand der Mütze durch das nicht gleichmäßige Garn schlecht, die muss ich also wohl nochmal stricken. 


Einige weitere Projekte aus dem Buch habe ich mittlerweile auch schon verwirklicht: "Leons Pullunder" durfte drei weitere Garnreste vertilgen. Im Buch wird der Pullover in Teilen gestrickt und dann zusammengenäht, das habe ich ein bisschen umgebaut um ihn in Runden stricken zu können. Das Ergebnis finde ich irgendwie ziemlich niedlich, auch, wenn mein Garn wohl mal wieder etwas dicker war, wie Größe 62-68 kommt er mir nämlich nicht vor. 


Und dann wäre da noch das Set aus Mikas Hustenleibchen und Mikas Windelhose. Beide winzig klein und ebenfalls ziemlich niedlich, waren sehr schnell gestrickt. 


Auch hier habe ich statt in Einzelteilen in der Runde gestrickt um mir das Zusammennähen zu sparen. In meiner Knopfkiste fanden sich zwei hellblaue Knöpfe mit einem Anker drauf, die passen perfekt zu dem Leibchen, finde ich. Vermutlich habe ich sie etwas weit oben angebracht, aber das lässt sich ja dann noch anpassen. Ein weiteres Projekt habe ich noch gestrickt aus dem Buch, aber leider einen Fehler gemacht. Da muss ich erst noch ein bisschen ribbeln, dann kann ich es hier zeigen. 


Sockenwolle, die mir zu bunt ist für Socken, finde ich für Kinderkleidung meistens super. In diesem Fall ist aus 100g Wolle ein Pullover entstanden. Das Garn hat mir schon Party genug gemacht, da habe ich das Strukturmuster auf dem Ärmel eliminiert. 



Die Anleitung zu dieser süßen Jacke schlummerte auch schon länger in meiner Queue auf Ravelry, weil ich das Muster an den Raglannähten so schön fand. Das sieht man auf den Bildern jetzt kaum, weil das Garn so dunkel ist, aber in echt ist es deutlicher. Auch hier kam Sockenwolle zum Einsatz, allerdings nur ein Restchen, sodass ich die Banderole nicht mehr hatte. Ich vermute aber, dass es ein Zauberball war. Die Jacke wird von unten an gestrickt, das finde ich immer eher unpraktisch und würde es beim nächsten Mal andersherum gestalten. 


Meine allerliebste Babysockenkundin mit dem Babyboom im Freundeskreis ist nun auch selbst Mutter geworden. Zu diesem Anlass hatte sie mir drei Knäul Wolle geschickt mit der Bitte, zwei Paar Söckchen und eine Mütze zu stricken. Das war schnell erledigt, aber noch massig Garn übrig. Da habe ich noch einen kleinen Overall hinterher geschoben, damit das Kind auch direkt ein stimmiges Outfit hat. In der Anleitung vom Fofo Overall ist eigentlich ein durch kraus rechts gestrickte Maschen entstehendes Muster auf der Brust vorgesehen, aber die Streifen finde ich ebenso schön. 


Davor schon hatte ich aus einem antiken Garn denselben Overall, nur für dickeres Garn, gestrickt. Die Wolle stammt noch aus den Wollresten von meiner Mama, es gibt die Marke nicht mal mehr auf Ravelry. Der Strang schrie irgendwie 90er, aber da es reines Baumwollgarn war konnte ich mir sicher sein, keinem Mottenfraß begegnen zu müssen. Nach dem Overall war dann noch genug Garn für eine kleine Mütze übrig, auch, wenn die am Ende mit einem weiteren Rest beendet werden musste. Das Ergebnis finde ich super cool!


Das Spielhöschen Goldkind aus dem Klompelompe Buch habe ich schon einige Male gestrickt, ist einfach immer eine super Verwendung für Garnreste. In diesem Fall war das Garn deutlich dicker als vorgesehen, also habe ich die nötigen Angaben umgerechnet. Das ist immer ein bisschen knifflig, aber nach den ersten zwei Malen wird es geläufig. Dreisatz ist das, was am häufigsten gebraucht wird. 





