15. Oktober 2018

Stoffe und Schnitte - 2. Treffen Novembersewalong

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Hallo ihr Lieben,

beim heutigen zweiten Treffen des von der Küstensocke organisierten November-Sewalongs soll es um Stoffe und Schnitte gehen. Zum einen die Frage, was zuerst da ist, zum anderen unseren aktuellen Stand bei den Plänen. 

Bei mir gibt es interessanterweise keine Vorliebe. Manchmal habe ich einen Schnitt, den ich nähen will und kaufe dazu dann den passenden Stoff. Manchmal kaufe ich auch Stoff und weiß zwar, welches Kleidungsstück es wird, zum Beispiel eine Hose, aber noch nicht, welcher Schnitt. Meistens kaufe ich aber doch nach der ersten Variante ein, so bleibt auch kein Stoff liegen. Denn einfach nur Stoff kaufen, ohne zu wissen, was ich daraus nähen möchte, das kann ich nicht. In meinem kleinen Rolldings von Ikea (das, was jede in ihrer Nähecke hat) liegen aktuell sieben Stücke Stoff, die alle schon konkret verplant sind. Ich mag es so minimalistisch und übersichtlich, Material, das länger hier rumliegt, langweilt mich und setzt mich unter Druck.

Meine Pläne haben sich nach letzter Woche eigentlich nicht geändert. Aber diesmal gibt es deutlich mehr Fotos und ein paar konkretere Überlegungen. 


Das Stöffchen für die Latzhose ist mittlerweile gewaschen und wartet auf den Zuschnitt. Das sollte sich definitiv irgendwann im Laufe dieser Woche machen lassen. Ich hoffe sehr, dass dieses Reststück für die Hose reicht und ich nicht improvisieren muss. Wenn doch, dann kriege ich das auch noch irgendwie hin. Zum Material kann ich in diesem Fall nicht viel sagen, da vom Tauschtisch, und mit Brennproben bin ich auch nicht so versiert. 


Für die Basic Shirts gibt es ein paar Baumwoll- und Viskosejerseys zu verarbeiten. Oben auf ein roter, nicht ganz so schlabbriger Viskosejersey. Darunter feine dunkelblau-weiße Streifen und darunter ein viel zu kleines Stück Sommersweat. Meine Idee wäre, es mit einem einfarbigen Rest zu kombinieren und das Shirt zu teilen. Mal sehen, was mir dazu einfällt. Damit würde ich vermutlich anfangen, ist der Schnitt dann nämlich nicht so meins, habe ich nur Reste dafür hergegeben. Was besagten Schnitt angeht möchte ich mich mal mit der Shirtbox extralang von Ellepuls austoben. Noch muss geklebt und ausgeschnitten werden, aber dann könnte ich ohne extra zu verlängern direkt loslegen. Es gibt viele Ausschnittvarianten, Rollkragen, Rundhals, V-Ausschnitt und UBoot, also viele Möglichkeiten zu experimentieren. Hoffentlich kann dies mein Basic Schnitt werden und die Shirt Produktion beginnen. 


Auch über einen eventuellen Cardigan hatte ich noch gesprochen. Das ist der Stoff, ein dicker Sweat mit weißen kleinen Stippen, schön kuschelig. Da bin ich mir, was den Schnitt angeht, noch sehr unsicher. Hier zuhause habe ich den Picea Cardigan von Fabelwald, der mir ganz gut gefällt. Den Cardigan JOne von Prülla finde ich auch super interessant, fraglich nur, ob der besondere Kragen bei dem schwarzen Stoff überhaupt auffällt. Und natürlich müsste ich den Schnitt noch kaufen und abpausen ... Ich bin unentschlossen und dankbar für Ratschläge. Vermutlich werde ich mich erst entscheiden, wenn es dann so weit ist. 


Dann ist mir noch etwas eingefallen, was ich immer mal zwischendurch nähen könnte: Sachen für Frühchen. Dank einiger sehr lieber Damen habe ich nun eine große Menge Stoff für dieses Projekt (via Sternchennähen) und würde da gerne ein wenig abbauen, und natürlich den Kleinen etwas Gutes tun. Das macht mich nämlich sehr glücklich und sorgt sicherlich für gute Stimmung im grauen November. Erstmal nehme ich mir die großen Stücke vor und schneide Decken zu, und dann mal sehen, was sich so ergibt.

Happy sewing, 

Julia

11. Oktober 2018

Herbstliches Granville Shirt

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Hallo ihr Lieben,


ich bin ja prinzipiell kein Mensch für Anlasskleidung. Unser Schrank ist viel zu klein, um Dinge unterzubringen, die nur einmal im Jahr getragen werden. Deshalb trage ich auch zu schickeren Anlässen meistens eher eine Bluse und schwarze Jeans, oder so. Bisher gab es bei mir aber auch noch nicht die berühmt berüchtigte Hochzeitswelle im Freundeskreis, dann ändert sich die Lage vermutlich. Trotzdem: Selten nähe ich etwas, um es zu einem bestimmten Anlass zu tragen. Anders ist es bei dieser Bluse, meinem neuen kleinen Schätzchen.


Da passt einfach alles zusammen. Schnitt und Stoff ergeben ein Teil genau nach meinem Geschmack. Angefangen hatte alles mit dem Material, bei dem es sich um ein Reststück Viskose handelt, die ich im Sommer irgendwann mal im Stoffladen vor Ort mitgenommen hatte. Da wusste ich tatsächlich noch nicht, was daraus werden soll, und das kommt bei mir wirklich selten vor. Klar, bei dem Material ist die Auswahl nicht so überwältigend, entweder Kleid oder Bluse. Und letzteres ist es dann geworden. 


