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1. September 2021

Shorts Wrapped mit Streifen

 Hallo ihr Lieben, 


diese Zeilen tippe ich aus unserer Ferienwohnung in der sächsischen Schweiz. Neben Wandern und Erkunden der Ortschaft sollte es doch möglich sein, die letzten nicht abgelichteten Sommerteile zu fotografieren, dachte ich, und packte alles ein. Mit dem fast täglich vorbeischauenden Regen hatte ich da nicht gerechnet, aber wenn eines in diesem Sommer nicht unbedingt nötig war, dann Sommerkleidung. Auch diese Shorts hatte ich für die Bilder, und dann vielleicht noch zwei Mal an? Nun ja, sie halten sich ja zum Glück noch viele viele Jahre, da macht der milde Sommer in diesem Jahr nicht so viel aus. 

Nun aber zu den Bildern und der Geschichte der Hose!

Der Stoff hat via Stoffetauschen zu mir gefunden, zusammen mit einem dünnen Rippenjersey. Die Streifen sagten mir sofort zu, ebenso die Info, dass es Längsstreifen sind, ist ja nicht unbedingt häufig! Es handelte sich nur um ein Reststück, ich wusste also schon, dass es vermutlich eine sommerliche Shorts werden würde. Als der Stoff ankam, war ich von der Haptik ganz hingerissen, fühlt sich an wie Leinen und Baumwolle, leicht fallend und trotzdem mit Struktur. Perfekt für meine Pläne!

Nach der Wäsche durfte das Stöffchen trotzdem erstmal in die Schublade, die passenden Temperaturen waren noch nicht erreicht und mir fehlte die Lust für kurze Nähprojekte. Im Juli war es dann soweit, mittlerweile hatte ich mich beim Nähen im Kopf (ihr kennt das?) schon für die Shorts Wrapped entschieden. Den Schnitt vom Schnittduett besitze ich schon länger und habe ihn auch schon diverse Male genäht: Zuerst in längsgestreift mit langen Beinen, dann aus gelbem Leinen und dann nochmal aus dunklem Jeans und kurz. Es gibt mittlerweile ein Shorts-Add on, aber da es für mich auch beim letzten Mal gut per Augenmaß funktioniert hatte, entschied ich mich auch bei diesem Versuch wieder dafür.

Ich bin bei der gewohnten Größe 42 geblieben, die Hose lässt ja durch Gummibund und weites Bein viel Spiel. Beim Zuschnitt musste ich eine Weile herumschieben, so ein Reststück Stoff ist ja doch immer eine Herausforderung. Letztlich kam ich nicht drum herum, das Taschenfutter und den inneren Bund aus einem anderen Stoff zuzuschneiden. In der Kiste mit den alten Kleidungsstücken fand ich zum Glück noch einen dünnen Cardigan aus Viskose, der Stoff passte mit seinem tiefen schwarz perfekt.

Das Nähen ging dann gewohnt flott voran, die Hose ist kein Zauberwerk und die Anleitung gut geschrieben. Wer schon Hosen genäht hat, benötigt diese vermutlich kaum. Wie immer habe ich die innere Bundverarbeitung etwas anders gemacht, sodass an der Stelle keine Nahtzugabe zu sehen ist, das gefällt mir einfach besser. Und die Hosenbeine habe ich am Saum nach oben umgeschlagen, mir gefiel die blassere Streifenoptik an der Stelle gut.

Ich habe die Beine auch etwas ausgestellt und nicht in der Originalweite belassen. So flattert es schön um die Beine. Kann ich mir auch super am Meer vorstellen. Aber dazu ist es in diesem Jahr nicht gekommen, das war uns irgendwie doch alles zu unsicher.

Auf den Bildern trage ich ein uraltes Top dazu und teilweise auch meinen Marlo Cardigan, den ich immer noch sehr liebe, er hat sich sehr bewährt! Nun ist die Hose wenigstens auf dem Blog, in der realen Welt aber quasi schon wieder in der Tasche, hier werde ich sie nicht mehr brauchen. Aber nächste Woche, wenn wir wieder daheim sind, soll es wärmer werden. Da bekommt sie dann vielleicht noch ihre Chance!

Achso, und beim Me Made Mittwoch darf sie auch nochmal reinschauen. Mal sehen, ob da die anderen auch so enttäuscht sind .. wobei ich noch nicht weiß, wann ich es schaffe die Beiträge dort zu lesen!


Vielen Dank für euren Besuch, 

happy sewing, 

Julia



7. August 2019

Sonnengelbe Leinenhose Wrapped

Hallo ihr Lieben!