Das letzte Kleidungsstück ist ein Cardigan, ebenfalls aus so einem ungeliebten Sockenwollknäul, das ziemlich genau aufgegangen ist dafür. Ihr ahnt schon, wegen der Knöpfe durfte auch dieses Stück lange herumliegen, bevor es wirklich fertig war. 


Und zum Abschluss das süße Püppchen, das ich im Auftrag für meine Mama zur Geburt eines kleinen Mädchens gestrickt habe. Sie hatte noch in Erinnerung, dass ich das mal vor Ewigkeiten gestrickt hatte und wollte es gerne verschenken. 


Und das war die neue Kollektion der letzten anderthalb Jahre! Meine Geschenke-Schubladen sind wieder gut gefüllt und bereit für all die neuen Menschen, die sich im Moment so ankündigen. Ich finde es schön, dann etwas passendes aussuchen zu können. Und es macht mich einfach auch sehr glücklich, meine Wollreste sinnvoll zu verarbeiten und aufzubrauchen. 

Strickt ihr auch gerne Babysachen? Was ist eure liebste Anleitung?


Happy Knitting, 

Julia




16. September 2021

Brocade Diamond - Ein Project Knit

Ich berichte über einen Teststrick, es dürfte sich also um Werbung handeln. 

 Hallo ihr Lieben!


Kennt ihr die in der Strickwelt beschriebene Unterscheidung von "Project Knit" und "Process Knit"? Ersteres beschreibt die Strickprojekte, wo das Stricken den geringeren Teil der Freude ausmacht, dafür aber die Vorfreude auf das fertige Teil antreibt. Für mich sind das zum Beispiel Socken, das Stricken kann ich im Schlaf und es ist überhaupt nicht spannend, aber weil ich mich auf die Socken freue stricke ich sie trotzdem. Process Knit ist für mich jedes mehrfarbige Stück, Muster stricken macht mir so viel Spaß, zu sehen wie es langsam entsteht...

Nunja, das Tuch, das dieser Beitrag vorstellt, ist definitiv auch ein Project Knit. Am Anfang hat es noch ein bisschen Spaß gemacht, dann wurde es schnell mühsam. Warum? Nun ja, auf den ersten Blick sieht es aus wie ein helles Tuch mit rotem Rand, richtig?

Aber das täuscht! Sophia, die Designerin dieses Tuch, fängt hier schön ein, wie ich versuche das Muster einzufangen. Ist mir in dem Licht nicht gelungen, aber hier unten seht ihr es: Das Tuch ist komplett gemustert. Dabei entsteht dieses Muster nicht durch verschiedene Farben, acuh wenn es so aussehen mag, sondern durch verschiedene Garne. Der Hintergrund wurde in Lamana Milano gestrickt, das Muster in Lamana Cusi, beides in derselben Farbe. Und genau das hat den Strickprozess recht kompliziert gemacht, wo jetzt bei näherem Hinsehen das Muster deutlich erkennbar ist, war das während des Strickens oft schwierig.

Aber Sophias Idee gefiel mir einfach gut, also habe ich weiter gemacht. Praktisch war dabei, dass sie mir ein Nadelset ausgeliehen hatte (damit war der Funke gelegt, einige Monate später habe ich ein eigenes bekommen). Somit konnte mit wachsendem Umfang auch die Seillänge wachsen, ohne dass ich diverse Rundnadeln herumhantieren musste. Das Tuch wird nämlich in der Runde gestrickt, am Schluss folgt dann ein Steek, also das Aufschneiden entlang einer Seite um aus einer spitzen Tüte ein Tuch zu machen.

