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11. Oktober 2018

Herbstliches Granville Shirt

[Werbung da Markennennung]

Hallo ihr Lieben,


ich bin ja prinzipiell kein Mensch für Anlasskleidung. Unser Schrank ist viel zu klein, um Dinge unterzubringen, die nur einmal im Jahr getragen werden. Deshalb trage ich auch zu schickeren Anlässen meistens eher eine Bluse und schwarze Jeans, oder so. Bisher gab es bei mir aber auch noch nicht die berühmt berüchtigte Hochzeitswelle im Freundeskreis, dann ändert sich die Lage vermutlich. Trotzdem: Selten nähe ich etwas, um es zu einem bestimmten Anlass zu tragen. Anders ist es bei dieser Bluse, meinem neuen kleinen Schätzchen.


Da passt einfach alles zusammen. Schnitt und Stoff ergeben ein Teil genau nach meinem Geschmack. Angefangen hatte alles mit dem Material, bei dem es sich um ein Reststück Viskose handelt, die ich im Sommer irgendwann mal im Stoffladen vor Ort mitgenommen hatte. Da wusste ich tatsächlich noch nicht, was daraus werden soll, und das kommt bei mir wirklich selten vor. Klar, bei dem Material ist die Auswahl nicht so überwältigend, entweder Kleid oder Bluse. Und letzteres ist es dann geworden. 


Genäht habe ich die Granville Bluse von Sewaholic Patterns. Bisher aus eher steiferen Materialien wie Flanell oder Chambrey hat der Schnitt für mich super funktioniert, warum also nicht mal mit einem fließenden Stoff probieren? Gedacht, getan. Vorher nochmal eine Nummer größer abgepaust, also nun eine 12, mit der gleichen Verlängerung, überall 4cm. Die anderen Blusen sitzen zwar auch toll, spannen aber manchmal etwas über der Brust, das wollte ich nicht so gerne wiederholen. Ich hätte noch ein bisschen mehr nachdenken können, denn der dünne Viskosestoff fällt natürlich nochmal ganz anders, da hätte die kleinere Größe vermutlich ausgereicht. Auch die Ärmel sind etwas lang geworden, ich hadere aktuell noch mit mir, ob die Manschetten nochmal ab und etwa 2cm gekürzt werden müssen. So im Stehen ist es schon arg lang, wenn man sich bewegt natürlich etwas weniger auffällig. Was sagt ihr?


Der Kragen hängt ein wenig unmotiviert herum, trotz mehrfachem Einsatz von Viskose in allen Kragenteilen sowie der Knopfleiste. Mich stört es nicht, vermutlich fände ich eine super steife Knopfleiste und einen 1a stehenden Kragen eher seltsam bei so einem flüssigen Stoff. 
Eigentlich wollte ich die Bluse übrigens mit französischen Nähten verarbeiten, das finde ich bei Viskose immer etwas ordentlicher. Hatte ich dann natürlich vergessen, und keine Lust wieder aufzutrennen nach den ersten Nähten. Im Nachhinein schade, denn so wäre sie vielleicht noch ein bisschen enger geworden. 


Dieses schicke Bild illustriert gleich zwei Fakten: Zwei Tage Tragen erzeugen logischerweise ein paar Falten bei Viskose und tanzen lässt es sich in diesem Modell auch ganz gut. Was klasse ist, denn getragen habe ich sie zum ersten Mal zur Silberhochzeit meiner Patentante, erwähntem Anlass. Dass ich vor der Abfahrt nochmal schnell die Knöpfe an den Manschetten abtrennen und neu annähen musste, weil mir die Manschetten über die Hände rutschten, ist eine nette Anekdote.


Bei dem Grundton der Bluse handelt es sich übrigens um ein schönes Grau mit ganz leichtem Blau Einschlag. Auf einigen Bildern sieht es wie hellblau aus, das ist optische Täuschung, ok?
Der Schnitt sieht übrigens noch Brusttaschen vor, die habe ich aber wegen des eh schon unruhigen Musters weggelassen. Gesehen hätte man sie vermutlich sowieso nicht, warum also die Mühe machen. Und nutzen würde ich sie auch nicht. Gibt es Frauen, die Brusttaschen nutzen? Eventuell würde ich noch eine Zuschneiden um die doch sehr gleichmäßig platzierten roten Blüten zu kaschieren. Aber ich glaube, es ist quasi kein Stoff übrig geblieben und ich habe nichts mehr davon. Also fällt das auch weg. Nett, wenn sich alles von selbst erübrigt. 


