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14. September 2016

Granville ohne Ärmel

Hallo ihr Lieben!

Letzte Woche war ich irgendwie zu faul, einen Beitrag passend zum Me Made Mittwoch zu tippen. Dabei waren die Bilder schon lange im Kasten! Diese Woche habe ich ein bisschen mehr Zeit und nutze die Chance, euch meine zweite Version von Granville von Sewaholic zu zeigen. Im Gegensatz zur ersten sieht diese hier ganz anders aus, denn: Es ist eine Bluse ohne Ärmel!


Ich habe wieder Größe 10 genäht, die Ärmel einfach nicht ausgeschnitten und das Armloch um seine Nahtzugabe gebracht. Dieses habe ich dann mit Schrägband, aus dem Stoff selbst gemacht, versäubert. Ich mag den sportlichen Look, der dadurch entsteht.


Der Körper ist wieder um 4cm verlängert. Das irritiert mich immer noch, wenn ich diese oder die andere Bluse anziehe und in den Spiegel schaue, denke ich kurz, sie wären zu lang. Einfach, weil ich durch die Klamottenindustrie vorgegeben schon ein ganz anderes Bild im Kopf habe. Eigentlich finde ich die Länge so wie sie ist nämlich perfekt und zu mir passend. Ich könnte sie sogar knoten, die Bluse, wenn ich den kleinen Bubbel der sich über den Hosenbund schummelt wegbekommen würde. 

In der Rückansicht wird klar, dass ich den Armausschnitt beim nächsten Mal noch etwas mehr nach innen legen muss. Das ist aber an sich ja kein Akt, merke ich mir (hoffentlich). Aber seht ihr, zu lang ist die Bluse doch nicht, oder?


Der hübsche grüne Stoff ist von AfS und ganz glatt, fies zu bügeln und flutschig unter der Nähmaschine. Aber das heißt halt auch, dass es nicht nach einer halben Stunde schon Knitterfalten gibt und man das Teil vom Wäscheständer direkt wieder anziehen kann, ohne bügeln. 


Die Taschen haben in diesem Fall mal keine Klappen bekommen. Ich fand das irgendwie besser. Das habe ich natürlich entschieden, nachdem ich die Klappen genäht hatte, ist klar, oder? Jetzt liegen die hier immer noch rum, kann ich ja mal im Sinne von Stoffmix oder so gebrauchen ...


Der Kragen hätte mit Hilfe von Vlieseline noch ein bisschen mehr Stand vertragen können, aber es lässt sich auch so zum Glück tragen. Das ganze Teil ist übrigens mit französischen Nähten genäht, also auch von innen irre schön. Sowas mag ich ja.


Ich finde, für heiße Tage ist so eine ärmellose Bluse eine tolle Alternative zu den üblichen Tops. Man sieht angezogener aus, hat es trotzdem schön luftig, aber auch nicht schlabberig ohne Figur. Ich denke im nächsten Sommer könnten durchaus noch welche dazukommen!


Im Urlaub war die Bluse auch mit, hat mich dort gut gekleidet bei einem Ausflug nach Ibiza Stadt. Dort war es windig, wie ihr sehen könnt, aber auch super schön. Ich denke so gerne daran zurück, nicht nur wegen der Bluse.

Und weil diese Bluse auch noch einen K wie Kragen besitzt, schicke ich sie zur 12 letters of handmade fashion Aktion, die diesen Monat alles selbstgemachte mit K drin sammelt. Machts gut, ihr Lieben, bis Freitag zum nächsten Treffen des Pyjama Sew Alongs!






24. August 2016

Strickshirt aus Leinen

Hallo ihr Lieben!

Zu Beginn möchte ich einmal kurz meine Freude über eure positive Reaktion auf meinen Pyjama Sew Along ausdrücken: Juhuuuuuuu! :D

So, back to script.


