17. März 2019

Update No. 38

Hallo ihr Lieben!


Bei dem schrecklich ungemütlichen und nassen Wetter der letzten Tage habe ich es nicht geschafft, irgendwelche Outfits zu fotografieren und einen Blogpost zu schreiben. Aber für ein paar dunkle Work-in-Progress-Fotos hat es heute gereicht, sodass ich euch zumindest zeigen kann, woran ich akutell arbeite. Wann es das nächste Update geben wird, weiß ich noch nicht genau. In zwei Wochen, wenn es üblicherweise dran wäre, bin ich auf der H+H in Köln (das erste Mal! Ich bin sehr gespannt :)) und werde vermutlich nicht dazu kommen. Und kurz danach geht es in den Urlaub ... also lasst euch überraschen, ihr werdet es sehen, nicht wahr? 



Neu im Schrank



Für den erwähnten Urlaub packte mich ganz spontan die absolute Näh-Lust. Ich sah mich schon in diversen neuen Teilen in der Sonne flanieren, und Kleid Nummer eins ist auch schon fertig: Das Jessica Sundress aus gestreifter Baumwolle, ich bin unglaublich verliebt. Tragebilder wird es geben, hoffentlich so richtig schöne vom Strand. Das Nähen selbst hat auch viel Spaß gemacht, irgendwie habe ich schon länger nicht mit Baumwolle genäht und es sehr vermisst. 


Paraphrasierte Wiedergabe eines Dialogs:

Mama: "Ich war letztens zum Frühstück eingeladen, und die hatte so niedliche Eierwärmer auf ihren Eiern, wie kleine Pudelmützen, mit so Bommeln, ganz niedlich, wirklich, zauberhaft. Kannst du das auch?"
Ich: "Klar! Lass uns Wolle kaufen!"
Mama: "Vielleicht habe ich noch passende Reste."
Hatte sie. Und zack, waren sechs winzige Mützchen gestrickt, die wirklich süß sind. Mussten sogar skeptische Strick-Freundinnen zugeben, die zuerst urteilten, dass Eierwärmer in die Kategorie "unnützes Strickzeug" gleich neben Wischlappen gehören. Ich habe ihnen das Bild gezeigt und die Herzchen-Augen sprachen für sich. Übergeben werde ich sie heute und bin schon gespannt, ob sie die Vorstellungen erfüllen. 


Auf den Nadeln


Boxy hat Aufwind bekommen! Die endlosen Runden sind nämlich beendet, das Vorderteil habe ich auch schon bis zum Halsausschnitt hochgestrickt, jetzt kommen die Schultern. Dann das Rückenteil und die Ärmel und fertig ist es! Ich bin richtig motiviert jetzt wieder, vielleicht werde ich ja bis zum Urlaub fertig und kann es für kühle Abende einpacken. Oder für die Reise, das ist bestimmt das bequemste Reiseoutfit aller Zeiten.


Auch die endlose Sockenschlange wächst und wird langsam unhandlich. Daher auch die zerknitterte Optik, das kommt nicht daher, weil die Schlange geschlafen hat, sondern weil ich sie immer aufrolle beim Stricken, bzw. umkrempel. Ihr wisst, was ich meine? Jedenfalls ist es nicht mehr sooo lange, bis das Knäul verstrickt ist. Mal sehen, ob es beim nächsten Update schon ein paar Fersen, Bündchen oder Spitzen gibt ... vielleicht rühre ich sie aber auch bis zur H+H nicht an, weil das natürlich das perfekte Projekt wäre wenn wir am Abend nach einem Weinchen zusammen sitzen und quatschen. 


Trotz einiger Fehlerchen ist der erste der X-Mitts fertig und der zweite schon auf Höhe der Zunahmen für den Daumenkeil. Mal sehen, ob die noch zum Einsatz kommen bevor es zu warm wird. Fäden vernähen müsste ich natürlich auch noch, und das sind nicht wenige! Überschlagen etwa 14 pro Handschuh.. 


Unter der Nadel


Urlaubskleid zwei ist in der Mache! Das Oberteil ist schon fast fertig, mit dem Rock habe ich angefangen. Der Stoff ist absolut traumhaft, ich bin richtig begeistert und freue mich schon so, dieses Teil anzuziehen. Im Gegensatz zum gestreiften Kleid weiter oben ist dieses auch das ganze Jahr hindurch tragbar, bei kälteren Temperaturen eben mit Strumpfhose und Cardigan, was mich zusätzlich sehr erfreut. 


Und dann?


Nach dem Kleid soll es bestenfalls noch einen ganz einfachen Rock geben. Gummiband und Stoff passen so herrlich zusammen, dass ich mir eine kleine Bund-Konstruktion überlegen muss, vom Gummiband gabe es nämlich nur noch 50cm, und das reicht für mich definitiv nicht. Es bleibt spannend, ich weiß selbst noch nicht genau, wie ich es angehe. 

Und wenn dann noch Zeit ist, ich hätte noch Stoff für ein kleines Top oder eine Stoffhose hier ... mal sehen, was möglich ist. Ich freu mich so!


