3. Februar 2021

Me Made Outdoor Outfit zum Geocachen

 Hallo ihr Lieben, 

zum heutigen Me Made Mittwoch (schon der zweite in diesem Jahr) bringe ich euch mal wieder ein Outfit bestehend aus alten und neuen Teilen mit und stelle dabei das neue etwas genauer vor. 

Zu Weihnachten schenkte der Freund mir ein GPS-Gerät. Nicht ganz uneigennützig, denn im Geocachen sah er ein uns beiden möglicherweise gefallendes Hobby, und davon gibt es bisher nur wenige (Essen, Wandern und Serien hauptsächlich). Also war ich direkt angetan von der Idee, würde es ja auch mit einschließen, dass wir öfter mal gemeinsam in der Natur unterwegs sind. Zwar war mir schon klar, wer die meiste Zeit das Gerät halten wird - der Freund liebt Karten in jeglicher Form, also vielleicht auch ein sehr eigennütziges Geschenk. Nun, wie dem auch sei, natürlich mussten wir es direkt mal am ersten Weihnachtsfeiertag ausprobieren und sind seitdem dabei, unsere Umgebung näher kennenzulernen und das Cachen für uns zu entdecken. Bietet sich ja auch an, Termine gibt es nicht und draußen zu zweit unterwegs sein entspricht perfekt allen Empfehlungen.

Für diese Abenteuer muss natürlich auch ein geeignetes Outfit zusammengestellt werden. Warm sollte es halten, denn während mir beim Radfahren meistens schnell zu warm wird, stehen wir ja hier auch öfter mal eine Weile herum oder stöbern durchs Unterholz. Deshalb ist mein dick gefütterter Wind und Wetter Parka hier aktuell Standard. Noch dazu bieten die großen aufgesetzten Taschen gut Platz für GPS-Gerät, Handy, Stift und Zettel und was sonst noch schnell greifbar sein sollte. 

Dazu gibt es eigentlich immer eine Mütze, in diesem Fall mein schon älterer Sockhead Hat mit doppeltem Bündchen. Und um den Hals der Schal aus dem wunderschönen seidig-flauschigen Tiffany. Der ist glaube ich mein ältester selbstgestrickter Schal und ich wünsche mir seitdem, nochmal etwas aus diesem Garn stricken zu können.

Gerade bei längeren Expeditionen brauchen wir aber mehr, als die Jackentaschen zweier Personen beinhalten können (Wasser, Kamera falls schöne Ecken auftauchen, Schreibblock, Taschentücher usw.) und dann ist mein neuer Rucksack am Start. Meinen vorherigen Alltagsrucksack, der so heißt weil er mich jeden Tag zur Arbeit begleitet habe ich jetzt knapp drei Jahre wirklich gerne und viel genutzt, aber er hat dann doch meinen Ansprüchen nicht mehr genügt und einige Schwachstellen haben sich aufgetan. Nähte, die aufgingen, das Material war überhaupt nicht mehr wasserabweisend und seitdem ich zur Arbeit pendele und zwischen Fahrrad und Zug wechsele, brauche ich schnellen Zugang zu Jobticket, Fahrradlampen, Handschuhen, Handy usw. Da reichten mir die äußeren kleinen Taschen am Vicky Backpack nicht mehr aus. Der wurde also entsorgt, zuvor aber ausgeschlachtet, alle Reißverschlüsse und Schnallen habe ich herausgetrennt und auch das Label, das liebe ich nämlich immer noch sehr ("made by an awesome person") und wusste, dass ich es auf dem nächsten Rucksack wieder verwenden wollen würde.

Bei meiner Suche nach einem neuen Schnittmuster habe ich ziemlich lange hin und herüberlegt und mich dann aber für den Rucksack Nordika von Seemannsgarn entschieden. Viele Außentaschen, die noch dazu etwas geräumiger sind, Henkel um den Rucksack auch offen gut und stabil halten zu können, eine gute Größe. Und dieser wunderschöne, (optional) abgesteppte Rücken hat mich auch ein wenig überzeugt.

Das Material (Oilskin, Soft&Stable, Futter und Endlos-Reißverschluss) habe ich komplett bei Snaply bestellt. Leder für die Henkel hatte ich noch hier, da gab es mal so ein Lederreste-Päckchen aus dem ich seitdem für solche Projekte zehre. 

Ich habe mir vor dem Nähen so einige Gedanken gemacht, was mir wichtig ist. Alles konnte ich nicht umsetzen, aber doch vieles. Es gibt mehrere Stellen mit kleinen Schlaufen, an denen ich dann (wenn es irgendwann wieder geht...) zum Beispiel meine Boulder-Schuhe aufhängen kann. Sowohl der Schieber vom RV als auch die "Öffnung" der aufgesetzten Tasche sind rechts, weil ich dort meinen Rucksack hängen habe, wenn ich ihn auf- oder absetze. Somit kann er auf der rechten Schulter bleiben und ich komme mit der linken Hand gut an und in den Rucksack.

Dann ist natürlich praktisch, wenn man keine Handschuhe trägt, sondern zum Beispiel die schönen X-Mitts, die ihr unten links im Bild erahnen könnt. Sie kommen bei mir nicht häufig zum Einsatz, da fingerlose Handschuhe einfach unpraktisch sind auf dem Fahrrad und ich meistens mit diesem Mittel unterwegs bin. Aber für Wanderungen und das Geocachen sind sie perfekt, weil ich warme Hände habe, aber auch die Geräte bedienen kann, ohne mir jedes Mal die Handschuhe ausziehen zu müssen. 

Ich habe mich bemüht, den Rucksack langlebig zu gestalten, überall wo es möglich war versäubert und abgesteppt. Leider ist mir beim Zuschnitt oder beim Nähen irgendwie ein Fehler passiert, die Seitenteile waren breiter als die Taschen dort, sodass ich hier kürzen musste und dadurch ein wenig Raum einbüßen. Er reicht für meine täglichen Dinge (üblicher Taschenkram+Strickzeug für den Zug+Essen+evtl. Sportkleidung) aber es wird schon manchmal eng. Wenn mich also irgendwann die Motivation packt, nähe ich vielleicht noch einen größeren für diese Tage.


Soft&Stable kannte ich bisher ja nicht, bin aber sehr angetan davon. Der Rucksack hat einen guten Stand, und weil ich auch die Träger damit versehen habe, sind auch die sehr angenehm. Allerdings war da nichts mit wenden, wie im Ebook vorgegeben, das war alles viel zu dick und starr. Ich habe also wieder aufgetrennt und die Träger wie Schrägband genäht, also links auf links der Länge nach gefaltet und dann die offenen Kanten zur Mittellinie hin, dann abgesteppt. Das hat auch ein gutes Ergebnis gegeben. 

So. Nun packe ich besagten Rucksack mal für einen weiteren Arbeitstag und hoffe, vor dem Wochenende meine Runde durch die Blogs der anderen Teilnehmer:innen des Me Made Mittwoch zu schaffen. 


Happy sewing, 

Julia