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1. Januar 2020

Blue Jeans in Überlänge

Hallo ihr Lieben,

willkommen zum ersten Blogpost in 2020. Ein neues Jahrzehnt, in zwei bis drei Wochen habe ich es hoffentlich auch drin, dass ich das Datum richtig schreibe. Ich bin sehr gespannt, was das Jahr mit sich bringen wird. 

Auch in diesem Jahr verfolgt die Linksammlung beim Me Made Mittwoch den monatlichen Rhythmus, es finden sich also immer pünktlich am ersten Mittwoch im Monat Nähende, die ihre Kleidung zeigen. Da ich den Austausch dort sehr mag, hoffe ich, auch in diesem Jahr weiterhin regelmäßig dabei sein zu können. Ich bin gespannt, ob es heute wegen des Feiertags weniger Teilnehmer sind? Für mich ist auch heute ein Arbeitstag, also kein Problem!


Mitgebracht habe ich euch meine neueste Jeans. Die Ginger Jeans und ich, wir haben ja schon eine recht lange Beziehung. Drei oder vier Paar Hosen habe ich nach dem Schnitt genäht und mich sehr bemüht, sie zu mögen, aber irgendwie passte es immer nicht richtig, mittlerweile sind sie alle weiter gewandert. Im vorletzten Jahr hat es dann aber endlich geklappt und ich habe nach dem Auftrennen einer gut sitzenden Hose verstanden, worauf es ankommt. Die daraufhin genähte Jeans trage ich sehr gerne, also war mir klar, dass es nicht die letzte bleiben wird.


Was ich unter anderem gelernt habe: Auf den Stoff kommt es absolut an. Hier habe ich Denim von Stoff und Stil verwendet, den habe ich allerdings offline gekauft, ich muss später mal schauen, ob ich die Artikelnummer finde und ihn euch raussuchen kann. Es könnte dieser hier sein, jedenfalls in die Qualität eine ähnliche wie bei meiner letzten Jeans und die ist echt gut für Stretch-Jeans.


Ich habe die Jeans in Größe 12 mit schmalem Bein und hohem Bund genäht, die Kombination mag ich am liebsten. Weil ich den Bund bei der letzen Version nochmal etwas höher gemacht hatte, das aber zu viel des Guten war (sonst bei Hosen immer gut, ich habe offenbar nämlich einen langen Unterleib), jetzt müsste es wieder die originale Höhe sein die dabei herum gekommen ist. Dafür habe ich den Saum der Hose nochmal um 2-3cm verlängert, denn trotz Vorwaschen geht die fertige Jeans nach mehreren Wäschen manchmal noch etwas in der Länge ein. 
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die vielen Falten oben vom Tragen und Sitzen kommen. Bin nämlich jemand, der nicht unnötig seine Kleidung wäscht und hatte die Hose vor den Bildern sicherlich schon an 3-4 Tagen an. Aber ich behalte es im Blick, sollten die Falten auch nach der Wäsche sein, muss ich da nochmal ran.


Dafür sitzt sie hinten aber super, finde ich. Die Falten finde ich voll ok, und ein bisschen Bewegung muss ja auch möglich sein in der Hose, nicht wahr? Wie ihr sehen könnt, ist die Hose jetzt so lang, dass ich sie sogar umkrempeln kann. Das ist für mich durchaus was besonderes, ich weiß nicht, wann ich das zuletzt gemacht habe. Bei meinen 1,80m kommt das sehr, sehr selten vor. Letztens habe ich einen Glücksfund im Second Hand Laden gemacht und eine Hose mit 36er Länge gefunden, da geht das auch. Macht mich ja paradoxerweise etwas glücklich, zu lange Hosen zu haben.


Bei dieser Hose habe ich zum letzten Mal die durchgehenden Taschenbeutel genäht. Ich dachte immer, die wären super um die Hose vorne schön glatt liegen zu haben. Jetzt habe ich aber schon mehrfach gelesen, dass es dadurch zum einen zu Falten kommen kann, weil Hosenstoff dehnbar und Taschenstoff nicht, und zum anderen zieht sich zum Beispiel die Reißverschlussklappe so unschön auf, ich denke, das liegt auch daran. Also nächste Version mit normalen Taschenbeuteln, ich bin gespannt, ob das was ändert.


Genäht habe ich die Hose mit blauem Garn, abgesteppt mit einem beigen etwas dickeren und normalem Geradstich. Ich habe auch den 3-fach Geradstich mit dünnem Nähgarn probiert, aber das war mir dann doch zu wulstig. Es ist jetzt nur oben an den Taschen zum Einsatz gekommen.


Wo wir gerade bei Taschen sind: Zum allerersten Mal habe ich die Po-Taschen mit einem kleinen Design verziert. Das mag ich eigentlich ganz gerne, werde ich jetzt vermutlich auch öfter mal machen.