Ich nutze ja nur sehr selten gemusterte Stoffe, und noch seltener welche mit einer Richtung, wo es also ein offensichtliches oben und unten gibt. Wie oft ich mich beim Herumschieben der Schnittteile auf dem Stoff (der muss ja optimal ausgenutzt werden) daran erinnern musste, alles so aufzulegen, dass nicht nachher eine Vogel irgendwo Kopf steht! 
Den gerundeten Saum mag ich sehr. Er ist zwar nicht unbedingt schön zu bügeln und umzunähen so ganz ohne Fältchen, aber die Mühe lohnt sich. 


Die Bluse hänge ich nun auf die virtuelle Kleiderstange von Sewlala und Nähfrosch und bin gespannt, in welcher Gesellschaft sie sich dort befindet. 


Happy sewing, 

Julia

7. März 2018

Schwarzweiß karierte Bluse - Sewaholic Granville

Hallo ihr Lieben!

Noch schwelge ich ganz seelig in den Erinnerungen an mein erstes Nähwochenende. War das schön! Mal so viel Zeit am Stück fürs Nähen, mit ganz vielen Frauen die dasselbe Hobby teilen. Wirklich ein tolles Erlebnis, das ich gerne wiederholen würde. Leider sind die Plätze ja meistens schnell weg, dieses Jahr wird das wohl nichts mehr. 
Eigentlich müsste ich euch ja heute entsprechend eins der vier Teile zeigen, die bei Sewing by the Sea entstanden sind. Dort war es aber deutlich zu kalt um Fotos ohne Jacke zu machen - die Ostsee war zugefroren! - also präsentiere ich heute voller Stolz meine neue Lieblingsbluse. 


Schon ziemlich lange wollte ich genau so eine Bluse. Aus schwarz-weiß kariertem Stoff, nicht zu kleinkariert, nicht zu groß. Ich hätte nie gedacht, dass es so schwierig sein würde, den entsprechenden Stoff dazu zu finden. In den Geschäften vor Ort gab es nur die Standard Baumwolle, die von der Haptik jetzt nicht das ist, was ich gerne als Bluse trage. Sah ich online mal einen Stoff, der meiner Vorstellung entsprach, war er hauptsächlich aus Plastik, was ich sowohl vom Tragegefühl als auch der Moral her lieber meide. Als ich dann aber meine Weihnachtsbestellung tätigte, sprang mich dieser perfekte Baumwoll Flanell bei stoffe.de an. Leider ist er aktuell nicht mehr verfügbar, da haben wohl noch andere so gedacht wie ich und sich schnell was geholt. Er hat genau die richtige Festigkeit, ist von innen schön angeraut und damit super für eine langärmlige Bluse, nicht zu dünn, im Frühling und Herbst wunderbar zu tragen.



Vernäht habe ich das Schätzchen in meinem Standard-Blusenschnitt, dem Granville von Sewaholic. Das gibt es in meinem Schrank bisher einmal aus Chambray und einmal ohne Ärmel für den Sommer, beide Versionen werden gerne und häufig getragen. Ich liebe den abgerundeten Saum und die Teilungsnähte sowie die betonte Taille, das passt sehr gut zu meiner Figur. Ich fühle mich gut angezogen, aber nicht beengt. Und ein dickes Stück Kuchen passt auch ohne Probleme mit rein. 


