17. Januar 2019

Julevotter

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Hallo ihr Lieben!




Fast das ganze letzte Jahr über hat mich ein kleines Geheimprojekt beschäftigt, das ich lediglich ab und an mal auf Instagram gezeigt habe, hier auf dem Blog ist es aber nie aufgetaucht. Für meine Mama habe ich den Julevotter Adventskalender von Kari Haugen gestrickt, und da sie hier fleißig mitliest, musste ich mich bedeckt halten um die Überraschung nicht zu vermiesen. 
Meine Mama schenkt mir seit Ewigkeiten jedes Jahr einen Adventskalender, für den sie 24 Kleinigkeiten besorgt und einpackt. Immer mal wieder habe ich ihr auch einen gemacht, denn diese Freude muss geteilt werden. Und im April 2018 huschte mir dann der Gedanke durch den Kopf, dass meine Mama sich durchaus auch über 24 kleine Handschuhe freuen könnte, und zack, war es beschlossene Sache. 


Während der für mich gestrickte Kalender aus recht dünnem Garn gemacht ist, wollte ich bei dem für meine Mama etwas mehr in der Hand haben. Auch, um ihn in den kommenden Jahren besser befüllen zu können. Nach ein wenig Abwägen von verschiedenen Garnen und deren Farbpalette habe ich mich letztlich für die Karisma von Drops entschieden, die ich bei Lanade bestellt habe. Das Farbschema war für mich schnell klar, eine Mischung aus rosa-rot Tönen und grau sollte es werden. Obwohl fast alle Farben in der Realität anders aussehen als auf der Internetseite, passten sie bis auf die unten rechts alle zusammen. Die wurde also aussortiert und dann konnte es losgehen. 


Ich habe ein bisschen gebraucht, um wieder reinzukommen, dann aber meine alte Technik gefunden. Gestrickt habe ich auf dem Nadelspiel, 5mm waren die Nadeln dick. Die kompletten Maschen für die Vorderseite habe ich auf deine Nadel genommen, die Maschen für die Rückseite auf zwei verteilt. So gibt es keine unschöne Stelle mitten in der jeweiligen Zahl wenn die Fadenspannung mal nicht stimmt.  


Die Knäule habe ich mir alle aufrecht in eine passende kleine Kiste gesteckt und den Fadenanfang aus der Mitte jedes Knäuls genommen. So hatte ich ein praktisches portables Dings, was sich gut wegstellen ließ. Denn schließlich sollte es ein Langzeitprojekt sein! Die Farbzusammenstellung habe ich immer spontan entschieden, wenn ich einen neuen Handschuh angefangen habe. Meistens habe ich einen bunten Farbton mit einem der Grautöne kombiniert, manchmal aber auch wild durcheinander.


 Leider habe ich nicht ein Bild, auf dem man die schönen unterschiedlichen Rückseiten der Handschuhe sieht. Die sind nämlich auch alle individuell, was meine Mama ganz besonders erfreut hat. 
Es war irgendwie schön, durch die Jahreszeiten an diesen Handschuhen zu stricken. Im April habe ich angefangen, viele im Sommer auf der Terasse gestrickt (für einen Handschuh habe ich etwa eine Stunde gebraucht, passende Zeit für ein Sonnenbad ohne Sonnenbrand) und den letzten dann Mitte November eingekuschelt auf dem Sofa.


Pro Farbe hat ein Knäul gut ausgereicht. Der Naturton ist gegen Ende knapp geworden, da hätte ich nicht noch einen weiteren Handschuh stricken können, ansonsten war aber von den anderen Farben noch einiges übrig. Zum Glück, zwischendurch hatte ich nämlich schon Befürchtungen, nachbestellen zu müssen. 


Und wieder hat es mir total Spaß gemacht, diese kleinen Handschuhe zu stricken. Ich schließe nicht aus, dass ich für mich auch noch einen größeren stricken werde, mal sehen. Vielleicht findet sich ja auch nochmal ein Mensch in meiner Umgebung, der so knit-worthy ist, dass er einen Adventskalender dieser Art verdient. 


Damit die Handschuhe praktisch aufgehängt werden können, habe ich zum Schluss den Anfangsfaden genommen und ein paar Luftmaschen daraus gehäkelt, ihn zu einer Schlaufe gelegt und vernäht. Und dann 96 Fäden vernäht, das war ein Fest, sage ich euch!
Meine Mama hat sich sehr über die Handschuhe gefreut und auch von vielen Freundinnen Neid ausgesprochen bekommen, dass sie so eine tolle Tochter hat :) Um die Handschuhe gebürtig zu platzieren, ist sie beim Hundespaziergang Anfang Dezember im Gebüsch herumgekrochen und hat diesen monströsen Ast bis nach Hause gezerrt, wo er jetzt an der aktuell provisorischen Wohnzimmerwand befestigt ist. Bzw. war, ich vermute, dass er jetzt nach Weihnachten entweder nackig oder gar nicht mehr dort ist. 


