ich warne euch direkt zu Beginn des Beitrags vor: Er enthält nämlich Werbung und könnte euch damit beeinflussen. Den Schnitt habe ich im Rahmen des Probenähens kostenfrei bekommen, was mich aber in keinster Weise beeinflusst.
Der Mittsommer ist groß geworden! Hä? Ist das jetzt auch eine Auswirkung des Klimawandels? Ne, Quatsch, mir ist nur die Sonne ein bisschen zu Kopf gestiegen, dabei kommen dann so pseudo witzige Dinge heraus.
Den Schnitt Mein Mittsommer von Lotte&Ludwig habe ich schon mehrfach genäht. Zwei Blusen trage ich gerade im Sommer rauf und runter, zwei sind dafür schon aussortiert weil sie nicht so gut sitzen/mir nicht mehr gefallen haben und auch von einem Kleid habe ich mich verabschiedet. Aber trotzdem habe ich den Schnitt schon fünf Mal genäht, spricht also für ihn. (Und zusätzlich mindestens drei Mal für die Mama!) Dementsprechend habe ich fröhlich auf und ab gehüpft als Svenja im Rahmen der Größenerweiterung ein Probenähen veranstaltete und dafür auch für die bisherigen Größen nach NäherInnen suchte.
Weil das Ganze aber ziemlich spontan passierte und zusätzlich noch um meinen Geburtstag und die dazugehörigen Feierlichkeiten stattfand, hatte ich keine Zeit um Stoff zu kaufen oder das Ganze groß zu planen. Für eine erste Version habe ich also zwei verschiedene schwarze Jersey Reste aus dem Regal gezogen und beschlossen, mal was neues zu wagen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, und das stimmt in diesem Fall zu einhundert Prozent.
Es ist nämlich so, dass ich bisher noch nie etwas mit Schösschen getragen oder genäht habe. Also weder gekaufte Kleidung, noch genähte. Ich war immer der Meinung, dass mir das nicht stehen würde, meine Hüften noch breiter aussehen lässt und auch irgendwie zu niedlich verspielt ist. Aber dank der vielen tollen Probenäherinnen konnte ich schon einige Beispiel von den Blusen mit Schösschen an verschiedenen Frauen sehen und war mir meiner Meinung nicht mehr so sicher. Unsicher genug, um mich daran zu wagen.
Ein kurzer Blick auf die Maßtabelle hat für mich entschieden, dass ich die 40 nähen werde. Diese hatte ich in bisherigen Modellen auch immer, und obwohl meine Maße eher im unteren Bereich der 42 ansässig sind (BU 96, HU 106) wusste ich dank der bisher genähten Blusen, dass sie locker ausfällt und deshalb bequem passen wird. Noch dazu hatte ich mich ja für Jersey entschieden, da darf es für meinen Geschmack auch mal etwas enger sein. Also, nicht generell. Aber wenn ein Modell für Webware und Maschenware gedacht ist lohnen sich kurze Gedanken über eventuell unterschiedliche Größenauswahl je nach Material. Lange Rede kurzer Sinn: Größe 40 ohne Änderungen, weil ich wie schon erklärt von Schösschen keine Ahnung habe.
Ich konnte die oberen Teile, die Tasche und die Armbündchen aus dem einen Rest zuschneiden, das Schösschen und das Bündchen für den Halsausschnitt dann aus dem anderen Rest. Dabei musste ich beim hinteren Schösschen ein bisschen schummeln, der Fadenlauf ist jetzt nicht wie im Schnitt vorgesehen und ich bin selbst Schuld, sollte sich da etwas verziehen.
Mit dem Halsbündchen musste ich ein bisschen kämpfen. Da schneide ich eigentlich nie nach Schnittteil zu, weil ja doch jedes Bündchen und jeder Jersey andere Dehnbarkeit mitbringen. Ich nähe dann nach Gefühl an, damit komme ich meistens besser zurecht. Nur hier irgendwie nicht, beim ersten Mal hatte ich einen Stehkragen produziert und durfte dann mühevoll drei Zickzack-Nähte auftrennen. Erst im dritten Anlauf klappte es zufriedenstellend. Dafür liefen die Armbündchen sofort, auch das Umschlagen und nur oben und unten mit ein paar Stichen fixieren hält besser, als gedacht.
Ich habe die erste Anprobe direkt gemacht als die Oberteile mit dem Schösschen verbunden waren und war nicht ganz so angetan, aber auch nicht abgeschreckt. Definitiv interessiert wie es in vernünftiger Kombination und fertig aussieht (Schlafanzughose ist meistens nicht so der beste Partner).
Als sie dann fertig war - und Achtung, obwohl es nur ein Jersey-Shirt ist vergeht doch ein bisschen Zeit mit den Säumen, der Tasche, den Abnähern - habe ich sie nochmal angezogen, war weniger abgeneigt, aber auch noch nicht voll überzeugt. Ich konnte nur nicht einordnen, ob es an der für mich ungewohnten Optik lag oder wirklich an der Kombination von mir und Schösschen. Da hilft nur die Konfrontation mit der freien Wildbahn. Die Mama fand es süß, aber das Schösschen ein bisschen zu hoch und breit. Das kann ich halbwegs unterschreiben, die Breite bzw. Länge gefällt mir, aber bei einer weiteren Version würde ich das Oberteil etwas verlängern und das Schösschen weiter unten ansetzen. 5-10cm etwa.
Eine Kollegin und Freundin kommentierte ungefragt, ob ich das denn selbst genäht hätte, wäre ja mal was neues, sähe gut aus. Hui! Und dann habe ich eins der Bilder auf Instagram geteilt und wurde überrannt von positiven Kommentaren, die mich richtig glücklich gemacht haben. Also scheint mir die Bluse wohl zu stehen! Ha!
Ich freue mich jedenfalls auf dem Sommer mit diesem Teil, ist es doch so schön luftig und schwingt leicht herum. Kann ich mir auch super aus Viskose oder so etwas vorstellen.
Neben einer Bluse mit Schösschen gibt es noch eine schlichte Bluse so wie ein Kleid, alles auch in Umstandsversionen. Es gibt Varianten für Knopfleisten vorne und hinten, sodass es viele Möglichkeiten zum Spielen mit diesem Schnitt gibt, die glücklich machen können. Den Schnitt gibt es in den Größen 34-52 (BU 82-128cm) und viele Impressionen in der Facebookgruppe oder auf Instagram unter dem #meinmittsommer.
Zwei Fragen zum Schluss noch:
Seid ihr auch der Meinung, dass mir ein Schösschen steht? :D
Seid ihr auch der Meinung, dass mir ein Schösschen steht? :D
Und: Habt ihr nach Probenähaktionen auch immer so einen Tunnelblick? Durch die vielen Varianten beim Probenähen will ich jetzt aus jedem Stoff irgendeine Version des Mittsommers nähen ... wäre nur ein bisschen einseitig!
Happy sewing,
Julia
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