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3. November 2021

Basic Tank und Glückstasche

 Hallo ihr Lieben, 

bei diesem Blogbeitrag könnte eventuell das Gefühl eines kleinen Déjà-vu aufkommen. Im Sommer zeigte ich zwei Tanktops und erzählte, wie froh ich war nun einen Basic Schnitt dafür zu haben. Dazu präsentierte ich die Tasche voll Glück und hatte auch darüber ein paar Worte zu verlieren. Nun das Ganze nochmal in anderen Farben:

Vor einigen Wochen hatte ich das Glück bei Stoffetauschen von einer einzigen Person vier hübsch melierte Bio-Jerseys kaufen zu können sowie einen gemusterten. Das Shirt, das ich daraus nähte habe ich euch hier schon gezeigt. Eigentlich wollte ich in einem kleinen Marathon die gesamten Stoffe in Shirts und Tops sowie die Reste in Unterwäsche verwurschteln, aber naja, irgendwie kamen andere Projekte dazwischen und Basics sind halt eher langweilig. 

Also durfte zwischendrin auch etwas spannenderes unter die Nadel. Taschen zum Beispiel, die sind ja regelrecht nervenaufreibend. Der Moment des Wendens sorgt jedesmal noch für angespannte Nerven bei mir. Nicht zu unrecht, wie sich herausstellen sollte... aber dazu weiter unten mehr. Meine khaki farbene Bauchtasche durfte mich den Sommer über fast täglich begleiten, und auch abseits des Pendelns habe ich sie oft an mir dran gefunden. Ist halt schon alles wichtige drin, was ich so brauche wenn ich das Haus verlasse, und so praktisch griffbereit. Dann kam der Herbst und damit die Ernüchterung: Mit dem leicht anderen Khaki-Ton meiner Jacke sah die Tasche überhaupt nicht aus. Gar nicht. Gänsehaut. Ich musste eine zweite nähen! (Gut, die vierte insgesamt, aber für mich eben die zweite).

 
Weil ich ja weiterhin versuche, möglichst Ressourcen schonend zu nähen, habe ich zunächst einmal bei den Stoffresten geschaut, hier jedoch nichts in passender Menge und Festigkeit gefunden. Ebenso wenig bei den aussortierten Kleidungssücken die zu gut zum Weitergeben waren. Letzte Station war also die Flohmarktkiste, und hier wurde ich fündig: Meine Jacke Lupin, die ich sowieso nie getragen habe. Futter direkt dabei, was will man mehr? Die Wildlederoptik des Außenstoffs konnte ich mir super gut vorstellen für die Tasche, also habe ich direkt alles auseinander genommen. Gurt, Karabiner und vorderer RV musste ich dazu kaufen (diese Zubehör-Dinge sind wirklich teuer für so eine kleine Tasche!). Sogar das Stück mit dem aufgenähten Label konnte ich einbauen. 
 

Weil ich die Tasche ja nun schon einige Male genäht hatte, habe ich die Anleitung nur grob überflogen. Und irgendwie verpasst, der hinteren Tasche ein Futter einzubauen. Richtig ärgerlich, aber auch ein bisschen witzig. Ich werde nachträglich noch versuchen, die Nahtzugaben ein wenig zu versäubern damit es nicht so schnell aufribbelt, vielleicht löse ich auch nochmal die Wendeöffnung und versuche, ein Futter anzubauen, da bin ich mir noch nicht sicher. 

Eigentlich wollte ich auch gerne ein schönes gemustertes Gurtband verwenden, sowas hatte mein Stoffladen vor Ort leider nicht. Also habe ich einen Streifen Stoff auf das vorhandene Gurtband aufgenäht. Marke Eigenbau quasi, auch irgendwie schön. Auf den Bildern könnt ihr es ein wenig erahnen.

Ich habe auch hier wieder die kleine Variante genäht, aber mal mit Fronttasche. Im Moment praktisch für die allgegenwärtige Maske ... 

Ich habe nun also eine Sommer- und eine Wintertasche, könnte man sagen. Was ich nicht sagen kann ist, ob es die letzte bleibt. Macht einfach Spaß, diese Tasche! Und bringt Glück?

Bis jetzt hat sich das Top so nett im Hintergrund gehalten, da will ich es doch kurz mit ein paar Worten lobend erwähnen. Genäht habe ich es an einem Tag, an dem ich gefrustet von der Arbeit heim kam und irgendwie ein Produkt sehen wollte. Ein Schnelles, bei dem ich wenig falsch machen kann. Zum Glück lag das Top schon zugeschnitten da und nach einer Stunde hatte ich ein neues Top und bessere Laune. Meine Anspannung hat sich aber wohl ein wenig auf das Nähen übertragen, die Einfassungen an den Armausschnitten sind einen Tacken zu stark angezogen, es wellt sich ganz leicht. Kann ich gut mit leben, aber interessant, wie es quasi vom Kopf durch die Hände ins Projekt fließt, oder? 

Ich habe das Top Juno wieder in Größe L genäht und wie beim letzten Mal den zusätzlichen Zentimeter auf Taillenhöhe sowie einen oben an den Trägern hinzugefügt.

