12. Dezember 2018

Tutorial: Beton Teelichte

Hallo ihr Lieben!

In diesem Jahr habe ich endlich mal wieder bei einem Kreativ-Adventskalender mitgemacht. Schon seit einem Jahr trage ich Idee zu meinem Türchen mit mir herum, jedenfalls die Inspiration dazu: Etwas mit Beton sollte es sein. Ein wenig Recherche auf den üblichen Plattformen später stand fest, was es werden sollte, und nochmal ein paar Wochen später hatte ich ein paar hübsche (Eigenlob tut auch mal gut) Päckchen gepackt. 
Achtung: Wenn ihr nicht hier seid, weil ihr am Adventskalender teilgenommen habt, könnt ihr den Beitrag trotzdem lesen. Im Endeffekt ist es eine Anleitung, und die kann man auch so befolgen, muss nur die Materialien dazu besorgen. 


Im Stoff verpackt ist das Zubehör, welches ihr für  mein kleines Tutorial benötigt: Ein Muffinförmchen aus Silikon, ein Tütchen Beton, ein Teelicht und die Adresse von meinem Blog.  


Daraus könnt ihr mit ein paar weiteren Zutaten ganz einfach diese schönen Teelicht-Halter erstellen:


Zusätzlich benötigt ihr etwas Pflanzenöl und einen Pinsel, Wasser, eine Unterlage wenn ihr so Klecker-affin seid wie ich und einen Behälter zum Mischen. Ich habe später nochmal einen Versuch gemacht und die Mischung direkt in dem Tütchen zusammengeknetet, das ging auch ganz gut, aber man bekommt natürlich nicht so viel heraus aus der Tüte, weil Auskratzen da eher schwierig ist. Geht aber auch und verursacht weniger Müll! Wer also gerade keine alte Konservendose oder ähnliches zur Hand hat, kann auch im Tütchen mischen. 
Alle anderen Interessierten benötigen Beton, ich habe Estrich-Beton gewählt (weil es den in einer relativ kleinen Menge gab), ein Förmchen und Teelicht. Andere Beton-Sorten gehen sicherlich auch, je nach Mischung entsteht ein ganz feines oder eher grobes Ergebnis. Pro Teelicht habe ich ca. 100g Beton abgewogen, nur so als Richtwert.


Zu dem Beton Pulver kommen jetzt 10g Wasser. Eventuell braucht ihr auch einen Tropfen mehr, aber lieber erst zu wenig hinzufügen als zu viel. Alles gut vermixen, bis es sich gut verrühren lässt, aber nicht fließend flüssig ist. 


Mit dem Öl wird nun das Förmchen von innen und das Teelicht von außen eingepinselt. Das hilft, um nachher alles besser voneinander lösen zu können. Dann füllt ihr die Masse in das Förmchen. Es wird nicht ganz voll, da ja noch das Teelicht herein kommt und Masse verdrängt. Hier könnt ihr die Konsistenz auch noch mal ganz gut sehen. Nun lasst ihr das gefüllte Förmchen am besten vorsichtig auf eure Unterlage fallen bzw. "klopft" damit, sodass sich eventuelle Luftlöcher schließen können. 


Und dann wird mittig das Teelicht hereingedrückt. Wie tief, ist euch überlassen. Entsprechend guckt das Teelicht auch später heraus. Und dann heißt es warten, am besten ein paar Tage. Dann könnt ihr das Silikon Förmchen vorsichtig abfummeln, und schon ist eure Deko fertig. 


Bei mir hat das Teelicht ordentlich fest gesessen, ließ sich nach dem Abbrennen aber trotzdem gut herausnehmen. Wer möchte, kann die Oberfläche noch mit Schmirgelpapier abschleifen, damit es glatter wird. Ich mag die schrubbelige Optik aber gerne und habe es genau so gelassen. 



Natürlich könnt ihr auch noch ganz anders kreativ werden. Malt zum Beispiel die obere Fläche mit Farbe an, sprüht Glitzer drauf, tunkt das Förmchen halb in Farbe ... unendliche Möglichkeiten. Ich hoffe, ihr habt Spaß an der Durchführung und euch gefällt das Ergebnis. Ich bin ja ein großer Freund von selber-mach Kalendertürchen und wollte deshalb so etwas machen. Gebt mir gerne ein Feedback, da freue ich mich sehr!


Die Teelichte eignen sich auch toll als Geschenk, man kann mit einem Set Förmchen direkt in Serien-Produktion gehen. 

Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit!

Julia


5. Dezember 2018

Winterfell im Frühling

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Hallo ihr Lieben,

ursprünglich wollte ich heute meinen Winterparka präsentieren. Da haben mir aber diverse Zufälle einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum einen das Wetter: Es ist aktuell wieder etwas wärmer, sodass ich den Übergangsparka trage und beim Fotografieren vermutlich vor Schweiß triefen würde. Und mein angestrengtes und glänzendes Gesicht will nun wirklich keiner sehen. Zum anderen ist mir am Dienstag siedend heiß eingefallen, dass ich noch Bilder für einen Blogpost machen wollte, und ich hatte den Cardigan an. Musste also nur raus, um Fotos zu machen. Das war dann die einfachste Lösung, und voila, hier sind wir, der Cardigan und ich:


Gestrickt habe ich diesen Cardigan im Rahmen des #winterfellMaschenfeinKAL, also einem gemeinsamen Stricken des Winterfell Cardigan von Katrin Schneider. Diese Anleitung hatte ich sowieso schon länger im Auge, da kam mir der KAL (=knit along) genau richtig. Noch dazu wollte Saskia auch mitstricken, und wenn mir eins Spaß macht, ist es, in echt zusammen zu stricken, nicht nur virtuell. Garntechnisch ließ ich mich wie meistens von Sophia beraten, denn da ist der Service für mich Münsteranerin von großem Vorteil. Nachdem ich mich für Como Tweed von Lamana entschieden hatte (Como in "normal" kannte ich schon von meiner Kofte) brachte Sophia zum gemeinsamen Frühstück nämlich einfach ein paar der Farben mit, sodass ich mich bei Tageslicht entscheiden konnte. 


Entschieden habe ich mich für "Kiwi", wobei das überhaupt nicht so oll aussieht, wie auf den Bildern im Internet, sondern wirklich schön satt und leuchtend. Eine zügige Mini-Maschenprobe später stand auch die Nadelstärke fest, mit 3,5 konnte ich ohne umrechnen loslegen. 


Der Cardigan wird in einem Stück von oben gestrickt. Man startet also mit dem Halsbündchen und strickt von da in immer größer werdenden Reihen, teilt irgendwann Maschen für Ärmel ab und dann gehts nur noch in Reihen bis zum Saum. Danach kommen dann die Ärmel. Für ein bisschen Abwechslung sorgen in diesem Fall die schräg verlaufenden Linien auf den Vorderteilen. Das reicht tatsächlich aus, um das endlos lange Teil vom Körper gefühlt kürzer zu machen. Und ich finde den Effekt auf dem fertigen Kleidungsstück auch sehr schön!


Wer übrigens ungerne mit so dünnem Garn strickt, seit kurzem gibt es die Anleitung auch für dickeres Garn zu erwerben. 
Die Knopfleisten werden ganz zum Schluss angestrickt, und zu aller letzt kommen die Knöpfe dran. Bei mir sind das noch alte Knöpfe meiner Oma, von denen ich genau genug hatte. Naja, sie sehen nicht alle ganz gleich aus, weil ein paar schon mehr abgenutzt sind als andere. Aber das ist eigentlich uninteressant, jedenfalls für mich. So ist der Cardigan nämlich gleich nochmal besonderer!


An und für sich hätte ich mir die Knöpfe aber sparen können. Denn geschlossen trage ich Cardigans eigentlich nie, somit ist die Knopfleiste nur dekorativ. Dafür aber sehr schön dekorativ!


Natürlich habe ich den Cardigan ein wenig verlängert. Im Körper nur um etwa 2cm, da habe ich einfach etwas später mit den Zunahmen für die Hüfte angefangen. Bei den Ärmeln weiß ich es gar nicht genau, die Abnahmen habe ich etwas später erst angefangen und dann am Ende so lange gestrickt, bis eben die Handgelenke bedeckt waren. Das muss ich ja bei allen Kleidungsstücken, wer also normale Arme und Körpermaße hat (#affenarme) kann die Anleitung vermutlich ohne Anpassungen stricken. (Okay, habe meine Notizen zum Projekt nochmal gelesen, es sind insgesamt etwa 11cm mehr).