Happy sewing, 
happy knitting, 


Julia 


Verlinkt mit Maschenfein

10. März 2019

Kleine Pulloverkollektion

Hallo ihr Lieben,

noch immer gibt es im nahen Bekanntenkreis niemanden, den ich mit gestrickten Babysachen versorgen kann. Trotzdem entstehen aber immer wieder Wollreste, die ich nicht herumliegen lassen kann. Und so habe ich heute gleich zwei kleine Pullover, die aus genau solchen Überbleibseln entstanden sind. Ich fühle mich sofort besser, wenn ich so ein Projekt fertig habe, und schnell geht es auch noch.


Beide hier gezeigten Stücke sind nach derselben Anleitung entstanden: Dem sogenannten "Pullover Goldjunge" aus dem Klompelompe Buch. Kleiner Exkurs: Es gibt auch ein "Goldmädchen", quasi gleich, nur mit einem kleinen Tropfenabschluss. Warum das eine nun weiblich, das andere männlich ist, erschließt sich mir nicht, aber weiter unten seht ihr, dass auch der Goldjunge von Mädchen getragen werden kann. 

Aber bleiben wir doch bei diesem Modell. Ich habe die Größe 6-12 Monate gewählt und mit Nadelstärke 4mm gestrickt. Bei dem Garn handelt es sich um eine Kooperation von Resten: Das grünliche ist Biola von Austermann und wurde mir von Sophia vererbt, rot und creme stammen von mir und waren wirklich kleine Reste Milano. Diese drei Knäulchen lagen also auf meinem Tisch, als Saskia zum wöchentlichen Stricktreff hereinschneite.


Bis dahin hatte ich nämlich eigentlich zwei verschiedene Projekte geplant, einen Pullover aus dem grünen Garn und ein Mützchen aus meinen Resten. Aber die magischen Worte "Oh, ein Weihnachtspulli? Süß!" führten umgehend dazu, dass ich alle Pläne über den Haufen warf. Und so entstand ganz fix ein Pullover in Weihnachtsfarben, mit sowohl farblich als auch strukturell abgesetzer Passe in Zuckerstangenoptik, wie ich finde. Passende rote Knöpfe fanden sich noch in meinem Fundus, und ganz schnell war der Pullover fertig. Er wartet nun auf das passende Kind, dem ich diesen Pullover zu Weihnachten schenken kann. 


Ein paar Monate später ein ähnliches Spiel. Die Reste vom Julevotter Adventskalender für meine Mama wollte ich gerne zu einem Baby-Projekt verarbeiten. Ein von der Garnstärke her passendes großes Knäul in lila - genau so sehr mein Farbschema wie die rosa/pink Töne die vom Kalender übrig blieben - komplettierte das Bild perfekt.


Auch hier ein Goldjunge, allerdings in Farben, die viele wohl eher ihrem Mädchen anziehen würden. Mit dem kleinsten Knäul habe ich nach dem Bündchen angefangen und schmale Streifen in der Hauptfarbe zwischen die großen Streifen gesetzt. Ich habe so lange gestrickt, bis alles restlos aufgebraucht war, und das passte perfekt. Sogar am Ärmel habe ich noch eine Reihe in dem Flieder eingesetzt bevor das Bündchen kam. Passende Knöpfe gab es wieder im Fundus, die hier sind definitiv ziemlich alt, müssen noch von meiner Oma sein.


Was aber am meisten Spaß gemacht hat bei diesem Pullover: Ich habe zum ersten Mal mein Nadelset von Hiyahiya getestet, welches ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Das war vielleicht eine Freude! Ich bin sehr zufrieden damit und schiele schon auf ein weiteres Set ... 

Beide Pullover sind übrigens mit derselben Maschenzahl gestrickt, der zweite aber mit dickeren Nadeln, weil das Garn auch etwas dicker ist. So sind zwei sehr verschiedene Pullover entstanden. 

Die Anleitung selbst ist leider fehlerhaft. Ich habe ja schon einige Modelle aus dem Buch nachgestrickt und so langsam das Gefühl, dass bei der Übersetzung so einiges verloren gegangen ist. Geübte Stricker lesen wahrscheinlich darüber hinweg, aber trotzdem: Laut Anleitung soll das Halsbündchen im Perlmuster gestrickt werden, was sowohl optisch Quatsch ist, und auch auf keinem Modell im Buch zu sehen. Außerdem wird an einer Stelle von Abnahmen gesprochen, an der es Zunahmen sein müssten. Schade, denn die Modelle sind wirklich schön! 

Aber trotz und alle dem sind zwei süße Pullover entstanden, die ordentlich Reste verbraucht haben und mich somit sehr erleichtern und allein deshalb schon mehr als gelungen sind. Irgendwann werden sie schöne Geschenke ergeben, oder meine Kinder kleiden, wer weiß. 


Happy knitting!

Julia


Meine Projekte findet ihr wie immer auch auf Ravelry

6. März 2019

Port Shorts erste Auflage

Hallo ihr Lieben,

was freue ich mich, dass heute Me Made Mittwoch ist! Noch immer meine liebste Linkparty mit den professionellsten und schönsten Kleidungsstücken. 
Und auch mit mehr kommentar-willigen Menschen, was mich persönlich sehr freut. Ich bin selbst jemand, der nicht überall seinen Senf dazu gibt, aber gebe mir immer Mühe, wenn ich ein Teil schön oder bemerkenswert finde, ein paar Sätze dazulassen. Ich habe aber generell das Gefühl, dass dieses Verhalten in der Community nachlässt. Vermutlich, weil viele mittlerweile am Handy lesen und dort eher konsumieren, als sich aktiv zu beteiligen? Naja, wie dem auch sei: Ich freue mich sehr, wenn ihr etwas zu sagen habt und dies auch tut. Und bemühe mich weiterhin, selbst so zu sein.


