15. Februar 2019

Gestreift und gemütlich in den Frühling

Hallo ihr Lieben!

Als Karin auf ihrem Blog vom Jahreszeiten Sewalong berichtete, war ich ganz begeistert. Ich plane mittlerweile endlich ein bisschen vor, was ich noch so für die nächste Saison benötige, und dazu passte der Sewalong einfach klasse. Jeweils im Februar, Mai, August und November werden am 15. die für die kommende Jahreszeit passenden Teile vorgestellt. Oder eines, besser gesagt, welches mit Blick auf die nächste Jahreszeit genäht wurde. Um es noch zu toppen, hat Karin sich etwas ganz besonderes überlegt: Die Teilnehmer können etwas gewinnen, und zwar keine Preise von Firmen, die im Endeffekt sowieso nur Werbung machen wollen, nein: LeserInnen ihres Blogs haben private Bestände durchstöbert und Gewinne gespendet. Von Stoff über Nähzeitschriften, da gibt es ein paar schöne Sachen zu sehen. Ich mag diese komplett werbefreie Art sehr und freue mich, dass mein neuestes Teil so schön in das Thema Frühling passt. 


Der fein gestreifte Jersey von Stoff und Stil (online nicht verfügbar) liegt nun schon seit letztem Jahr April bei mir und wartet auf Verarbeitung. Ich wusste, dass es eine Art Shirt werden sollte, aber konkrete Schnitte ließen auf sich warten. Im Sommer wollte ich ein T-Shirt mit kurzen Armen, im Winter ein Long-Sleeve. 


Letztens lief mir dann auf Instagram mal wieder eine Version des Mandy Boat Tees von Tessuti über den Weg. Der Schnitt ist tatsächlich gratis, womit man ja erstmal nicht so viel falsch machen kann, wenn er von einer ganz gut bekannten Firma kommt. Sonst stehe ich Freebooks ja auch mal skeptisch gegenüber, die kann schließlich jeder veröffentlichen. Wenn ich die Designer dahinter aber kenne, so wie hier von meinem viel und gern getragenen Megan Longline Cardigan, dann freue ich mich über so einen kostenlosen Schnitt sehr. 


Ganz flott habe ich also ausgedruckt, ausgeschnitten, zugeschnitten. Ich habe mich für die Größe 2 entschieden, in der Länge aber das maximale rausgeholt, was geht. Somit quasi die Länge der Größe 4, sowohl im Körper als auch an den Armen. Die gibt es in zwei Längen, 3/4 und bis zum Handgelenk, auch hier habe ich alles gewählt, was an Länge geht. Affenarme sind nicht zu unterschätzen! Mit der Gesamtlänge bin ich ziemlich zufrieden, am Körper könnte es tatsächlich sogar ein ganz bisschen weniger sein, das würde ich bei einer weiteren Version einfach mal ausprobieren. 


Der Schnitt an sich ist sehr simpel gehalten, ein tolles Teil für Anfänger. Der Halsausschnitt wird als erstes verarbeitet, hier werden die offenen Kanten einfach nach innen umgeschlagen und mit der Zwillingsnadel oder, wie in meinem noch nicht  mit dieser Nadel warm gewordenen Fall, mit einer flexiblen Naht befestigt. Dann werden die Schulternähte geschlossen, die Ärmel eingesetzt und vom Handgelenk zum Körpersaum in einem Rutsch die Seitennähte geschlossen. Fehlen nur noch die Säume, schon ist das neue Teil fertig. 


Die Form des Schnittes mag ich sehr, weiter Körper, enge Ärmel, super gemütlich! Auch der Ausschnitt gefällt mir, er ist an den Schultern etwas weiter, da kann man mit einem farbigen Trägertop untendrunter so nette Akzente setzen. Am Hals sitzt der Ausschnitt für mich genau richtig, engt nicht ein und steht auch nirgendwo ab. 


Da mein Jersey total weich und kuschelig ist, bin ich vom Zusammenspiel Schnitt/Stoff richtig begeistert. Ein absolutes Wohlfühl-Teil, mit einem dicken Schal perfekt für die aktuellen Temperaturen, die schon einen Hauch Frühling erahnen lassen. 


Dazu trage ich übrigens meine Ginger Jeans, zu so weiten Oberteilen favorisiere ich ja enge Hosen, passt irgendwie am besten zusammen, finde ich. 

Wie sieht es bei euch aus? Plant ihr auch schon eure Frühlingsgarderobe? Oder näht ihr noch an den letzten Winter-Teilen?

Happy sewing, 

Julia

12. Februar 2019

Update No. 36


Hallo ihr Lieben!

Jetzt ist schon beinahe ein Monat vergangen, seit ich euch gezeigt habe, woran ich arbeite. Dabei war das Feedback zum letzten Beitrag so bestärkend und lieb, dass ich mich sehr gefreut habe und mich bestätigt gefühlt habe, diese Blog-Serie weiter zu führen. Aber es war einfach nicht so viel spannendes zu fotografieren! Aber jetzt hat sich wieder ein bisschen angesammelt, also kann es los gehen. 

 

Neu im Schrank



Zwei Teile habe ich mir bisher im Februar genäht, beides Oberteile, mit beiden bin ich sehr, sehr glücklich. Genauer werden sie euch im Verlauf des Monats noch vorgestellt. Oben rechts im Bild hat sich nochmal Carbeth hineingemogelt, denn auch daran habe ich gearbeitet. Der misslungene Kragen hat mich so sehr gestört, dass ich vor ein paar Tagen die Maschen am Übegang von Körper zu Kragen aufgenommen und bis dahin geribbelt habe. Dann habe mit einer 4,5er anstatt der angegebenen 6er Nadel den Kragen nochmal gestrickt. Nun bleibt er genau da, wo er sein sollte, und ich bin ziemlich glücklich. Vielleicht folgt nochmal ein aktuelles Tragebild für euch, wenn ihr interessiert seid?