Und ganz unten im Bild könnt ihr noch meine Restesocken erahnen. Ich liebe sie so sehr und will unbedingt ein zweites Paar, aber so viele Pläne und so wenig Zeit, ihr kennt das. Aktuell sind erstmal Geschenke auf und unter den Nadeln. Dafür bin ich mit meiner Planung schon durch und habe vieles an Material und Kleinigkeiten schon besorgt, sodass ich hoffentlich einen entspannten und kreativen November und Dezember haben kann. 

Meine zwei Teile schicke ich zum Me Made Mittwoch und bin gespannt, was sich dort noch so entdecken lässt!


Happy sewing, 

Julia


6. Oktober 2021

Die Suche nach T-Shirt Schnitten, Teil drölfzig

 Hallo ihr Lieben,

zu Beginn meiner Näh"karriere" (verdiene ja kein Geld damit, nech?) hätte ich nie gedacht, dass ich zehn Jahre später immer noch nach einem universellen Schnittmuster für T-Shirts schaue. So langsam kommt aber auch die Einsicht, dass ich vielleicht zwei Stück brauche, eins für engere Shirts und eins für lockere. Dann wäre ich vom Erfolg nicht mehr ganz so weit entfernt!

Kennt ihr schon die Website Stoffetauschen? Der Name sagt es, aber auch nur halb: Ihr könnt dort Materialien zum Handarbeiten tauschen oder auch kaufen. Ein großer Flohmarkt für Handarbeitsmaterial, quasi. Wenn ich dort einen Stoff entdecke, dann schaue ich immer auch ob die Person noch etwas anderes anbietet, das mir gefällt. In diesem Fall entdeckte ich zuerst den gestreiften Baumwollstoff, aus dem später eine Shorts werden wollte, und dann diesen gerippten grauen Jersey. Der Preis war sehr gering, weil er ein kleines Loch hatte, aber das hat mich nicht abgeschreckt.

Zuerst dachte ich noch, ich könnte bestimmt um das Loch herum arbeiten, das war aber nicht möglich. Also habe ich es mit grauem Garn geflickt und schon so sehr vergessen, dass es mir beim Bilder machen nicht eingefallen ist und erst wieder ins Bewusstsein kam, als ich die entsprechende Notiz in meinem Projektbuch gelesen habe. 

So locker und leicht fallend wie der Jersey in meinen Händen war, wollte ich kein enges Shirt daraus haben. Das neigt ja dann gerne dazu, dass sich alles abzeichnet; dagegen sind Oversized-Shirts aus fließenden Stoffen genau meins. Tja, und warum einen neuen Schnitt suchen, wenn Max von Pattydoo schon vorhanden ist? Genau. 


Für meine Männer (Papa, Bruder, Freund) habe ich Größe L genäht, dementsprechend habe ich auch für mich diese Größe gewählt. Ein paar Änderungen habe ich trotzdem vorgenommen, nachdem ich den engeren Shirt Schnitt (aus dem Buch Alles Jersey) mal drauf gelegt habe: Zur Hüfte hin ein wenig breiter, den Halsausschnitt im Vorderteil etwas tiefer und die Ärmel und Gesamtlänge nochmal um 3-4cm reduziert. Genäht war das Shirt dann schnell, und wird seitdem innig geliebt! Es ist schön luftig, durch die Farbe natürlich zu allem passend und sitzt einfach sehr lässig.


So angetan war ich von der neuen Schnittentdeckung, dass ich den Spaß direkt wiederholen musste. Auch dieser Stoff stammt von Stoffetauschen, ich habe ihn zusammen mit drei melierten Jerseys gekauft um mein T-Shirt Fach wieder etwas aufzufüllen. Obwohl dieser Jersey ebenfalls recht locker fällt, ist er doch ein bisschen fester als der erste. Den Zuschnitt habe ich auf einem gemeinsamen Kreativabend mit Freundinnen gemacht und hatte das andere Schnittmuster nicht mit, habe also per Augenmaß abgeschätzt, wie ich den Halsausschnitt wohl haben möchte. Das ist zum Glück gelungen! Ansonsten habe ich bei dieser Variante die Ärmel um 6cm und die Gesamtlänge um 9cm gekürzt.


 
 
Das gelbe Halsbündchen war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, auch wenn ein passender Rotton und ein Dunkelblau auch noch da gewesen wären. Auch dieses Shirt mag ich sehr gerne leiden, für den Sommer sind so luftige T-Shirts einfach klasse, und zu in der Taille sitzenden Hosen und Röcken finde ich es auch super, wenn das Oberteil ein wenig Weite mitbringt. 
 
Meine Shirts dürfen auf den digitalen Laufsteg des Me Made Mittwoch - mal sehen, was ich dort sonst noch entdecke, vielleicht ja einen schönen T-Shirt Schnitt?
 