Es ist mir ja fast ein bisschen unangenehm, schon wieder mit einer Hose Wrapped um die Ecke zu kommen ... aber dieser Schnitt hat eine wahre Inspirationsflut in mir losgetreten und so habe ich innerhalb kürzester Zeit drei Versionen genäht. Eine in lang und gemustert aus Jersey, eine Shorts und dann dieses instant Glücksgefühl hier. 


Dabei war die Hose gar nicht geplant, der Stoff war schuld. Ich war für ein anderes Projekt im Stoffladen unterwegs und kam dort an diesem tollen gelben Leinenstoff einfach nicht vorbei. Ich mag Leinen wirklich gerne tragen, neben den perfekten Eigenschaften für den Sommer (kühlend und luftig) ist es angenehm auf der Haut und super dankbar beim Nähen. Da stand ich also vor diesem Stoff und hatte sofort das Bild der fertigen Hose vor Augen. Zack, 1,5 Meter in der Einkaufstasche. Was wieder deutlich weniger sind als im Schnitt emfpohlen, aber ihr wisst ja sicherlich schon, dass ich sowas meistens ignoriere. 


Und auch in diesem Fall bin ich ganz entspannt mit der Stoffmenge hingekommen. Sicherlich nur, weil es kein Muster gibt und ich die Teile so kreuz und quer anordnen konnte, lediglich den Fadenlauf im Blick behalten musste. Es hat alles gut drauf gepasst, nur den inneren Bund habe ich in zwei Teilen statt im Bruch zugeschnitten, aber das stört ja überhaupt nicht. 
Leinen ist ja für viele negativ besetzt, weil es so zum Knittern neigt. Ich weiß nicht wieso, aber mich machen diese Sitzfalten irgendwie glücklich. Vielleicht, weil sie so ordentlich untereinander liegen, keine Ahnung. Ich find sie schön. 


Wie bei den vorherigen Hosen habe ich die Änderungen auch hier übernommen: Insgesamt 10cm an Mehr-Länge verteilt auf die Hosenbeine für meine 1,80 Körpergröße. (Übrigens: Label führen unvermeidlich zu einem größeren Anteil an Zufriedenheit. Sieht irgendwie professionell aus). 
Aber im Gegensatz zu den anderen beiden Hosen habe ich hier die Taschen verändert. Die Original Taschen sind ok, aber manchmal muss es ja auch etwas anderes sein und prinzipiell mag ich runde Tascheneingriffe irgendwie lieber. Frei Schnauze habe ich also die Kurve nach Gefühl zugeschnitten. Bei der ersten Anprobe war ich kurz etwas schockiert, weil ich Dussel natürlich nicht darüber nachgedacht hatte, dass ich bei einem tieferen Tascheneingriff vielleicht auch die Taschen selbst vertiefen sollte. So ist nun wenig Platz in der Tasche und große Sachen würden rausfallen. Aber in der Nutzung hat sich gezeigt, dass es für den Arbeitsschlüssel super passt, und das ist eingentlich eh das einzige, was ich da reinpacke.


Und optisch gefällt mir das auch, hat irgendwie was lässiges, dieser tiefe Eingriff. Werde ich bestimmt nochmal machen, falls ich wieder den Inspirationsknall kriege. Dann aber mit tieferen Taschenbeuteln. Nur für den Falll ... 


Eine letzte Änderung gibt es noch: Die Hosenbeine habe ich breiter gemacht. Das war nämlich der wichtigste Teil in meiner Vorstellung, als ich da begeistert vor dem Stoffballen stand: Weite, luftige Hosenbeine. Auch hier bin ich nach erprobtem Augenmaß vorgegangen und habe etwa ab 10cm unter dem Bund die Seitennähte der Vorder- und Hinterbeine auslaufen lassen, bis ich beim Saum auf jeder Seite ca. 3cm zusätzlich hatte.