In der Rückenansicht ist der Cardigan übrigens ganz schlicht, die Linien gibt es nur vorne. Wie so oft hatte ich übrigens kein Garn mehr, als noch Cardigan übrig war. So ärgerlich! Der letzte Ärmel musste dann etwa eine Woche auf seine Fertigstellung warten, zum Glück hatte ich super liebe Hilfe von Maschenfein, die tatsächlich sogar die selbe Partie hatten. Mein Garndealer hätte nämlich selbst erst nachbestellen müssen, und das hätte dann ewig und drei Tage gedauert. So konnte ich dann doch noch zügig fertig werden.


Habe ich schon erwähnt, dass ich Größe M1 gestrickt habe? Nein? Also, ich habe Größe M1 gestrickt. Habe ich auch schon erwähnt, dass das Garn ein Traum ist? Wenn ja, dann kann einmal mehr nicht schaden. Wer beim Preis erstmal schluckt, sollte direkt weiter zur Lauflänge schauen. Ich habe insgesamt 11 Knäul gebraucht, wobei vom letzten noch etwas übrig blieb. Wer diese Größe strickt und nicht verlängern muss, kommt mit 10 Knäul hin. Die wiegen nur 25g, mein Jäckchen also etwas über 250g. Ist das nicht irre? Ein Leichtgewicht, und so ein schöner Fall, dieses Material, was entsteht. Das Garn hat etwas leicht filziges, was ich total mag, ungewöhnlich für Merino, das ist ja meistens eher glatt. Und diese Tweed Noppen, ich liebe sie. Wirklich. Ich würde fast alle Farben gerne verstricken. Das grau hat zum Beispiel bunte Noppen. Und einen schönen Naturton gibt es, ebenfalls mit schwarz. Ich will sie alle.


Ich habe den Cardigan im Sommer gestrickt, also wieder so ein Teil, was nach Fertigstellung erstmal eine Weile im Schrank lag. Seit es kühler ist, greife ich aber immer wieder danach und ziehe ihn total gerne an. 
Ein Wort noch zum Finish der Jacke: Alle Bündchen, also Saum, Ärmel und Knopfleisten (!) habe ich mit dem Tubular bind off abgeschlossen. Das ist ziemlich viel Arbeit, weil es ein genähter Abschluss ist, sieht aber soooo schön aus!


Tada! Das war mein Bericht zum Winterfell Cardigan. Jetzt fehlt nur noch eine Strickjacke, und ich bin wieder auf dem aktuellen Stand. Falls ich nicht bis dahin die zwei anderen Pullover auf meinen Nadeln fertig stricke. Dumdidum ... 


Ich tänzel mit meinem Cardigan rüber zum Me Made Mittwoch und bin gespannt, wen wir dort treffen. 


Happy knitting!

Julia

28. November 2018

Sockensammlung

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Hallo ihr Lieben,

weil ich es selbst langweilig finde, einen ganzen Post über ein einziges Paar Socken zu verfassen (was ich mir da einfallen lassen müsste, um eine angemessene Menge Text zu den Bildern zu tippen, herrje, das wäre nur Quatsch) habe ich eine Weile gesammelt und kann euch nun mit Socken zuschmeißen wie Kinder an Karneval mit Bonbons. Spannende Nebengeschichte, ich bin an Karneval mal fast von einem der Wagen überrollt worden. Andere Menschen haben mich schnell genug wieder hochgezogen, aber vermutlich ist das der Grund, warum ich Karneval nicht mag und immer bereitwillig arbeite. Das, oder aber die grauenhafte Musik und die Kälte. Vielleicht auch eine Kombination. Wollsocken helfen übrigens gut bei Kälte! Na, wenn das mal nicht eine gelungene Überleitung war. Danke, kleine Tasse Glühwein. 