Wie zuvor auch habe ich Größe 10 genäht und diese sowohl in den Ärmeln als auch im Körper um je 4cm verlängert. An den Armen ist das schon zuviel des Guten, hatte ich mir auch bei meiner letzten langärmligen Version notiert: "Nächstes Mal 2cm wieder rausnehmen". Dumm nur, dass ich nur bei der letzten Verion überhaupt geguckt habe, was meine Notizen waren, und diese Version keine Ärmel hatte. Also nochmal: Ärmel eigentlich kürzer! 
Übrigens: So toll ich den Stoff finde, nach dem Wäschen war ich ziemlich frustriert. Er hatte sich entweder durchs Waschen oder durchs Trocknen ziemlich verzogen. Wollte ich ein Teil am Fadenlauf orientiert auflegen, passten die Karos da hinten und vorne nicht, alles war schief. Eine ganz schöne Fummelei, alle Teile richtig zuzuschneiden. Ich habe einlagig gepuzzlet was das Zeug hält, irgendwann hat es dann geklappt. Am Wochenende habe ich gesehen, dass viele ihre Stoffe rundum versäubert hatten, vielleicht hilft das dagegen? Habt ihr eine Ahnung?


Ebenso habe ich denselben Fehler gemacht wie bei bisher jeder Bluse und am falschen Vorderteil das Stück abgeschnitten. Eine Seite wird mit angeschnittener Knopfleiste genäht, die andere bekommt eine eigene angenäht. Bei mir haben jetzt beide Seiten eine ganz eigene Knopfleiste, denn ich wollte die obere gerne mit schrägen Karos haben, und genau die hatte ich drangelassen, sodass es logischerweise gerade gewesen wär, also der Stoff selbst wäre nur umgeklappt worden. Alternativ hätte ich andersherum schließen müssen, also links auf rechts anstatt rechts auf links. Aber während den meisten Menschen gar nicht bewusst ist, dass Frauenblusen sich immer rechts auf links schließen lassen, fällt es definitiv auf, wenn man es einmal falsch macht, das Knöpfen ist dann nämlich ungewohnt kompliziert. Fragt nicht, woher ich das weiß ... 
Jedenfalls habe ich nochmal eine zweite Knopfleiste im Fadenlauf für das unten liegende Vorderteil zugeschnitten. Macht nur ein bisschen mehr Aufwand, meine Freude über die schrägen Karos bleibt aber erhalten.


Auf die innere Passe habe ich wie immer mein Label aufgenäht. Der Kragen und Kragensteg sowie die innere Passe sind artig im Fadenlauf zugeschnitten, die äußere Passe habe ich aber auch schräg geschnitten, für die Optik. 
Brusttaschen sind im Schnitt enthalten, die hätte ich aber störend gefunden, wenn sie nicht genau ins Muster gepasst hätten. Und hätte ich sie so drauf gebastelt, dass sie sich unsichtbar einfügen ... hätten sie keinen Sinn. Denn niemand benutzt Brusttaschen, die sind nur Zierde. Also habe ich sie hier weggelassen. Bei unifarbenen Stoffen dagegen finde ich sie super. 


Ich hatte ein wenig die Befürchtung, dass die Abnäher stören, weil sie das Muster unterbrechen. Zum Glück liegen die aber so seitlich, dass es von vorne gar nicht wirklich sichtbar wird. Was ihr hier auch erkennen könnt: Unter den Armen pillt der Stoff schon. Wie schade! Ich werde da mit meinem Fusselrasierer gegen angehen, so schlimm ist es nicht, aber trübt die Freude über diesen vermeintlich perfekten Fund doch ein wenig. 


Der Ärmelschlitz, ein doch recht fummeliger Schritt, ist mir diesmal deutlich besser gelungen. Das "Häuschen" am oberen Ende, auf dem Bild rechts, ist ziemlich gerade, auch die Nähte nicht so krumpelig. 
Die Manschette habe ich dann von außen wieder im schrägen Fadenlauf zugeschnitten. Ihr merkt, das macht mir viel Freude.


Ich liebe ja das Blusen (und Hemden) nähen sowieso. All diese ordentlich versteckten Nähte, an den Maschetten, am Kragen, an der Passe, herrlich. Am besten natürlich das Sandwich, wenn man die Schulternähte an beiden Passen schließt und dazu Vorder- und Rückenteil so lustig dazwischen einrollt. Keine Ahnung warum, aber ich freue mich wie ein Kind wenn ich das dann auseinanderfummel und quasi eine Weste habe. 