Diese gesamte Hose ist ein absoluter Glücklichmacher. Die Idee fand ich schon toll, was mich ziemlich motiviert hat. Der Stoff war schnell gewaschen, der Zuschnitt auch schön einfach und schnell. Das Nähen, wie schon erwähnt, war mit dem Leinen auch ein Kinderspiel. Die Anleitung brauchte ich logischerweise auch nicht mehr, nachdem ich den Schnitt in so kurzer Zeit so oft genäht hatte. Alles fügte sich irgendwie, ich habe die Hose an einem Sonntag vor dem Spätdienst genäht und direkt angezogen, und mit dem Binden der Schleife konnte ich merken, wie wir eine Verbindung eingingen, die Hose und ich. Kennt ihr so Kleidungsstücke, die wie vernähte Freude sind und glücklich machen, sobald man sie anzieht? Ich fühle mich darin frei, lässig, positiv. Einfach herrlich. Ich glaube, wir werden zusammen viele schöne Sommer erleben. 
Nur für das Rad fahren muss ich mir noch etwas überlegen, der weite Saum stößt nämlich auf die Pedalendingsis und das Kettenversteck und dann wird er dreckig, das ist unschön. Hochkrempeln ist ein bisschen umständlich ... mal sehen. 


Es würde mich interessieren, ob ihr auch so Instant-Glücks-Kleidung habt. Wenn ja, was für ein Teil ist es und warum löst es die positiven Gefühle aus? Vielleicht können wir ja ein Rezept finden :) 


Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit dem fabelhaften Me Made Mittwoch

1. August 2019

Shorts Wrapped - Ein Sommerliebling

Hallo ihr Lieben,

was bin ich froh, dass ich mich doch noch selbst überredet habe, den Schnitt Wrapped von Schnittduett zu kaufen. Ganz zu Beginn war ich der Meinung, dass ich schon ähnliche Schnitte besitze und diesen nicht benötige. Nach meiner Panzerknackerhose ist aber eine wahre Liebe entflammt, die gleich zwei weitere Exemplare hervorbrachte. Ich kenne die Näh-Schritte schon auswendig und muss mich selbst zwingen, mal in eine andere Richtung zu denken damit ich nicht noch weitere Hosen nach dem Schnitt nähe. 


Was ich unbedingt als erstes ausprobieren wollte, war eine Shorts. Dafür gibt es sogar die passenden Schnittteile als Download, aber ... es tat sich akute Unlust auf bei dem Gedanken an kleben, ausschneiden, abpausen und verlängern ... also habe ich mutig die Schnittteile der langen Beine genommen und mein Stoffpuzzle gestartet. Denn natürlich gab es mal wieder Reste zu vernähen. So war die Länge schnell bestimmt: Das, was der Stoff maximal hergab. Auch die Weite habe ich natürlich angepasst, denn im Original verschmälern diese sich zum Knöchel hin, was bei Shorts unpraktisch ist. Auch hier lief alles nach dem erprobten Augenmaß. Ein bisschen Selbstvertrauen schadet nie. 


Und wie ihr sehen könnt war es kein Drama, dass ich mich um die Produktion der Schnittteile gedrückt habe, auch das Bauchgefühl hat eine tragbare Shorts hervorgebracht. Wie auch schon die erste Version ist diese hier eine 42, passend zu meinen Maßen. Einzig die Sitzhöhe ist um 1cm verlängert, wie im Tutorial beschrieben. 


Der von mir für die Shorts vorgesehene Jeansrest reichte leider nicht ganz aus, sodass das Taschenfutter, der innere Bund und die Bindebänder aus einem anderen Reststück zugeschnitten und genäht wurden. Man kann auf den Bildern tatsächlich ziemlich gut erkennen, dass der eine Stoff einen deutlichen Blaustich hat im Vergleich zum anderen. In der Realität ist mir das aber noch nie so aufgefallen, da sehen sie fast gleich aus. 


Weil die Hosenbeine sich tatsächlich sogar als ein wenig zu lang entpuppten, habe ich den Saum etwas breiter gestaltet: Zweimal habe ich ihn breit nach außen umgeschlagen. So ergibt sie ein wie ich finde schöner Effekt durch die andersfarbige linke Stoffseite. Und die Zickzack-versäuberten Seitennähte stören mich persönlich nicht. 


Die dadurch entstandene Länge finde ich perfekt. Ich bin ja kein Fan von Hosen, die auf der Mitte oder dem unteren Drittel des Oberschenkels enden, und zu kurz soll es auch nicht sein. Dieses Mittelmaß ist wirklich genau das richtige. 
Dieses Mal habe ich auch daran gedacht, den Bund etwas breiter zuzuschneiden, sodass ich das Gummi gemütlich einfädeln konnte. Denn auch die Nahtzugabe wird in diesem Kreativlabor per Intuition geschnitten und genäht ;-)


Zwischenzeitlich hatte ich ja so meine Bedenken, dass der Stoff zu steif ist für diese Hose. Der geraffte Bund und die Bindebänder sind da ja so Elemente, die mit einem zu festen Stoff seltsam fallen würden. Aber ganz im Gegenteil bin ich sogar sehr angetan, die Schleife behält ihre Form und hat richtig was von Statement, ist jedenfalls das erste, was alle anschauen wenn sie mich in der Hose sehen. 