Kleine Anekdote am Rande: Diverse Cardigans, Mützen, Handschuhe und Socken habe ich mit Einstrickmustern (Fair Isle und Stranded knitting) gestrickt und war immer im festen Glauben, dass man nach etwa drei Maschen die Fäden kreuzen muss um keine langen Flotten zu produzieren. Irgendwann im Herbst letzten Jahres wurde ich dann freundlicherweise aufgeklärt, dass dies Unsinn und nur in Ausnahmefällen nötig ist. Danach wollte ich am liebsten sofort ein großes Projekt anschlagen um zu schauen, ob daher meine Probleme mit der Fadenspannung kommen. Die sind nicht riesig, aber ich habe doch Unregelmäßigkeiten im Strickbild. Naja, ab da konnte ich die Handschuhe dann natürlich nicht  mehr so stricken wie gewohnt und habe die Flotten Flotten sein lassen. Und ja, es sah besser aus. Da habe ich etwas wichtiges gelernt! 

Und wer sich jetzt fragt, warum ich einen Adventskalender im Januar zeige, vollkommen außerhalb der Weihnachtszeit: Naja, wenn ihr auch einen haben wollt, dann fangt jetzt an. Zwei bis drei Handschuhe pro Monat sind ganz entspannt machbar, glaubt mir. Man muss es nur durchziehen. Wobei ich auch mittendrin mehrere Wochen keine Handschuhe gestrickt habe und dann an einem anderen Tag etwas aufholen musste. 

Viel mehr kann ich zu diesem Projekt auch nicht erzählen. Aber ihr könnt mir ja mal Bescheid geben, ob ihr nun angefixt seid oder vielleicht einen Kalender näht?

Happy knitting, 

Julia

15. Januar 2019

No Frills Cardigan, ganz ohne Schnickschnack

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Hallo ihr Lieben!

Habt ihr (zumindest der strickende Teil von euch) schon von Petite Knit gehört? Falls nicht, dann ist euch ein cleveres Label entgangen. Durch die gewitzte Kombination von schönen Garnen und einfachen, geradlinigen Schnitten ist es der Designerin gelungen, eine Horde an Strickerinnen ganz verrückt zu machen. Überall blitzen die Pullover und Jacken nach ihren Anleitungen auf, vielleicht auch, weil sie so vielfältig sind? Kinder- und Puppenkleidung, Pullover und Jacken für Erwachsene und Accessoires wie Mützen, die Auswahl ist groß. 
Auch ich bin, wie ihr euch nach dieser Einleitung sicherlich denken konntet (oder schon beim Titel erraten habt, Bonuspunkte!) dem schlichten Stil verfallen. Auf meiner Liste steht noch der No Frills Pullover, auch den Contrastsweater würde ich super gerne tragen. Beides eigentlich nur schlichte Raglan Pullover, mal sehen, ob ich dafür überhaupt die Anleitung kaufen muss. Andersherum hat das Label mein Geld ja allein für die Idee verdient, finde ich ... nun ja. Zum eigentlichen Projekt: Der No Frills Cardigan!


In den hatte ich mich nämlich schon bei der Erscheinung verliebt, was unter anderem an dem tollen gelb liegen könnte, das für das Titelmodel gewählt wurde. Traumschön! Also schnell die deutsche Anleitung gekauft und Garnrecherche betrieben. Da der Cardigan zweifädig gestrickt wird, mit einem Garn in Sockenwollstärke und einem Mohair-Beilauffaden, wollte ich es nicht allzu teuer gestalten. Deshalb habe ich das Mohair von Drops gekauft, in der Farbe Kobalt, und als Hauptgarn das bei mir schon bewährte Nisse von Stichfest in der Farbe Jeans. Die Kombination aus dem schönen himmelblau und dem leuchtenden kobalt finde ich richtig, richtig toll. Verbraucht habe ich übrigens 400g von Nisse und 175g bzw etwas weniger von dem Mohair. Kein Garnfresser, das Projekt.


Der Cardigan wird von oben nach unten gestrickt, dabei hat die beginnende Konstruktion bei mir für ganz schöne Verwirrung gesorgt. Begonnen wird nämlich mit der Blende, im Nacken. Dort werden erst Maschen provisorisch angeschlagen, dann längs in eine Richtung gestrickt bis ein mini-Schal entsteht, dann die provisorischen Maschen aufgenommen und der Schal in die andere Richtung verlängert. Von einem der kurzen Enden über eine lange Seite zum nächsten kurzen Ende werden dann die Maschen für den Körper aufgenommen, und dann geht es in gewohnter Raglan-Manier weiter. Richtig spannend!


Weil ich mit den 4 Knäulen Nisse gerne auskommen wollte, habe ich nach Erreichen des Punktes, an dem Ärmel vom Körper getrennt werden, eben jene zuerst gestrickt, um dort die volle Länge zu erreichen. Am Körper kann ich fehlende Zentimeter deutlich besser verschmerzen als an den Armen. Für meine Affenarme habe ich natürlich ein paar Änderungen vornehmen müssen, etwa 5cm sind sie insgesamt länger geworden. Ich mag auch die langen Bündchen, mit denen die Ärmel abschließen! Abgekettet habe ich die Ärmelbündchen mit einem Tubular bind off, der für einen schönen runden und flexiblen Abschluss sorgt. 