Übrigens habe ich, wie immer, nicht direkt passende Knöpfe bestellt, obwohl ich ja schon wusste, was aus dem Stoff werden soll. Ich kann online irgendwie keine Knöpfe kaufen, ich weiß gar nicht, wieso. Irgendwie fehlt das anfassen können, die Größe kann ich nicht einschätzen, die genaue Farbe. Wobei schwarz ja doch relativ schwarz ist, bei Knöpfen. Vielleicht muss ich da mal mutiger werden, so hing die Bluse nämlich einige Tage ohne Knopflöcher und Knöpfe, bis ich es mal in die Stadt geschafft habe.  
Wenn ich mal ganz motiviert bin, trenne ich auch alle Knöpfe wieder heraus und versetze sie ein Stück, aktuell schaut nämlich die untere Knopfleiste ein wenig hervor, was mich ein klitzekleines bisschen stört.


Ich und meine Bluse, wir machen uns nun auf den Weg zum Me Made Mittwoch. Der findet ja jetzt nur noch monatlich statt, was ich sehr schade finde. Umso mehr bemühe ich mich dann, zum entsprechenden Datum etwas schönes vorzuzeigen. Für die Bilder heute habe ich mich ins Unterholz vor ein Parkdeck gestellt und mir alle Mühe gegeben, die seltsamen Blicke der vorbeigehenden Leute zu ignorieren. Die Szene war bestimmt nett anzusehen: Stativ, Kamera, Frau vor Wand, Jacke am Baum aufgehängt. Was man nicht alles tut für ein paar schicke Fotos :) 

Liebe Grüße
Julia

14. September 2016

Granville ohne Ärmel

Hallo ihr Lieben!

Letzte Woche war ich irgendwie zu faul, einen Beitrag passend zum Me Made Mittwoch zu tippen. Dabei waren die Bilder schon lange im Kasten! Diese Woche habe ich ein bisschen mehr Zeit und nutze die Chance, euch meine zweite Version von Granville von Sewaholic zu zeigen. Im Gegensatz zur ersten sieht diese hier ganz anders aus, denn: Es ist eine Bluse ohne Ärmel!


Ich habe wieder Größe 10 genäht, die Ärmel einfach nicht ausgeschnitten und das Armloch um seine Nahtzugabe gebracht. Dieses habe ich dann mit Schrägband, aus dem Stoff selbst gemacht, versäubert. Ich mag den sportlichen Look, der dadurch entsteht.


Der Körper ist wieder um 4cm verlängert. Das irritiert mich immer noch, wenn ich diese oder die andere Bluse anziehe und in den Spiegel schaue, denke ich kurz, sie wären zu lang. Einfach, weil ich durch die Klamottenindustrie vorgegeben schon ein ganz anderes Bild im Kopf habe. Eigentlich finde ich die Länge so wie sie ist nämlich perfekt und zu mir passend. Ich könnte sie sogar knoten, die Bluse, wenn ich den kleinen Bubbel der sich über den Hosenbund schummelt wegbekommen würde. 

In der Rückansicht wird klar, dass ich den Armausschnitt beim nächsten Mal noch etwas mehr nach innen legen muss. Das ist aber an sich ja kein Akt, merke ich mir (hoffentlich). Aber seht ihr, zu lang ist die Bluse doch nicht, oder?


Der hübsche grüne Stoff ist von AfS und ganz glatt, fies zu bügeln und flutschig unter der Nähmaschine. Aber das heißt halt auch, dass es nicht nach einer halben Stunde schon Knitterfalten gibt und man das Teil vom Wäscheständer direkt wieder anziehen kann, ohne bügeln. 


Die Taschen haben in diesem Fall mal keine Klappen bekommen. Ich fand das irgendwie besser. Das habe ich natürlich entschieden, nachdem ich die Klappen genäht hatte, ist klar, oder? Jetzt liegen die hier immer noch rum, kann ich ja mal im Sinne von Stoffmix oder so gebrauchen ...


Der Kragen hätte mit Hilfe von Vlieseline noch ein bisschen mehr Stand vertragen können, aber es lässt sich auch so zum Glück tragen. Das ganze Teil ist übrigens mit französischen Nähten genäht, also auch von innen irre schön. Sowas mag ich ja.


Ich finde, für heiße Tage ist so eine ärmellose Bluse eine tolle Alternative zu den üblichen Tops. Man sieht angezogener aus, hat es trotzdem schön luftig, aber auch nicht schlabberig ohne Figur. Ich denke im nächsten Sommer könnten durchaus noch welche dazukommen!