Vielleicht würde ich auch noch ein Paar Potaschen auf eine weitere Version nähen. Diese Fläche ist doch irgendwie ein bisschen leer, das würden Taschen ein wenig auflockern. Die hätte ich in diesem Fall aber sowieso weglassen müssen, weil der Stoff ja auch ohne Experimente schon knapp genug kalkuliert war. 


Bisher habe ich meine neue Shorts nur mit engen Tops getragen, aber auch die Variante hier mit einem lockeren Shirt gefällt mir echt gut. Ich glaube, Hose Wrapped und ich, wir werden noch enge Freunde. 

Obwohl der Stoff jetzt nicht gerade sommerlich ist, nehme ich damit an der 12ausdemStoffregal Challenge zum Thema Sommer teil. Schließlich definiert nicht das Material alleine, ob ein Kleidungsstück zum Sommer oder zu einer anderen Jahreszeit gehört. Richtig?

Happy sewing, 

Julia

8. Juli 2019

Hose Wrapped aka Panzerknackerhose

Hallo ihr Lieben,

mit ein bisschen Verspätung möchte auch ich mich bei der Parade der Wrapped-Hosen einreihen. Wem das nichts sagt: Das Schnittduett hat zum 2jährigen Geburtstag der Hose Wrapped einen kleinen Sew Along veranstaltet, bei dem ich direkt mitgemacht habe, hatte ich doch passenderweise kurz vorher Schnitt und Stoff gekauft und sowieso geplant, die Hose zu nähen. Seit Dienstag sammeln sich nun alle anderen Näherinnen mit ihren Hosen auf dem Schnittduett-Blog und ich habe es auch endlich geschafft, von meinem Exemplar Fotos zu machen!


Bei dieser Hose begann alles mit dem Stoff. Schon einige Male hatte ich ihn bei Stoff und Stil online gesehen und war drumherum geschlichen. Das Bordeaux ist einer meiner Lieblingsfarbtöne und Längsstreifen fand ich auch sehr spannend. Kurz kam er in Frage für ein Hochzeitsgastkleid, aber da die Streifen so breit sind, hatte ich mich doch dagegen entschieden. Dann kam jedoch der zündende Gedanke, eine Hose wäre doch lässig mit Längsstreifen. Zack war der Stoff im Einkaufswagen, bei mir zuhause und gewaschen. Fehlte nur noch der passende Schnitt. Hier habe ich kurz überlegt mal wieder die Lamise von Pattydoo zu nähen, die habe ich ja nun schon öfter im Schrank, aber manchmal soll es ja doch etwas Neues sein, und da dachte ich an die Hose Wrapped, die mich mit ihrem Gürtel schon längere reizte. Auch der Schnitt war gekauft, dank einer kleinen Rabattaktion durfte es dann auch der Papierschnitt sein. Da bin ich ja oft zu knauserig für, aber eigentlich lohnt es sich immer weil die Schnitte sich so viel besser aufbewahren lassen als die selbst geklebten. 


Beim Zuschnitt musste ich ein wenig tricksen. Ich habe nämlich für mich schon länger feste Stoffmengen etabliert: 1,30 für Hosen, 1m für Shirts mit kurzen Armen, 2m für Kleider usw. Laut Ebook braucht man für den Schnitt aber 2,30, und ich hatte da ja auch noch die Streifen auf deren Lage ich achten musste! Letztlich habe ich alles bis auf den inneren Bund und das Taschenfutter auf den Stoff bekommen, und diese Teile sieht man sowieso nicht. Ich habe sie aus einem Rest schwarzen Jersey ausgeschnitten, da freue ich mich sogar das noch verwertet zu haben. 1,50 hätten (mir) aber garantiert gereicht um die Hose auszuschneiden. Und ich habe sie auch noch um insgesamt 10 cm verlängert! Also ist die Mengenangabe sehr großzügig, bedenkt das, falls ihr sie nähen wollt und ein bisschen Erfahrung habt, wer sparen möchte, kann ruhig etwas weniger Stoff kaufen. 