Nun aber zum heutigen Outfit! Hauptsächlich soll es um die Shorts gehen, die ich auf diesen Bildern trage. Tatsächlich trage ich sie schon seit letztem Mai sehr gerne und häufig, aber irgendwie hat sie es bisher nicht hierher geschafft. Gut, dass ich das jetzt erreicht habe. Hat ja sonst was von Altlasten oder so, gefällt mir gar nicht.


Verwendet habe ich für diese Shorts das Schnittmuster der Port Trousers von Pauline Alice, in der Shorts-Version. Größe 42 ist es bei meinen Maßen, mit einem um 3cm verlängerten Schrittbereich und einer etwas abgeänderten Nahtführung in der vorderen Mitte, um Falten zu verringern. Ansonsten eine reguläre Shorts mit aufgesetzten Taschen vorne und hinten, einem Reißverschluss und einem Knopf. Oh, Gürtelschlaufen gibt es auch!


Zum Stoff kann ich euch leider nicht viel sagen, es handelt sich um ein Reststück vom Tauschstisch von Sewing by the Sea im letzten Frühjahr. Von der Haptik und dem Tragegefühl her würde ich vermuten, dass es ein Wollgemisch ist? Ohne Strumpfhose kratzt der Stoff etwas, aber auf Grund der Optik trage ich die Hose sowieso nicht im Sommer, das passt also. Achso, der Stoff leiert auch ziemlich aus. Nach dem Waschen sitzt die Hose ähnlich wie meine zweite Port Trousers, aber ein, zwei Tage des Tragens und sie sitzt wie hier. Immer noch in Ordnung, aber ein bisschen sackiger und je nach Bewegung gibt es auch ein paar unschöne Falten im Schritt.


Das Outfit wird komplettiert durch einen meiner wenigen Kaufpullover. Diesen hier besitze ich schon fünf oder sechs Jahre, damals im Sale gekauft und erstaunlich gut erhalten. Ich liebe einfach Farbe und Sitz dieser Klamotte, habe den Schnitt auch schon abgenommen, aber so ein tolles gelb ist mir als Stoff bisher nicht über den Weg gelaufen, deshalb gibt es nur Versionen in schwarz, gestreift und beige
Der Hals wird durch mein Goosebumps Tuch gewärmt, auch ein Dauerbrenner hier, da so schön schlicht und damit eigentlich immer passend.


Auch in der Rückenansicht sitzt die Hose etwas sehr locker, wie ihr seht. Aber hey, meistens ist man ja in Bewegung, und gerade zu dieser Hose habe ich schon viele Komplimente von Kolleginnen bekommen, denen sie total gut gefällt, ich mecker hier also wieder auf hohem Niveau. Das weiß ich übrigens auch! Aber ich möchte es ja auch nicht aussehen lassen, als ob ich perfekt nähe und mit jedem Teil komplett zufrieden bin. Auch uns Nähenden passieren Fehler, das sollte man nicht vergessen.


Also: Ab Tag zwei wird hier ein Gürtel nötig, sonst habe ich das Gefühl, die Hose zu verlieren. Bzw. eben nicht, denn mit Strumpfhose oder Leggings drunter merke ich gar nicht, wo der Bund der Hose hängt, und das mag ich nicht. Also Gürtel drauf. 
Der Knopf ist aus meinem Bestand, ich glaube es war einer von denen, die ich aus einer Kaufjacke herausgetrennt habe. Also, diese Ersatzknöpfe, die aufs Etikett genäht sind, kennt ihr, oder? Habe ich immer abgeschnitten und aufbewahrt, selten in die tatsächlichen Kleidungsstücke genäht sondern wie hier anderweitig verwendet.


Mit meiner unperfekten Hose bin ich insgesamt trotzdem sehr zufrieden, weil sie bequem ist und sich so schön kombinieren lässt. Ich trage sie jedenfalls recht häfuig im letzten Jahr und habe eine weitere Version des Schnittes genäht, was ja schon für sich spricht. 

Viel Spaß euch beim Stöbern in der Linkliste!


Happy sewing, 

Julia

3. März 2019

Update No. 37

Hallo ihr Lieben,

Willkommen zurück zu einem Update meinerseits. Die heutige Fotolocation wurde netterweise von einem Essenslieferanten und einer lieben Strickfreundin eingerichtet, vielen Dank dafür. Also, nicht, dass hier Missverständnisse aufkommen: Isoliermaterial ist der Hintergrund, fand ich schöner als weiße Fliesen, und das tolle Arrangement auf dem kleinen Holztablett bekam ich als Gegenleistung für vererbte Stricknadeln geschenkt. Beides passte meiner Meinung nach gut zu dem ollen Licht, das von außen hereinschien, und wurde deshalb eingesetzt. 

Okay, genug der uninteressanten Details. Kommen wir zum eigentlichen Inhalt: Meine Projekte. 



