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17. Oktober 2021

Stricken ist Therapie - Teil 2

 Hallo ihr Lieben, 

vor anderthalb Jahren habe ich das erste Mal beschrieben, wie in turbulenten Zeiten das Stricken oder die Handarbeit an sich ein Anker ist. Wenn ich im März 2020 schon gewusst hätte, wie das weitergeht, hätte ich vermutlich herzhaft gelacht. Ja, der Umzug und der Beginn der Pandemie waren hektisch und unruhig, aber die vergangene Zeit war nicht unbedingt besser. Denn auch nach dem Umzug blieb und bleibt viel zu tun, um es wohnlich zu machen, und das ganze wird nicht unbedingt dadurch beschleunigt, dass zwischenzeitlich Möbelhäuser und Co. geschlossen waren. 

Also habe ich auch in den letzten anderthalb Jahren eher auf kleine Projekte gesetzt, die transportabel waren und wenig Konzentration erforderten. Sprich: Kinderkleidung. Und ihr bekommt nun alles zu sehen, was in der Zeit entstanden ist. Bereit? Ich habe jeweils die Projektseite auf Ravelry verlinkt, darüber findet ihr dann auch die entsprechende Anleitung.


Da wäre dieses eigentlich als Set gedachte Arrangement. Nun ja, da liegen wohl einige Größen dazwischen! Die Jacke ist nach einer kostenlosen Anleitung entstanden, ich habe jedoch das Knötchenmuster weggelassen, da mir das zu viel Unruhe im Gestrick gewesen wäre. Zöpfe und Farbverlauf sind vollkommen ausreichend, finde ich. Ich bin gespannt, wie das Jäckchen getragen wirkt, ich erahne schon eine klaffende Knopfleiste da an der Schulter, aber mal sehen. 


Auch die Anleitung zur Bloomer ist gratis, das ziehe ich bei Kinderkleidung ja auch vor, muss ich gestehen. Ich habe die kleinste Größe gewählt, die Maschenprobe stimmt eigentlich auch, ich weiß nicht so ganz, wer dieses Höschen tragen wird, aber mal sehen. Notfalls wird halt geribbelt. Das Bündchen habe ich ein wenig verkürzt, trotzdem war das Garn nach der Hälfte der Hose alle, aber in meiner Wollschublade fand sich dann noch ein von der Garnstärke passender Rest in Grau, der nun dort verbraucht wurde. 


Nächstes Projekt wäre der Emil Body, dieses Mal ohne Ärmel aus zwei Merinowollresten in maritimen Streifen. Für die Ausschnitte reichte das Garn nicht mehr, da habe ich zu einem gelben Sockenwollrest gegriffen. Der Body ist im Frühjahr 2020 gestrickt, also schon ganz schön lange ohne fotografisches Festhalten in meinem Besitz. 


Im Schritt wird er per Druckknöpfen geschlossen, darauf musste er auch einige Monate warten. Die hatte ich zwar noch zuhause, aber während ich das Stricken ja gerne mache, ist Knöpfe annähen etwas, das oft sehr lange dauert. Geht es noch jemandem so?


Eine kleine Kollektion Mützen bzw. Bonnets gab es auch noch, die stelle ich euch kurz im Einzelnen vor.


Ganz rechts liegt eine Mütze, die noch keine Anleitung hat, ein Teststrick quasi. Ich werde sie aber nachträglich verlinken, sobald da was vorhanden ist. Aus Baumwollgarn gestrickt ist sie als Sonnenmützchen für die nicht ganz so heißen Tage gedacht, und die Farbe schreit ja quasi nach Sommer, oder? Der graue Streifen ist quasi ein Tunnel und durch Doubleface erarbeitet, wenn gewollt, kann hier noch ein Band eingezogen werden. 


Ganz links liegt eine schlichte Mütze, zumindest von der Machart, dafür knallt die Farbe. Ich habe mich, glaube ich, grob an der verlinkten Anleitung orientiert, aber glatt rechts gestrickt und auch dickere Nadeln genutzt, weil dickeres Garn. 