Hier nochmal ein kleiner Einblick ins innere meiner Jeans. Seht ihr, dass das Taschenfutter ein Reststück ist vom Futter meines Parkas hinter mir auf der Bank? Ich mag solche Erinnerungsstücke, die über mehrere Kleidungsstücke verwendet werden sehr gerne. War übrigens gar nicht komisch, sich auf einem Schulhof mal eben mit offener Hose hinzustellen ... zum Glück war es in den Ferien, mich hat also maximal ein Hausmeister oder sowas gesehen, vielleicht auch niemand. Besser so.


Weil das Motto des Me Made Mittwoch heute "Lieblinge" lautet, möchte ich noch hinzufügen, dass diese Hose den Titel auf jeden Fall verdient hat. Genäht habe ich sie im Oktober, und seitdem trage ich sie wirklich sehr gerne. Die Farbe passt gut zum Rest meines Kleiderschrankes, sie ist super bequem und so schön lässig. Und hey, ich habe sie selbst gemacht!
Der Pullover ist übrigens eines der raren Kaufkleidungsstücke in meinem Schrank, auch aus dem Second Hand Laden, beim bereits erwähnten Hosenkauf mitgekommen. Pullover und Shirts mit Aufdrucken vermisse ich ja manchmal schon ein bisschen, da darf durchaus auch mal einer bei mir einziehen.


Ich wünsche euch einen guten Start in das neue (Näh-) Jahr. Möge es mit tollen Schnitten, inspirierenden Blogbeiträgen, Traumstoffen und netten Konversationen gefüllt sein. 


Happy sewing, 

Julia



5. September 2018

Ginger Jeans - Was lange währt

[Werbung wegen Markennennung]

Hallo ihr Lieben!

Falls ihr bei dem heutigen Beitrag das Gefühl eines Déja vu habt - ich habe schon einmal einen Post geschrieben, in dem ich der Meinung war, das Schnittmuster Ginger Jeans von Closet Case Patterns an mich angepasst zu haben. Hatte ich aber nicht, wie sich nach mehrfachem Tragen herausstellte. Das Thema "Jeans nähen" wollte ich dann eigentlich aufgeben, ich war der Meinung, entweder den Schnitt nicht ausreichend anpassen zu können ohne fremde Hilfe, oder aber einfach nicht an die Art Jeansstoff zu kommen, der für Skinny Jeans genutzt wird.  Ihr könnt ja mal eure eigenen Kaufjeans angrabbeln, so einen dünnen und dehnbaren Denim habe ich bisher noch nirgendwo in der Hand gehalten. Das mag auch an der anschließenden Aufarbeitung der Hose liegen, Stonewashed und Bleichen macht ja auch noch eine Menge mit dem Stoff. Aber trotzdem dachte ich, ich wäre nicht in der Lage mir eine eigene, gut sitzende Jeans zu nähen.



Bei meinem Besuch bei Stoff und Stil Anfang des Jahres habe ich dann natürlich auch bei den Jeansstoffen geschaut, eigentlich für eine Latzhose. Ganz überrascht habe ich zwei verschiedene Stoffe in der Hand gehalten, beide ungewöhnlich dehnbar trotz geringen Elasthan Anteils. Ich beschloss also, dem Schnitt noch einmal eine letzte Chance zu geben. Und zwar ganz von vorne. Alle bisherigen Anpassungen, Veränderungen und Notizen ignorierte ich erst einmal und beschloss, ganz anders an die Sache heranzugehen. Zwei "alte" Jeans (3 Jahre häufige Nutzung reichen schon aus, dass eine Jeans mehrfach geflickt und dann irgendwann nicht mehr zu retten ist) hatten vor kurzem aufgegeben, und die eine davon saß eigentlich perfekt. Also habe ich sie kurzerhand auseinandergeschnitten. 


Zum Vergleich habe ich dann das Vorder- und Hinterbein mal auf meine korrigierten Schnittteile gelegt - ganz anders. Dabei hatte ich, dachte ich jedenfalls, die Änderungen gemacht nachdem ich an eben dieser Hose geschaut hatte, wie die Schnittteile der Beine geformt sind. Aber das lässt sich an der Hose am Stück offensichtlich doch nicht so einfach machen wie gedacht. Meine korrigierten Schnittteile waren also offensichtlich Humbug. Für eine weitere Orientierung habe ich also meine auseinandergeschnittene Jeans mal auf den Schnittbogen gelegt und war erstaunt. Eigentlich ohne Änderungen hatte ich da die Hose in der Version B (also die höher geschnittene), Größe 12 liegen. Lediglich 1cm im Schritt und 2cm an den Beinen habe ich in der Länge hinzugegeben. Natürlich musste ich mir die Nahtzugaben vorstellen und die durchs Tragen bedingten Weitungen wegdenken, aber es war überraschend ähnlich alles.


