12. August 2018

Einkaufsnetze Edda

[Werbung da Markennennung. Garn zwar nicht von mir, dafür aber von anderen selbst gekauft. Ich habe nichts für diesen Beitrag erhalten und schreibe aus freien Stücken meine eigene Meinung.] 

 
Hallo ihr Lieben!

Ich weiß nicht in welchem Loch ihr gelebt habt, wenn euch das Thema "Einkaufsnetze" bisher noch nicht über den Weg gelaufen ist. Jeder hat schon mindestens eins gestrickt, die meisten schlagen gleich fasziniert mehrere an. Ich bin zwar absolut niemand, der Trends folgt, aber manchmal fügen sich ein paar Dinge zusammen und schon habe ich vier Netze gestrickt. 


Hauptsächlich, weil da das Garn da war. Eine Freundin meiner Mutter hat mir ihren Woll-Vorrat gegeben, da sie selbst keine Zeit mehr zum Stricken hatte. Darunter waren auch viele Knäul GGH Safari, ein Leinengarn. Stellt es euch vor wie Paketschnur, die mit weichem, bunten Poly eingepackt ist. An einigen Stellen schon abgerieben, wirkte also so, als würde es nicht die Farbe behalten, die es hat. Auch die Haptik war spannend, eins von den Garnen, an denen man mit leicht rauen Händen hängen bleibt. Also kein Kleidungsstück für mich, das stand schonmal fest. Ich dachte eher an etwas dekoratives, ein Kissen, ein Teppich, so etwas. Da es keinen konkreten Plan gab, habe ich es weggelegt. Bis dann die Einkaufsnetze mehr und mehr und überall auftauchten.


Das könnte doch was sein für mein Leinengarn, dachte ich. Schön robust ist es, und die Farben sind ja eigentlich auch ganz schön für so etwas. Weil ich von dem lila Ton einige Knäul mehr hatte, habe ich damit gestartet. Die Anleitung von Paula_m war fix gekauft (für deutsche Verhältnisse übrigens nicht günstig, aber schön, dass auch hier so langsam die Arbeit von Designern wertgeschätzt wird) und auch schnell verstanden. Im Original wird natürlich anderes Garn verwendet, welches auch dicker ist. Von der Lauflänge her kam es aber etwa hin, dass ich mein Garn doppelt genommen habe. Und da bei einem Einkaufsnetz die Passform nun nicht so entscheident ist, habe ich das dann auch einfach so gemacht ohne weiter nachzudenken. 
Die Anleitung gibt als Nadelstärke für den Hauptteil des Netzes 7mm an. Da stand ich nun vor meiner Nadelsammlung, in der linken Hand die 6mm Nadel, in der rechten die 9mm Nadel. Dazwischen gab es nichts, mit so großen Nadeln (Baumstämmen) stricke ich nämlich eigentlich nie. Ich habe mich dann für die 6er entschieden. Das Netz ist etwas kleiner als die anderen, bei denen habe ich praktischerweise die passende Nadelstärke nutzen können weil Sophia mir für ein anderes Projekt ihr Nadelset von Addi geliehen hat.


Weil kein Mensch vier Einkaufsnetze braucht, war mein Plan von Anfang an, drei davon zu verschenken. Das erste komplett in Lila ist an die Freundin meiner Mutter gegangen, die mir das Garn geschenkt hat. Bisher habe ich noch keine Rückmeldung, ich hoffe aber, dass es ihr gefällt noch etwas schönes aus dem Garn zu haben. Das zweite einfarbige bekommt eine Freundin von mir, die nächste Woche Geburtstag hat. Das grün-rot-gelbe ist mein eigenes, bleibt noch eins übrig, mal sehen, wer sich da findet. Damit die Handarbeit offensichtlich ist, habe ich in jedes Netz eins meiner Etiketten genäht und dabei verschiedene Versionen ausprobiert.


Das Netz hat sich bisher schon als sehr praktisch erwiesen! Gerade zum Einkaufen nutze ich es gerne, da bin ich meistens mit dem Fahrrad und Fahrradtaschen unterwegs und muss nun in dessen Tiefen nicht mehr nach meinem Portemonnaie wühlen, sondern nehme das Netz noch zusätzlich mit. Noch dazu ist es ein absolutes Raumwunder, da kann man wirklich eine Menge unterbringen.


Ein letztes Bild noch mit Katzen-Photobomb und dann bin ich fertig. Fürs erste. Mittlerweile ist hier nämlich schon wieder Garn aufgetaucht, dass geradezu nach Einkaufsnetzen schreit, und da wäre auch eine einfarbige Version für mich drin. Der Kauf der Anleitung hat sich auf jeden Fall schon rentiert!

Habt ihr schon ein Netz gestrickt?


Happy knitting, 

Julia


Verlinkt mit Wof

9. August 2018

Farrow Dress aus schwarzem Leinen

Werbung da Markennennung, alles selbst gekauft, gedacht, geschrieben. 

Hallo ihr Lieben!



Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich finde den Sommer in diesem Jahr fantastisch. Klar, auch ich störe mich ein wenig an den kleinen negativen Nebeneffekten (dauernd Gießen im Garten, nach der Dusche schon wieder schwitzen, muffige Luft in der Bude, das Gefühl draußen zu verbrennen und bei jeder Tätigkeit in Schweiß auszubrechen ...) aber trotzdem wage ich es nicht, mich zu beschweren. Denn die letzten Sommer mit ihren wechselhaften Tagen, Gewitter, Sonne und grau, haben mir noch viel weniger gefallen. Da genieße ich doch lieber den andauernden Backofen draußen. Selten habe ich so lange feste Schuhe und Jacken im Schrank gelassen. Wann hatte ich das letzte Mal Socken an? Unter einer Decke geschlafen? Es ist wirklich herrlich. 

Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Mein Kleiderschrank ist nicht ausgelegt für so dauerhaft gutes Wetter. Da ich zwei Wochen Urlaub hatte, konnte ich mich völlig frei in meiner Garderobe austoben und stellte dadurch fest, dass drei Sommerkleider (in fast demselben Blau-Ton, eins, zwei und drei) nicht ausreichend sind. Spontan wurde also das aktuelle Nähprojekt pausiert, ins Auto gestiegen und zum örtlichen Stoffgeschäft gebraust. Dort gab es 20% auf alle Stoffe, also habe ich mal direkt genug für drei Kleider eingepackt, und das erste will ich euch heute hier vorstellen. 


Das Farrow Dress von Grainline Studio hatte mich ursprünglich ja genau in dieser Version, also ohne Ärmel angesprochen. Weil dann aber Winter war, habe ich eben eine langärmlige Variante genäht, aus einem Denim mit etwas Stretch. Ich mag das Kleid sehr, aber so ganz warm geworden sind wir nie. Lange Ärmel aus Webware sind mir, abseits von Blusen, irgendwie ... ungemütlich. Da kann man nix hochschieben oder über die Hände ziehen, ich weiß nicht. Ich trage das Kleid, aber große Liebe ist es nicht. Deshalb wollte ich dem Schnitt schon länger eine zweite Chance geben, eben ohne Ärmel, und nun war es nämlich so weit. Weil für die zügig benötigten Kleider noch einen neuen Schnitt kaufen und/oder kleben, anpassen, abpausen ... ne!


Ich habe also den bereits verwendeten Schnitt hervorgeholt, Größe 10 ist das gewesen. Für das Winterkleid hatte ich in der Länge 10cm dazugegeben, das war mir aber für den Sommer dann doch ein wenig zu viel. Von vorne sieht es ganz schön knapp aus, aber dadurch, dass der Saum so schön abgerundet ist nach hinten und länger wird, gibt es keine Gefahr für Schlüpperblitzer beim Vorbeugen. Ich habe deshalb 5cm wieder rausgenommen und finde die Länge nun perfekt. 


Einen ganz großen Anteil an meiner brennenden Liebe für dieses Kleid trägt übrigens der verwendete Stoff: Ein Viskoseleinen, wunderbar leicht fallend, total angenehm zu tragen bei hohen Temperaturen, knittert nicht zu extrem und kratzt nicht. Er war super kooperativ beim Nähen und Bügeln, da kann ich mich nicht beschweren. Übrigens bin ich mit 2m zurecht gekommen anstatt der 2.8m, die empfohlen sind, und das ohne großes Umherschieben, ich hatte sogar noch ein kleines bisschen übrig. Und das mit Verlängerung!


Das Karma war mir übrigens bei meinem Sommerkleider-plan nicht so ganz zugeneigt. Nachdem die ersten Nähte genäht warun und ich bügeln wollte, wozu ich immer das Bügelbrett zwischen Wand und Kühlschrank hervorholen und aufstellen muss, durfte ich feststellen, dass eben jenes Brett kaputt war. Die eine Seite der Beine war nicht mehr am Brett befestigt, da hatten sich die geschweißten Stellen gelöst. Ich habe dann auf EbayKleinanzeigen ein neues gefunden, welches ich zwei Tage später abholen durfte. Aber so lange wollte ich nicht warten, also habe ich das zusammengeklappte Bügelbrett auf den Boden gelegt und dort gebügelt. Bequem ist anders. 


Die geräumigen Taschen finde ich ja wirklich sehr praktisch, und durch ihre Konstruktion auch sehr schön anzusehen. Auf schwarzem Stoff jetzt nicht so besonders, aber hey, man kann nicht alles haben. Wo wir gerade bei den Taschen sind: Selbst nach drei Kleidern aus diesem Schnitt folge ich immer noch blind der Anleitung und habe nicht verstanden, wie diese verrückt geformten Vorderteile am Ende zusammenpassen und auch noch eine Tasche bilden. Drei, fragt ihr euch nun? Meine Mama fand mein Kleid so schön, dass sie auch eines wollte. Ihres ist deutlich weniger schlicht, aber dazu wann anders mehr. 


Der Rocksaum wird ganz einfach zweimalig umgebügelt und abgesteppt. Der Hals- und Armsaum sind mit belegen versehen, die für schöne Kanten ohne Steppnaht sorgen. Im Nacken wird das Kleid dann mit einem Haken verschlossen, das macht auch nochmal ganz gut was her finde ich. Spannenderweise ist die Nahtzugabe in diesem kleinen Stück zwischen Rückennaht und dem Haken nur umgebügelt und bleibt artig dort, wo sie sein soll. Dafür klappen mir beim Anziehen immer die Belege im hinteren Teil des Armlochs raus, das sieht dann aus wie kleine Flügelchen und ist gar nicht so einfach reinzufummeln. 


Wenn ich meine Mama und ihr Kleid mal vor die Linse bekommen habe, kann ich euch dann auch mal zeigen, wie das in gemustertem Stoff aussieht. Falls ihr da Interesse habt?

Oh, ganz vergessen habe ich noch einen letzten Punkt, der diesen Schnitt so wunderbar macht für das heiße Sommerwetter: Er liegt quasi an maximal wenigen Punkten am Körper an. Der weite Schnitt lässt ganz viel Luft an den Körper, wenn dann noch eine leichte Brise geht ist das unglaublich schön. 

So, nun aber Schluss. 

Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit Nähfrosch, Sewlala

4. August 2018

Update No. 26

Werbung da Markennennung. Nichts von wem anders als mir bezahlt und gedacht. 


Hallo ihr Lieben!