Im Urlaub war die Bluse auch mit, hat mich dort gut gekleidet bei einem Ausflug nach Ibiza Stadt. Dort war es windig, wie ihr sehen könnt, aber auch super schön. Ich denke so gerne daran zurück, nicht nur wegen der Bluse.

Und weil diese Bluse auch noch einen K wie Kragen besitzt, schicke ich sie zur 12 letters of handmade fashion Aktion, die diesen Monat alles selbstgemachte mit K drin sammelt. Machts gut, ihr Lieben, bis Freitag zum nächsten Treffen des Pyjama Sew Alongs!






18. Mai 2016

Granville als Fake Jeanshemd

Hallo ihr Lieben,

ein neuer Mittwoch, ein neues Kleidungsstück. Ob ich das Tempo so halten kann ist fraglich, aber heute tauche ich mit etwas für mich schon besonderem auf: Einer Bluse. 


Yay! Ich bin sehr begeistert darüber, wie dieses Hemd an mir sitzt, das muss ich vorneweg schonmal betonen, falls ich es vergessen sollte. Hab ich, jetzt fange ich ganz vorne an.
Blusentechnisch bin ich eher mau ausgestattet: Da wäre ein uraltes Ding aus Flanell, Modell Holzfällerfrau. Sehr geliebt, viel getragen. Dann war es das auch schon, zumindest was klassische Blusen mit Kragen und Manschetten betrifft. Kein Zustand, finde ich, denn obwohl ich keine Büroklamotte brauche und generell nicht gerne "schick" rumlaufe, kann so eine Bluse mit dem richtigen Stoff genau auf dem Punkt zwischen schick und sportlich liegen, den ich so mag. Wie diese Version!

Der Schnitt ist Granville von Sewaholic, im Prinzip ein klassischer Blusenschnitt. Man hat die Wahl zwischen keiner, einer oder zwei Brusttaschen, könnte optional auch noch die Klappen davon weglassen. Außerdem gibt es auf der Website eine Anleitung zu einer Version ohne Arme - die wird es bei mir für den Sommer auch noch geben!
Ich habe den Schnitt in Größe 10 abgepaust und genäht, das ist auch auf jeden Fall die richtige Größe. Allerdings habe ich alle relevanten Teile um 4cm verlängert, sprich Vorderteile, Rücken- und Seitenteile sowie Ärmel. Überall dort waren die entsprechenden Linien vorhanden. Beim Nähen dann ein Grummeln und Fummeln, denn in dem Schnitteil für die Knopfleiste gibt es natürlich keine Verlängerungs-/Kürzungslinie und die war nun zu kurz. Klar, es kann erwartet werden das der nähende Mensch mitdenkt, aber bei so vielen Teilen ... ich habe  mich jedenfalls geärgert, allein schon weil ich die Knopfleiste eh schon falsch angenäht hatte und nun doppelt rumbasteln musste. Nun sitzt sie, aber nicht zu genau hinschauen im unteren Bereich ;). Mein Problem beim Annähen kommt übrigens daher, dass ich mir niiiie merken kann, ob "linkes Vorderteil" jetzt aus meiner Perspektive oder der einer mir gegenüberstehenden Person ist. Grauenhaft. 

Die Ärmel hätte ich vielleicht nicht so stark verlängern müssen, aber es staucht sich nur ein bisschen und darf das, finde ich. Ansonsten finde ich die 4cm wirklich perfekt, alles ist bedeckt, aber eine Tunika habe ich mir trotzdem nicht erschaffen. Manschetten mag ich ja irgendwie gerne nähen, auhc die fummeligen Schlitzdinger. Hier hat es auch fast ohne Probleme hingehauen - mein eigener Fehler ist, dass ich die Knopflöcher zu weit vom Rand entfernt gesetzt habe und die Manschetten nun ein bisschen offen stehen. Sonst aber gut gelungen, lässt sich auch schön aufkrempeln. 