Bei meiner veränderten Version von vorher war ich auch mit Größe 12 gestartet, hatte aber zum Po hin auf 14 erweitert und die Schrittkurve vorne und hinten total abgeändert. Dementsprechend gespannt war ich natürlich, ob der Original Schnitt besser sitzen würde. Ohne große Hoffnungen habe ich die Teile zugeschnitten, wie gewohnt erstmal die Beine mit großem Stich zusammengesteppt und bin zur ersten Anprobe reingeschlüpft. Und fast in die Luft gesprungen vor Überraschung! Die Hose fühlte sich ganz anders an, so passend, und sah auch super aus. Ein Aha-Erlebnis.


Da war die Motivation natürlich gleich wieder auf deutlich höherem Niveau. Voll Eifer habe ich gesteppt und genäht und gebügelt, und dann war es plötzlich so warm. Furchtbar warm. Tatsächlich hat die Hose seit ihrer Fertigstellung Anfang Juli im Schrank gelegen. Unangetastet. Für die Fotos habe ich sie das erste Mal fertig angezogen, und mich wieder gefreut, wie gut sie sitzt. Ohne Anpassung fürs Hohlkreuz, den Bauch, einfach klasse. 


Auf den Bildern von vorne sieht es aus, als wäre meine Absteppung um den Reißverschluss total schief. Das sieht aber nur so aus, weil es sich etwas verzieht durch die Form meines Körpers. Ohne mir darin ist alles total gerade. Da ich aber sowieso nicht vorhabe, mal ein Shirt in diese doch ziemlich hoch sitzende Jeans zu stecken, stört mich das nicht weiter. 


Für die erste wirklich perfekte Jeans musste es etwas besonderes geben, fand ich. Also habe ich ein Stück Snap Pap zugeschnitten und darauf ein Kreuzstichmotiv genäht, dass ich von einer angefangenen Tischdecke ausgeschnitten habe. Diese Decke ist mit etwa 20 dieser Blumenmotiven bestickt, aber nie fertig gestellt worden. Ich habe sie bei einer Haushaltsauflösung bekommen und kann so dieser Arbeit noch ein wenig Lebensverlängerung ermöglichen. Und schön sieht es auch noch aus!


Die Hose macht, im Gegensatz zu ihren Vorgängern, jede Bewegung bedenkenlos mit. Hinknien, Beine überschlagen, alles kein Problem. Traumhaft! Nun habe ich natürlich wilde Pläne. Ich möchte mich gerne mit Schmirgelpapier und Bleiche austoben, eine helle Version nähen, eine tiefer sitzende. Und vor allem mindestens zwei Ballen von diesem Stoff bestellen, falls ich niemals wieder solch einen finde. 


Was könnte euch noch interessieren an dieser Hose? Sie ist, wie alles, komplett mit meiner Pfaff genäht, mit normalem Nähgarn. Für die Absteppungen habe ich dickes Absteppgarn in einem Farbton zwischen Gold und Ocker verwendet. Reißverschluss und Knopf sind ebenfalls von Stoff und Stil. Der Futterstoff auch, der ist aber schon älter.


Was bin ich froh, dass das Thema Jeans nähen doch keine Endstation ist. Jetzt bleibt eigentlich nur noch Unterwäsche, dann habe ich alles einmal ausprobiert. Aber da habe ich noch ein wenig Zurückhaltung.


Heute ist endlich wieder der erste Mittwoch im Monat, also wandern ich und meine Jeans zum Me Made Mittwoch, wo wir uns in toller Gesellschaft wiederfinden werden. Außerdem verlinkt mit Nähfrosch und Sewlala.


Happy sewing, 

Julia


23. August 2017

Ginger Shorts mit Spitze

Hallo ihr Lieben!

So langsam muss ich ein bisschen Gas geben, damit ich noch all meine Additionen zur Sommergarderobe zeigen kann, bevor es nicht mehr zum Wetter passt. Der Herbst ist irgendwie schon ganz schön nah, nachts wird es mittlerweile echt kühl und die Sonne zieht sich immer mehr zurück. 


Ganz besonders stolz bin ich auf meine Shorts, die ich heute hier vorstelle. Schon zu Beginn des Sommers wusste ich, dass diese eine Lücke in meinem Kleiderschrank füllen würden. Da existiert nämlich nur ein Paar Jeans Shorts, welches zu eng ist und mir vom Stil eigentlich auch nicht gefällt, da es sich um ehemals lange Jeans handelt, die ich vor bestimmt 10 Jahren abgeschnitten habe. Das Bein bleibt logischerweise eng und führt dazu, dass die Shorts eher unbequem sind. 
Ursprünglich war ich davon ausgegangen, für dieses Projekt neuen Stoff kaufen zu müssen. Dann habe ich aber beim Wühlen durch meine Restekiste den hellen Jeansrest gefunden; aus dem Stoff hatte ich meinem Papa ein Hemd genäht. Die Menge schien mir passend, und ich holte die Schnittteile der Ginger Jeans hervor. Dann musste erstmal gepuzzlet werden.