Auf den Nadeln



Die Kategorie "Neu im Schrank" entfällt heute, weil es für mich nichts neues gibt seit dem letzten Update. Ich habe zwar zwei Paar Socken fertig gestrickt, aber beide schon an die Empfänger weitergegeben und sie deshalb nicht hier, um euch einander vorzustellen. Deshalb liegen symbolisch die Wollreste hinten im Bild, nicht, dass sich hier noch jemand vernachlässigt fühlt. 
Direkt im Anschluss habe ich auch schon die nächsten Socken angschlagen, bzw. möchte ich die faszinierende Idee von Sophia ausprobieren, einen langen Schlauch zu stricken und je nach Länge mit 2-4 Bündchen, Fersen und Spitzen auszustatten. Denn bei diesem Garn wüsste ich beim besten Willen nicht, was ich mit den Resten anfangen soll. Es glitzert, ist daher vermutlich weder für Frühchen noch für Babyfüße geeignet und auch überhaupt nicht mein Beuteschema. Also lautet die Devise: Bis zum letzten Meter aufbrauchen! Es strickt sich herrlich nebenbei und wird aktuell gerne von A nach B geschlört. 



Im Gegensatz zu Boxy, der Pullover wird doch eher sträflich vernachlässigt. Beim letzten Stricktreff habe ich wieder ein paar Zentimeter gut machen können, aktuell fehlen noch etwa 2, 3 davon bis zur vorgeschlagenen Länge und der folgenden Aufteilung in Vorder- und Rückenteil. Kann aber auch gut sein, dass ich den Körper noch ein bisschen verlängere und dementsprechend auch noch länger stricken muss. Hachja. Was solls, eilt ja nicht. 


Noch ein neues Projekt auf den Nadeln, eigentlich für die etwas fernere Zukunft geplant, aber die Designerin lockte mich mit einem optimistischen "Ach, das hast du an zwei, drei Abenden gestrickt". Ahahaha. Da bräuchte ich schon Nachtdienst-Nächte für, damit das hinkommt. Durch das zweifarbige Stricken ist das Gewebe ziemlich eng und muss daher ganz schön um das Sockenwunder herumgezerrt werden, flüssig Stricken geht anders. Mittlerweile habe ich die geforderte Höhe um mit dem Daumenkeil zu beginnen, da es hier aber eine ganz neue Technik gibt, möchte ich das lieber in Ruhe machen, und die gab es seit zwei Tagen nicht wirklich. Aber dann sollte es zügig voran gehen, vielleicht kann ich die Handstulpen ja noch tragen, bevor es zu warm dafür wird. 

Und danach? Die nächsten zwei Pullover sind gedanklich schon fest geplant, außerdem weitere Socken und Baby-Reste-Projekte. Auch mein Vorrat an Babysocken ist geschrumpft und will ein wenig aufgestockt werden. Mal sehen, was euch hier zuerst begegnet. 


Unter der Nadel


Ganz gemütlich habe ich in den letzten Tagen Frühchenstrampler vor mich hin genäht. Ich brauche ja Etappen bei großen Projekten, und während die Mini Strampler das ganz und gar nicht sind, ist die große Kiste voll Spendenstoffen eindeutig ein großes Projekt! Ich habe also letztens mal sortiert: Jersey und Bündchen nach Farbgruppen, Baumwolle für Patchworkdecken und alle anderen Stoffe für Sternchen-Teile. Jetzt kann ich die einzelnen kleineren Happen abarbeiten. Oben im Bild seht ihr die letzten zugeschnittenen Strampler der Gruppe grün. Dann müssen nur noch Stoffe in neutralen Farben und blau (davon aber ein großer Stapel) zugeschnitten und vernäht werden, und danach kommt eine neue Gruppe. Und dann bin ich auch wieder offen für Spendenstoffe. 
Aber all das wird ganz gemütlich angegangen, denn: Wir haben zum zweiten Mal Flüge für unseren ersten großen Urlaub gebucht und die Vorfreude hat mich gepackt. Ja, zum zweiten Mal. Das erste Mal mit einer Airline, die es am Morgen nach der Buchung plötzlich nicht mehr gab. Ein großer Schmerz, der erst verwunden werden musste. Nach acht Jahren Beziehung endlich Kohle und Zeit für einen größeren Urlaub haben, und dann sowas. Nun haben wir uns getraut und nochmal gebucht, es geht im April also in die Sonne. Und dafür muss ich unbedingt noch ein paar schöne Teile nähen! Der Stoff oben ist schon seit dem Winter bei mir und soll zu einem Jessica Dress werden. Weiteren Stoff für ein Kleid und einen Rock habe ich heute bestellt. Motivierte Pläne, aber hoffentlich klappt es. Wenn nicht, habe ich ja zum Glück noch genug anderes anzuziehen. Nähpläne für den restlichen Monat stehen also fest!