Herzlich willkommen zum aktuellen Update, dem Format, in dem ich euch einen Zwischenstand von meinen Projekten liefere. Wie immer gilt, alles, was hier gezeigt wird, erhält noch einen ausgiebigen Beitrag. Normalerweise. Die ersten beiden Bilder werden aber erstmal die einzigen von meinem neuesten fertigen Objekt sein, denn es zählt eher in die Kategorie "Home" und ist zu einfach, um einen ganzen Beitrag zu füllen. 


Ich habe mir nämlich eine Picknickdecke genäht! Die Idee dazu entstand folgendermaßen: Eine liebe Freundin aus dem Studium besuchte mich in Münster und wir hatten ein Picknick geplant. Sie war super ausgerüstet: Picknickkorb mit Geschirr, Besteck und integrierter Kühltasche (!) und eben einer Picknickdecke. Von unten beschichtet, sodass sie bei jeder Wetterlage einsetzbar ist. Während wir uns also so dort fläzten, aßen und tranken, sinnierte ich, mir so etwas doch wohl auch selbst nähen zu können. Und, dass eine Picknickdecke, von einer Seite wasserdicht, für unseren immerfeuchten "Rasen" (eigentlich Wiese) ziemlich praktisch wäre. Na gut, in diesem Ausnahmesommer ist sogar unsere Grünfläche trocken (und die einzige, die noch grün ist im Umkreis!) aber normalerweise sorgt die ungünstige Kombination aus leicht abfallendem Gelände, hauptsächlich Moos und nur wenig Erde unter dem Grün, danach dann hauptsächlich Kies für Nässe, immer. Somit kann man da nicht sitzen. Jetzt aber schon, denn jetzt habe ich eine Decke! Haha!


Das war auch kein großes Hexenwerk und ist ganz frei Schnauze zusammengenäht worden. Ich habe ganz einfach je zwei Meter Wachstuch und Oberstoff sowie Watte bei Stoff und Stil bestellt. Dann alles aufeinandergelegt und Oberstoff und Watte so zurecht geschnitten, dass das Wachstuch rundum 3cm breiter war. Ich habe dann zunächst den Oberstoff auf der Watte festgesteckt und in regelmäßigen Abständen Linien aufgesteppt, damit alles gut zusammenhält. Dabei habe ich mich an der Musterung des Oberstoffes orientiert, so brauchte nichts abgemessen werden. Dann habe ich das Wachstuch zuunterst gelegt, also mit der rechten Seite auf den Boden, Watte+Oberstoff oben darauf und das Wachstuch an den Rändern zweimal umgeklappt. Aufgesteppt, fertig. Der letzte Schritt war knifflig, weil meine Nähfüße alle am Wachstuch hängen blieben und es Falten geworfen hat. Letztlich geholfen hat nur Backpapier mit einzunähen, auch Masking Tape funktionierte nicht. 
Den ganzen Spaß bei über 30°C Außentemperatur (und entsprechend etwa 25 in der Wohnung) zu machen, empfehle ich übrigens nicht. Nach zwei Reihen Absteppen musste ich pausieren, weil ich ja logischerweise die ganze Decke auf dem Schoß hatte und auch ziemlich viel manövrieren musste um alles unter die Nähmaschine zu bekommen. Das war echt schweißtreibend, hat sich aber gelohnt, sie ist so schön geworden!


Neu im Schrank



Wer mir auf Instagram folgt hat schon mitbekommen, dass bei mir ein Mangel an Sommerkleidern herrschte, zumindest für einen so überragenden Sommer wie den diesjährigen. Ich habe also alle anderen Nähpläne zunächst auf Eis gelegt (schön wärs, das Eis) und bin zum Stoffladen gefahren um diese Lücke zu füllen. Dank einem 20%igen Rabatt auf alle Stoffe bin ich gleich mit 4 Metern aufgeteilt auf drei Stoffe wieder herausgegangen, und die ersten beiden seht ihr hier verarbeitet. Das linke musste ich aus der Wäsche holen, das rechte hat die erste Wäsche schon hinter sich, woran man vielleicht ablesen kann, wie dringend benötigt sie waren. Ich liebe beide sehr und freue mich schon, sie euch genauer vorzustellen!


Auf den Nadeln


Hätte ich ein bisschen besser kalkuliert, hätte ich euch heute auch den fertigen Winterfell Cardigan präsentieren können. So ist mir aber das Unglück passiert, dass das Garn für die letzten 4cm vom Ärmel nicht mehr ausreichten und ich nachbestellen musste. Nun warte ich also sehnlichst auf das Knäul, damit der Cardigan fertig ist. Bis dahin werden Fäden vernäht und Knöpfe angebracht, um die Zeit sinnvoll zu füllen. Mein Handgelenk freut sich über die Pause, die beiden Ärmel habe ich in drei Tagen gestrickt auf dem Sockenwunder, das war vielleicht ein bisschen zu viel ... 


Unter der Nadel



Unter meiner Nadel befindet sich auf Grund der dazwischengeschobenen Sommerkleider noch immer das Kleid Madeline, welches ich im letzten Update schon vorgestellt habe. Es ist aber nicht mehr viel Arbeit nötig, lediglich das befestigen des Besatzes in der Taille und der Rocksaum müssen noch umgenäht werden, dann ist es fertig. Und kann erstmal in die hinterste Ecke vom Schrank, denn für eine doppelte Lage dicken schwarzen Jersey ist es aktuell echt zu warm. 
Das Pausieren hat meiner Motivation, an diesem Kleid weiterzunähen, übrigens überhaupt nicht gut getan. Bisher habe ich immer artig ein Teil nach dem anderen genäht, und das ist offenbar auch genau die richtige Vorgehensweise für mich. Sonst weiß ich nicht mehr, wo ich war, was noch getan werden muss und habe schlichtweg keine Lust mehr auf das "alte" Teil.