Letzte Woche waren der Herzmann und ich auf einem kleinen Städtetrip in Belgien, genauer Brügge. Mittlerweile bin ich bei meiner Outfitherstellung so weit, dass auch praktische und alltagstaugliche Dinge dabei herumkommen. Im Gegensatz zu Röcken und Kleidern, die ich für einen Städtetrip eher unpraktisch finde weil sie sich an der Handtasche so nervig hochziehen oder im Wind aufbauschen, gab es zwei Stücke aus der Kategorie selfmade, die mit von der Partie waren. Zum einen meine Stoffhose, die bei dem warmen Wetter Gold wert war, und zum anderen ein euch noch unbekanntes Strickshirt nach der Anleitung Morning Mist von Annie Rowden.


Und weil Brügge einfach eine wunderschöne Stadt ist, habe ich die Chance genutzt euch mal einen anderen Hintergrund als meine Hecke im Garten zu zeigen. Ich bin nämlich leider zu unorganisiert um quer durch die Stadt zu fahren und nette "Locations" für die Bilder zu suchen. Und zu wenig Zeit dafür habe ich auch.


Zurück zum Shirt: Mitgenommen hatte ich es für abends, wenn es schon etwas kühler ist. Da das Top aus Leinen gemischt mit Baumwolle gestrickt ist, hat es auch eine kühlende Eigenschaft und trägt sich bei Temperaturen um die 20 Grad sehr angenehm. Das Garn nennt sich Creative Linen und ist von Rowan, was ich mal wieder bei Fia bezogen habe. Die Farbkombination sah im Knäul erst nicht wirklich gut aus und ich war echt unsicher. Jetzt, verstrickt, bin ich aber froh über meine Wahl von neutralen Farben, denn es passt nun zu allem und ist jetzt schon ein Renner im Schrank.


Zu allererst wird bei diesem Shirt der Lace-Teil gestrickt, und zwar mit einem provisorischen Maschenanschlag und quer zur späteren Strickrichtung beim Hauptteil. Nach der ersten Hälfte wird dann abgekettet und am provisorischen Anschlag in die andere Richtung gestrickt. Ich habe immer noch nicht verstanden, wieso, da das Muster dadurch nicht wirklich anders wirkt und man den Lace-Teil auch komplett am Stück hätte stricken können. So habe ich nun eine doch sichtbare etwas lockere Reihe in der Mitte, hätte ja nicht sein müssen.


Mit dem Muster habe ich mich ein bisschen gequält, es war irgendwie zwar simpel, aber trotzdem nicht so, dass ich es nach ein paar Wiederholungen so runterstricken konnte. Gefühlt hat dieser Teil genauso lange gedauert wie der komplette Rest. Man nimmt nämlich an den Schultern Maschen aus dem Stück auf, strickt ein kleines Stück glatt rechts, verbindet dann die Schultern und hat so einen Halsausschnitt geschaffen, strickt wieder glatt rechts und nimmt dann die Maschen unten am anderen langen Ende des Lace-Teils auf: Tada, Armlöcher. Ab da geht es dann nur noch fröhlich in Runden herum. Der Teil vorher wird natürlich in Reihen gestrickt, und das war echt anstrengend, Reihen kann ich nämlich nur gleichmäßig, wenn ich total fest stricke. Das dann noch mit Leinen, welches sich doch recht robust anfühlt - ein bisschen Hand-aua.


Hat sich aber gelohnt, muss ich sagen. Alle Säume/Ausschnitte wurden mit wenigen Reihen kraus rechts abgeschlossen, was mal anders aussieht und mir gut gefällt. Nach einem Waschgang sitzt das Shirt nun wirklich perfekt, sowohl in Länge als auch in Weite habe ich echt gut kalkuliert. Ich bin gespannt, wie es sich auf Dauer verhält. Fia hat berichtet, dass ihr Pullover aus dem selben Material nach einiger Tragezeit in Richtung Erdboden expandiert. Nicht dramatisch, aber wohl merkbar. Allerdings habe ich auch eine ganz andere Nadelstärke benutzt, vielleicht bleibt mein Shirt genauso wie es ist.


Für einen recht schnellen Strick mit viel Effekt und trotzdem viel glatt rechts in Runden ist das eine tolle Sache, die ich nur weiterempfehlen kann.