Die meisten Leute, die regelmäßig von mir bestrickt werden - oder besser gesagt deren Füße - tragen Schuhgrößen mit einer vier vorne. Eigentlich stricke ich die kleinsten Socken für mich, alles andere ist größer. Nicht so bei diesem schönen Paar, denn für eine liebe Freundin durfte ich niedliche Socken in 37 stricken. Einmal geblinzelt, fertig waren sie! Die weihnachtlich anmutende Wolle hatte ich im Ausverkauf bei unserem hiesigen Supermarkt gekauft. Zwei 50g Knäule Schachenmayr Regia die gleich aussahen (im Nachhinein habe ich dann auch die unterschiedlichen Farbnummern erkannt). Tja, erst beim Stricken der zweiten Socke durfte ich feststellen, dass zwar die Farben gleich, die Rapporte aber unwesentlich länger sind. Die oben liegende Socke hat am Fuß breitere Streifen als die unten liegende, wie ihr sehen könnt. Bei so winzigen Füßen hat das eine 50g Knäul aber logischerweise bis zum zweiten Fuß gereicht, und ich hätte die komplette Socke nochmal auftrennen müssen, hätte ich da irgendwas ändern wollen. Wobei fraglich ist, was ich hätte machen können. Entweder zwei sehr verschiedene Socken, oder den Fuß der ersten Socke nochmal ribbeln und ebenfalls aus dem anderen Garn stricken. In beiden Fällen: Nö. Die Beschenkte wird die Socken wertschätzen, egal, wie sie aussehen, und das ist mir das wichtigste. Weil ich bei Ringeligen Socken gerne eine kontrastreiche Ferse mag, fragte ich bei Sophia an, die meines Wissens einen gut ausgestatteten Bestand an Sockenwollresten hatte. Und natürlich fand sich darin ein perfekt passender Rest blau, den ich verstricken durfte. Wollige Freunde sind die besten Freunde!


 Chronologisch bin ich mir nicht mehr ganz so sicher, aber ich meine, dass dieses Paar nach dem ersten kam. Für eine Freundin hatte ich mir zu ihrem Geburtstag im Sommer überlegt, dass sie von mir gestrickte Socken bekommen sollte. Auch bei ihr war ich mir sicher, dass sie die Arbeit wertschätzen würde (Grundeigenschaft um für gestrickte Socken von mir qualifiziert zu sein) und außerdem stand bei ihr im Herbst eine OP an, sicherlich ein guter Zeitpunkt für warme Wollsocken. Es wurde November, bis wir gemeinsam eine Gelegenheit fanden, um Garn zu kaufen, dafür habe ich dann aber reingehauen und die Nadeln geschwungen. Aber auch Größe 38 finde ich niedlich und war daher schnell gestrickt. Und weil ich pink nicht mag, kommt mir Garn in dieser Farbe selten auf die Nadel, was es nochmal spannender macht. Denn nur weil ich die Farbe nicht anziehen mag, heißt es ja nicht, dass ich nicht gerne damit stricke. Auch dieses Garn stammt übrigens aus dem Hause Schachenmayr.


Ab hier gerät die Timeline ein wenig durcheinander. Dieses Paar Socken habe ich nämlich zuerst gestrickt, im Frühherbst schon. Wie immer bekommt mein liebster Bruder ein Paar Socken von mir zu Weihnachten, er ist nämlich mit Abstand der Mensch, der davon am meisten profitiert, trägt er sie doch jede Nacht, das ganze Jahr. Meinen kleinen Sockenmarathon habe ich also mit Schuhgröße 47 begonnen ... dass mir danach alles winzig vorkam, ist irgendwie logisch, oder? Für diese Socken habe ich Reste aus einer Haushaltsauflösung genommen, die sehr schön zusammen passten. Um ein wenig Spannung einzubauen, habe ich ein kleines Muster am Bündchen und an der Spitze eingebaut und dafür von meiner üblichen Nadelstärke 2,5mm auf 3,0 mm gewechselt, da es mit den Flotten sonst unweigerlich enger geworden wäre dort. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, und da ich von der Spitze aus gestartet habe, ist bis auf ein paar Zentimeter auch wirklich alles von dem Garn weg. Klasse, oder?


Die Reihenfolge stimmt wieder, das hier ist mein zuletzt gestricktes Paar Socken. Grün, wie euch auffällt, wie euch vielleicht in den letzten Wochen öfter über den Weg gelaufen ist. Ich weiß nicht mehr, wo ich zuerst davon gelesen habe, deshalb kann ich hier niemanden bewerben, aber irgendwo las ich von der Aktion Grüne Socke. Im Rahmen dieser darf man ein Paar grüner Wollsocken stricken, sie an die Selbsthilfegruppe Ovarsh schicken und diese verteilt sie dann am 06.12. zu Nikolaus an Frauen, bei denen Eierstockkrebs diagnostiziert wurde. Die Socken sollen sie durch die Behandlung begleiten und dabei wärmen, ist das nicht ein schöner Gedanke? Da mein Herz für solche Aktionen schlägt und ich passenderweise ein Knäul grüne Sockenwolle da hatte (was bei einem kaum existierenden Stash wirklich Zufall ist) waren schnell Socken in 39 gestrickt. Zusammen mit einer kleinen Notiz und so einem Taschentuchdingsi habe ich die Socken verschickt und hoffe, dass die eingestrickte Zuversicht ankommt. Wer ein Lager mit fertigen Socken (oder Turbo-Hände) hat, kann ja mal schauen, ob noch ein grünes Paar vorhanden ist. Bis zum 1,12. dürfen die Socken noch verschickt werden. Ich sag ja, Turbo Hände. 