Auch habe ich wieder fleißig Reste verarbeitet und aus einer Kombination von drei Knäulen etwas für die kleinen Menschen dieser Welt gewerkelt. Was genau es geworden ist, werde ich euch ebenfalls demnächst zeigen. Vielleicht könnt ihr es ja erraten?

 

Auf den Nadeln


Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Ich bin ja relativ genügsam, wenn es um Strickprojekte geht. Lace und Zöpfe finde ich schön, aber sie zu stricken ist mir zu anstrengend. Tatsächlich gebe ich mich mit glatt rechts in den meisten Fällen zufriededen, das geht immer, auch wenn müde, kaputt und unkonzentriert. Und Podcasts oder Serien kann ich auch nebenbei schauen. Multitasking ist wichtig, wenn man wenig Zeit für Hobbies hat! Dementsprechend habe ich ohne große Bedenken den Boxy Pullover angeschlagen und stricke munter vor mich hin. Wie es in letzter Zeit schon häufiger passiert ist, stricke ich nicht alleine, sondern Saskia leistet mir Gesellschaft. Auf Grund von Urlaub und neuem Job hängt sie aber etwas hinterher, sodass ich aktuell ein paar kleine Projekte dazwischen schiebe. Schließlich stresst nichts mehr als andere, die viel weiter sind und einem im Nacken hängen. Wie dem auch sei: Noch 10-15cm fehlen mir, dann bin ich laut Anleitung so weit, in Vorder- und Rückenteil zu trennen. Vielleicht verlängere ich dann noch ein wenig, bin ja groß und so, das bleibt abzuwarten. 


Währenddessen stricke ich Socken im Akkord. Meine Mama hat gleich zwei Paar Socken durchgelaufen und sich neue gewünscht, gemeinsam haben wir das Garn ausgesucht. Paar Nummer eins ist schon mehr als halb fertig, das zweite habe ich, aus Spaß an der Freude, schon mal so hübsch aufgewickelt. Und Denise, die von mir ebenfalls schon zwei mal mit Stricksocken beschenkt wurde, hat ganz lieb nach Nachschub gefragt, da sie die Socken aktuell täglich trägt. Mehr Lob kann es doch gar nicht geben, oder? Also habe ich auch hier fix Garn besorgt, dieses Paar werde ich als nächstes Stricken. Erstmal muss ich aber auf die Suche nach meinen Notizen für ihre Füße gehen, die letzten Socken sind schon einige Zeit her ... (2014!)
Und falls mir das ganze glatt rechts Gestrick doch zu langweilig werden sollte, schlage ich die X Mitts von Sophia an. Ein Paar Stulpen kann ich eigentlich total gut gebrauchen, und ein bisschen buntes Verlaufsgarn sollte sich in meinem minimalen Stasth auch auftreiben lassen. 


Unter der Nadel

Gerade ist besonders in diesem Bereich die Entschleunigung sehr standhaft. Ich nähe immer noch, aber irgendwie entspannter und gelassener. Aktuell habe ich ein paar Gardinen vom Bruder hier liegen, die geändert werden müssen, und danach, mal sehen, vielleicht wieder ein Schwung Frühchen Kleidung. Für mich habe ich konkret noch nichts in Planung. 

Neuzugänge


Neben den Knäulen Sockenwolle hat sich noch ein weiteres dazu gesellt, das als Auswahl mitkam, dann aber verschmäht wurde. Wandert nun also in meine Kiste und wartet auf eine Bestimmung, die wird sich sicherlich noch ergeben. 
Außerdem wurde ich mit Überbleibseln aus dem Nähkästchen der Mutter der Freundin meines Bruders beglückt, ein Haufen Nähgarn und viele Kleinigkeiten sind in meinen Besitz übergegangen.
Nicht abgebildet, weil schon ausführlichst bebloggt, ist meine neue Projekttasche sowie die Maschenmarkierer, Nadel und Schere von Hanna Lisa Haferkamp. Aber Wiederholungen sind nach so kurzer Zeit eher langweilig, also habe ich mir das gespart.

Woran arbeitet ihr aktuell so? Habt ihr auch irgendwelche "Mottos" für das Jahr, wie bei mir die Entschleunigung?


Wie immer verlinke ich mein Update mit Maschenfein und Fadenwechsel.

Happy sewing, happy knitting,

Julia

 

10. Februar 2019

Produkttest HLH-Design

Die in diesem Beitrag vorgestellten Produkte habe ich gratis zur Verfügung gestellt bekommen, meine Gegenleistung ist dieser Blogbeitrag. Dennnoch werde ich meine freie Meinung aufschreiben, in meinen eigenen Worten. Allerdings handelt es sich damit bei diesem Beitrag um Werbung, nur, damit ihr Bescheid wisst.]


Hallo ihr Lieben!

Etwa zwei Wochen müsste es her sein, dass Hanna Lisa auf ihrem Instagram Kanal nach Produkt Testern suchte. Optimistisch wie ich bin habe ich mich beworben, denn obwohl ich ihr schon länger folge und ihre Taschen und das Zubehör sehr schön finde, habe ich bisher nichts gekauft, vermutlich aus Geiz. Wie schön wäre es doch, mich zuerst von den Sachen überzeugen zu können und dann vielleicht im Anschluss mehr davon zu kaufen. Außerdem gefallen mir die Werte, die sie mit ihren Designs vertritt und da mache ich doch gerne auch ein bisschen Werbung. Wie dem auch sei, offensichtlich war ich eine von den Glücklichen und habe wenig später gleich mehrere Produkte zum Testen geschickt bekommen, da war ich ganz überrascht.