Nach dem Kleid kommt dann noch das Milchmädchen aus demselben Stoff, und danach ein Schwung Decken für die Frühchen, die sind nämlich auch schon zugeschnitten. 


Neuzugänge


Zwei der Stoffe aus meinem panischen Sommerkleidlochkauf sind ja schon verarbeitet, der rechte, gestreifte ist noch übrig. Aus dem werde ich wohl ein Kleid mit zumindest etwas Ärmel machen, weil ich es gerne auch im Herbst noch mit Strumpfhose und Cardigan tragen würde. 
Der linke Stoff ist eine schöne Viskose vom Restetisch, die in meine Tasche gefallen ist als ich Stoff für ein Sommerkleid für meine Mama gekauft habe. Noch weiß ich nicht, was er werden will, weil Viskose so schön sommerlich ist, die Farben aber auch super in den Herbst passen. Mal sehen, was mir dazu einfällt. Vielleicht mache ich auch ganz verrückt einfach einen Maxi-Rock daraus, mal sehen. 


Und, woran arbeitet ihr aktuell so?


Happy sewing, happy knitting, 

Julia





1. August 2018

Schwalbenbluse - LMV Bruna

[Werbung da Markennennung. Alles selbst gekauf und gedacht. ]

Hallo ihr Lieben!

 Nach meinem Großeinkauf bei Stoff und Stil im Frühling war ich ja der Meinung, erstmal für eine Weile genug Stoff zu haben. (Den Fakt, dass über die Hälfte schon vernäht ist, breite ich hier mal nicht weiter aus). Nur wenige Tage später machte ich einen Abstecher zum örtlichen Stoffladen um ein bisschen Material als Geschenk zu kaufen. Und konnte meine Finger nicht von diesem schönen Blusenstoff lassen.


In Viskose bin ich ja sowieso verliebt, seit ich sie das erste Mal getragen habe. Wobei ich letztens gelernt habe, dass der Begriff "Viskose" gar kein Material beschreibt, sondern eine Webart oder Verarbeitungweise. So wirklich verstehe ich das nicht, denn oft steht ja als Material nur Viskose angegeben. Ist das dann doch die klassische aus Cellulose? Ein Rätsel. 


Das Stöffchen wurde also erstmal vorbildlich gewaschen während ich überlegte, was es werden möchte. Eigentlich hatte ich mich schon auf ein Granville Shirt ohne Ärmel festgelegt, weil ich mein grünes sehr gerne trage, es aber dank Poly gar nicht so schön zu tragen ist. Dann stolperte ich auf Instagram über eine Version der Bluse Bruna von La Maison Victor und erinnerte mich daran, dass ich diese auch unbedingt nähen wollte, die Zeitschrift (2/18) hatte ich unter anderem deswegen gekauft. Also Granville wieder verschoben, ein neuer Schnitt reizt ja doch irgendwie mehr. 


Ich habe mich für die Größe 40 entschieden und keine (!) Anpassungen gemacht. Die Bluse kommt mit etwas längeren Ärmeln daher, die dann umgekrempelt werden, außerdem ist der aufgeklappte Reverskragen etwas besonderes. Die Verarbeitung an sich war erstmal nicht besonders kompliziert sondern eher einfach gehalten. Es gibt keine zusätzliche Knopfleiste, da die Vorderteile wegen des Kragens mit einem Beleg ausgestattet werden. Der Kragen ist, so ohne Kragensteg und alles, auch deutlich schneller genäht. Trotzdem spannend, weil ich so eine Art Kragen noch nie genaht habe!


Dank der flutschigen Viskose rutschen die aufgekrempelten Ärmel doch immer ziemlich runter, das werde ich also mit ein paar Stichen noch nachträglich befestigen, denn die lange Version gefällt mir nicht wirklich. Außerdem spannt es vorne am Armloch so seltsam wenn ich den Arm seitlich bewege, ihr könnt es auf dem Foto ganz gut sehen. Ich bin mir unsicher, ob das an der Passform liegt? Das Problem hatte ich bisher noch nie bei Blusen und ich weiß auch nicht, wie ich es beheben könnte. Wenn ihr da Tipp habt, bitte melden! Noch ein Manko: Die Tasche sitzt viel zu hoch. Gut, dass sie im Muster untergeht. Keine Ahnung wo andere Frauen ihre Brüste haben, denn eigentlich gehört die Tasche doch eher darauf mit einer Tendenz nach unten?


Passende Knöpfe hatte ich zum Glück noch im Fundus, klassischerweise vergesse ich ja immer beim Stoffkauf für Blusen die Knöpfe und stehe dann mit einer eigentlich fertigen Bluse ohne Knopflöcher und Knöpfe da und muss warten, bis ich mal wieder ins Geschäft komme. Das war hier zum Glück nicht gegeben, auch wenn schwarze Knöpfe vielleicht besser gepasst hätten als dunkelblaue. 


Für mich persönlich bin ich ja kein Fan von V-Ausschnitten. Ich mag runde an mir einfach lieber sehen, woran immer das auch liegt. Daher bin ich nun bei dieser Bluse unsicher, ob es einfach die fehlende Gewohnheit ist, die meine Begeisterung bremst, oder ob sie mir wirklich nicht so gut gefällt. Was sagt ihr?


Ich freue mich über eure Meinungen und Tipps!

Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit dem Me Made Mittwoch, wo heute gleich zwei gut gekleidete Frauen die Leitung übernehmen.Außerdem mit Sewlala

28. Juli 2018

Pistaziensocken

Werbung da Marken- und Personennennung. Alles selbst gekauft. 

Hallo ihr Lieben!