Alle Socken sind mit dem Sockenwunder gestrickt, Nadelstärke 2,5mm. Spitzen und Fersen stricke ich mit dem Nadelspiel. Zwei Paar sind mit Afterthought Ferse versehen, zwei Paar mit ganz normaler Käppchenferse. Dazu habe ich mehr in meinem kleinen Tutorial erzählt. 
Alle Socken habe ich auch bei Ravelry angelegt, falls ihr mehr Infos zu Garnen usw. benötigt. 


Happy knitting!

Julia 




Verlinkt mit Sewlala, Nähfrosch

24. November 2018

Update No. 33

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Hallo ihr Lieben!

Klammheimlich habe ich drei statt zwei Wochen seit dem letzten Update verstreichen lassen. Es war einfach ein bisschen viel los, sodass ich es nicht geschafft habe, Fotos zu machen. Dafür gibt es heute auch deutlich mehr zu sehen, also Bonuspunkt für euch, denn dafür seid ihr hier, oder?


Neu im Schrank
 


Abgesehen von meiner herbstlichen Latzhose und dem gemütlichen Kuschelcardigan, welche euch schon im Detail im letzten Beitrag vorgestellt wurden, habe ich gar nicht so viel fertig gestellt. Nur den kleinen rosa Pullover, der zusammen mit einem kleinen weißen Rest nun vollendet ist. Bei mir läuft er liebevoll unter dem Namen "Leberwurst-Pullover", denn das Garn sah im Knäul wirklich wenig appetitlich aus, zumindest, wenn man keine Leberwurst mag, wie ich. Andernfalls löst er vielleicht Speichelfluss aus, wer weiß. Verstrickt hat sich das Ganze zum Glück deutlich verbessert und ist nun tragbar. Für ein kleines Wesen natürlich, bei der Größe. Ich stelle ihn euch aber noch genauer vor, wenn der Teststrick gelaufen und die Anleitung veröffentlicht ist. Nicht wahr, Sophia? ;)


Auf den Nadeln
 


Meine monogame Strickphase hat sich in der Vorweihnachtszeit zusammen mit der Sonne verflüchtigt. Aktuell habe ich drei Projekte auf meinen Nadeln, stricke aber nur an zweien davon gleichzeitig. Diese Socken hier sind das Wichtelpaar für das Tatortsockenwichteln, wo viele liebe Strickende an vier Tatortsonntagen hintereinander ein Paar Socken stricken und dieses dann verwichteln. Ich hatte Glück und habe eine angenehme Größe 39 gezogen, und selbst bei der Garnwahl war mir das Schicksal gnädig gestimmt. Im Geschäft hatte ich schon ganz normale, bunte Sockenwolle in der Hand, erspähte dann aber an der Kasse diese schöne, weihnachtliche Färbung. Perfekt für diesen Anlass! Netterweise wies mich die Kassiererin darauf hin, dass es sich um 6fach Sockenwolle handelt. Habe ich bisher noch nicht verstrickt, aber ist ja auch nicht schwerer als 4fach, also gekauft. Und natürlich stricken sich Socken so nochmal deutlich schneller. Nur als Anhaltspunkt: Ich war schon mal so weit wie auf dem Bild, aber die Tabelle aus dem Internet passte wohl nicht, mit den angeschlagenen Maschen war der Socken zu eng, fand ich. Ich habe also nochmal geribbelt und mit 8 Maschen mehr innerhalb von zwei Stunden das obige Ergebnis erzielt. Eigentlich wollte ich artig nur an den Tatortsonntagen stricken, da ich spontan aber noch entschieden habe, etwas größeres zu Weihnachten zu stricken, ich aber auf das Garn warten muss, wird jetzt flott alles weggestrickt, was noch da ist, damit danach viel Zeit übrig ist. 
 