Und weil es ein Strickshirt ist, mit Spitzeneinsatz, nehme ich auch an der 12 letters of handmade fashion-Aktion in diesem Monat teil, dort geht es nämlich um den Buchstaben "S".

Das Projekt gibt es wie immer auch bei Ravelry.






25. Juli 2016

Gefiederte Ditte - La Maison Victor

Hallo ihr Lieben,

erinnert ihr euch noch an Ditte, meinen ersten Schnitt, den ich aus der La Maison Victor genäht habe? Von dem Kleid war ich ziemlich begeistert, bisher trage ich es supergerne und ziemlich häufig. Ich habe da wohl eine perfekte Stoff-Schnitt-Kombi erreicht, denn auch bei warmen Temperaturen ist es mir mit den 3/4-Ärmeln nicht zu warm, und wenn es kühler ist geht eine Strumpfhose super. Schon nach dem ersten Tragen hatte ich weitere Ideen für diesen Schnitt, unter anderem, die Ärmel wegzulassen. Hab ich jetzt gemacht!


Ich habe tatsächlich am eigentlichen Schnitt ein paar Änderungen vorgenommen. Weil ich die erste Version aus deutlich festerem Stoff genäht habe, wollte ich für diese hier etwas Weite rausnehmen, das hätte sonst zu sehr geschlabbert. Ich habe beim Zuschnitt an allen Längsnähten nur die halbe Nahtzugabe zugegeben. Damit habe ich mir natürlich selbst ein neues Hindernis gebaut, weil es im Oberteil deutlich mehr Nähte gibt. War jetzt nicht dramatisch, ich musste den Rock halt etwas mehr einkräuseln, das wars dann auch schon.


Außerdem habe ich den Reißverschluss weggelassen, denn der hat für meinen Körper in dieser Größe keine Notwendigkeit. Dafür habe ich Nahttaschen gebastelt, sodass das Kleid deutlich alltagstauglicher geworden ist, vor allem auch für die Arbeit. Die Taschenteile habe ich von irgendeinem Schnitt genommen, der erste der beim Blättern im Ordner auftauchte. Sehr praktisch war es, dass ich beim Nähen das andere Ditte Kleid anhatte. So konnte ich einige Dinge nachschauen, unter anderem, in welcher Höhe ich die Taschen am Besten anbringe. Das schaffe ich sonst nie, diesmal ist es tatsächlich perfekt.


Beim letzten Mal hatte ich den Rock ja deutlich verlängert und irgendwie in Erinnerung behalten, dass ich das fast alles wieder abgeschnitten habe. Die Betonung liegt auf "fast". Dieses Kleid hat Originallänge und ist beinahe einen Tack zu kurz. Es ist tragbar, aber über mehr Länge hätte ich mich gefreut. Um durch das Säumen nicht noch mehr Länge einzubüßen habe ich Schrägband drangenäht, das musste ich sowieso für die Armausschnitte herstellen, die paar Meter mehr waren dann auch egal.


Der Kragen ist mit dünner Vlieseline verstärkt, aber nur ein Teil, ich mag keine sehr steifen Kragen. Wenn ich mir das Bild so anschaue, hätte das Taillenband durchaus auch Vlieseline vertragen, das schlägt ja Wellen. Zum Glück sehe sowas im echten Leben nur ich.


Große Entscheidungsschwierigkeiten hatte ich ja mal wieder bei den Knöpfen. Letztlich sind es Kam Snaps geworden, das weiß passte so schön zu den Federn. Leider habe ich den zweiten von unten nicht ganz mittig getroffen, sodass die Knopfleiste nun nicht hundertprozentig miteinander abschließt und es teilweise ein wenig aufklafft. Das kann ich aber gut verschmerzen.


Den Armausschnitt habe ich ebenfalls einfach mit Schrägband eingefasst, vorher habe ich ein bisschen von der Nahtzugabe abgeschnitten. Ich mag den etwas lockeren und sportlichen Look, den das Kleid dadurch bekommt.


