20. Juni 2018

Latzhose McCalls M7547

Hallo ihr Lieben!




Der heutige Mottotag auf dem Me Made Mittwoch Blog wurde ja frühzeitig angekündigt, um Jumpsuits sollte es gehen. Passenderweise hatte ich Stoff, Schnitt und gedanklichen Plan für eine Latzhose hier liegen und nach kurzer Abklärung mit dem MMM-Team ob eine Latzhose als Jumpsuit klärt, hatte ich mir fest vorgenommen, diese zum Mottotag zu nähen und zu zeigen. Puh, war das letztlich eine knappe Kiste!


Dank Projektbüchlein weiß ich, dass ich am 7.6. mit der Latzhose angefangen habe, also eigentlich mehr als früh genug. Wenn man aber fast alle Tage arbeiten muss, die freien Tage mit sozialen Aktivitäten gefüllt sind und dann noch der eigene Geburtstag in Kombination mit dem Wunsch nach einem Geburtstagskleid dazwischenkommt .. dann wird man erst am Tag vor dem Mottotag fertig. Also, ich. Ich habe das so gemacht, obwohl das eigentlich nicht meine Art ist. Kurz dachte ich, dass ich lieber nicht mehr mitmache, denn nähen unter Druck führt bei mir oft zu Fehlern, viel Trennen, etc. Aber ich habe es doch versucht, und auch geschafft. Die Bilder sind dann auch noch schnell geschossen und alles ist pünktlich fertig, puh!


Wie es überhaupt zu dieser Latzhose kam? Meine beiden Latzhosen nach dem Schnitt Frohnatur (eins&zwei) trage ich super gerne, obwohl ich immer dachte, der Umstand beim Toilettenbesuch würde mich von Einteilern abhalten. Damit stand fest, dass ich auch gerne eine richtige, echte Latzhose nähen wollte. Mein erster Versuch mit dem Schnitt Turia Dungarees von Pauline Alice Patterns ging leider in die Hose (haha), der hüftige Bund und dementsprechend niedrig angesetzer Latz machten mehr Bauch als unnötig, und die Träger waren bestimmt 10 cm zu kurz. Ich habe lange nach einer etwas höher geschnitteneren Latzhose gesucht und bin bei einer bisher für mich unbekannten Firma gelandet: McCalls, der Schnitt nennt sich charmant M7547. (Achtung, den Schnitt gibt es zweimal, einmal mit den kleineren Größen und einmal mit den größeren, achtet darauf, dass eure dabei ist!) McCalls gehört ja zu den großen Schnittmusterfirmen und wird gerade im englischsprachigen Raum viel genutzt, mir ist es aber bisher noch nicht unter die Finger gekommen. Dementsprechend war ich erstaunt, als ich die pergamentartigen Schnittmusterbögen in der Hand hielt, oh man, das war ein Gefummel, die abzuzeichnen. Gruseliges Material. Die Anleitung dann eine Art Plakat, da war ich völlig hilflos wo ich das in der Nähe der Nähmaschine unterbringen sollte damit ich nicht bei jedem Schritt aufstehen muss. Sehr, sehr unhandlich, meiner Meinung nach. Auch die Art und Weise wie die Anleitung formuliert hat, nicht meins. Obwohl viele Bilder dabei sind und sich alles auf drei Plakate aufteilt, also genug Platz für ausführliche und eindeutige Anweisungen vorhanden ist, hatte ich echt manchmal einen Knoten im Kopf der sich nur gelöst hat, weil ich schon Näherfahrung habe. Ich schätze, dass es an der Übersetzung aus dem Englischen ist, die wie so oft bei so etwas von einem nicht nähenden Menschen gemacht wurde? Aber reine Vermutung. Vielleicht liegt es auch an mir, und alle anderen kommen mit der Anleitung super zurecht. 


Zurück zum Schnitt. Ich habe Version C, also die kurze Latzhose, genäht und einige (unfreiwillige) Änderungen gemacht. 
- Größe 16 im oberen Bereich, ab der Taille auf 18 auslaufend
- 2 cm Länge im Schritt hinzugefügt, damit die Taille auch in meiner Taille landet
- Träger so viel verlängert, wie der Stoff zuließ - bitter nötig
- Knopf und Knopfloch falsch herum, weil ich zu paddelig war. Glücklicherweise lässt sich das im Gegensatz zu meinen Befürchtungen relativ einfach schließen. 
- Den Latz im oberen Bereich mit Vlieseline bebügelt, damit die Knöpfe nicht ausreißen


Außerdem habe ich zwei statt nur einer Po- Tasche genäht. Wie komisch sähe denn bitte nur eine Tasche aus? Ich bin mir außerdem nicht sicher, ob ich beim hinteren Latz oder den Trägern irgendwo einen Fehler gemacht habe, da auf der Technischen Zeichnung die Träger am äußeren Rand ohne Übergang mit dem Latz abschließen und bei mir noch ein paar Zentimeter übrig sind. Oh, und statt vier Gürtelschlaufen habe ich sechs zugeschnitten und hinten so eine lustig überkreuzte genäht.
Den Bund wollte ich eigentlich auch noch rundherum abgesteppt haben, aber bei der x-fachen Lage Jeans an der Stelle der Gürtelschlaufen (da liegen ja zwischen den Bundteilen auch noch die Nahtzugaben) hat meine Maschine aufgegeben. Es passte nur so gerade unter das Füßchen, also so, dass Füßchen oben und unten keinen unterschied machte, und da konnte sie nicht mehr transportieren. Für mich hieß das nach dem Auftrennen, dass ich den Bund unten mit Hand angenäht habe. Bäh. Ich hasse Handnähte. Aber sieht schon schick aus von innen.