In meinem ganz plastikfrei gepacktem Päckchen befand sich ein Projektbeutel und ein Notions Kit, also eine kleine Tasche (oben rechts im Bild) die eine Vernähnadel, eine kleine Schere und Maschenmarkierer enthält. Die kleine Tasche ist aus Wollfilz und sehr niedlich, für mich persönlich aber unpraktisch. Die Spitze der Schere bohrt sich durch und der kleine Knopf kann nicht verhindern, dass zum Beispiel Maschenmarkierer herausfallen. Außerdem trage ich immer viel zu viel anderes Zubehör mit mir herum, da würde die Fassungsmenge gar nicht ausreichen. Aber ich werde sie ganz einfach zweckentfremden, entweder mal ein schönes Geschenk darin einpacken oder zum Beispiel Etiketten darin sammeln, oder oder. Anwendungsmöglichkeiten gibt es ja genug. 


Kommen wir mal zu den einzelnen Teilen, angefangen mit dem Projektbeutel. Ich habe ja bisher noch nie einen gekauft, sie mir immer nur selbst genäht. So ist das ja oft, wenn man etwas selbst kann scheut man sich, viel Geld für so eine Sache auszugeben. Trotzdem bin ich total froh, diesen schönen Beutel nun mein Eigen nennen zu dürfen, denn er ist schon sehr durchdacht und mit viel Sorgfalt hergestellt worden. Bis auf das Band vom Reißverschluss und das Label sind alle verwendeten Materialien natürlich, also zum Beispiel Wolle und Leinen, was ich sehr toll finde. (Korrektur: Da war die Website noch nicht aktualisiert, mittlerweile sind auch diese beiden Teile neu, Label und RV-Band aus natürlichen Materialien). Genäht werden die Taschen in Berlin von zwei jungen Frauen, da ist Hanna Lisa ganz transparent, alles lässt sich auf ihrer Website nachlesen. Der kupferfarbene Reißverschluss ist ein ganz besonderer Blickfänger, wie ich finde, und läuft wie geschmiert. 


Ich fand besonders das Innenleben interessant. Die Beutel, die ich mir nähe, sehen von außen auch schön aus, Stoffe kombinieren kriege ich ganz gut hin. Aber im Vergleich dazu ist dieser hier deutlich stärker gefüttert, was ihn so schön griffig und weich macht, da habe ich mir bisher nie drüber Gedanken gemacht. Und am spannendsten: Ich dachte ja immer, Innenfächer bräuchten meine Projekttaschen nicht, da ich eigentlich bis auf das Garn und das Projekt nichts darin habe. Und kaum habe ich diese zwei Fächer an der Seite schiebe ich die Banderole vom Garn hinein und freue mich, dass sich nichts mehr verfängt, kann Maschenmarkierer, die ich unterwegs nicht mehr brauche darin sicher verstauen. Und das sind nur zwei Möglichkeiten, die mir beim Gebrauch über den Weg gelaufen sind. Ein weiteres cooles Gimmik: Der Karabiner an der Seite, der dazu dienen soll, das Garn vorm Verheddern zu bewahren, gerade bei zweifarbigen Projekten. Eine schöne Idee! Alternativ kann man auch hier ein paar Maschenmarkierer aufhängen. 
Die Projektbeutel gibt es in drei Größen, ich habe hier die mittlere bekommen. Die größere hat gleich zwei Karabiner, an jeder Seite einen. Das Garn für eine Kinderhose habe ich locker unterbekommen, für Mützen, Socken, Handschuhe und Kindersachen ist der Beutel sicherlich groß genug. Zum Stricken habe ich den geöffneten Reißverschluss einfach nach unten umgeklappt, damit sich das Garn nicht verheddert. Er steht dann auch ganz artig aufrecht. 


Weg vom Innenleben der großen Tasche zu dem der kleinen. Die kleine Schere kam mir wie gelegen, gibt doch das Schräubchen an meiner alten den Geist auf und die Schere öffnet sich immer von alleine, was irgendwie nervt. War aber auch nur ein günstiges Teil. Diese hier ist qualitativ definitiv hochwertiger, in Deutschland produziert und lässt sich wieder schärfen, sollte sie mal stumpf werden. Zum Gebrauch: Nunja, es ist eine Schere. Sie ist handlich und schneidet, damit erfüllt sie alle Ansprüche, die man haben kann, oder? Und schön ist sie auch, in ihrer schlichten Art und Weise. 


Ganz besonders interessant fand ich ja auch die Maschenmarkierer. Auch da besitze ich ein buntes Sammelsurium aus selbst gebastelten, geschenkten und Sicherheitsnadeln/Büroklammern. Daneben fallen die Maschenmarkierer aus Holz doch ganz schön auf, sowas sieht man ja eher selten. Bei dem Holz handelt es sich um Birke, die drei verschiedenen Formen (Dreieck, Viereck, Hexagon) kommen jeweils in zwei Größen daher. Und sie riechen! Nach Holz, richtig schön. Ich bin ja so ein kleiner Geruchs-Fetischist, Baumarkt, Lager vom Ikea, Tankstelle, Marker, das rieche ich alles total gerne. Auch, wenn das hier gerade unwichtig ist. 