Genäht habe ich die Granville Bluse von Sewaholic Patterns. Bisher aus eher steiferen Materialien wie Flanell oder Chambrey hat der Schnitt für mich super funktioniert, warum also nicht mal mit einem fließenden Stoff probieren? Gedacht, getan. Vorher nochmal eine Nummer größer abgepaust, also nun eine 12, mit der gleichen Verlängerung, überall 4cm. Die anderen Blusen sitzen zwar auch toll, spannen aber manchmal etwas über der Brust, das wollte ich nicht so gerne wiederholen. Ich hätte noch ein bisschen mehr nachdenken können, denn der dünne Viskosestoff fällt natürlich nochmal ganz anders, da hätte die kleinere Größe vermutlich ausgereicht. Auch die Ärmel sind etwas lang geworden, ich hadere aktuell noch mit mir, ob die Manschetten nochmal ab und etwa 2cm gekürzt werden müssen. So im Stehen ist es schon arg lang, wenn man sich bewegt natürlich etwas weniger auffällig. Was sagt ihr?


Der Kragen hängt ein wenig unmotiviert herum, trotz mehrfachem Einsatz von Viskose in allen Kragenteilen sowie der Knopfleiste. Mich stört es nicht, vermutlich fände ich eine super steife Knopfleiste und einen 1a stehenden Kragen eher seltsam bei so einem flüssigen Stoff. 
Eigentlich wollte ich die Bluse übrigens mit französischen Nähten verarbeiten, das finde ich bei Viskose immer etwas ordentlicher. Hatte ich dann natürlich vergessen, und keine Lust wieder aufzutrennen nach den ersten Nähten. Im Nachhinein schade, denn so wäre sie vielleicht noch ein bisschen enger geworden. 


Dieses schicke Bild illustriert gleich zwei Fakten: Zwei Tage Tragen erzeugen logischerweise ein paar Falten bei Viskose und tanzen lässt es sich in diesem Modell auch ganz gut. Was klasse ist, denn getragen habe ich sie zum ersten Mal zur Silberhochzeit meiner Patentante, erwähntem Anlass. Dass ich vor der Abfahrt nochmal schnell die Knöpfe an den Manschetten abtrennen und neu annähen musste, weil mir die Manschetten über die Hände rutschten, ist eine nette Anekdote.


Bei dem Grundton der Bluse handelt es sich übrigens um ein schönes Grau mit ganz leichtem Blau Einschlag. Auf einigen Bildern sieht es wie hellblau aus, das ist optische Täuschung, ok?
Der Schnitt sieht übrigens noch Brusttaschen vor, die habe ich aber wegen des eh schon unruhigen Musters weggelassen. Gesehen hätte man sie vermutlich sowieso nicht, warum also die Mühe machen. Und nutzen würde ich sie auch nicht. Gibt es Frauen, die Brusttaschen nutzen? Eventuell würde ich noch eine Zuschneiden um die doch sehr gleichmäßig platzierten roten Blüten zu kaschieren. Aber ich glaube, es ist quasi kein Stoff übrig geblieben und ich habe nichts mehr davon. Also fällt das auch weg. Nett, wenn sich alles von selbst erübrigt. 


Ich nutze ja nur sehr selten gemusterte Stoffe, und noch seltener welche mit einer Richtung, wo es also ein offensichtliches oben und unten gibt. Wie oft ich mich beim Herumschieben der Schnittteile auf dem Stoff (der muss ja optimal ausgenutzt werden) daran erinnern musste, alles so aufzulegen, dass nicht nachher eine Vogel irgendwo Kopf steht! 
Den gerundeten Saum mag ich sehr. Er ist zwar nicht unbedingt schön zu bügeln und umzunähen so ganz ohne Fältchen, aber die Mühe lohnt sich. 


Die Bluse hänge ich nun auf die virtuelle Kleiderstange von Sewlala und Nähfrosch und bin gespannt, in welcher Gesellschaft sie sich dort befindet. 


Happy sewing, 

Julia

9. Oktober 2018

Gemeinsam Nähen gegen das Novembergrau

Hallo ihr Lieben!

Durch Zufall habe ich heute den November Wetter Sewalong von küstensocke entdeckt, bei dem es darum gehen soll, ein schönes Kleidungsstück zu nähen, welches uns im grauen November ein bisschen Freude bringt. Was für eine tolle Idee! Nach dem Februar ist der November nämlich mein ungeliebtester Monat. Das einzige, was ihn schön macht, ist meistens die Vorfreude auf die Weihnachtszeit. Nun habe ich noch einen Grund mehr, mich zu freuen, nämlich gemeinsames Nähen. 

Beim Treffen dieser Woche soll es um die Inspiration gehen. Was soll genäht werden?
Ich möchte zu allererst eine Latzhose nähen. Meine Frohnatur aus Leinen ist ein absolutes Lieblingsstück, aber definitiv nicht für Herbst und Winter geeignet. Bei der Annäherung Süd habe ich ja zum Glück einen schönen Winterstoff gefunden, der hoffentlich für eine Latzhose ausreich. 


Im Bild ist es der Stoff oben links. Ich glaube, dass das ein ganz tolles Teil werden kann. 

Und ansonsten ... habe ich noch Stoffe für Shirts hier, das wäre tatsächlich ein gutes Thema für den Sewalong, denn Shirts fehlen definitiv, bzw. müssten einige eigentlich aussortiert werden. Und der November ist definitiv noch Zwiebel-Look Zeit, da können ein paar Shirts also gar nicht falsch sein. Oder aber ein kuscheliger Cardigan, auch dafür wäre noch Stoff da. Mal sehen, wonach mir ist wenn ich die Latzhose fertig habe. 


Happy sewing, 

Julia

6. Oktober 2018

Update No 30

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Hallo ihr Lieben,

noch immer ganz beflügelt von der Annäherung Süd melde ich mich zurück zu einem Update. Der regelmäßige Überblick über meine Strick- und Nähprojekte, der euch einen Einblick geben soll und in diesem Fall auch mir ein bisschen Überblick verschaffen soll. Eine Woche nicht zuhause, und schon habe ich keine Ahnung mehr, was ich geplant hatte und woran ich gerade arbeite.

Neu im Schrank


Das ist ja noch einfach, da brauche ich ja nur nachschauen, was neu da ist. Seit dem Wochenende natürlich mein größter Stolz, die neue Winterjacke, beziehungsweise -Parka. Anders als geplant ist die Kombination aus Trench Dry Oilskin und Steppfutter nicht genau passend für den Übergang, sondern tatsächlich so warm, dass dies meine Winterjacke wird. Für den oliv-farbenen Dry Oilskin, siehe letztes Update, habe ich ein neues, dünneres Futter gekauft, und das wird dann meine Übergangsjacke. Falls also noch jemand zugeschnittenes Futter aus Teddyfell und Thermolam braucht ... gerne bei mir melden. 