Stoff und Schnallen sind von Stoff und Stil, der Denim hat eine tolle Dehnbarkeit und fühlt sich super an, liegt dafür echt nicht breit. Ich habe mir ziemlich einen abgemüht um aus dem Meter, den ich gekauft habe, alle Teile herauszubekommen. Ansonsten kann ich  mir den Stoff aber auch toll für eine Jeans vorstellen, muss ich mir unbedingt merken. 
Genäht habe ich mit normalem Garn, abgesteppt dann mit dickerem Garn in Blau, da ich das immer noch nicht wirklich ordentlich hinbekomme. 
Prinzipiell bin ich mit der Latzhose zufrieden, sie sitzt besser als ich dachte, auch wenn der Bund noch recht eng sitzt. Da habe ich beide Teile verstärkt, gehe aber stark davon aus, dass dieser sich nach längerem Tragen noch etwas weitet. Bisher habe ich die Hose ja nur für die Bilder und zwischendurch zur Anprobe angehabt und kann dazu leider noch nichts sagen. 


Unsicher bin ich mir allerdings schon bei der Seitenansicht. Der Bauch ist halt schon sichtbar, was sonst bei Hosen die etwas tiefer sitzen ja nicht so ist. Es ist vermutlich wieder mein gebrainwashtes Gehirn, was das unschön findet, aber das Ergebnis bleibt ja: Wenn ich unwohl fühle, werde ich die Latzhose nicht anziehen. Mal sehen, was ich so für Rückmeldungen kriege im echten Leben (und gerne auch von euch) und ob ich mich da selbst überzeugen kann. Nicht, dass mir demnächst alle eine Schwangerschaft unterstellen ...



Aber ich darf auch nicht vergessen, was ich anderen so gerne erzähle: Selten steht man so still, wie es auf Bildern abgebildet wird, und man selbst schaut natürlich am meisten auf solche Stellen. Auf diesem Bild zum Beispiel fällt mir der Bauch gar nicht auf, nur direkt seitlich eben. 
Kombiniert habe ich den Einteiler übrigens mit einer Fräulein Lenz Bluse, schon alt, immer wieder gerne getragen. 

Und damit geselle ich mich zu all den anderen Frauen, die heute etwas komplizierter auf das stille Örtchen gehen und schaue, ob ich noch weitere spannende Schnittmuster und Inspiration finde. Außerdem verlinkt mit Frau freut sich.


Happy sewing, 

Julia



13. Juni 2018

Spitzenmädchen

Hallo ihr Lieben!

Im Rahmen der neuen Datenschutzverordnung sind ja leider viele tolle Blogs verschwunden. So hat es auch den RUMS mitgerissen in die Versenkung, wo sich bis dato eine Menge Inspiration finden ließ und ich auch mitgemacht habe. Zum Glück hat Fredi von Seemannsgarn drei neue Linkpartys aufgetrieben, die ebenfalls Donnerstags stattfinden: Women on Fire, Sewlala, und Du für Dich am Donnerstag. Ich bin gespannt, wie es sich dort verhält, sie sind ja alle dem RUMS sehr ähnlich und im Regelwerk sehr locker und allgemein. Mal schauen, ob sich eine durchsetzt oder verschiedene Schwerpunkte entwickeln. Ich freue mich erstmal, bei so vielen mit meiner Shorts mitmachen zu können!


Das letzte Milchmädchen ist eindeutig das aufwändigste, was ich im Probenähen genäht habe (Achtung, Werbung!). Die Idee, irgendwie Spitze zu verwenden, kam mir, nachdem ich die erste Shorts genäht hatte und durch meine Reste wühlte. Dort lag noch die Spitze von meiner Jacke Carol, und schon war der Gedanke da. Weil Spitze allein aber doch etwas mehr Einblicke zulässt, als mir lieb ist, habe ich sie zu allererst auf einen Rest weiße Viskose aufgenäht. Daraus habe ich dann auch das Schrägband hergestellt. Der blaue Stoff ist ein Rest Chambray von einem unverbloggten da nicht passenden Hemd. 


Diese Shorts ist wieder in Größe 42 genäht, im Schritt um 2cm erhöht und dafür unten an den Beinen um etwa die selbe Länge gekürzt. Durch die Spitze und die knappe Länge wird sie etwas weniger sportlich und fast schon schick, finde ich. Um im Thema zu bleiben, habe ich sie mit meinem Fräulein Lenz kombiniert, da gibt es gleich mehrere Verbindungen: Der Stoffrest für Tasche und Schrägband kommt von genau dieser Bluse. Und beides sind Schnittmuster von Lotte&Ludwig, was ein Zufall!


Genäht habe ich mit blauem Nähgarn, dadurch sieht man die ein oder andere Unregelmäßigkeit, aber nur von ganz nah, und selten kommen Menschen meiner Kleidung so nahe. Ich bin ein bisschen verliebt in diese Kombination von (optischem) Denim und Spitze und bin mir sicher, dass ich diese Hose im Sommer häufig tragen werde. 