Das Kleid hat mich auch in den Urlaub begleitet und war bei den dortigen Temperaturen angenehm zu tragen, da der Stoff, wenn auch Jeans, sehr dünn und luftig ist. Ich habe ihn bei Alles für Selbermacher gekauft, leider scheint er aktuell nicht mehr da zu sein. Es gibt aber unzählige andere Muster auf diesem Stoff, zum Beispiel Fahrräder, das ist doch wohl auch ziemlich lässig. 


Und weil Ditte mit "D" beginnt, ist dies hier auch mein Beitrag zur 12 letters of handmade fashion Aktion, bei der monatlich ein Buchstabe benäht wird. Gastgeberin ist im Juli Rapantinchen, bis zum 27. könnt ihr noch teilnehmen, und dann gibt es am Ende eine fantastische Collage, bei der es sich reinzuschauen lohnt.









25. Mai 2016

Oversize Bluse mit Ornamenten

Hallo ihr Lieben!

Die Fotos für den heutigen Beitrag waren echt eine Überwindung. Das schöne sommerliche Teil sollte unbedingt heute gezeigt werden, Bilder gab es aber noch nicht. Am Wochenende gab es zu wenig Zeitfenster, dabei war das Wetter so schön. Deshalb musste ich am Montag zwischen zwei Schauern schnell in den Garten hüpfen, das war ganz schön frisch!



 Was tut man nicht alles für ein paar Bilder. Es ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, aber bei dieser Bluse handelt es sich um ein "Fräulein Lenz". Schon im Probenähen sind aus Überzeugung gleich drei Stück entstanden, allerdings hat sich der Schnitt zum Ende hin nochmal etwas verändert. Im Hinterkopf hing mir das seit Veröffentlichung des Schnittes fest, und als ich dann letztens eigentlich nur schnell Knöpfe kaufen wollte hatte ich auch diesen schön fließenden, sommerlichen Stoff in der Hand und die Verbindung knallte förmlich in meinem Kopf: Das wollte ganz bestimmt ein Fräulein Lenz werden, aber wieder ohne Ärmel.


 Beim Zuschnitt habe ich dann die Teile erstmal alle normal ausgeschnitten, Größe 38/40, die Variante mit Stehkragen gewählt, das schien mir passend. Mit den Passen vorne und hinten hat soweit alles gut geklappt, hinten habe ich mich diesmal für eine Keller- statt Quetschfalte entschieden, auch mal schön sowas anderes. Die Länge der Bluse war dem Reststück Stoff geschuldet, sonst hätte ich wohl noch ein klein wenig drangehangen, aber es reicht ja so wie es ist. 
Als ich dann den Kragen annähen wollte passte es irgendwie nicht. Im Probenähen hatten da andere öfter mal Probleme, dass der Kragen zu kurz war. Mir ist das nie so ergangen, jetzt plötzlich schon. Bei einem so dünnen und fluschigen Stoff wie diesem hier wundert es mich aber auch nicht so sehr. Anstatt rumzubasteln oder neu zuzuschneiden habe ich die Faulheit mit Neugier geplant und eine andere Art der Ausschnittverarbeitung ausprobiert, nämlich eine mit Schrägband eingefasste. Im Ebook wird das auch vorgeschlagen, und obwohl nicht meine erste Wahl, finde ich im Nachhinein, dass es super zum Stoff und zur Art des Schnittes passt. Das Schrägband habe ich aus dem Stoff selbst gemacht.