Die nächste Mütze ist ein ganz spannendes Exemplar. Zuerst war da das Garn: Eine Kollegin überreichte mir einen Loopschal und Handstulpen, die sie mal geschenkt bekommen hatte, aber gar nicht so ihrem Geschmack entsprachen. Ziemlich viel Lace und filigran, das Etikett noch dran. Bananenfaser. Spannend, dachte ich. Die Handstulpen wollte meine Mama gerne übernehmen, der Loop gefiel aber auch ihr nicht. Also habe ich geribbelt und das Garn für neue Zwecke genutzt: Eine Bonnet. Wenig später habe ich dann bei Jule von Hey Mama Wolf eine Ausgabe des Buches "Natürlich, Baby" gewonnen und mir daraus die Anleitung "Emilias Bonnet" ausgesucht, um die Bananenfaser zu verarbeiten. Leider sieht man das schöne Muster am Rand der Mütze durch das nicht gleichmäßige Garn schlecht, die muss ich also wohl nochmal stricken. 


Einige weitere Projekte aus dem Buch habe ich mittlerweile auch schon verwirklicht: "Leons Pullunder" durfte drei weitere Garnreste vertilgen. Im Buch wird der Pullover in Teilen gestrickt und dann zusammengenäht, das habe ich ein bisschen umgebaut um ihn in Runden stricken zu können. Das Ergebnis finde ich irgendwie ziemlich niedlich, auch, wenn mein Garn wohl mal wieder etwas dicker war, wie Größe 62-68 kommt er mir nämlich nicht vor. 


Und dann wäre da noch das Set aus Mikas Hustenleibchen und Mikas Windelhose. Beide winzig klein und ebenfalls ziemlich niedlich, waren sehr schnell gestrickt. 


Auch hier habe ich statt in Einzelteilen in der Runde gestrickt um mir das Zusammennähen zu sparen. In meiner Knopfkiste fanden sich zwei hellblaue Knöpfe mit einem Anker drauf, die passen perfekt zu dem Leibchen, finde ich. Vermutlich habe ich sie etwas weit oben angebracht, aber das lässt sich ja dann noch anpassen. Ein weiteres Projekt habe ich noch gestrickt aus dem Buch, aber leider einen Fehler gemacht. Da muss ich erst noch ein bisschen ribbeln, dann kann ich es hier zeigen. 


Sockenwolle, die mir zu bunt ist für Socken, finde ich für Kinderkleidung meistens super. In diesem Fall ist aus 100g Wolle ein Pullover entstanden. Das Garn hat mir schon Party genug gemacht, da habe ich das Strukturmuster auf dem Ärmel eliminiert. 



Die Anleitung zu dieser süßen Jacke schlummerte auch schon länger in meiner Queue auf Ravelry, weil ich das Muster an den Raglannähten so schön fand. Das sieht man auf den Bildern jetzt kaum, weil das Garn so dunkel ist, aber in echt ist es deutlicher. Auch hier kam Sockenwolle zum Einsatz, allerdings nur ein Restchen, sodass ich die Banderole nicht mehr hatte. Ich vermute aber, dass es ein Zauberball war. Die Jacke wird von unten an gestrickt, das finde ich immer eher unpraktisch und würde es beim nächsten Mal andersherum gestalten. 


Meine allerliebste Babysockenkundin mit dem Babyboom im Freundeskreis ist nun auch selbst Mutter geworden. Zu diesem Anlass hatte sie mir drei Knäul Wolle geschickt mit der Bitte, zwei Paar Söckchen und eine Mütze zu stricken. Das war schnell erledigt, aber noch massig Garn übrig. Da habe ich noch einen kleinen Overall hinterher geschoben, damit das Kind auch direkt ein stimmiges Outfit hat. In der Anleitung vom Fofo Overall ist eigentlich ein durch kraus rechts gestrickte Maschen entstehendes Muster auf der Brust vorgesehen, aber die Streifen finde ich ebenso schön. 


Davor schon hatte ich aus einem antiken Garn denselben Overall, nur für dickeres Garn, gestrickt. Die Wolle stammt noch aus den Wollresten von meiner Mama, es gibt die Marke nicht mal mehr auf Ravelry. Der Strang schrie irgendwie 90er, aber da es reines Baumwollgarn war konnte ich mir sicher sein, keinem Mottenfraß begegnen zu müssen. Nach dem Overall war dann noch genug Garn für eine kleine Mütze übrig, auch, wenn die am Ende mit einem weiteren Rest beendet werden musste. Das Ergebnis finde ich super cool!