Auch fertig gestrickt habe ich, auch wenn die letzte Woche eher stofflastig war. Der Cardigan war schon davor beendet, ich zeigte ihn euch ja bereits am Mittwoch. Außerdem habe ich noch zügig eine Bonnet nach einer noch nicht veröffentlichten Anleitung von Sophia gestrickt, um diese zu testen. Die Mütze ist aus Resten entstanden, und als mir das schöne senfgelb ausging, fand ich zum Glück noch einen passenden Rest in Rot für die Kordel und den Saum. Nun ist ein weiteres schönes Geschenk fertig und wandert in die Kiste.



Auf den Nadeln




Nach den vielen Cardigans in letzter Zeit ist mir mehr danach, ein wenig Vorrat abzubauen und die ganzen Einzelknäule zu verwurschteln. Deshalb gibt es gerade eher kleine, schnelle Projekte bevor ich mich in das nächste Großprojekt stürze. Dafür liegt die Wolle aber bereit, sobald es also in den Fingerspitzen kribbelt, kann ich loslegen. 
Aktuell stricke ich gleich zwei blaue Projekte: Die Mütze aus zwei Garnen mit zum Glück quasi gleicher Lauflänge, sodass das aufgeregt bunte des dickeren Garns etwas zurückgenommen wird. Und die Socken aus Resten bzw. einer Haushaltsauflösung. Damit habe ich auch das erste Weihnachtsgeschenk begonnen. Ich stricke sie übrigens beide gleichzeitig, weil es sich ja nur um Restgarn handelt und ich so das meiste raus holen kann. Die linke ist schon bis zur Ferse gestrickt, die rechte Socke holt gerade noch auf. Danach kann ich dann schauen, dass beide Socken gleich lang werden.



Unter der Nadel


Wohl keine Überraschung: An der Nähmaschine beschäftige ich mich momentan mit dem Übergangsparka. Wird auch Zeit, denn meine Sommerjacken sind zumindest morgens und abends nicht mehr ausreichend warm. Mit Wollpulli drunter geht es noch ein wenig, aber wenn der Parka fertig ist, bin ich auf jeden Fall erleichtert. Ich habe mich für Flanell als Futter entschieden, das ist nochmal wärmer als einfache Baumwolle und hat auch ein bisschen Flausch, für kuschelig und so. Die Außenjacke ist komplett, beim Futter müssen nur noch Kapuze und Ärmel an den Körper und dann kann es eine Hochzeit geben. So nennt man es, wenn Futter und Jacke miteinander verstürzt werden - verheiratet. Ich bin also meinem neuen Parka schon ganz nahe. 
Was ich danach nähe, weiß ich selbst noch nicht. Ein paar stoffliche Neuzugänge hat es gegeben, ein paar Stoffe hatte ich noch hier ... mal sehen.


Neuzugänge

Da hat sich bei mir eine Menge getan, dafür, dass ich sonst nur Projekt bezogen einkaufe.  Naja, gekauft habe ich von den gezeigten Sachen eigentlich nur eine, aber fangen wir vorne an. Zum einen besitze ich dank zweifacher Spende und den Resten vom Tauschtisch (da habe ich mich für diesen Zweck erst am Sonntag kurz vor Schluss umgeschaut) nun eine ziemlich volle Kiste mit Stoffen für Frühchen. Wenn ich mal ein Zeitfenster finde, werde ich zunächst Decken aus den größeren Stücken zuschneiden, und dann kann mal ein ganzer Tag drauf gehen um Kleidung zuzuschneiden. Ich bin ganz doll dankbar für das Engagement der Spenderinnen, und die Frühchen sowie deren Eltern werden es bestimmt auch sein. 



Auch für mich habe ich auf dem Tauschtisch ein bisschen was gefunden. Ich fühle mich da ja immer etwas gierig, weil ich selbst halt kaum Stoff mitbringe, da ich keine Fehlkäufe oder Schrankleichen habe. Aber ich bin andersherum auch nicht als erstes zum Tisch gerannt, sondern habe immer mal wieder geschaut und was mitgenommen. Als erstes springt einem wohl der rote Stoff ins Auge, so auch mir. Die Qualität ist toll, ich schätze Baumwolle, aber sehr weich und schön im Fall. Daraus würde ich mir gerne eine Bluse nähen, vermutlich ohne Arme. Dann wären da noch zwei eher feste Stoffe (rechts und links vom roten), vielleicht ein Baumwolle-Leinen Gemisch? Auf jeden Fall sind es die gleichen Stoffe in unterschiedlichen Farben. Ich sehe Hosen für den Sommer, vielleicht Latzhosen, mal sehen. Zuerst hatte ich nur den grünen genommen weil ich ja aktuell total auf dem grün-Trip bin, dann sprach mich das blau aber etwas später auch an. Der Stoff oben links hat mich sehr begeistert, ganz weich fühlt er sich an, warm und fließend. Daraus möchte ich gerne eine Frohnatur für den Herbst nähen, denn den Schnitt liebe ich im Sommer sehr und kann ihn mir aus diesem Stoff auch sehr gut für die kältere Zeit vorstellen. Vielleicht wird das also mein nächstes Projekt, bevor der Herbst vorbei ist ... und der Fischgrät oben rechts sieht aus wie ein Rest vom Zuschnitt. Vielleicht eine Shorts, um sie mit Strumpfhose zu tragen, oder so.