Hinten habe ich wieder Abnäher gewählt weil der Stoff nicht ganz so leicht fällt und ich keine komschen Beulen wollte. Der Bund ist wie im Ebook vorgesehen mit Gummibund genäht. A pro pos Bund, eine Änderung, die ich bei allen drei Milchmädchen gemacht, aber nicht fotografiert habe: Statt den Bund komplett rechts auf rechts an die Hose zu nähen und dann die unschöne Nahtzugabe in der Hose zu haben, habe ich nur eine Seite rechts auf rechts angenäht, dann nach innen geklappt, die Nahtzugabe in den Bund gebügelt und die andere lange Seite vom Bund 1cm umgebügelt, dann von außen angesteppt. Lässt man dabei eine Lücke, kann das Gummiband wunderbar nachträglich noch eingezogen werden. Und es sieht so viel schöner aus!


Damit habe ich euch meine drei Mädchen aus dem schönen Probenähen gezeigt. Ich bin froh, dass mal wieder nur tragbare Exemplare entstanden sind und außerdem so einige Reste verbraucht wurden, dafür ist die Shorts einfach perfekt. Ihr könnt sie sowohl bei Makerist als auch bei Dawanda erstehen. 


Happy sewing, 

Julia




11. Juni 2018

Update No. 23

Hallo ihr Lieben!

Am Wochenende war ich leider nur im Halbdunkel zuhause, sodass ich keine Möglichkeit hatte Bilder für das Update zu machen und es ergo das Update erst heute, am Montag gibt. Dafür habe ich gestern für euch schonmal die ersten beiden Shorts nach dem Ebook Mein Milchmädchen hier gezeigt, das ist doch auch schonmal was, oder? Aber gut, zurück zum regelmäßigen Überblick, für euch und vor allem für mich, über die kreativen Ausbrüche. Wie immer halte ich mich hier mit Informationen zu verwendeten Materialien sowie Schnitt zurück und erledige das ausführlich im dazugehörigen Beitrag. Falls ihr aber jetzt schon etwas wissen wollt, einfach fragen!




Neu im Schrank



Zwei meiner neuesten Zugänge im Kleiderschrank habt ihr gestern schon gesehen, die beiden Milchmädchen Shorts. Somit habe ich endlich wieder eine passende Sporthose, nach dem Winter hat nämlich eine von zweien beim Dehnen des Gummis so schön geknirscht und das Gummi war hin, und die andere kriege ich schon immer nur mit Rumhampeln über mein Hinterteil, da habe ich einfach keine Lust mehr drauf. Für Nachschub ist nun gesorgt, ich bin froh.
Eine weitere Shorts nach dem Schnitt habe ich aber noch, die zeige ich euch im Laufe der Woche. Eine kleine Vorschau habe ich hier schonmal.



Vor der Milchmädchen-Eskalation habe ich noch ein einfaches graues Shirt genäht, auch das zeige ich euch dann nochmal genauer. Ein schönes Basic, eher eng, für die weiteren Hosen und Röcke.



Auch von den Nadeln sind mir gleich mehrere Teile gehüpft. Zum einen ist mein Cardigan nun endlich fertig. Ich hatte eine kleine Phase der Müdigkeit, die glatten Reihen waren wirklich öde. Nachdem ich dann aber endlich die Taschenhöhe erreicht hatte, war Blut geleckt und ich wollte fertig werden. Er liegt nun im Schrank und wird euch vermutlich eher im Herbst präsentiert, vorher ziehe ich ihn weder an, noch ist er passend zur Jahreszeit.



Und zuletzt habe ich für Sophia eine kleine Mütze gestrickt, die ihr Gehirn ganz spontan zusammengedacht hatte. Das ging sehr flott, da sehr klein, und hat mir viel Spaß gemacht. Und weil noch Garn übrig war, gab es auch gleich passende Söckchen dazu. Aber auch dazu an anderer Stelle mehr, aktuell läuft die Testphase noch. 

Da ist wirklich eine Menge fertig geworden in letzter Zeit, verrückt!



Auf den Nadeln



Endlich habe ich die zweite Socke zur Ringelsocke angeschlagen. Jetzt, wo der Cardigan fertig ist, brauchte ich wieder ein neues Projekt bei dem ich nicht nachdenken muss, und was eignet sich da besser als eine Socke? Eben. Ich freue mich, sie fertigzustricken, denn natürlich sind da schon Pläne für ein, zwei weitere Paar in meinem Hinterkopf.



Neben den Socken stricke ich dann hauptsächlich am Tuch. Ich habe auf größere Nadeln gewechselt, also, vom Umfang, das macht direkt ein gutes Gefühl, weil es nach mehr aussieht. Man muss sich ja auch mal selbst ein bisschen austricksen.



Ansonsten habe ich tatsächlich nichts auf meinen Nadeln, abgesehen vom üblichen Frühchenkram. Dafür aber Pläne: Sophia hat mir Rest von Sockengarn geschenkt, das ich in Kombination mit Flanell von Regia als ein sehr schönes Paar Socken sehe. Meine Mama findet meinen Cardigan sehr schön, und wahrscheinlich stricke ich ihn ihr nochmal, nur in anderen Farben. Und dann brauche ich noch eure Hilfe: Ich habe hier diverse Farben Mohair Reste. Habt ihr Ideen, was ich damit anfangen kann? Oder lieber ab in eine Kita damit, zum Basteln?