Nach den Ärmeln ging es dann erstmal glatt rechts in Reihen weiter. Gerade, als es mir viel zu langweilig wurde und ich alles wegwerfen wollte, kamen endlich die Taschen. Auch hier bin ich etwas anders vorgegangen als laut Anleitung. Eigentlich werden Maschen stillgelegt und neu angeschlagen, dort habe ich nicht aufgeschlungen, sondern einen provisorischen Anschlag gewählt. Ich habe nach diesem Punkt ein, zwei cm weiter gestrickt und dann erst die Taschen gestrickt (optimale Garnnutzung!). Also die stillgelegten und provisorischen Maschen auf ein Sockenwunder genommen, aus den Stellen dazwischen ein paar zusätzliche, damit keine Löcher entstehen, und dann in der Runde gestrickt. Die Anleitung sieht vor, dass man am Ende alle Maschen zusammenstrickt, hier habe ich den Maschenstich gewählt für einen sauberen Abschluss.


Da dachte ich also, ich wäre schlau, indem ich die Taschen zuerst gestrickt habe. Dilemma nur, dass der Körper dann doch ein ganzes Stück kürzer geworden ist als die Anleitung vorgibt, sodass die Taschen letztlich unten am Saum rauslugten. Ich habe zuerst nur das Ende der Tasche unten am Saum festgenäht, aber das war auch nicht so hilfreich, vor allem, wenn auf der Arbeit mein Schlüssel darin war. Also habe ich die Taschen nachträglich noch gekürzt. Wenn ihr sehen wollt, wie das geht: Auf Instagram habe ich es in meinen Story-Highlights gespeichert. 


Übrigens habe ich auch den Saum vom Körper mit einem tubular bind off beendet. Das dauert seine Zeit, aber lohnt sich sehr! Ich mag diesen Abschluss total. Die Blende an den Vorderteilen wird direkt mit gestrickt, sodass auch hier der Abschluss sehr schön ist und ordentlich sitzt. 


Bei den ersten beiden Gelegenheiten, zu denen ich den Cardigan getragen habe, war ich ein bisschen ernüchtert. Er saß zwar toll, piekste mich aber doch ein wenig. Ich wusste zwar, dass Mohair für mich nicht weich ist, aber dachte, in der Kombination wäre es ganz gut machbar. Der Frust war also entsprechend hoch! Aber, mittlerweile ist das pieksen aus irgendwelchen Gründen weg, und ich würde am liebsten in dem Cardigan leben. Wenn er nach dem Tragen nicht wieder in den Schrank wandert, dann ziehe ich ihn andauernd an, einfach, weil er da liegt, so schön locker sitzt und somit schnell übergeworfen ist. 


Er lädt richtiggehend dazu ein, sich einzukuscheln und es sich gemütlich zu machen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich irgendwann nochmal so einen stricken werde. Warum auch nicht?

Nebendarsteller in diesem Beitrag ist übrigens das Stirnband, welches ich nach einer Anleitung von fritzischnittreif genäht habe. Die ist kostenlos und klasse, wenn  man mal ein schnelles Geschenk benötigt. Kurz vor Weihnachten habe ich mich daran erinnert, im letzten Jahr jemandem so ein Stirnband genäht zu haben und ein paar Sweat-Reste herausgezogen. Ich habe gleich drei zugeschnitten und genäht, eins für mich, zwei für zwei Freundinnen. Es geht ja nichts über Mützen, aber für die Tage, an denen ich einen hohen Dutt trage, ist ein Stirnband ziemlich toll. 


Happy knitting, 

Julia



Verlinkt mit Frau freut sich, weil ich mich freue!
Projekt auf Ravelry

13. Januar 2019

Update No. 35

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Hallo ihr Lieben!

Willkommen zum ersten Update in 2019. Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen aus der Übung gekommen was die Updates angeht. Da ich dazu auch immer wenig Rückmeldung von euch bekomme - keine Anklage, das macht mir nicht wirklich was aus - bin ich mir ein wenig unsicher, wie ich sie gestalten soll. Und die Bilder dafür zu machen ist auch immer ein bisschen nervig, diverse Projekte/fertige Klamotten/neue Stoffe und Wolle aus allen Ecken der Wohnung zusammenklauben, nett anrichten, dann wieder an ihren Ort bringen. Aber trotz und alledem mag ich die Updates für mich selbst einfach sehr gerne, weil sie für einen schönen Überblick sorgen. 
Zum Glück habe ich rausgefunden, wie ich mich selbst austricksen kann: Den Text schon früher schreiben, wenn Zeit dafür ist, die Bilder dann später am Tag oder am nächsten. Dann ist es nicht so viel auf einmal. 

Eigentlich zeige ich euch zu Beginn des Updates immer alle fertigen Projekte. Dieser Schritt muss heute ausfallen, weil ich nie und nimmer aufgezählt kriege, was seit dem letzten Update alles fertig geworden ist. Da lag schließlich Weihnachten dazwischen! Und die Hälfte der Sachen habe ich auch nicht  mehr greifbar und kann sie daher nicht ablichten. Wir machen also einen Neustart.