Mit Erhalt der Produkte habe ich ein kleines Projekt angeschlagen, um alles auf Herz und Nieren testen zu können. Bei Nadelstärke 4,5 waren mir persönlich die Maschenmarkierer zu klein, auch, wenn sie vom Umfang bis Nadelstärke 6mm passen sollen. Das liegt aber daran, dass ich schnell stricke und gerne Maschenmarkierer habe, die so groß sind, dass quasi beide Nadeln durchpassen. Dann kann ich sie schneller rüberheben. Ich weiß aber, dass es genauso gut Stricker/innen gibt, die kleine Markierer bevorzugen, weil sie sonst Unregelmäßigkeiten im Gestrick haben. Das passiert mir aber nicht. Aber da ich eh hauptsächlich zwischen 2,5 und 4mm unterwegs bin, werden die Markierer bei mir sicherlich gut benutzt werden. 
Auch die Maschenmarkierer werden in Berlin gefertigt. Noch eine Anmerkung zur Handhabung: Gerade die Dreiecke können durchaus mal in die Handfläche pieksen, je nach dem, wie ihr eure Nadeln haltet. Das ist nicht schmerzhaft, mir aber aufgefallen. Würde mich nicht daran hindern sie zu nutzen. Aber dadurch kam die Frage auf, warum es sie nicht in rund gibt? Falls ich dazu noch etwas herausfinde, werde ich es hier einfügen. Tada, habe direkt eine Mail dazu bekommen. Die Maschenmarkierer sind aus einem einfachen Grund nicht rund: Um Verschnitt zu sparen! Aus einem Stück Holz kleine Kreise auszuschneiden macht mehr Verschnitt als die eckigen Formen, weil da quasi die Linien aneinander liegen können. Ist das nicht genial?


Das letzte Teil in meinem Test war die Vernähnadel, die aus Porzellan ist. Witzig, oder? Sie sieht ein bisschen aus wie diese Nadeln im Museum, die aus Knochen gefertigt wurden vor vielen, vielen Jahren. Bedingt durch das Material ist sie deutlich dicker, als eine übliche Nadel aus Metall, und sollte auch eher bei Strickstücken angewendet werden, die locker oder auf großer Nadel gestrickt wurden. Bei meinem Probestück hier (4,5mm) war es überhaupt kein Problem, und auch bei Garn in Sockenwollstärke auf 3,5mm Nadeln habe ich probeweise einen Faden vernäht und obwohl die Nadel deutlich größer ist als die Maschen sah das Maschenbild danach unverändert aus.  
Im Gespräch mit Strickfreundinnen habe ich angemerkt, dass meine Metallnadel ja auch eigentlich sehr Nachhaltig ist, noch dazu weil ich seit Jahren dieselbe nutze und nicht dazu tendiere, so etwas zu verlieren. Ihnen ist dann aber eingefallen, dass viele diese Plastiknadeln mit den flexiblen Nadelöhr benutzen, gerade für dickes Garn sollen die ja praktisch sein. Da ist dann die Nadel aus Porzellan auf jeden Fall vorzuziehen.


Obwohl also die einzelnen Produkte ihre Ecken und Kanten aufweisen, finde ich sie allesamt toll, weil sie eine schöne Idee vertreten. Alles wird in Deutschland gefertigt, auch die Materialien für die Taschen kommen alle aus Europa, was ja wirklich eine Seltenheit ist. Nachhaltigkeit und Transparenz stehen im Vordergrund, kombiniert mit dem sauberen Design der Produkte ist das etwas, was mich überzeugt.  Auf der Website kann man nachlesen, welche Materialien woher kommen, wird zu den herstellenden Firmen weitergeleitet. Wie schön! Das hinterlässt ein gutes Gefühl, was ich sowieso bei kleinen Unternehmen habe, weil man sich nicht so übers Ohr gezogen fühlt wie bei anderen, großen Namen, die dann alle in China produzieren. 

Wenn ihr euch mal etwas besonderes gönnen wollt, Wert auf schönes, schlichtes Design, Nachhaltigkeit und regionale Produkte legt, dann solltet ihr euch im Shop mal ein bisschen genauer umschauen. Oder ihr fangt klein an und unterstützt Hanna Lisa, indem ihr eins ihrer Strickmuster für Socken kauft. Und wenn euch für all das der nötige Groschen oder schlichtweg die Lust fehlt, dann lasst es. Aber vielleicht mögt ihr mir dann einen Kommentar da lassen? ;)
Vielen Dank liebe Hanna Lisa für die Kooperation - ich habe mich gerne mit deinen Produkten beschäftigt und freue mich, dich auf diesem Wege unterstützen zu können. 


Happy knitting!

Julia

♥ 

6. Februar 2019

Schlichter Morris Blazer

Hallo ihr Lieben!


Für den Me Made Mittwoch im Februar habe ich ein euch bisher unbekanntes Teil aus dem Schrank gezogen, das dort aber schon seit über einem halben Jahr seinen festen Platz hat. Es hat sich bisher einfach keine Situation ergeben, in der ich passende Fotos gemacht habe. Weil ich so Altlasten aber nur schlecht aushalten kann, habe ich es jetzt endlich hinter mich gebracht.  



Der Morris Blazer ist eine Anleitung von Grainline Studios und in der Nähwelt ganz gut bekannt, jedenfalls ist er mir schon öfter mal über den Weg gelaufen und immer positiv aufgefallen. Die besondere Form hat ihn von einem 08/15 Blazer abgehoben und so landete er recht schnell auf meiner imaginäeren "To-Sew"-Liste. Und blieb dort eine Weile, denn wenn wir ehrlich sind, die Einsatzmöglichkeiten eines Blazers halten sich in meinem Leben eher in Grenzen, und so war der Bedarf einfach nicht hoch genug. 


Im Frühjahr letzten Jahres habe ich dann aber zum ersten Mal einen wirklich großen Stoffeinkauf gemacht und mir zu diesem Anlass überlegt, was ich noch alles nähen möchte. Und fest geplant, Stoff für den Morris Blazer zu kaufen, entweder in Schwarz oder Grau. Letzteres ist es offensichtlich geworden, haha, und zwar ein sogenannter Courtelle Jersey von Stoff und Stil. Der besteht hauptsächlich aus Viskose, was ihn schön glatt macht, und ist etwas fester als der Jesery, den man für Shirts verwendet. Genau das, was ich für meinen Blazer wollte, und der leichte Glanz verleiht ihm dann auch etwas edles. 


