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6. März 2019

Port Shorts erste Auflage

Hallo ihr Lieben,

was freue ich mich, dass heute Me Made Mittwoch ist! Noch immer meine liebste Linkparty mit den professionellsten und schönsten Kleidungsstücken. 
Und auch mit mehr kommentar-willigen Menschen, was mich persönlich sehr freut. Ich bin selbst jemand, der nicht überall seinen Senf dazu gibt, aber gebe mir immer Mühe, wenn ich ein Teil schön oder bemerkenswert finde, ein paar Sätze dazulassen. Ich habe aber generell das Gefühl, dass dieses Verhalten in der Community nachlässt. Vermutlich, weil viele mittlerweile am Handy lesen und dort eher konsumieren, als sich aktiv zu beteiligen? Naja, wie dem auch sei: Ich freue mich sehr, wenn ihr etwas zu sagen habt und dies auch tut. Und bemühe mich weiterhin, selbst so zu sein.


Nun aber zum heutigen Outfit! Hauptsächlich soll es um die Shorts gehen, die ich auf diesen Bildern trage. Tatsächlich trage ich sie schon seit letztem Mai sehr gerne und häufig, aber irgendwie hat sie es bisher nicht hierher geschafft. Gut, dass ich das jetzt erreicht habe. Hat ja sonst was von Altlasten oder so, gefällt mir gar nicht.


Verwendet habe ich für diese Shorts das Schnittmuster der Port Trousers von Pauline Alice, in der Shorts-Version. Größe 42 ist es bei meinen Maßen, mit einem um 3cm verlängerten Schrittbereich und einer etwas abgeänderten Nahtführung in der vorderen Mitte, um Falten zu verringern. Ansonsten eine reguläre Shorts mit aufgesetzten Taschen vorne und hinten, einem Reißverschluss und einem Knopf. Oh, Gürtelschlaufen gibt es auch!


Zum Stoff kann ich euch leider nicht viel sagen, es handelt sich um ein Reststück vom Tauschstisch von Sewing by the Sea im letzten Frühjahr. Von der Haptik und dem Tragegefühl her würde ich vermuten, dass es ein Wollgemisch ist? Ohne Strumpfhose kratzt der Stoff etwas, aber auf Grund der Optik trage ich die Hose sowieso nicht im Sommer, das passt also. Achso, der Stoff leiert auch ziemlich aus. Nach dem Waschen sitzt die Hose ähnlich wie meine zweite Port Trousers, aber ein, zwei Tage des Tragens und sie sitzt wie hier. Immer noch in Ordnung, aber ein bisschen sackiger und je nach Bewegung gibt es auch ein paar unschöne Falten im Schritt.


Das Outfit wird komplettiert durch einen meiner wenigen Kaufpullover. Diesen hier besitze ich schon fünf oder sechs Jahre, damals im Sale gekauft und erstaunlich gut erhalten. Ich liebe einfach Farbe und Sitz dieser Klamotte, habe den Schnitt auch schon abgenommen, aber so ein tolles gelb ist mir als Stoff bisher nicht über den Weg gelaufen, deshalb gibt es nur Versionen in schwarz, gestreift und beige
Der Hals wird durch mein Goosebumps Tuch gewärmt, auch ein Dauerbrenner hier, da so schön schlicht und damit eigentlich immer passend.


Auch in der Rückenansicht sitzt die Hose etwas sehr locker, wie ihr seht. Aber hey, meistens ist man ja in Bewegung, und gerade zu dieser Hose habe ich schon viele Komplimente von Kolleginnen bekommen, denen sie total gut gefällt, ich mecker hier also wieder auf hohem Niveau. Das weiß ich übrigens auch! Aber ich möchte es ja auch nicht aussehen lassen, als ob ich perfekt nähe und mit jedem Teil komplett zufrieden bin. Auch uns Nähenden passieren Fehler, das sollte man nicht vergessen.