Happy sewing, 
 
Julia
 

1. September 2021

Shorts Wrapped mit Streifen

 Hallo ihr Lieben, 


diese Zeilen tippe ich aus unserer Ferienwohnung in der sächsischen Schweiz. Neben Wandern und Erkunden der Ortschaft sollte es doch möglich sein, die letzten nicht abgelichteten Sommerteile zu fotografieren, dachte ich, und packte alles ein. Mit dem fast täglich vorbeischauenden Regen hatte ich da nicht gerechnet, aber wenn eines in diesem Sommer nicht unbedingt nötig war, dann Sommerkleidung. Auch diese Shorts hatte ich für die Bilder, und dann vielleicht noch zwei Mal an? Nun ja, sie halten sich ja zum Glück noch viele viele Jahre, da macht der milde Sommer in diesem Jahr nicht so viel aus. 

Nun aber zu den Bildern und der Geschichte der Hose!

Der Stoff hat via Stoffetauschen zu mir gefunden, zusammen mit einem dünnen Rippenjersey. Die Streifen sagten mir sofort zu, ebenso die Info, dass es Längsstreifen sind, ist ja nicht unbedingt häufig! Es handelte sich nur um ein Reststück, ich wusste also schon, dass es vermutlich eine sommerliche Shorts werden würde. Als der Stoff ankam, war ich von der Haptik ganz hingerissen, fühlt sich an wie Leinen und Baumwolle, leicht fallend und trotzdem mit Struktur. Perfekt für meine Pläne!

Nach der Wäsche durfte das Stöffchen trotzdem erstmal in die Schublade, die passenden Temperaturen waren noch nicht erreicht und mir fehlte die Lust für kurze Nähprojekte. Im Juli war es dann soweit, mittlerweile hatte ich mich beim Nähen im Kopf (ihr kennt das?) schon für die Shorts Wrapped entschieden. Den Schnitt vom Schnittduett besitze ich schon länger und habe ihn auch schon diverse Male genäht: Zuerst in längsgestreift mit langen Beinen, dann aus gelbem Leinen und dann nochmal aus dunklem Jeans und kurz. Es gibt mittlerweile ein Shorts-Add on, aber da es für mich auch beim letzten Mal gut per Augenmaß funktioniert hatte, entschied ich mich auch bei diesem Versuch wieder dafür.

Ich bin bei der gewohnten Größe 42 geblieben, die Hose lässt ja durch Gummibund und weites Bein viel Spiel. Beim Zuschnitt musste ich eine Weile herumschieben, so ein Reststück Stoff ist ja doch immer eine Herausforderung. Letztlich kam ich nicht drum herum, das Taschenfutter und den inneren Bund aus einem anderen Stoff zuzuschneiden. In der Kiste mit den alten Kleidungsstücken fand ich zum Glück noch einen dünnen Cardigan aus Viskose, der Stoff passte mit seinem tiefen schwarz perfekt.

Das Nähen ging dann gewohnt flott voran, die Hose ist kein Zauberwerk und die Anleitung gut geschrieben. Wer schon Hosen genäht hat, benötigt diese vermutlich kaum. Wie immer habe ich die innere Bundverarbeitung etwas anders gemacht, sodass an der Stelle keine Nahtzugabe zu sehen ist, das gefällt mir einfach besser. Und die Hosenbeine habe ich am Saum nach oben umgeschlagen, mir gefiel die blassere Streifenoptik an der Stelle gut.

Ich habe die Beine auch etwas ausgestellt und nicht in der Originalweite belassen. So flattert es schön um die Beine. Kann ich mir auch super am Meer vorstellen. Aber dazu ist es in diesem Jahr nicht gekommen, das war uns irgendwie doch alles zu unsicher.

Auf den Bildern trage ich ein uraltes Top dazu und teilweise auch meinen Marlo Cardigan, den ich immer noch sehr liebe, er hat sich sehr bewährt! Nun ist die Hose wenigstens auf dem Blog, in der realen Welt aber quasi schon wieder in der Tasche, hier werde ich sie nicht mehr brauchen. Aber nächste Woche, wenn wir wieder daheim sind, soll es wärmer werden. Da bekommt sie dann vielleicht noch ihre Chance!

Achso, und beim Me Made Mittwoch darf sie auch nochmal reinschauen. Mal sehen, ob da die anderen auch so enttäuscht sind .. wobei ich noch nicht weiß, wann ich es schaffe die Beiträge dort zu lesen!


Vielen Dank für euren Besuch, 

happy sewing, 

Julia



4. August 2021

Ein Cami kommt nie allein

 Hallo ihr Lieben, 


habt ihr eigentlich auch so ein Schnittmuster, dass ihr immer wieder nähen könntet? Nicht müsst, so wie Unterwäsche, sondern wollt! Weil es so schön ist, so vielseitig, einfach immer passt?

Bei mir ist das das Ogden Cami. Bisher habe ich immer mehrere davon in einem Beitrag vorgestellt (das erste Mal in 2019, dann 2020), und diese Tradition soll auch heute nicht abreißen. 

Für mich ist neben dem schönen Fall und der generellen Optik, die ich an diesem Kleidungsstück mag vor allem eins der Grund für diese rasante Wiederholungsgeschwindigkeit: Der minimale Stoffverbrauch. Ein schöner Streifenjersey, zu viel um nur ein Babygeschenk zu werden, zu wenig für ein Top oder Shirt. Die Lösung? Ein Cami!