Das Spielhöschen Goldkind aus dem Klompelompe Buch habe ich schon einige Male gestrickt, ist einfach immer eine super Verwendung für Garnreste. In diesem Fall war das Garn deutlich dicker als vorgesehen, also habe ich die nötigen Angaben umgerechnet. Das ist immer ein bisschen knifflig, aber nach den ersten zwei Malen wird es geläufig. Dreisatz ist das, was am häufigsten gebraucht wird. 





Das letzte Kleidungsstück ist ein Cardigan, ebenfalls aus so einem ungeliebten Sockenwollknäul, das ziemlich genau aufgegangen ist dafür. Ihr ahnt schon, wegen der Knöpfe durfte auch dieses Stück lange herumliegen, bevor es wirklich fertig war. 


Und zum Abschluss das süße Püppchen, das ich im Auftrag für meine Mama zur Geburt eines kleinen Mädchens gestrickt habe. Sie hatte noch in Erinnerung, dass ich das mal vor Ewigkeiten gestrickt hatte und wollte es gerne verschenken. 


Und das war die neue Kollektion der letzten anderthalb Jahre! Meine Geschenke-Schubladen sind wieder gut gefüllt und bereit für all die neuen Menschen, die sich im Moment so ankündigen. Ich finde es schön, dann etwas passendes aussuchen zu können. Und es macht mich einfach auch sehr glücklich, meine Wollreste sinnvoll zu verarbeiten und aufzubrauchen. 

Strickt ihr auch gerne Babysachen? Was ist eure liebste Anleitung?


Happy Knitting, 

Julia




18. August 2021

Kleine Geschenkesammlung: Hundehalsband, Jogginghose und ein paar Kleinigkeiten

 Hallo ihr Lieben, 

am liebsten Schenke ich ja selbstgemachtes. Egal, zu welchem Anlass, mir macht es einfach viel Freude, mit meinen Händen etwas zu erschaffen, was ich dann jemandem überreichen kann. Während des Prozesses denke ich oft viel an die zu Beschenkenden, und ich bilde mir ein, dass das auch in das Produkt mit einfließt. Häufig wird natürlich genäht oder gestrickt, aber im letzten Jahr habe ich zum Beispiel mal wieder einen Schwung Bienenwachstücher gemacht. Die Tücher sind nachhaltig und so individuell zu erstellen, weil man sich den Stoff selbst aussucht. Ich habe aus meinem ersten Versuch gelernt und nehme jetzt eher dunklere Stoffe mit wenig Weiß-Anteil, weil das Bienenwachs mit seiner gelben Färbung sonst dafür sorgt, dass das Tuch ein wenig oll aussieht. Es gibt auch weißes Bienenwachs und natürlich auch vegane Varianten, aber dieses hier konnte ich im Unverpacktladen bekommen, das war in dem Moment dann das beste Argument. 

Anleitungen, wie die Tücher hergestellt werden, gibt es zuhauf im Netz, probiert da einfach ein bisschen aus, was am besten zu euch passt. 

Die schöne Banderole habe ich bei Alles für Selbermacher gefunden.

Seit ein paar Jahren ist unsere Familie um ein weiteres felliges Mitglied erweitert worden. Elsa gehört zwar zu meinen Eltern, aber trotzdem sehen wir uns fast täglich und gehen ab und an auch miteinander spazieren. Obwohl ich für immer ein Katzenmensch bleiben werde, habe ich diese spezielle Nase ganz schön ins Herz geschlossen.

Deshalb sollte auch sie zu Weihnachten ein Geschenk von mir bekommen: Ein rotes Halsband, weil rot eine Farbe ist, die meine Mama und ich lieben und so einem hellen Hund natürlich auch gut steht. Die Anleitung ist grob aus dem Buch "Do(g) it", allerdings habe ich die Maße an Hund und vorhandenes Material angepasst, die Schnallen und mein Gurtband waren etwas breiter. An und für sich ist das Ganze aber kein Hexenwerk, da braucht es nicht unbedingt eine Anleitung für.

Das Buch habe ich mir nicht selbst gekauft, das hat meine Freundin Sophia als Belegexemplar bekommen. Da sie selbst aber gar nicht näht, sprang der Gedanke an mich weiter. Dafür durfte sie sich dann etwas aus dem Buch aussuchen, was ich für ihren Hund nähen könnte, bisher ist es dazu aber noch nicht gekommen, weil wir es beide immer wieder vergessen. Dann soll es aber eine praktische Decke werden, die gefaltet transportiert werden kann, ähnlich wie eine Picknickdecke. Auch hier bezweifel ich, dass eine Anleitung unbedingt nötig ist, aber sie macht es einem natürlich leichter.