Unter der Nadel



Da befindet sich momentan eine Latzhose, etwa auf der Hälfte ihres Entstehungsweges. Ich bin super gespannt, ob die besser wird als mein letzter Versuch, denn das war tatsächlich ein absoluter Reinfall, was ich nicht oft erlebe. Wenn es klappt, dann freue ich mich sehr, ich trage meine Frohnatur Latzhosen nämlich sehr oft, und eine richtig echte aus Jeans wäre schon toll. Es fehlen noch die Latze, Träger und Po-Taschen.



Wenn ich damit in dieser Woche noch fertig werde, würde ich mir sehr gerne ein Geburtstagskleid nähen, der steht nämlich am Wochenende an.



Neuzugang



Ähm, ja. Ich war ja der Meinung, mit meiner Eskalation bei Stoff und Stil im letzten Monat hätte ich erstmal genug Stoff für einige Monate. Beim Kauf eines Geschenks (also, Stoff zum Verschenken) im örtlichen Geschäft konnte ich an dieser tollen Viskose aber nicht vorbei gehen. Ich sehe schon eine ärmellose Bluse vor mir, mit Stehkragen, richtig gut für den Sommer. Ach ja, wäre doch mehr Zeit, um all die schönen Teile zu nähen!

Das war es dann auch, der aktuelle Stand ist vermittelt. Ich wünsche euch fröhliches Nähen und Stricken und Werkeln generell, 


Julia


Verlinkt mit Maschenfein

10. Juni 2018

Eine Shorts für alle Fälle

Hallo ihr Lieben, 

zu erst einmal das allerwichtigste: Werbung, da im Probenähen entstanden und Nennung von Dingen und all diese tollen Angaben, ihr versteht schon was ich meine. 



Damit ich mich nicht weiter über diese schöne neue Regelung lustig mache, erstmal schön auf eine Wiese setzen und Blümchen zählen. Die Wiese ist übrigens unser Garten, der sich erfolgreich dagegen gewehrt hat, einfach Rasen wachsen zu lassen und nun eine Mischung aus Moos, Unkraut und Blümchen ist. Wir haben ebenso aufgegeben ihn zu zähmen und nehmen das nun so hin. Grün ist es ja trotzdem. 
Eigentlich soll es aber hier um etwas ganz anderes gehen, für die liebe Svenja von Lotte&Ludwig war ich mal wieder aktiv beim Probenähen des neuen Schnittes dabei. Die Milchmädchen Shorts gibt es schon länger für Kinder, und anscheinend waren die Rufe der benähenden Eltern so laut, dass es nun auch eine Version für Frauen gibt. 


Es handelt sich dabei um eine eigentlich ziemlich simpel genähte Shorts mit ein paar optischen spaßigen Dingen. Nein, Cellulite und blaue Flecke gehören nicht dazu, das sind meine optisch spaßige Dinge ;) Die Hose dagegen kommt mit Schrägbandeinfassung daher, wodurch sich der Schnitt sehr variabel gezeigt hat. Schlicht oder gemustert, Bommelborte, Spitze, da ist eine Menge nötig. Ansonsten: Taschen und Gummibund. Noch irgendwelche Fragen, oder schon überzeugt?


Diese graue-mint farbene Version ist emine erste Hose aus dem Probenähen, danach ist der Schnitt nochmal angepasst worden. Außerdem habe ich hier eine 44 genäht, später dann auf 42 gewechselt, weil genug Platz da war. Trotzdem mag ich die Geräumigkeit dieser Hose, durch den leichten Stoff sieht sie nicht zu groß aus und ist dabei super luftig. Der Stoff ist ein Rest von meiner Hose letzte Woche, der Harper, dünnes Leinen. Das Schrägband habe ich selbst aus einem Rest Seide gemacht. Ansonsten habe ich die Länge erstmal so belassen (die Shorts lässt sich auch sehr einfach kürzen), dafür aber im oberen Bereich, also im Schritt, 2cm dazugegeben. Nach über 4 Jahren Kleidung nähen habe ich endlich mal verstanden, dass ich wohl einen sehr langen Unterkörper habe. So sitzt die Hose super bequem, ich kann mich perfekt darin bewegen und mag sie gar nicht mehr ausziehen. 


Ein passendes Top hatte ich auch noch im Schrank. Wenn das mal kein Zufall ist! 
Nachdem dann diese Shorts fertig war gab es eine Aktualisierung des Schnittes, den habe ich dann auch gleich noch zweimal vernäht, weil ich so begeistert war. Eine Version zeige ich euch heute, und meine liebste habe ich für ein anderes Mal aufgespart. 


Eigentlich ist der Schnitt für Webware geplant. Da Eigentlich aber eigentlich auch nichts aussagt (wenn ich eins aus dem Deutschunterricht mitgenommen habe, dann das), habe ich zu einem Rest festem Jersey gegriffen, von meinem Silvesterkleid, und in Kombination mit Schrägband aus Viskosejersey, ebenfalls ein Rest, eine eher sportliche Shorts genäht. Damit es nicht zu sehr bollert, habe ich die 42 ohne Nahtzugabe zugeschnitten und den Bund arg gekürzt. Die Länge ist ebenfalls die aus dem Ebook, plus meine 2cm im Schritt. 