In Absprache mit meinem Körperzwilling Denise (ernsthaft, unsere Maße sind quasi gleich!), die den Blazer schon genäht hatte und deren Version ich einmal anprobieren konnte, habe ich Größe 6 gewählt, den Körper um 8 und die Arme um insgesamt 17cm verlängert, außerdem die Schultern um etwa 1cm verbreitert. So habe ich die Optik erreicht, die ich wollte: Der Blazer sollte nicht zu lang sein, aber auch nicht "cropped", also eine verkürzte Länge auf Taillenhöhe. Lange Ärmel waren ebenfalls ein Muss, auch, wenn ich ihn an und für sich mit 3/4 Ärmeln stimmiger finde, sähe das über einer langärmligen Bluse doch reichlich bescheiden aus. Wie eingelaufen. Also lieber so und im Zweifel umgekrempelt wie auf dem ersten Bild. 


Was den Blazer ausmacht sind ganz klar die Ecken am Saum und am Kragen, der dadurch nett auffällt. In meinem Fall sogar ein bisschen zu sehr, sodass ich aktuell auf Anraten der Mama noch ein bisschen Saumband dazwischengebügelt habe, welches Beleg und Außenstoff zusammenhält. Aber ich glaube, das wird auf Dauer nicht ausreichen, dann muss eine andere Lösung her. 


Wie bereits erwähnt ist mein Leben wenig glamourös, Bewerbungsgespräche stehen auch nicht an und selbst zum Essen gehen bin ich lieber locker unterwegs. Dementsprechend kann ich die Gelegenheiten, zu denen der Blazer bisher passte, locker an einer Hand abzählen. Dann aber habe ich ihn gerne getragen, mit dem Wissen, ordentlich auszusehen und es dennnoch sehr bequem zu haben. Definitiv ein großes Plus für Sweat-Blazer!


Übrigens ist das hier eins der wenigen Kleidungsstücke, die ich selbst genäht aber nicht mit einem Label versehen habe. Schlichtweg vergessen habe ich es über die schockierende Erkenntnis, dass der Kragen im Nacken von Hand festgenäht werden soll. Zu sagen, dass ich Handnähte vermeide, trifft es nämlich ziemlich gut, ließ sich aber in diesem Fall nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Tja, und dann war die Handnaht schon fast fertig als mir aufgefallen ist, dass das Label fehlt. Ich habe genau eine Millisekunde überlegt, ob ich die Naht nun wieder auftrenne und das Label einfüge, dann herzhaft gelacht und die Naht beendet. Ich weiß ja, dass ich den Blazer selbst genäht habe, und auch mein Umfeld geht mittlerweile zu 70 Prozent davon aus, das meine Kleidung selbst genäht ist. 


Habt ihr den Morris Blazer schon genäht? Wenn ja, wie handhabt ihr es mit dem Kragen und den Belegen? Geheimtipps, irgendwer?

Happy sewing, 

Julia

31. Januar 2019

Warum ein Schlafanzug Freudensprünge auslöst

Hallo ihr Lieben!


Es dürfte mittlerweile bekannt sein, dass ich mich bei Stoffen eher im einfarbigen oder dezent gemusterten Bereich wohl fühle. Wenn nicht, genügt ein Blick in meinen Kleiderschrank um das zu erkennen. Das bedeutet aber nicht, dass ich keine wild gemusterten Stoffe mag! Klar, viele würde ich niemals freiwillig tragen, bei vielen aber ist es die fehlende Kombinierbarkeit, die mich den Stoff ignorieren lässt. Ganz zu Beginn meiner Näh-Leidenschaft war mir das noch nicht ganz so klar und ich habe viele gemusterte Stoffe gekauft, weil der Blick im Laden natürlich davon zuerst angezogen wird. Mittlerweile habe ich gelernt, was ich gerne und viel trage. 

Aber! Bei bestimmten Kleidungsstücken ist die Kombinierbarkeit egal und die Musterliebe setzt sich durch: Schlafsachen! Beweis gefällig? Traumanzug mit Monstern und Lamas, Schlafanzughose mit Eisbären (Ein Tier-Motto scheint sich durchzusetzen). Ich liebe diese Teile sehr. Und zum Glück ergab es sich, dass eins meiner Langarmshirts in diesem Jahr kleine Löcher aufwies und eigentlich sowieso nicht mehr gut saß, weil gekauft und dementsprechend zu kurz. Ich sortierte es also zu den Schlafsachen für den Herbst und Winter, und machte mir eine Notiz, dass eine passende Hose fehlt. Denn wenn ich eins nicht aushalten, dann, dass ich kein zusammenhängendes Set habe! Dann müsste ich nachher eine Hose zu verschiedenen Oberteilen tragen, ne, da bin ich nicht kompromissbereit. 


Bei meiner Stoffbestellung für die Weihnachtsgeschenke habe ich also Ausschau gehalten nach einem passenden Stöffchen für das Oberteil und bin bei Stoff und Stil fündig geworden, der Jersey im Norweger-Stil (online nicht mehr verfügbar) sprach mich direkt an. Passendes Bündchen dazu bestellt, und dann lagen die Stoffe natürlich erstmal hier, weil die Weihnachtsgeschenke wichtiger waren. Und eine Deadline hatten. 