 Dann kamen noch die Armlöcher, als der Rest soweit fertig war. Ich habe mir die Bluse übergeworfen und an der Schulter abgesteckt wo ich sie gerne beendet haben wollte, denn eigentlich ist sie ja sehr überschnitten. Von da habe ich dann das Armloch neu geschnitten, dadurch wird es logischerweise irre weit. Also habe ich es verengt, wofür ich die Seitennaht unterm Arm deutlich reduzieren musste. Ich habe das dann bis zum Saum langsam auslaufen lassen, die Bluse hat also eine A-Form. Ich merke schon, beim nächsten Mal sollte ich das entweder fotografisch festhalten oder aufzeichnen, das Geschwafel versteht ja niemand. Wichtig ist auch nur: Ich habe es leider ein klein wenig übertrieben, die Armlöcher sind ein miiiinibisschen eng. Ich komme gut durch und alles, bin aber in der Bewegung etwas eingeschränkt. Versäubert habe ich die Armlöcher übrigens mit dem Schrägband, das ja eh schon da war. Hier habe ich gelesen wie das geht und schick aussieht (erst kommen die Ärmel, man muss ein bisschen scrollen).


So wie auf dem Bild trage ich sie am liebsten, das sieht schön lässig aus. Allerdings muss ich das mittlere Knopfloch (das obere seht ihr da nicht) noch ein wenig enger nähen, der Knopf ist so schön rund und flutscht da schnell mal durch wenn ich die Schulter zurücknehme, und dann ist der Ausschnitt plötzlich viel zu tief. Huch! Ist wohl auch den engen Armlöchern geschuldet, einfach etwas zu wenig Freiheit in dem Teil. Aber immer noch genug, damit ich mich pudelwohl fühle.

Die Bluse präsentiere ich gleich an zwei Stellen: Einmal beim heutige Me Made Mittwoch, wo es heute tierisch abgeht, und dann noch bei der 12 letters of handmade fashion-Aktion, die im Mai bei golden cage gastiert. 






20. April 2016

Psychedelischer Rock dank Zweckentfremdung

Hallo ihr Lieben,

und willkommen zu meinem Beitrag zum heutigen Me Made MIttwoch. Ich habe Urlaub, und die Nähmaschine rattert, die Nadeln klappern. Zwischendurch muss der Frühjahrsputz vollendet und der Garten schick gemacht werden, aber alles mit der Ruhe. Hach, was für eine schöne Zeit. 
Das Kleidungsstück in diesem Beitrag ist allerdings schon vorher entstanden. 


Ein neuer Rock gesellt sich zu den bisher zweien in meinem Kleiderschrank. Noch lange nicht genug, aber es wird. Der Schnitt, Holly aus der aktuellen La maison Victor, hat mich sofort angesprochen. Ein Jammer, dass ich die Zeitschrift erst jetzt entdeckt habe, da ist auch noch ein Kleid drin das gleich ganz hoch gewandert ist auf meiner Liste. Ich suchte schon länger nach einem Minirock-Schnitt, gerade und mit Taschen, Bund, RV. Hier war alles dabei und an einem freien Tag habe ich die Teile in Größe 38 abgepaust und den Rock zugeschnitten.


Ich habe den Rock erstmal um 10cm verlängert, da der Schnitt für Frauen mit etwa 1,70 Körpergröße gemacht ist. Davon habe ich aber doch noch 5 wieder abgeschnitten, sonst sah es mir zu sehr nach Büro aus, und da arbeite ich ja zum Glück nicht. Aus akutem Stoffmangel gibt es keine Potaschen wie im Schnitt vorgesehen, macht mir aber nullnix, denn weder nutze ich sie, noch hätte man sie bei diesem wilden Muster überhaupt gesehen. Zum Stoff aber nachher mehr.


Das Nähen an sich hat mir Spaß gemacht, ist ein bisschen wie Jeans, nur schneller. Juhu! Weil ich eh schon so bunt unterwegs war habe ich mit gelbem Garn genäht und einen roten Knopf ausgesucht. Einen passenden braunen RV hatte ich auch noch da, habe allerdings dort etwas geschludert, er lugt ein wenig hervor wie ihr auf dem oberen Bild sehen könnt. Nicht weiter schlimm, mache ich beim nächsten Mal besser. Ich werde eh immer was längeres drüber tragen.
Was ihr oben aber sehen könnt: Es gibt Querfalten! Bei der ersten Anprobe fand ich den Rock recht eng, nach einem Tag tragen aber eigentlich bequem. Nur die Falte, die muss nicht sein. Weiß jemand, ob das an zu eng liegen kann? Mein Gedanke war, dass der Stoff sich dort zusammenfindet weil Oberschenkel breiter sind, dann wirds kurz schmaler und obendrüber kommt die breite Hüfte. Ich denke, ich werde alles nochmal eine Nummer größer abpausen (hach, toll ..) und einen zweiten Versuch starten. Und diesen hier weitertragen, denn er macht echt was, obwohl das krass viel Muster und Farbe ist für mich.