Ich habe nämlich keine kurzen Sporthosen mehr und plante schon länger, welche zu nähen. Gar nicht so leicht einen Schnitt zu finden, da kam mir dieses Probenähen sehr gelegen. Nun ist die fertige Hose schon fast zu schade "nur" für Sport, hihi. Aber ich kann mir ja noch mehr machen, so ein Glück. Schrägband aus Viskosejersey war übrigens nicht die beste Idee, sehr flutschig und zu sehr dehnbar, sodass die Rundungen jetzt am mittigen Vorderteil etwas umklappen. Mal sehen, ob ich das noch geändert kriege. 


Für das Hinterteil der Hose gab es am Anfang übrigens nur Falten oben am Bund. Wir haben dann im Probenähen aber schnell festgestellt, dass das an einem Kinderpo sehr niedlich, an einem Frauenpo aber oft eher komisch aussieht. Somit wurden Abnäher hinzugefügt, für die ich mich bei dieser Hose dann auch entschieden habe. Da der Jersey doch eher dick ist, dachte ich mir, würden Falten nicht schön liegen. Bei der oberen Hose habe ich aber die Falten genommen und bin damit zufrieden. 
Noch eine Veränderung bei meiner Sporthose: Statt Gummizug habe ich einen alten Schnürsenkel eine Kordel eingezogen. Für Sport finde ich es dann doch besser, die Hose ganz fest schnüren zu können. 


Falls es noch  nicht aufgefallen ist: Ich bin ehrlich begeistert von diesem Schnitt. Ja, Werbung und Probenähen und so, aber ich habe auch nichts davon euch hier irgendwelche Lügengeschichten aufzubinden, Provision oder sowas gibt es nicht, also ist das meine ganz ehrliche und authentische Meinung. Die Hose ist super, um Reste zu verwerten, für drei Hosen habe ich nicht ein einziges Stück Stoff oder Zubehör zusätzlich gekauft, was will man mehr? Ich kann mir vorstellen, dass der Schnitt bei mir noch häufiger genäht wird, für Sporthosen werde ich ihn definitiv öfter nutzen, ebenso für kurze Schlafanzughosen, weil unglaublich bequem. Und auch für die Freizeit nutzbar. Neben einer klassischen Shorts also eigentlich der einzige Schnitt, den ich noch brauche. 


Ihr könnt den Schnitt sowohl bei DaWanda als auch Makerist bekommen, mit Einführungsrabatt wenn ihr schnell seid. 

Und ich wühle dann mal weiter durch meine Reste und schaue, welche Kombinationen sich noch so ergeben ... 


Happy sewing!

Julia

6. Juni 2018

LMV Harper - Experiment Paperbag Waist

Hallo ihr Lieben, 

ich weiß ja nicht, wie es bei euch ist, aber ich stehe neuen Trends meistens skeptisch gegenüber. In meiner Erinnerung war es erst vor kurzem, als alle Mädchen noch Schlaghosen trugen, am besten  mit ausgefranstem Saum hinten weil zu lang. Diese Hosen, die sich bei Regen gerne mal bis zum Knie voll gesogen haben. Dann kamen diese engen Jeans in Mode, und lange habe ich mich geweigert. Heute geht es mir dann wieder andersherum, ich kann mit den weiten Hosenbeinen noch nicht so viel anfangen, jedenfalls die, die auch am Saum sehr weit sind. 


Bei Hosen bin ich eigentlich seit Jahren der Skinny Jeans treu geblieben. Ausnahmen bilden lediglich flatterige lange Hosen für den Sommer. Bis dann die La Maison Victor (Ausgabe 5/17) um die Ecke kam, mit ihr eine spannende Hose, die gleich in mehreren Punkten nicht meinen bisherigen Modellen entsprach: Bund auf Taillenhöhe, und dann auch noch in der so genannten Paperbag Optik, welche an eine zusammengeknüllte Papiertüte erinnern soll, die sich dann oben in Falten und auseinander legt. Bisher fand ich diese Art des Hosenbundes immer weniger passend, vor allem für mich konnte ich mir das nicht vorstellen. Aber irgendwas an dieser Hose weckte trotzdem mein Interesse.


Es dauerte dann fast noch ein Jahr, bis ich mich an das Nähen machte, weil mir erst dann der passende Stoff über den Weg gelaufen ist. Ich hatte nicht aktiv danach gesucht, aber als ich bei Sewing by the Sea einen schönen, weich fallenden Stoff in Leinenoptik in den Händen hielt, dachte ich schon an eine Hose. Nicht diese Hose, aber eine Hose. Leider war die Farbe so gar nicht meins, ein sandton, aber keiner, den ich schön fand. Da gibt es ja zig Schattierungen, und diese gefiel mir nicht. Ich habe also Färbemittel gekauft und das Experiment Stoff färben zum ersten Mal gewagt. Gelungen, finde ich, denn herausgekommen ist ein sehr schönes grau, das sich viel besser in meinen Kleiderschrank einfügt. Tja, und irgendwie fanden an dieser Stelle dann Stoff und Schnitt zusammen, trotz meiner Zweifel.