Ganz knapp im letzten Jahr, nämlich an Silvester, habe ich dann fix die benötigte Hose genäht. Da der Schnitt schon von mir getestet wurde, war es eine schnelle Sache: Die abgeänderte Version der Damenhose RAS von Nähfrosch sollte es werden, die hat mir ja schonmal als Schlafanzughose gute Dienste geleistet. Weil ich das weite Bein des Schnittes nicht so mag, habe ich von einer 46 oben im Hüftbereich zu einer 42 an den Beinen verschmälert. Außerdem habe ich sie im Vergleich zur letzten Hose etwas gekürzt, da die Stoffmenge, die sich unten am Fuß sammelt, doch recht groß war. 


Anscheinend habe ich beim letzten Mal auch irgendwas an der Hüfthöhe gemacht, bei dieser Hose hier sitzt der Bund nämlich deutlich höher. Stört mich nicht, ist mir nur aufgefallen. Ich habe an den Füßen recht lange Bündchen angesetzt, finde ich total bequem, und oben wieder Knopflöcher ins Bündchen genäht und eine Kordel durchgezogen, damit die Hose auch hält wenn ich sie ein paar Tage anhatte und das Bündchen sich etwas gedehnt hat. 


Ein kleiner Fehler, der vermutlich nur mir auffällt: Natürlich hat das Norwegermuster eine "Richtung". Strickende unter euch werden es verstehen: Richtig herum wäre der Stoff, wenn die kleinen V-förmigen Maschen genau so aussehen, wie ein V eben. Ich habe so zugeschnitten, dass sie umgedreht sind ... ziemlich egal eigentlich, aber kratzt ein bisschen an meinem Strick-Stolz, wenn ihr versteht. 

Trotz und alle dem: Auf viele gemütliche Stunden in der Hose, schöne Träume, Tee und Wolle. 



Passenderweise verlinke ich die Hose bei der Linkparty von Nähfrosch

Happy sewing!

Julia

27. Januar 2019

Drei Projekte für #12ausdemStoffregal

Hallo ihr Lieben!

Das neue Jahr fing für mich nähtechnisch sehr ruhig an. Eine wirkliche Motivation wollte nicht aufkommen, nachdem ich für Weihnachten viele große Geschenke genäht hatte. Mein Schrank ist gut gefüllt und mit Jahresbeginn habe ich auch meinen Feed bei IG ausgemistet: Kaum noch Marken oder große Namen, die mir Schnitte und Stoffe andauernd unter die Nase reiben. So fehlt der Überfluss an Inspiration und ich komme ein bisschen zur Ruhe. 



Super passend dazu kam dann Selmin mit ihrer #12ausdemStoffregal Challenge um die Ecke. Einen Monat lang soll es um unterschiedliche Themen gehen, die alle darauf abzielen, dass wir uns mit unserem Stoffvorrat ein wenig auseinandersetzen. Dabei muss nicht zwangsläufig genäht werden, vielleicht nur geplant, organisiert oder weitergegeben. Ich habe für mich beschlossen, diese Challenge so weit es geht auszunutzen. Wer mich kennt, stutzt jetzt vermutlich: Was willst du denn aus deinem minimalen Stoffregal nehmen? Recht habt ihr! Aber wie so oft, alles ist Interpretationssache. Ich möchte mir das Motto des jeweiligen Monats vornehmen und am liebsten auf dreierlei Wegen bearbeiten: Ein neues Projekt, Resteverwertung, Änderungsstück.


Vielleicht sollte ich das näher erläutern?
Mein Schrank ist an und für sich ganz gut gefüllt. Ein paar Teile könnte ich noch gebrauchen, und vielleicht geben in diesem Jahr andere den Geist auf und Ersatz wird nötig. Aber trotzdem ist Hauptziel meines Nähjahres: Entschleunigung. In dem Tempo wie bisher sollte ich nicht weiternähen, sonst ersticke ich in Kram. Dafür gibt es einen kleinen Stapel an Sachen, bei denen ich kleine Änderungen vornehmen muss damit sie wieder zu Lieblingsteilen werden können. Denn einfach spenden bringe ich bei selbst genähten Sachen nicht immer übers Herz, wenn ich sie kaum getragen habe. Und Käufer gibt es dafür leider kaum. Ganz zu Beginn der Challenge habe ich außerdem meine beiden Reste-Regalfächer neu geordnet und bin nun inspiriert, auch hier ein paar kleine Sachen zu nähen.


Kommen wir doch direkt zur Umsetzung! Für den Januar war das Monatsthema "Struktur". Toll, da ist mir sofort eine Menge zu eingefallen. Und selbst wenn ich keine Idee gehabt hätte, hätten mir die zahlreichen Projekte, die in der Facebook Gruppe geteilt wurden, inspiriert.  Angefangen habe ich mit einem Rest Kunstleder, das mich sowieso schon länger störte. Es nimmt einfach viel Platz weg, und die Anwendungen für Kunstleder sind ja doch eher gering: Taschen. Oder Taschen. Zumindest bei so einem kleinen Stück. Ich habe mir deshalb das Gratis Schnittmuster Geo-Bag von Pattydoo heruntergeladen, das sah als Pluspunkt auch noch ziemlich interessant aus in der Konstruktion.