Mit Lamana Cusco wurde dann der Rand gestrickt und Voila, das Tuch war fertig. Es ist wirklich schön, wir philosophierten schon über andere Farbzusammenstellungen, trafen uns bei extremer Luftfeuchtigkeit und Hitze in Münsters Rieselfeldern für Fotos (das war 2018) und danach gehörte das Tuch zu meiner kleinen feinen Auswahl an wolligen Halswärmern. Aber leider kam es seiner Bestimmung nicht oft nach, zusammen mit dem very hungry Caterpillar Tuch hatte ich zwei in einem sehr ähnlichen Farbspektrum, und so blasse Farben so nah am Gesicht ist im Winter auch irgendwie nicht gut für mich, da fühle ich mich so bleich.

Deshalb wanderte das Tuch vor ein paar Monaten zurück zu Sophia, die sich arg darüber freute und es sicherlich häufiger nutzt als ich. Und vielleicht muss ich es einfach nochmal stricken, nur eben in anderen Farben.

Wie gefällt euch die Idee mit dem Muster durch Struktur? Welche Farben würdet ihr wählen?

Mein Projekt findet ihr auch auf Ravelry, ebenso wie die Anleitung. Passendes Garn gibt es bei Sophia im Shop als Paket, oder vielleicht auch bei eurem Lieblings Händler vor Ort. 


Happy knitting!

Julia



3. Februar 2021

Me Made Outdoor Outfit zum Geocachen

 Hallo ihr Lieben, 

zum heutigen Me Made Mittwoch (schon der zweite in diesem Jahr) bringe ich euch mal wieder ein Outfit bestehend aus alten und neuen Teilen mit und stelle dabei das neue etwas genauer vor. 

Zu Weihnachten schenkte der Freund mir ein GPS-Gerät. Nicht ganz uneigennützig, denn im Geocachen sah er ein uns beiden möglicherweise gefallendes Hobby, und davon gibt es bisher nur wenige (Essen, Wandern und Serien hauptsächlich). Also war ich direkt angetan von der Idee, würde es ja auch mit einschließen, dass wir öfter mal gemeinsam in der Natur unterwegs sind. Zwar war mir schon klar, wer die meiste Zeit das Gerät halten wird - der Freund liebt Karten in jeglicher Form, also vielleicht auch ein sehr eigennütziges Geschenk. Nun, wie dem auch sei, natürlich mussten wir es direkt mal am ersten Weihnachtsfeiertag ausprobieren und sind seitdem dabei, unsere Umgebung näher kennenzulernen und das Cachen für uns zu entdecken. Bietet sich ja auch an, Termine gibt es nicht und draußen zu zweit unterwegs sein entspricht perfekt allen Empfehlungen.

Für diese Abenteuer muss natürlich auch ein geeignetes Outfit zusammengestellt werden. Warm sollte es halten, denn während mir beim Radfahren meistens schnell zu warm wird, stehen wir ja hier auch öfter mal eine Weile herum oder stöbern durchs Unterholz. Deshalb ist mein dick gefütterter Wind und Wetter Parka hier aktuell Standard. Noch dazu bieten die großen aufgesetzten Taschen gut Platz für GPS-Gerät, Handy, Stift und Zettel und was sonst noch schnell greifbar sein sollte. 

Dazu gibt es eigentlich immer eine Mütze, in diesem Fall mein schon älterer Sockhead Hat mit doppeltem Bündchen. Und um den Hals der Schal aus dem wunderschönen seidig-flauschigen Tiffany. Der ist glaube ich mein ältester selbstgestrickter Schal und ich wünsche mir seitdem, nochmal etwas aus diesem Garn stricken zu können.