Aber, mit Müh und Not passten alle wichtigen Schnittteile auf den Rest. Ich habe mir selbst eine Runde applaudiert und dann schnell alles festgesteckt, bevor es sich verschob. Inneren Bund und das Taschenfutter habe ich aus einem Baumwollstoff zugeschnitten, den ich von einer Kollegin geschenkt bekam und der farblich nochmal lauter nach Sommer schreit. Ihr seht ihn später in diesem Beitrag noch. 
Die Länge der Hosenbeine habe ich also offensichtlich nicht ganz frei festgelegt, sondern so lang gemacht,w ie es der Stoff hergab. 


Die Säume habe ich offen gelassen, zum einen um die mögliche Länge voll auszunutzen, zum anderen weil ich den fransigen Look super passend finde für den Stoff und die Shorts. Abgesehen von der Hosenlänge habe ich noch eine weitere Änderung gemacht, nämlich die Seitennähte begradigt, damit sich etwas mehr Luft am Bein ergibt. Auch an der Innennaht hatte ich das zunächst so gemacht, das sah dann aber doch sehr seltsam aus, also habe ich wieder Weite weggenommen. 


Und dann kam mir noch so ein Geistesblitz in Form des Spitzendeckchens, das schon länger bei meinen Stoffen im Regal lag. Eigentlich ein schönes dekoratives Ding, leider war da mal ein Fleck drauf gekommen, der sich nicht wieder rauswaschen lies. Ich wollte trotzdem zumindest Teile davon verwenden, deshalb lag es dort. In meinem Kopf komplettierte sich das Bild der Shorts und ich setzte mich mit den Taschenteilen und dem Deckchen auf den Boden und probierte herum. Viele Versionen später hatte ich mich für eine identische Aufteilung der Kanten entschieden und schnitt das Deckchen auseinander. Die Teile habe ich dann erst auf die Taschenteile aufgesteckt und mit passendem Garn entlang der Kanten aufgenäht. Also, der Kanten der Spitzendecke, damit nichts absteht. Dann habe ich die Taschenteile ganz normal umgebügelt und auf die Hosenbeine genäht. Das war erstaunlich einfach, die Befürchtung, dass alles auseinanderfällt wenn ich erstmal in die Spitze reinschneide, bestätigte sich zum Glück nicht. 


Knopf und Reißverschluss müssten vom Stoff und Stil in Dortmund stammen. Natürlich darf auch ein Etikett nicht fehlen. Hier seht ihr den schönen Futterstoff der Hose. Ein großer Pluspunkt von selbst genähten Hosen: Bei jedem An- und Ausziehen kann man sich am gewählten Futterstoff erfreuen. 


Hier seht ihr nochmal eine der Taschen in Nahaufnahme (sowie das unregelmäßige Stichbild meiner Nähmaschine beim Topstitching. Mäh). Dafür sieht man kaum die Naht in den Kurven der Spitze, da hatte ich auch schlimmeres befürchtet. 


Auch bei den Gürtelschlaufen habe ich mal etwas anderes probiert, eine mehr zugeschnitten und sie ind er hinteren Mitte überkreuzt angebracht. So kleine Details machen dann plötzlich ein kompett anderes Ergebnis. Mag ich sehr!


Ganz zum Schluss, als ich so die Spitzenreste betrachtete, kam mir die Idee, auch vorne noch etwas aufzubringen. Deshalb schnitt ich zwei der kleinen Blütenförmigen Kreise aus und steppte sie vorne auf die Tasche auf. Ich liebe dieses Detail!


Aus ein wenig Herumspielerei mit Stoffresten ist so ein absolutes Lieblingsteil geworden. So habe ich es auch Denise von Frl. Ordnung vorgestellt, die Mitte Juli mit mir durch meinen Kleiderschrank gestöbert hat. Am Montag ist der Beitrag dazu auf ihrem Blog erschienen, schaut dort gerne mal vorbei wenn ihr neugierig seid, wie mein Kleiderschrank so aussieht. 

Habt einen schönen Tag!

Verlinkt bei RUMS.


29. Juli 2017

Update No. 5

Hallo ihr Lieben!