Neu im Schrank


Beim Fotos machen heute morgen dachte ich noch, es sei kein Stoff dazu gekommen. Ähm ja. War doch, nämlich diese vier Schätzchen von 1000 Stoff sowie ein Stück Denim für eine neue Jeans. Das Bild ist aus meinen Instagram Stories recyclet, damit ihr wenigstens ein bisschen Anschauungsmaterial habt. Die Pläne dazu stehen netterweise direkt drauf. Von oben nach unten: Ein gemütlicher Pullover aus lustigem Konfetti-Sweat, eine schwarze enge Hose, ein Longsleeve als Ersatz für einen Vorgänger aus wenig qualitativen Stoff und ein Pullover aus schönstem Strickstoff. Da war ich noch absolut im Winter/Gemütlich/Kuschelig Fieber, offensichtlich. Gut möglich, dass die zwei Stoffe ohne konkrete Schnitt Idee bis zum nächsten Herbst liegen bleiben, denn wenn ich bis zum Urlaub die Sommerkleider nähe, ist danach vermutlich die Saison für Sweat und Strick vorbei. Aber wer weiß, was das Wetter dieses Jahr so bietet. 
Das ist ziemlich viel Stoff in ziemlich kurzem Zeitraum, zumindest für meine Verhältnisse. Mal sehen, was ich davon alles schaffe, zeitnah zu vernähen. 
Ich würde auch sehr gerne in diesem Monat wieder an Selmins Challenge teilnehmen, aber einen ältesten Stoff in meinem Stoffregal kann ich nur schlecht ausmachen, vermutlich Stoffe vom Tauschtisch, die vorher schon ein zuhause hatten. Ich glaube, dieses Thema wird meinem vorfreudigen Urlaubs-nähen erliegen. 



Und? Was habt ihr so auf und unter den Nadeln?

Happy sewing, happy knitting

Julia


Wie immer verlinkt mit Maschenfein und Fadenwechsel




27. Februar 2019

Polygamer Pullover

Hallo ihr Lieben,

schön, dass ihr hergefunden habt. 


Das zweite Motto der #12ausdemStoffregal Challenge von Selmin aka Tweed and Greet lautet "Zwei, wie für einander gemacht". Ähm. Na gut, schon auf den ersten Blick ist klar, dass mein Pullover da eigentlich nicht reinpasst. Eigentlich! Denn ich habe ihn schon vor zwei Wochen genäht und damit mehr als genug Zeit gehabt, meine Argumente zu sammeln. Seid ihr bereit?


Also. Meine Auswahl, was Projekte angeht die Stoffe aus dem Regal nutzen, ist ja wirklich eher begrenzt. Ich habe einfach nicht so viele Stoffe und muss arg kreativ werden, um ein Kleidungsstück zu kreieren und die ursprüngliche Bedingung der Challenge zu erfüllen: Lang gehegten Stoffschätzen eine Bestimmung zuzufügen. Denn die meisten Stoffe sind erst seit kurzem bei mir, schon verplant und quasi im Kopf vernäht. Es gibt, davon abgesehen, nur Reststücke die ohne konkreten Plan hier wohnen dürfen. 
Zwei, wie füreinander gemacht, das zielt ja (passend im Februar) auch irgendwie auf eine Beziehung ab. Aber wer sagt, dass das nur mit zweien funktioniert? Manchmal ist ein dritter Part nötig, damit es perfekt wird. Oder die Beziehung ist fortgeschritten und hat Nachwuchs produziert. Ja, wir werden etwas abwegig, aber: Ihr seht, worauf ich hinauswill. 
Und, zu guter letzt: In meinem Kopf war der Pullover schon fertig, und zwar aus nur zwei Stoffen. Blau als Hauptfarbe, mit einem grauen Streifen quer über die Brust, rundherum, auch an den Ärmeln. Das Auflegen der Schnittteile auf die Stoffreste konfrontierte mich dann mit der Realität: Nicht möglich. Und da kam der dritte Part ins Spiel, für meine Ménage à trois.


Zum Glück fand sich ein weiteres Überbleibsel aus Sweat in meinem kleinen feinen Reste Bestand, und mit ordentlich basteln und rechnen passte es alles so gerade zusammen. Aber gehen wir ruhig ein bisschen ins Detail (viel kann ich sonst nämlich nicht erzählen zum Pullover). 


Nur vom blauen Stoff weiß ich noch das Ursprungs-Projekt: Ein Pullover für meinen Papa, den ich euch noch vorstellen muss. Also, den Pullover. Papa kennt ihr schon. Die anderen Stücke sind aber vermutlich ebenfalls von Pullover übrig gelieben. 
Das verwendete Schnittmuster ist Bloom aus der La Maison Victor 2/17, den habe ich zuvor schon mal aus Resten, ebenfalls für eine Challenge von Selmin, und einmal ganz in Bordeaux genäht. Fun fact: Der Pullover wird eigentlich mit dekorativen seitlichen Reißverschlüssen genäht, ist aber von den meisten ohne umgesetzt worden. 
Um diese Teilung zu produzieren habe ich alle Schnitteile bis auf die Bündchen nochmal aus Folie abgepaust, dann lange herumgemessen und schließlich so auseinander geschnitten, wie meine Stoffstücke es hergaben. Von blau war am meisten übrig, also habe ich dort auch den größten Block genommen. Das helle grau war ebenfalls recht viel und vor allem breit, kam also oben an Körper und Ärmel. Ein wenig habe ich noch darauf geachtet, wo die Teilungen liegen, denn eine Naht direkt auf der Brust sieht meistens komisch aus. Um alles so hinzubekommen wie ich wollte, musste ich teilweise den Fadenlauf ein bisschen ignorieren ... bisher scheint das aber noch keinen Nachteil zu haben. 