Also: Ab Tag zwei wird hier ein Gürtel nötig, sonst habe ich das Gefühl, die Hose zu verlieren. Bzw. eben nicht, denn mit Strumpfhose oder Leggings drunter merke ich gar nicht, wo der Bund der Hose hängt, und das mag ich nicht. Also Gürtel drauf. 
Der Knopf ist aus meinem Bestand, ich glaube es war einer von denen, die ich aus einer Kaufjacke herausgetrennt habe. Also, diese Ersatzknöpfe, die aufs Etikett genäht sind, kennt ihr, oder? Habe ich immer abgeschnitten und aufbewahrt, selten in die tatsächlichen Kleidungsstücke genäht sondern wie hier anderweitig verwendet.


Mit meiner unperfekten Hose bin ich insgesamt trotzdem sehr zufrieden, weil sie bequem ist und sich so schön kombinieren lässt. Ich trage sie jedenfalls recht häfuig im letzten Jahr und habe eine weitere Version des Schnittes genäht, was ja schon für sich spricht. 

Viel Spaß euch beim Stöbern in der Linkliste!


Happy sewing, 

Julia

27. Januar 2019

Drei Projekte für #12ausdemStoffregal

Hallo ihr Lieben!

Das neue Jahr fing für mich nähtechnisch sehr ruhig an. Eine wirkliche Motivation wollte nicht aufkommen, nachdem ich für Weihnachten viele große Geschenke genäht hatte. Mein Schrank ist gut gefüllt und mit Jahresbeginn habe ich auch meinen Feed bei IG ausgemistet: Kaum noch Marken oder große Namen, die mir Schnitte und Stoffe andauernd unter die Nase reiben. So fehlt der Überfluss an Inspiration und ich komme ein bisschen zur Ruhe. 



Super passend dazu kam dann Selmin mit ihrer #12ausdemStoffregal Challenge um die Ecke. Einen Monat lang soll es um unterschiedliche Themen gehen, die alle darauf abzielen, dass wir uns mit unserem Stoffvorrat ein wenig auseinandersetzen. Dabei muss nicht zwangsläufig genäht werden, vielleicht nur geplant, organisiert oder weitergegeben. Ich habe für mich beschlossen, diese Challenge so weit es geht auszunutzen. Wer mich kennt, stutzt jetzt vermutlich: Was willst du denn aus deinem minimalen Stoffregal nehmen? Recht habt ihr! Aber wie so oft, alles ist Interpretationssache. Ich möchte mir das Motto des jeweiligen Monats vornehmen und am liebsten auf dreierlei Wegen bearbeiten: Ein neues Projekt, Resteverwertung, Änderungsstück.


Vielleicht sollte ich das näher erläutern?
Mein Schrank ist an und für sich ganz gut gefüllt. Ein paar Teile könnte ich noch gebrauchen, und vielleicht geben in diesem Jahr andere den Geist auf und Ersatz wird nötig. Aber trotzdem ist Hauptziel meines Nähjahres: Entschleunigung. In dem Tempo wie bisher sollte ich nicht weiternähen, sonst ersticke ich in Kram. Dafür gibt es einen kleinen Stapel an Sachen, bei denen ich kleine Änderungen vornehmen muss damit sie wieder zu Lieblingsteilen werden können. Denn einfach spenden bringe ich bei selbst genähten Sachen nicht immer übers Herz, wenn ich sie kaum getragen habe. Und Käufer gibt es dafür leider kaum. Ganz zu Beginn der Challenge habe ich außerdem meine beiden Reste-Regalfächer neu geordnet und bin nun inspiriert, auch hier ein paar kleine Sachen zu nähen.


Kommen wir doch direkt zur Umsetzung! Für den Januar war das Monatsthema "Struktur". Toll, da ist mir sofort eine Menge zu eingefallen. Und selbst wenn ich keine Idee gehabt hätte, hätten mir die zahlreichen Projekte, die in der Facebook Gruppe geteilt wurden, inspiriert.  Angefangen habe ich mit einem Rest Kunstleder, das mich sowieso schon länger störte. Es nimmt einfach viel Platz weg, und die Anwendungen für Kunstleder sind ja doch eher gering: Taschen. Oder Taschen. Zumindest bei so einem kleinen Stück. Ich habe mir deshalb das Gratis Schnittmuster Geo-Bag von Pattydoo heruntergeladen, das sah als Pluspunkt auch noch ziemlich interessant aus in der Konstruktion.


