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7. Oktober 2020

Latzkleid Cleo und Longsleeve Agnes

 Hallo ihr Lieben, 

schön, dass ihr auch heute wieder hierher gefunden habt. Im Moment fehlt mir wirklich häufig die Zeit, um einen Blogpost zu schreiben. All die Vorbereitungen, das kostet ja ganz schön Zeit, die ich lieber mit Nähen und Stricken verbringe. Aber den Me Made Mittwoch, den möchte ich auf gar keinen Fall verpassen, deshalb habe ich mir diese Woche die Zeit genommen. Verrückt, als damals die Ankündigung kam, dass diese Linkparty nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch einmal im Monat stattfindet, war ich richtig traurig. Mittlerweile schaffe ich es selbst gar nicht mehr häufiger dazu, einen Beitrag zu schreiben, es hat sich also irgendwie alles gefügt, könnte man sagen. 

Aber, weil ich nur noch so selten zum Bloggen komme, soll es sich ja auch lohnen, und deshalb habe ich heute ein ganzes Me-Made-Outfit für euch. Also, zwei neue Sachen, mittlerweile bin ich ja fast täglich komplett selbstgemacht eingekleidet (immer noch ein verrücktes Gefühl, wenn ich so darüber nachdenke).

Und zwar habe ich mir endlich mal wieder ein Latzkleid genäht! Noch vor einem Jahr habe ich vier Stück besessen, die sind aber mittlerweile alle aussortiert. Zwei davon waren vom Schnitt her einfach nicht meins, zwei weitere saßen einfach zu eng, das waren eher Bleistiftrock-Latzkleider. Dagegen sitzt das neueste aus blauem Feincord einfach so gut, dass ich schon wusste, dass da noch ein zweites hermuss. Und dann lief mir im Stoffgeschäft ein Reststück von diesem traumhaft schönen, rostfarbenen Feincord über den Weg und innerhalb von Sekunden war in meinem Kopf das Latzkleid fertig.

Vielleicht war diese detaillierte Vorstellung und das wissen, dass es funktionieren würde der Grund dafür, dass es letztlich so lang gedauert hat? Zugeschnitten habe ich nämlich schon im Mai, genäht aber erst vor ein paar Tagen. Es kam aber auch immer was dazwischen: Erst der Sommer, sodass meine Prioritäten sich auf luftigere Kleidung verschoben, dann diverse Aufträge, ein Probenähen ... und schon ist Oktober, und das Wetter wieder perfekt passend für ein Latzkleid. Also habe ich mich flott drangesetzt und es an zwei Tagen fertig genäht. 

Der Schnitt ist Cleo von Tilly and the Buttons, mein favorisiertes Schnittmuster für ein Latzkleid. Ich habe für mich Größe 5 zugeschnitten, am Po aber ein weeenig weiter ausgestellt, damit sich alles gut bewegen kann im Rock. Auf den Fotos seht ihr es vielleicht schon, auf Höhe der Taille ist das Kleid eigentlich ein wenig zu weit, die Rundungen seitlich stehen doof ab. Ich habe mich vorhin direkt drangesetzt und das Kleid dort etwas schmaler gemacht, so ca. 2cm pro Seite. Jetzt sitzt es auf jeden Fall besser!

Eigentlich wollte ich die Träger auch gerne ein wenig länger machen, wenn ich die aus dem Schnitt nehme, ist es immer ganz schön knapp. Aber bei einem Meter Stoff hatte ich keine Wahl, und so hat es gerade noch gepasst. Glück gehabt!

Das Kleid ist bei mir übrigens komplett gefüttet, anstatt nur mit Belegen versehen, wie es die Anleitung vorschlägt. Schon beim letzten Latzkleid bin ich damit gut gefahren, habe einen flutschigen Stoff genommen und so dafür gesorgt, dass sich nichts hochschiebt. Bei diesem Kleid hier musste ein altes Top meiner Mama dran glauben, das vom Muster einfach zu gut passte, um es nicht zu verwenden. Ob das aber flutschig genug ist, um seinen Zweck zu erfüllen, muss ich noch herausfinden, da hat das kleine Fotoshooting im Wald nicht ausgereicht.

Die schönen Schnallen sind von Stoff&Stil - hier vor Ort gab es nur silber gefärbte, für den Stoff wollte ich aber gerne diesen Farbton. Zum Glück war eine Freundin gerade dabei Stoff zu bestellen, sodass die Schnallen mit in ihren Warenkorb rutschen konnten.

Ein Latzkleid hat bei mir immer eine Brust- und eine Po-Tasche. Letztere brauche ich, um das Kleid auch zur Arbeit anziehen zu können, da wohnt dann nämlich mein Schlüssel drin. 

Jetzt fehlt mir nur noch ein schlichtes schwarzes Latzkleid, und ich bin glücklich belatzt.

Unter meinem Latz trage ich ein weiteres selbst genähtes Teil: Ein Longsleeve nach dem Schnitt Agnes, ebenfalls von Tilly and the Buttons. Auch hier mein Favorit für eng anliegende Langarmshirts, schon mehrfach erprobt.

Das Shirt ist allerdings schon ein paar Tage älter, im Mai 2019 habe ich es genäht und seitdem gar nicht mal so oft angehabt. Ich und Langarmshirts, das ist ja so eine Sache. Sie sind für mich unverzichtbar, aber nur zu einer ganz bestimmten Jahreszeit, nämlich im Übergang. Im Sommer sind sie zu warm, im Winter zu kalt, mit Wollpullover drüber aber dann meistens wieder zu warm. Ein Longsleeve hat bei mir also eine ziemlich lange Lebensdauer, wird vielleicht zwei Mal im Jahr getragen und gewaschen. Aber gerade in Kombination mit einem Latzkleid zum Beispiel mag ich es sehr!