Sogar ein wenig Garn hat den Weg zu mir gefunden. Das einzelne grüne Knäul war mein hart erkämpfter Kauf bei Mylys in Hamburg. Ich war dort mit dem Herzmann unterwegs und das Geschäft wurde mir wärmstes empfohlen. Leider bin ich einfach nicht in der Lage, spontan Garn zu kaufen. Der Freund hat mich ein bisschen ausgelacht und dann gefragt, warum ich nicht vorher nach einem speziellen Projekt geschaut habe um dafür Garn zu kaufen. Darauf hatte ich dann auch keine Antwort ... jedenfalls ist mein kläglicher Einkauf ganz bestimmt nicht mit zu wenig Angebot des Ladens zu erklären, da gab es wirklich viel tolles Garn und ich bin bestimmt drei Mal durchgegangen und habe alles angefasst. Letztlich ist es dieses eine Knäul für eine Mütze geworden, wie ich damals noch dachte passend zum Winterparka, jetzt wohl passend zum Übergangsparka. Ich bin mit einem grummeligen Gefühl aus dem Geschäft gegangen, das war nicht schön, weil ich mich über mich selbst geärgert habe. Neue Regel also: Entweder mit Einkaufsliste los, oder gar nicht erst fremde Wollgeschäfte aufsuchen. 
Die anderen beiden Garne stammen aus der Goodie Bag vom Wollfest Düsseldorf, das ich zwar nicht besucht habe, dafür aber eine nicht strickende Freundin, die freundlicherweise an mich gedacht hat. Das bedeutet dann wohl, dass es aus dem Sockengarn für sie Socken gibt, wo sie doch passenderweise grün so sehr liebt ...

Zu guter letzt muss ich noch sagen, dass ich vor allem eine Menge Inspiration dazu gewonnen habe. Bei der Annäherung Süd so viele verschiedene Frauen zu sehen, alle mehrheitlich in selbst genähter Kleidung, führt zu ganz vielen neuen Ideen, Motivation, Lust am Nähen. Ich hoffe, dieses Gefühl bleibt noch lange da, auch wenn alleine nähen nicht ganz so schön ist. 


Woran arbeitet ihr aktuell?


Happy sewing, happy knitting, 

Julia


Verlinkt mit: Woman on fire

3. Oktober 2018

Stormy Cables

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Hallo ihr Lieben!

Gefühlt ist innerhalb der letzten Woche, in der ich im Urlaub war, der Herbst hier in Münster angekommen. Es ist plötzlich ganz schön kalt, die Heizung wurde aus dem Sommerschlaf geweckt, draußen ist es grau und nass und Wolle hat ihren Weg an verschiedenste Stellen meines Körpers gefunden. Ab jetzt werden wieder täglich gestrickte Socken getragen, und am Montag habe ich die Wintersachen aus ihrer Kiste geholt, sodass mir jetzt wieder meine kleine Kollektion an Wollpullovern und -jacken zur Verfügung steht. Ich freu mich so! Außerdem kann ich euch so langsam zeigen, woran ich das letzte halbe Jahr gestrickt habe. Die Ergebnisse mag ich im Sommer nämlich nicht hier vorstellen, da ich sie dann sowieso nicht trage und es sich irgendwie falsch anfühlt. Wir haben also ein bisschen was nachzuholen, ihr Lieben. Los geht es antichronologisch mit dem zuletzt fertig gestellten Cardigan. 


Zum Glück besitze ich all diese wolligen und warmen Sachen, denn der Plan, meine Übergangsjacke am Wochenende zu nähen, ist ein bisschen gescheitert. So kann ich mich über die nächsten Tage retten ohne zu erfrieren in meinen Sommerjacken, mit etwas Wolle drunter ist es auf jeden Fall auszuhalten. 


Nach zwei farblich ziemlich fröhlichen Cardigans war ich vernünftig und habe beschlossen, dringend noch einen eher schlichten zu benötigen, der sich gut kombinieren lässt. Ein wenig fachsimpeln mit meinem kleinen Stricktreff hier in Münster, und schon hatte ich 300g von Sophias Garnqualität Nisse in der Farbe schiefer in der Tasche. Eine reine Merinowolle, die sich aber überhaupt nicht so elastisch und labbrig anfühlt wie man es oft von Merino kennt. Ich habe den Cardigan bisher zwar erst zwei Tage getragen, aber sowohl das als auch den ersten Handwasch-Gang hat er super überstanden. Kein Wachsen um drei Kleidergrößen, keine ultra langen Ärmel, die vorher nicht da waren. Ich mag das Garn!


Damit das schlichte Jäckchen schnell fertig und ein garantierter Erfolgt wird, habe ich mir eine Anleitung ausgesucht, die ich schon kenne: Den Featherweight Cardigan von Hannah Fettig habe ich vor einiger Zeit schon mal gestrickt und trage ihn immer noch gerne. Trotzdem habe ich ein paar Änderungen vorgenommen, damit dieser hier noch besser wurde (und es hat geklappt!).


Statt mit der vorgegebenen Nadelstärke 4mm habe ich mit 3,5 mm gestrickt. Das ergab das schönere Maschenbild, auch, wenn ich dafür ein bisschen rechnen musste, denn natürlich passte die Maschenprobe damit nicht. Daher habe ich gleich zwei Größen größer gestrickt als beim letzten Cardigan, zum einen, um eben die abweichende Maschenprobe auszugleichen, zum anderen, weil der blaue Cardigan doch ziemlich spack sitzt und ich es lieber etwas lockerer wollte. Eine Grundvorraussetzung für Kombinierbarkeit, wie ich finde. 


Der Cardigan wird von oben in einem Stück gestrickt, mit Raglanschrägen. Eigentlich werden dann die Ärmelmaschen stillgelegt und der Körper des Cardigans gestrickt. Weil ich aber, wenn möglich, mit den 300g Garn auskommen wollte, habe ich zuerst die Ärmel gestrickt. Während ich bei einem offenen Cardigan nämlich nicht so pingelig bin, was die Länge des Körpers angeht, müssen die Ärmel definitiv lang genug sein. Die Anleitung schreibt halb lange Ärmel vor, was ich ignoriert habe. Anstatt in jeder 10. Runde Maschen abzunehmen, habe ich das in jeder 11. gemacht um so schon etwas Länge zu gewinnen. Nachdem die Abnahmen dann erfolgt waren, habe ich noch ein ziemliches Stück einfach glatt rechts gestrickt, um dann mit einem Bündchen zu enden. Dieses habe ich mit dem Tubular Bind Off abgekettet, was aufwändig, aber auch irre schön ist, wie ich finde. 