Aktuell ist zwar überhaupt kein Wetter für Wollsocken oder generell Wollkleidung. Zumindest am Körper. Tapfere StrickerInnen arbeiten ja schon fleißig für die kältere Jahreszeit vor. Und auch Saskia, Sophia und ich haben vor kurzem trotz Luftfeuchtigkeit im tropischen Bereich unsere Kameras und Wollsachen mit in die Rieselfelder genommen und dort ein paar Bilder gemacht. Das erklärt vermutlich mein etwas ... kreatives ... Styling.


Zu den Ringelsocken angeregt hatte mich Sophia mit ihrer nie enden wollenden Sockenstrickerei. Für zu buntes oder aber zu langweiliges (weil ewiger Farbübergang) Garn nutzt sie gerne ein einfarbiges Kontrastgarn und erschafft so hübsche Ringelsocken. Von meinem Felici von Knit Picks war nach dem Paar Socken noch genug für genau solche Ringelsocken übrig, also habe ich mir mein liebstes Kombigarn Regia Flanell geschnappt und nachgemacht. 


Wie immer auf dem Sockenwunder habe ich 60 Maschen für meine Größe angeschlagen, bzw, da von unten nach oben strickend, erst mit der Ferse begonnen. Die Ringel habe ich dabei 4 bzw. 3 Runden gestrickt, die schmaleren in dem Grau. Die Ferse ist nachträglich eingesetzt, da das bei Ringeln das schönste Bild ergibt. Wir ihr auf dem Foto schön sehen könnt, ist diese Art der Ferse bei mir nicht die am besten sitzendste, es gibt Knubbel direkt an der Hacke. Trotzdem ist sie bequem, aber ich ziehe eine reguläre Käppchenferse vor. 


Die Bündchen habe ich mit einem Tubular Bind Off abgekettet, das erfordert zwar ein bisschen Arbeit, sieht dafür aber toll aus und macht einen schönen Abschluss. Wir ihr hier gut sehen könnt, habe ich übrigens nicht darauf geachtet, dass die Streifen auf beiden Socken gleich sind. Dafür war zu wenig Garn da, aber auch meine Motivation hätte dafür nicht gereicht, denn es ist mir schlicht und ergreifend egal. 


Viel mehr kann ich zu Socken eigentlich nicht mehr erzählen, das ist ja schon eher Routinearbeit bei mir. Ich habe an diesem Paar sogar ziemlich lange gestrickt, einfach weil Socken eher so Projekte für spannende Filme, Migränetage oder sonstige Gelegenheiten sind, bei denen ich wenig Gehirnschmalz übrig habe. Falls ihr wissen wollt, wie ich prinzipiell so meine Socken mit dem Sockenwunder stricke, habe ich da noch einen Link zu einem Post von mir


Es war übrigens gar nicht so leicht, auf dem schmalen Balken Balance zu halten. Das wären sicherlich auch nette Bilder geworden, wie ich in dem Tümpel darunter gesessen hätte..


Danke an meine beiden Mädels aus unserem Mini-Münsteraner-Stricktreff für die Bilder und für sowieso alles. Immer schön mit euch!

Happy knitting, 

Julia


Projekt auf Ravelry
Verlinkt mit Woman on Fire

26. Juli 2018

Basic Shirts

Werbung weil Markennennung. Alles selbst gekauft und gedacht. 

Hallo ihr Lieben!

Ich habe das Gefühl, alles und jeder ist gerade in einem Sommerloch. Wenn sogar denken schwer fällt, geschweige denn bewegen, bleibt alles ein bisschen auf der Strecke, alles ist verlangsamt. Das wird hier allerdings keine Beschwerde, denn obwohl ich auch ab und an mal stöhne weil warm, liebe ich diesen Sommer. Nach so vielen in denen man immer mit Gewitter rechnen musste, schwüle Tage eher die Regel waren oder auch mal 16°C freue ich mich richtig über diesen Sommer. Noch dazu berechtigt er mich dazu, neue Kleidung zu nähen, denn für so eine dauerhafte Hitzeperiode bin ich nicht ausgestattet. 

Noch arbeite ich daran, dafür habe ich aber zu Beginn des Sommers ein anderes Loch gestopft, und zwar das mit den Shirts. Oder besser ohne, denn die fehlten ja. 


Ihr dürft euch übrigens auch bei den aktuellen Temperaturen über die nicht so schicken Bilder beschweren. Kein Make Up, bisschen durchgenudelt und drinnen, weil ich definitiv nicht mehrfach nach draußen flitzen und mich zwischendurch umziehen wollte. Sorry!
Shirt Nummer eins ist eher zum drunter ziehen gedacht, oder für taillierte Hosen und Röcke. Deshalb auch die charmante Presswurst-Optik. Hierfür habe ich den Schnitt Agnes von Tilly and the Buttons vernäht, der in langer Variante und mit Rollkragen schon länger bei mir zuhause ist und mit dem ich die Erfahrung gemacht habe, wie unterschiedlich dehnbar Jersey ist und was das für die Passform ausmacht. Demnächst also lieber mit sehr dehnbaren Stoffen, dann fühlt es sich nicht so eingezwängt an. Der Stoff ist von Stoff und Stil.


Nummer zwei ist nochmal Agnes und euch beim Me Made Mittwoch schon begegnet. Nicht erschrecken, so viel Einfluss hat der Stoff nun auch nicht auf die Passform, hier habe ich ganze zwei Nummern größer genäht, also eine 6 statt einer 4 wie oben. Die 6 hatte ich nämlich schon abgepaust für meine Mama hier liegen, sie hatte ja zu Weihnachten ein Longsleeve von mir bekommen. Weil ich auch noch lockere Shirts brauchte, habe ich einfach mal den Schnitt genutzt. Hier ist der Körper auch verlängert, wobei ich das nach vorne hin ein wenig weggenommen habe durch den high-low Saum. Die im Schnitt enthaltene Taillierung habe ich auch ignoriert und dort einfach gerade geschnitten. 
Der Stoff ist ein Viskosejersey vom Restetisch bei Stoff und Stil (online nicht auffindbar). Mit dem Material kommen weder ich noch meine Nähmaschine gut zurecht, sie schiebt und zieht doof, ich produziere einen welligen Halsausschnitt. Der Stoff hat aber sowieso nicht die beste Qualität und fängt schon an zu pillen, also wohl eher eine kurze Lebensdauer. Schade, denn die Optik mag ich sehr gerne, Streifen sind toll und rot auch!