Den Stoff für das Shirt habe ich damals bei 1000Stoff gekauft, da muss man aber vermutlich nicht mehr nach suchen, nach so langer Zeit. Er fühlt sich ganz weich und glatt an, was ich sehr mag. Leider ist der Stoff nicht sehr dehnbar, und gerade an den Armen und im Schulterbereich ist das Shirt ziemlich eng. Aber ich mag es einfach nicht aussortieren; ich meine, es passt doch einfach perfekt zum Latzkleid, oder?


In diesem Outfit fühle ich mich jedenfalles pudelwohl und freue mich über diese tolle Ergänzung in meinem Schrank. Das Kleid wird defintiv häufig getragen werden, da bin ich mir sicher. 

Ich werde es vermutlich erst am Wochenende zu all den schönen Beiträgen bei der Linkparty schaffen, aber freue mich schon jetzt sehr darauf. 


Happy sewing, 

Julia


2. Oktober 2019

Latzkleid aus Cord und schnelles Musselintuch

Hallo ihr Lieben,



auch dies hier ist eine Geschichte, die mit dem Stoff beginnt. Ich meine, schon im Vorschaubild ist euch der Farbton vermutlich aufgefallen, dieses wunderbare königsblau. Genau so ging es mir im Stoffladen, den ich eigentlich zu einem anderen Zweck aufgesucht hatte. Auf dem Restetisch strahlte mich dann dieses Stück Cord an, etwa ein Meter müsste es gewesen sein und ziemlich dünn und fließend für Cord. In meinem  Kopf war in dem Moment auch schon das fertige Kleidungsstück entstanden: Ein Latzkleid natürlich!


Zuhause angekommen habe ich dann den Stoff gewaschen, wie ich es immer mit neuen Zugängen in meinem Stoffregal mache. Tja, und dann lag der Stoff eine Weile, weil wenn ich quasi schon weiß, wie das Endergebnis aussehen wird, fehlt manchmal ein bisschen der Reiz. Auch das Schnittmuster kenne ich, also eine sichere Sache mit wenig Herausforderung. Dafür muss einfach der richtige Augenblick kommen, wie beim Kochen. Manchmal will man lieber was Neues ausprobieren und manchmal dürfen es die Standard Rezepte mit Geling-Garantie sein. 


Irgendwann im Mai war dann aber der Tag gekommen und ich schnappte mir den Stoff. Eine kleine Neuigkeit wollte ich unbedingt ausprobieren: Anstatt das Latzkleid Cleo von Tilly and the Buttons nur mit einem Beleg an den oberen Kanten zu versehen, wollte ich es gerne komplett mit flutschigem Futter ausstatten. So, stellte ich mir vor, würde es etwas besser fallen und ich müsste es nicht immer über meinen Po runterschieben. Passenden blauen Futterstoff hatte ich noch hier – dachte ich. Ganz hat es nicht gereicht, sodass ich ein altes Seidentuch meiner Oma angeschnitten habe. Davon liegen ein paar in meinem Regal, für eben diesen Zweck, und es ist ein kleiner lustiger Kontrast im inneren des Kleides, den aber sonst niemand sieht. 


Cleo habe ich, wie immer, in Größe 5 genäht. Allerdings habe ich ein paar Änderungen vorgenommen: Der Rock ist ja eigentlich gerade geschnitten und sitzt daher recht eng. Das nervt mich ein bisschen, beim Radfahren und in der Handhabung, weil es sich gerne mal ein wenig verschiebt und ich mich ein bisschen eingeengt fühle. Also habe ich den Rock leicht ausgestellt zugeschnitten, vielleicht ein, zwei Zentimeter. Auch in der Länge habe ich etwas weggenommen, ich nähe sonst immer die Länge die eigentlich für die Version mit Schlitz gedacht ist, aber eben ohne Schlitz, wegen meiner Größe. Das war dann aber bei den letzten doch zu lang, weshalb ich die besagte Länge herausgenommen habe. Trotzdem aber ohne Schlitz. Mag ich nicht. 


Ansonsten habe ich mich aber relativ genau an die Anleitung gehalten. Alles brav abgesteppt, in der vorderen und hinteren Mitte sogar doppelt. Das sieht in Kombination mit dem Cord richtig gut aus, finde ich. Es gibt für das Kleid ja einige Taschenvarianten; ich habe die große für den vorderen Latz gewählt, weil ich die einfach gerne mag, und hinten eine an der rechten Seite aufgenäht. Bei der Arbeit kann ich dort dann nämlich meinen Schlüssel unterbringen, wichtiges und notwendiges Feature für mich!


Zum Kleid trage ich ein ebenfalls genähtes Tuch. Ganz simpel gemacht: Musselin gekauft, 1,30x1,30, die offenen Kanten zweimal umgebügelt und gesteppt. Fertig. Kuschelig und passt zu allem, ich trage es andauernd und halte schon Ausschau nach schönem Musselin für ein weiteres Tuch.
Die Bilder musste ich dann natürlich an dieser passend angesprayten Tiefgaragen-Einfahrt machen. Ich meine, wenn das nicht für mich gemacht wurde, dann weiß ich auch nicht!


Mit meinen Abänderungen bin ich insgesamt sehr zufrieden. Es trägt sich angenehmer als meine anderen beiden Latzkleider, weil da einfach mehr Bewegungsfreiheit für Beine und Po ist.
Das Kleid schicke ich zum Me Made Mittwoch, das ist noch immer meine liebste Linkparty, weil sie einfach so groß und voll schöner, hochwertiger Kleidung ist. Ich hoffe ich schaffe es heute noch irgendwann, dort ein wenig herumzustöbern.




Happy sewing, 

Julia







11. September 2019

Blumenblüschen

Hallo ihr Lieben!

