12. Juli 2018

Oversize Bluse im Doppelpack

Werbung da Nennung von Marken

Hallo ihr Lieben!


Heute habe ich gleich zwei Kleidungsstücke für euch. Eins wurde noch im Winter fotografiert, eins gerade erst. Der Schnitt ist derselbe, deshalb dachte ich mir, stecke ich sie doch beide zusammen in diesen Beitrag. Eine kleine Vorschau auf die Version für mich an mir, und dann erstmal zu einer anderen, besonderen Version.


Ihr als Leser wisst es ja mit am Besten, meistens nähe ich für mich. Ab und an mal für die Familie, das war es dann auch. Meiner Meinung nach haben das nur Menschen verdient, die die Arbeit dahinter auch wertzuschätzen wissen und sich angemessen freuen über das auf den ersten Blick vielleicht simple Shirt, an dem ich trotzdem ein paar Stunden gesessen habe. Denn das Nähen geht vielleicht recht flott, davor kommt aber trotzdem erstmal das Suchen nach dem richtigen Stoff, anschließend nach Hause bekommen, ob online oder in der Stadt, waschen, trocknen, bügeln, den Schnitt kaufen oder abpausen, zuschneiden, und dann ist das Nähen auch nur noch ein Bruchteil der Arbeit. Endspurt quasi. Also: Nur ausgewählte Leute bekommen genähte Kleidung von mir. Dazu zählt seit Januar auch eine Freundin von mir, die in besagtem Monat Geburtstag hat. Schon mehrfach hatte sie erwähnt, wie toll sie meine weiße Fräulein Lenz Bluse findet, wie neidisch sie ist, dass ich mir so etwas nähen kann. Lag also nahe, ihr zum Geburtstag einen Gutschein für so eine Bluse zu schenken, frei nach ihrem Geschmack. 


Ich hatte verschiedene Optionen vorgeschlagen, aber im Endeffekt war es ganz einfach: Weiß bitte, und wenn möglich mit goldenen Knöpfen. Somit habe ich einfach den Stoff, aus dem ich damals meine Bluse genäht habe, gewebte Viskose, nochmal bestellt. Passende Knöpfe gab es in meinem Fundus, die sind noch von meiner Oma. 


Der Schnitt kommt in Doppelgrößen daher, für meine etwas kleinere Freundin habe ich also Größe 34/36 gewählt. Auch für die Knopfleiste vorne gibt es Variationsmöglichkeiten, aber wie bei mir sollte es eine halbe Knopfleiste werden sowie ein ganz normaler spitzer Kragen. Nur Stehkragen geht auch, das habe ich zum Beispiel bei meiner geblümten Bluse gemacht. 


Genäht war die Bluse schnell, die Passen vorne und hinten erfordern ein wenig Konzentration und genaues Arbeiten, aber da ich die Bluse wirklich schon häufig genäht habe, war das schnell gemacht. Kragen sowie Kragensteg habe ich mit dünner Vlieseline versäubert, die Säume zweifach umgebügelt und festgesteppt. Fertig ist ein individuelles Geschenk, welches viel Freude gemacht hat. Und Blusenzwillinge sind wir jetzt auch!


Bei der einer vorangegangenen Bestellung für Weihnachtsgeschenke hatte ich für mich auch einen reduzierten Chiffon in den Warenkorb gesteckt, der lag hier noch ein wenig ohne Bestimmung herum. Das Nähen der Bluse für J. hat mich dann auf die Idee gebracht, dass ich durchaus noch eine benötigen könnte, also habe ich direkt im Anschluss auch für mich noch eine genäht. 


Die Punkte sind aber auch zu cool, gefällt mir richtig gut. Für mich habe ich Größe 38/40 zugeschnitten und den Körper noch um 8cm verlängert, was nicht unbedingt notwendig gewesen wäre, da sie sowieso recht lang ist, aber der Stoff war da, warum also nicht. Die Ärmel habe ich so gelassen, wie sie sind, da ich sie eh immer hochschiebe oder -krempel. Sie enden etwa 5cm vor den Handgelenken wenn sie glatt liegen. 


Mit einer Jacke drüber trage ich die Bluse gerne komplett locker, so ganz alleine lieber teilweise oder auch ganz in die Hose gesteckt. Auch hier habe ich die halbe Knopfleiste vorne genäht und einen kompletten Kragen gewählt. Statt Knöpfen habe ich Kam Snaps angebracht, ich weiß noch, dass ich die Bluse am selben Abend unbedingt anziehen wollte, mir fällt aber partout nicht ein, welcher Anlass es war. 


Wer über Viskose flucht, sollte übrigens die Finger von Chiffon lassen. Der Zuschnitt war schon bösartig, das Nähen ging mit angemessener Menge Nadeln, aber Bügeln war auch nicht so wirklich machbar, der Stoff hat sich nur wenig überzeugen lassen, in irgendeine Richtung gelegt zu werden. Ich habe leider auch nicht wirklich auf die Zusammensetzung geachtet, sonst hätte ich meine Finger von den 100% Poly gelassen. Egal, nun wird es getragen und demnächst besser aufgepasst, denn das Tragegefühl verglichen mit dem von Viskose ist schon deutlich anders.