Das Reststück war 1,35 groß und mit Müh und Not habe ich es geschafft, gleich zwei Shirts daraus zuzuschneiden. Bedeutet: Vorder- und Rückenteil habe ich hier mit einer Teilungsnaht versehen, die eigentlich kaum sichtbar ist. Ihr könnt ja mal versuchen, sie zu erspähen ... 


Und hier dann das zweite Shirt aus dem Stoff, nach dem Gratis Schnitt Plantain T-Shirt von Deer and Doe. Ich habe mich den Maßen nach für Größe 40 entschieden und um 5cm verlängert, aber das war wohl doch nicht ganz passend. Eigentlich soll das Shirt ab der Brust locker auslaufen und eher schwingen, bei meinen ausgeprägten Hüften liegt es aber trotzdem an. Also muss ich hier wohl auf 42 oder 44 auslaufen lassen nach unten hin, damit es tut, was es soll. Als Shirt funktioniert es natürlich trotzdem genauso gut. Auch hier hatte ich mit dem Halsbündchen so meine Probleme. Nunja, was solls. Ich trage die Shirts trotzdem rauf und runter und werde bei Gelegenheit einen qualitativ hochwertigeren Jersey kaufen um sie nochmal zu nähen. Vermutlich aber erst nächstes Jahr oder so, nun habe ich ja die beiden. 

Welche Schnitte nutzt ihr so für Shirts? Irgendetwas zu empfehlen?

Happy sewing, 

Julia




21. Juli 2018

Update No. 26

Werbung da Markennennung

Hallo ihr Lieben,

und willkommen zu meiner Blogserie namens "Update" in der ich euch regelmäßig darüber informiere, woran ich arbeite. Nicht zu vergessen: Alle hier gezeigten Projekte erhalten nochmal ihren ganz eigenen Beitrag, hier geht es nur um einen kleinen Vorgeschmack und Überblick.


Neu im Schrank



Ich weiß nicht genau wie es passiert ist - die Hitze, die den Gedanken an Wolle eher ungemütlich macht, der komplett freie Tag - aber aus irgendeinem Grund hatte ich am letzten Wochenende plötzlich wieder meinen Stickrahmen in der Hand und habe innerhalb von ein paar Tagen ein neues Deko Stück gestickt. Die Vorlage habe ich mal bei Pinterest gefunden und einfach ausgedruckt. Nun steht das Bild in meinem Regal bei den kleinen Vorräten, die ich besitze. Sticken ist ja sehr meditativ finde ich, hat mir gut gefallen. Deshalb bin ich auch schon am nächsten Bild, das wird ein bisschen größer und ein Geschenk. Errät jemand, was es wird?

 

Genäht habe ich in den letzten zwei Wochen auch, und bin nun stolze Besitzerin eines Blazers, offizielle und etwas schickere Anlässe sind also auch demnächst besser abgedeckt, puh. Außerdem habe ich eine Bluse genäht, die muss aber noch gebügelt werden, was wiederum so lange dauert, bis ich etwas neues nähe, da ich keine Lust habe Bügeleisen und -brett extra aufzubauen nur für eine Bluse. Faulheit siegt. Ist sowieso gerade zu warm für jegliche Art von Ärmeln. 


Der Mini Cardigan aus dem letzten Update ist auch fertig geworden. Die Ärmel sind schon vor den Bündchen Petrol geworden, weil das blau alle war. Und ein bisschen kürzer auch, eben wegen Garnknappheit. Trotzdem ein niedliches Teil, dass ich gerne verschenken werde. Die Anleitung ist übrigens Newborn Vertebrae und das Garn Rowan Pure Wool 4ply.


Auf den Nadeln
 


Darf ich vorstellen: Der vermutlich schnellste Cardigan, den ich je stricken werde. Der Winterfell Cardigan von Kathrin Schneider wird gerade auf Instagram in einem MiniKal, also einem gemeinsamen Stricken verarbeitet, und die regelmäßigen Zwischenstände der anderen Frauen spornen mich total an. Seit fast zwei Wochen stricke ich an nichts anderem, und diese monogame Aufmerksamkeit zahlt sich aus. Ich bin schon halb mit dem Körper fertig! Das Garn, Lamana Como Tweed, macht es mir aber auch wirklich leicht. Bisher sind gerade mal 100g Garn drin, das wird ein absolut leichtes, trotzdem warmes und stabiles Stück. Hach, es ist Liebe!


Bis zum Start des KAL habe ich mir dann noch die Zeit mit dem Socken vertrieben und die erste fertig gestrickt. Also, nicht ganz, die Ferse fehlt noch, aber das mache ich dann direkt bei beiden Socken zusammen, wenn die zweite fertig ist. Aktuell schenke ich aber keinem anderen Projekt meine Aufmerksamkeit, also kann das noch einige Zeit dauern. 