Manchmal dauert es ja ein bisschen, bis die zündende Idee für ein Stoffstück einschlägt. Das kommt bei mir zwar nicht so häufig vor, weil ich meistens den Stoff konkret für ein Projekt kaufe, aber ab und an ist es so, dass der Stoff auf einem anderen Weg zu mir findet. So ist es mit einer Kiste Handarbeitszubehör geschehen, die aus einer Haushaltsauflösung zu mir kam. Viele Stricknadeln und Wolle habe ich gespendet, ein paar Garne behalten und in Einkaufsnetze und Socken verstrickt. Mit dabei war auch eine bestickte Tischdecke, die jedoch nie fertig wurde. Eine blumige Bordüre sollte es wohl werden, zweieinhalb Seiten waren auch fertig, aber die letzte eben nicht. 


Den freien Stoff aus der Mitte der Tischdecke hatte ich schon für ein anderes Stickprojekt benutzt, ein oder zwei der Blümchen mal als Akzente auf Projekte aufgenäht. Die zündende Idee kam dann aber vor ein paar Wochen: Eine Bluse mit der Bordüre in der vorderen Passe! Wow! In meinem Kopf sah es sofort perfekt aus, ich wusste auch schon, dass ich nur einen kleinen Stehkragen und keine Ärmel wollte. Und am besten einen weißen Stoff dazu. Hier bin ich ein kleines Risiko eingegangen: Zum Stoffkauf habe ich das bestickte Stück mitgenommen, das war aber schon ganz schön angegelbt. Auf gut Glück kam dann weißes und hellblaues Leinen mit, der Gedanke dahinter: Vielleicht wird ja das alte Stück durchs Waschen wieder weiß, dann kombiniere ich es mit dem weißen Stofff. Wenn nicht, mit blau, dann fällt das "vergilbte" nicht so auf. Wie ihr sehen könnt, hat die Wäsche ordentlich Arbeit geleistet.


Welcher Schnitt es werden würde war mir auch schnell klar: Rosa von Tilly and the Buttons ist eine Bluse oder ein Hemdblusenkleid mit vorderer und hinterer Passe, also genau das, was ich benötigte. Der Zuschnitt war dann ein wenig knifflig, denn eigentlich wollte ich, dass die Richtung der Blumenranken nicht gleich, sondern gespiegelt verläuft. Das war aber schlichtweg nicht möglich, sodass sie nun in eine Richtung zeigen. Ein bisschen schade, weil es eben in meinem Kopf anders war, aber nicht weiter schlimm. 
Ich habe Größe 5 gewählt, so ist auch mein Kleid aus dem Schnitt. Einzige Änderung ist die Schulterbreite, hier habe ich oben ca. 2,5 cm weggenommen und dann zum Armloch hin auslaufen lassen, damit es nicht so seltsam breit ist oben an den Schultern. Mit dem Endmaß bin ich sehr zufrieden!


In geschlossener Version gefällt mir die Blues an mir nicht so gut, was sehr schade ist, denn dann kommen die Blümchen in voller Pracht ans Licht. Übrigens habe ich mal wieder ganz klassisch zwei gleiche Vorderteile produziert, was ich natürlich erst festgestellt hatte, nachdem die Naht der beiden Vorderteile schon genäht, versäubert und abgesteppt war... zum Glück ist Leinen ja nicht nachtragend und hat mir die Trennaktion ganz gut verziehen. 


So ganz optimal sitzt der Saum nicht, fällt mir gerade auf. Leider sind die Bilder auch nicht ganz so schön, wie geplant. Ich habe nämlich mal etwas neues ausprobiert und verschiedene Kombinationen angezogen, bin dafür aber lieber drinnen geblieben, wodurch die Bildqualität auf Grund von Mangel an Licht leiden musste. Man kann nicht alles haben, nicht wahr?


Die Armlöcher und den Saum habe ich übrigens mit einem Streifen Viskose verstürzt, die ich dann nochmal nach innen umgeschlagen und abgesteppt habe. Das hat mir am besten gefallen, sowas wie Armlöcher zweimal umschlagen ist ja unmöglich bei der Rundung, und ich wollte es optisch schön schlicht, damit alle Aufmerksamkeit auf den Blümchen ruht. Und das tut sie! Das erste Mal habe ich die Bluse zum Geburtstag der Mama getragen und sehr viele Komplimente dafür erhalten, da war ich richtig stolz. Und die Dame, die die Blumen gestickt hat, hat sich sicherlich auch gefreut, zumindest stelle ich mir das immer vor. 


Nun zu den Kombinationen. Direkt eingefallen ist mir meine grüne Strickjacke, wegen der Farbe. Nur verschwinden darunter die Stickereien fast komplett ... 


Schon besser ist es da, die Farbe in der Hose wieder aufzugreifen. Meine Khaki farbene Stoffhose gefällt mir zur Bluse sehr gut. 


Etwas schicker mit Blazer und Minirock (in echt wäre da eine Strumpfhose drunter, aber der Aufwand ...) aber auch hier sind die Blumen eher nebensächlich. 


Und zuletzt nochmal mit geblümten Rock und reingesteckt. Obwohl sich die Bluse also ganz gut schichten lässt, glaube ich, dass sie in die Kiste mit den Sommersachen wandern wird. Die schönen Blümchen sind mir einfach zu schade, um unter Jacken und Pullovern zu verschwinden. Dann freue ich mich lieber im Sommer wieder darüber. 


Happy sewing, 

Julia

26. Juli 2018

Basic Shirts

Werbung weil Markennennung. Alles selbst gekauft und gedacht. 

Hallo ihr Lieben!