Ich habe übrigens zwei Taschen genommen, eine hätte ich seltsam unvollständig gefunden und keine bei dem schlichten, einfarbigen Stoff zu langweilig. Es handelt sich übrigens dabei um Chambray, der schon recht jeansig aussieht. Richtigen Jeans in der passenden Qualität habe ich leider noch nicht gefunden, aber das kommt noch, irgendwann. Bis dahin tingel ich fröhlich in dieser Version herum.

Die Konstruktion der hinteren Passe fand ich ja ziemlich faszinierend, plötzlich sitzt man da mit einem Stoffwrap und näht Dinge aufeinander und dann zieht man hier und dort und hat eine saubere Passe. An solchen Stellen hört mein räumliches (?) Vorstellungsvermögen auf nachvollziehen zu können und ich tu einfach nur, was die Anleitung mir sagt, bibbernd und hoffen, dass beim Wenden alles so ist wie es sein soll. War es. Puh! Ein bisschen geflucht habe ich noch beim Bügeln des Saumes. Durch die netten Rundungen ist es irgendwie echt schwer, ordentlich zweimal umzubügeln. Habt ihr da Tipps für mich?

Aus irgendeinem Grund, vermutlich Nahtzugabenschluderei, passten die Manschetten nicht ganz um den unteren Ärmelbund. Ich habe also an der sowieso vorhandenen Naht eine kleine Falte gelegt, das fällt nicht weiter auf und ist deutlich entspannter als Auftrennen und Fehler suchen. Ich nenne es mal Design-Feature. 

Ich habe mir selbst bei dieser Bluse eine kleine Herausforderung gestellt und, soweit es ging (also bis auf die Ärmel, da endete das erwähnte Vorstellungsvermögen) französische Nähte genäht. Von innen ist die Bluse nun also auch schick, franst vor allem nicht. Meine Maschine ist im Zick-Zack-Modus immer ein bisschen rabiat, genauer ansehen mag ich mir die "versäuberten" Nähte jedenfalls meistens nicht. Und ob ich nun einmal bügel und dann die Naht ein zweites Mal nähe oder schäbig versäubere ... das werde ich jedenfalls demnächst öfter mal ausprobieren, vor allem bei feineren Stoff, die kriegen nämlich immer einen unfreiwilligen Rollrand an der Nahtzugabe. 
Das Einsetzen der Ärmel hat erstaunlich gut geklappt und auch der Kragen lief reibungslos, allerdings glaube ich nicht, dass es richtig ist, die Zipfel vorne passen nämlich nicht ganz aufeinander und ein bisschen schief hängt er auch an mir dran. Ich muss also definitiv eine zweite nähen um mich zu verbessern!

Die Form mag ich an mir jedenfalls sehr gerne. Oh, die Knöpfe! Die sind aus einem Geschäft hier vor Ort, ich bestelle ja notorisch keine mit wenn ich Stoff bestelle und sitze dann tagelang mit einem Kleidungsstück da, das nur noch auf Knopflöcher und Knöpfe wartet. Mal sehen, wann ich daraus lerne. 
3-4 mal hat die Bluse es schon aus dem Schrank an mich dran geschafft seit sie fertig ist, das spricht für ein echtes Lieblingsteil. Wer am heutigen Me Made Mittwoch noch so etwas für sich erschaffen hat, das schaue ich mir jetzt mal an. 





30. März 2016

Crescent Skirt

Hallo ihr Lieben,

rocktechnisch sah es bei mir schon lange ziemlich mau aus. In einem kleinen Wahn habe ich dann letztens rigoros aussortiert, und zack hing bei den weiteren Röcken nur noch einer, meine Clemence. Traurig baumelte sie, sehnte sich nach Gefährten und ein wenig Ruhe, denn so musste sie oft von mir getragen werden.
Ich habe ihre Bitte erhört und meinen Bestand verdoppelt!


Die Gewitzten Leser unter euch merken sofort: Ey, den Stoff hab ich hier schonmal gesehen? Ja, richtig, es handelt sich um den Rest von meiner ersten Ginger. Da war genug für einen Rock übrig, befand ich, suchte nach einem passenden Schnittmuster und wurde fündig. Das Goldengelchen hat letztens noch eine tolle Jeans-Version gezeigt, da wollte ich doch gleich noch mehr. Ich mein, diese Taschen! Toll!