Ich könnte mich ja immer schlapp lachen, wenn Elsa so da sitzt und sich ein bisschen Oberlippe in der Schnauze verfängt, sie sieht dann so schön skeptisch aus. 

Achso, neben dem Halsband habe ich ihr auch schon zwei Hundebademäntel genäht:

Der Schnitt ist selbst erstellt, bzw. an einen gekauften aber ihr nicht passenden Bademantel angelehnt, habe es dann passend verändert. Da sie doch recht viel Fell hat und es ja hier auch immer viel regnet, ist so ein Bademantel hilfreich bei den drei Spaziergängen am Tag. Und ziemlich lustig sieht sie auch aus darin ... der Stoff ist einfacher Frottee, wie für Handtücher, und verschlossen wird es mit einem Bindeband.

Und als letztes noch ein Geburtstagsgeschenk für meinen Bruder im letzten Jahr: Er bekam eine Jogginghose von mir! Eins der wenigen Kleidungsstücke, die zum Verschenken gut geeignet sind, finde ich. Denn sie sitzen nicht sehr körpernah, das Prinzip "etwas zu groß oder zu lang" schade hier nicht. Der Schnitt ist Alex von Pattydoo, den hatte ich bis dahin schon zwei mal für meinen Papa genäht - einmal verbloggt, die zweite steht noch aus.

Die Schnittteile in Größe L konnte ich nochmal verwenden, aber während ich bei der Hose für meinen Papa die Beine kürzen musste, kamen hier 13 zusätzliche Zentimeter hinzu. Mein Bruder muss nämlich den Kopf einziehen, wenn er durch Türen geht ... 

Auch diese Hose ist aus weichem Sweat genäht, damit sie kuschelig und bequem ist. Ansonsten alles wie gewohnt: Gummiband und RV waren im Bestand vorhanden und konnten genutzt werden, ich habe die Schrittnaht zur Sicherung abgesteppt und die Bündchen aus dem Stoff selbst genommen.


Wie es sich für meine Familie gehört, ist mein Bruder ein dankbarer Abnehmer meiner genähten Kleidung und freut sich jedes Mal sehr. Und so eine coole Jogginghose, ich meine, was besseres gibt es doch nicht?

Welche Schnitte sind eure Universal-Geschenke-Schnitte? Habt ihr auch schon mal für einen Hund genäht?


Happy creating, 

Julia



20. Juli 2021

Inari Tee x3

 Hallo ihr Lieben, 

heute kann ich endlich einen Blogpost schreiben, der schon länger in meiner Warteliste hängt. Im Dezember habe ich nämlich gleich dreimal den selben Schnitt genäht um die Ergebnisse zu verschenken, allerdings zog es sich dann doch etwas hin, bis ich das letzte Stück übergeben konnte. 

Dass ich zu Weihnachten am Liebsten etwas verschenke, das meine Hände kreiert haben, sollte den länger hier Lesenden unter euch schon mal aufgefallen sein. Und so kam ich bei meiner alljährlichen Ideen-Sammlung im Herbst auf die Idee, drei lieben Freundinnen von mir T-Shirts zu nähen, zu Weihnachten und zum Geburtstag. Ich hatte auch gleich einen Schnitt im Kopf, das Inari Tee war mir im Sommer mehrfach auf anderen Blogs begegnet und mit der lockeren Schnittführung war das Passform-Risiko ausreichend gering.

Dann stolperte ich bei Etsy über diverse Plots, und der Plan war vervollständigt. Ohne Probleme fand ich für alle drei ein passendes Motiv, bestellte Stoffe online und kaufte welche vor Ort, und dann konnte ich auch schon loslegen.

Dieses Modell ist in Gr. 36 - so winzig, für mich und meine Familie nähe ich ja sonst eher so 2-4 Größen größer - und der Stoff kommt von Stoff und Stil. Der Plot passt perfekt zu E. und war glaube ich der erste, den ich aufgebügelt habe. Das war schon ganz schön aufregend! Zum einen natürlich der Anspruch, es gerade und mittig zu platzieren, zum anderen habe ich zuvor noch nie geplottet und hatte Angst, etwas falsch zu machen. Eigentlich war es aber ganz easy, und das Ergebnis hat mich sehr erfreut. Das eigentliche Nähen kam dann danach erst, ich fand es einfacher, die Plots auf dem zugeschnittenen aber noch nicht vernähten Vorderteil zu verewigen.