Ich habe das Gefühl, alles und jeder ist gerade in einem Sommerloch. Wenn sogar denken schwer fällt, geschweige denn bewegen, bleibt alles ein bisschen auf der Strecke, alles ist verlangsamt. Das wird hier allerdings keine Beschwerde, denn obwohl ich auch ab und an mal stöhne weil warm, liebe ich diesen Sommer. Nach so vielen in denen man immer mit Gewitter rechnen musste, schwüle Tage eher die Regel waren oder auch mal 16°C freue ich mich richtig über diesen Sommer. Noch dazu berechtigt er mich dazu, neue Kleidung zu nähen, denn für so eine dauerhafte Hitzeperiode bin ich nicht ausgestattet. 

Noch arbeite ich daran, dafür habe ich aber zu Beginn des Sommers ein anderes Loch gestopft, und zwar das mit den Shirts. Oder besser ohne, denn die fehlten ja. 


Ihr dürft euch übrigens auch bei den aktuellen Temperaturen über die nicht so schicken Bilder beschweren. Kein Make Up, bisschen durchgenudelt und drinnen, weil ich definitiv nicht mehrfach nach draußen flitzen und mich zwischendurch umziehen wollte. Sorry!
Shirt Nummer eins ist eher zum drunter ziehen gedacht, oder für taillierte Hosen und Röcke. Deshalb auch die charmante Presswurst-Optik. Hierfür habe ich den Schnitt Agnes von Tilly and the Buttons vernäht, der in langer Variante und mit Rollkragen schon länger bei mir zuhause ist und mit dem ich die Erfahrung gemacht habe, wie unterschiedlich dehnbar Jersey ist und was das für die Passform ausmacht. Demnächst also lieber mit sehr dehnbaren Stoffen, dann fühlt es sich nicht so eingezwängt an. Der Stoff ist von Stoff und Stil.


Nummer zwei ist nochmal Agnes und euch beim Me Made Mittwoch schon begegnet. Nicht erschrecken, so viel Einfluss hat der Stoff nun auch nicht auf die Passform, hier habe ich ganze zwei Nummern größer genäht, also eine 6 statt einer 4 wie oben. Die 6 hatte ich nämlich schon abgepaust für meine Mama hier liegen, sie hatte ja zu Weihnachten ein Longsleeve von mir bekommen. Weil ich auch noch lockere Shirts brauchte, habe ich einfach mal den Schnitt genutzt. Hier ist der Körper auch verlängert, wobei ich das nach vorne hin ein wenig weggenommen habe durch den high-low Saum. Die im Schnitt enthaltene Taillierung habe ich auch ignoriert und dort einfach gerade geschnitten. 
Der Stoff ist ein Viskosejersey vom Restetisch bei Stoff und Stil (online nicht auffindbar). Mit dem Material kommen weder ich noch meine Nähmaschine gut zurecht, sie schiebt und zieht doof, ich produziere einen welligen Halsausschnitt. Der Stoff hat aber sowieso nicht die beste Qualität und fängt schon an zu pillen, also wohl eher eine kurze Lebensdauer. Schade, denn die Optik mag ich sehr gerne, Streifen sind toll und rot auch!


Das Reststück war 1,35 groß und mit Müh und Not habe ich es geschafft, gleich zwei Shirts daraus zuzuschneiden. Bedeutet: Vorder- und Rückenteil habe ich hier mit einer Teilungsnaht versehen, die eigentlich kaum sichtbar ist. Ihr könnt ja mal versuchen, sie zu erspähen ... 


Und hier dann das zweite Shirt aus dem Stoff, nach dem Gratis Schnitt Plantain T-Shirt von Deer and Doe. Ich habe mich den Maßen nach für Größe 40 entschieden und um 5cm verlängert, aber das war wohl doch nicht ganz passend. Eigentlich soll das Shirt ab der Brust locker auslaufen und eher schwingen, bei meinen ausgeprägten Hüften liegt es aber trotzdem an. Also muss ich hier wohl auf 42 oder 44 auslaufen lassen nach unten hin, damit es tut, was es soll. Als Shirt funktioniert es natürlich trotzdem genauso gut. Auch hier hatte ich mit dem Halsbündchen so meine Probleme. Nunja, was solls. Ich trage die Shirts trotzdem rauf und runter und werde bei Gelegenheit einen qualitativ hochwertigeren Jersey kaufen um sie nochmal zu nähen. Vermutlich aber erst nächstes Jahr oder so, nun habe ich ja die beiden. 

Welche Schnitte nutzt ihr so für Shirts? Irgendetwas zu empfehlen?

Happy sewing, 

Julia




29. März 2018

Picea Cardigan und Agnes Pattern Hack

Hallo ihr Lieben!


Manchmal machen Menschen Dinge, die nicht ihren Gewohnheiten entsprechen. Essen morgens Müsli statt Brot. Fahren einen anderen Weg zur Arbeit. Nehmen Pommes mit Mayo anstatt mit Ketchup. Kaufen Stoff, ohne ein Projekt dafür im Kopf zu haben. Ratet, um welchen der Fälle es heute gehen soll.


Gut geraten! Vor einigen Wochen ist mal wieder die durchaus seltene Begebenheit geschehen, dass ich einen Stoff sah und ihn mitnahm, ohne genau zu wissen, was ich daraus nähen möchte. Viel mehr, ohne das Geschäft auf der Suche nach diesem Stoff betreten zu haben! Gesucht hatte ich nämlich Material für mein Latzkleid, war fündig geworden und stolperte dann bei den Angebotsstoffen über diesen schönen grünen Strickstoff. Reduziert, fühlte sich toll an, Plastikanteil gering. Zack, mitgenommen. Zuhause habe ich dann überlegt, was es werden soll und mich nach einigem Abwägen für den Picea Cardigan entschieden, da ich durchaus Bedarf im Bereich kurze und schlichte Cardigans habe.


