4. April 2018

Port Trousers - Stoffhose mit Flamingo


Hallo ihr Lieben!


Ich habe ja mittlerweile schon einiges an Hosen genäht, Jeans in diversen Variationen, Shorts, Schlafhosen. Dagegen noch nie untergekommen war mir eine einfache Stoffhose, Chino, Karotte, was auch immer. Eigentlich verrückt, ist sie doch was Anpassungen angeht ein bisschen dankbarer als eine Skinny Jeans. 


Nun, ein bisschen geflunkert ist es, wenn ich jetzt herausbrülle, dass ich es angegangen bin, denn die Hose gibt es schon seit etwa 5 Monaten in meinem Schrank. Ende Oktober habe ich sie genäht, noch etwa einmal angezogen und dann, weil kalt, eigentlich nur im Schrank hängen gehabt. Foto-technisch fand ich sie daher auch irgendwie unpassend zu zeigen, deshalb kommt es jetzt, mit den ersten warmen Temperaturen, endlich zu einer gegenseitigen Vorstellung. Denn: Ich mag diese Hose sehr!


Bei einer Stoffbestellung bei Stoffe.de im Juli 17 zu anderen Zwecken nahm ich ein Reststück Baumwollköper mit, das klang irgendwie nett, und Marine klang auch gut, ich dachte direkt an eine Hose oder vielleicht einen Rock. Der Stoff lag dann offensichtlich ein wenig und wartete auf seinen Schnitt, entschieden habe ich mich für die Port Trousers von Pauline Alice. Ein bisschen Bange war mir, denn dies war erst der zweite Schnitt des Labels den ich ausprobierte, und meine Turia Dungarees waren ein absoluter Reinfall. Dementsprechend vorsichtig bin ich das Projekt angegangen, habe gründlich ausgemessen und fleißig an mich angepasst.


Die von mir ausgewählte "View A", also die lange Version mit Eingrifftaschen und aufgesetzten Po-Taschen habe ich um 10 Zentimeter an der im Schnitt markierten Stelle verlängert. Das ist schon eine Menge, und trotzdem würde ich noch ein paar Zentimeter dazugeben. Im Stehen geht es so gerade, und bei einer Sommerhose wie dieser hier ist es ja auch nicht weiter schlimm, wenn sie die Knöchel frei lässt. Aber ich hab Hosen lieber etwas länger und krempel sie um, wenn ich den sommerlichen Flair haben möchte. So sind sie flexibler, und ich habe als großer Mensch nunmal die anerzogene Angst vor zu kurzen Hosenbeinen und Ärmeln #giraffenarme und so.


 Auch die Hosenweite musste ich etwas an meine geschwungene Rückseite anpassen. Der Bund hat Größe 42, zur breitesten Stelle vom Po habe ich auf 44 erweitert und dann zum Saum hin wieder auf 42 auslaufen lassen. Je nach Stoff würde ich das sogar noch auf eine 40 verjüngen. Bei so einem eher steifen Stoff wie hier geht es gut, wäre er fließender würde mir wohl zu viel Stoff am Beim rumflattern. Ansonsten passt diese Kombination der Größen mir ziemlich gut, was mich sehr freut.


Wenn man übrigens alleine näht und der einzige Spiegel auf Po-Höhe in einer eher dunklen Ecke hängt, in der man die Taschen beim Verrenken kaum erahnen kann ... dann stellt man sich halt mit Fernauslöser vor die Kamera und überprüft so, ob die Taschen höher oder tiefer sitzen sollten. Ich nähe ja aufgesetzte Taschen nie nie nie nach der Empfehlung im Schnittmuster an, die ignoriere ich meistens komplett. Ist zwar komplizierter, die Taschen später auf eine fertige Hose zu pinnen und dabei nicht die Hosenbeine undurchdringbar zu verschließen, aber es macht so viel aus, wo die Taschen auf dem individuellen Po sitzen, dass mir das den Aufwand wert ist. 


Wie bei allen Hosen habe ich übrigens auch hier erstmal die Beine mit langem Stich und Kontrastgarn zusammengeheftet und den Sitz gecheckt. Für die vordere Schrittnaht, also in der Mitte vorn, habe ich dann auch eine Änderung vorgenommen damit weniger Falten entstehen. Es ist vielleicht ein Zentimeter, macht aber viel aus! Auf den Bildern, die die Hose angezogen zeigen, sieht man leider nichts, sodass ihr nur die entgültige Version sehen könnt.