Natürlich konnte ich für meinen Körper nicht einfach den Schnitt abpausen, da waren eine Menge Anpassungen nötig. In der Weite habe ich an der Taille und ab Mitte Oberschenkel eine 40 genäht, dazwischen aber auf 42 erweitert damit alles reinpasst. Längentechnisch gab es ebenfalls zwei Anpassungen, im Schritt habe ich 2cm hinzugegeben damit der Bund auch auf meine Taille trifft, an den Beinen 5cm. Das war gar nicht so leicht, weil die Schnitteile zwar zum einen auf zwei Bögen waren und die Hosenbeine schon getrennt, ich konnte also einfach etwas Platz lassen bevor ich den unteren Teil angehängt habe, aber der Fadenlauf war mit einem etwa 5cm langen Strich eingezeichnet, was es nicht leicht macht, diesen beizubehalten. Was mir sonst gar nicht so immens wichtig ist, finde ich bei Hosen elementar, denn bei einem schiefen Fadenlauf entsteht ein Drehbein, und das mag nun wirklich niemand.


Das Nähen an sich verlief dann relativ problemlos, habe ich ja schon einige Hosen genäht. Trotzdem war von Anfang an der Wurm drin: An einem Vorderteil hatte ich zu viel abgeschnitten, sodass der Reißverschluss im Stehen zwar verdeckt ist, im sitzen aber ziemlich sichtbar. Damit kann ich noch leben. 
Viel nerviger finde ich, dass ich die Gürtelschlaufen mit der falschen Seite nach außen zeigend angenäht habe. Als es mir auffiel, war die obere Seite der Schlaufen schon fest, mit dem komplizierten Bund, und ich hatte wirklich keine Lust, alles nochmal aufzutrennen. Also Augen zu und durch. Als dann alles fertig war, erste wirkliche Anprobe (ich hatte zuvor einmal mit langem Stich zusammengenäht und geschaut) und vor allem erste Sitzprobe. Tja, da hatte ich mir wohl eine Stehhose genäht. Sehr traurig.


Ich brauchte ein paar Tage um diese Enttäuschung zu verdauen, denn wider Erwarten fand ich die Optik der Hose gar nicht so schlecht. Dann habe ich fluchend den Bund vorne bis zu den Gürtelschleifen wieder abgetrennt, die Falten in den Vorderteilen aufgetrennt und nur noch halb so tief zusammengenäht. Kleiner Wutanfall, als ich feststellen durfte, dass ich nicht weiter als bis zu diesem Punkt gedacht hatte und nun leider die Falten des Bundes nicht mehr zu denen im Vorderteil passten. Also auch den Bund nochmal etwas aufgetrennt und die Falten neu gelegt, damit sie zu den Vorderteilen passen. Damit war er logischerweise auch etwas zu kurz, also habe ich ganz simpel einfach etwas Stoff angesetzt. Da ist nun also eine zusätzliche Naht, die da nicht hingehört, aber das fällt kaum auf zwischen all den Falten, den falschen Gürtelschlaufen und dem fehlenden Knopf. Denn eigentlich sollte es noch einen Knopf geben, da oben im Bund. Da der Gürtel aber alles an Ort und Stelle hält, habe ich mir das gespart.


Eigentlich verarbeite ich Rock- und Hosenbünde ja gerne so, dass ich den inneren Bund nochmal umschlage und damit die Nahtzugabe verdecke. Das war in diesem Fall nicht möglich, weil der komplette Bund in die Falten gelegt wird, nicht nur der äußere. Um all die negativen Schwingungen der Fehler wieder auszugleichen, habe ich also die Nahtzugabe mit Schrägband eingefasst. Welches ich dann bei meiner finalen Rettungsaktion natürlich auch wieder auftrennen durfte. Und verlängern. Was habe ich mich geärgert über meine ach so tolle Idee!


Zum Glück hat sich die Mühe gelohnt, denn nun passt die Hose und erlaubt es mir auch, mich hinzusetzen. Das bequemste Teil ist sie natürlich trotzdem nicht, ein unbeweglicher Bund ist einfach nicht der Knaller, wenn man auch nur das kleinste bisschen Bauch hat, welcher im Sitzen nunmal der Natur halber ein wenig zusammengedrückt und damit größer wird und damit gegen den Bund drückt. Aber ich kann darin sitzen, essen und mich bewegen.


Ein bisschen skeptisch bin ich ja noch über die Rückansicht. Das ist schon ein ziemlich großes Hinterteil, wenn ich das mal so sagen darf. Vielleicht wären Taschen eine Option, oder aber ein bisschen Gehirnwäsche, weil ich einfach eine ganz andere Optik gewöhnt bin? Was meint ihr?


Alles in allem habe ich aber, trotz vieler Hürden, eine tragbare und bequeme Hose genäht, bei der ich mir nicht sicher war, ob ich sie überhaupt mögen würde. Experiment geglückt, würde ich mal sagen, und darüber bin ich ziemlich froh!

Damit auf zum Me Made Mittwoch :) 


Happy sewing, 

Julia

31. Mai 2018

Me Made May - zweite Hälfte

Hallo ihr Lieben,

ich denke, der Titel sagt schon alles und wir können direkt durchstarten?




17. Mai 2018 - Outfit Wiederholung und so. Deshalb mal wieder das oben drüber: In diesem Fall mein Goosebumps Tuch, ein absolutes Basic mittlerweile. Außerdem seit Jahren geliebt, mein Wind und Wetter Parka, den ich im Übergang wirklich dauerhaft trage. 
18. Mai 2018 - Mein Streifenpullover nach einem abgenommenen Schnitt. Der ist ja noch recht neu, erst Anfang des Jahres bei Sewing by the sea genäht, aber jetzt schon viel und häufig getragen. 