Allerdings wollte ich lieber Version B nähen, mit dem etwas weiteren Rockteil, das habe ich mir bei meinem mitteldicken Stoff nett vorgestellt. Selbst Schuld, so war Verlängern nämlich nicht mehr drin. Allerdings finde ich die Länge trotzdem noch in Ordnung, fünf cm mehr täten jetzt nicht weh, aber es ist tragbar ohne seltsam auszusehen. Finde ich. Das ist ja zum Glück die wichtigste Meinung hier.
Saumtechnisch habe ich es dann aber ganz einfach gehalten, nur versäubert, schmal umgebügelt und festgesteppt. Jeder Zentimeter wollte gerettet werden. 


Hach, diese Taschen. Sehr verliebt bin ich darin. 
Ginger verlangte ja dehnbaren Stoff, Crescent nicht. Ich dachte mir, was solls, es ist nur ein Reststück, wenns nichts wird ist das auch nicht schlimm, habe den Bund in allen Teilen verstärkt und auf das Beste gehofft. Zweimal habe ich ihn schon getragen und bisher kein Problem gehabt.  


Ich bin ziemlich zufrieden mit meinem kleinen Reste-Experiment. Die Rockform mag ich sehr, der mal andere Bund macht ziemlich was her und war gar nicht schwer zu nähen. Ich habe den Sewalong von Sewaholic genutzt und bin damit ziemlich gut zurecht gekommen.

Auf den Bildern trage ich zum Rock ein weites Oberteil (das gleiche wie zur Jeans, huch), eng und in den Rock gesteckt geht natürlich auch wunderbar. Ich werde den Rock definitiv auch im Sommer ohne Strumpfhose und mit Top oder Shirt tragen, da freue ich mich auch schon sehr drauf. Und dann Richtung Winter muss er wohl ins Kistchen, da ist das Muster irgendwie nicht geeignet für. Das bedeutet, dass ich mindestens noch einen davon nähen muss. Und bei der Schnittführung schreit es ja quasi nach Streifen, ich halte mal Ausschau nach dem passenden Stoff ... vielleicht läuft mir ja beim Me Made Mittwoch etwas über den Weg?





23. Dezember 2015

Thurlow Trousers - Shorts

Hallo ihr Lieben,

zum letzten Mal in diesem Jahr gibt es heute die Möglichkeit, auf dem MMM-Blog selbstgemachte Kleidung zu zeigen. Da passt es ja gut, dass ich gerade gestern die letzte Naht an meinen Thurlow Shorts geschlossen habe. Ich zeige euch mal das erste Bild, dass der Herzmann geschossen hat.


Ähm. Es geht um die Hose. Nicht das Shirt, dass ich schon seit fünf Jahren besitze. Dösel du. 
Leider ist der Rest der Bilder draußen dann ein bisschen unscharf und farblich verschossen. Verzeiht es mir und achtet einfach nur auf den Sitz der Shorts. ;)




Jetzt aber mal Tacheles! Es handelt sich hier um meine Version der Thurlow Trousers and Shorts von Sewaholic Patterns, das erste Mal dass ich einen Schnitt von dort nähe. Enthalten ist eine kurze Version und eine lange, die ich wohl dank 80er Schlag niemals nähen werde. Obwohl, Beine verschmälern ist nun auch nicht das allerschwerste. 
Jedenfalls hatte ich das große Dilemma, dass ich keinen Stoff im Haus hatte zu dem ein Schnittmuster passte. Alles nur Reste, da kann man nunmal nicht viel draus machen. Bei diesem Stoff hier handelt es sich um den Rest einer Jacke, die ich nie getragen habe - traurig, aber ich habe daraus gelernt. Jedenfalls, der Stoff, ich hatte schon länger vor, daraus eine Shorts zu nähen, für den Herbstwinter, den wir haben, mit Strumpfhose zu tragen und locker am Bein.