Willkommen zum letzten Update vor meiner kleinen Sommerpause. Ein paar Tage muss ich noch arbeiten, dann habe ich endlich meinen lang ersehnten Urlaub erreicht. Dort werde ich vermutlich nicht so produktiv sein und auch nicht durchgehend Zugang zum Internet haben, also wird es hier eine Weile still werden. Mitte August bin ich dann aber wieder für euch da, voller Energie und Tatendrang vermutlich. 

Das heutige Update ist auch schon ein wenig geprägt vom Urlaub, aber seht selbst.


Neu im Schrank



Nach den beiden gemusterten dünnen Stoffhosen wollte ich unbedingt auch noch eine einfarbige, besser kombinierbare. Da grau und schwarz mir doch zu langweilig waren, habe ich mich für Marine entschieden. Passende Viskose habe ich bei Stoffe.de gefunden, und die Hose war dann flugs genäht. Perfektes Outfit für den Flug oder nicht ganz so heiße Tage. Hoffentlich kann ich euch ein paar tolle Bilder davon mitbringen. Schnittmuster ist wie immer die Lamise von Pattydoo.


Die beiden Teile aus der Kategorie Babystrick sind auch fertig geworden. Der Body hat alle benötigten Knöpfe und Knopfleisten und der Pullover seine Ärmel. Beide sind total toll geworden und hängen seitdem auf süßen Babykleiderbügeln an meinem Regal. So lange sie nicht ganz verbloggt sind bleibt das auch so, denn es macht mich sehr glücklich!
Muster des Bodys aus dem Ministrikk Buch, der Pullover ist von Stichfest designt. 



Auf den Nadeln



Im letzten Update war es noch eher ein Bolero, jetzt habe ich immerhin schon einen abgeketteten Körper. Trotzdem habe ich die Hoffnung aufgegeben, bis zum Urlaub damit fertig zu werden. Es fehlen nur noch die Ärmel, aber ich mag mich nicht stressen damit. Vielleicht nehme ich ihn zum fertigstellen mit und kann ihn dann gegen Ende des Urlaubs anziehen. Schauen wir mal, wie viel Platz noch im Koffer bleibt. Allerdings könnte auch noch eine kleine OP nötigt werden. Ich habe den Körper nur ein bisschen verlängert, weil ich nicht genau einschätzen kann, wie viel ich für die Ärmel an Garn benötige. Die stricke ich jetzt also zuerst fertig, sollte dann noch eine relevante Menge Garn übrig sein mach ich das Bündchen nochmal auf und den Körper länger. 
 


Sonst gibt es gerade nichts auf meinen Nadeln. Erstaundlich, finde ich selbst, aber es hat sich irgendwie so ergeben. Aber ein paar portable Kleinigkeiten sollen schon noch mit nach Teneriffa, so für zwischendurch, den Flug, am besten ohne Nachdenken. Ganz klar also Socken, Garn dafür habe ich mir schon ausgeguckt. Vielleicht nehme ich auch noch ein, zwei Reste für Babykleinigkeiten mit, mal sehen. 



Unter der Nadel



Dort befindet sich aktuell mein erster Versuch mit Musselin. Ich möchte mir gerne noch ein Sommerkleidchen nähen. Meinen Vorstellungen kam Bettine von Tilly and the Buttons am nächsten, aber ich habe dann doch einige Veränderungen gemacht um es lockerer und sommerlicher zu gestalten. Ich hoffe, dass ich damit gut voran komme und es noch schnell in den Koffer werfen kann. 


Ja, und eigentlich schon fertig, irgendwie aber auch nicht, ist meine Ginger Jeans. Gezeigt habe ich sie euch schon, dort aber auch erzählt, dass der Knopf sich verabschiedet hat. Da muss ich nochmal ran, schiebe das aber aktuell ein wenig vor mir her. Anziehen werde ich sie sowieso nicht, also habe ich auch keinen Stress damit. 


Glücklichmacher


Neben der Viskose habe ich natürlich noch ein paar andere Stoffschätze eingekauft. Zum einen den Musselin von oben, dann aber auch noch einen in hellgrau mit kleinen Dreiecken. Sollte noch etwas Zeit bleiben, möchte ich daraus ein schlichtes Shirt nähen und ebenfalls in den Koffer packen. Darunter findet sich ein anthrazitfarbener Jersey aus der Resteecke, auch der dunkelblaue Baumwollköper kommt daher. Zum Schluss khakifarbener Stoff, eventuell für eine Art Jeansjacke, bin da noch in der Projektplanung. 


So, nun seid ihr wieder auf dem aktuellen Stand, was meine Projekte angeht. Und bei euch so?

Verlinkt mit Maschenfein und Fadenwechsel



27. Juli 2017

Red Skinny Jeans - Ginger Jeans

Hallo ihr Lieben!