Hosentaschenfutter nähe ich ja zur persönlichen Unterhaltung gerne mit bunten gemusterten Stoffen. Dieser hier ist wie der Hauptstoff von Stoffe.de, leider sind beide nicht mehr verfügbar, ich kann sie euch also nicht verlinken. Manchmal, wenn ich von oben an mir herunterschaue, steht die Tasche leicht auf und ich kann die pinken Flamingos hervorblitzen sehen. Das macht mich dann schon ziemlich glücklich. 


Der Stoff war super zu vernähen und trägt sich auch echt gut. Allerdings zieht er Staub und Flusen schon ein bisschen an, wie das Bild demonstriert. Nicht so sehr, dass es stört, aber schon so, dass man ab und an ein wenig flucht. Zum Glück bin ich da aber recht unempfindlich, fällt wohl irgendwann wieder ab, das alles. 
Beim Knopf habe ich mich für einen farblich gut passenden, einfachen Knopf entschieden. Der Reißverschluss lag hier noch herum und wurde der Anleitung nach irgendwie echt kompliziert eingesetzt, da würde ich beim nächsten Mal eine andere Vorgehensweise nutzen, die von der Ginger Jeans zum Beispiel.  
Ebenfalls entgegen der in der Anleitung vorgeschlagenen Art habe ich die Schrittnaht nochmal von außen abgesteppt. Für mich gibt das ein großes zusätzliches Gefühl von Sicherheit und Haltbarkeit.


Ich kann mir sehr gut vorstellen, diese Hose noch häufiger zu nähen. Ich würde vielleicht im Schrittbereich noch 2, 3 Zentimeter zugeben damit sie etwas höher sitzt und nicht so direkt unter den Hüftknochen. Auch die Beine würde ich noch etwas verlängern, und je nach Stoffwahl schmaler machen. Aber für lockere Stoffhosen könnte das glatt mein Standardschnitt werden. Als nächstes werde ich aber erstmal die kurze Version nähen, die hat nochmal andere Taschen und sieht auch ziemlich gut aus, das könnte ebenfalls was werden, sowohl so für den Sommer als auch mit Strumpfhose in allen anderen Jahreszeiten. 


Diesen Beitrag nehme ich mit zum heute endlich wieder stattfindenden Me Made Mittwoch, der bestimmt vor lauter Frühlings-Inspiration blüht und strahlt. Das Vortanzen übernimmt Kleidermanie in einer traumhaften Hose, der Schnitt wartet hier auch noch auf meine Aufmerksamkeit, ich habe sogar schon Stoff!


Ich freue mich, wenn ihr einen Kommentar dalasst! :)

PS: Kombipartner ist meine Granville Bluse.

Happy Sewing
Julia



Kommentare:

  1. Liebe Julia,
    danke für Deine ausführliche Beschreibung. Ich finde das immer wieder toll wenn ausführlich über den Schnitt und die Herstellung geschrieben wird. Wenn ich bei irgendeinem Schnitt hänge, schaue ich immer mal wieder beim MMM rein, ob da dieses Teil schon genäht wurde. Das hat mir schon so manches Mal das Brett vor dem Kopf entfernt.
    Deine Hose ist super, steht bei mir auch noch auf dem Programm. Ich finde den Sitz und auch die Länge gut.
    Immer wieder bin ich froh, beim Nähen auf meine Figur eingehen zu können. Du schreibst das ja auch. Die Taille wird passend gemacht, ebenso Bund und oder die Länge. Das ist ein ganz großer Vorteil. Bisher habe ich mich nur an Jeans gewagt. Als Nächstes möchte ich mir eine Stoffhose nähen. Dann werde ich bestimmt wieder bei Dir reinschauen und nachlesen, wie es besser gehen könnte.
    Liebe Grüße Elisabeth

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    1. Liebe Elisabeth,
      danke für deinen Kommentar! Ja, diese große Sammlung ist echt ganz schön praktisch. Meist bleibe ich am jeweiligen Mittwoch bei Posts hängen, die ähnliche Inhalte haben wie das, was mich grad beschäftigt :D
      Hast du dir denn schon einen Schnitt für deine Stoffhose ausgesucht? Wünsche dir jedenfalls viel Spaß dabei!