Die glatt rechten Reihen des Körpers haben sich dann natürlich ganz schön gezogen, ziemlich langweilig war das. Um wenigstens ein klein wenig mitdenken zu müssen, habe ich eine "Fake-Seitennaht" eingebaut, also jeweils an den Seiten eine Masche kontinuierlich links gestrickt. Das gibt einem glatt rechts gestrickten Stück mehr Form, habe ich gelesen, und sieht auch noch nett aus. Auch hier habe ich mit Bündchen und Tubular Bind off abgeschlossen. Blieb nur noch der rundum verlaufende Kragen übrig. 


An dieser Stelle war ich dann erstmal etwas ratlos. Die Anleitung schlägt zwei Möglichkeiten vor, entweder glatt rechts, sodass die Kante sich einrollt (mag ich nicht) oder Bündchen. Das hat mir aber auch irgendwie quer gelegen, so langweilig und irgendwie einfach nicht das, was ich wollte. Ein hoch auf Ravelry, wo ich ein wenig in den fertigen Projekten gestöbert habe und schließlich auf den Cardigan von acacia09 gestoßen bin. Ihr Kragen mit kleinen Zöpfen war genau das, was ich haben wollte, wodurch der Cardigan dann ganz zügig fertig wurde.


Nur ein paar Gramm sind vom Garn übrig geblieben, als ich das fertige Teil ins Waschbecken gelegt habe. Wie schon erwähnt, hat das Bad dem Cardigan nur gut getan, er ist noch weicher, ein bisschen lockerer, aber genau richtig, sodass er total schön fällt und sich irre gemütlich trägt. Ich glaube, das wird ein echtes Basic in diesem Winter. 


Ich trage übrigens noch zwei weitere selbst gemachte Kleidungsstücke auf den Bildern, meine neue Jeans und das rote Tuch habe ich hier schon mal vorgestellt. 

Habt ihr schon wieder zum Strickzeug gegriffen? Oder strickt ihr, wie ich, das ganze Jahr über?

Ich husche nun rüber zum Me Made Mittwoch und schaue mal, ob mir dort eins der am Wochenende bei der Annäherung Süd genähten Teile begegnet. Ich werde noch ein paar Wochen warten, bis ich meins präsentiere, da es doch eher in den Winter passt. 

Das Projekt habe ich außerdem bei Ravelry eingestellt, falls ihr dort schauen möchtet. 


Happy knitting, 

Julia

15. September 2018

Update No 29

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Hallo ihr Lieben,

schön, dass ihr hergefunden habt. Macht es euch gemütlich und stöbert in meinen fertigen, aktuellen und geplanten Projekten. Wie immer gibt es zu den einzelnen Sachen noch Beiträge, wenn sie fertig sind. 


Neu im Schrank


Beim letzten Update war meine Hose noch in Arbeit, mittlerweile habe ich sie schon mehrfach getragen und sogar einen Post dazu geschrieben. Daher gibt es davon heute kein Foto mehr. 
Da mir aber noch ein anderes Teil aus der Nähmaschine gehüpft ist, gibt es trotzdem etwas genähtes zu sehen. So ein Glück! Die Bluse aus reiner Viskose ist gerade rechtzeitig fertig geworden, ich möchte sie nämlich gerne heute Abend auf einer Silberhochzeit ausführen. Das war meine erste richtige Bluse aus Viskose und gar nicht so einfach. Wenn ihr mögt, kann ich gerne mal ein paar Tipps zum Nähen mit Viskose zusammenstellen? 
Der Schnitt ist Granville von Sewaholic, der Stoff aus einem Geschäft von Online Stoffe Werning, ich verlinke euch mal den Online Shop, da finde ich die Viskose aber nicht.



Im letzten Beitrag waren es noch drei nette Stränge, mittlerweile habe ich mir daraus ein weiteres Einkaufsnetz gestrickt. Die sind einfach unendlich praktisch! Es ist reine Baumwolle, verstrickt nach der Anleitung von PaulaM. Ich habe mal mein anderes, schön deutlich ausgeleierteres daneben gelegt. Verrückt, wie groß die werden! Somit habe ich ein Teil fertig genäht und eins fertig gestrickt in den letzten beiden Wochen, sehr zufriedenstellend. 


Auf den Nadeln



 Mein Featherweight Cardigan ist weiter gewachsen, dank eingesprungenem Nachtdienst und monogamer Arbeit daran sind beide Ärmel fertig und beim Körper bin ich auch schon am Bündchen angekommen. Fehlt also nur noch der Kragen rundherum und ich habe einen neuen Cardigan. Ich poker noch ein bisschen, ob die 300g Nisse reichen werden oder ich ein viertes anbrechen muss. Wir werden sehen!


Aktuell stricke ich an nichts anderem, aber die nächsten Projekte sind in Planung. Zunächst kommt noch ein letztes Einkaufsnetz um Garnreste loszuwerden, die keine andere Verwendung finden können. Außer vielleicht Spüllappen, aber davon habe ich schon genug. Und die kann man nicht so gut verschenken wie die Netze, finde ich. Noch habe ich niemandem im Kopf, der sich über ein Netz in diesen Farben freuen würde. Vielleicht hat ja von euch jemand Interesse?
Wenn ich das Netz fertig habe, sind die Nadeln, die ich für den Stapel blaue Wolle brauche, frei und ich starte meinen Carbeth Pullover. Ja, obwohl ich nicht in die Arktis auswandern möchte, werde ich diesen Pullover stricken. Ich habe mich einfach total verliebt in diesen Schnitt und WILL ihn haben. Ausführliche Beratung von Sophia hat ergeben, dass das Rowan Alpaca Merino DK genau richtig sein könnte dafür, nicht zu schwer und nicht zu warm. Es handelt sich dabei um einen Restposten. Hach, ich freue mich schon!