Heute präsentiere ich euch meinen Beitrag zur 12 Colors of Handmade Fashion Aktion, nämlich eine Weinrote Skinny Jeans. 
Immer zu Beginn eines Monats veröffentlicht Selmin den Beitrag mit der Farbe, und diese wird dann in allen nur vorstellbaren Schattierungen vernäht und ab dem 27. des jeweiligen Monats bei ihr gesammelt. Die Teilnahme ist immer riesig, und es ist total spannend zu schauen, welche Projekte es gibt. Als sie für den Juli "Rot" vorstellte, war ich sofort Feuer und Flamme. Rot zählt zu meinen absoluten Lieblingsfarben, ich mag es eigentlich in allen Schattierungen. Tomatenrot, Weinrot, Rostrot, immer gerne gesehen. 


Wer mich schon länger kennt weiß aber auch: Ich nähe, um mich tagtäglich gut angezogen zu fühlen und einen funktionalen Kleiderschrank zu haben. Da passt nicht rein, Stücke einfach nur zu nähen weil ich Lust darauf habe (zumindest meistens nicht, hihi) und auch nicht, Stoff "wild" zu kaufen ohne eine Idee dazu zu haben. Daher habe ich auch nicht in jedem Monat mitgemacht, wenn eine Farbe bisher nicht in meinem Kleiderschrank vorkam, dann hat das wohl seinen Grund. Rot dagegen ist vielfach vorhanden, und gerade zu roten Hosen habe ich eine längere Beziehung.


Meine erste rote Jeans war auch eher Skinny, vom Farbton her ins rostige, herbstliche Rot gehend. Ich habe sie super gerne getragen, und eines Tages habe ich darin eingetrocknete Katzenkotze vom Boden geschrubbt. Näheres erspare ich euch, jedenfalls musste ich härtere Geschütze als Wasser und Seife auffahren und hatte nachher mitten auf dem rechten Knie einen weißen Fleck, weil dort chlorhaltiges Reinigungsmittel draufgetropft war. Ich habe mich da eine Weile drüber geärgert, dann die Hose halt trotzdem angezogen. Bockig kann ich. Irgendwann war dann aber die Schmerzgrenze erreicht und sie wanderte in die Tonne. 


Dann übernahm ich von meiner Mama eine weinrote Cordhose. Die war echt bequem, schön lang und hatte den perfekten Farbton. Leider hat sie sich aber auch binnen Stunden um gefühlt zwei Kleidungsgrößen geweitet und wanderte daher ebenfalls nach dem letzten Winter in die Altkleidersammlung. Tja, da stand ich nun, ohne eine rote Hose. Es hinterließ ein tiefes Loch in meinem Herzen, und ich nahm mir vor, eben selbst eine zu nähen, jetzt, wo ich dazu in der Lage bin. Bei Stoff und Stil fand ich dann (schon im Frühjahr) Stretch Twill in einem schönen Farbton und nahm diesen mit (scheint online nicht verfügbar zu sein, sonst würde ich ihn euch verlinken). Und nun können wir den Bogen zur heutigen Hose wieder schließen, denn beim der Farbauswahl Rot dachte ich sofort an diesen Stoff und meine Pläne dafür. Das hat sich perfekt zusammengefügt, denn gedanklich war das Hosenprojekt schon in den Herbst gewandert, wo Farbe und Tragbarkeit besser passen würden. So aber hat sich meine Motivation direkt gesteigert, was gut ist: Liegen Stoffe zu lange in meinem Regal, habe ich keine Lust mehr sie zu verarbeiten. Ich sehe mich dann quasi satt daran.


Genäht habe ich wie immer die Ginger Jeans in einer absolut angepassten Version mit niedriger Leibhöhe, engem Bein und vielen Veränderungen im Schrittbereich, mehr dazu in diesem Beitrag. Wie immer habe ich die Teile erstmal mit langen Stichen zusammengetackert und angezogen, dabei notiert, in der hinteren Mitte nochmal etwa einen Zentimeter abzunehmen. Dadurch sitzt sie jetzt meiner Meinung nach echt gut, fühlt sich bequem an und kommt einer gekauften Hose sehr nahe. 


Außerdem habe ich den Tascheneingriff etwas vertieft, der war mir immer so winzig klein, da habe ich ewig rumgeprökelt wenn ich meinen Schlüssel da reingepackt habe. Und das mache ich am Tag bestimmt 20 Mal, also sollte das besser flutschen. 
Ansonsten habe ich alles wie gewohnt verarbeitet, jede Menge abgesteppt, Potaschen wie immer nicht verziert, dafür eine Gürtelschlaufe mehr zugeschnitten und hinten überkreuzt aufgenäht. 


Der Rotton der Hose kommt übrigens absolut nicht richtig rüber, denkt an ein Glas Rotwein, das trifft es schon eher. 
Es war total spannend, mal einen anderen Stoff als Denim für eine Hose zu vernähen. Eigentlich nicht großartig anders, aber farbig, juhu! 