Das einzige Schnittteil ist ziemlich spannend und auf den ersten Blick würde keiner glauben, dass daraus eine Tasche wird. Weil mein Reststück nicht so groß war, musste ich eine Naht auf der Unterseite hinzufügen, da ich das Schnittteil nicht im Bruch zuschneiden konnte. Das stört aber überhaupt nicht. Für das Futter habe ich ebenfalls mein Resteregal erleichtert und ein altes Tuch, ich glaube noch von meiner Oma, angeschnitten. Es handelt sich, soweit ich weiß, um ein Seidenmalerei-Tuch, sowas hat meine Mama auch mal gemacht. Sehr spannende Technik, ich durfte selbst mal ein wenig herumprobieren. Jedenfalls erinnert mich das Tuch daran, ob meine Oma das selbst gestaltet hat oder meine Mama für sie weiß ich nicht, aber das lässt sich ja recherchieren. Wenn man es genau nimmt, herrscht nun also auch in der Tasche Struktur, denn ähnlich wie bei Window Color werden die Umrisse der Formen mit einer besonderen Farbe aufgetragen, die sich haptisch etwas vom Rest abhebt. Die Kombination der Stoffe gefällt mir total gut. Und richtig glücklich war ich ja über meine Reißverschluss-Manipulation, denn auch der kommt aus meinem Vorrat, herausgetrennt aus einem alten Mantel. Für die Tasche wird eigentlich endlos Reißverschluss benötigt, auf den man die Schieber etwas anders aufzieht, sodass sie sich im geschlossenen Zustand in der Mitte treffen können. Das ging bei meinem zwei Wege Mantelverschluss ja nicht so gut, da hätten beide Schieber am Ende rumgegammelt. Ich dachte mir dann, ein bisschen Mut schadet nicht, habe die Stopper an einem Ende abgeschnitten und beide Schieber runtergezogen. Dann habe ich ein Reißverschlussband gekürzt und die Schieber so wieder aufgezogen, wie ich es wollte. Hat geklappt! Da war ich selbst ein bisschen erstaunt, wie einfach das war, aber so sieht es schon auch klasse aus. Wofür ich die Tasche nutze weiß ich selbst noch nicht, vermutlich als Projektbeutel für Socken und ähnliche, kleine Projekte. Denn schick ist sie und praktisch auch, da gibt es keine Flecken, kann man auch super mal auf einem feuchten oder dreckigem Untergrund abstellen. 



Also Punkt 1 Resteverwertung hat erfolgreich geklappt. Gehen wir weiter zu den nächsten beiden: Was neues und was geändertes. Hat was von diesem Braut-Spruch, oder? 
Geändert habe ich meine Lupin Jacke von Deer and Doe. Seitdem ich sie genäht hatte (was immerhin fast zwei Jahre her ist), habe ich sie genau einmal getragen. Ich habe mich darin einfach nicht wohl gefühlt. Konnte nicht mal fest machen, woran das lag. Zu zwei Flohmärkten hatte ich sie dabei, aber auch dort fand sich niemand, der sie adoptieren wollte. Also muss sie bei mir bleiben! Irgendwann packte mich die Lust, dieses Stück anzugehen, und ich habe mir nochmal den Hashtag zu diesem Schnittmuster auf Instagram angeschaut. Super Inspirationsquelle übrigens! Jedenfalls wurde mir dann recht zügig klar, dass mir die Armabschlüsse quer liegen. Irgendwie ist da zu viel los, nicht meins. Und weil ich nicht zögere, wenn es eine Chance gibt ein ungeliebtes Teil wieder tragbar zu machen, habe ich kurzerhand meine Schere geholt und die Ärmel auf 3/4 Länge gekürzt. Einmal so übergezogen, noch ohne neue Abschlüsse, und direkt gemerkt: Das ist es. So finde ich sie schön, trage ich sie gerne. Das Futter habe ich noch ein bisschen mehr gekürzt, damit sich der Außenstoff etwas nach innen zieht und das Futter nicht rauslugt, dann die beiden offenen Kanten neu verstürzt und einmal abgesteppt. Und schon ist sie fertig, meine neue, tolle Jacke. Ich trage sie super gerne zu Anlässen wie Geburtstagen, über ein Shirt und zu Jeans zum Beispiel, aber auch im Sommer wird sie sicher toll sein zu Kleidern. Ich freue mich so, dass diese Veränderung geklappt hat!