Während die anderen beiden Shirts in der vom Schnitt angedachten cropped Version, also eher etwas kürzer sind, habe ich das rote Shirt um 18cm verlängert, da C. solche Shirts lieber trägt. Für sie habe ich eine 38 genäht und den Plot ausgewählt, weil wir zuvor über diesen Spruch gesprochen hatten und ihn sehr bestärkend fanden. C. sollte das Shirt zu ihrem Geburtstag im Januar bekommen, aber dank Coroni konnte dieser erst jetzt im Juli nachgefeiert werden. So lag das Shirt ein halbes Jahr eingepackt in meiner Geschenke - Schublade ...

Das grüne Shirt ist dann wieder kürzer und wieder Gr. 36, der Plot vom Motiv ähnlich zum ersten; so wie die beiden Empfängerinnen auch. Viele Gemeinsamkeiten, aber doch jede anders. Bei den anderen Shirts habe ich nach dem Zusammennähen mit der Overlock und dem Säumen mit derselben Maschine den Ausschnitt und die Säume mit der Zwillingsnadel abgesteppt. Bei diesem hier konnte ich das erste mal das flexible Nähgarn Seraflex von Amann Mettler ausprobieren, was war das für eine Freude! Seitdem kommt oft die passende Farbe zum neuen Jersey-Projekt mit in die Einkaufstasche, ich finde so einen einfachen Saum einfach viel schöner als die Zwillingsnadel oder Zick-Zack Stich.

So Nähprojekte für andere sind ja schon immer etwas aufregend, vor allem, wenn man nichts anpassen oder ausprobieren kann. Zum Glück passen aber alle Shirts gut und alle drei haben sich gefreut. Das wiederum macht mich sehr glücklich. Die kurzen Shirts sind mir in der Boulderhalle auch schon begegnet, da muss ich dann immer grinsen. Ich würde sagen, gleich doppelt geglückt, weil ich mich auch jedes Mal freue, wenn es angezogen wird.


Was näht ihr so als Geschenke? Eher Accessoires und Deko, oder auch mal Kleidung? Was sind gute Schnitte, die ohne viele Anpassungen oder Anproben funktionieren?


Happy sewing, 

Julia


15. Januar 2021

Hoodie Luke und Weste Wooldlöper

 Hallo ihr Lieben, 


heute möchte ich einen Teil dessen zeigen, was ich zum Weihnachtsfest genäht und verschenkt habe. Ich bin nämlich sehr stolz drauf und ebenso glücklich, dass sie passen und gefallen. 

 
Da wäre als erstes diese Weste für meinen Papa. Ich habe ihn ja jetzt schon öfter benäht, bisher hauptsächlich mit Pullovern, die er auch fleißig und gerne trägt. Deshalb war ich ein bisschen ratlos, was es zu Weihnachten geben sollte. Da er aber jeden Morgen eine Steppweste überzieht, wenn er zur Arbeit fährt (also, sobald es etwas kühler wird), dachte ich, die langeweilige gekaufte könnte ich doch mal durch eine viel schönere, hochwertigere genähte ersetzen. 
 

 Gesagt - getan! Das Schnittmuster stand sofort fest, die Wooldlöper von Rabaukowitsch habe ich schon so oft gesehen und jedes Mal einfach unglaublich schön gefunden. Ein wenig unklar war ich mir dann mit der Größe, denn mein Papa ist im Gegensatz zum Rest der Familie ja etwas kleiner. Aber da berät das Ebook ziemlich gut, sodass ich mich entschieden habe, 4cm am Körper zu kürzen. Es hätten auch ein wenig mehr sein dürfen, aber besser zu lang, als zu kurz, oder? Ansonsten habe ich eine 48 genäht, den Rücken in einer 50er Weite, um dem Bäuchlein ein wenig Platz zu lassen.

