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4. August 2018

Update No. 26

Werbung da Markennennung. Nichts von wem anders als mir bezahlt und gedacht. 


Hallo ihr Lieben!

Herzlich willkommen zum aktuellen Update, dem Format, in dem ich euch einen Zwischenstand von meinen Projekten liefere. Wie immer gilt, alles, was hier gezeigt wird, erhält noch einen ausgiebigen Beitrag. Normalerweise. Die ersten beiden Bilder werden aber erstmal die einzigen von meinem neuesten fertigen Objekt sein, denn es zählt eher in die Kategorie "Home" und ist zu einfach, um einen ganzen Beitrag zu füllen. 


Ich habe mir nämlich eine Picknickdecke genäht! Die Idee dazu entstand folgendermaßen: Eine liebe Freundin aus dem Studium besuchte mich in Münster und wir hatten ein Picknick geplant. Sie war super ausgerüstet: Picknickkorb mit Geschirr, Besteck und integrierter Kühltasche (!) und eben einer Picknickdecke. Von unten beschichtet, sodass sie bei jeder Wetterlage einsetzbar ist. Während wir uns also so dort fläzten, aßen und tranken, sinnierte ich, mir so etwas doch wohl auch selbst nähen zu können. Und, dass eine Picknickdecke, von einer Seite wasserdicht, für unseren immerfeuchten "Rasen" (eigentlich Wiese) ziemlich praktisch wäre. Na gut, in diesem Ausnahmesommer ist sogar unsere Grünfläche trocken (und die einzige, die noch grün ist im Umkreis!) aber normalerweise sorgt die ungünstige Kombination aus leicht abfallendem Gelände, hauptsächlich Moos und nur wenig Erde unter dem Grün, danach dann hauptsächlich Kies für Nässe, immer. Somit kann man da nicht sitzen. Jetzt aber schon, denn jetzt habe ich eine Decke! Haha!


Das war auch kein großes Hexenwerk und ist ganz frei Schnauze zusammengenäht worden. Ich habe ganz einfach je zwei Meter Wachstuch und Oberstoff sowie Watte bei Stoff und Stil bestellt. Dann alles aufeinandergelegt und Oberstoff und Watte so zurecht geschnitten, dass das Wachstuch rundum 3cm breiter war. Ich habe dann zunächst den Oberstoff auf der Watte festgesteckt und in regelmäßigen Abständen Linien aufgesteppt, damit alles gut zusammenhält. Dabei habe ich mich an der Musterung des Oberstoffes orientiert, so brauchte nichts abgemessen werden. Dann habe ich das Wachstuch zuunterst gelegt, also mit der rechten Seite auf den Boden, Watte+Oberstoff oben darauf und das Wachstuch an den Rändern zweimal umgeklappt. Aufgesteppt, fertig. Der letzte Schritt war knifflig, weil meine Nähfüße alle am Wachstuch hängen blieben und es Falten geworfen hat. Letztlich geholfen hat nur Backpapier mit einzunähen, auch Masking Tape funktionierte nicht. 
Den ganzen Spaß bei über 30°C Außentemperatur (und entsprechend etwa 25 in der Wohnung) zu machen, empfehle ich übrigens nicht. Nach zwei Reihen Absteppen musste ich pausieren, weil ich ja logischerweise die ganze Decke auf dem Schoß hatte und auch ziemlich viel manövrieren musste um alles unter die Nähmaschine zu bekommen. Das war echt schweißtreibend, hat sich aber gelohnt, sie ist so schön geworden!