Das einzige Schnittteil ist ziemlich spannend und auf den ersten Blick würde keiner glauben, dass daraus eine Tasche wird. Weil mein Reststück nicht so groß war, musste ich eine Naht auf der Unterseite hinzufügen, da ich das Schnittteil nicht im Bruch zuschneiden konnte. Das stört aber überhaupt nicht. Für das Futter habe ich ebenfalls mein Resteregal erleichtert und ein altes Tuch, ich glaube noch von meiner Oma, angeschnitten. Es handelt sich, soweit ich weiß, um ein Seidenmalerei-Tuch, sowas hat meine Mama auch mal gemacht. Sehr spannende Technik, ich durfte selbst mal ein wenig herumprobieren. Jedenfalls erinnert mich das Tuch daran, ob meine Oma das selbst gestaltet hat oder meine Mama für sie weiß ich nicht, aber das lässt sich ja recherchieren. Wenn man es genau nimmt, herrscht nun also auch in der Tasche Struktur, denn ähnlich wie bei Window Color werden die Umrisse der Formen mit einer besonderen Farbe aufgetragen, die sich haptisch etwas vom Rest abhebt. Die Kombination der Stoffe gefällt mir total gut. Und richtig glücklich war ich ja über meine Reißverschluss-Manipulation, denn auch der kommt aus meinem Vorrat, herausgetrennt aus einem alten Mantel. Für die Tasche wird eigentlich endlos Reißverschluss benötigt, auf den man die Schieber etwas anders aufzieht, sodass sie sich im geschlossenen Zustand in der Mitte treffen können. Das ging bei meinem zwei Wege Mantelverschluss ja nicht so gut, da hätten beide Schieber am Ende rumgegammelt. Ich dachte mir dann, ein bisschen Mut schadet nicht, habe die Stopper an einem Ende abgeschnitten und beide Schieber runtergezogen. Dann habe ich ein Reißverschlussband gekürzt und die Schieber so wieder aufgezogen, wie ich es wollte. Hat geklappt! Da war ich selbst ein bisschen erstaunt, wie einfach das war, aber so sieht es schon auch klasse aus. Wofür ich die Tasche nutze weiß ich selbst noch nicht, vermutlich als Projektbeutel für Socken und ähnliche, kleine Projekte. Denn schick ist sie und praktisch auch, da gibt es keine Flecken, kann man auch super mal auf einem feuchten oder dreckigem Untergrund abstellen. 



Also Punkt 1 Resteverwertung hat erfolgreich geklappt. Gehen wir weiter zu den nächsten beiden: Was neues und was geändertes. Hat was von diesem Braut-Spruch, oder? 
Geändert habe ich meine Lupin Jacke von Deer and Doe. Seitdem ich sie genäht hatte (was immerhin fast zwei Jahre her ist), habe ich sie genau einmal getragen. Ich habe mich darin einfach nicht wohl gefühlt. Konnte nicht mal fest machen, woran das lag. Zu zwei Flohmärkten hatte ich sie dabei, aber auch dort fand sich niemand, der sie adoptieren wollte. Also muss sie bei mir bleiben! Irgendwann packte mich die Lust, dieses Stück anzugehen, und ich habe mir nochmal den Hashtag zu diesem Schnittmuster auf Instagram angeschaut. Super Inspirationsquelle übrigens! Jedenfalls wurde mir dann recht zügig klar, dass mir die Armabschlüsse quer liegen. Irgendwie ist da zu viel los, nicht meins. Und weil ich nicht zögere, wenn es eine Chance gibt ein ungeliebtes Teil wieder tragbar zu machen, habe ich kurzerhand meine Schere geholt und die Ärmel auf 3/4 Länge gekürzt. Einmal so übergezogen, noch ohne neue Abschlüsse, und direkt gemerkt: Das ist es. So finde ich sie schön, trage ich sie gerne. Das Futter habe ich noch ein bisschen mehr gekürzt, damit sich der Außenstoff etwas nach innen zieht und das Futter nicht rauslugt, dann die beiden offenen Kanten neu verstürzt und einmal abgesteppt. Und schon ist sie fertig, meine neue, tolle Jacke. Ich trage sie super gerne zu Anlässen wie Geburtstagen, über ein Shirt und zu Jeans zum Beispiel, aber auch im Sommer wird sie sicher toll sein zu Kleidern. Ich freue mich so, dass diese Veränderung geklappt hat!


Und zuletzt mein neues Projekt, ebenfalls mit drauf auf den Bildern. Eine weitere Shorts habe ich mir genäht, denn meine neu entfachte Shorts Liebe aus dem letzten Jahr braucht Futter. Dafür auserkoren habe ich mir einen Stoffrest, den ich auf der Annäherung Süd mitgenommen hatte. Genau die richtige Menge für eine Shorts war es, und auch beim Schnitt war ich mir schnell sicher: Die Port Trousers in der Shorts Version habe ich schon einmal genäht, aber hier noch nicht gezeigt, trage sie gerne, hauptsächlich wie hier: Über einer Strumpfhose. Angezogen und doch bequem ist der Look, wie ich finde. 


Ein bisschen lugt der grüne Futterstoff hervor, den ich für den Reißverschlussdings benutzt habe, aber irgendwie mag ich das. Knopf und Reißverschluss sind aus dem Fundus, somit habe ich für alle hier gezeigten Projekte nichts neues gekauft. Toll, oder? 


Vielleicht braucht ihr noch ein paar Infos zur Shorts: Genäht habe ich Größe 42 mit zweimal 1cm Zusatzlänge (1x im Schritt, 1x am Saum). Den Saum habe ich zweimal breit nach innen umgeklappt. Außerdem musste ich vorne die Schrittnaht etwas abändern, quasi von unter dem Reißverschluss bis zum Saum etwas abgeflacht, damit es keine komischen Falten gibt. 
Den Bund der Hose habe ich doppelt verstärkt, also jedes Bundteil einmal. So sitzt die ziemlich gut und leiert über den Tag auch nicht aus. 
Ansonsten gibt es zur Hose eigentlich nicht viel zu berichten. Die Vorder- und Hintertaschen werden nur aufgesteppt, das geht zügig und ist einfach. Gürtelschlaufen gibt es auch, obwohl ich wohl kaum einen Gürtel darin tragen werde. Das Schnittteil zu den Schlaufen habe ich übrigens etwas verschmälert, ich mag breite Schlaufen nicht so gerne.