Picea gibt es in zwei Längen und mit zwei Ausschnittformen, die sich kombinieren lassen. Ich habe die kurze Länge gewählt, jedoch um 5cm verlängert und den V-Ausschnitt genommen, weil er auf der technischen Zeichnung so nett aussah und ich den Cardigan sowieso offen tragen wollte, was bei einem eher engen Rundhalsausschnitt meistens seltsam aussieht, finde ich. 
Viel spannender ist aber die Größe, in der ich genäht habe. 38! Ich habe noch nie etwas in 38 genäht! Beim Vergleichen der Fertigmaße mit meinen Maßen stellte ich nämlich fest, dass die vorgeschlagene 40/42 vermutlich einem Zelt ähneln würde und habe mich dagegen entschieden. Mit dem fertigen Stück stelle ich fest, dass ich je nach Stoff wohl auch die 36 nehmen könnte, besonders die Ärmel sind doch ganz schön weit. Irre. 36. Im Leben nie getragen. Das ist keine Kritik am Schnittmuster, es steht extra in der Beschreibung, dass der Cardigan locker sitzt und auch so designt ist, nur für meine Zwecke war es nicht das, was ich wollte.


Was mich wiederum ein wenig an der Anleitung gestört hat, ist fehlende Bügelanleitung. Ich weiß, dass viele Jersey und Sweat vernähen und die Nähte nicht bügeln. Meiner Meinung nach macht es aber für den ordentlichen Sitz eine Menge aus, dass die Nahtzugaben gebügelt sind. Im schlimmsten Fall hat man sonst wellige Nähte, was nun wirklich nicht schön aussieht. Ich finde es immer besser, wenn die Anleitung angibt, wie gebügelt werden soll. Dann kann ja immer noch jeder frei entscheiden, ob der dies befolgt oder nicht. So habe ich es einfach wie gewohnt gemacht, was nun auch nicht weiter schlimm ist, jammern auf hohem Niveau und so. Aber für mich wirkt es immer weniger wertschätzend dem Kleidungsstück gegenüber, weil die Sorgfalt ein bisschen fehlt.


Für die Taschen habe ich das allererste Mal eine Overlock benutzt. Also, um die Nähte zu versäubern bevor sie auf die Jacke aufgesteppt wurden. Das war ziemlich aufregend, sag ich euch. Danke nochmal an dich, goldengelchen! Und ja, ich musste die Overlocknaht fotografisch festhalten. Da sich mein Nähplatz innerhalb der nächsten zwei Jahre nicht vergrößern wird, gibt es auch so lange keine Overlock im Hause Tüt, also muss ich mich damit begnügen.


Die Verarbeitung der Blenden wird im Ebook auf mehrere Weisen erklärt, ganz sauber mit Handnähten zum Abschluss oder mit offenen Kanten und dem üblichen annähen, wie bei Bündchen. Ich habe mich für einen Hybrid entschieden, die Nahtzugaben zwar versteckt, aber dann mit der Nähmaschine drüber gerattert. Sieht nicht ganz so schön aus wie Handnähte, ist aber völlig ausreichend für einen eher lässigen Cardigan, finde ich.


Tja, in diesem Post hat sich aber gleich noch etwas versteckt, und zwar direkt unter der Jacke. Ich habe ja schon länger das Bedürfnis nach Shirts mit Rollkragen, mein erster Versuch war aber ernüchternd. Saß nicht so, wie ich wollte, stand im Nacken sogar doof ab. Also habe ich gedacht, wenn das schon die Zeitschrift nicht kann, dann versuche ich es halt selbst. Ich habe mir die Schnitteile vom Agnes Shirt von Tilly and the Buttons geschnappt, die geringelte Version davon angezogen und mich damit vor den Spiegel gestellt um am vorderen Halsausschnitt, am hinteren Halsausschnitt sowie an den Schultern auszumessen, wie weit ich die jeweiligen Teile erhöhen muss, damit sie möglichst halsnah sind. Das habe ich dann angezeichnet, den neuen Halsausschnitt ausgemessen und entsprechend dieser Länge ein Rechteck für den Kragen konstruiert.


Die erste Version des Schnittes war grauenhaft. Lag aber gar nicht an meiner Konstruktion, sondern am Jersey. Der war kaum dehnbar, was mir aber erst aufgefallen ist, als ich das Shirt anzog und mich kaum bewegen konnte. Wie so ein muskelbepackter Bodybuilder im XS-Shirt habe ich mich gefühlt. Nur ohne Muskeln. Aber ähnlich eingeengt. Reinfall, obwohl ich den Rollkragen nichtmal dran genäht hatte, aber mir war schon klar, dass da mein Kopf nicht durchpasst. 
Der zweite Jersey, dieser schwarze hier, ist zum Glück etwas dehnbarer, wenn auch nicht so sehr, wie ich es gerne hätte. Der Kopf geht durch, aber die Brille muss vorher ab und ich halte jedes Mal die Luft an und horche, ob eine Naht platzt. Dafür liegt er genau so, wie ich es wollte, schön kuschelig am Hals.


Mir ist vorher nie so deutlich aufgefallen, wie unterschiedlich dehnbar so Jerseys sind. Aber ihr seht schon auf den Bildern, dass das Shirt sich so über der Brust rafft, was eigentlich für zu eng spricht. Was wiederum nicht sein kann, weil zwei andere Versionen in genau derselben Größe super sitzen. Also, schon zu eng, aber halt weil der Stoff sich nicht so sehr dehnt. Für weitere Rollkragenshirts, die ich wirklich gerne hätte, muss ich mich also nach gut dehnbaren Stoffen umschauen.


Aber es erfüllt seinen Zweck, und wenn ich es ab und an runterzuppel fallen auch die Falten nicht mehr auf. 
Ich finde die Kombination der beiden Stücke eigentlich sogar ziemlich gelungen, ich glaube, das ziehe ich demnächst öfter mal an. Der Frühling lässt ja sowieso noch auf sich warten, also kann ich mich auch noch weiter in kuschelige Sachen hüllen.