Also flugs das Schnittmuster rausgesucht, mal ein wenig abgeändert (der hintere Ausschnitt ist etwas begradigt und nicht ganz so tief. Dann bin ich auch in der Wahl des Untendrunter etwas freier) und ganz schnell war es zugeschnitten, da ich ja nur das Vorder- und Rückenteil brauchte. Belege passten auf den Stoff nicht mehr drauf, ich wusste also, dass ich mir etwas anderes einfallen lassen musste und setzte auf Jersey-Schrägband, um die Kanten einzufassen. Das hat auch wirklich gut geklappt - nur etwas tief ist mir der Ausschnitt geworden. Ich bin mir bisher noch nicht schlüssig, ob ich das Schrägband wieder abtrenne und verkürze oder eine schnelle Lösung suche, mit Knoten im Träger oder ähnliches. Mal sehen. (Oder hat noch jemand eine andere Idee?)

Saum sowie Ausschnitt habe ich also nur versäubert und dann nach innen geschlagen und festgesteppt, die Armausschnitte mit dem Schrägband eingefasst und daraus die Träger geformt. Das Ergebnis ist ein herrlich bequemes Oberteil für den Sommer - wenn dieser sich noch mal blicken lässt.

Cami Nummer zwei hat eine etwas längere Geschichte mit sich gebracht. Den schönen Viskosestoff hatte ich auf Ebay Kleinanzeigen gefunden - eine tolle Quelle für gebrauchte und damit nachhaltigere Stöffchen. Ursprünglich hatte ich mir daraus ein Inari Tee Dress genäht - leider sitzt der Schnitt zumindest in Kleidform und aus Webware unmöglich an mir. Die O-Form gefällt mir nicht, die Schultern haben ihr Eigenleben geführt und mein Kreuz hatte kaum Platz darin. Da auch niemand das fertige Kleid haben wollte, musste ich also noch etwas daraus machen, der Stoff war schließlich immer noch schön.

Auch hier hieß die Lösung für eine geringe Stoffmenge Ogden Cami. Ich musste ein wenig schieben, und das Top ist jetzt auch 2-3cm weniger weit auslaufend Richtung Saum, aber Vorder- und Rückenteil sowie die Träger haben auf das Kleid gepasst. Die Belege bzw. das Futter habe ich aus einem anderen alten Top ausgeschnitten, das Material ist auch sehr fließend und passte daher am Besten.

Das Ergebnis liebe ich zum Glück deutlich mehr als das ursprüngliche Kleid, und das Top wird sicherlich einige Verwendung finden. Dieses satte gelb ist aber auch eine herrlich schöne Farbe!


Meine beiden neuen Flatter-Teilchen hänge ich auf die virtuelle Garderobenstange beim Me Made Mittwoch und freue mich schon, dort ein wenig herumzustöbern. 


Happy sewing, 

Julia


7. Juli 2021

Cropped Cardigan Marlo

 Hallo ihr Lieben, 


so langsam möchte ich eigentlich aus meinem Rhythmus rauskommen, nur noch monatlich zum Me Made Mittwoch einen Beitrag zu tippen. Mögliche Inhalte und teilweise sogar schon Bilder sind ausreichend vorhanden, es mangelt lediglich an der Zeit. Aber so ein zweiter Post im Monat wäre schon schön, sonst stapeln sich auch einfach die ganzen Dinge, die nicht zum Me Made Mittwoch passen und das ärgert mich dann. Jetzt, wo ich es hier so öffentlich geschrieben habe, macht mir das hoffentlich den nötigen Druck, was zu ändern, hihi.

Nun aber erstmal zum eigentlichen Inhalt. Ich stehe ja schon ewig auf Kriegsfuß mit Cardigans. Genauer: Der richtigen Länge. Ich habe schon einige gestrickt und genäht, die etwas bis über den Hosenbund gingen, so die ganz normale Länge eben. War aber im Endeffekt mit der Optik nie zufrieden, habe viele aufgeribbelt oder verkauft. Was gut ging, sind lange Cardigans, die trage ich gerne. Aber im Sommer, unter einer Jeansjacke zum Beispiel, sieht das einfach nicht gut aus. Und zu Kleidern auch nicht immer. Über Jahre existieren trotzdem nur diese in meinem Schrank. 

Und dann habe ich beim wöchentlichen Sonntagsschnack von Fredi (Seemannsgarn) mit den Neuheiten im Bereich Schnittmuster den Marlo Cardigan entdeckt. Es passiert sehr selten, dass ich mir ein neues Schnittmuster sofort merke, in diesem Fall ist es aber so gewesen. Er hat mich einfach sofort begeistert!

 

Wie immer hat es aber noch eine Weile gedauert, bis ich dann auch so weit war, die gedanklichen Träumereien umzusetzen. Tatsächlich hat in diesem Fall der Stoff das Nähen angeschubst; den habe ich nämlich auf Ebay Kleinanzeigen entdeckt. Ein Baumwollstrick, Bioqualität, von Hamburger Liebe. Eine Firma, die seit kurzem zwar das Label "problematisch" von mir bekommen hat, aber gebraucht zu kaufen kann ich gut vertreten, solange ich mir keine fundierte Meinung gebildet habe. Die Stoffmenge war deutlich geringer als im Schnittmuster angegeben, aber das mache ich ja sowieso meistens. Ein wenig habe ich mit der Farbe noch gehadert. Creme gibt es bisher in meinem Kleiderschrank nicht, ich konnte mir daher nicht so ganz vorstellen, ob mir das Ergebnis gefallen würde und so kombinierbar wäre, wie gedacht. Die Bedenken habe ich dann aber über Bord geworfen - man muss sich auch mal was trauen, dachte ich mir. 