Gerade bei längeren Expeditionen brauchen wir aber mehr, als die Jackentaschen zweier Personen beinhalten können (Wasser, Kamera falls schöne Ecken auftauchen, Schreibblock, Taschentücher usw.) und dann ist mein neuer Rucksack am Start. Meinen vorherigen Alltagsrucksack, der so heißt weil er mich jeden Tag zur Arbeit begleitet habe ich jetzt knapp drei Jahre wirklich gerne und viel genutzt, aber er hat dann doch meinen Ansprüchen nicht mehr genügt und einige Schwachstellen haben sich aufgetan. Nähte, die aufgingen, das Material war überhaupt nicht mehr wasserabweisend und seitdem ich zur Arbeit pendele und zwischen Fahrrad und Zug wechsele, brauche ich schnellen Zugang zu Jobticket, Fahrradlampen, Handschuhen, Handy usw. Da reichten mir die äußeren kleinen Taschen am Vicky Backpack nicht mehr aus. Der wurde also entsorgt, zuvor aber ausgeschlachtet, alle Reißverschlüsse und Schnallen habe ich herausgetrennt und auch das Label, das liebe ich nämlich immer noch sehr ("made by an awesome person") und wusste, dass ich es auf dem nächsten Rucksack wieder verwenden wollen würde.

Bei meiner Suche nach einem neuen Schnittmuster habe ich ziemlich lange hin und herüberlegt und mich dann aber für den Rucksack Nordika von Seemannsgarn entschieden. Viele Außentaschen, die noch dazu etwas geräumiger sind, Henkel um den Rucksack auch offen gut und stabil halten zu können, eine gute Größe. Und dieser wunderschöne, (optional) abgesteppte Rücken hat mich auch ein wenig überzeugt.

Das Material (Oilskin, Soft&Stable, Futter und Endlos-Reißverschluss) habe ich komplett bei Snaply bestellt. Leder für die Henkel hatte ich noch hier, da gab es mal so ein Lederreste-Päckchen aus dem ich seitdem für solche Projekte zehre. 

Ich habe mir vor dem Nähen so einige Gedanken gemacht, was mir wichtig ist. Alles konnte ich nicht umsetzen, aber doch vieles. Es gibt mehrere Stellen mit kleinen Schlaufen, an denen ich dann (wenn es irgendwann wieder geht...) zum Beispiel meine Boulder-Schuhe aufhängen kann. Sowohl der Schieber vom RV als auch die "Öffnung" der aufgesetzten Tasche sind rechts, weil ich dort meinen Rucksack hängen habe, wenn ich ihn auf- oder absetze. Somit kann er auf der rechten Schulter bleiben und ich komme mit der linken Hand gut an und in den Rucksack.

Dann ist natürlich praktisch, wenn man keine Handschuhe trägt, sondern zum Beispiel die schönen X-Mitts, die ihr unten links im Bild erahnen könnt. Sie kommen bei mir nicht häufig zum Einsatz, da fingerlose Handschuhe einfach unpraktisch sind auf dem Fahrrad und ich meistens mit diesem Mittel unterwegs bin. Aber für Wanderungen und das Geocachen sind sie perfekt, weil ich warme Hände habe, aber auch die Geräte bedienen kann, ohne mir jedes Mal die Handschuhe ausziehen zu müssen. 

Ich habe mich bemüht, den Rucksack langlebig zu gestalten, überall wo es möglich war versäubert und abgesteppt. Leider ist mir beim Zuschnitt oder beim Nähen irgendwie ein Fehler passiert, die Seitenteile waren breiter als die Taschen dort, sodass ich hier kürzen musste und dadurch ein wenig Raum einbüßen. Er reicht für meine täglichen Dinge (üblicher Taschenkram+Strickzeug für den Zug+Essen+evtl. Sportkleidung) aber es wird schon manchmal eng. Wenn mich also irgendwann die Motivation packt, nähe ich vielleicht noch einen größeren für diese Tage.