Wenn ihr Stoffempfehlungen habt, dann bitte, ich freue mich über alle Vorschläge!

Happy sewing, 

Julia 



Verlinkt mit RUMS.

17. Januar 2018

Newcastle Cardigan und Agnes - Grau und grau mit Glitzer

Hallo ihr Lieben!

Nachdem ich euch letzte Woche die genähten Kleidungsstücke für meinen Bruder vorstellte, ist heute die Generation darüber dran: Auch meine Eltern sind von mir benäht worden. Wie es der Zufall wollte, sind hier zwei graue Teile entstanden, sodass es zwar ein wenig trist wird, aber für die Fotos haben wir uns um ein wenig Farbtupfer in Form von Tannenbaum und Dekoration bemüht.


Die Idee

Mein Papa (den ihr hier noch gar nicht kennengelernt habe - darf ich vorstellen: Mein allerbester Papa!) hat im Winter öfter mal einen unangenehm kalten Nacken, der im schlimmsten Fall mit Muskelschmerzen einhergeht. Da er aber niemand ist, der im Haus einen Schal trägt, favorisiert er Jacken und Pullover, die im Nacken eng anliegen. Auch Hemden trägt er gerne. Soweit zu den Voraussetzungen von seiner Seite aus. Nun zu mir: Ich habe mir die Schnitte von Thread Theory angeschaut, eher aus Interesse, denn ein Label, dass einzig und allein Herrenschnitte designt ist ja schon etwas besonderes. Schon beim ersten Blick auf den Newcastle Cardigan war mir klar, dass ich den irgendwann mal für meinen Papa nähen müsste. Genau die Schnittführung, die für einen warmen Nacken sorgen würde. Der Gedanke war also abgespeichert, da es irgendwann im Sommer war aber erstmal auf später verschoben. Dann kam Weihnachten, der Gedanke rutschte artig wieder in den Vorderkopf und bat um Aufmerksamkeit. Nicht wie all die anderen Ideen, an die ich mich nur noch dunkel erinner mit einem Gefühl von "Da war mal was...". Nunja. Es stand dann also fest, was der Papa zu Weihnachten bekommen sollte. 


Material

In meinem Kopf entstand recht schnell ein Bild der fertigen Jacke. Relativ schlicht sollte sie werden, auf keinen Fall mit verschiedenen Stoffen oder Unterteilungen. Ein Sweatstoff wäre in Ordnung, viel besser aber ein schöner Strickstoff. Und genau diesen Vorstellungen entsprang dann dieser Strickstoff, den ich bei Stoff und Stil orderte. Einfach perfekt! Er ist meliert, also nicht zu langweilig, schön fest, leiert also nicht aus, hat ordentlich Gewicht, ist aber nicht zu dick. Ich war wirklich sehr positiv überrascht, als ich das Paket auspackte. Stoffbestellungen im Internet sind ja doch immer ein bisschen viel Risiko. Noch ein Bonus: Im Gegensatz zu vielen anderen Strickstoffen besteht dieser nicht hauptsächlich aus irgendeinem Plastik, sondern aus Viskose. Das führt zu einem recht glatten Gefühl, total interessant. Zu meinem Stoffglück kamen dann tatsächlich noch die perfekten Knöpfe. Das finde ich ja immer unglaublich schwer; Knöpfe kann ich nicht online bestellen, die muss ich mir anschauen. In der Regel stehe ich dann mit einem Stoffstück in drei verschiedenen Stoffgeschäften und finde trotzdem keinen passenden Stoff. Hier lief es ganz anders, der erste, den ich aus dem Regal zog, fand ich super passend. Auch die Knöpfe sind variierend und treffen genau die Farbtöne des Stoffes. Herrlich, wenn es sich so perfekt zusammenfügt!


Das Nähen

Den Schnitt hatte ich zügig bestellt und geklebt, nach einigen Ausmessungen hatte ich mich eigentlich dafür entschieden, Größe M zuzuschneiden und die Seitennähte auf L auslaufen zu lassen, da mein Papa einen kleinen Bauch trägt. Leider hatte ich das beim Zuschnitt schon wieder vergessen. Nun gut, dachte ich, nutze ich die großzügige Nahtzugabe von 1,5cm eben an den Seitennähten gut aus - auch vergessen. Argh! Zum Glück, Achtung Spoiler, passt der Cardigan trotzdem gut.  
Es handelt sich bei dem Cardigan übrigens um die Version mit dem großen Kragen. Eine weitere Version ist enthalten, bei der ist er nicht ganz so mächtig. Ich dachte aber: Wenn schon, denn schon, und habe aufs volle gesetzt. 
An die Anleitung habe ich mich relativ genau gehalten. Unterer Kragen, die Blenden und die Knopfleiste sind verstärkt, Absteppungen habe ich auch dort gemacht, wo sie empfohlen waren. Nur die Ärmel musste ich ein wenig kürzen, im Gegensatz zum Rest der Familie ist mein Papa nämlich recht klein und hat entsprechend auch eher kurze Arme. 5cm habe ich rausgenommen. 


Das fertige Kleidungsstück

Ich war mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden. Zwar dachte ich, ich hätte ein Kleidungsstück für Kinder genäht, als er so fertig auf dem Boden lag, aber das war einfach, weil ich die Tage vorher an den Teilen für meinen Riesenbruder genäht hatte. Im Vergleich zu den Zelten sieht alles winzig aus. Ich hatte tatsächlich ein wenig das Gefühl für Größen verloren. Aber davon abgesehen: Alles harmonierte, sah so schön ordentlich aus, ich konnte es mir an meinem Papa super vorstellen. Das war schon schwer, dann noch bis Weihnachten zu warten! Er hat es direkt unterm Baum angezogen, was mich beruhigte, hatte ich doch bis zuletzt noch Angst, ob der Bauch reinpassen würde. Die Jacke gefiel ihm - bei Männern ja oft nicht so leicht zu entdecken, die ehrliche Freude, hier aber definitiv vorhanden. Falls er noch einmal so eine Jacke bekommen sollte, würde ich den schmaleren Kragen ausprobieren und die Ärmel wieder etwas verlängern, dafür die Ärmelbündchen verschmälern, die finde ich so ein wenig zu breit. Ansonsten sind wir mit dem Werk sehr glücklich!