Auf den Nadeln



Tatsächlich bin ich hier schon seit einigen Wochen ziemlich monogam unterwegs. Meinen Carbeth Pullover habe ich fertig gestrickt, dann ein wenig Reste abgebaut und letzte Woche mit Saskia den Boxy angestrickt. Das wird vermutlich ein langwieriges weil eher langweiliges Projekt, aber ich bin mir sicher, dass ich es unglaublich gerne tragen werde. Also durchhalten! Nebenbei schlage ich vielleicht Restesocken an, das Garn dafür hatte ich schon im letzten Jahr zu zwei gleichen Knäulen aufgeteilt und gewickelt. 




Unter der Nadel



Nach Weihnachten hatte ich erstmal einen kleinen Durchhänger, was das Nähen anging. Weil ich aber auch davor sehr viel daran hing, insgesamt fünf Geschenke habe ich genäht, davon drei Herren Kleidungsstücke. Nix mit Täschchen oder so! Zurückgeführt hat mich dann Selmin mit ihrer #12ausdemStoffregal Challenge. Das Stichwort Struktur hat zuerst dazu geführt, dass ich ein Projekt vom imaginären Änderungs-Stapel bearbeitet habe, meine Produktivität über eine kleine Tasche hin zu einem richtigen Kleidungsstück steigern konnte. So nähe ich aktuell eine Shorts aus einem Stück Stoff vom Tauschtisch der Annäherung Süd, also eine mir unbekannte Qualität. Kurze Hosen habe ich seit dem Herbst sehr in mein Herz geschlossen, ich trage sie super gerne mit Strumpfhose und Pullover, da kann eine weitere in meinem Schrank nicht schaden. Eigentlich fehlt auch nur noch der Bund und die Gürtelschlaufen sowie die Verarbeitung des Saumes, dann bin ich fertig. Was danach kommt weiß ich selbst noch nicht, ich lasse mich überraschen. Vielleicht nähe ich auch einfach mal wieder für die Frühchen. 


Neuzugänge



Weil ich so "schwierig" bin, was Garn und Stoffe angeht, werde ich eigentlich nicht mit Dingen beschenkt, die zu meinen Hobbies passen. Deshalb habe ich mir ganz deutlich und klar ein Nadelsystem zu Weihnachten gewünscht, zwei Varianten aufgeschrieben und die Hiya Hiya Nadeln bekommen. Es ist das normale Steel Set, also nicht Sharp, weil ich mir sonst den rechten Zeigefinger mehrfach piercen würde. Bisher bin ich sehr zufrieden damit, und vielleicht wird es nicht mein einziges bleiben, wer weiß. 


Tja, und wenn niemand mir Garn oder Stoff schenken möchte, dann muss ich das halt selbst machen. So habe ich mir bei Piratenwolle einen Schwung Sockenwolle für das nächste Pulloverprojekt bestellt. Neutrale Grundfarbe mit bunten Sprenkeln (etwas bunter und pinkiger als ich erwartet habe, aber so ist das mit Handfärbungen). Ich denke an einen No Frills Sweater, bei dem der mitlaufende Mohairfaden in weiß die Farben etwas dämpfen könnte. Habt ihr noch andere Ideen?

Ich wünsche euch einen entspannten Start in ein spannendes Näh- und Strickjahr. Schön, dass ihr hier seid!


Happy sewing, 
happy knitting, 

Julia


Verlinkt mit Maschenfein, Fadenwechsel

10. Januar 2019

Rückblick 2018

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Hallo ihr Lieben!

Wie in meinem Beitrag zu den Sewing Oscars 2018 schon erwähnt, habe ich einen allumfassenden Rückblick für euch vorbereitet. Wobei das ein bisschen geflunkert ist. Denn obwohl ich ihn für alle sichtbar ins Internet stelle, ist er doch hauptsächlich für mich gemacht. Es ist super spannend, nochmal gesammelt zu sehen, was man innerhalb von einem Jahr alles geschaffen hat. Vielleicht Lücken zu entdecken, oder Tendenzen. Zu sehen, welches Teil mal immer noch liebt, und welches vielleicht doch nicht so gelungen war. 

Deshalb werde ich auch keine einzelnen Beiträge hier verlinken. Wenn ihr den Post zu einem bestimmten Stück sucht, dann schaut doch in meinem virtuellen Kleiderschrank, da ist zumindest all das verlinkt, was ich für mich genäht und gestrickt habe. Aber wenn ich jetzt hier anfange alle Sachen zu den jeweiligen Blogposts zu verlinken, dann sitze ich Stunden hier, und das möchte ich nicht. Nehmt es mir nicht übel.

Ich habe (nicht ganz so schöne) Collagen erstellt und die Sachen ein bisschen kategorisiert. Also, kocht euch einen Tee oder Kaffee, Füße hoch, und dann schauen wir mal!