Vermutlich könnte ich immer noch Veränderungen im Kniebereich machen um die Falten dort zu eliminieren, aber aktuell sehe ich da keine Notwendigkeit. Kaufhosen sitzen auch nicht besser, da habe ich erstmal alle Ansprüche an mich erfüllt. Außerdem wird gefühlt sowieso jede Jeans ein bisschen besser als die vorherige, also werde ich da ganz automatisch wohl irgendwann ankommen. 


Wären die Falten im Schritt immer da, würde ich etwas ganz anderes schreiben. Aber die sind hier nur entstanden, weil ich irgendwie krumm stehe, vorgebeugt und so. Tatsächlich hatte ich die Hose bisher auch nur für die Fotos an, es war einfach zu warm. 


Jetzt schreit ihr bestimmt alle auf: Bitte was, es war doch überall Land unter, der Sommer ist kurzzeitig pausiert, Hosenwetter! Ja, das stimmt. Mein über eine neue Hose erfreutes, ungeduldiges Ich hat aber auch vergessen, Verstärkung im Bereich des Knopfes anzubringen. Und so konnte ich nach dem ersten Tragen - für die Bilder, versteht sich - den Knopf so durch den Stoff durchpulen. Ich muss also wohl nochmal ran an den Bund, Topstitching auftrennen und Vlieseline aufbügeln und dann noch einen neuen Knopf anbringen. Da das unter Ausbesserung fällt, finde ich das doof. Es ist ja viel spannender, noch ein paar sommerliche Teile für den Urlaub zu nähen, da muss die Hose einfach warten. 


So, mehr habe ich zu meiner Hose aktuell nicht zu erzählen. Trotz des Knopf-Dilemmas bin ich zufrieden, das lässt sich schließlich beheben. Und ich bin froh, dass die Aktion mich darin motiviert hat, die Hose jetzt zu nähen, auch wenn sie nicht unbedingt ein Sommerteil ist. Denn der Blick nach draußen zeigt: Auf warme Temperaturen ist kein Verlass hier, da werden lange Hosen durchaus benötigt.



Und nun bin ich total gespannt, was noch alles rotes auftauchen wird über die nächsten Tage auf verschiedenen Kanälen. Seid ihr auch mit dabei?


Verlinkt bei RUMS


♥ 


5. April 2017

Jeans Odyssee

Hallo ihr Lieben!

Es ist Mittwoch, es ist Zeit, Selbstgemachtes an der Frau zu präsentieren und ich komme mit einer Jeans um die Ecke, die eine längere Geschichte und viele Bilder mit sich bringt. Macht euch einen Tee oder Kaffee, nicht, dass ihr unterwegs Durst leiden müsst. 


Der Schnitt "Ginger" von Closet Case Files ist für viele die erste Anlaufstelle, wenn es um das selbst Nähen von Jeans geht. Er wird von allen Seiten gelobt, sieht an vielen Frauen toll aus und der Sew Along dazu lässt keine Lücken, sodass jeder mit der Anleitung zurecht kommt. Zu Anfang war auch ich total enthusiastisch, nähte insgesamt drei Jeanshosen nach diesem Schnitt und freute mich tierisch. Mittlerweile glaube ich, dass das eher eine "Ich-habe-eine-Jeans-genäht"-Euphorie war als denn eine "Die-Jeans-passt-perfekt"-Euphorie.


Zwei von den dreien werden von mir zwar gerne getragen, sitzen aber nicht optimal. Ich habe bei jedem Hinknien Angst, dass irgendwas reißt, weil es an den Knien irgendwie wie irre spannt. Es hat seltsame Falten im Schritt und fühlt sich einfach nicht so passend an, wie es manche Kaufhose tut. 
Trotzdem wollte ich das Thema Jeans nähen nochmal angehen, mal mit einem anderen Schnitt. Vielleicht war dieser eine einfach nichts für mich. Ich probierte die Skinny Jeans von Sewera aus, schnitt eifrig zu und heftete zunächst - wie beim Jeans nähen üblich um die Passform zu überprüfen - die wichtigsten Teile zusammen. Große Enttäuschung vor dem Spiegel: Noch mehr Falten, irgendwie zu groß, argh!