Ich mag den lockeren Sitz dieser Bluse total gerne, noch dazu ist es dadurch super luftig und somit im Sommer angenehm zu tragen. Nicht ohne Grund ist es schon die vierte Bluse nach diesem Schnitt in meinem Schrank. 


Happy sewing, 

Julia



7. Juli 2018

Update No. 25

Werbung da Nennung von Marken, Personen, Produkten. Ich habe keinerlei Geld erhalten und präsentiere hier meine freie Meinung. 


Hallo ihr Lieben,

willkommen zu meinem regelmäßigen Blick in den Strickkorb und auf den Nähtisch. Ich erzähle euch, was in letzter Zeit fertig geworden ist, woran ich arbeite und wovon ich träume. Zu allen hier gezeigten Projekten wird es gesonderte Beiträge mit mehr Informationen geben, das hier soll lediglich einen kleinen Einblick darstellen. Auf geht's!


Neu im Schrank





Die Jeans ist endlich fertig! Das war echt ein langer Leidensweg, wirklich Lust, sie zu nähen, hatte ich nicht. Nach den ersten kleinen Details habe ich dann, wie empfohlen, die Beine einmal mit langem Stich zusammengetackert um die Passform zu testen. Und war hin und weg! Ich hätte es nie gedacht, aber anscheinend hatte ich bisher einfach nicht den passenden Stoff zum Schnitt. Endlich eine Jeans, in der ich mich völlig frei bewegen kann. Danach war dann die Motivation wieder da und ich habe sie fix fertig genäht, auch, wenn bei den aktuellen Temperaturen wohl noch ein paar Wochen vergehen werden, bis ich sie trage. 
Daneben seht ihr das Tuch, von dem ich im letzten Update noch überlegt habe, wie lange es wohl dauert, bis es fertig wird. Das kann ich nun nachreichen: Statt drei Nachtdiensten fünf, und schon ist das Tuch vollendet. Und es ist so, so schön geworden! Wer Interesse am Teststricken von Sophias Design hat, kann sich gerne hier schonmal melden. 




Außerdem habe ich mal wieder ein paar Frühchensachen genäht. Das ist oft Arbeit von mehreren Wochen: Zuschnitt, dann liegt es oft recht lange herum bis mir der Sinn nach stumpfer Näharbeit liegt, ohne Nachdenken. Dann nähe ich einen Schwung, und immer so weiter, bis die Zuschnitter vernäht sind. Diese Sets sind, wie aktuell immer, aus Stoffspenden von den tollen Frauen bei Sewing by the Sea entstanden. Alle Spenden gehen wie immer über Sternchennähen an die Uniklinik Münster, bzw. dahin, wo es gebraucht wird.



Auf den Nadeln



Nachdem das große, große Tuch fertig war, kamen erstmal nur ein paar kleine, schnelle Projekte auf meine Nadeln. Zum Beispiel der Newborn Vertebrae aus dem Restgarn der Zopfhose. Das ergibt dann ein schönes Set zum Verschenken, denke ich. Die Anleitung habe ich schon ein paar Mal gestrickt, das geht also ziemlich flott. 



Außerdem habe ich ein neues Paar Socken angestrickt, aus einem Rest den ich von Sophia geschenkt bekam. Da ist auf jeden Fall Yak drin, aber mehr weiß ich gerade nicht, das muss ich bei ihr nochmal nachfragen. Kombiniert habe ich es mit dem besten Kombigarn aller Zeiten, dem Regia in Flanell. Das kleine Muster an der Spitze kam mir so in den Kopf, am Bündchen werde ich es auf jeden Fall nochmal wiederholen, vielleicht auch irgendwo um die Ferse herum, mal sehen. 



Drei Einkaufsnetze sind fertig, endlich bin ich also bei dem Garn angekommen, welches mein Netz werden soll. Die anderen möchte ich nämlich verschenken. Ich war ja erst ein bisschen skeptisch ob ich so ein Netz überhaupt benutzen würde, aber in den letzten Wochen hatte ich immer mal wieder Momente, wo ich eins der schon fertigen unbedingt nehmen wollte. Für den Stricktreff, für einen kurzen Einkauf, sowas halt. Aber ich benutze ja nicht Dinge, die ich verschenken will, also habe ich es mir verkniffen. Umso mehr freue ich mich natürlich jetzt auf mein eigenes!



Und weil ich es natürlich nicht lange aushalte ohne ein Langzeitprojekt, habe ich direkt schon wieder das nächste im Auge. Mit unserem kleinen Stricktreff, bestehend aus Sophia, Saskia und mir, habe ich ein paar meiner Favoriten diskutiert, unter anderem den Winterfell Cardigan. Saskia war direkt auch angetan und wir überlegten ein bisschen, aber da es aktuell so warm ist und Saskia mit dem Studium gut beschäftigt, wollten wir es eigentlich auf später im Jahr verschieben. Dann kam aber Sandra mit der Ankündigung zum Winterfell-Knit-Along, also einem gemeinsamen Stricken des Cardigans, um die Ecke, und wenn das mal kein Zeichen ist, dann weiß ich auch nicht. Ich habe ein wenig überlegt, welches Garn es werden soll und nach langem Umentscheiden die Como Tweed in einem hellen Grau auserwählt. Jetzt freue ich mich sehr auf Mittwoch, vielleicht schlage ich auch schon vorher an, mal sehen! Strickt von euch noch jemand mit?