Accessoires


In 2018 habe ich mir fünf Paar Socken gestrickt. Eins davon ist noch unfotografiert, deshalb gibt es ein Bild vom Knäul. Socken gehen immer, sind mein liebstes Projekt für unterwegs und so schön mindless, also ohne große kognitive Beteiligung zu stricken. Ich schätze, dass es in diesem Jahr deutlich weniger werden, denn bisher sind alle meine Stricksocken noch ohne jegliche Löcher, sodass die volle Schublade voll bleibt und daher für mich kein Bedarf an neuen Socken besteht. Mal sehen, wie das klappt, wenn ich doch noch ein schönes Knäul Ringelsockenwolle finde ... 
Außerdem habe ich mir ein Schafkissen gestrickt! Sehr schön ist es, liegt am Sofaende und schaut mich immer an, wenn ich stricke. 


Abseits von Socken gab es sonst noch zu vermerken: Vier Mützen und zwei Tücher. Auch diese Schubladen sind mehr als voll, entweder muss ich also andere Sachen ausmisten und damit Platz schaffen, oder irgendwie bis zum Umzug Ende des Jahres durchhalten. 
Genäht habe ich auch ein bisschen was für mich: Einen Rucksack, den ich eigentlich fast täglich mit mir herumtrage, eine Picknickdecke für den immer feuchten Rasen und Projektbeutel für unseren Mini-Strickclub. 


Kinderkleidung


Zu Beginn des Jahres habe ich noch fleißig Stoffreste in Babyklamotten verwertet. Es fand sich dann aber ein anderes Projekt, für das ich Stoffreste verwenden konnte, sodass es an dieser Stelle ruhiger wurde. 


Anders im Bereich gestrickte Babykleidung, denn Wollreste haben weiterhin Verwendung in genau diesen Teilen. Manchmal fantasiere ich ja schon während des Strickens an einem Teil, was ich aus den potentiell übrig bleibenden Resten so stricken könnte. Es ist und bleibt aber auch faszinierend, wie schnell so Babysachen gestrickt sind und wie niedlich sie sind. 

Und außerdem entwirft Sophia immer wieder klitzekleine Anleitungen für Babysachen, die ich dann natürlich teststricken muss. Ach was, ich mache es einfach gerne, ich meine, wenn das nicht niedlich ist, dann weiß ich auch nicht. 


Frühchen


Seit dem Frühling etwa habe ich das Projekt Sternchennähen für mich entdeckt. Im Rahmen dieser Gruppe nähe und stricke ich Kleidung für Frühchen und verwende dafür sowohl meine Sockenwollreste, als auch alle Stoffreste die sich dafür eignen. 


Und dazu habt ihr eine Menge beigetragen! Immer wieder bekomme ich Emails von Leserinnen, die mir zu diesem Zweck ihre Stoffreste schicken wollen. Ich bin jedes Mal total erfreut und das Auspacken der Kartons ist herrlich. So viele verschiedene Stoffe darf ich anfassen, das macht super viel Freude, und das anschließende Vernähen ebenso. Die Kiste mit Stoffen für das Projekt ist schon ziemlich voll, so großzügig wir ihr seid. Vielen, vielen Dank dafür! 


Geschenke


 Obwohl ich hauptsächlich für mich selbst nähe und stricke, macht es mir doch ebenso viel Spaß, für andere zu werkeln. Und so sind in diesem Jahr ebenfalls fünf Paar Socken für andere liebe Menschen entstanden. Zwei davon habe ich zu Weihnachten geschenkt, eines war ein Gutschein zum Geburtstag, ein Paar ist im Rahmen des Wollsockenwichtelns entstanden und eins habe ich an die Aktion grüne Socke geschickt.


Und damit hört es nicht auf! Gehen wir mal im Uhrzeigersinn von oben links vor:
Ein Pullover, gestrickt für meine Mama, den ihr hier noch gar nicht gesehen habt, weil meine Mama meinen Blog fleißig liest. Eine Mütze, die sie eher unbeabsichtig bekommen hat, weil ich selbst mit dem Garn nicht so viel anfangen konnte, die Farben aber perfekt zu ihrer Winterjacke passen. Ebenfalls für meine Mama habe ich einen Julevotter Adventskalender gestrickt, auch dazu demnächst mehr. Dann kam eine wilde Produktion von Einkaufsnetzen um Garne aufzubrauchen, bis auf zwei habe ich alle verschenkt. Und zum Schluss nochmal meine Mama, mit der ersten Mütze, die ich für sie gestrickt habe. 


Meine Nähmaschine hat tatsächlich auch ein paar Sachen produziert, die ich nicht für mich genäht habe. Ein Kleid für meine Mama zum Geburtstag, ein Körnerkissen für meine Eltern zu Weihnachten, ebenso wie eine Sweatshirtjacke, ein Pullover und ein T-Shirt. Die Weihnachtsgeschenke muss ich alle noch verbloggen, aber das kommt. Und für eine liebe Kollegin habe ich zum Geburtstag ebenfalls genäht, eine Bluse ist es geworden. 


Hosen


Ich habe viel mit Hosen experimentiert im vergangenen Jahr! Dabei herausgekommen ist eine kurze Latzhose, eine Chino, eine lange Latzhose, eine Sweathose, eine Jeans und eine Hose mit Paperbag-Waist. Leider trage ich nur die Hälfte davon wirklich häufig. Die Hose mit dem Paperbag Bund trage ich gar nicht, mir gefällt die Optik überhaupt nicht. Ebenso ist die lange Latzhose eigentlich ein Reinfall gewesen, vielleicht kann ich die aber noch retten. Die kurze Latzhose und ich müssen uns vielleicht noch etwas aneinander gewöhnen, mal sehen. Im heißesten Sommer seit gefühlt immer war sie aber auch an vielen Tagen einfach zu dick. 