Unter der Nadel
 


Ein kleines Schwarzes, das sollte schon länger in meinem Kleiderschrank einziehen. Ist ja super funktional, so ein schwarzes Kleid, und fehlte doch irgendwie. Den Stoff dafür hatte ich eingekauft, nur der Schnitt, da war ich mir unsicher. Noch ein Lady Skater Dress? Das ist mit seinem weiten Rock ja doch eher locker. Ich habe meine La Maison Victor Zeitschriften durchgeblättert und bin in Ausgabe 2/17 auf das Kleid Madeline gestoßen. Das Oberteil besteht aus vielen verschiedenen Teilen und wird gefüttert, der Rock ist zwar ausgestellt, aber nicht ganz so weit. Kleine Ärmelchen machen das Kleid für mich ziemlich perfekt, also habe ich direkt mal zugeschnitten. Ich hoffe, das funktioniert mit meinem Jersey und überlege noch, wie ich Taschen einbaue. Und ob. 
Weil noch ein bisschen Stoff übrig war am Ende, habe ich schnell die Teile für eine weitere Milchmädchen Shorts zugeschnitten. Dann habe ich nämlich endlich wieder zwei kurze Sporthosen und bin damit gut ausgestattet. 

Ihr seht, ich habe genug zu tun. Allerdings auch gerade Urlaub, und der muss ja genutzt werden. 


Happy sewing, happy knitting

Julia


verlinkt mit Maschenfein, Fadenwechsel

18. Juli 2018

Luftiges Sommerset

Werbung für Stoffe und Schnitte, alles selbst gekauft, Meinung selbst gebildet. 

Hallo ihr Lieben!

Ich persönlich trage ja gerne auch mal was figurbetontes. Heißt in meinem Fall dann Taille betont, oder eine enge Jeans oder sowas in die Richtung. 
Allerdings nur, so lange die Temperaturen unter 25°C liegen. Bei allem darüber würde ich auch ein Zelt anziehen, hauptsache luftig und weit. 



Da ist es mir dann auch egal, wenn es vielleicht nicht "vorteilhaft" aussieht, denn das ist in dem Fall absolut nicht mein Ziel. Sowieso nicht weit oben auf der Prioritätenliste, aber manchmal macht man sich ja auch gerne schön und betont, was einem am eigenen Körper gefällt. Außer, es ist warm, wie schon gesagt. Wenn man dazu noch von der Arbeit aus einige Regeln einhalten muss, was die Kleidung angeht, heißt es kreativ zu werden. Zu kurze Hosen gehen zum Beispiel nicht, was ich persönlich aber sowieso nicht tun würde. Kleider und Röcke gehen nur mit Leggings oder Strumpfhose, was die Luftigkeit eindämmt und eher einen Hitzestau verursacht. Ich schwöre also im Sommer, vor allem für die Arbeit (da keine Klimaanlage aber reichlich Fenster), auf Viskose und lockere Schnitte. Tatsächlich wechsel ich eigentlich zwischen meiner beblätterten Flatterhose und dieser schlichten dunkelblauen hin und her. 


Der Schnitt "Lamise" von Pattydoo ist wirklich traumhaft, was den Komfort angeht. Ganz viel Platz, eigentlich berührt nur der Bund den Körper. Also, im Stehen, versteht sich. Taschen hat die Hose auch, wunderbar. Übrigens, bei meiner anderen Hose hat es mich etwas gestört, dass die Taschen manchmal nach hinten umklappten. Deshalb habe ich sie hier auf die Nahtzugabe festgesteppt, also von der Seitennaht vom Bein. Bei dieser Variante habe ich außerdem mal ein schmales Gummi am Bein eingezogen, damit die Hose dort unten nicht so weit ist. Gefällt mir genau so gut wie die offene Version und wird sicherlich wiederholt. 


Der Stoff ist gewebte Viskose von stoffe.de aus dem letzten Jahr, aktuell nicht mehr verfügbar. Viskose ist ein Material, das ich wirklich empfehlen kann. Habe ich sowohl einfarbig als auch gemustert schon häufig verarbeitet, und ich liebe das Gefühl auf der Haut. Bestellt hatte ich 1,3 Meter, wie meistens für Hosen, und das hat gut gepasst.
Natürlich waren bei der Hose einige Anpassungen nötig, damit sie zu mir passt: Größe 40 habe ich um 5cm am Bein verlängert, und bei dieser Version auch nochmal 2cm am Saum hinzugefügt für den Gummizug dort. Eigentlich nehme ich mir bei Viskose ja immer vor, französische Nähte zu machen, und dann vergesse ich das beim Zuschnitt wieder. Schade Schokolade.



Kommen wir zum Oberteil, dabei handelt es sich nämlich um ein Experiment. Beide Teile, die ich heute zeige, sind schon im letzten Sommer entstanden, aber Fotos habe ich vor Herbst nicht geschafft, und das ist ja auch irgendwie unpassend. Jedenfalls war im letzten Jahr der Musselin-Trend in vollem Gange, und da wollte ich natürlich auch mit machen und habe mir ein Top nach dem stark abgewandelten Schnitt Sorbetto genäht aus grauem, mit Dreiecken gemusterten Musselin.



Das war tatsächlich erstmal so semi erfolgreich. Musselin will ja lieber nicht gebügelt werden, für die Einfassung der Hals- und Armausschnitte war das aber natürlich nötig und, im Gegensatz zum restlichen, "freien" Stoff, durch die Nähte auch nicht mehr umkehrbar. Sonst knautscht sich ja alles in der Wäsche wieder zusammen, hier aber nicht. Somit war das Top einfach zu groß, die Schulter zu breit und irgendwie unförmig. 

Gerettet habe ich es stumpf, indem ich die Seitennähte nach oben hin unter dem Arm etwas verschmälert habe. So ist es tragbar, wenn auch nicht mein Lieblingsshirt. Aber immerhin: Luftig und sehr angenehm, der Musselin. Würde ich den Stoff nochmal verarbeiten, dann eher zu einem Tuch, einem Rock oder ähnlichen Teilen, die nicht so delikat sind und eher locker. 