Unter der Nadel



Wie im letzten Update schon erwähnt, habe ich nach der Jeans nun den Stoff der dort als Fotohintergrund dient angeschnitten um einen Morris Blazer daraus zu nähen. Die ersten Nähte sind mittlerweile gemacht und ich hoffe sehr, dass es ein tolles Basic in meinem Schrank wird.
Danach liegt noch ein feiner Stoff für eine Bluse in meinem kleinen Rollcontainer und ein dunkler, fester Jersey der zu einem Kleid werden soll. Danach kann ich dann schon wieder zu meinem Stoffstapel im Schrank gehen und mir die nächsten paar herausziehen und waschen. Hihi, ich liebe mein kleines System ja jetzt schon. Wer mehr darüber wissen will, hier entlang.


Neuzugänge


Ein Foto habe ich an dieser Stelle nicht für euch, aber beschreiben kann ich es euch ja trotzdem. Aus einer Haushaltsauflösung ist mir ein Karton voller Wolle übergeben worden. Nach einer kurzen Durchsicht stand fest, dass zum einen zu irgendeinem Zeitpunkt mal Motten dort hausten, und zum anderen das meiste nichts für mich ist. Einige angefangene Projkete, die Dame war wohl auch schon etwas älter, ihr könnt euch vorstellen, dass unser Geschmack nicht gerade ähnlich war. So habe ich mir nur ein wenig Baumwolle und Leinen sowie ein wenig Sockenwolle ausgesucht, der Rest wird vermutlich gespendet. Meine Garne habe ich alle zum Strang gewickelt und ordentlich gewaschen, um jegliche Mottenreste zu entfernen, wobei ich darin auch keine gesehen habe. Aber für Baumwolle interessieren die sich ja auch meistens nicht so. 
Ach ja, und das Como Tweed für meinen Cardigan werde ich morgen bekommen. Was freue ich mich!

Das war es, ganz schön lang diese Woche. Woran arbeitet ihr gerade so?



Happy sewing, happy knitting

Julia


Verlinkt mit Maschenfein, Fadenwechsel

4. Juli 2018

Kielo Wrap Dress

(Werbung da Markennennung) 


Hallo ihr Lieben!




Der heutige Star des Blogs, dieses blaue Kleidchen, wohnt schon länger in meiner Garderobe. Ich habe es nämlich als letztes Teil bei meinem ersten Nähwochenende, Sewing by the Sea Anfang März diesen Jahres genäht. Völlig unpassend zur damaligen Jahreszeit, aber der letzte Stoff, den ich noch zuhause hatte. Ursprünglich hatte ich ihn bestellt, um daraus ein Herrenhemd zu nähen, aber schon beim Auspacken war mir klar, dass der Stoff dafür viel zu fließend und weich ist. Es handelt sich übrigens um ein Viskose Gewebe, online nicht mehr verfügbar.


Der Stoff lag also erstmal eine Weile im Regal, da ich sonst ja immer gezielt für Projekte einkaufe, war ich etwas ratlos, was aus diesem Fehlkauf nun werden sollte. Letztlich habe ich mich für das Kielo Wrap Dress entschieden, ein Schnitt der Firma Named Patterns und auch mein erster dieses Labels. Das Kleid sieht gefühlt an jeder Frau fantastisch aus, schaut einfach mal unter dem Hashtag bei Instagram, total faszinierend. 
Eigentlich ist der Schnitt für Jerseystoffe gemacht, da es sich aber um ein eher lockeres Kleid handelt, welches durch die Bindebänder seine Form erhält, dachte ich mir, dass es wohl klappen sollte mit dem festen Stoff.


Ich habe mich für die Größe 42 entschieden, da diese von den Maßen super zu mir passte. Im Nachhinein denke ich, dass eine Nummer größer vielleicht schlauer gewesen wäre. Für Jersey wäre die gewählte sicherlich perfekt gewesen, aber bei meinem Stoff für dieses Kleid hätte etwas mehr Weite nicht geschadet. Ich kann mich bequem bewegen, so ist es nicht, aber um die Armausschnitte sitzt es einfach nicht so, wie es sollte. Andersherum kann das auch an der sehr hohen Form der Armausschnitte liegen, die ich vielleicht anpassen müsste.


Diese, sowie auch den Halsausschnitt, habe ich mit einem Streifen aus demselben Stoff verstürzt und dann festgesteppt. Das gibt einen sauberen Abschluss und verleiht den Ausschnitten eine stabile Form. Es gibt aber definitiv auch einfachere Wege, da ist schon eine Menge Gefummel nötig um in den Rundungen keine Falten zu produzieren.


Vor allem der direkt unter dem Arm beginnende Seitenflügel - ein anderer Begriff fällt mir nicht ein - macht das Handling etwas schwer. Nunja. Alles nicht dramatisch. 
Ein wenig Form erhält das Kleid übrigens durch spannende Abnäher im Vorderteil, die von der Mitte des Armausschnittes aus nach unten zur Brustmitte gehen. Im Rücken gibt es zwei parallele Abnäher, sodass sich das Kleid auch gut an ein Hohlkreuz anpassen lässt. 