 


Die Idee

Nun ist meine Mama dran. Ich habe da eine ganze Liste an Ideen, was ich für sie mal nähen könnte. Das liegt einfach daran, dass sie oft bei einem Kleidungsstück, welches ich trage, den Wunsch äußert, so etwas auch mal zu haben. Und etwas interessierter an Kleidung als die Männer meiner Familie ist sie auch. Mein Agnes Longsleeve mit Streifen zum Beispiel fand sie ziemlich gut und meldete an, so etwas auch gebrauchen zu können. Das passte dann zu Weihnachten ganz gut. 


Das Material

Ein Ringelshirt sollte es werden, lange Arme, keine Puffärmel, keine Raffung am Ausschnitt. Ganz simpel, damit es möglichst kombinierbar ist. Mal davon abgesehen, dass Puffärmel auch überhaupt nicht zu meiner Mama passen. Ich begab mich auf die Suche nach einem passenden Stoff und stolperte bei Stoff und Stil über den unglaublichen Glitzerjersey. Der passte sowas von zu meiner Mama! Sie liebt alles, was (silbrig) glitzert, man beachte die Deko im Hintergrund. Noch dazu war der Glitzer wirklich toll, keine schlecht eingewebten Fäden, sondern eher ein Schimmern. Ich wusste sofort, dass es genau der Stoff werden musste. Er war auch der Auslöser, dass ich eigentlich alle Stoffe für die Weihnachtsgeschenke bei Stoff und Stil bestellt habe. 


Das Nähen

Den Schnitt hatte ich ja schon hier, musste ihn nur in der passenden Größe nochmal abpausen. Weil meine Mama einen größeren Brustumfang hat als ich, habe ich mich entsprechend für Größe 6 entschieden, zu eng sollte es auch nicht sitzen, da ist sie nicht so Fan von. Und ich wollte auch nicht, dass dieser Eyecatcher als Unterzieh-Shirt endet. Ähnlich wie ich ist Mama recht groß, sodass ich in der Länge 5cm und an den Armen 8cm hinzugegeben habe. Beim Zuschnitt habe ich darauf geachtet, dass die Streifen an den Seitennähten aufeinandertreffen und der Halsausschnitt ordentlich gestreift ist. Genäht habe ich dann so, dass alle Kanten, sprich Halsausschnitt, Ärmel und Saum mit einem feinen silbernen Streifen enden. Das ergibt meiner Meinung nach ein harmonischeres Bild als unterschiedliche Abschlüsse. Ansonsten war das Nähen recht simpel und hat mir viel Spaß gemacht. Ich würde selbst wohl kaum etwas glitzerndes tragen, aber es zu verarbeiten war schon witzig. 



Das fertige Kleidungsstück

Zum Glück hat das Glitzer meiner Mama super gut gefallen. Es beschleichen einen ja dann doch immer Zweifel so kurz vor der Bescherung, aber sie hat sich sehr gefreut und das Shirt auch gleich am nächsten Tag zum Verwandschaftsbesuch angezogen, dort viel Lob bekommen, was uns beide sehr gefreut hat. Ich glaube, dass sie dieses Shirt gut kombinieren kann, ein bisschen Glitzer schadet schließlich nicht, und mit einer Strickjacke drüber ist es ja schonmal deutlich weniger als so "pur". Ich freue mich, wenn ihr der Schnitt gefällt und sie noch weitere Shirts gebrauchen kann. Das Nähen geht schließlich ziemlich fix!

Danke an euch beiden fürs Model stehen. Ihr seid toll!




18. Oktober 2017

Basics für den Herbst

Hallo ihr Lieben!

Es gibt ja so Gruppierungen, die sind nur zu dritt vollkommen komplett. Harry und Ron ohne Hermine zum Beispiel wäre seltsam. Zu Kartoffelpürree und Spinat gehört ein Spiegelei. Zwei Fragezeichen wären seltsam. Thomas, Annika und natürlich Pippi. 
Was das mit diesem Beitrag zu tun hat? Ganz einfach. Heute zeige ich euch gleich drei Teile, die einzeln für sich eher langweilig sind, ich habe nicht so viel dazu zu erzählen und deshalb lohnte sich ein einzelner Post für jedes Teil nicht. Zwei davon waren schon lange fertig, seit dem Frühling um genau zu sein, aber irgendetwas fehlte. Nur ein paar Tage ist es her, da schlüpfte das fehlende Stück unter der Nähmaschine hervor, und das Trio war komplett. Und nun ergibt sich auch ein toller Beitrag: Drei Basic Teile für den Herbst zeige ich euch heute. 


Basic Nummer eins: Ein Shirt nach dem Schnitt Agnes von Tilly and the Buttons. Die Schnitte dieses Labels gefallen mir in der Mehrheit ziemlich gut -  zweimal Latzkleid Cleo (1, 2), dreimal Kleid Bettine (1, 2, 3) und einmal Kleid Rosa habe ich schon genäht und trage alles ziemlich häufig. Gegen diese doch eher auffälligen Stücke ist so ein ein Longsleeve ja eher langweilig, besonders in einem unifarbenen Stoff. Ich bin trotzdem deutlich erfreuter darüber als über ein Kleid, denn der Schnitt passt wirklich gut, ich mag die Form des Ausschnittes total und habe hier quasi einen Grundschnitt für engere Shirts, ob kurz- oder langärmlig, das kann man ja anpassen. 


