neben meinem Boxy Pullover habe ich im Urlaub auf Teneriffa noch einiges mehr fotografieren lassen, aber bisher passte das Wetter einfach nicht, um die Sachen zu zeigen. Aber da ich ja wusste, dass der Sommer schon noch kommen wird (auch wenn zwischendurch Zweifel aufkamen - ja, ich meine dich, Mai!) habe ich geduldig gewartet. Ich hätte auch immer noch zwei, drei Sachen, die eher zur kühleren Jahreszeit passen. Aber die warten dann einfach bis zum Herbst.
Fokus!
Für den Urlaub wollte ich mir unbedingt noch ein, zwei Sommerkleider nähen (zwei sind es geworden) weil ich mich so, so sehr darauf gefreut hatte. Nach acht Jahren der erste Sommerurlaub mit dem Freund, das wollte zelebriert werden. Und wie sonst zelebriert eine Handmaid als mit neuer, selbst gemachter Kleidung? Eben.
Und wenn schon feiern, dann auch richtig. Neue Schnitte kaufe ich mittlerweile nur noch selten, weil ich eine ganz gute Grundbasis habe und lieber mal ein bisschen mit einem vorhandenen Schnitt experimentiere, als einen neuen zu kaufen. Manchmal überzeugen mich aber Schnitte auch sofort, landen auf meiner Liste und warten dort auf ihre Gelegenheit. Dies war nun mit mittlerweile vier Schnitten passiert, sodass sich das Online Plotten auch lohnte und ich das Kleben und Ausschneiden vermeiden konnte. Ein paar Tage später waren die A0 Bögen bei mir und ich habe fleißig abgepaust. In diesem Fall das Hinterland Dress von Sew Liberated, bei dem mich die Bilder sofort umgehauen haben. Genau mein Stil, locker, lässig, trotzdem schön. Gekauft!
Ich habe mir eine Größe 12 zugeschnitten, da muss man es bei dem weiten Schnitt aber nicht ganz so genau nehmen. Vermutlich sind Schultern und/oder Oberweite die Knackpunkte auf die man achten und sicherheitshalber nochmal am Schnitt messen sollte, wenn man sich unsicher ist. Ich bin mit der Größe jedenfalls sehr zufrieden, weiter hätte es aber nicht sein müssen.
Der Schnitt kommt mit mehreren Varianten daher: Keine Knopfleiste, Knopfleiste nur im Oberteil oder durchgehend. Keine Ärmel, kurze oder 3/4. Bindeband in der Taille oder nicht. Wie ihr seht, habe ich mich für kurze Ärmel, Knopfleiste nur im Vorderteil und kein Bindeband entschieden. Ein Sommerkleid eben, schön luftig und nicht einengend, ein bisschen Knopfleiste für die Optik. Hatte ich erwähnt, dass das Kleid Taschen hat? Großer Pluspunkt! Den Rock habe ich auch ein bisschen verlängert, um 3 cm insgesamt. Letzlich habe ich aber 7 cm wieder abgesäbelt, also eigentlich um 4 cm gekürzt. Das ist selten bei mir!
Die Anleitung zum Schnitt fand ich sehr gut gemacht und verständlich. Lediglich ein einem Punkt hat es bei mir gehakt und tut es immer noch. Für den Halsausschnitt wird ein Streifen aus dem Stoff zugeschnitten, der wie ein kleiner Schrägband-Beleg angenäht und nach innen geklappt wird. Irgendwie fehlte mir da ein Schritt, hätte ich der Anleitung gefolgt, hätte ich locker doppelt so breit absteppen müssen wie aktuell. Das sieht aber weder schön aus, noch ist es bei den Beispielen auf der Website so. Ich habe den Streifen also ordentlich verschmälert und gehe mal davon aus, dass es auch irgendwie so gemeint war und ich es nicht richtig verstanden habe.
Die meisten Schnitteile werden hier übrigens vor dem Zusammennähen versäubert. Das geht mit meiner Nähmaschine immer so semi gut, die hat ne ganz gute Fadenspannung und danach ist die Nahtzugabe auf jeden Fall etwas schmaler als vorher, weil alles sich ein bisschen zusammenzieht.
Das traumschöne Stöffchen ist übrigens Double Gauze von Atelier Brunette, bezogen über Junidesign. Dort ist sie aktuell ausverkauft, aber sicherlich findet ihr sie auch noch in anderen Shops die Stoffe dieser Marke verkaufen. Ich habe mich sofort in den Farbton verliebt, der hier sehr schwer wiederzugeben ist. Eigentlich wie Rotwein, mit hübschen goldenen, unregelmäßigen (!) Punkten. Statt der geforderten 3,2 Meter habe ich übrigens nur 2 Meter bestellt - und bin bequem hingekommen. Sowas macht mich ja immer ein bisschen wütend, denn gerade wenn der Stoff etwas teurer und besonders ist, will man weder große Mengen übrig haben, noch unbedingt etwas weiteres daraus nähen. Und ich musste beim Zuschnitt noch ein bisschen puzzlen, etwa 2-3 cm von der Stoffkante entfernt sind nämlich keine Punkte, sondern das Schleifenlogo von Atelier Brunette im Goldfaden aufgestickt, und die Schleifen wollte ich auf meinem Kleid nun wirklich nicht haben.
Noch ein kleiner Nachhaltigkeitstipp: Für das Annähen der Knöpfe habe ich die Fäden verwendet, mit denen ich zuvor die Rockteile gerafft hatte. Yay!
Das Kleid erfüllt jedenfalls absolut seinen Zweck. Der Stoff ist schön luftig und trotzdem ist man gut angezogen, in den Taschen lässt sich das wichtigste verstauen und Variationsmöglichkeiten bietet der Schnitt auch. Sicherlich werde ich den nochmal nähen. Ich kann mir diesen Schnitt auch toll aus Leinen vorstellen ...
Mit dem Blick in diesen traumhaften Sonnenuntergang und großem Fernweh verabschiede ich mich für heute und hoffe, dass niemand meinen Sonnenbrand an diversen Stellen bemerkt hat. Gemein, wenn es beim Wandern auf fast 2000 Metern plötzlich viel sonniger und wärmer ist, als gedacht. Ton in Ton mit dem Kleid, oder so ...
Mehr schöne Kleidung von Frauen gibt es wie immer am ersten Mittwoch heute beim Me Made Mittwoch!
Mit dem Blick in diesen traumhaften Sonnenuntergang und großem Fernweh verabschiede ich mich für heute und hoffe, dass niemand meinen Sonnenbrand an diversen Stellen bemerkt hat. Gemein, wenn es beim Wandern auf fast 2000 Metern plötzlich viel sonniger und wärmer ist, als gedacht. Ton in Ton mit dem Kleid, oder so ...
Mehr schöne Kleidung von Frauen gibt es wie immer am ersten Mittwoch heute beim Me Made Mittwoch!
Happy sewing,
Julia
♥