So schaut es übrigens im entfalteten Zustand aus, das gute Stück. Die Bänder lassen sich vorne oder hinten herum führen und erlauben so zwei unterschiedliche Weisen, das Kleid zu tragen. Ich mag sie beide und entscheide immer spontan, was mir gerade besser gefällt. Allerdings ist es auf Grund eben dieser Form des Kleides nicht möglich, irgendwie eine Tasche einzubauen, mein einziges Manko an diesem Schnitt, denn sonst finde ich ihn sehr faszinierend, mal etwas anderes!


Im Ursprung ist das Kleid übrigens lang, also theoretisch bis zum Boden, dafür müsste ich natürlich noch Länge zugeben. Weil ich aber selten Anlässte für so lange Kleider habe, wurde der Rockteil radikal gekürzt, sodass er nun eine Hand breit über dem Knie endet. Ein bisschen mehr hätte vielleicht auch nicht geschadet, aber es ist ja ein Sommerkleid, also hey, was solls. 
Ich möchte das Kleid total gerne nochmal aus Jersey nähen und bin gespannt, wie anders es sich dann trägt. Für den Winter gibt es sogar eine Ärmelerweiterung, also noch mehr Varianten möglich.


Mehr habe ich zu dem Kleidchen auch noch nicht zu erzählen. Da es erstmal lange im Schrank überwintern musste, fange ich gerade erst an es zu tragen und auf Alltagstauglichkeit zu testen, also steht da noch eine finale Einschätzung aus.


Würde ich dieses Jahr in den Sommerulraub fahren, was leider nicht der Fall ist, würde ich dieses Kleidchen sicherlich einpacken. Deshalb verlinke ich diesen Beitrag beim Me Made Mittwoch, wo es heute um den (imaginären) gepackten Koffer für den Urlaub geht. Ich bin gespannt, was dort so gepackt wird.

Happy sewing, 

Julia



Verlinkt mit Sew lala



1. Juli 2018

Babystrick von Stichfest

[Werbung: Garn und Anleitung zur Verfügung gestellt bekommen. Verlinkte Personen, Websiten etc. ohne Erhalt von Geld. Meinung selbst gebildet]

Hallo ihr Lieben!

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass der Anteil an gestrickter und genähter Kinderkleidung hier stark zurück gegangen ist. Eine Zeit lang habe ich diese Projekte ja genutzt, um Stoffreste zu verarbeiten, dann bin ich jedoch dem Projekt Sternchennähen über den Weg gelaufen und stecke nun dort meine Reste hinein. 
Was jedoch nicht aufgehört hat: Sophia entwirft immer mal wieder für ihren Neffen, dann aber eben auch als Anleitung für alle zu kaufen, kleine schöne Strickprojekte. Und davon will ich euch heute zwei zeigen. 


Aus der ersten Anleitung, der Oldschool Bonnet, ist bei mir gleich ein ganzes Set geworden. Ursprung der Idee war hier nicht der Neffe, sondern ein kleines Knäul (25g) feines weißes Garn. Was soll man daraus schon machen? Und so entstand die Mütze, die ich dann zusammen mit Saskia testen durfte. Dafür wurde uns das Garn, Lana Grossa Meilenweit Cashmere, von Sophia zur Verfügung gestellt, deshalb die Kennzeichnung. Zusammen mit anderen Teststrickern auf Ravelry haben wir noch einige Verbesserungen entwickeln und Fehlerchen ausmerzen können, und jetzt gibt es dieses süße Mützchen auf Ravelry zu kaufen. Die Mütze ist schnell gestrickt, macht aber gut was her und wächst durch das Lace-Muster lange mit. Sicherlich wunderschön zur Taufe, für Fotos... und zum Anziehen sowieso.
Weil im Gegensatz zur dem Ursprungsgarn dieses hier in 50g Knäulen daherkommt, war noch etwa die Hälfte übrig, was dazu führte, dass ich fix ein passendes Paar Söckchen gestrickt habe. Und schon ist wieder ein Geschenk fertig!


Die Anleitung für diese süße Wollhose gibt es schon länger auf Ravelry. Da sie selbst aber kaum Bilder von ihrem fertigen Modell gemacht hat, bevor es verschenkt wurde, habe ich noch eine Version gestrickt. Auch hierfür wurde mir das Garn zur Verfügung gestellt. 


Die Hose wird von oben gestrickt, man beginnt also mit dem Bündchen. Danach kommen ein paar verkürzte Reihen, mit denen Platz für den Windelpo geschaffen wird. Dann geht es erstmal lange rund, Abwechslung bringen hier die kleinen Zöpfe an den Seiten. Ein paar Zunahmen für den Schritt, und dann werden die Beine einzeln herunter gestrickt und ebenfalls mit Bündchen abgeschlossen. 
Verwendet habe ich Rowan Pure Wool 4ply, also ein Garn in Sockenwollstärke. Mit einem ganz normalen Knäul Sockenwolle kommt ihr locker hin, also ein super Projekt um Stasth abzubauen. Ich habe die fertige Hose gewogen und 88g sind dabei herumgekommen. Passenderweise habe ich nochmal 88g passende Reste in meinem Regal, in rosa und lila ... also folgt wohl noch eine ganz kitschige Version. 