Und zuletzt mein neues Projekt, ebenfalls mit drauf auf den Bildern. Eine weitere Shorts habe ich mir genäht, denn meine neu entfachte Shorts Liebe aus dem letzten Jahr braucht Futter. Dafür auserkoren habe ich mir einen Stoffrest, den ich auf der Annäherung Süd mitgenommen hatte. Genau die richtige Menge für eine Shorts war es, und auch beim Schnitt war ich mir schnell sicher: Die Port Trousers in der Shorts Version habe ich schon einmal genäht, aber hier noch nicht gezeigt, trage sie gerne, hauptsächlich wie hier: Über einer Strumpfhose. Angezogen und doch bequem ist der Look, wie ich finde. 


Ein bisschen lugt der grüne Futterstoff hervor, den ich für den Reißverschlussdings benutzt habe, aber irgendwie mag ich das. Knopf und Reißverschluss sind aus dem Fundus, somit habe ich für alle hier gezeigten Projekte nichts neues gekauft. Toll, oder? 


Vielleicht braucht ihr noch ein paar Infos zur Shorts: Genäht habe ich Größe 42 mit zweimal 1cm Zusatzlänge (1x im Schritt, 1x am Saum). Den Saum habe ich zweimal breit nach innen umgeklappt. Außerdem musste ich vorne die Schrittnaht etwas abändern, quasi von unter dem Reißverschluss bis zum Saum etwas abgeflacht, damit es keine komischen Falten gibt. 
Den Bund der Hose habe ich doppelt verstärkt, also jedes Bundteil einmal. So sitzt die ziemlich gut und leiert über den Tag auch nicht aus. 
Ansonsten gibt es zur Hose eigentlich nicht viel zu berichten. Die Vorder- und Hintertaschen werden nur aufgesteppt, das geht zügig und ist einfach. Gürtelschlaufen gibt es auch, obwohl ich wohl kaum einen Gürtel darin tragen werde. Das Schnittteil zu den Schlaufen habe ich übrigens etwas verschmälert, ich mag breite Schlaufen nicht so gerne.



Das waren sie, meine drei Projekte zum Thema "Struktur". Ich bin super zufrieden mit allen dreien und freue mich, bisher durchzuhalten was meinen Vorsatz von Entschleunigung angeht. Um trotzdem nähen zu können rattert die Nähmaschine aktuell ein paar Frühchenstrampler herunter, denn Stoffspenden habe ich mehr als genug und die brauchen die Sachen dringender als ich neue Klamotten. 

Ich bin total gespannt, welches Thema uns Selmin am 1. Februar vorstellt und hoffe sehr, auch dazu wieder Dinge zu finden, die ich abändern oder aus Resten nähen kann. 

Happy sewing!

Julia

13. September 2018

Khaki Port Trousers

[Werbung da Markennennung]

Hallo ihr Lieben!



Bei manchen Beiträgen ist es mir ja ein Rätsel, wie ich die Lücken zwischen den Bildern mit mehr als den Informationen zum Schnitt füllen soll. Dann gibt es einfach keine lustige Geschichte zu dem zu zeigenden Objekt, oder zum Nähen/Stricken oder oder oder. So ist es heute. Ich schreibe gerade einfach mal drauf los und schaue, was so passiert. 
Mitgebracht habe ich euch heute eine neue Hose in meinem Schrank, und ich wusste gar nicht, wie sehr sie mir fehlt, bis ich sie jetzt genäht und die ersten Male angezogen habe. Sie ist toll! Ich hatte ja vor kurzem schon mal erwähnt, dass die Farbe Khaki, oder Olive, oder wie auch immer man es nennen möchte, in meinem Schrank zu wenig präsent ist. Und das war offenbar auch bei Hosen der Fall, denn der Großteil meiner Oberbekleidung lässt sich hervorragend zu dieser Hose kombinieren. 