Schön finde ich auch die Keile an der Rückseite, eben wie bei Jeans. Im Original ist der Rock auch ein Jeansrock, da kann man dann mit Topstitching was richtig tolles zaubern. Ich kann euch den Schnitt leider nicht verlinken, im Online-Shop gibt es irgendwie nicht alle Schnitte, was ich sehr schade finde. Ich weiß nicht wie lange es das Magazin im Laden noch geben wird, Donnerstag kommt ein neues, beeilt euch also wenn der Schnitt zusagt! Ich glaube, es ist eine ganz gute Basis für gerade Röcke. Man kann ja Länge und Breite auch noch etwas variieren.


Ich möchte auf jeden Fall noch wenigstens einen aus schönem Cord nähen, und vielleicht noch was aus Jeans. Wenn mal was übrig bleibt beim Hosennähen oder so. Dann würde ich vielleicht noch Gürtelschlaufen hinzufügen, wie gesagt eine Nummer größer nähen und eventuell die Taschen vertiefen. Da passt nur meine halbe Hand rein, und der Schlüssel auf der Arbeit hängt auch echt weit oben und beult, weil er nur wenig Platz hat.
Die Taschen sind mit Baumwollresten gefüttert, könnt ihr unten sehen. Auch von innen sieht der Rock schön aus, finde ich. Das hat mir wirklich Spaß gemacht und ich werde ihn trotz Falte gerne tragen, vermute ich. Sieht man ja auch nicht so sehr, dank irrem Muster.


Zum Stoff wollte ich euch noch was erzählen. Und zwar ist das ein Rest irgendwas, den ich bei meiner Tante ausgesucht habe, ähnlich wie das Tuch aus dem eine elefantöse Bluse wurde. Sah cool aus, habe ich mitgenommen, Rock oder Shorts schon im Hinterkopf gehabt. Zuhause dann mal näher angeguckt, ein bisschen gezweifelt welche Seite die "rechte" ist. Das bunte passt nämlich so gar nicht zu meiner Tante. Außerdem habe ich diese netten Löcher gesehen, unten im Bild könnt ihr sie ganz rechts sehen, eine komplette Seite lang gingen die. Warum auch immer! Leider, leider hatte ich diese Löcher bis zum Zuschnitt wieder vergessen und den Stoff so doppelt liegen, dass ich sie nicht gesehen habe. Erst beim Nähen habe ich dann gesehen, dass das Vorderteil an einer Seitennaht diese Löcher hat. Von oben bis unten, im Abstand von 5-7cm oder so. Argh!


Naja, ich hatte eh kaum Stoff, da ließ sich also nichts machen. Ich habe dann aus den Mini-Resten kleine Vierecke ausgeschnitten und diese mithilfe von Vlieseline von links über die Löcher gebügelt. Man sieht es zum Glück nicht, ich hoffe, dass sie auch halten und kicher ein wenig über meinen Pfusch. 
Der Stoff war ganz sicher nicht für Kleidung gedacht! Und damit haben wir das Z, das ich schon den ganzen Monat suche, um bei 12 letters of handmade fashion mitmachen zu können. Ich nähe ungern "nur" für so etwas ein Teil, dass ich eigentlich nicht brauche, und hatte schon ewig gegrübelt wo in meine aktuellen Teile ein Z reinpassen könnte. Dann habe ich gestern den Beitrag von Jenny gelesen und Tadaaa, zweckentfremdet passt doch super! Vielen lieben Dank für die Inspiration, so kann ich dann doch teilnehmen. 