Neu im Schrank



Wer mir auf Instagram folgt hat schon mitbekommen, dass bei mir ein Mangel an Sommerkleidern herrschte, zumindest für einen so überragenden Sommer wie den diesjährigen. Ich habe also alle anderen Nähpläne zunächst auf Eis gelegt (schön wärs, das Eis) und bin zum Stoffladen gefahren um diese Lücke zu füllen. Dank einem 20%igen Rabatt auf alle Stoffe bin ich gleich mit 4 Metern aufgeteilt auf drei Stoffe wieder herausgegangen, und die ersten beiden seht ihr hier verarbeitet. Das linke musste ich aus der Wäsche holen, das rechte hat die erste Wäsche schon hinter sich, woran man vielleicht ablesen kann, wie dringend benötigt sie waren. Ich liebe beide sehr und freue mich schon, sie euch genauer vorzustellen!


Auf den Nadeln


Hätte ich ein bisschen besser kalkuliert, hätte ich euch heute auch den fertigen Winterfell Cardigan präsentieren können. So ist mir aber das Unglück passiert, dass das Garn für die letzten 4cm vom Ärmel nicht mehr ausreichten und ich nachbestellen musste. Nun warte ich also sehnlichst auf das Knäul, damit der Cardigan fertig ist. Bis dahin werden Fäden vernäht und Knöpfe angebracht, um die Zeit sinnvoll zu füllen. Mein Handgelenk freut sich über die Pause, die beiden Ärmel habe ich in drei Tagen gestrickt auf dem Sockenwunder, das war vielleicht ein bisschen zu viel ... 


Unter der Nadel



Unter meiner Nadel befindet sich auf Grund der dazwischengeschobenen Sommerkleider noch immer das Kleid Madeline, welches ich im letzten Update schon vorgestellt habe. Es ist aber nicht mehr viel Arbeit nötig, lediglich das befestigen des Besatzes in der Taille und der Rocksaum müssen noch umgenäht werden, dann ist es fertig. Und kann erstmal in die hinterste Ecke vom Schrank, denn für eine doppelte Lage dicken schwarzen Jersey ist es aktuell echt zu warm. 
Das Pausieren hat meiner Motivation, an diesem Kleid weiterzunähen, übrigens überhaupt nicht gut getan. Bisher habe ich immer artig ein Teil nach dem anderen genäht, und das ist offenbar auch genau die richtige Vorgehensweise für mich. Sonst weiß ich nicht mehr, wo ich war, was noch getan werden muss und habe schlichtweg keine Lust mehr auf das "alte" Teil.


Nach dem Kleid kommt dann noch das Milchmädchen aus demselben Stoff, und danach ein Schwung Decken für die Frühchen, die sind nämlich auch schon zugeschnitten. 


Neuzugänge


Zwei der Stoffe aus meinem panischen Sommerkleidlochkauf sind ja schon verarbeitet, der rechte, gestreifte ist noch übrig. Aus dem werde ich wohl ein Kleid mit zumindest etwas Ärmel machen, weil ich es gerne auch im Herbst noch mit Strumpfhose und Cardigan tragen würde. 
Der linke Stoff ist eine schöne Viskose vom Restetisch, die in meine Tasche gefallen ist als ich Stoff für ein Sommerkleid für meine Mama gekauft habe. Noch weiß ich nicht, was er werden will, weil Viskose so schön sommerlich ist, die Farben aber auch super in den Herbst passen. Mal sehen, was mir dazu einfällt. Vielleicht mache ich auch ganz verrückt einfach einen Maxi-Rock daraus, mal sehen. 


Und, woran arbeitet ihr aktuell so?


Happy sewing, happy knitting, 

Julia





13. Juli 2016

Negroni für den Herzmann

Hallo ihr Lieben!

Heute mal ein Beitrag aus der Reihe "Nähen für andere". Ist nicht so, dass ich nicht noch zig für mich gewerkeltes zu zeigen hätte, aber erst hatte ich keine Lust auf Fotos machen, dann habe ich mein Objektiv zerdeppert und musste auf ein neues warten (Argh!), und dann hatte ich keine Zeit. 

Ihr dürft also heute mit dem Herzmann Vorlieb nehmen, ihr Glücklichen!