Dafür trage ich all die in diesem Jahr genähten kurzen Hosen sehr, sehr gerne. Drei davon sind im Rahmen eines Probenähens entstanden und werden bei mir für den Sport oder die Freizeit genutzt. Und die beiden äußeren unten trage ich dauernd mit Strumpfhose zusammen. Ich mag Shorts super gerne!


Kleider


Bedingt durch den langen und heißen Sommer sind bei mir gleich drei Kleider kurz nacheinaner entstanden, weil ich einfach nicht mehr wusste, was ich sonst tragen soll. Ansonsten habe ich mir eines zum Geburtstag genäht, und noch zwei Latzkleider nach einem anderen Schnitt als sonst, die ich aber kaum trage. Eine Änderung der Seitennaht kann dieses Problem hoffentlich beheben. 


Oberteile


Hier kommt auch wieder Wolle ins Spiel! Insgesamt fünf Oberteile habe ich mir gestrickt, drei Cardigans und zwei Pullover. Das ist ein ganz guter Schnitt, denn auch da wird das Schrankfach ziemlich voll mittlerweile. Ohne Ausnahme trage ich übrigens alle Teile super gerne. 


Obwohl Shirts so einfach zu nähen sind und Blusen deutlich schwieriger, ziehe ich letzteres einfach vor. Vermutlich, weil ich da schon längst meine Standard Schnitte gefunden habe und diese immer wieder nähen kann mit dem Wissen, das es gut aussehen wird. 


Abgesehen von Blusen gab es einen bisher unverbloggten Blazer, zwei Cardigans, ein Top und einen Strickpullover. Alle Teile trage ich gerne und häufig. Naja, bis auf den Blazer, der ist halt eher ein Anlass-Ding und ich habe wenige Anlässe in meinem Leben. Hihi. 


Und irgendwann zahlt es sich aus, wenn man bestimmte Teile ungern näht, dann ist nämlich plötzlich die Auswahl weg. Mir so geschehen mit Shirts, woraufhin ich mich beeilt habe welche zu nähen und auch aktuell wieder Schnitte ausprobiere. Vier T-Shirts sind so schon entstanden, außerdem ein Top aus einem Stoffreste und ein langärmliger Rolli zum Drunterziehen für die Strickpullover. 


Puh. Ein bisschen überwältigend, oder? In diesem Tempo darf es auf jeden Fall nicht weitergehen, denn dann habe ich bald nichts mehr zu tun, weil der Schrank voll ist. Noch dazu mag ich gar nicht so viel Klamotten haben, weil mir dann die Auswahl schwer fällt. Und wenn ich meine Sachen mag, was bei selbst gemacht eigentlich immer der Fall ist, dann trage ich sie ewig. 
Was also tun? Mein Ziel für 2019 ist es, zum einen vorhandene Teile auszubessern. Da sind Säume, die sich umklappen, Kleider, die ohne Ärmel besser funktionieren würden etc. Und zum Anderen möchte ich mehr auf hochwertige Stoffe achten. Diese sind dann automatisch teurer, werden nicht mal eben schnell vernäht und ich überlege vorher ganz genau, was ich daraus nähen möchte und ob es zu mir passt. Ebenso im Bereich stricken: Wenn ich es einfach entspannt angehen lasse, dann wird das schon gehen. Ich möchte 2019 wieder mehr lesen, also automatisch weniger Zeit, um zu nähen und zu stricken. Noch dazu steht dieses Jahr ein Umzug an, der mit unglaublich viel Organisation und Planung einher geht. Auch das wird uns Zeit rauben. 

Trotzdem verbiete ich mir nicht, spontan etwas zu nähen, einfach weil ich Stoff oder Schnitt mag. Dazu bringt mir der Prozess an sich einfach zu viel Freude. Mal sehen, was passiert!


Was sind eure Pläne für 2019?
Verlinkt mit Vervliest und Zugenäht


Happy sewing, 
happy knitting, 

Julia


6. Januar 2019

Sewing Oscars 2018

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Hallo ihr Lieben!

Wie auch schon 2016 und 2017 habe ich beschlossen, an den Sewing Oscars von Nina teilzunehmen. In diesem Rahmen werden imaginäre Preise an selbst genähte Kleidungsstücke vergeben, diese Idee finde ich immer noch ganz zauberhaft und wertschätzend, und deshalb bin ich natürlich mit dabei.