Soft&Stable kannte ich bisher ja nicht, bin aber sehr angetan davon. Der Rucksack hat einen guten Stand, und weil ich auch die Träger damit versehen habe, sind auch die sehr angenehm. Allerdings war da nichts mit wenden, wie im Ebook vorgegeben, das war alles viel zu dick und starr. Ich habe also wieder aufgetrennt und die Träger wie Schrägband genäht, also links auf links der Länge nach gefaltet und dann die offenen Kanten zur Mittellinie hin, dann abgesteppt. Das hat auch ein gutes Ergebnis gegeben. 

So. Nun packe ich besagten Rucksack mal für einen weiteren Arbeitstag und hoffe, vor dem Wochenende meine Runde durch die Blogs der anderen Teilnehmer:innen des Me Made Mittwoch zu schaffen. 


Happy sewing, 

Julia


6. Mai 2020

Wolle und Stoff, alt und neu

Hallo ihr Lieben,

ich will euch mal direkt zu Beginn  mit einer Frage überrumpeln: Lasagne lieber frisch oder aufgewärmt am nächsten Tag? Der Freund hat da einen ganz klaren Favoriten (nächster Tag), wohingegen ich für beide Geschmäcker einen Platz in meinem Herzen habe. 

Was Lasagne nun mit Kleidung zu tun hat, denn darum geht es ja auf dem Blog? Naja, ich wollte mit dieser schicken Metapher den Bogen schlagen zu einer Feststellung: Es muss ja nicht immer etwas neues sein, etwas älter und nochmal aufgewärmt tut's auch. 


Im Moment läuft in der Nähwelt ja der Me Made May, also angezettelt von Sozoblog die weltweite Aktion, so viel selbstgemachtes wie möglich zu tragen, dabei steckt aber jeder Teilnehmende seine Bedingungen selbst. Ich nehme auch wieder daran teil und zeige täglich meine Outfits auf Instagram. Dabei schaue ich natürlich auch bei anderen vorbei und stelle fest, wie inspirierend und schön es ist, all die Kombinationen zu sehen, ganz alltägliche Situationen. Das geht so oft mal unter, weil natürlich die neuen Teile irgendwie interessanter sind und geteilt werden wollen. So geht es mir zumindest, ich freue mich immer sehr, wenn ich etwas neues vorstellen kann. 


Heute komme ich also mit einer Kombination aus alt und neu daher, der Mittelweg, sozusagen. Und nehme mir außerdem wie so oft vor, häufiger mal ältere Kleidungsstücke zu zeigen. Dann lässt sich dazu ja auch viel mehr sagen, was Passform und Qualität angeht, eigentlich also sogar ein viel fundierterer Bericht. 


Neu ist das Musselintuch, meine neue große Liebe. So schnell gemacht, kuschelig, groß, immer und zu allem passend. Es ist bereits mein zweites, und ich hätte gerne noch eins in senfgelb, rostrot, schwarz und vielleicht oliv. Aber das eilt nicht, das gehe ich ganz gemütlich an und warte ab, bis mir der richtige Stoff über den Weg läuft. War hier schließlich auch so, den satt dunkelblauen Stoff habe ich über ebay Kleinanzeigen gekauft. 


Ein Quadrat von 1,4x1,4 Metern war es, perfekt für meinen Plan. Im Gegensatz zum letzten Tuch habe ich es mir hier noch viel einfacher gemacht und nur einmal mit der Overlock rundherum gerattert, fertig war das Tuch. Ich weiß, dass es auch einen Rollsaum gibt, aber dafür hätte ich eine Nadel rausnehmen müssen und der passende Inbusschlüssel war gerade nicht zur Hand, also musste ich auch gar nicht lernen, wie Rollsaum geht. Bei einem der nächsten Tücher wird es dann aber was, bestimmt. 


Ich weiß, dass viele die Quadrate diagonal teilen und somit zwei Tücher daraus machen. Weil ich es aber gerne massig mag um den Hals, falte ich das Rechteck einfach nur diagonal und habe so viel mehr Material um den Hals. Hachja. Also dafür, dass ich hier nur ein einfaches Tuch beschreibe, habe ich schon ganz schön viel geschrieben!