Bei den Beinbündchen habe ich mir besonders Mühe gegeben und mit einem Tubular Bind off abgekettet, das sieht einfach so schön ordentlich aus!

Ich freue mich, wenn ich euch inspiriert habe, sich die Anleitungen mal näher anzuschauen. Mir machen ja diese kleinen Projekte zwischendurch immer viel Spaß, wir ihr wahrscheinlich schon wisst. 


Happy knitting!

Julia



Verlinkt mit Maschenfein
Profil auf Ravelry

28. Juni 2018

Geburtstagskäferkleid und Bonus Top

Hallo ihr Lieben,

nach meinem letzten Update wurden ein paar Stimmen laut, die gerne mein Kleid auch angezogen sehen wollten. Und obwohl ich noch viele andere fertige Stücke zu zeigen habe, bin ich eurem Wunsch gefolgt. Kam mir ganz gelegen, denn ich liebe mein neues Kleid auch sehr und freue mich über jede Gelegenheit, es anzuziehen, wenn auch nur für Bilder. 


Wer mich und meine Näh-Abenteuer schon länger begleitet wird sich nun vermutlich am Tee/Kaffee/Wasser verschluckt haben. So viel Muster und Farbe, ob es mir noch gut geht? Ja, tatsächlich, den Stoff habe ich mir selbst ausgesucht! Beim Stoff und Stil Besuch in Dortmund nämlich. Denn obwohl ich einfarbige oder dezent gemusterte Stoffe ganz klar bevorzuge, lassen sie sich doch am besten kombinieren, suche ich für so ein ganz Körper Ding wie ein Kleid auch gerne mal etwas aufregenderes aus. Und Stoff und Stil hat echt viele schöne Jerseys, sodass mir die Wahl nicht leicht fiel. Aber dieser hier ist es dann geworden. (Wie so oft online leider nicht verfügbar.)


Alle Stoffe, die ich dort gekauft habe, waren auch schon fest verplant. So wollte ich mir hieraus gerne ein Kleid nähen, wie gesagt, gemustert und so. Der Zufall wollte dann, dass ich mir dieses Kleid zum Geburtstag nähe. Also, ich wollte das. Ich wollte ein neues Kleid, welches ich an meinem Geburtstag das erste Mal trage. Dadurch habe ich meine eigene Gewohnheit gebrochen und ein schon angefangenes Projekt zur Seite gelegt um das Kleid zu nähen. War ein bisschen schwer auszuhalten (und zu organisieren, mein Nähtisch ist klein. Da passt eigentlich nur die Nähmaschine drauf. Plus zwei Projekte, Panik!). Aber die Überwindung hatte sich gelohnt, denn pünktlich zum Geburstag war das Kleid fertig.


Damit das Kleid eine sichere Nummer wird, habe ich einen bereits von mir erprobten Schnitt gewählt, das Lady Skater Dress. Denn obwohl ich bei meiner ersten Version vor über zwei Jahren ganz überschwänglich schrieb, dass dieser Schnitt für mich gemacht ist und sicher noch viele weitere folgen werden ... ist das hier das erste Mal, dass ich den Schnitt wieder in der Hand hatte. Ähem. Ja, weiß auch nicht, wieso. Vermutlich, weil ich einfach nicht so viel Kleider trage, bzw. noch einige im Schrank hatte. Von denen mittlerweile auch wieder ein paar aussortiert sind, also wäre Platz ... zurück zum Thema.


Wie beim letzten Mal habe ich eine Größe 5 mit 5cm zusätzlicher Länge im Rock genäht. Das passt noch immer, auch wenn der Jersey etwas fester ist als bei meinem ersten Kleid. Weil ich im Sommer Geburtstag habe, gibt es natürlich kurze Ärmel, versteht sich. Den Halsausschnitt habe ich anders verarbeitet als in der Anleitung vorgeschlagen, dort kommt nämlich erst das Bündchen dran bevor die zweite Schulternaht geschlossen wird, aber ich habe mir mittlerweile einfach angewöhnt beide Schultern zu schließen und dann den Ausschnitt zu versäubern, also habe ich es hier auch so gehandhabt. 
Aber auch sonst habe ich in den zwei Jahren seit dem letzten Kleid eine Menge an Erfahrung gewonnen, die ich hier in kleinen Extras angewandt habe.


Zum Einen war sofort klar, dass es ohne Taschen nicht gehen wird. Ich habe mir also nach einem kurzen beratenden Gespräch mit goldengelchen dazu entschieden, Hüftpassentaschen statt Nahttaschen zu konstruieren. Frei Hand habe ich dann das vordere Rockteil, noch im Bruch, um den Tascheingriff gebracht und durch professionelles Auflegen der so entstandenen Taschenform auf die Reste des Stoffes auch die beiden Taschenbeutel zuzuschneiden. Falls Interesse an einer detaillierteren Anleitung besteht, meldet euch bitte! Jedenfalls habe ich noch immer meine Befürchtungen bei Taschen in Jersey, ausleiern und so, weshalb ich die Tascheneingriffe am Rockteil mit einem im Zick-Zack aufgenähten Band verstärkt habe, das könnt ihr oben auf dem Foto sehen, die Taschenbeutel sind da hochgeklappt, pink lugt es hervor.