19. Mai 2018 - Das Shirt untendrunter ist nach demselben Schnitt, aber aus einem sehr dünnen und feinen Strickstoff. Ebenfalls häufig angezogen, einfach ein super Kombinationsteil. Darüber dann der eye catcher dieses Outfits, mein Cleo Latzkleid aus gestreiftem Stoff. 
20. Mai 2018 - Um den Fakt, dass ich am Wochenende arbeiten muss, ein wenig zu überspielen, habe ich die bequemste lange Hose angezogen, die in meinem Schrank ist: Die Ludwig Lässig aus angerauhtem Twill, super weich, sehr bequem. Gummibund und so. 



21. Mai 2018 - Ein freier Tag mittendrin ruft danach, ein Kleid zu tragen. Ich habe mich für das Bettine Kleid entschieden, welches ich ärmellos genäht habe. Der Stoff ist Musselin und so war es wirklich toll für den sommerlichen Tag, der mit einem Geburtstagsbrunch einer Freundin begann. 
22. Mai 2018 - Zurück zur Arbeit, mittelwarmer Tag, einer der seltenen, an denen ein Stricktop nicht zu spontanen Schweißausbrüchen oder aber Erfrierungen an den Armen führt. Privat würde ich das Top einfach so tragen, für die Arbeit natürlich noch mit einem engen Top darunter, damit keine unfreiwilligen Einblicke gewährt werden. 



23. Mai 2018 - Warm! Zeit für die kurzen Sachen, in diesem Fall meine Latzhose Frohnatur, kombiniert mit einem noch unverbloggten Shirt in rot-weiß gestreift. Die Kombination mag ich sehr gerne. 
24. Mai 2018 - Den freien Tag genutzt um ein wenig im Garten zu werken, dabei trage ich dann aber meist was altes, und das ist halt oft noch gekauft. Am frühen Abend war ich dann mit Sophia und Saskia zum Stricken verabredet und habe dafür mein Ditte Kleid angezogen, ein noch immer viel geliebtes Teil, nur mit den dreiviertel Ärmeln einfach unpraktisch, weil auch nichts drüber gezogen werden kann. Also ziehe ich es an mittelwarmen Tagen durchgehend an.



25. Mai 2018 - Gleicher Schnitt, etwas luftiger gemacht ohne Ärmel und aus einem dünnen Jeansstoff. Letzter freier Tag, es musste also ein Kleid sein. Pluspunkt hier: Es hat Taschen!
 26.  Mai 2018 - Die kirchliche Hochzeit einer Kollegin stand an, dafür habe ich mich minimal aufgebrezelt in einem noch unverbloggten Kleid mit spannender Rückenansicht. Da habe ich offensichtlich ein Faible für. Am Abend dann rein in den Nachtdienstblock, dafür andere Klamotte: Meine erste Lamise, die ich danach aber aussortiert habe. Der Stoff ist Plastik, unerträglich eigentlich, aber da wusste ich es noch nicht besser. 





27. Mai 2018 - Die Port Trousers kommen nochmal an die Frau, dazu das ebenfalls schon getragene Morning Mist Shirt. Andere Kombination mit schon bekannten Teilen, hat mir eigentlich gut gefallen. 
28. Mai 2018 - Die Hitzewelle macht alle ein bisschen dusselig und ich bin insgeheim doch ganz froh, dass ich aktuell Nachtschicht habe und somit nicht bei den verrückten Temperaturen auch noch arbeiten muss. Nachts ist es deutlich angenehmer, wobei bei uns in den Räumen trotzdem die Temperaturen nie unter 26 Grad fallen. Deshalb bleibt es luftig in einer Lamise aus Viskose (unverbloggt bisher), deutlich angenehmer, und dem oben schon erwähnten Shirt. 



29. Mai 2018 - Tagsüber habe ich Shorts getragen, die Chataigne Shorts aus einem Jeansstoff um genau zu sein. Für den Abend dann wieder dasselbe wie die Nacht zuvor, aber das wäre ja öde nochmal zu zeigen. 
30. Mai 2018 - Nachtdienste sind überstanden! Das wird mit Shorts gefeiert, die mir immer noch ganz viel Freude machen mit der Spitze und den fransigen Enden. Dazu ein gestricktes Top, zu dem Sophia immer noch die Anleitung schreiben muss. Wer Interesse hat, macht mal bei ihr ein bisschen Druck!
31. Mai 2018 - Der Tag unserer jährlichen Kanutour. Dazu also eher sportlich und kurz, in meinem Fall eine noch geheime Hose, ihr seht nur einen kleinen Einblick, und dazu das Top Kate.

Und damit ist der Mai schon vorbei! Mir hat es, wie im letzten Jahr, wieder Spaß gemacht meine tägliche Kleidung zu dokumentieren, mal andere Kombinationen auszuprobieren und eher missachtete Stücke hervorzuholen. Insgesamt habe ich zwei Teile aussortiert, die oben genannte Hose und ein Upcycling eines Herrenhemdes, das eher schief gegangen ist. Eine gute Bilanz, finde ich. 
Wenn ich alle Bilder so anschaue stelle ich ja immer wieder fest, dass ich eigentlich Kleider an mir am liebsten mag. Leider sind sie im Arbeitsalltag oft unpraktisch und bei mir eher was für den Herbst und Winter, wo die Strumpfhose von mir gewollt gewählt wird und nicht vorgeschrieben.
Blau scheint definitiv eine Lieblingsfarbe zu sein. Aber wer mag nicht blau?
Besonders auf Instagram habe ich eine Menge tolle Inspiration bekommen und viele spannende Outfits gesehen. Die Nählust ist aktuell ziemlich groß, aber die Zeit nicht in passender Menge vorhanden. Also wird es, wie immer, Stück für Stück weitergehen auf dem Weg zu einer abwechslungsreichen, zu mir passenden Garderobe. Ich hoffe, ihr begleitet mich weiter dabei. 