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  2. Die Hose gefällt mir sehr gut! Schön klassisch und super kombinierbar.
    Vielleicht trau ich mich auch irgendwann mal an das Hosennähen, da sind deine Tipps und Schnittanpassungen sehr hilfreich. Vor allem, wie viel du verlängert hast, finde ich mal wieder gut zu wissen!
    Liebe Grüße!
    Rosinante

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  3. Schön ist sie geworden Deine Chino! Zusammen mit der Bluse ist es eine Silhouette, die ich im Moment auch sehr gern mag. Danke für die detaillierte Beschreibung Deiner Änderungen. Ja die Erfahrung habe ich auch gemacht, dass in der Schrittkurve 1 cm extrem viel ausmachen kann. Und ja, Gesäßtaschen immer erst auf die fertige Hose! LG Manuela

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    1. Dankeschön! :) Ich mag die Silhouette auch sehr, und im Gegensatz zu taillierten Röcken oder Hosen kneift auch nix.

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  4. Eine superschöne Hose ist das geworden, liebe Julia! Kann ich verstehen, dass Du die gern magst! Ich habe hier auch Stoff und Schnittmuster "The Calyer Pants" von Frenchnavynow bereit liegen und freu mich schon tierisch, ein anderes Beinkleid als Jeans zu nähen ;) Aber die Port Trouser ist tatsächlich auch ein sehr schöner Schnitt. Gut zu wissen, dass man da als langer Mensch ordentlich verlängern muss. Danke für die Tipps und LG, Frieda

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  5. Sehr fein! Ich hab auch noch so manch ein genähtes Exemplar im Kleiderschrank, was es nie vor die Kamera geschafft hat *seufz* Das Ding mit den selbst genähten Hosen habe ich ebenfalls wie du. Jeans, Skinny, Leggings ect alles drölfzig Mal genäht, aber eine Stoffhose fehlt. Vielleicht sollte ich das auchmal angehen? Deine Methode mit der Taschenplatzierung find ich klasse! :D Ich näh sie auch selten so an, wie sie im Schnitt vorgesehen sind.
    Liebe GRüße,
    Svenja, ebenfalls Hochwasser-geschädigte.

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    1. Das Foto machen ist aber auch immer so aufwändig, wenn man es schön haben will und ne dunkle Wohnung hat :(

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  6. Danke für deinen inspirierenden Blogpost! Hose (und Bluse) stehen Dir ausgezeichnet. Bei mir ist das "Hosennähen" noch etwas in Warteschleife, aber wenn ich Deine Beschreibung vom Nähprozess lese, bekomme ich Mut, es auch endlich mal anzugehen. Lieben Gruß! Karin

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  7. Wow, beide Teile sind so schön geworden. Die Hose ist klassisch schick und die Flamingos würden mich auch glücklich machen. Meine letzte Stoffhose war irgendwie ein Reinfall und ich habe sie seit der Fertigstellung genau 0 Mal getragen :( Vielleicht sollte ich es mit diesem Schnittmuster noch einmal probieren und mir bei den Anpassungen Mühe geben. Die Bluse, die du so nebenbei erwähnst passt perfekt zur Hose und gefällt mir ebenfalls sehr gut. :) Liebe Grüße!

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    1. Dankeschön! :) Wie schade, dass es mit dir und der Stoffhose nicht geklappt hat. Da war es wohl nicht der richtige Schnitt oder Stoff oder einfach nicht dein Stil, ist ja auch nicht jedermanns Sache, so eine Stoffhose. Vielleicht kannst du sie ja noch so ändern, dass sie dich doch etwas zufriedener macht :)

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  8. Super geworden deine Hose! Und was muss das für ein gutes Gefühl sein, einen Hosenschnitt gefunden zu haben, den man noch häufiger nähen möchte. Ich probier immer noch aus, die Hosen sind zwar (fast) alle tragbar, aber ich hab noch keine mehrmals genäht. Die Anpassung würde es bestimmt erleichtern, vielleicht ist es sogar einfach notwendig, einen Schnitt mehrmals zu nähen, aber ich möcht immer so gerne was Neues ausprobieren...
    Viel Spaß beim Tragen wünscht
    Andrea

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    1. Liebe Andrea,
      danke für deinen Kommentar! Ja, mit diesem Schnitt bin ich wirklich zufrieden. Das heißt natürlich nicht, dass es da nicht noch andere gibt, die ich aus Interesse auch gerne mal nähen würde ;)

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