 Zu Anfang stand aber natürlich die Materialsuche. Ganz entgegen meinen Erwartungen wurde ich im Stoffladen vor Ort fündig und konnte diesen tollen Walk aus Schurwolle sowie einen wunderbaren weichen Baumwollfleece für das Futter kaufen. Nur die Kordelenden habe ich bestellt, alles andere dort gekauft. Ich war sofort verliebt in die Stoffkombi; blau trägt mein Papa gerne und grau geht ja eh immer. Und alles so weich und warm und ohne Plastik! Herrlich.

 Der Zuschnitt war ganz schön fusselig und fummelig, hatte ich den Stoff doch recht knapp bemessen für die Aufteilung, die mir vorschwebte. Aber zum Glück hat alles gepasst und auch das Niesen war irgendwann dann beendet. Ich habe allerdings ernsthaft überlegt, mit Mundschutz zu nähen, damit es nicht so in der Nase kitzelt. Die Dinger hat man ja aktuell massig zuhause. Die Anleitung ist super bebildert und gut verständlich. Nur bei den Ärmelbündchen habe ich Mist gebaut und es mir zu einfach gemacht. Das geht aber auch in meinen Kopf nicht rein, was da wie ineinander verdreht werden muss. Jedenfalls war da der Nahttrenner involviert...

 Zwei dieser Wonder Clips und eine Nadel hat das Projekt zerstört, meine Overlock ist auch über ihre Grenzen hinaus gekommen, sodass ich letztlich einige Stellen mit der Nähmaschine genäht habe. Aber das Ergebnis macht das alles wieder wett. Ich war so zufrieden mit der Weste, hätte sie meinem Papa nicht gefallen, ich hätte sie einfach selbst genommen.

 Aber sie gefällt ihm, also muss ich mir wohl irgendwann mal eine nähen. Oder erstmal einen Fleecepullover aus diesem schönen Stoff, da gab es noch weitere Farben. Naja, dafür müsste aber erstmal dieser Lockdown beendet sein, sonst komme ich an das Material nicht ran. Was nicht schlimm ist, hier liegt noch genug zu vernähen und in meinem Kopf rattert es auch sehr wild herum. 

Noch einen weiteren Mann habe ich benäht, dabei hatte ich mir geschworen, das nicht wieder zu tun, nachdem das letzte Projekt (ein Hemd) ein Reinfall war. Saß nicht, obwohl ich den Schnitt in der Größe schonmal genäht hatte. Noch dazu habe ich einen sehr kritischen Freund, was Passform, Farben und Haptik angeht. Aber irgendwie konnte ich nicht anders und wollte gerne einen kuscheligen Hoodie für ihn nähen. Sollte der nicht zusagen, würde er zumindest zum chillen im Haus geeignet sein. Oder, wie bei der Weste, in meinen Schrank wandern.

Ich habe also einen grau melierten Sweat mitgenommen, von innen schön flauschig und ansonsten herrlich neutral. (Fast) passender Bündchenstoff und dann noch eine Kordel von Stoff und Stil, die genau so aussieht wie in gekauften Pullovern oder Sweatjacken.

Bisher hatte ich nur Mr.Comet als Schnittmuster für einen Herrenhoodie ausprobiert, der kam bisher gut an, war aber mit den Raglanärmeln und Einsätzen an den Seiten nicht das, was ich mir hier vorgestellt hatte. Also habe ich Luke von Pattydoo gekauft; Shirt Max passt und gefällt dem Freund nämlich gut, also warum nicht direkt bei der Designerin bleiben, die ihm zusagt? Eben.

Eine kleine persönliche Note konnte ich mir aber nicht verkneifen und habe auf Etsy dieses schöne Herz-Bügelbild gekauft. Ich fand die Idee total gut, aber ratet mal, wer die mühsam genähten Zick-Zack-Stiche wieder aufgetrennt und dann im Internet recherchiert hat, wie man ein Bügelbild wieder vom Stoff bekommt? Jup. Also, wer Interesse hat, es war ein 5er Set und ich hätte noch 4 übrig...

Nachdem ich ein paar Pullover ausgemessen habe, habe ich mich für XL entschieden, damit es auf jeden Fall gemütlich und locker sitzt. Ansonsten habe ich entlang der Kurzanleitung genäht, ich hasse Videoanleitungen abgrundtief und habe zum Glück schon genug Pullover genäht, damit mir die Schritte klar sind. Bei der Kapuze habe ich allerdings eine kleine Änderung gemacht, damit es keine sichtbare Nahtzugabe im inneren gibt: Ich habe erst die Futterkapuze rechts auf links innen angenäht, dann die Nahtzugabe der äußeren Kapuze nach innen umgeschlagen und auf die noch offene Kante gesteckt, dann abgesteppt. So mache ich es bei Hemd/Blusenkragen zum Beispiel auch. 