Ich habe ja so eine Charaktereigenschaft, die dazu führt, dass ich anderen gerne eine Freude mache, helfe, und so Zeug. Das stelle ich auch gerne vor meine eigenen Bedürfnisse. Wenn zum Beispiel meine Mama ein Shirt von mir bewundert, dann biete ich sofort an ihr auch so eines zu nähen, dann fahren wir Stoff kaufen, dann wasche ich den und muss das auch zu allererst nähen bevor ich was für mich mache, sonst fühle ich mich schlecht. Ähnlich auch beim Herzmann: Ich hatte ihm einen Gutschein für ein genähtes Hemd genäht, ein bisschen auch aus Eigennutz.

Zum einen nähe ich einfach wahnsinnig gerne mit Webware. Das ordentliche Arbeiten macht mir irgendwie Spaß. Und ich nähe auch gerne Hemden und Blusen: Kragen und Manschetten, hach, das ist irgendwie toll. Da sollte der Herzmann natürlich auch von profitieren. Über den Gutschein hat er sich gefreut, wir sind dann erstmal auf Schnittmustersuche gegangen. Er hat sich für Negroni von Colette/Walden entschieden. Das hat kurze und lange Ärmel, zwei Brusttaschen und auf dem Rücken zwei Falten unter der Passe. Ich fand den Schnitt zum Glück auch schön. Gekauft, geklebt, ausgeschnitten in L, weil das laut Maßen passen sollte und der Herzmann es gerne locker haben wollte, auf jeden Fall nicht zu eng!


Beim Stoffkauf haben wir dann mit diesem hier einen kleinen Kompromiss gefunden. Es gab denselben Stoff nochmal mit anderer Farbgebung, unter anderem Orange. Ich hasse Orange! Einfach keine schöne Farbe, irgendwie. Blau/grün hat uns dann zum Glück beiden gefallen, außerdem hat der Stoff so eine schöne Knitter-Struktur, was weniger Bügeln erfordert. Großer Pluspunkt. 


Das Nähen an sich war erstmal kein Problem, hat man alles schonmal gemacht. Allerdings wurden die Ärmel irgendwie seltsam eingesetzt, ganz verstanden habe ich immer noch nicht, was ich da getan habe und werde es bei einer nächsten Version definitiv anders machen. Die Ärmel waren sowieso der Knackpunkt, dem Herzmann waren sie deutlich zu weit, sah wirklich nicht schön aus, wie so Flügel. Gut für Männer mit ordentlich Oberarmen, wir haben dann einfach nochmal einige Zentimeter rausgenommen, jetzt sitzen sie gut. Auch die Länge der Ärmel habe ich gekürzt. Aber generell ist das Shirt etwas sehr groß, eine zweite Version würde ich kleiner Nähen. 


Wie ihr seht, habe ich nicht versucht irgendwo Streifen passend zu machen oder sonstwas. Wenn ich einen neuen Schnitt nähe kann ich da nicht auch noch drauf achten, ist leider so. Aber im Rückenteil hat es trotzdem geklappt! Wobei ich sagen muss, dass es ja deutlich cooler gewesen wäre die Streifen in der Passe diagonal und längst verlaufen zu lassen, denn so geht die Passe mitsamt Falten fast unter. Der Herzmann wollte aber lieber gerade Streifen. 
Jetzt wo ich weiß, welche Änderungen ich vornehmen muss damit das Hemd ihm passt kann ich aber ja auch heimlich eins nähen, und das muss er dann einfach anziehen, hihi.

Also supermegazufrieden bin ich nicht, aber für mein erstes Männerhemd ist das vollkommen in Ordnung, und Steigerung muss immer möglich sein. 

Ich verabschiede mich hiermit in den Urlaub! Hoffentlich komme ich mit ein paar schönen Bildern wieder, ich habe fast alles an neuen Klamotten, die noch nicht fotografiert sind eingepackt und möchte tolle Fotos davon machen. Also, wir lesen uns!