Happy everything, 

Julia



23. Mai 2018

Partyblumen Top

Hallo ihr Lieben!

Vorhang auf für den neuesten Streich aus dem Hause Tüt!


Es kommt ja eher selten vor, dass ich feiern gehe. Also so mit Club und Stadt und bis nachts um vier. Aber ab und an eben doch, und für diese Gelegenheiten habe ich echt wenig anzuziehen. Logisch, weil man ja auch nicht zehn Abendkleider hat wenn man eher selten auf eine Gala eingeladen wird. 
In meinem Fall führt das dazu, dass ich etwas anziehe, was mir unpassend vorkommt. Ich trage gerne luftig und locker, damit es auf der engen Tanzfläche nicht zu heiß wird. Also mir, vom Tanzen. Und obwohl ich fast nur dunkle Farben vernähe, sind all diese geeigneten Teile eher hell, wenn nicht sogar weiß. Also wollte ich noch etwas dunkleres, und bin bei meinem Ausflug zu Stoff und Stil auf diese Viskose gestoßen. Natürlich ist sie online nicht zu finden, aber dafür viele andere schöne Viskose Stoffe.


Blieb nur noch die Schnittfrage. Ich wollte eigentlich gerne etwas neues ausprobieren, vielleicht mit einem netten Einsatz, spannender Ausschnitt, irgendwas. Das war vermutlich auch mein Problem in der Entscheidungsfindung, so ganz wusste ich nicht, was ich wollte. Also habe ich doch zu altbekanntem gegriffen, dem Schnitt Mittsommer von Lotte&Ludwig. Meine beiden Shirts (1&2) trage ich furchtbar gerne, beide sind ebenfalls aus Viskose, erfolgversprechend. Weil ein einfaches Shirt aber öde war, habe ich ein paar Änderungen vorgenommen.


Die "Ärmel", die eigentlich nur sehr breite Schultern sind, habe ich bis auf 8cm verkürzt. Dazu habe ich vom Halsausschnitt aus die 8cm abgemessen, einen Knips gemacht und dann ganz frei Schnauze von da an den Armausschnitt entlang geschnitten, dabei die neue Armkurve nach unten hin auslaufen lassen. Das hat gut geklappt, allerdings würde ich es gerne nochmal mit etwas schmaleren Trägern versuchen.


Ich wollte irgendetwas, was das Top besonders macht. Ich habe über Spitze nachgedacht, fand das in Kombination mit den Blumen aber zu niedlich. Seitliche Einsätze in einem anderen Stoff waren mir zu unsicher. Ein Schößchen habe ich noch nie genäht und bin mir auch nicht sicher, ob mir das steht. Zum Glück liefert die Wintersonne Erweiterung einige Ausschnittformen und Saum- sowie Ärmelabschlüsse, welche mich letztendlich zu dem Tropfenausschnitt im Rücken inspiriert haben. Diesen habe ich, ebenso wie Hals- und Armausschnitt, mit Schrägband eingefasst, welches aus dem Stoff des Tops gemacht ist.


Den geraden Saum habe ich ebenfalls abgeändert, er geht nun an den Seiten ziemlich hoch und ist hinten länger als vorne. Von der Seite finde ich das sehr schön, von vorne sieht man es logischerweise kaum. Gut, dass ich selten so still rumstehe wie auf den Bildern.


Sehr spannend: Irgendwie sitzt der Abnäher ganz schön tief. Eigentlich soll so ein Brustabnäher ja an der Spitze auf die breiteste Stelle der Brust zeigen. Bei mir eher so komplett unten drunter. Den muss ich dann wohl mal ein wenig nach oben verlegen. In dem dunklen Stoff fällt es aber zum Glück nicht so auf, also nichts, worüber ich mich großartig ärgere.


Obwohl die Einfassung mit Schrägband an allen Ausschnitten gelungen ist, wäre wohl ein Beleg besser gewesen. Ich musste dem Top mit Hilfe meines Bügeleisens viel Dampf machen, damit es sich schön glatt legt an den Ausschnitten. Sollte ich mir fürs nächste Mal merken!


Was da übrigens so nett ins Bild hineinlugt ist hoffentlich ein neuer kleiner Gummibaum. Ich habe vor bestimmt 10 Jahren einen von meiner Mama bekommen. Sie dachte, er stirbt, er hatte nur fünf Blätter und somit war das Risiko bei mir Pflanzen-Mörderin nicht so groß, dachte sie wohl. Naja, er ist mittlerweile zweimal mit mir umgezogen und mit den Jahren ziemlich explodiert. Nun habe ich ihn erstmals ordentlich eingekürzt und, wie im Internet gelesen, die abgeschnittenen Zweige wieder eingepflanzt. Drei so Bäumchen stehen nun an diversen Stellen in der Wohnung und ich hoffe, bei ihnen ebenso viel Erfolg zu haben wie bei ihrer Mutter. Oder ihrem Vater? Mh. Wie auch immer.

Auf Wiedersehen von Bluse, Blume und mir,


Julia




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