Genäht habe ich die Port Trousers von Pauline Alice, und bin damit zum Wiederholungstäter geworden. Okay, eine Shorts nach dem Schnitt halte ich aktuell noch zurück, weil die eher winterlich geworden ist und die heutige Hose doch mehr für den Übergang geeignet ist. Der verwendete Stoff, ein Twill von Stoff und Stil, ist nämlich schön dünn. Die Farbe fotografisch zu treffen, fällt dabei offenbar nicht nur mir, sondern auch der Website schwer, denn auch das dortige Bild zeigt ein zu grünes Grün. Eigentlich ist es genau das richtige Khaki, eine Mischung aus braun und grün, schön!


Wie die letzte Hose auch habe ich diese in 42 genäht, dabei aber an meiner breitesten Stelle auf 44 auslaufen lassen. Die dunkelblaue Hose saß damit super, hier macht sich der etwas dünnere Stoff bemerkbar und sie könnte vielleicht einen Tacken enger sein, weshalb ich sie nach einer ersten Anprobe schon ab den Taschen bis zum unteren Saum etwa 2cm enger gemacht habe. Trotzdem ist sie noch etwas locker, aber ich mag den lockeren Stil und Fall und habe deshalb nicht weiter angepasst.
Wir ihr auf dem obigen Bild sehen könnt, ist mir beim Nähen ein kleiner Fehler unterlaufen, ich habe das Schnittteil für den inneren Hosenschlitz von der falschen Seite mit Vlieseline bebügelt. Hups. Aber ich habe keine Notwendigkeit darin gesehen, dass Teil jetzt nochmal zuzuschneiden, nochmal aus Vlieseline und nochmal bügeln und dann trennen und dann nochmal nähen. Ach, ne. Eigentlich sieht es ja auch aus wie gewollt und ist nur aus dieser seitlichen Perspektive ersichtlich. Schnell war also beschlossen, dass es mir egal ist und jetzt so bleibt. 


Im Gegensatz zu meinem ersten Versuch mit diesem Schnitt habe ich hier noch ein paar Änderungen vorgenommen. Zum einen war mir die vorherige Hose einen Tick zu kurz, sodass ich hier noch 3cm hinzugefügt habe. So finde ich die Länge perfekt, auch im Sitzen rutscht es nicht zu sehr hoch. 
Des Weiteren saß mir der Bund ein bisschen zu niedrig, sodass ich hier mal ein wenig herumprobiert habe. Die Vorderbeine sind im Schritt um 1cm verlängert, hinten habe ich es von den Seitennähten zur Mittelnaht von 1 auf 3 cm auslaufen lassen. Somit sitzt die Hose am Rücken sehr hoch, ich fühle mich damit total gut eingepackt, richtig klasse. Vielleicht nehme ich noch einen Zentimeter wieder weg, wenn ich den Schnitt nochmal nähe, aber diese Methode muss ich unbedingt mal öfter ausprobieren.


Ein bisschen A. frisst Hose auf diesem Bild, aber nunja, die Rückenansicht ist ja auch wichtig. So sitzt sie auf jeden Fall nicht immer, das würde ich merken. Aber ihr könnt sehen, wie hoch der Bund ist. 
Manchmal komme ich mir ja echt seltsam vor, wenn ich diese Bilder mache. Ich weiß ja nicht, wie es bei euch ist, aber ich stiefel immer mit Stativ und Fernauslöser los und suche mir eine schöne Ecke. Im besten Fall finde ich etwas, wo kein Mensch vorbeikommt, aber natürlich lässt sich immer dann jemand blicken, wenn ich meinen Po in die Kamera halte oder sonst irgendwie seltsam rumhampel. Das ist ganz schönes Selbstbewusstseins-Training, diese Foto Sache!


Zurück zur Hose. Die kommt mir wirklich allem daher, was eine richtige Hose braucht: Taschen vorne und hinten, Gürtelschlaufen, Reißverschluss. An den Hinterbeinen gibt es noch Abnäher, die eine gute Anpassung der Hose erlauben. Klafft sie zu sehr, kann man hier super noch Stoff wegnehmen, sitzt sie etwas zu spack, Stoff rauslassen. Eine praktische Sache, so Abnäher. 