Beste/r HauptdarstellerIn - das liebste bzw. am häufigsten getragene Kleidungsstück

In dieser Kategorie gewinnt für mich ganz klar mein neuer Wind und Wetter Parka, den ich für den Übergang genäht habe, Ende September. Seitdem trage ich ihn bis auf wenige Ausnahmen auch täglich, und wenn das mal nicht häufig getragen ist, dann weiß ich auch nicht. Es ist eins der besonderen Teile, in denen man sich sofort wohl und sicher fühlt, kennt ihr das? Ich liebe die Kombination von Außenstoff und Futter, das Tragegefühl und die Struktur. Bisher hält er mich warm und trocken bei allen Gelegenheiten und bekommt langsam verblichene Ecken von der häufigen Nutzung, was ich ziemlich toll finde. Ganz klarer Gewinner!


02. Beste/r NebendarstellerIn - das am besten zu kombinierende Kleidungsstück  

Wie gut, dass die Auswahl immer auf das eben vergangene Jahr begrenzt ist, sonst würde mir die Entscheidung sicherlich schwer fallen. So aber muss ich meine Ginger Jeans mit dem Preis beglücken, denn mit dieser Jeans habe ich endlich mal ein Paar geschaffen, welches ich ohne Bedenken in jeder Situation anziehe, in der ich sowohl gemütlich stehen als auch sitzen kann und die gut aussieht. Und gut kombinierbar ist eine dunkelblaue Jeans ja sowieso, also klarer Gewinner.



03. Beste Regie - die aufwändigste Verarbeitung bzw. die technischste Herausforderung

An dieser Stelle habe ich mich für meinen neuen Rucksack entschieden, den ich Anfang des Jahres genäht habe. Zwar ist das nicht meine erste Tasche, trotzdem hatte ich mit dem steifen Material ganz schön zu kämpfen und musste einige Stellen nachträglich noch nachbessern. Als das aber erstmal geschafft war, hatte ich mir einen treuen Begleiter genäht. Früher habe ich ja fast nur Umhängetaschen getragen, aber seitdem ich schöne UND funktionale Rucksäcke nähen kann, ziehe ich die einfach vor. Im Wechsel mit  Delarifür die Tage, an denen nicht so viel zu transportieren ist, sind beide eigentlich dauerhaft in Gebrauch.

Karierte Bluse

Herbstlich geblümte Bluse

04. Bester Schnitt - das Lieblingsschnittmuster

Damit mache ich vermutlich viele andere Schnittmuster etwas traurig, und ganz so klar fällt die Entscheidung auch nicht. Aber wenn ich so sehe, was ich in 2018 genäht habe, was ich hier schon nominiert und ausgezeichnet habe, geht es doch ganz einfach: Granville ist und bleibt für mich ein ganz besonderes Schnittmuster. Es war mein erstes Indie Muster, also abseits von deutschen Ebooks und Burda, und hat schon deshalb einen besonderen Platz in meinem Regal. Auch passt es einfach toll, zu mir, meiner Figur und meinem Leben. Ich fühle mich darin immer wohl, ob etwas lässiger in kariertem Flanell oder locker sommerlich in geblümter Viskose. Bisher ist es mir immer gelungen. 



05. Bestes Drehbuch - die beste Anleitung bzw. das beste Ebook

Diesen Preis bekommt von mir der Wind und Wetter Parka  weil ich ihn bisher fünf Mal genäht habe und trotzdem nicht genug bekomme. Dieses Ebook war meine erste afwändigere Anleitung, mit Futter und Reißverschluss und vielen, vielen Teilen. Trotzdem war es dank der vielen Bilder und klaren Beschreibung überhaupt kein Problem, und seit der ersten Jacke habe ich schon ganz viel ausprobiert und experimentiert mit diesem Schnitt. Ich habe viel gelernt und mich trotzdem nicht überfordert gefühlt, und mittlerweile mag ich damit spielen.



06. Ehrenoscar - das schönste für jemand anders genähte Kleidungsstück   

Von den Sachen, die ich für andere nähe, gibt es leider meistens keine Bilder. Irgendwie kriege ich das koordinatorisch nicht hin, die Beschenkten dazu zu überzeugen, die Sache anzuziehen und mit mir raus zu stiefeln, um Fotos zu machen. Mein Bruder und Papa haben beide wieder etwas schönes von mir genähtes zu Weihnachten bekommen, aber davon gibt es noch keine Bilder. Dafür habe ich zumindest einen Handy Schnappschuss eines weiteren Geschenks: Im grandiosen Sommer dieses Jahr war meine Mama ganz begeistert von meinem Farrow Kleid und konnte sich den Schnitt für sich auch gut vorstellen. Wir sind also zügig ins nächste Stoffgeschäft und haben dort genau das passende gefunden: Einen Stoff, der Griechenland! Sonne! Meer! Glück! Leichtigkeit! schreit und somit genau zu ihr passt. 


07. Beste Kamera - die schönsten Bilder von eurem genähten Werk 

Diesen Preis möchte ich meinem Streifenkleid verleihen, weil die fixe Idee, den Hut mitzunehmen, zusammen mit dem Kleid für mich quasi eingemachte Sommererinnerungen sind. Schon lange war es nicht mehr so lange so warm, und ich habe es sehr genossen, ebenso die spontane Nähaktion, damit ich luftig angezogen bin. Die Bilder in der Abendsonne konservieren dieses Gefühl.