Wie zuvor auch habe ich Größe 40 zugeschnitten, in diesem Fall aber um 4cm nach unten verlängert, weil der zuletzt genähte Pullover mir doch etwas kurz war. Bei Bewegung wie Arme hoch rutscht ja gerne alles nach oben, das wollte ich ein wenig in Grenzen halten. 
Für die Bündchen musste ich dann nochmal kreativ werden. Im genau passenden Farbton war noch genug für den Saum übrig, aber nicht mehr für die Ärmel. Hier habe ich also absichtlich (!) im schrägen Fadenlauf aus dem Sweat Bündchen zugeschnitten, denn der Sweat ist ohne Elasthan und damit nicht wirklich dehnbar. Mit diagonalem Fadenlauf entsteht zumindest ein bisschen Flexibilität. 
Für das Halsbündchen habe ich dann ein dunkelgraues Bündchen gewählt, dass dem mittleren Streifen recht nahe kommt. Sah besser aus als hellgrau, fand ich. Und gefällt mir am fertigen Stück bisher auch recht gut. 


Sowieso: Dieser Pullover ist so bequem und gemütlich, ich habe ihn bisher oft und gerne getragen. Auch, wenn ich meine Ursprungsidee mit nur einem Streifen nicht umsetzen konnte, bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Und noch zufriedener, drei weitere Stoffreste aus meinem Regal umfunktioniert zu haben. 


In meinem letzten Beitrag zur Challenge kündigte ich noch großspurig an, dass ich versuchen wollte je Motto ein Teil aus Resten, eines für mich und eine Änderungsarbeit zu nähen. Wer nun tadeln will, Obacht! Denn eigentlich kombiniert der Pullover gleich zwei dieser Absichten (Reste und für mich) und ist damit nochmal auf andere Weise passend zum Motto. Und auch geändert habe ich, bin aber noch nicht so zufrieden, dass ich es herzeigen mag. Vielleicht fällt mir noch eine weitere Verbesserung ein, damit ich das Projekt auch gerne trage. 


Für den heutigen Beitrag hat netterweise der Herzmann mal wieder die Bilder geschossen. Das ist ja doch einfacher, als mit Stativ und Co loszuzockeln, und auch spontaner möglich. Ganz kreativ war er zudem auch: Kletter doch mal in den Baum da! Und macht dann ein Foto, als ich wieder rauskletter ...


So. Abgang. Ich schaue mal, was andere für perfect matches gefunden haben. Dazu ist die Facebookgruppe auch super!

PS: Ha, mir ist noch ein Grund für "wie für einander gemacht" eingefallen! Der Pullover passt perfekt zu Selmin: Sie liebt blau und Streifen! Haha!


Happy sewing, 

Julia

24. Februar 2019

X Mas Socks

Hallo ihr Lieben,


so langsam werden die Auswirkungen des Klimawandels ganz schön deutlich. Mitte Februar über 15 Grad hier in Münster, das fühlt sich schön an, aber auch ein bisschen gruselig. Und ich gerate ein bisschen in Stress, noch all die wolligen Produkte des Herbstes und Winters hier vorzustellen, bevor es zu warm wird und nicht mehr wirklich passt. Aber erstmal abwarten, vermutlich wird es jetzt nicht bis Mai so warm bleiben, sondern nochmal wieder kälter und usselig werden und dann bin ich froh, ein ganz besonderes, warmes Paar Socken zu haben. 


Im Herbst letzen Jahres hatte ich beschlossen, beim Tatortsockenwichteln von Maleknitting mitzumachen. Dafür wollte natürlich auch frische, neue Wolle besorgt werden, und als ich die zwei verschiedenen Farben weihnachtlich gemusterter Sockenwolle von Ferner Wolle entdeckte, war es um mich geschehen. Ein Knäul für meinen Wichtel, eines für mich. An der Kasse wurde ich informiert, dass es sich um 6fach Sockenwolle handelt, was mir zu dem Zeitpunkt dann auch schon egal war, so sehr hatte ich die Farben in mein Herz geschlossen. 


Zuerst wurden natürlich die Socken für den Wichtel angenadelt, wobei ich wichtige Informationen zum Umgang mit 6fach Sockenwolle gelernt habe. Hauptsächlich: So viel dicker ist die gar nicht. Lediglich 4 Maschen weniger als bei dem dünneren 4fach Sockengarn habe ich für meine Socken angeschlagen, gestrickt auf 3mm Sockenwunder statt wie sonst 2,5, das war es auch schon. Ansonsten eigentlich alles wie sonst auch: Vom Bündchen gestrickt, schön lang, Käppchenferse, Abnahmen, runde Spitze. Tada, hatte ich innerhalb von etwas über einer Woche um die Weihnachtsfeiertage herum ein neues Paar Socken gezaubert. 


Das Garn ist wunderbar weich, fasst sich wirklich toll an. Auch das Stricken damit hat Spaß gemacht. Wie haltbar es ist, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die Socken habe ich genau einmal getragen, meine Sockenschublade ist so gut gefüllt, dass es einige Wochen dauert, bis ich einmal durch rotiert bin. Und vielleicht ist es dann auch schon zu warm für Wollsocken, wenn sie wieder dran sind. Mal abwarten. Aber der nächste Winter kommt ja auf jeden Fall, spätestens dann kann ich mich wieder über diese schönen weihnachtlichen und doch dezenten Farben freuen. 


Viel mehr lässt sich zu einem Paar Socken auch nicht erzählen. Das Projekt habe ich natürlich auf Ravelry eingestellt, falls ihr dort vorbei schauen möchtet. Ansonsten: 


Happy knitting, 

Julia

19. Februar 2019

Nützliche Geschenke selbst gemacht

Hallo ihr Lieben!