Das waren sie, meine drei Projekte zum Thema "Struktur". Ich bin super zufrieden mit allen dreien und freue mich, bisher durchzuhalten was meinen Vorsatz von Entschleunigung angeht. Um trotzdem nähen zu können rattert die Nähmaschine aktuell ein paar Frühchenstrampler herunter, denn Stoffspenden habe ich mehr als genug und die brauchen die Sachen dringender als ich neue Klamotten. 

Ich bin total gespannt, welches Thema uns Selmin am 1. Februar vorstellt und hoffe sehr, auch dazu wieder Dinge zu finden, die ich abändern oder aus Resten nähen kann. 

Happy sewing!

Julia

24. Januar 2019

Carbeth Sweater - Kate Davies

[Werbung da Namensnennung]

Hallo ihr Lieben!

Ich glaube, den Ruf als vernünftige und disziplinierte Handarbeiterin habe ich weg. Kaum Stash, ob Stoff oder Wolle, keine UFOs, selten Totalkatastrophen. Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch mal unvernünftige Entscheidungen treffen kann. So geschehen mit dem Carbeth Sweater von Kate Davies. Gesehen, verliebt. Den wollte ich haben, un-be-dingt. Kurze Beratung mit dem Ministricktreff (Saskia und Sophia) die mir eher davon abrieten. Viel zu warm für unsere Gefilden. Wozu etwas stricken, was dann nur im Schrank liegt?


Recht hatten sie. Aber der Sweater war aus meinem Kopf nicht mehr herauszulösen. Noch dazu verkündete Caroline vom Podcast Dunderknit einen gemeinsamen Knit Along unter dem Thema #blamedunderknitalong. Mitten in der Vorweihnachtszeit gab sie uns die Erlaubnis, ganz egoistisch etwas für uns zu stricken und sie dafür zu beschuldigen, wenn diverse Weihnachtsgeschenke nicht fertig werden. Etwas anzuschlagen, auch wenn wir schon x Projekte auf den Nadeln haben, und das schlechte Gewissen bei ihr abzuladen. Wenn das mal nicht zu meinem unvernünftigen Sweater passte? Ich habe also noch ein bisschen bei Sophia herumgequengelt. Sie hat dann für mich in ihrem Lager das Alpaca Merino DK ausgegraben, ein sehr luftiges und trotzdem dickes Garn. Tada!


Mit doppeltem Faden und einer halben Nadelstärke größer als in der Anleitung passte die Maschenprobe, und es fühlte sich ganz leicht und fluffig an. Ich konnte also loslegen. Weil das Garn in Sophias Lager nur noch begrenzt vorhanden war, habe ich mal wieder sehr auf Nummer sicher gestrickt. Der Pullover wird von unten begonnen, statt aber mit dem Körper anzufangen, habe ich die Ärmel als erstes gestrickt. Was überhaupt kein Spaß war, denn mit so dicken Nadeln und dem von mir verhassten Magic Loop... gut, dass die Ärmel schnell wuchsen. Gestrickt habe ich übrigens die dritte Größe, mit 110 cm waren da die geforderten mindestens 10cm locker drin.


Da der Körper des Pullovers sowieso ein bisschen cropped, also eher auf der kurzen Seite sein sollte, habe ich gedacht, hier am ehesten Länge einbußen zu können. Ich habe den Körper deshalb provisorisch angeschlagen und direkt mit dem glatt rechten Teil begonnen. Quasi auf Höhe des Bauchnabels und dann Richtung Brust nach oben gestrickt. Dann werden flott alle Teile auf die Nadel genommen und die prägnanten Abnahmen gemacht, die wie ein umgedrehtes V auf der Brust und dem Rücken zusammenlaufen. Was an Maschen übrig bleibt, wird zu einem langen Rollkragen gestrickt, zu dem ich mich gleich nochmal äußere. Nachdem das alles geschafft war, habe ich die provisorischen Maschen unten am Bauchnabel wieder aufgenommen und so lange gestrickt, bis das Garn alle war. Voila. 


Und obwohl ich zwischendurch noch einen weiteren Pullover gestrickt habe, ist dieser hier innerhalb von einem Monat fertig geworden. Ich glaube fast, dass ich doch noch öfter mal Pullover aus so dickem Garn stricke ... 
Zum Thema Rollkragen: Damit bin ich nicht ganz zufrieden. Wie oben auf den Bildern umgeklappt bleibt der Kragen etwa die Hälfte des Tages. Dann hat sich der Pullover etwas in die Länge gezogen und der Kragen klappt sich um. Und dann sieht er echt doof aus. Auf dem Bild unten seht ihr, dass er nach hinten weit absteht. 


Zuppel ich das dann nach vorne, habe ich dort eine schäbige Falte und alles hängt logischerweise komisch schief. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das Problem lösen soll. Ich könnte den Kragen vorsichtig umgeklappt festnähen, das wird aber sicherlich nicht so schön. Oder ihn nochmal aufribbeln und mit deutlich kleinerer Nadel stricken, damit er seine Form behält. (Was Folter wäre, denn schon beim ersten Mal bin ich fast wahnsinnig geworden. Immerhin hängt der ganze Pullover unten dran und man muss alles herumwuchten, wenn man in der Runde strickt...). Habt ihr noch andere Ideen?


Vom Kragen abgesehen bin ich aber sehr zufrieden mit dem Pullover. Das Garn ist unglaublich weich und leicht, zu warm ist er überhaupt nicht. Die Ärmel sind schön lang, sodass man sich richtig gemütlich einkuscheln kann. Auch die Farbe mag ich sehr, einen blauen Strickpulli habe ich bisher nicht besessen. 


Wie immer habe ich das Projekt auch bei Ravelry angelegt. Und verlinkt mit Du für dich am Donnerstag ist es auch.


Happy knitting!

Julia