Während der Stoff seine obligatorische Runde durch die Waschmaschine drehte - was war ich froh, dran gedacht zu haben die Kanten einmal mit der Overlock zu versäubern - habe ich schonmal den Schnitt abgepaust. Ich hatte die großen Bögen plotten lassen, das mache ich am Liebsten um dem Kleben aus dem Weg zu gehen. Anhand der Maßtabelle habe ich mich für die Größe 10 entschieden. Da bin ich zwar eher am oberen Ende der Maße, aber da es sich ja um ein Teil mit viel Mehrweite handelt, war das nicht so dramatisch. Außerdem ist Baumwollstrick jetzt nicht unbedingt ein Material, dass seine Form behält, ich habe ein wenig Ausleiern also einkalkuliert.

 

Bei der Ärmellänge war ich zunächst ein wenig unsicher. Diese ist im Schnittmuster nicht angegeben; das finde ich immer ein wenig schade. Die Tabelle mit den "finished measurements", also den Maßen des fertigen Kleidungsstückes zusätzlich zu der Körpermaßtabelle begrüße ich ja immer sehr, aber eine Ärmellänge sollte schon enthalten sein, finde ich. Also habe ich wie gewohnt 5cm Armlänge hinzugefügt, Länge wegnehmen ist schließlich immer einfacher als etwas hinzuzufügen. Achso, vielleicht sollte ich auch erwähnen, dass ich die kurze Version A gewählt habe.

Bei der Anzahl der Schnittteile war ich kurz ein wenig verwirrt ob der Menge dieser, aber das klärte sich dann schnell auf: Für jede Größe gibt es ein Buttonband-Guide, der die Knopflöcher und Knopfposition anzeigt. Außerdem gibt es zwei verschiedene Schnittteile für das Bündchen entlang der vorderen Kante und des Ausschnittes, je nach Dehnbarkeit des Stoffes. Mitgedacht, finde ich sehr gut! 


Dann war ich bereit für den Zuschnitt. Und musste wirklich ordentlich herumschieben und probieren, bis ich alles auf das Stoffstückchen bekommen habe. Statt wie empfohlen 1x2,3 Meter hatte ich nämlich 1x1,6. Geholfen hat, einlagig zuzuschneiden, außerdem habe ich Saum- und Halsbündchen in zwei Teilen zugeschnitten anstatt im Bruch. So passte alles auf den Stoff, auch wenn kaum etwas übrig geblieben ist. Aber so nähe ich ja auch am Liebsten.

Das meiste habe ich auf meiner Nähmaschine genäht, die Nahtzugabe dann mit der Overlock versäubert. Zwei Nadeln mussten dran glauben, als ich danach aber etwas dickere eingebaut habe, hat sie ohne Probleme gearbeitet. Für die Verarbeitung der vorderen Blende gibt es zwei Versionen, hier habe ich mich für die ganz einfache entschieden, bei der das Bündchen einfach angenäht wird und die Nahtzugabe innen sichtbar ist. In der anderen Variante wird wie ein Blusenkragen genäht, also erst eine Seite, dann die andere mit umgeklappter Nahtzugabe, sodass es innen "schön" ist. Ich wusste aber, dass meine Nähmaschine das dafür notwendige Absteppen nicht hinbekommen würde, da ich den Nähfüßchendruck nicht verstellen kann, hat sie mit so dicken und dehnbaren Stoffen oft ihre Probleme. Da ich den Cardigan aber hauptsächlich geschlossen tragen werde, ist mir das eigentlich auch egal. Eine andere Option wäre noch, die Nahtzugabe mit schönem Schrägband einzufassen, aber auch hier wäre das Absteppen das Problem gewesen.


Wie im Schnittmuster vorgegeben, habe ich auch die vordere Blende verstärkt. Da hier die Knopflöcher reinkommen, ist das auf jeden Fall notwendig! Und auch einem unschönen Verziehen des Stoffes wirkt es entgegen. 

Die drei großen Knöpfe habe ich noch in meinem Fundus gefunden. Sie sind Schokoladenbraun und passen ziemlich gut zum Cardigan, finde ich. Ein wenig nervös war ich noch vor den Knopflöchern, in so dickem Material hatte ich bisher auch noch keine genäht. Nachdem ich aber bei meiner Mama perfekt passendes Garn gefunden hatte (wie gesagt, Creme ist sonst nicht so meine Farbe...) habe ich einfach drauf los genäht und es hat wirklich gut geklappt! Was war ich froh.

Und dann war er auch schon fertig, mein Cardigan. Das Nähen war eigentlich eine flotte Sache. Und die erste Anprobe: Erleichterung pur. So gefällt mir ein kurzer Cardigan, und auch die Farbe mag ich total gerne. Er ist erst seit zwei Wochen fertig, aber ich trage ihn seitdem immer mal wieder, weil er schnell übergeworfen ist und irgendwie immer passt. Das war definitiv nicht der letzte nach diesem Schnitt! 