Ich freue mich, wenn ich die beiden in ihren neuen Kleidungsstücken sehe und hoffe, dass sie viel getragen werden. Nichts macht mich glücklicher! 

Happy sewing, 

Julia




2. Januar 2021

Wolliges zu Weihnachten

 Hallo ihr Lieben, 


und ein frohes neues Jahr! Ich werde im Laufe des Monats nochmal kurz auf 2020 zurückblicken, lediglich näh- und stricktechnisch, alles andere gibt es ja schon genug. Dafür müssen aber noch ein paar Dinge hier gezeigt werden, damit es sich zumindest halbwegs vollständig anfühlen kann, das Jahr abzuschließen. 

Schon in normalen Jahren mache ich ja sehr viele Geschenke selbst, das könnt ihr unter dem Tag "Geschenke" auch ganz gut nachverfolgen. Aber in diesem absolut verrückten und einzigartigem Jahr habe ich das ganze wirklich auf die Spitze getrieben. Ich wollte so gut es mir möglich war vermeiden, in Geschäfte gehen zu müssen, und ein Schließen des Einzelhandels war ja auch schon absehbar. Deshalb gab es in diesem Jahr für meine Lieben hauptsächlich kreative Geschenke. Ich habe genäht, gestrickt, gebastelt, gemalt, geklebt, gewachst. Da war wirklich alles dabei. Sogar Makramee! Davon gibt es leider keine Bilder, ebenso von vielen anderen Kleinigkeiten, weil ich mich hier dann doch auf das Nähen und Stricken beschränken will. Aber ein paar Dinge werden sich doch ein wenig einschleichen, sodass ich euch zumindest davon erzählen kann, wenn schon nicht zeigen. 

Und weil meine Blog-Zeit noch immer begrenzt ist, werden es ein paar Sammelbeiträge. Heute also all das, was aus Wolle entstanden ist. 

Ein bisschen muss dieses Bild auch symbolisch stehen, denn neben dem abgebildeten Sockenpaar sind noch zwei weitere unterm Tannenbaum gelandet. Die habe ich aber fotografisch nicht festgehalten, also dürft ihr euch nun ein Paar in Größe 48 vorstellen, aus 6-fach Sockenwolle in anthrazit, die Beine sind im 2x2 Rippenmuster gestrickt, was ich dann oben auf dem Fuß fortgeführt habe. Meinen Bruder (dessen große Füße damit beglückt wurden, mein dankbarster Socken-Abnehmer) erinnern sie an die Bundeswehr-Socken, die er von unserem Opa geerbt hat. Und sind damit perfekt! Das andere unfotografierte Paar ist in Größe 43 für meine Mama, aus einer grau/weinrot melierten Wolle, 8-fach, also richtig dick. Das war insgesamt eine sehr gute Idee, mal dickere Socken zu verschenken, weil das Stricken somit deutlich schneller ging. Alle drei Knäule Sockenwolle habe ich übrigens gebraucht bei Ebay Kleinanzeigen erstanden. Super Sache!

Das Paar auf dem Bild ist für eine Freundin, die ich zu Weihnachten bewichteln durfte. Sie hatte bereits ein Paar von mir, das ich im Auftrag gestrickt hatte, so kannte ich die Schuhgröße. Die Farben passen total gut zu ihr, sie hat einen Cardigan quasi mit genau den Farbtönen. Und die Freude war wirklich groß, da ihr Freund sonst immer ihre Wollsocken stibitzt, bei dem Farbschema aber sicherlich die Finger davon lassen wird. Dazu gab es einen kleinen Schlüsselanhänger und Glühwein-Marmelade. 

Die Socken liegen auf einem weiteren Geschenk, für eine andere Freundin. Eine Leinwand, die ich noch hier hatte, das Bild aber nicht mehr mochte, habe ich schwarz überstrichen und dann den Sternenhimmel am Tag ihrer Geburt aufgemalt. Später wurden durch die Sterne dann die Birnen einer Lichterkette geprökelt. Diese Lichterkette hat mich unglaubliche Nerven gekostet, schließlich hatten ja auch die Baumärkte zu, aber ich bin noch pünktlich damit fertig geworden.