Version aus 2018
 
Version aus 2017

08. Beste Visuelle Effekte - nach Belieben interpretierbar

Visuelle Effekte, das ist ja wirklich ein vielfältiger Begriff. Ich habe ein wenig überlegt, ob ich irgendwo spannende Bilder gemacht habe, da ist mir aber nichts eingefallen. Also habe ich mir für meine Chataigne Shorts entschieden, die durch ihren spitzen Einsatz vorne und die ausgestellten Beine durchaus visuell interessant ist. Weil man auf den Bilder meiner Short aus 2018 den Einsatz nicht komplett sieht, habe ich ein weiteres Bild einer vorherigen Version dazu gelegt. Beide trage ich unglaublich gerne, die aus Jeans das ganze Jahr, die ledrige eher im Herbst, Winter und Frühjahr mit Strumpfhose. 


09. Bestes Kostümdesign 

Diesen Preis habe ich in seiner Interpretation mal ein bisschen angepasst und nach einer Anlassklamotte gesucht, da ich ja im Alltag eher sportlich unterwegs bin und somit der Begriff "Kostüm" dort meistens nicht passt. Gestoßen bin ich dabei auf mein spontantes Geburtstagskleid. 
Das ist zwar auch nicht der Inbegriff von schick oder Kostüm, aber in meinen Gedanken wird es immer mein Geburtstagskleid bleiben. Und wild gemusterte Sachen trage ich wirklich selten, also passt es ganz gut in eine etwas besondere Kategorie.


10. Geheimer Held

Da es in 2018 kein Tutorial auf meinem Blog gab, kann ich keinen Preis für den besten Dokumentarfilm verleihen. Dafür gibt es einen für den geheimen Held, also ein Projekt, das unerwartet erfolgreich war, nicht nach viel aussieht, dafür aber umso besser ist. Meine Ludwig Lässig
aus schwarzem Jersey ist so unglaublich bequem und vielseitig, dass ich sie sehr gerne und sehr häufig trage.


11. Goldene Himbeere (Anti Oscar) - der größte Reinfall

Im Gegensatz zu den Vorjahren habe ich hier gleich mehrere Kandidaten. Habe mich wohl mehr getraut aus meiner Komfort Zone herauszutreten, was nicht immer ohne Risiko ist. Der Gewinner des Preises ist die Lange Latzhose, die ich erst vor kurzem hier vorgestellt habe. Obwohl die Rückmeldungen alle positiv waren, kann ich mich mit diesem Teil nicht anfreunden. Das liegt gar nicht mal unbedingt an der Optik, sondern hauptsächlich am Sitz. Irgendwie ist der Bund trotz Erhöhungen viel zu niedrig und alles kneift. Ist mir ein Rätsel, wie ich das hinbekommen habe, die vorherigen Versionen sitzen alle besser. Ich werde nochmal versuchen, ob etwas längere Träger mehr Komfort mit sich bringen, aber falls nicht, landet sie in der Tonne. Zum Glück ist der Stoff ein Fundstück vom Tauschtisch, es tut also nicht so weh. 
Weitere Nominierte waren zum einen die Hose aus dem Paperbag Waist Experiment, die ebenfalls bei euch gut ankam, aber einfach nicht meinem Kleidungsstil entspricht. Ich fühle mich darin nicht wohl, und noch dazu ist der Stoff nicht wirklich qualitativ, er pillt schon nach zweimaligem Tragen an den Oberschenkel Innenseiten. Schade, denn da steckte viel Arbeit drin, ich habe den Stoff erst gefärbt und die Hose nachträglich auch noch abändern müssen, damit ich reinpasse. Aber was solls, immerhin habe ich etwas daraus gelernt. Ganz überraschend bin ich von den beiden Latzkleidern in hell und dunkel vom Anfang des Jahres auch nicht wirklich begeistert, was mich irritiert, liebe ich doch die Latzkleider nach dem Schnitt von Tilly and the Buttons sehr und trage sie häufig. Ich denke, dass es an dem großzügig ausgestellten Rockteil liegt und werde bei Zeiten die Seitennähte begradigen. Hoffentlich gefallen sie mir dann auch besser, sonst wäre es schade um gleich zwei Kleider. Ach, da wäre noch ein weiteres, das es nicht mal auf den Blog schaffen wird. Es sitzt überhaupt nicht, wurde nie getragen, ist aber auch noch nicht in der Tonne. Wenn ich den Trauerprozess überwunden habe, werde ich es mir noch mal greifen und schauen, ob ich nicht wenigstens den Rockteil in einen einfachen Rock umwandeln kann. 

Irgendwie schade, dass dieser Rückblick mit einem negativen Oscar endet. Denn eigentlich bin ich sehr zufrieden mit meinen genähten Stücken aus 2018! Ich freue mich immer wieder, sie anzuziehen, und merke meinen Lernprozess im Verlauf. 
Weil ich meine andere Leidenschaft, das Stricken, nicht einfach so bei Seite lassen kann, wird es übrigens nächste Woche noch einen ausführlichen Rückblick über mein kreatives 2018 geben, mit all meinen genähten und gestrickten Projekten. Ich hoffe, bis dahin seid ihr nicht schon genervt von der Fülle an Rückblicken überall ... 


Happy sewing, 

Julia