Anfangs war ich ein wenig enttäuscht, weil ich gedacht hatte, dass der Cardigan ziemlich genau auf Taillenhöhe endet. Ich werde bei der nächsten Version ja sehen, ob es am schweren Stoff liegt oder ich den Schnitt noch ein klein wenig kürzen muss. 

Die Fotolocation ist übrigens eine von mir ausgesähte Bienenwiese hinter unserem Garten. Die Samen hatte ich noch übrig und habe sie dort hingeworfen, mich dann nicht weiter darum gekümmert. Und jetzt blüht es so wunderschön, ich freue mich richtig! Da wusste ich sofort, dass ich dort die nötige Farbe für meinen schlichten Cardigan bekomme. 


Happy sewing, 

Julia


2. Juni 2021

Basics mit einer Prise Glück

Hallo ihr Lieben, 

 

heute möchte ich mal von einem Phänomen beim Nähen berichten, das so tatsächlich in allen Kleidungsbereichen vorkommt: Ich habe kaum gute Basic Schnitte. Also, so Standards, die schlicht und einfach sind, wenig Spaß machen aber dann doch am häufigsten angezogen werden. Es gibt noch immer keinen T-Shirt Schnitt, der mich restlos überzeugt, ich suche weiter nach einer guten Leggings, kurze Hose. Ein wenig habe ich mir das also als Thema für dieses Jahr gesetzt, denn obwohl im Bereich Basics die alte Kaufkleidung noch am längsten hergehalten hat, setzt auch da langsam der Verschleiß ein. 

Nachdem ich recht zufriedenstellend einen Schnitt für Unterhosen gefunden habe (übrigens etwas, von dem ich vor einem Jahr noch behauptet habe, dass ich es nie nähen würde ...) packte mich dann doch wieder die Motivation. Am ärgsten sah es im Bereich Tops aus, also trägerlose Jersey Oberteile. Und die trage ich eigentlich das ganze Jahr, im Sommer einfach so, im Winter untendrunter. Bedarf also groß, Bestand eher minimal. Und vor allem ausgeleiert, ausgedünnt usw. 


Ich durfte dann bei meiner Suche nach einem Schnitt feststellen, dass es das, was ich suche, gar nicht sooo oft gibt. Gerade die großen englischsprachigen Schnittmusterhersteller scheinen ihren Fokus eher auf besondere oder aufwändigere Kleidungsstücke gelegt zu haben. Ich wollte ein Top mit Rundhalsausschnitt, leicht tailliert, nicht hauteng aber auch nicht zu locker. 

Fündig wurde ich dann aber beim Schnittmuster Studio mit der Frau Juno. Obwohl die Namensgebung, also das Frau vor jedem Schnitt, mir stark auf die Nerven geht, sahen die Modellfotos genau nach dem aus, was ich suchte. Also bin ich flott in die Stadt gedüst, habe Baumwolljersey in schwarz und grau besorgt (damals noch an der Tür auf der Straße stehend, jetzt könnte ich auch wieder selbst rein gehen!) und nach dem Vorwaschen direkt mit dem Zuschnitt losgelegt. 

 

Laut meinen Maßen lag ich bei Größe L, für meine zusätzliche Länge habe ich wie folgt ein wenig mehr zugegeben: Jeweils einen Zentimeter an den Trägern und der Taille, der Ausschnitt schien mir ein wenig zu hoch, und dann zwei Zentimeter am Saum. 

 

Das Nähen selbst war dann natürlich kein Hexenwerk, wie es ja so oft mit Basics ist sind die schon fast langweilig. Schulter- und Seitennähte schließen, Bündchenstreifen an die Ausschnitte und Saum, fertig. Abgesteppt habe ich aber mit dem dehnbaren Nähgarn Seraflex, das war eine große Freude! Und in schwarz und grau wird es bei mir auch ständig genutzt werden, also eine gute Sache. So konnte ich die Ausschnitte einfach mit Geradstich absteppen und musste weder mit Zickzack, noch mit der Zwillingsnadel kämpfen. 

Das schwarze Top saß schon wirklich sehr gut, nur der Ausschnitt sollte noch ein bisschen tiefer sein, sodass ich beim grauen Top nochmal ca. 3cm rausgeschnitten habe, einfach einen kleinen Halbmond. Eine weitere Änderung gab es da noch, der Stoff erschien mir nämlich deutlich weniger dehnbar, sodass ich den Schnitt 1cm vom Stoffbruch weggelegt habe, um etwas mehr Raum zu gewinnen. Es gab da mal ein Shirt, das ich kaum angezogen bekam, einfach weil der Stoff weniger flexibel war ... nun ja, hier hätte ich es mir sparen können, es sitzt nicht ganz so gut. Eventuell nähe ich einfach ein kleines Fältchen in den Ausschnitt, oder es wird eher ein Top zum Drunterziehen, mal sehen. 