Noch knapper war nur dieses schöne Stück. Ich habe quasi schweißgebadet am 22. abends abgekettet, den Pullover am nächsten Morgen vor dem Spätdienst gewaschen und zum Trocknen auf die Fußbodenheizung gelegt und konnte ihn dann am nächsten Tag gerade noch rechtzeitig einpacken. Nervenkitzel, ich sage es euch. Aber zum Anfang:

Jetzt, wo ich umgezogen bin und ich meine Eltern fast jeden Tag sehe, lernen sie auch den Inhalt meines Kleiderschrankes besser kennen. Ich trug dann bei einem Besuch bei ihnen meinen schwarzen Kumulus Pullover und Mama lobte diesen, wollte ihn mal überziehen. Ich erinnert sie, dass ich die Anleitung auch für sie schonmal gestrickt hatte, nur aus dickerem Garn. Das fällt aber natürlich ganz anders. Jedenfalls war sie begeistert vom Sitz und erwähnte, dass sie ja leider so ungern dünnes Garn verstrickt, obwohl die daraus entstehenden Projekte deutlich tragbarer wären, weil weniger warm. Ja, und dann ist alles weitere logisch, oder? Wir haben zusammen Garn ausgesucht - ich hatte ja ein bisschen gehofft, dass sie sich rosa oder hellblau aussucht, Farben, die ich sonst nie verstricke ... naja, es wurde dann halt grau, damit habe ich mich dann auch sehr wohl gefühlt.

Angeschlagen hatte ich schon Anfang November direkt nach dem Kauf der Wolle. Dann waren aber andere Geschenke wichtiger, denn ich wusste, meine Mama würde nicht erwarten, den Pullover an Weihnachten schon zu haben, und sich auch über einen halb fertigen Pullover mit Nadeln drin freuen. Also habe ich zunächst die Socken gestrickt, viel genäht und gebastelt und mich dann dem Pullover gewidmet. (Seht ihr den neidischen Blick von der Hündin, die auch raus will? ...)

Das Garn, Schachenmayr Alpaca Cloud, lässt sich wunderbar verstricken, auch wenn ich dieses dünne, fusselige Garn zweifädig zu verstricken wirklich nicht oben auf meiner Lieblings-Liste stehen habe. Es ist super warm und weich, eine tolle Alternative zu Mohair. Die Lauflänge ist quasi gleich, sodass ich nach meiner Maschenprobe die gleiche Größe wie für mich stricken konnte (M). Die einzige Veränderung, die notwendig war, war dementsprechend die Länge. Ich kann nicht sagen, um wie viel ich den Körper verlängert habe, da ich gar nicht weiß, was die Anleitung vorschläg. Da der Pullover vom oberen Ausschnitt herabgestrickt wird, habe ich ihn einfach regelmäßig angezogen und anhand dessen die Länge bestimmt. Laut Mama ist sie perfekt.

Bei den Ärmeln habe ich wieder mal die Abnahmen etwas versetzt: Statt jede 9. Runde habe ich jede 10. genommen und war ganz überrascht, als ich den Pullover nach Ende der Abnahmen anprobierte und tatsächlich auch schon eine perfekte Länge erreicht hatte. Also abgekettet und den zweiten ... das Abketten geschieht übrigens mit I-Cord, meinem persönlichen Endgegner. Das dauert halt ewig und wird irgendwie nie so ordentlich, wie ich es gerne hätte, schwer auszuhalten. Dank dem flauschigen Flausch hier sieht man aber davon kaum etwas, zum Glück!

Vom Garn sind fast zwei Knäule übrig geblieben, sodass ich meinen Plan, aus Mohair-Resten mal eine Mütze zu stricken, nun auf einen Pullover ausgeweitet habe. Dafür bin ich im Strick-Freundinnen-Kreis schon auf Reste-Suche gegangen und fündig geworden, denn ein lila Restchen findet einfach keinen Platz in meinem Schrank, das geht nicht. 


Wie war es bei euch in diesem Jahr, habt ihr auch Geschenke selbst gemacht? Oder viel bestellt? Euch am letzten Tag durch die Geschäfte geschlagen? Gutscheine? Erzählt doch mal. 

Und wer möchte, findet die Projekte auch hier auf Ravelry


Happy knitting, 

Julia