13. Januar 2016

Wintersonne

Hallo ihr Lieben,

der Me Made Mittwoch ist aus seinem kurzen Winterschlaf erwacht und ich habe glücklicherweise etwas, womit ich dort auflaufen kann. Ich hatte in meinen "Vorsätzen" ja unter anderem von mehr Kleidern gesprochen, und das habe ich dann auch direkt mal umgesetzt.


Ein Kleid für den Winter, mit langen Ärmeln und Taschen, bequem aber auch ein bisschen mit Form. Genau meins, für den Alltag vor allem. Ich finde es nicht zu schick, die Länge ist auch gut. Und das, obwohl ich in geistiger Umnachtung nur 1,5m Stoff bestellt hatte. Das war ganz schöne Puzzelei, und Verlängern war gar nicht drin. Dafür, dass ich schon größer bin als die Frau, für die der Schnitt gemacht ist, finde ich die Länge echt gut. Ich habe es schon auf der Arbeit getragen - super - und an Silvester hatte ich es auch an. Hat leider direkt eine Sektdusche abbekommen und musste nach seinem ersten Einsatz in die Wäsche, aber auch dort hat es mich zuverlässig erfreut. Daumen hoch für universelle Kleidung.

Den Stoff finde ich toll. Je nach dem wie ich draufschaue erkenne ich unterschiedliche Bilder darin. Ich habe zwar nirgendwo auf passende Mustersätze achten können, aber trotzdem gefällt es mir, dass es so schön gerade ist alles. Das ist so ein Muster, was zwar Muster ist, aber durch die ruhigen Farben dann doch nicht zu kribbelig. Leider gibt es den Stoff nur noch in grün und rosa, ist ein Auslaufmodell. Obwohl ich grün auch ganz cool finde, muss ich sagen. Für den Frühling jedenfalls.

Der Schnitt ist mal wieder von Lotte&Ludwig und nennt sich "Wintersonne". Es handelt sich dabei um eine Erweiterung zum "Mittsommer". Diesen Schnitt habe ich als Shirt und als Kleid auch schon genäht und fand ihn bequem und schick und gut zu nähen. Außerdem hat man sooo viele Möglichkeiten, und mit der Erweiterung eben auch die für lange Ärmel. Vermutlich nicht mein letztes Kleid nach diesem Schnitt, ich hätte gerne noch was einfarbiges, oder vielleicht Richtung Color Blocking ein andersfarbigen Rockteil oder so.

Es gibt Knopfleisten, Tropfenausschnitte an allen Ausschnitten und den Ärmeln, Puffärmel in allen Variationen und und und. Ich habe mich für eine Halsausschnittversäuberung mit Schrägband entschieden, dass ich dank einem Schrägbandformer (Weihnachtsgeschenk!) aus dem Stoff selbst herstellen konnte. Die Ärmel sind ganz schlicht gerade, dann zweimal umgebügelt und abgesteppt. Da bin ich mir noch nicht sicher, ich finde sie am Handgelenkt etwas weit. Eventuell trenne ich das nochmal auf und lege 1-2 Falten rein.
Der Rocksaum ist nur versäubert und einmal umgebügelt sowie abgesteppt, ich wollte nicht noch mehr Länge einbüßen.

Ich hoffe, dass ich damit kein Regelwerkt breche, aber mit diesem Beitrag würde ich gerne auch noch an der Aktion "12 Letters of Handmade Fashion" mitmachen. Verschiedene tolle Blogger haben sich diese Aktion überlegt, bei der jeden Monat ein Buchstabe gezogen wird, zu dem dann die ganze Bloggerwelt ihren Senf beiträgt. Für den Januar hat Selmin den Buchstaben W erwischt, und bei vielen herrschte erstmal Leere. Ich aber hatte gerade die letzten Nähte am Kleid gemacht und war froh, dass es so zusammenpasst. Also, mit meiner Wintersonne nehme ich an der Aktion teil und bin gespannt, was sich Ende des Monats alles präsentiert.

Frohes Nähen und Stricken, ihr Lieben!