 

Weil Basics nähen zwar im Ergebnis viel Freude bringt, beim Nähen aber nicht so sehr, habe ich mich im Anschluss mit einem deutlich interessanteren Projekt belohnt: Der Tasche voll Glück von Lotte&Ludwig. Beim Aufruf zum Probenähen habe ich noch abgewunken, ich finde diese quer über der Brust getragenen Bauchtaschen nämlich eigentlich nicht schön. Eine Freundin von mir hat aber mitgemacht, und einen Tag habe ich ihr ein wenig geholfen, dazwischen ein wenig beraten, war also schon im Thema drin. Und Stück für Stück ist mir aufgefallen, dass es zum einen ein perfektes Geschenk ist, zum anderen eine super Lösung für mein Pendel-Problem. Es nervt mich nämlich sehr, dass ich jedes Mal meinen Rucksack absetzen muss um an mein Ticket/Schlüssel/Dienstausweis usw. zu kommen. Gerade im Sommer, wenn ich keine Jacke mit Taschen trage, ist ja wirklich alles im Rucksack, auch das Handy. Und mir dämmerte, dass so eine Bauchtasche die perfekte Lösung wäre. 

Long story short, nach einem kleinen Ausflug zu meinen Resten ist diese Tasche hier entstanden und seitdem bei jeder Fahrt zur Arbeit mein treuer Begleiter. Sie beherbergt Handy, Schlüssel fürs Haus und die Arbeit, Portemonnaie und mein Strickzeug und ist einfach unglaublich praktisch! So kann ich auch schon am Gleis ein paar Maschen stricken, während ich auf den Zug warte, und alles wichtige ist griffbereit. 

 

Der Außenstoff lag hier noch in meiner Resteschublade. Ich habe lange bezüglich der Farbe überlegt, wollte etwas eher schlichtes haben, aber Jeans oder schwarz war mir dann doch zu öde. Kurz dachte ich über Bordeaux nach, aber ich glaube, mit Khaki habe ich eine gute Wahl getroffen. Das Futter ist ein altes Hemd meines Vaters, das ich behalten habe weil ich das Muster so schön fand. Es passt einfach perfekt zum Außenstoff, finde ich! Die kleinen Gurtband-Reste hatte ich auch da, ebenso wie die Reißverschlüsse. Die passen jetzt nicht zueinander, aber das ist mir ziemlich egal. Das lange Gurtband ist tatsächlich ein alter Gürtel vom Freund, so einer mit D-Ringen, den es oft bei kurzen Hosen dabei gibt. Farblich quasi Bestimmung, oder? Ich hatte also bis auf die Karabiner, D-Ringe und die Leiterschnalle alles zuhause, und diese Teile waren dank Impfausweis auch schnell besorgt.

Von der Aufteilung habe ich es sehr schlicht gehalten. Es gibt die (wirklich schöne) Fronttasche nicht, auch nicht die Klappe davor. Innen gibt es ebenso keine Tasche, nur die an der Rückseite habe ich für mein Handy bestimmt. Ich habe insgesamt auch die kleine Version der Tasche genäht, da hatte ich den Vorteil, sie bei meiner Freundin schonmal anprobieren zu können. Die Große finde ich selbst für meine Körpergröße zu wuchtig, aber das ist vermutlich ebenso Gewöhnung wie die Tasche selbst. 

Leider ist mir beim Nähen ein kleiner Fehler unterlaufen, obwohl ich dachte, darauf zu achten, öffnen die Reißverschlüsse zu verschiedenen Seiten. Auch bei Rucksäcken habe ich gelernt, dass ich eine Seite bevorzuge, weil ich sie immer über dieselbe Schulter auf- und absetze, und auch hier, die Tasche würde ich eigentlich vom Gefühl her auf der anderen Schulter tragen. Dann ist die Öffnung vom vorderen Reißverschluss aber unten, was unpraktisch ist. Ein wenig schade, aber erstaunlicherweise habe ich mich da schnell umgewöhnt.

Habt ihr eure Basic-Schnitte schon gefunden? Welche sind es? Und belohnt ihr euch nach "langweiligen" Nähprojekten auch mit etwas spannenderem?

Meine Tops und Tasche verlinke ich beim heutigen Me Made Mittwoch im Juni und freue mich auf das lange Wochenende, wenn ich die anderen Beiträge lesen kann. 

Happy sewing, 

Julia


5. Mai 2021

Streifenkumulus - Verwertung für Mohair Reste

 Hallo ihr Lieben, 

und Willkommen zum Me Made Mittwoch im Monat Mai! So viele "M" in einem Satz, ich komme mir ganz poetisch vor. 

Mein heutiges Kleidungsstück vereint ja ganz viel, was ich mag. Reste verwerten, zum Beispiel, da bin ich recht gut drin, vor allem bei Wolle. Normalerweise stricke ich aus den Überbleibseln von anderen Projekten ja Babysachen, die lassen sich so schön verschenken (oder aufbewahren).