Eine Weile war ich beleidigt und starrte diese verhunzte Jeans an. Dass die noch zu retten wäre glaubte ich nicht, also änderte ich munter drauf los, den Vorschlägen der Liste möglicher Anpassungen folgend, wobei ich nicht immer identifizieren konnte, in welche Richtung die Falten im Schrittbereich denn nun liegen. Die Verzweiflung wurde immer größer. Würden tatsächlich gekaufte Jeans besser sitzen als eine selbst genähte? Das war dann der rettende Gedanke. Ich zog eine gut sitzende Jeans aus dem Schrank, steckte mit ordentlich Nadeln Folie auf und zeichnete die Schnittteile für die Beine von dieser Hose ab. Verglichen mit den Teilen der Ginger Jeans gab es große Unterschiede, auf die ich weiter unten nochmal eingehe. Ich konstruierte ein erstes Schnittteil jeweils für Vorder- und Hinterbein und schnitt aus einem Denimrest knielange Hosenbeine zu, für mehr reichte der Stoff nicht. Zusammenheften, Anprobe, große Erleichterung: Da war ich auf dem richtigen Weg! 


Ein wenig habe ich noch angepasst und habe dann die Änderungen nochmal ordentlich aufgezeichnet, sodass zwei völlig neue Schnittteile herauskamen. Dann musste ich erstmal warten, weil kein Jeansstoff mehr im Haus war. Als ich den endlich besorgt, gewaschen und getrocknet hatte konnte es losgehen. Man, war ich gespannt! Aber, wie ihr sehen könnt, ist da eine ziemlich passable Hose bei herumgekommen.  (Ja, die Taschen zeichnen sich ab. Das war aber nur die ersten Minuten so, hier habe ich die Hose zum ersten Mal an, nach kurzer Zeit des Tragens ist dem nicht mehr so).


Vor allem fühlt sich diese Hose wirklich gut an. Der Sitz im Schrittbereich macht auch irgendwas mit den Beinen, jedenfalls habe ich mehr Bewegungsfreiheit und fühle mich nicht mehr weit entfernt von der perfekten Jeans. Die Bundhöhe finde ich super, die noch vorhandenen Falten müssen ja irgendwie auch da sein, damit Bewegung möglich ist. 


Einziges Manko: Der Stoff beult nach ein, zwei Mal Tragen ziemlich aus und die Hose wird dann doch etwas labbrig. Das ist ein bisschen schade, aber nicht dramatisch. Für den ersten Versuch mit meinem angepassten Schnitt völlig ausreichend. Und so habe ich eine gute Begründung, demnächst noch eine Jeans zu nähen. 


Den hellblauen Denim habe ich zum ersten Mal klassisch mit Goldenem Absteppgarn verziert. Das sieht gleich noch mehr nach "echter" Jeanshose aus, auch wenn der Farbton vielleicht ein wenig zu gelbstichtig ist. 


Wie immer habe ich die Potaschen unverziert gelassen, irgendwie ist das nicht so mein Fall. Wer weiß, vielleicht lasse ich mir da nochmal was einfallen, aber bisher: Nö. 


Während ich bisher den Bund von innen immer mit hübschem Baumwollstoff gefüttert habe, wollte ich es diesmal mit Denim versuchen. Das gefällt mir deutlich besser, gibt dem Ganzen etwas mehr Struktur und Festigkeit. Die Taschen sind aber wieder wunderbar hübsch geworden, dafür macht man es ja auch selbst, irgendwie. Und einen tollen Jeansknopf, der zum Reißverschluss und Absteppgarn passt, habe ich auch noch gefunden. 


Kommen wir zu den Änderungen. Ich habe sie mal aufgezeichnet, blau ist der ursprüngliche Schnitt, rot meine Änderungen. Ich habe die Hose in Größe 12 genäht und dementsprechend auch daran die Änderungen vorgenommen. 
An der hinteren Hose habe ich nach Abgleich mit der gut sitzenden Kaufjeans den Schritt um etwa 4cm vertieft, wenn das der richtige Ausdruck ist. 
Am Vorderbein habe ich die Rundung an der Seitennaht begradigt, den Schritt ebenfalls vertieft und nach unten versetzt. Auch wieder im 2-4cm Bereich. Das war auch das Problem, was ich bisher mit meinen Anpassungsversuchen hatte. Es wird immer empfohlen, nur kleine Veränderungen zu machen, innerhalb der vorhandenen Nahtzugabe. Damit hätte ich wohl nie eine passende Jeans erreicht, die Nahtzugabe hätte für diese Änderungen nicht gereicht. 
Ansonsten habe ich die Beine noch um 7cm verlängert sowie in der hinteren Mitte für mein Hohlkreuz einige Zentimeter rausgenommen. Das muss ich nochmal etwas professioneller korrigieren. 


Mit diesen Änderungen habe ich meine bisher am besten sitzende Jeans produziert, es kann also nur noch besser werden, und darauf ziele ich auch ab. Ich werde euch von weiteren Änderungen berichten!

Zum Vergleich verlinke ich euch mal eine alte Ginger Jeans von mir. Auf dem fünften Bild seht ihr mein Falten-Problem ganz gut. 

Und damit wünsche ich euch eine produktive Restwoche, bis demnächst!