Hoffentlich muss mein Carbeth darunter nicht leiden, denn den liebe ich jetzt schon. Empörtes Aufschreien, wie viel ich in drei Wochen gestrickt habe, verstärke ich an dieser Stelle gerne: Das ist das Ergebnis von vier Tagen. Hihi. Ruhig, ruhig. Drei davon waren mit Nachtdiensten, also etwa 6 Stunden Strickzeit pro Nacht. Und ich stricke mit Nadelstärke 7, das geht unheimlich schnell. Und unheimlich ist hier ernst gemeint, ganz wohl fühle ich mich irgendwie nicht, weil es so schnell geht. So, wie wenn man eine Tafel Schokolade innerhalb von zehn Minuten verschlingt und sich dann ein bisschen ärgert, es nicht genossen zu haben. 
Weil ich vermutet habe, mit dem Garn nicht hinzukommen, habe ich etwas anders gestrickt als in der Anleitung vorgegeben: Zuerst die Ärmel, dann den Körper provisorisch angeschlagen. Es ist schon alles auf einer Nadel, aber oben fehlt noch etwas und ein bisschen länger müsste er auch noch werden. Auf weiteres Garn warte ich aktuell, mehr habe ich leider nicht da. Dann sollte es aber schnell gehen mit diesem Pullover, wie gesagt, Nadelstärke Baumstamm. 


Mit dem Wissen, nicht mehr am Carbeth weiterstricken zu können in meinem letzten Nachtdienst (und Socken sind zu langweilig, helfen nicht beim wach bleiben) habe ich ein paar Reste und Einzelknäule zusammengesucht. Mittendrin in diesem Prozess kam Saskia zum Mini-Stricktreff und warf meine Idee über den Haufen, indem sie eine viel bessere verkündete: "Oh, machst du einen kleinen Weihnachtspulli?" - "... Ja, genau!"
Vielen Dank nochmal für diese Genialität. Eigentlich wollte ich nämlich beige/rot zu einem kleinen Mützchen verstricken und aus dem Grünen, immerhin zwei Knäul, vielleicht einen kleinen Pullunder oder etwas in der Richtung stricken. Stattdessen ist es nun ein weihnachtlicher Pullover, der mich vor Entzückung schmelzen lässt. Die Anleitung passt absolut perfekt dazu, ist aus dem Klompelompe Buch. Nur noch zwei Ärmelchen und Knöpfe finden, dann ist er fertig. Den Herzmann habe ich schon informiert, dass wir irgendwann ein Kind haben müssen, dass um Weihnachten herum 6-12 Monate alt ist. 


Auf den Nadeln
 


Die Puppenkleidung für K.s Schwester B, beziehungsweise deren Tochter M. ist so gut angekommen, dass K.s Mama H., Erzieherin in einem Kindergarten, mich gebeten hat für eine arme, nackige Puppe einer Kindergartengruppe Kleidung zu nähen. Sogar die passenden Stoffe gab es in Bs Vorrat, wie soll ich mich da noch wehren? (Kommt ihr noch mit?:D). Da das Püppchen wirklich klein ist, werde ich hier die Schnittmuster wohl selbst basteln. Noch warte ich auf die große Schwester der Puppe, damit ich die schönen Stöffchen zwischen beiden aufteilen kann, und dann geht es los. 


Bis dahin fülle ich meinen kleinen T-Shirt-Stapel endlich mal auf. Eigentlich die einzige Kategorie Oberbekleidung, bei der der Anteil der gekauften Stücke größer ist. Der Grund dafür? Bisher war ich mit keinem Schnitt so wirklich glücklich. Hier habe ich mal ein Shirt aus der Shirtbox von Ellepuls zugeschnitten und bin schon gespannt, wie es wird. Ich habe die extralang Version genommen und habe die Befürchtung, dass es fast zu lang sein könnte. Mal sehen. Wenn nicht, kann ich in Produktion gehen, hier liegen noch Stoffe für drei weitere (dringend benötigte) Shirts und aus ein paar Resten ließe sich vielleicht noch etwas nettes zusammenstückeln. 

Und sonst so?


Manch einer erinnert sich vielleicht noch an diese Latzhose, niemals fertig gestellt, da gleich zweierlei Mängel: Die Träger waren viel zu kurz und erreichten den vorderen Latz nicht, und die Hose saß so eng, dass mein Bauch für meinen Geschmack zu deutlich sichtbar war. Lange habe ich überlegt, wie ich dieses Teil vor der Tonne retten kann. Es fuhr mit mir zu Tauschtischen, fand dort aber niemanden, der sich ihrer annehmen wollte. Vor kurzem kam mir dann die Idee, den Stoff zu färben. Eine schwarze Latzhose ist etwas freundlicher, was Rundungen angeht, nicht wahr? Aktuell rotiert sie also in der Waschmaschine, zusammen mit den Stoffresten, damit ich daraus neue Träger nähen kann. Die Nähte werden natürlich mint-farben bleiben, aber vielleicht sieht das ja sogar gut aus. Wenn nicht, habe ich ein Problem. Aber darüber denke ich dann nach, wenn es soweit ist.