Allerdings ist Mohair-Garn genau wie andere Fasern mit viel Flausch nicht wirklich geeignet für Babykleidung. Die einzelnen Fasern können sich nämlich vom lose gezwirnten Garn lösen und in Babys Lunge geraten, was nicht ganz so zu empfehlen ist. Deshalb saß ich Anfang des Jahres recht ratlos vor diversen Flausch-Resten, dabei einiges Mohair, das meine Mama mir gegeben hatte, ein wenig Alpaca war auch mit dabei. Vom Pullover meiner Mama waren über zwei Knäul Grau übrig geblieben, ansonsten waren da diverse Blau-Töne, Grün, ein Fitzel rot und Lila. Tja, was tun damit? Zunächst dachte ich an eine Streifenmütze, konnte ich mir gut vorstellen. Nach einer Konfrontation des Garns mit der Waage stellte ich aber fest, dass es fast genug für einen Pullover sein könnte, und dann war ich angefixt.

Ich habe gemalt, die einzelnen Farben abgewogen, überlegt und geplant. Wie würde ich es halbwegs ästhetisch hinbekommen, ohne, dass es zu unruhig werden würde? Die Garnmengen waren sehr unterschiedlich, eigentlich wollte ich aber nicht so viele schmale Streifen wegen der zu vernähenden Fäden. Achso, die Anleitung stand von Anfang an fest, es sollte noch eine Cumulus Bluse werden, die habe ich ja schon so oft gestrickt, da brauche ich fast die Anleitung nicht mehr. Einmal aus dickerem Flausch für meine Mama, dann ohne Flausch für mich, aus Alpaca und dünner für Mama. Irgendwann stricke ich diesen Pullover bestimmt auch nochmal einfarbig flauschig für mich.

Um den verschiedenen Farben das "laute" zu nehmen, wollte ich immer einen Faden Grau und einen Faden bunt zusammen verstricken. Dann wird alles etwas stimmiger, dachte ich mir. Da das Grau aber nicht reichen würde, habe ich meine beiden Strickfreundinnen gefragt und durfte bei Saskia noch ein wenig helles Braun abholen. Ja, und dann ging es los!

Eine grobe Vorgehensweise hatte ich, vom Königsblau war noch sehr viel da, die Streifen mussten also oft vorkommen, andere Garne waren weniger, sodass die Streifen seltener waren. 4-6 Reihen habe ich pro Streifen gestrickt, aber im Endeffekt war das ein absolutes Rebellions-Projekt. Ich habe immer irgendwo mitten in der Runde den Streifen beendet, bzw für 5-10 Maschen den Faden der neuen Farbe mitgestrickt und somit gewechselt. Das Beilaufgarn blieb ja immer dabei, so sind auch keine unschönen Löcher entstanden. 

Das rote Garn war etwas dicker als die anderen, und auch eine Mini-Menge. Erst hatte ich überlegt, es nur an einem Ärmel zu nutzen, aber da ich ja doch eher für Symmetrie bin, ist der Streifen auf die Brust gekommen.

Ich habe Größe M gestrickt, aber Längenangaben ignoriert. Wann der Körper passend war, habe ich durch anprobieren ermittelt; da ja von oben in einem Stück gestrickt wird, ist das jederzeit möglich. Die Ärmel habe ich verlängert, die Abnahmen immer eine Runde später gestrickt (jede 10. statt jede 9. Runde) und wusste vom Pullover meiner Mama, dass nach der letzten Abnahme die Ärmel lang genug sind.

Ganz gleich sind die Streifen in Ärmeln und Körper nicht, aber ich habe mich bemüht, es so passend wie möglich zu machen. Dafür musste ich natürlich nach Beendigung des Körpers erstmal alle Reste halbieren ... Aber da hatte mich schon die Freude auf den fertigen Pullover so gefesselt, dass ich es ohne großes Hadern erledigt habe.

Schlimm an der Anleitung finde ich ja, dass ganz zum Schluss noch der ätzende I-Cord kommt. Ich mag das ja einfach nicht stricken, ganz, ganz schlimm. Ich habe es deshalb hier aufgeteilt, direkt nach Ende des Körpers diesen abgeschlossen, dann den Halsausschnitt und dann die Ärmel gestrickt und jeweils den I-Cord am Ende auch direkt. 

Herausgekommen ist ein ganz toller, warmer und lockerer Pullover, den ich sehr mag. Der Ausschnitt ist fast etwas weit, da hätte ich den I-Cord durchaus fester stricken können, aber das lässt sich nicht mehr ändern, Flauschgarn ribbel ich nämlich bestimmt nicht auf. Ich trage eh immer ein Top oder Shirt drunter, also keine unerwünschten Einblicke möglich.

Die Fäden habe ich übrigens nicht vernäht, sondern einfach abgeschnitten. Ich sag ja, Rebellions-Projekt! Aber dank der flauschigen Fasern verhakt sich da eh alles sofort, und ich hatte ihn bestimmt schon 10x an, bisher ist mir keine offene Stelle begegnet. Im Endeffekt hatte ich durch das Einstricken der Anfangs- bzw. Endfäden ja auch schon vernäht, sozusagen. War auf jeden Fall erfolgreich.


Die Fotos hat eine liebe Freundin im Garten gemacht, vielen Dank dafür! Das macht direkt mehr Spaß als alleine, und bietet auch mehr Möglichkeiten. 

(Das Projekt findet ihr auch auf Ravelry)


Happy knitting, ihr Lieben!


Julia