Mit viel Puzzelei hat tatsächlich alles gepasst, ich konnte sogar den Fadenlauf der Schnittteile beachten. Das Nähen selbst ist schon komplizierter als mal eben ein Shirt, aber ehrlich gesagt nähe ich lieber sowas mit tausend Schritten. Macht einfach Spaß! Zusätzlich zur Anleitung, die trotz ihrer Knappheit gut verständlich ist, habe ich den Sewalong bei Lladybird genutzt (coole Socke, die Gute). So habe ich auch nicht wirklich was falsch gemacht und konnte mir lästiges Auftrennen ersparen. Einzig die hintere Mittelnaht, die zuletzt geschlossen wird, musste ich einige Male heften bis die Hose halbwegs bequem saß. So sitzt sie im Stehen super, im Sitzen ist es im Schritt gerade passend, da muss ich bei der nächsten Version ein bisschen was rauslassen. Allerdings ist dieser Stoff auch echt dick, der ist von innen quasi auch schön, so mit Futter direkt dran. Sitzt bestimmt anders mit dünneren Stoffen. 

Die miese Falte oben auf dem Bild ist übrigens die Nahtzugabe, da muss ich nochmal mit dem Bügeleisen ran. Der Stoff ist aber auch echt fies, lässt sich kaum Bügeln, und hat man es dann geschafft, gehts nie wieder raus.

Jetzt der Grund, warum ich vielleicht gegenüber Bekannten den Zwang habe, meine Hose aufzumachen.



"Guckt mal, habe ich nicht ein schönes Futter in meiner Hose?".
Bin ja ein bisschen verliebt, muss ich zugeben. Das Hakendings zum Schließen ist übrigens super antik, kommt aus der Knopfkiste meiner Oma. Ein paar sind da noch drin, ich kann also noch mehr Shorts nähen. Das werde ich auch, brauche da einige. Und die Winterversion gefällt mir auch sehr, so mit Strumpfhose. 



Innen viel Kuddelmuddel. Ja, ich habe alles versäubert. Der Stoff franst trotzdem dazwischen total herum. Aber immerhin sieht der Bund gut aus! Die Länge der Shorts ist recht variabel, ich habe mich dafür entschieden zuerst rundherum zu versäubern, dann habe ich ca 0,5cm umgebügelt und festgesteppt, und weil ich einen lässigen Klappsaum unten wollte, so ein Zickzack gefaltet. Keine Ahnung wie ich das erklären soll... die knapp umgenähte Kante liegt quasi unten am Saum. Dort nochmal abgesteppt, und dann den Saum an den Seitennähten fixiert, damit nix umklappt. 




Sowohl das Nähen der vorderen als auch der hinteren Taschen war ein bisschen anders, als ich es kannte, aber mega cool! Man näht ein Stück Oberstoff ein, sodass kein schäbiges Futter rausblitzt. Ich hab das nicht sofort gerafft und die falsche Seite vom Stoff draufgenäht, finde es so aber besser, weil die rechte Seite so kratzig ist und meine Hände auf der linken Seite besser in die Taschen flutschen.
Sind es nicht die weltschönsten Paspeltaschen? Ich bin sehr begeistert. Der Herzmann guckte ganz irritiert, als er mir über die Schulter blickte. Da war ich gerade dabei den Schlitz in den Stoff zu schneiden. Ist ja ein bisschen wie Magie, wenn man da erst diese ganzen Streifen hat und den schäbigen Schnitt, einmal alles durchzieht und tada, Taschen!



Gürtelschlaufen gibt es, brauche ich aber gar nicht, denn der Bund sitzt wirklich perfekt! 
Ein bisschen am Sitz muss ich noch herumprobieren, ganz oben an den Oberschenkeln brauche ich glaube ich noch etwas mehr Platz. Aber diese Hose ist definitiv tragbar, ich möchte sie gerne an einem der Weihnachtstage anziehen, mit Bluse macht der leicht glänzende Stoff nämlich sofort auf schick. 




Die Verschlusslösung finde ich ja nicht sooo klasse, es ist nunmal sichtbar. In diesem Fall nicht schlimm, ich trage eh ein Shirt drüber, aber ich probiere es wohl mal mit einem Knopf.



Das wars von meiner Seite, ist auch lang genug geworden. Ich wünsche euch allen wunderbare Weihnachtsfeiertage, hoffe, ihr müsst nicht arbeiten und könnt bei euren Lieben sein und euch ein bisschen erholen von diesem Jahr, bevor es frisch und fröhlich ins neue Jahr geht. Wir lesen uns!