Darunter trage ich zu einer sehr alten gekauften Jeans übrigens meinen Herzchenpullover nach einer Anleitung von Stichfest.


Der ist nun schon einige Jährchen alt und wird immer noch mit Begeisterung getragen. Allerdings hat sich der Halsausschnitt etwas verändert. Offenbar ist mein Hals doch ein wenig zu mimimi für Sockenwolle, sodass ich nachträglich den Halsausschnitt etwas weiter gemacht habe. Das war nicht viel Arbeit, hatte aber einen sehr angenehmen Effekt und außerdem dazu geführt, dass ich den Pullover jetzt auch ohne Bluse drunter tragen mag...


Auf den ersten Blick sieht er nach langweiligem grauen Pullover aus, aber haha, das täuscht! An den Seitennähten findet sich eine Reihe hübscher Lace-Motive, und im Nacken das kleine Herzchen-Detail, das ich sehr mag. 


Viel mehr habe ich jetzt auch gar nicht zu erzählen. Außerdem sind meine Gedanken ein bisschen an der Lasagne hängen geblieben, vielleicht muss ich bald mal wieder eine kochen. 


Ganz viel andere schöne, selbstgemachte Kleidung gibt es wie immer am ersten Mittwoch auf dem Blog vom Me Made Mittwoch!


Happy knitting, happy sewing, 

Julia

11. März 2020

Projekttaschen mit Sichtfenster

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich ein (oder vier?) Projekt dabei, das glaube ich für euch gar nicht mal so super interessant zum verfolgen ist. Es gibt kein Schnittmuster, auf das ich verweise, die Materialien waren auch alle schon vorhanden. Dafür regt es die Kreativität an, schätze ich, und kann euch als Inspiration dienen. Und das ist doch auch eine feine Sache, oder?

Wie so oft, brauche ich ein bisschen Vorlaufzeit um euch den Zusammenhang zu erklären. Das Stricken habe ich ja von meiner Mama gelernt, und wenn möglich, stricken wir auch sehr gerne zusammen. Zwei Freundinnen von ihr stricken ebenfalls gerne, und weil ich bald wieder in meinen Heimatort ziehe, kam schnell der Gedanke auf, dass wir zu viert einen kleinen Stricktreff auf die Beine stellen könnten. So weit, so gut. 

Besagte Freundinnen waren mit meiner Mutter im letzten Jahr auch auf einer Handarbeitsmesse. Von dort bekam ich dann ein Bild von einer Projekttasche, die mit einer Art Sichtfenster ausgestattet war, man konnte also reinschauen. Alle drei fanden dies wohl ziemlich gut, und Mama fragte, ob ich sowas wohl mal irgendwann nähen könnte. Das habe ich bestätigt. 

Dann haben wir vom Wohlfühlstricktreff (schönster Name, oder?) beschlossen, uns schon vor meinem Umzug regelmäßig zu treffen. Und mit dem ersten Termin stand dann natürlich auch meine persönliche Deadline für die Projekttaschen fertig; ich meine, die Vorstellung, dass wir dort alle mit einer Tasche sitzen die uns ganz klar als Mitglieder eines tollen Clubs auszeichnet ... ihr versteht, dass ich das unbedingt wollte?