Unter der Nadel


Ganz spontan habe ich für die Annäherung Süd noch einen frei gewordenen Platz ergattern können. Das war mit viel nervenaufreibender Organisation verbunden, weil ich nur in unseren hängenden Kalender in der Küche geschaut hatte als der Aufruf kam, da stand nichts drin, also habe ich "hier" geschrien. Nur um dann in meinem Taschenkalender zu sehen, dass ich einen Diensttausch gemacht und einen der drei Tage arbeiten musste. Panik! Am nächsten Vormittag konnte ich dann den Tausch wieder wegtauschen, aber bis dahin war ich ein bisschen angespannt. Zum Glück hat sich alles gelöst und ich bin richtig glücklich, so spontan noch nach Würzburg fahren zu können. 
Die nächste Panik dann: Ich brauche Stoff! Ein paar Shirts, ein Cardigan und eine Leggings, für mehr reicht mein aktueller Vorrat nicht. Im Gegensatz dazu wollte ich sowieso noch eine Übergangsjacke und eine Winterjacke nähen, und so ein Nähwochenende ist toll dafür, weil man so viel Zeit am Stück hat um sich auf ein Projekt zu konzentrieren. Ich bin also ein bisschen ausgerastet und habe hauptsächlich bei Junidesign viel Geld gelassen. 


Die Übergangsjacke wird dunkelblau mit grau gefüttert. Der Außenstoff ist Trench Dry Oilskin, das Futter ist super spannend, weil es von der einen Seite glatt, von der anderen kuschelig flauschig ist. Die glatte Seite packe ich also in die Ärmel, Körper und Kapuze werden flauschig und damit gemütlicher. 


Der Wintermantel soll dunkeloliv werden, auch hier habe ich Dry Oilskin gewählt. Das Futter wird zum einen eine wärmende Zwischenschicht und zum anderen dieses tolle Teddyfell. Für die Ärmel werde ich dann nochmal den glatten Stepp von der anderen Jacke verwenden. Leider habe ich mich wohl beim Garn vergriffen, da muss ich noch mal los.
Beide Jacken werde ich nach dem Schnitt Mein Wind und Wetter Parka nähen, damit bin ich bisher immer gut gefahren und die Optik mag ich auch sehr. Da liegt jetzt noch viel Arbeit vor mir: Den Schnitt neu kleben und ausschneiden, weil die bisherigen Jacken alle etwas zu eng an den Schultern waren und besonders die Winterjacke sicherlich mindestens eine Nummer größer muss. Dann alle Teile aus allen Stoffen ausschneiden, da gehen wohl einige Stunden für drauf. Aber egal, für das Ergebnis wird es sich lohnen! 

Ich schätze, dass ich bis zur Annäherung nichts mehr nähen werde. Vielleicht fange ich die Übergangsjacke schon mal an, aktuell wird es hier nachts schon ganz schön frisch. Aber da ich eine von den zwei Wochen bis dahin gar keine Zeit habe, kann es gut sein, dass ich über den Zuschnitt nicht hinauskomme, was auch nicht weiter schlimm ist.


Neuzugänge


Neben dem Garn für den Carbeth habe ich noch ein wenig mehr Wolle angehäuft. Der große Supermarkt hier vor Ort baut um und schließt daher für einige Wochen seine Tore. Dies ging mit vielen Rabatten einher, und ich war eigentlich für etwas anderes dort. Übrigens sehr gruselig, so ein halb leerer Supermarkt. So etwas kennen wir ja gar nicht, dass es nicht jedes Produkt in Hülle und Fülle gibt. Spannendes Erlebnis! Jedenfalls verkauft der Supermarkt auch Regia Garne, und ein bisschen was war noch über: Garn für Ringelsocken, auf einen Euro pro Knäul reduziert. Da musste ich einfach ein bisschen was mitnehmen.

Und was ist bei euch so los?

Happy sewing, happy knitting

Julia




13. September 2018

Khaki Port Trousers

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Hallo ihr Lieben!



Bei manchen Beiträgen ist es mir ja ein Rätsel, wie ich die Lücken zwischen den Bildern mit mehr als den Informationen zum Schnitt füllen soll. Dann gibt es einfach keine lustige Geschichte zu dem zu zeigenden Objekt, oder zum Nähen/Stricken oder oder oder. So ist es heute. Ich schreibe gerade einfach mal drauf los und schaue, was so passiert. 
Mitgebracht habe ich euch heute eine neue Hose in meinem Schrank, und ich wusste gar nicht, wie sehr sie mir fehlt, bis ich sie jetzt genäht und die ersten Male angezogen habe. Sie ist toll! Ich hatte ja vor kurzem schon mal erwähnt, dass die Farbe Khaki, oder Olive, oder wie auch immer man es nennen möchte, in meinem Schrank zu wenig präsent ist. Und das war offenbar auch bei Hosen der Fall, denn der Großteil meiner Oberbekleidung lässt sich hervorragend zu dieser Hose kombinieren. 


Genäht habe ich die Port Trousers von Pauline Alice, und bin damit zum Wiederholungstäter geworden. Okay, eine Shorts nach dem Schnitt halte ich aktuell noch zurück, weil die eher winterlich geworden ist und die heutige Hose doch mehr für den Übergang geeignet ist. Der verwendete Stoff, ein Twill von Stoff und Stil, ist nämlich schön dünn. Die Farbe fotografisch zu treffen, fällt dabei offenbar nicht nur mir, sondern auch der Website schwer, denn auch das dortige Bild zeigt ein zu grünes Grün. Eigentlich ist es genau das richtige Khaki, eine Mischung aus braun und grün, schön!


Wie die letzte Hose auch habe ich diese in 42 genäht, dabei aber an meiner breitesten Stelle auf 44 auslaufen lassen. Die dunkelblaue Hose saß damit super, hier macht sich der etwas dünnere Stoff bemerkbar und sie könnte vielleicht einen Tacken enger sein, weshalb ich sie nach einer ersten Anprobe schon ab den Taschen bis zum unteren Saum etwa 2cm enger gemacht habe. Trotzdem ist sie noch etwas locker, aber ich mag den lockeren Stil und Fall und habe deshalb nicht weiter angepasst.
Wir ihr auf dem obigen Bild sehen könnt, ist mir beim Nähen ein kleiner Fehler unterlaufen, ich habe das Schnittteil für den inneren Hosenschlitz von der falschen Seite mit Vlieseline bebügelt. Hups. Aber ich habe keine Notwendigkeit darin gesehen, dass Teil jetzt nochmal zuzuschneiden, nochmal aus Vlieseline und nochmal bügeln und dann trennen und dann nochmal nähen. Ach, ne. Eigentlich sieht es ja auch aus wie gewollt und ist nur aus dieser seitlichen Perspektive ersichtlich. Schnell war also beschlossen, dass es mir egal ist und jetzt so bleibt. 