Neuzugänge gibt es bei mir nicht, bis auf ein langweiliges 50g Knäul Sockenwolle in Dunkelgrau, weil ich einen Gutschein aufbrauchen wollte. Dafür habe ich aber sowohl Stoff als auch Wolle bestellt, denn Weihnachten kommt näher! Beim nächsten Mal habe ich also mehr zu zeigen. 

Erzählt mal, woran ihr so arbeitet!


Happy sewing,happy knitting, 

Julia


20. November 2018

Finale Novemberwetter Sewalong

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Hallo ihr Lieben!

Die Zeit ist wie im Flug vergangen, und nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich, hatten wir vor ein paar Wochen noch 20 Grad am Tag und sind nun am Nullpunkt angelangt. Der Herbst hat uns nur kurz eine Stippvisite geleistet und danach gleich den Winter vorbei geschickt. Schade, denn meine neue Latzhose ist bei den aktuellen Temperaturen nur mit einer Strumpfhose drunter tragbar.



Dafür habe ich endlich ein zweites Paar locker lässiger Latzhose, die so bequem ist und sich gut anfühlt. Die Frohnatur von Lotte&Ludwig habe ich hier mal anders interpretiert, wird sie doch hauptsächlich aus Leinen oder dünnem Denim für den Sommer genäht. In meinem Fall, aus einem weichen Stoff mir unbekannter Herkunft, wirkt sie gleich ganz anders.


Auf diesem Bild sieht man, dass mir gar nicht in den Sinn gekommen ist, dass der Stoff eine "Richtung" hat. Wie Nicki oder Cord auch sind die abstehenden Mini-Fasern ausgerichtet und fangen das Licht ein. Ich habe Vorder- und Hinterhose nicht in die gleiche Richtung zugeschnitten, und das ist von der Seite nun sichtbar. Ärgerlich, sogar sehr, aber nicht zu ändern und deshalb artig zu akzeptieren.


Für meine Bedürfnisse und Maße habe ich einige Änderungen am Schnitt vorgenommen. 
- Der hintere Latz ist um 3cm verlängert und nachträglich noch verschmälert. Wie ihr unten seht, hängt er ein wenig unmotiviert herum, logisch, bei lockerem Stoff. Das war mir aber zu extrem, jetzt finde ich es okay. 
- Der vordere Latz ist um 6cm erhöht und um 1,5cm verschmälert worden
- Die Beine sind im Schritt um 2cm mittig erhöht, zur Seite auf 4cm auslaufend. Sonst auf Kniehöhe 5cm dazugegeben und am Saum nochmal 9cm. 
- Statt der Versäuberung der Latze mit Schrägband habe ich diese umgeschlagen und abgesteppt, Belege konstruiert und Träger gebastelt. Aus diesem Stoff hätte ich Schrägband nicht so gut bügeln können, weil dick, und auch irgendwie nicht passend zum Gesamtlook.


Trotz meiner Zugabe ist mir die Hinterhose immer noch nicht hoch genug. Die Passe sitzt meiner Meinung nach zu niedrig, da ist noch eingies an Luft nach oben. Ich möchte den Schnitt sehr gerne noch weiter optimieren und werde mich daran als erstes versuchen. Dafür sitzen die Taschen ganz gut, finde ich, und das viele Absteppen der Nähte hat sich auch bezahlt gemacht.


Die Latze (Lätze?) hängen im stehenden Zustand immer ein wenig herum, aber das ist notwendig, damit beim hinsetzen die Hose im Schritt keine unangenehmen Einengungen verursacht. Ihr wisst, was ich meine. Hier auf dem Bild sieht mana uch schön, dass mir die Hose hinten nicht lang genug ist, bzw. nicht genug Stoff um die Strecke über mein Hinterteil zurückzulegen und auf gleicher Höhe zu enden wir das Vorderteil. Verbesserung möglich!