Ich habe mir also Gedanken gemacht. Gemessen und gemalt, wie es aussehen könnte und welche Proportionen mir gefallen, was mir wichtig ist. Ich mag Kordelzug lieber als Reißverschluss, ich mag eine kleine Innentasche, ich mag es außen Schlicht, ich mag zusätzliche Henkel. Die anderen drei mussten das dann einfach auch so mögen, es sollte ja eine Überraschung sein, also wollte ich nicht nachfragen. 
Beim Material habe ich ein wenig herumgesucht. Für den Außenstoff kamen ein paar Reste aus meinem Regal in Frage. Eigentlich wollte ich erst vier verschiedene machen, mit gleichem Futter, aber dafür reichte es nicht, und so sind sie alle gleich geworden was den Außenstoff angeht. Das geblümte rechts im Bild ist ein alter Bademantel von mir, den ich doch nicht so gerne anziehe. Die größte Herausforderung war dann das Sichtfenster. Ich wollte ungerne losziehen und Plastik einkaufen, wo ich doch eigentlich aktiv versuche, dieses Material so wenig wie möglich zu konsumieren. Recht schnell kam mir dann der Gedanke, dass doch Bettwäsche oä oft in so "Taschen" eingepackt sind deren Material sich dafür eignen könnte. Kurz bei Mama nachgefragt, ja, da war noch sowas vorhanden von Auflagen für die Gartenliegen. Perfekt. 

Unten links im Bild seht ihr meinen kleinen Prototypen. Denn das Plastik ist ja einlagig, während ich die Tasche schon gefüttert haben wollte. Deshalb musste ich ein wenig schauen, in welcher Reihenfolge da was genäht und abgesteppt wird. Leider hat der Prototyp nicht ganz ausgereicht, aber dazu später.


Ich habe mir dann die einzelnen Maße für die rechteckigen Schnittteile notiert, alles vier Mal zugeschnitten und vier kleine Stapel gebastelt. Im Endeffekt ging es so auf, dass alle Taschen den gleichen Außenstoff und die gleichen Henkel haben, zwei geblümt gefüttert sind und eine Innentasche aus dem Außenstoff haben und zwei mit dem Außenstoff gefüttert sind und eine geblümte Tasche haben. 


Mein Projekttaschen sollten dann ein kleines und doch sehr wichtiges Detail haben, was ich beim Prototypen nicht bedacht hatte: Einen Boden. Damit ging mein vorheriger Plan leider nicht auf, und es gibt nun doch eine sichtbare Nahtzugabe am Boden der Projekttasche. Ich kann euch nicht erklären, wo das Problem lag, das ist dieser Moment zwischen dem Wenden, wo alles herauskommen könnte. Jedenfalls war es mir nicht anders möglich, wobei ich gut mit einer Nahtzugabe am Boden der Tasche leben kann. Und den anderen ist es nicht aufgefallen, also ... 


Natürlich sind auch alle vier Taschen mit meinem Logo ausgestattet. Sie sind jetzt nicht super stabil, stehen nicht von alleine, dafür ist der Stoff zu dünn. Dafür sind sie groß, da passt locker ein dicker Strickpullover rein, und schön sind sie, also, das muss ich mir schon selbst eingestehen. 


Die drei anderen Wohlfühlstricktreff-Mitglieder waren hellauf begeistert, so sehr, dass es mir schon fast wieder unangenehm war. Ich bin ja nicht so gerne im Mittelpunkt, generell ... aber natürlich habe ich mich sehr gefreut über ihre Freude und das Lob. Bisher haben sie die Taschen auch jedes Mal dabei gehabt, hoffentlich nicht aus Pflichtgefühl, hihi. 


Ich nutze sie auch sehr gerne, das reinschauen können ist ein nettes Feature, was ich nicht unbedingt brauche, aber mal was anderes ist. Mir gefällt vor allem die Farbkombination und die Henkel, sowas haben meine anderen Projekttaschen nicht, und ich habe mir ja doch schon so einige genäht. Die sind aber alle schon in einem Karton verpackt ... Nur diese hier ist noch in Benutzung. 

Genäht habe ich sie übrigens schon im Oktober ... eigentlich wollte ich die ganze Zeit Bilder im mit Wolle gefüllten Zustand machen, aber dazu kam es bisher nicht, also Schluss mit warten.

Habt ihr auch schonmal Beutel für eure Strickprojekte genäht oder reichen euch die guten alten Jutebeutel? Oder strickt ihr nur zuhause und habt einen Korb? Erzählt doch mal. 


Happy sewing, 

Julia