Hier habt ihr der Vollständigkeit halber noch einmal eine Frontansicht. Ich habe nach Einsetzen des Reißverschlusses die Schrittkurve noch etwas angepasst, beim nächsten Mal muss ich das aber vorher machen, da ist doch noch ein wenig zu viel Stoff vorhanden. Sieht echt nicht aus, als ob sie gut sitzt, aber so ist das mit Fotos: Zum einen geben sie nur eine Momentaufnahme wieder, zum anderen nicht das Tragegefühl, und das ist wirklich klasse in dieser Hose. Nur für euch als Info, falls ihr mal Fotos macht und eins dabei ist, dass nicht wirklich schmeichelt. Nur eine Momentaufnahme!


Ich bin fast ein wenig traurig, dass ich diese Hose wohl nur noch ein, vielleicht zwei Monate tragen kann bevor sie zum Überwintern in die Kiste kommt. Mal sehen, ich könnte mir ja zum Trösten eine für den Winter nähen, aus einem Wollstoff oder so. Oder Cord. Mh, gar nicht so schlecht, diese spontane Idee!

Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit Sewlala, Nähfrosch


4. April 2018

Port Trousers - Stoffhose mit Flamingo


Hallo ihr Lieben!


Ich habe ja mittlerweile schon einiges an Hosen genäht, Jeans in diversen Variationen, Shorts, Schlafhosen. Dagegen noch nie untergekommen war mir eine einfache Stoffhose, Chino, Karotte, was auch immer. Eigentlich verrückt, ist sie doch was Anpassungen angeht ein bisschen dankbarer als eine Skinny Jeans. 


Nun, ein bisschen geflunkert ist es, wenn ich jetzt herausbrülle, dass ich es angegangen bin, denn die Hose gibt es schon seit etwa 5 Monaten in meinem Schrank. Ende Oktober habe ich sie genäht, noch etwa einmal angezogen und dann, weil kalt, eigentlich nur im Schrank hängen gehabt. Foto-technisch fand ich sie daher auch irgendwie unpassend zu zeigen, deshalb kommt es jetzt, mit den ersten warmen Temperaturen, endlich zu einer gegenseitigen Vorstellung. Denn: Ich mag diese Hose sehr!


Bei einer Stoffbestellung bei Stoffe.de im Juli 17 zu anderen Zwecken nahm ich ein Reststück Baumwollköper mit, das klang irgendwie nett, und Marine klang auch gut, ich dachte direkt an eine Hose oder vielleicht einen Rock. Der Stoff lag dann offensichtlich ein wenig und wartete auf seinen Schnitt, entschieden habe ich mich für die Port Trousers von Pauline Alice. Ein bisschen Bange war mir, denn dies war erst der zweite Schnitt des Labels den ich ausprobierte, und meine Turia Dungarees waren ein absoluter Reinfall. Dementsprechend vorsichtig bin ich das Projekt angegangen, habe gründlich ausgemessen und fleißig an mich angepasst.


Die von mir ausgewählte "View A", also die lange Version mit Eingrifftaschen und aufgesetzten Po-Taschen habe ich um 10 Zentimeter an der im Schnitt markierten Stelle verlängert. Das ist schon eine Menge, und trotzdem würde ich noch ein paar Zentimeter dazugeben. Im Stehen geht es so gerade, und bei einer Sommerhose wie dieser hier ist es ja auch nicht weiter schlimm, wenn sie die Knöchel frei lässt. Aber ich hab Hosen lieber etwas länger und krempel sie um, wenn ich den sommerlichen Flair haben möchte. So sind sie flexibler, und ich habe als großer Mensch nunmal die anerzogene Angst vor zu kurzen Hosenbeinen und Ärmeln #giraffenarme und so.


 Auch die Hosenweite musste ich etwas an meine geschwungene Rückseite anpassen. Der Bund hat Größe 42, zur breitesten Stelle vom Po habe ich auf 44 erweitert und dann zum Saum hin wieder auf 42 auslaufen lassen. Je nach Stoff würde ich das sogar noch auf eine 40 verjüngen. Bei so einem eher steifen Stoff wie hier geht es gut, wäre er fließender würde mir wohl zu viel Stoff am Beim rumflattern. Ansonsten passt diese Kombination der Größen mir ziemlich gut, was mich sehr freut.