Seid ihr auch vom Selbstmach-Virus infiziert? Überlegt ihr bei allem, was ihr in Geschäften seht, ob ihr das nicht auch irgendwie selber hinbekommt? Besser? An eure Bedürfnisse angepasst? Mir geht es jedenfalls oft so. Und das macht vor Dingen für mich nicht halt. Auch wenn Geburtstage oder Weihnachten anstehen überlege ich meistens zuerst, was ich für die zu Beschenkenden selbst machen könnte. Zum einen kommt das fast immer total gut an, zum anderen lässt es mich meinen Konsum reflektieren.

Als es also auf Weihnachten zuging, habe ich wie immer meine Liste mit all den lieben Leuten genommen, denen ich etwas schenken wollte, und habe überlegt, was sie brauchen könnten. Unter anderem sind dabei auch ein paar ganz einfache, aber sehr nützliche Dinge herumgekommen, die ich euch hier zeigen wollte. 


Meine Mama macht es sich total gerne schön. Zu den Mahlzeiten werden Kerzen angezündet, Deko und Blumen sind fast immer auf dem Tisch und Servietten gehören ebenfalls dazu, ob beim Frühstück im Brötchenkorb oder beim Abendessen neben jedem Teller. Aber auch an meiner Mama kommt der aktuelle Nachhaltigkeits-Trend nicht vorbei, sie hat keine neuen Papierservietten mehr gekauft, sondern klitzekleine Stofftaschentücher mit gehäkelter Spitze auf dem Tisch gehabt, als ich das letzte Mal zuhause war und sie Besuch hatte. Da entstand die geistige Notiz in meinem Kopf, dass Stoffservietten genau passend wären. Vor Weihnachten war die Notiz zum Glück noch vorhanden - oft gehen solche Zettelchen ja doch verloren, in den Wirren des Hirns - und ich habe mich nach passendem Stoff umgesehen. 


Unkompliziert sollte er sein, also in die Waschmaschine können, am besten auch bei höheren Temperaturen, und natürlich auch mit Fleckenmittel behandelbar, wenn  mal Rotwein oder ähnliches darauf landet. Schnell bin ich bei Leinen gelandet, weil ich die Optik auch so schön finde. Und es Stoffe in rosa Tönen gab, ein Favorit bei Mamas Tischdeko. Ausgesucht habe ich einen gemusterten Stoff und einen einfarbigen, wobei nur letzterer im Online Shop von Stoff und Stil verfügbar ist. Also, aktuell. 


Von beiden Stoffen habe ich 30 cm in der vollen Breite bestellt und jeweils vier Servietten daraus zugeschnitten. Alle offenen Kanten zwei mal umgebügelt und festgesteppt, fertig waren die Stoffservietten. Mama hat sich sehr gefreut und seitdem sehe ich sie immer wieder in Benutzung, was mich natürlich sehr stolz macht. 
Alte Tischdecken lassen sich auch super in Stoffservietten verwandeln, falls ihr so etwas noch zuhause habt, dann muss nicht mal Stoff gekauft werden. Aber egal wie, hauptsache keine Papierservietten mehr, die nach einem Mal Benutzung im Müll landen. 


Ein bisschen was mit Küche und Essen hat das zweite Teil dieses Beitrags auch zu tun, es ist nämlich mit Dinkelkörnern gefüllt:


Nach einem gratis Schnittmuster von Sandra Wirtz habe ich ein Körnerkissen für meinen Papa genäht, der öfter mal einen schmerzenden Nacken hat wenn es kalt ist. Ursprünglich hatte ich das Bild zu diesem Schnitt auf Pinterest gesehen und mir dort gemerkt, war schon länger her, passte jetzt im Winter aber super. Mir hat besonders der Teil gefallen, der im Nacken anliegt, und die generelle Form. Mit diesem Körnerkissen muss man nämlich nicht ruhig liegen oder sitzen, da es über die Schultern gelegt wird. Ich habe ja manchmal das Gefühl, die Anwendung von Körnerkissen führt zu neuen Verspannungen, weil man so verkrampft da liegt damit nichts verrutscht. Oder das Kissen an Ort und Stelle festhalten muss. Wie dem auch sei: Hier nicht. 


Der Stoff ist ein Reststück aus meinem Regal, mal bei einem Latzkleid übrig geblieben. Er ist etwas fester, was ich wichtig fand, denn mit den ganzen Körnern drin ist es ganz schön schwer, da sollte so schnell lieber nichts reißen. 
Zu dem Schnittmuster gibt es keine Anleitung, also einmal kurz zusammengefasst, wie ich es gemacht habe. Zuerst habe ich den Kragenteil genäht, mit Dinkel gefüllt und erstmal zugenäht, dann in die Rundung eingenäht. Der U-förmige Teil war also geschlossen. Dann habe ich auch die beiden langen und die beiden ganz kurzen Seiten geschlossen und oben eine Füllöffnung gelassen. Durch die habe ich den Dinkel in das Kissen gekippt, immer Portionsweise, dann ein Kämmerchen abgesteppt, dann wieder nachgekippt. Das war recht fummelig, aber mit ein bisschen Geduld machbar. Achtet darauf, die einzelnen Kammern nicht zu voll zu machen, dann könnt ihr sie nicht mehr absteppen. 