Genäht habe ich Größe 4, Richtung meiner doch etwas breiteren Hüfte habe ich dann die Seitennähte noch ein wenig mehr auslaufen lassen, eher so Richtung Größe 5. Weil es sich zuerst mal um ein Probestück handeln sollte, habe ich einen kleinen Stoff aus dem Regal gezogen, der ursprünglich ein Top werden sollte. Ein Jersey von Alles für Selbermacher, der von außen ein wenig Struktur hat und dabei sehr weich anzufassen ist. Den habe ich im Juni 2016 bestellt, online ist er nicht mehr zu finden.  Für lange Ärmel reichte es nicht, aber mit den 3/4-Ärmeln bin ich sehr zufrieden. Hier habe ich euch das Shirt übrigens schonmal klammheimlich untergejubelt. 
Damit das Shirt lang genug ist, habe ich in der Länge übrigens noch 3cm hinzugegeben, dazu ist auch eine Verlängerungslinie im Schnitt vorhanden.



Und wenn etwas gut ist, dann wiederholt man es ja gerne, deshalb war ein richtiges Longsleeve dann auch recht schnell zugeschnitten. Diesmal aus einem gestreiften Jersey vom Stoffladen hier vor Ort. Streifen gehen schließlich immer, und ich besitze sonst kein gestreiftes Shirt - eindeutig eine Lücke im Schrank. 


Die Ärmel habe ich um 5cm verlängert, Stichwort Affenarme. Interessanterweise gab es hier im Gegensatz zu den Schnittteilen vom Körper keine entsprechende Linie, die habe ich dann einfach selbst eingezeichnet. 
Ich bin ziemlich stolz, dass die Streifen an den Seitennähten so halbwegs gerade aufeinandertreffen. Da ich alles mit einer normalen Nähmaschine nähe und bei Jersey meistens den elastischen Geradstich nehme, der 3x vor und 2x zurück näht, verschieben sich die Stofflagen meistens etwas. Hier ist es im erträglichen Maß geblieben. 


Besonders cool finde ich ja den Effekt, der sich am Halsausschnitt durch den anderen Verlauf der Streifen ergibt. Ich meine, dass es in der Anleitung auch so war und ich das unbedingt nachmachen wollte. Hat geklappt, würde ich sagen. A pro pos Anleitung: Für halbwegs geübte Näher/innen ist sie vermutlich unnötig, denn ein Shirt ist ein Shirt ist ein Shirt und wird ja eigentlich immer auf die gleich Art und Weise genäht. Trotzdem: Die Anleitung ist sehr schön bebildert, da sind die Farben immer schon sehr hübsch anzusehen. Auch Nähanfänger/innen sollten durch die detaillierten Schritte mit dem Schnitt zurecht kommen, sofern sie denn des Englischen halbwegs mächtig sind, denn auf deutsch gibt es sie nicht. 


Kommen wir nun zu dem Stück, was das Trio komplettiert hat und mir den notwendigen Anstoß zu diesem Beitrag gab: Top Mara aus der La Maison Victor 5/17. Im vorletzten Update erzählte ich von den Plänen, dieses Shirt zu nähen, und hier ist es auch schon. Existenzgrund: Diverse Strickpullover in Kombination mit meiner Mimimi-Halshaut. Die mag nämlich weder Sockenwolle noch Mohair oder andere Garne, die nicht 1a glatt sind. Weil ich aber keine Lust habe nur noch Merino oder Seide zu verstricken, habe ich das versucht zu ignorieren und mir eingeredet, ich würde mich schon noch daran gewöhnen. Denkste: am Ende des Tages will ich mir manche Pullover gerne vom Leib reißen. Weil das Unsinn ist, ich aber die Stücke nicht weggeben will oder aufribbeln oder sonst etwas, stand schon länger die Idee eines Rollkragen-Tops für untendrunter im Raum meiner Gedankenwelt. 


Mit der aktuellen Ausgabe der La Maison Victor wurde die Verwirklichung eben dieser Idee dann realistisch, noch dazu hatte ich einen bisher unverplanten Jersey im Regal. Um beides miteinander zu kombinieren musste ich eine im Schnitt nicht vorhandene Teilungsnaht unter der Brust einbauen. Mit dem Resultat bin ich zufriedener als gedacht, aber perfekt ist es noch nicht. Für meinen Geschmack könnte der Kragen noch enger am Hals sein - fraglich nur, ob er dann noch über den Kopf geht? Bei den Armausschnitten habe ich auch irgendwie gepfuscht, aber die von der Anleitung vorgegebene Art und Weise der Versäuberung sah mir eindeutig ein zu häufiges Umklappen vor. Das klang, als würde da am Ende eine ganz schön dicke Wurst um die Armlöcher legen, das wollte ich nicht. 


Da man vom Top aber sowieso nur den Kragen sehen wird, ist das alles auch wirklich nicht wichtig und kann in Ruhe bei weiteren Versionen optimiert werden. Für meine halsnahen Strickpullover ist jedenfalls auf meiner Seite ganz frische Liebe entfacht und ich freue mich auf die kälteren Temperaturen. Bis dahin nähe ich dann noch ein, zwei Tops und bastel am Kragen ein wenig herum. Vielleicht noch eins in grau, oder blau?


Und wenn ich dann endlich wieder einen normalen Zopf machen kann, sieht man auch das schöne Herz im Nacken meines Pullovers



Welche Schnitte sind eure Favoriten für Basics? Näht ihr die auch so ungerne wie ich?

Verlinkt mit dem Me Made Mittwoch, wo heute gleich zwei schöne Frauen mit dem Namen Elke Kleider aus demselben Jeansstoff zeigen.