Das Nähen an sich war einfach und unproblematisch, die Anleitung führt einen da ganz gut durch den Prozess und ist mit Bildern anschaulich gestaltet. Ich fand nur die Stoffwahl nicht so ganz praktisch (schwarz), da konnte ich nicht immer alles sofort erkennen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Ebenso wie folgende Anmerkung: Es wird kaum aufs Bügeln hingewiesen. Ich bin in dem Bereich ein kleiner Monk und bügele eigentich jede Naht nach dem Nähen, bin auch der Meinung, dass es zu einem guten Ergebnis dazugehört. Deshalb mag ich Schnittmuster, die da explizit drauf hinweisen, entweder bei jedem Schritt oder aber vorneweg, das habe ich auch schon öfter gehabt, nach dem Motto: Nähe jede Naht nach deiner Vorliebe, versäubere sie und bügele. Aber gut, wer schon mal ein bisschen genäht hat weiß ja auch so, welche Nähte wohin gebügelt werden und sicherlich gibt es genug Personen, die da nicht so drauf versessen sind wie ich. 


Weil die Hose eigentlich aus Webware genäht wird, mein Stoff aber ein Jersey ist, hatte ich zunächst überlegt, sie eine Nummer kleiner zu nähen. Dagegen gesprochen hat dann aber letztlich meine Faulheit (für eine Version aus Webware hätte ich ja alles nochmal abpausen müssen!) und der Fakt, dass der Jersey gar nicht mal so elastisch war. So ist es eine 42 geblieben, die ich auch aus Webware nähen würde und die meiner Meinung nach gut sitzt. Damit das auch an den Beinen so ist, habe ich sie um 10 cm verlängert und euch in einem Tutorial auch ausführlich aufgeschrieben, wie ich da so vorgehe. Die 10 cm sind nämlich über das ganze Bein verteilt: 1cm im Schritt und je drei an Oberschenkel, Unterschenkel und Saum. 


Die Hose sitzt so bei mir nicht ganz in der Taille, sondern etwas tiefer, aber auch noch nicht hüftig. Eigentlich genau so, wie ich sie haben wollte, yeah!
Bei einer nächsten Version würde ich übrigens den Bund etwas breiter zuschneiden. Ich schaffe es bei so genau passenden Schnittteilen in die Gummiband eingezogen werden soll immer, diese etwas zu eng anzunähen, sodass das Gummiband nicht mehr reinpasst. Jedes. verfluchte. Mal. Und denke trotzdem beim nächsten Mal nicht dran, entweder schmaleres Band zu nehmen oder das Teil einen cm breiter zu machen. Die Hoffnung stirbt aber ja zuletzt; vielleicht hilft es, dass ich es hier aufschreibe. 


 Gestreifte Stoffe laden mich ja immer ein wenig zu Spielereien ein. Vielleicht ist das nur bei mir so? Aber irgendwie reizt es mich, damit Kontraste zu schaffen. So sind die Taschen und Bindebänder quer zugeschnitten, die Gürtelschlaufen auch. Damit ignoriere ich zwar bei diesen Teilen den Fadenlauf, aber das ist es mir wert. Sieht doch witzig aus, oder?


Dafür bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich mag, wie die Streifen am Po zusammentreffen. Aber vermutlich stört es mich ein winziges bisschen, dass es nicht genau gleichmäßig ist, und ansonsten fehlt einfach nur die Gewohnheit, Streifen am Po habe ich einfach nicht so oft. 
Ich habe übrigens ein paar Nähte gemacht, die in der Anleitung nicht vorgesehen sind; aus der Erfahrung aber durchaus nützlich sein können. Als erstes wäre da das Absteppen der Schrittnaht, für mich mittlerweile schon Gewohnheit nachdem mal 1-2 Hosen dort gerissen sind. So fühle ich mich einfach sicherer und die Naht wird auch nicht so stark strapaziert. Ansonsten habe ich das Taschenfutter auf die Nahtzugabe gesteppt damit es an der Eingriffkante nicht aus der Tasche herauslugt. Das sieht man von außen nicht, funktioniert aber gut! Und den Bund habe ich auch an der oberen Kante abgesteppt damit das einfarbige Futter nicht hervorkommt. Hätte ich bei Webware vermutlich nicht gemacht, aber Jersey ist ja doch etwas beweglicher, da wollte ich sicher gehen. 


Getragen habe ich sie zum ersten Mal zu meiner Geburtstagsfeier, und nach dem wie immer charmanten Kommentar des Freundes ("Sieht aus wie eine Clownshose") habe ich viele liebe Komplimente meiner Freunde bekommen. Da geht einem ja das Näh-Herz auf, oder? Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber sowas geht runter wie ein guter Cocktail. 

Happy sewing, 

Julia