Im Gegensatz zu meinem ersten Versuch mit diesem Schnitt habe ich hier noch ein paar Änderungen vorgenommen. Zum einen war mir die vorherige Hose einen Tick zu kurz, sodass ich hier noch 3cm hinzugefügt habe. So finde ich die Länge perfekt, auch im Sitzen rutscht es nicht zu sehr hoch. 
Des Weiteren saß mir der Bund ein bisschen zu niedrig, sodass ich hier mal ein wenig herumprobiert habe. Die Vorderbeine sind im Schritt um 1cm verlängert, hinten habe ich es von den Seitennähten zur Mittelnaht von 1 auf 3 cm auslaufen lassen. Somit sitzt die Hose am Rücken sehr hoch, ich fühle mich damit total gut eingepackt, richtig klasse. Vielleicht nehme ich noch einen Zentimeter wieder weg, wenn ich den Schnitt nochmal nähe, aber diese Methode muss ich unbedingt mal öfter ausprobieren.


Ein bisschen A. frisst Hose auf diesem Bild, aber nunja, die Rückenansicht ist ja auch wichtig. So sitzt sie auf jeden Fall nicht immer, das würde ich merken. Aber ihr könnt sehen, wie hoch der Bund ist. 
Manchmal komme ich mir ja echt seltsam vor, wenn ich diese Bilder mache. Ich weiß ja nicht, wie es bei euch ist, aber ich stiefel immer mit Stativ und Fernauslöser los und suche mir eine schöne Ecke. Im besten Fall finde ich etwas, wo kein Mensch vorbeikommt, aber natürlich lässt sich immer dann jemand blicken, wenn ich meinen Po in die Kamera halte oder sonst irgendwie seltsam rumhampel. Das ist ganz schönes Selbstbewusstseins-Training, diese Foto Sache!


Zurück zur Hose. Die kommt mir wirklich allem daher, was eine richtige Hose braucht: Taschen vorne und hinten, Gürtelschlaufen, Reißverschluss. An den Hinterbeinen gibt es noch Abnäher, die eine gute Anpassung der Hose erlauben. Klafft sie zu sehr, kann man hier super noch Stoff wegnehmen, sitzt sie etwas zu spack, Stoff rauslassen. Eine praktische Sache, so Abnäher. 


Hier habt ihr der Vollständigkeit halber noch einmal eine Frontansicht. Ich habe nach Einsetzen des Reißverschlusses die Schrittkurve noch etwas angepasst, beim nächsten Mal muss ich das aber vorher machen, da ist doch noch ein wenig zu viel Stoff vorhanden. Sieht echt nicht aus, als ob sie gut sitzt, aber so ist das mit Fotos: Zum einen geben sie nur eine Momentaufnahme wieder, zum anderen nicht das Tragegefühl, und das ist wirklich klasse in dieser Hose. Nur für euch als Info, falls ihr mal Fotos macht und eins dabei ist, dass nicht wirklich schmeichelt. Nur eine Momentaufnahme!


Ich bin fast ein wenig traurig, dass ich diese Hose wohl nur noch ein, vielleicht zwei Monate tragen kann bevor sie zum Überwintern in die Kiste kommt. Mal sehen, ich könnte mir ja zum Trösten eine für den Winter nähen, aus einem Wollstoff oder so. Oder Cord. Mh, gar nicht so schlecht, diese spontane Idee!

Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit Sewlala, Nähfrosch


9. September 2018

YakZack

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Hallo ihr Lieben!

Was wie ein Schimpfwort in einer fremden Sprache klingt, ist eine Neuschöpfung von mir: Socken aus Wolle vom Yak und einem Zackenmuster. YakZack. Logisch, oder?


Diese Socken habe ich aus dem einem Rest von Sophias Regia Premium Merino Yak gestrickt. Ich habe keine Banderole dazu, aber laut den Farbbildern müsste es die Farbe "Pflaume meliert" sein. Da der Rest nicht ganz für ein Paar Socken reichen würde, habe ich, wie fast immer, mit Regia in Flanell kombiniert und damit Spitzen, Fersen und Bündchen gestrickt. Und damit es nicht ganz so öde wird, ist ein kleines Zackenmuster am Übergang von Spitze/Bündchen zum Fuß eingebaut. 


Gestrickt habe ich Spitze und Ferse auf dem Nadelspiel, den Musterteil auf 3,5er Sockenwunder weil ich zweifädig immer deutlich fester stricke und den Rest der Socke auf dem 2,5er Sockenwunder. Die Ferse ist nachträglich eingearbeitet. 


Ich habe quasi den Sommer über an den Socken gestrickt. Obwohl das eigentlich übertrieben ist. Die erste habe ich flott gestrickt, dann aber lange keine Lust auf die Zweite gehabt und mich letztlich doch überwunden, damit Platz für neues ist. Jetzt habe ich ein neues Paar Socken in meiner Schublade in einer traumhaft schönen Farbe, so meliert und genau mein Ton. Hachja. Nur noch ein paar Wochen, vielleicht sogar nur Tage, bis ich wieder täglich Wollsocken trage. Ich freue mich schon darauf!


Happy knitting, 

Julia



Verlinkt mit Woman on fire

5. September 2018

Ginger Jeans - Was lange währt

[Werbung wegen Markennennung]

Hallo ihr Lieben!

Falls ihr bei dem heutigen Beitrag das Gefühl eines Déja vu habt - ich habe schon einmal einen Post geschrieben, in dem ich der Meinung war, das Schnittmuster Ginger Jeans von Closet Case Patterns an mich angepasst zu haben. Hatte ich aber nicht, wie sich nach mehrfachem Tragen herausstellte. Das Thema "Jeans nähen" wollte ich dann eigentlich aufgeben, ich war der Meinung, entweder den Schnitt nicht ausreichend anpassen zu können ohne fremde Hilfe, oder aber einfach nicht an die Art Jeansstoff zu kommen, der für Skinny Jeans genutzt wird.  Ihr könnt ja mal eure eigenen Kaufjeans angrabbeln, so einen dünnen und dehnbaren Denim habe ich bisher noch nirgendwo in der Hand gehalten. Das mag auch an der anschließenden Aufarbeitung der Hose liegen, Stonewashed und Bleichen macht ja auch noch eine Menge mit dem Stoff. Aber trotzdem dachte ich, ich wäre nicht in der Lage mir eine eigene, gut sitzende Jeans zu nähen.