Wenn man übrigens alleine näht und der einzige Spiegel auf Po-Höhe in einer eher dunklen Ecke hängt, in der man die Taschen beim Verrenken kaum erahnen kann ... dann stellt man sich halt mit Fernauslöser vor die Kamera und überprüft so, ob die Taschen höher oder tiefer sitzen sollten. Ich nähe ja aufgesetzte Taschen nie nie nie nach der Empfehlung im Schnittmuster an, die ignoriere ich meistens komplett. Ist zwar komplizierter, die Taschen später auf eine fertige Hose zu pinnen und dabei nicht die Hosenbeine undurchdringbar zu verschließen, aber es macht so viel aus, wo die Taschen auf dem individuellen Po sitzen, dass mir das den Aufwand wert ist. 


Wie bei allen Hosen habe ich übrigens auch hier erstmal die Beine mit langem Stich und Kontrastgarn zusammengeheftet und den Sitz gecheckt. Für die vordere Schrittnaht, also in der Mitte vorn, habe ich dann auch eine Änderung vorgenommen damit weniger Falten entstehen. Es ist vielleicht ein Zentimeter, macht aber viel aus! Auf den Bildern, die die Hose angezogen zeigen, sieht man leider nichts, sodass ihr nur die entgültige Version sehen könnt.


Hosentaschenfutter nähe ich ja zur persönlichen Unterhaltung gerne mit bunten gemusterten Stoffen. Dieser hier ist wie der Hauptstoff von Stoffe.de, leider sind beide nicht mehr verfügbar, ich kann sie euch also nicht verlinken. Manchmal, wenn ich von oben an mir herunterschaue, steht die Tasche leicht auf und ich kann die pinken Flamingos hervorblitzen sehen. Das macht mich dann schon ziemlich glücklich. 


Der Stoff war super zu vernähen und trägt sich auch echt gut. Allerdings zieht er Staub und Flusen schon ein bisschen an, wie das Bild demonstriert. Nicht so sehr, dass es stört, aber schon so, dass man ab und an ein wenig flucht. Zum Glück bin ich da aber recht unempfindlich, fällt wohl irgendwann wieder ab, das alles. 
Beim Knopf habe ich mich für einen farblich gut passenden, einfachen Knopf entschieden. Der Reißverschluss lag hier noch herum und wurde der Anleitung nach irgendwie echt kompliziert eingesetzt, da würde ich beim nächsten Mal eine andere Vorgehensweise nutzen, die von der Ginger Jeans zum Beispiel.  
Ebenfalls entgegen der in der Anleitung vorgeschlagenen Art habe ich die Schrittnaht nochmal von außen abgesteppt. Für mich gibt das ein großes zusätzliches Gefühl von Sicherheit und Haltbarkeit.


Ich kann mir sehr gut vorstellen, diese Hose noch häufiger zu nähen. Ich würde vielleicht im Schrittbereich noch 2, 3 Zentimeter zugeben damit sie etwas höher sitzt und nicht so direkt unter den Hüftknochen. Auch die Beine würde ich noch etwas verlängern, und je nach Stoffwahl schmaler machen. Aber für lockere Stoffhosen könnte das glatt mein Standardschnitt werden. Als nächstes werde ich aber erstmal die kurze Version nähen, die hat nochmal andere Taschen und sieht auch ziemlich gut aus, das könnte ebenfalls was werden, sowohl so für den Sommer als auch mit Strumpfhose in allen anderen Jahreszeiten. 


Diesen Beitrag nehme ich mit zum heute endlich wieder stattfindenden Me Made Mittwoch, der bestimmt vor lauter Frühlings-Inspiration blüht und strahlt. Das Vortanzen übernimmt Kleidermanie in einer traumhaften Hose, der Schnitt wartet hier auch noch auf meine Aufmerksamkeit, ich habe sogar schon Stoff!


Ich freue mich, wenn ihr einen Kommentar dalasst! :)

PS: Kombipartner ist meine Granville Bluse.

Happy Sewing
Julia