Am Weihnachtsabend stieß das Geschenk auf Grund seines Gewichts erst auf Verwirrung, nach dem Auspacken zum Glück auf Begeisterung. Es wurde direkt in die Mirkowelle verfrachtet und ausprobiert, kam sehr gut an. Was habe ich mich gefreut! 


Solche Kleinigkeiten sind ja eigentlich schnell gemacht und so schön universell. Ihr braucht keine Körpermaße, müsst maximal farbliche Vorlieben wissen und könnt trotzdem jemandem eine Freude machen. Gerade die Stoffservietten sind echt vielseitig, zum Einzug mit Brot und Salz, zum Geburtstag im Fresskorb, zu Weihnachten mit Plätzchen. Da überlege ich ja selbst schon, wer noch welche gebrauchen könnte ...

Näht ihr auch gerne so Kleinigkeiten als Geschenke? Oder doch lieber Kleidung?


Happy sewing, 

Julia


15. Februar 2019

Gestreift und gemütlich in den Frühling

Hallo ihr Lieben!

Als Karin auf ihrem Blog vom Jahreszeiten Sewalong berichtete, war ich ganz begeistert. Ich plane mittlerweile endlich ein bisschen vor, was ich noch so für die nächste Saison benötige, und dazu passte der Sewalong einfach klasse. Jeweils im Februar, Mai, August und November werden am 15. die für die kommende Jahreszeit passenden Teile vorgestellt. Oder eines, besser gesagt, welches mit Blick auf die nächste Jahreszeit genäht wurde. Um es noch zu toppen, hat Karin sich etwas ganz besonderes überlegt: Die Teilnehmer können etwas gewinnen, und zwar keine Preise von Firmen, die im Endeffekt sowieso nur Werbung machen wollen, nein: LeserInnen ihres Blogs haben private Bestände durchstöbert und Gewinne gespendet. Von Stoff über Nähzeitschriften, da gibt es ein paar schöne Sachen zu sehen. Ich mag diese komplett werbefreie Art sehr und freue mich, dass mein neuestes Teil so schön in das Thema Frühling passt. 


Der fein gestreifte Jersey von Stoff und Stil (online nicht verfügbar) liegt nun schon seit letztem Jahr April bei mir und wartet auf Verarbeitung. Ich wusste, dass es eine Art Shirt werden sollte, aber konkrete Schnitte ließen auf sich warten. Im Sommer wollte ich ein T-Shirt mit kurzen Armen, im Winter ein Long-Sleeve. 


Letztens lief mir dann auf Instagram mal wieder eine Version des Mandy Boat Tees von Tessuti über den Weg. Der Schnitt ist tatsächlich gratis, womit man ja erstmal nicht so viel falsch machen kann, wenn er von einer ganz gut bekannten Firma kommt. Sonst stehe ich Freebooks ja auch mal skeptisch gegenüber, die kann schließlich jeder veröffentlichen. Wenn ich die Designer dahinter aber kenne, so wie hier von meinem viel und gern getragenen Megan Longline Cardigan, dann freue ich mich über so einen kostenlosen Schnitt sehr. 


Ganz flott habe ich also ausgedruckt, ausgeschnitten, zugeschnitten. Ich habe mich für die Größe 2 entschieden, in der Länge aber das maximale rausgeholt, was geht. Somit quasi die Länge der Größe 4, sowohl im Körper als auch an den Armen. Die gibt es in zwei Längen, 3/4 und bis zum Handgelenk, auch hier habe ich alles gewählt, was an Länge geht. Affenarme sind nicht zu unterschätzen! Mit der Gesamtlänge bin ich ziemlich zufrieden, am Körper könnte es tatsächlich sogar ein ganz bisschen weniger sein, das würde ich bei einer weiteren Version einfach mal ausprobieren. 


Der Schnitt an sich ist sehr simpel gehalten, ein tolles Teil für Anfänger. Der Halsausschnitt wird als erstes verarbeitet, hier werden die offenen Kanten einfach nach innen umgeschlagen und mit der Zwillingsnadel oder, wie in meinem noch nicht  mit dieser Nadel warm gewordenen Fall, mit einer flexiblen Naht befestigt. Dann werden die Schulternähte geschlossen, die Ärmel eingesetzt und vom Handgelenk zum Körpersaum in einem Rutsch die Seitennähte geschlossen. Fehlen nur noch die Säume, schon ist das neue Teil fertig. 


Die Form des Schnittes mag ich sehr, weiter Körper, enge Ärmel, super gemütlich! Auch der Ausschnitt gefällt mir, er ist an den Schultern etwas weiter, da kann man mit einem farbigen Trägertop untendrunter so nette Akzente setzen. Am Hals sitzt der Ausschnitt für mich genau richtig, engt nicht ein und steht auch nirgendwo ab. 


Da mein Jersey total weich und kuschelig ist, bin ich vom Zusammenspiel Schnitt/Stoff richtig begeistert. Ein absolutes Wohlfühl-Teil, mit einem dicken Schal perfekt für die aktuellen Temperaturen, die schon einen Hauch Frühling erahnen lassen. 


Dazu trage ich übrigens meine Ginger Jeans, zu so weiten Oberteilen favorisiere ich ja enge Hosen, passt irgendwie am besten zusammen, finde ich. 

Wie sieht es bei euch aus? Plant ihr auch schon eure Frühlingsgarderobe? Oder näht ihr noch an den letzten Winter-Teilen?

Happy sewing, 

Julia