In Kombination trage ich die beiden Stücke eher selten, obwohl das doch eigentlich ganz gut aussieht. Sollte ich öfter machen.

Welche Schnitte bevorzugt ihr im Sommer?


Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit Sewlala und Du für dich am Donnerstag.


12. Juli 2018

Oversize Bluse im Doppelpack

Werbung da Nennung von Marken

Hallo ihr Lieben!


Heute habe ich gleich zwei Kleidungsstücke für euch. Eins wurde noch im Winter fotografiert, eins gerade erst. Der Schnitt ist derselbe, deshalb dachte ich mir, stecke ich sie doch beide zusammen in diesen Beitrag. Eine kleine Vorschau auf die Version für mich an mir, und dann erstmal zu einer anderen, besonderen Version.


Ihr als Leser wisst es ja mit am Besten, meistens nähe ich für mich. Ab und an mal für die Familie, das war es dann auch. Meiner Meinung nach haben das nur Menschen verdient, die die Arbeit dahinter auch wertzuschätzen wissen und sich angemessen freuen über das auf den ersten Blick vielleicht simple Shirt, an dem ich trotzdem ein paar Stunden gesessen habe. Denn das Nähen geht vielleicht recht flott, davor kommt aber trotzdem erstmal das Suchen nach dem richtigen Stoff, anschließend nach Hause bekommen, ob online oder in der Stadt, waschen, trocknen, bügeln, den Schnitt kaufen oder abpausen, zuschneiden, und dann ist das Nähen auch nur noch ein Bruchteil der Arbeit. Endspurt quasi. Also: Nur ausgewählte Leute bekommen genähte Kleidung von mir. Dazu zählt seit Januar auch eine Freundin von mir, die in besagtem Monat Geburtstag hat. Schon mehrfach hatte sie erwähnt, wie toll sie meine weiße Fräulein Lenz Bluse findet, wie neidisch sie ist, dass ich mir so etwas nähen kann. Lag also nahe, ihr zum Geburtstag einen Gutschein für so eine Bluse zu schenken, frei nach ihrem Geschmack. 


Ich hatte verschiedene Optionen vorgeschlagen, aber im Endeffekt war es ganz einfach: Weiß bitte, und wenn möglich mit goldenen Knöpfen. Somit habe ich einfach den Stoff, aus dem ich damals meine Bluse genäht habe, gewebte Viskose, nochmal bestellt. Passende Knöpfe gab es in meinem Fundus, die sind noch von meiner Oma. 


Der Schnitt kommt in Doppelgrößen daher, für meine etwas kleinere Freundin habe ich also Größe 34/36 gewählt. Auch für die Knopfleiste vorne gibt es Variationsmöglichkeiten, aber wie bei mir sollte es eine halbe Knopfleiste werden sowie ein ganz normaler spitzer Kragen. Nur Stehkragen geht auch, das habe ich zum Beispiel bei meiner geblümten Bluse gemacht. 


Genäht war die Bluse schnell, die Passen vorne und hinten erfordern ein wenig Konzentration und genaues Arbeiten, aber da ich die Bluse wirklich schon häufig genäht habe, war das schnell gemacht. Kragen sowie Kragensteg habe ich mit dünner Vlieseline versäubert, die Säume zweifach umgebügelt und festgesteppt. Fertig ist ein individuelles Geschenk, welches viel Freude gemacht hat. Und Blusenzwillinge sind wir jetzt auch!


Bei der einer vorangegangenen Bestellung für Weihnachtsgeschenke hatte ich für mich auch einen reduzierten Chiffon in den Warenkorb gesteckt, der lag hier noch ein wenig ohne Bestimmung herum. Das Nähen der Bluse für J. hat mich dann auf die Idee gebracht, dass ich durchaus noch eine benötigen könnte, also habe ich direkt im Anschluss auch für mich noch eine genäht. 


Die Punkte sind aber auch zu cool, gefällt mir richtig gut. Für mich habe ich Größe 38/40 zugeschnitten und den Körper noch um 8cm verlängert, was nicht unbedingt notwendig gewesen wäre, da sie sowieso recht lang ist, aber der Stoff war da, warum also nicht. Die Ärmel habe ich so gelassen, wie sie sind, da ich sie eh immer hochschiebe oder -krempel. Sie enden etwa 5cm vor den Handgelenken wenn sie glatt liegen. 


Mit einer Jacke drüber trage ich die Bluse gerne komplett locker, so ganz alleine lieber teilweise oder auch ganz in die Hose gesteckt. Auch hier habe ich die halbe Knopfleiste vorne genäht und einen kompletten Kragen gewählt. Statt Knöpfen habe ich Kam Snaps angebracht, ich weiß noch, dass ich die Bluse am selben Abend unbedingt anziehen wollte, mir fällt aber partout nicht ein, welcher Anlass es war. 


Wer über Viskose flucht, sollte übrigens die Finger von Chiffon lassen. Der Zuschnitt war schon bösartig, das Nähen ging mit angemessener Menge Nadeln, aber Bügeln war auch nicht so wirklich machbar, der Stoff hat sich nur wenig überzeugen lassen, in irgendeine Richtung gelegt zu werden. Ich habe leider auch nicht wirklich auf die Zusammensetzung geachtet, sonst hätte ich meine Finger von den 100% Poly gelassen. Egal, nun wird es getragen und demnächst besser aufgepasst, denn das Tragegefühl verglichen mit dem von Viskose ist schon deutlich anders.


Ich mag den lockeren Sitz dieser Bluse total gerne, noch dazu ist es dadurch super luftig und somit im Sommer angenehm zu tragen. Nicht ohne Grund ist es schon die vierte Bluse nach diesem Schnitt in meinem Schrank. 


Happy sewing, 

Julia