Dasselbe habe ich auch an den Schultern gemacht, ihr könnt es mit scharfem Auge erkennen. Zum ersten mal habe ich außerdem ein Gummiband auf die Nahtzugabe der Taille genäht, das soll ebenfalls einem Ausleiern durch die Schwere des Rockes vorbeugen. Ich bin gespannt, wie sich das macht.


Ich habe an meinem Geburstag viele Komplimente für das Kleid bekommen, aber die größte Verzückung haben natürlich die mit Blümchen besprenkelten Käfer ausgelöst. Was auch der Grund für mich war, den Stoff zu kaufen, nur Blätter reichen da nicht aus, bei weitem nicht.


Hier könnt ihr nochmal die Taschen sehen. Sie sitzen zwar, logisch eigentlich, zu hoch, um mit den Händen darin rumzulungern, bzw. hätte ich sie dafür tiefer machen müssen vom Taschenbeutel her. Aber Platz für den Schlüssel auf der Arbeit bieten sie, und das macht schon eine Menge aus. Durch den gemusterten Stoff fallen sie gar nicht wirklich auf, voll der Tarn Look hier. 

Ganz erfreut durfte ich dann feststellen, dass der Stoffrest noch für ein Top ausreichend ist, super Sache, da mangelt es nämlich ordentlich im Schrank. Auch hier habe ich zu einem bereits erprobten Schnitt gegriffen, der Kate von Pattydoo. Im oberen Bereich eine 40, zur Hüfte hin auf 42 auslaufend. Keine Verlängerung, die hatte ich Dussel mir nämlich nicht im Schnitt notiert oder angebracht, sodass ich dachte, beim letzten Mal auch nicht verlängert zu haben. Das ist jetzt nicht weiter schlimm, ich laufe ja trotzdem nicht in Gefahr plötzlich bauchfrei zu sein, aber schon ärgerlich, wenns an der eigenen Schludrigkeit liegt. Wieder was gelernt.


Kombipartner ist hier übrigens meine Shorts Chataigne. 
Ich mag den sportlichen Rücken, auch wenn ich entweder mehr Sport-BHs brauche oder mir so einen Riegel mit Kam Snap nähen muss, um die Träger mittig zusammen zu fassen. So siehts ja schon ein bisschen doof aus, die Fotos mussten schnell gemacht werden, hupsi. Aber das Top ist ja auch nicht Hauptakteur hier, sondern nur kleiner Nebendarsteller.


Ich habe hier noch einen schwarzen Jersey liegen, daraus soll ebenfalls ein Kleid werden. Noch bin ich mir unsicher, ob es dieser Schnitt wird oder doch mal was neues ... naja, bis dahin freue ich mich einfach weiter über das Geburtstagskäferkleid.


Und außerdem stöbere ich bei den drei tollen Linkpartys, die es jetzt Donnerstags immer gibt: WoF, Du für Dich am Donnerstag und Sewlala. So viel Inspiration, ich werd verrückt. 


Happy sewing!

Julia



24. Juni 2018

Update No. 24

Hallo ihr Lieben!

Zack, schon sind wieder zwei Wochen vorbeigezogen und es ist Zeit für ein Update, der regelmäßige Post in dem ihr schauen könnt, woran ich gerade arbeite, was ich plane, was fertig geworden ist. Wie immer erzähle ich euch zu jedem Projekt nur ein bisschen, ausführliche Informationen gibt es dann in einem seperaten Beitrag zu dem jeweiligen Stück. Falls euch vorher schon eine Frage auf den Nägeln brennt, dann bitte her damit, ich beantworte sie auf jeden Fall!


Neu im Schrank



Das neueste Teil ist tatsächlich meine Latzhose, die ich nur kurz vor knapp vor dem Me Made Mittwoch Mottotag fertiggestellt habe. Aber da ich sie euch schon ganz persönlich vorgestellt habe, bleibt sie hier mal außen vor und macht Platz für anderes. Zum Beispiel mein spontanes Geburtstagskleid aus wundervollem Blätter-Käfer Stoff, in das ich sogar noch Taschen eingebaut habe. Ich habe dafür viele Komplimente bekommen, was ja an sich schon ein Geschenk ist. Außerdem konnte ich aus dem Rest vor zwei Tagen noch ein Top zusammentackern, auch eine super Sache.


Die Ringelsocken, an denen ich jetzt schon eine ganze Weile stricke, sind endlich fertig. Sie haben lange unberührt herumgelegen, dann kam eine Fortbildung bei der ich die zweite Socke quasi zu zwei Dritteln fertig gestrickt hatte und damit war der Schwung wieder gefunden und der Rest auch ganz schnell gemacht. Die Socken stecken jetzt in meiner Schublade und warten auf den Herbst, ich freue mich schon!


Auf den Nadeln


Sophia hatte mich gefrag, ob ich für eins ihrer älteren Muster, die Hose Rapunzel, nochmal eine Version zum Fotografieren stricken könnte. Aber natürlich gerne, da sage ich doch nicht nein und bin schon fleißig dabei. Die Farbkombination knallt ordentlich, aber wer wenn nicht ein Kind kann so etwas tragen?


