Drei Jahre ist es jetzt her, dass ich meine dritte Decke begonnen habe. Nach der ersten, Patchwork und gestrickt, und der zweiten aus vielen kleinen Granny Squares waren immer noch Reste der von meiner Großmutter geerbten Wolle übrig. Kurzerhand begonn ich eine neue, ganz simple Decke: Ein einfaches Grannysquare aus Gruppen von drei Doppelstäbchen, immer rundherum.
Dabei habe ich in jeder Runde eine neue Farbe genommen, die Reihenfolge war: Gelb-Rot-Rosa/Pink-Blau-Grün-Neutral. Allerdings sind diese Kategorien recht lässig von mir behandelt worden, tauchte mal ein lilafarbener Rest auf wurde dieser in der Sparte Rosa/Pink verarbeitet. Neutral war für mich alles im Bereich Braun, Beige, Weiß, Grau.
Zu Anfang kam ich echt gut voran, es hat Spaß gemacht. Aber irgendwann wurde das ganze immer weniger mobil und die Runden logischerweise länger. Zum Schluss habe ich zwei Abende für eine Runde gebraucht, das verringerte die Zeit, die ich mit der Decke verbringen wollte. Aber sie ist doch noch fertig geworden, nach unzähligen Stunden der Arbeit. In jeder Runde stecken Erinnerungen, denn neben den Restgarnen meiner Großmutter habe ich auch meine eigenen Reste verarbeitet. Natürlich musste ich auch immer mal wieder Garn dazukaufen, denn gewisse Farben verwende ich für mich selbst gar nicht oder waren irgendwann einfach alle. Dann habe ich immer Baumwollgarn gekauft, so ist die Decke für Motten auch nicht so appetitlich.
Wenn ihr euch nun fragt, welche Garnstärke ich genommen habe und woher so viele Reste in einer Stärke kommen: Auch damit bin ich sehr gelassen umgegangen. Ich habe mit einer 3mm Häkelnadel eigentlich alles verarbeitet, was sich damit noch ordentlich handhaben ließ. Von Lacegarn bis Garn für 4mm Stricknadeln war da eine Menge dabei, aber alles harmoniert gut miteinander und gibt der Decke eine tolle Struktur. Ebenso das Gemisch aus verschiedenen Qualitäten, Poly von den Anfängen meiner Strickzeit, Wolle, Wollmischungen, Baumwolle. Nicht nur in den Farben ist meine Decke kunterbunt!
Mein Ziel war von Anfang an, eine Tagesdecke für unser Bett herzustellen. Bei Maßen von 1,40x2,00 Metern musste ich also ein Quadrat von mindestens 2x2 Meter erreichen. Da aber die Tagesdecke über Oberbett und Kopfkissen liegt, musste es sogar mehr werden. Meine Wohnung ist zu klein um die Decke auszubreiten und auszumessen, aber ich schätze sie liegt irgendwo zwischen 2,10-2,20 Metern. Das ist eine ganz schöne Menge! Aber so kann ich sie ewig verwenden, auch, wenn wir irgendwann mal genug Platz für ein breiteres Bett haben.
Seit März ist die Decke schon fertig, aber ich wusste einfach nicht, wie ich sie für euch fotografieren kann damit es schön aussieht. Unser Schlafzimmer ist recht dunkel und keinesfalls aus dem Katalog stammend, auf dem Bett fand ich einfach ungünstig. Gestern Abend war dann endlich eine Gelegenheit, eine gemütliche Radtour durch die ländliche Umgebung sollte doch wohl einen passenden Zaun, Baum oder Brücke bieten. Und so war es, mit Sonnenuntergang im Hintergrund. Den hat meine Kamera nicht wirklich eingefangen, aber es geht ja auch um die Decke.
Es ist ein bisschen komisch, kein Langzeitprojekt mehr zu haben. Ich müsste vermutlich ein paar Jahre Reste sammeln, um genug für eine Decke zu haben, aber meistens verarbeite ich diese ja direkt in Babyprojekte und damit hat es sich dann auch schon. Andersherum bin ich mit drei Decken auch mehr als gut ausgestattet und habe erstmal keinen weiteren Bedarf.
Mehr Bilder und die ersten Garne, die ich eingearbeitet habe, findet ihr auf Ravelry. Später hatte ich auf diese Dokumentation keine Lust mehr, das müsst ihr leider hinnehmen.
Habt ein schönes Wochenende!
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