Bei meinem Besuch bei Stoff und Stil Anfang des Jahres habe ich dann natürlich auch bei den Jeansstoffen geschaut, eigentlich für eine Latzhose. Ganz überrascht habe ich zwei verschiedene Stoffe in der Hand gehalten, beide ungewöhnlich dehnbar trotz geringen Elasthan Anteils. Ich beschloss also, dem Schnitt noch einmal eine letzte Chance zu geben. Und zwar ganz von vorne. Alle bisherigen Anpassungen, Veränderungen und Notizen ignorierte ich erst einmal und beschloss, ganz anders an die Sache heranzugehen. Zwei "alte" Jeans (3 Jahre häufige Nutzung reichen schon aus, dass eine Jeans mehrfach geflickt und dann irgendwann nicht mehr zu retten ist) hatten vor kurzem aufgegeben, und die eine davon saß eigentlich perfekt. Also habe ich sie kurzerhand auseinandergeschnitten. 


Zum Vergleich habe ich dann das Vorder- und Hinterbein mal auf meine korrigierten Schnittteile gelegt - ganz anders. Dabei hatte ich, dachte ich jedenfalls, die Änderungen gemacht nachdem ich an eben dieser Hose geschaut hatte, wie die Schnittteile der Beine geformt sind. Aber das lässt sich an der Hose am Stück offensichtlich doch nicht so einfach machen wie gedacht. Meine korrigierten Schnittteile waren also offensichtlich Humbug. Für eine weitere Orientierung habe ich also meine auseinandergeschnittene Jeans mal auf den Schnittbogen gelegt und war erstaunt. Eigentlich ohne Änderungen hatte ich da die Hose in der Version B (also die höher geschnittene), Größe 12 liegen. Lediglich 1cm im Schritt und 2cm an den Beinen habe ich in der Länge hinzugegeben. Natürlich musste ich mir die Nahtzugaben vorstellen und die durchs Tragen bedingten Weitungen wegdenken, aber es war überraschend ähnlich alles.


Bei meiner veränderten Version von vorher war ich auch mit Größe 12 gestartet, hatte aber zum Po hin auf 14 erweitert und die Schrittkurve vorne und hinten total abgeändert. Dementsprechend gespannt war ich natürlich, ob der Original Schnitt besser sitzen würde. Ohne große Hoffnungen habe ich die Teile zugeschnitten, wie gewohnt erstmal die Beine mit großem Stich zusammengesteppt und bin zur ersten Anprobe reingeschlüpft. Und fast in die Luft gesprungen vor Überraschung! Die Hose fühlte sich ganz anders an, so passend, und sah auch super aus. Ein Aha-Erlebnis.


Da war die Motivation natürlich gleich wieder auf deutlich höherem Niveau. Voll Eifer habe ich gesteppt und genäht und gebügelt, und dann war es plötzlich so warm. Furchtbar warm. Tatsächlich hat die Hose seit ihrer Fertigstellung Anfang Juli im Schrank gelegen. Unangetastet. Für die Fotos habe ich sie das erste Mal fertig angezogen, und mich wieder gefreut, wie gut sie sitzt. Ohne Anpassung fürs Hohlkreuz, den Bauch, einfach klasse. 


Auf den Bildern von vorne sieht es aus, als wäre meine Absteppung um den Reißverschluss total schief. Das sieht aber nur so aus, weil es sich etwas verzieht durch die Form meines Körpers. Ohne mir darin ist alles total gerade. Da ich aber sowieso nicht vorhabe, mal ein Shirt in diese doch ziemlich hoch sitzende Jeans zu stecken, stört mich das nicht weiter. 


Für die erste wirklich perfekte Jeans musste es etwas besonderes geben, fand ich. Also habe ich ein Stück Snap Pap zugeschnitten und darauf ein Kreuzstichmotiv genäht, dass ich von einer angefangenen Tischdecke ausgeschnitten habe. Diese Decke ist mit etwa 20 dieser Blumenmotiven bestickt, aber nie fertig gestellt worden. Ich habe sie bei einer Haushaltsauflösung bekommen und kann so dieser Arbeit noch ein wenig Lebensverlängerung ermöglichen. Und schön sieht es auch noch aus!


Die Hose macht, im Gegensatz zu ihren Vorgängern, jede Bewegung bedenkenlos mit. Hinknien, Beine überschlagen, alles kein Problem. Traumhaft! Nun habe ich natürlich wilde Pläne. Ich möchte mich gerne mit Schmirgelpapier und Bleiche austoben, eine helle Version nähen, eine tiefer sitzende. Und vor allem mindestens zwei Ballen von diesem Stoff bestellen, falls ich niemals wieder solch einen finde. 


Was könnte euch noch interessieren an dieser Hose? Sie ist, wie alles, komplett mit meiner Pfaff genäht, mit normalem Nähgarn. Für die Absteppungen habe ich dickes Absteppgarn in einem Farbton zwischen Gold und Ocker verwendet. Reißverschluss und Knopf sind ebenfalls von Stoff und Stil. Der Futterstoff auch, der ist aber schon älter.


Was bin ich froh, dass das Thema Jeans nähen doch keine Endstation ist. Jetzt bleibt eigentlich nur noch Unterwäsche, dann habe ich alles einmal ausprobiert. Aber da habe ich noch ein wenig Zurückhaltung.


Heute ist endlich wieder der erste Mittwoch im Monat, also wandern ich und meine Jeans zum Me Made Mittwoch, wo wir uns in toller Gesellschaft wiederfinden werden. Außerdem verlinkt mit Nähfrosch und Sewlala.


Happy sewing, 

Julia