Das Tuch wächst gemütlich vor sich hin und ich bin sehr gespannt, wann ich damit fertig werde. So arg viel fehlt eigentlich nicht mehr, zumindest, was die Länge angeht. Dann kommt natürlich trotzdem noch das Aufschneiden, Rand anstricken, Fäden vernähen ... Aber bis dahin weiter durch die langen Reihen kämpfen, obwohl sich da noch keine Unlust eingestellt hat bei mir. Hoffentlich bleibt es so!


Einkaufsnetze waren vor vielen Jahren ja mal sehr gefragt. Nun hat das Label Paula M sie schlagartig wieder ins Herz der SelbermacherInnen geholt und gefühlt die halbe Welt strickt und häkelt Einkaufsnetze. Ich habe dem Bann lange wiederstanden, aus Mangel an Garn. Dachte ich. Bis mir das geschenkte Leinen/Poly Garn einfiel, welches sich auf Grund seiner Haptik für Kleidung für mich absolut nicht eignet. Mal abgesehen von der Farbe. Aber doppelfädig passt es ziemlich gut zur Anleitung, und das erste Netz habe ich schon fertig, werde es der freundlichen Spenderin des Garns schenken. Es ist noch genug Garn für drei weitere da, und ich habe sogar eine Farbkombination gefunden, die mir gefällt. Damit ein Anreiz da ist, werde ich erst die zwei übrigen stricken, die ich dann verschenke, und zuletzt meines.


Neuzugänge
 

Familie und Freunde halten sich immer sehr zurück, was Geschenke in Richtung Handarbeit angeht. Sie haben da wohl Angst, nicht meinen Geschmack zu treffen oder etwas zu schenken, was nicht gebraucht wird. Aber neben einem Stoffgutschein gab es in diesem Jahr tatsächlich zwei Schnitte, einmal ein spannender Hosenanzug mit Top, dessen Aufbau ich noch nicht ganz verstanden habe, und ein niedlicher Overall, der bestimmt irgendwann mal zum Einsatz kommt. 

Unter meiner Nähmaschinennadel befindet sich ganz aktuell nichts, aber ich habe ja immer noch die schon zugeschnittene Jeans die nur darauf wartet, dass ich sie zu einem tragbaren Teil zusammennähe. Ich denke, dass ich mich die nächsten Tage mal daran setze. Und direkt danach wird der Stoff verarbeitet, der bei den Fotos als Hintergrund diente. 


Woran werkelt ihr gerade so?


Happy knitting, happy sewing, 

Julia



Verlinkt mit Maschenfein

20. Juni 2018

Latzhose McCalls M7547

Hallo ihr Lieben!




Der heutige Mottotag auf dem Me Made Mittwoch Blog wurde ja frühzeitig angekündigt, um Jumpsuits sollte es gehen. Passenderweise hatte ich Stoff, Schnitt und gedanklichen Plan für eine Latzhose hier liegen und nach kurzer Abklärung mit dem MMM-Team ob eine Latzhose als Jumpsuit klärt, hatte ich mir fest vorgenommen, diese zum Mottotag zu nähen und zu zeigen. Puh, war das letztlich eine knappe Kiste!


Dank Projektbüchlein weiß ich, dass ich am 7.6. mit der Latzhose angefangen habe, also eigentlich mehr als früh genug. Wenn man aber fast alle Tage arbeiten muss, die freien Tage mit sozialen Aktivitäten gefüllt sind und dann noch der eigene Geburtstag in Kombination mit dem Wunsch nach einem Geburtstagskleid dazwischenkommt .. dann wird man erst am Tag vor dem Mottotag fertig. Also, ich. Ich habe das so gemacht, obwohl das eigentlich nicht meine Art ist. Kurz dachte ich, dass ich lieber nicht mehr mitmache, denn nähen unter Druck führt bei mir oft zu Fehlern, viel Trennen, etc. Aber ich habe es doch versucht, und auch geschafft. Die Bilder sind dann auch noch schnell geschossen und alles ist pünktlich fertig, puh!


Wie es überhaupt zu dieser Latzhose kam? Meine beiden Latzhosen nach dem Schnitt Frohnatur (eins&zwei) trage ich super gerne, obwohl ich immer dachte, der Umstand beim Toilettenbesuch würde mich von Einteilern abhalten. Damit stand fest, dass ich auch gerne eine richtige, echte Latzhose nähen wollte. Mein erster Versuch mit dem Schnitt Turia Dungarees von Pauline Alice Patterns ging leider in die Hose (haha), der hüftige Bund und dementsprechend niedrig angesetzer Latz machten mehr Bauch als unnötig, und die Träger waren bestimmt 10 cm zu kurz. Ich habe lange nach einer etwas höher geschnitteneren Latzhose gesucht und bin bei einer bisher für mich unbekannten Firma gelandet: McCalls, der Schnitt nennt sich charmant M7547. (Achtung, den Schnitt gibt es zweimal, einmal mit den kleineren Größen und einmal mit den größeren, achtet darauf, dass eure dabei ist!) McCalls gehört ja zu den großen Schnittmusterfirmen und wird gerade im englischsprachigen Raum viel genutzt, mir ist es aber bisher noch nicht unter die Finger gekommen. Dementsprechend war ich erstaunt, als ich die pergamentartigen Schnittmusterbögen in der Hand hielt, oh man, das war ein Gefummel, die abzuzeichnen. Gruseliges Material. Die Anleitung dann eine Art Plakat, da war ich völlig hilflos wo ich das in der Nähe der Nähmaschine unterbringen sollte damit ich nicht bei jedem Schritt aufstehen muss. Sehr, sehr unhandlich, meiner Meinung nach. Auch die Art und Weise wie die Anleitung formuliert hat, nicht meins. Obwohl viele Bilder dabei sind und sich alles auf drei Plakate aufteilt, also genug Platz für ausführliche und eindeutige Anweisungen vorhanden ist, hatte ich echt manchmal einen Knoten im Kopf der sich nur gelöst hat, weil ich schon Näherfahrung habe. Ich schätze, dass es an der Übersetzung aus dem Englischen ist, die wie so oft bei so etwas von einem nicht nähenden Menschen gemacht wurde? Aber reine Vermutung. Vielleicht liegt es auch an mir, und alle anderen kommen mit der Anleitung super zurecht. 


Zurück zum Schnitt. Ich habe Version C, also die kurze Latzhose, genäht und einige (unfreiwillige) Änderungen gemacht. 
- Größe 16 im oberen Bereich, ab der Taille auf 18 auslaufend
- 2 cm Länge im Schritt hinzugefügt, damit die Taille auch in meiner Taille landet
- Träger so viel verlängert, wie der Stoff zuließ - bitter nötig
- Knopf und Knopfloch falsch herum, weil ich zu paddelig war. Glücklicherweise lässt sich das im Gegensatz zu meinen Befürchtungen relativ einfach schließen. 
- Den Latz im oberen Bereich mit Vlieseline bebügelt, damit die Knöpfe nicht ausreißen


Außerdem habe ich zwei statt nur einer Po- Tasche genäht. Wie komisch sähe denn bitte nur eine Tasche aus? Ich bin mir außerdem nicht sicher, ob ich beim hinteren Latz oder den Trägern irgendwo einen Fehler gemacht habe, da auf der Technischen Zeichnung die Träger am äußeren Rand ohne Übergang mit dem Latz abschließen und bei mir noch ein paar Zentimeter übrig sind. Oh, und statt vier Gürtelschlaufen habe ich sechs zugeschnitten und hinten so eine lustig überkreuzte genäht.
Den Bund wollte ich eigentlich auch noch rundherum abgesteppt haben, aber bei der x-fachen Lage Jeans an der Stelle der Gürtelschlaufen (da liegen ja zwischen den Bundteilen auch noch die Nahtzugaben) hat meine Maschine aufgegeben. Es passte nur so gerade unter das Füßchen, also so, dass Füßchen oben und unten keinen unterschied machte, und da konnte sie nicht mehr transportieren. Für mich hieß das nach dem Auftrennen, dass ich den Bund unten mit Hand angenäht habe. Bäh. Ich hasse Handnähte. Aber sieht schon schick aus von innen.


Stoff und Schnallen sind von Stoff und Stil, der Denim hat eine tolle Dehnbarkeit und fühlt sich super an, liegt dafür echt nicht breit. Ich habe mir ziemlich einen abgemüht um aus dem Meter, den ich gekauft habe, alle Teile herauszubekommen. Ansonsten kann ich  mir den Stoff aber auch toll für eine Jeans vorstellen, muss ich mir unbedingt merken. 
Genäht habe ich mit normalem Garn, abgesteppt dann mit dickerem Garn in Blau, da ich das immer noch nicht wirklich ordentlich hinbekomme. 
Prinzipiell bin ich mit der Latzhose zufrieden, sie sitzt besser als ich dachte, auch wenn der Bund noch recht eng sitzt. Da habe ich beide Teile verstärkt, gehe aber stark davon aus, dass dieser sich nach längerem Tragen noch etwas weitet. Bisher habe ich die Hose ja nur für die Bilder und zwischendurch zur Anprobe angehabt und kann dazu leider noch nichts sagen. 


Unsicher bin ich mir allerdings schon bei der Seitenansicht. Der Bauch ist halt schon sichtbar, was sonst bei Hosen die etwas tiefer sitzen ja nicht so ist. Es ist vermutlich wieder mein gebrainwashtes Gehirn, was das unschön findet, aber das Ergebnis bleibt ja: Wenn ich unwohl fühle, werde ich die Latzhose nicht anziehen. Mal sehen, was ich so für Rückmeldungen kriege im echten Leben (und gerne auch von euch) und ob ich mich da selbst überzeugen kann. Nicht, dass mir demnächst alle eine Schwangerschaft unterstellen ...



Aber ich darf auch nicht vergessen, was ich anderen so gerne erzähle: Selten steht man so still, wie es auf Bildern abgebildet wird, und man selbst schaut natürlich am meisten auf solche Stellen. Auf diesem Bild zum Beispiel fällt mir der Bauch gar nicht auf, nur direkt seitlich eben. 
Kombiniert habe ich den Einteiler übrigens mit einer Fräulein Lenz Bluse, schon alt, immer wieder gerne getragen. 

Und damit geselle ich mich zu all den anderen Frauen, die heute etwas komplizierter auf das stille Örtchen gehen und schaue, ob ich noch weitere spannende Schnittmuster und Inspiration finde. Außerdem verlinkt mit Frau freut sich.


Happy sewing, 

Julia