Vielleicht würde ich bei einer nächsten Version sogar eine Nummer kleiner, also eine 42 nähen. Damit sollte der Bund immer noch über den Po gehen, aber es schlabbert nicht ganz so arg. Anders herum gehört das auch einfach zum Look dazu ... Ich überlege noch.


Die Beine sind trotz der massiven Verlängerung immer noch eher auf der knappen Seite. Umgeschlagen funktionieren sie aber auch, und jetzt im Winter sind die Schuhe ja eh höher, also ist das okay. Sie kristallisiert sich ja sowieso eher als tragbares Probemodell heraus (wobei die erste Version irgendwie besser sitzt, woran auch immer das liegt...).


Tatsächlich habe ich es auch noch geschafft, ein weiteres Teil für mich im Rahmen dieses Sew Alongs zu nähen. So ein Cardigan geht nach zwei aufwändigen Parkas und einer Latzhose dann doch ziemlich schnell, sehr angenehm. Ich habe meine beiden Teile kombiniert, aber damit ihr besser sehen könnt, das Outfit gewechselt.


Den Picea Cardigan von Fabelwald habe ich ebenfalls schon einmal genäht, das scheint wohl der Sew Along der zweiten Male zu sein. Beim ersten Mal, eher zur Probe, noch aus einem günstigen Strickstoff, der sich wenig hochwertig anfühlt. Dieses Mal aus kuscheligem Sweat von Stoff und Stil mit so netten weißen Nopsis, ich mag die Optik sehr leiden.


Ich habe die kurze, für mich um 8cm verlängerte Version mit V-Ausschnitt genäht. Beim Auflegen der Schnitteile auf den Stoff habe ich dann so lange herumgeschoben, bis ich die Jacke nochmal verlängern konnte, damit sie noch kuscheliger wird. So sind am Körper nochmal 15cm hinzu gekommen, der Stoff ist komplett aufgebraucht, perfekt. 



Weil ich meine Cardigans grundsätzlich offen trage, habe ich mir nicht die Mühe gemacht Knopflöcher und Knöpfe anzunähen und die Blende einfach so gelassen, wie sie ist. Die Form des Ausschnitts finde ich sehr schön, diese leichte Kurve auf Brusthöhe. Irre, wie viel körpernäher diese Version sitzt, im Vergleich zu dem grünen Cardigan. Selbe Größe, nur ein anderer Stoff. Größe 38 übrigens, was bei mir immer wieder leicht irres Kichern auslöst. Ich habe noch nie etwas in 38 genäht, abgesehen von diesem Schnitt.


Der Cardigan kann mit Bündchen gesäumt werden, oder eben einfach mit einem klassischen Saum. Da ich aus irgendwelchen Gründen ein Schnittteil für den Bund vertrödelt habe, musste ich nicht lange überlegen, welcher es wird. Hupsi! Aber bei so längeren Modellen finde ich eh einen geraden Saum schöner, als dieses leicht zusammen gezogene.


An den Ärmeln sind es aber ganz klassische Bündchen geworden, damit es kuschelig bleibt und nicht reinzieht. Die Ärmellänge finde ich genau richtig, so ein Glück! Achso, habe ich bisher nicht erwähnt, aber der Sweat ist praktisch nicht dehnbar. Die Ärmelbündchen anzunähen war dementsprechend ein kleiner Kampf, hat aber funktioniert.


Im Schnitt enthalten sind auch zwei verschieden große aufgesetzte Taschen. Der grüne Cardigan bekam damals die kleineren Taschen, diesmal wollte ich große, für Hände, Taschentücher, Handy und alles, was einem sonst so über den Weg läuft. Die machen sich gut, finde ich!


Das war also meine Ausbeute vom Novemberwetter Sewalong. Ein Cardigan, der mich definitiv wärmen wird bei diesem üsseligen Wetter und ein absolut gelungenes Projekt ist. Und eine Latzhose, die ich mag, mit der ich mich aber noch ein wenig anfreunden muss, weil der Sitz nicht perfekt ist und ich den Stoff so doof zugeschnitten habe. 

Das gemeinsame Nähen hat wie immer viel Spaß gemacht und ich bin gespannt, wie die anderen Damen in ihren Stücken aussehen. Es ist ja immer etwas anderes, den gesamten Entstehungsprozess mitzuverfolgen, da fiebert man sofort mehr mit. 

Auf den Bildern trage ich übrigens mein Agnes Shirt mit Rollkragen aus dem Beitrag vom ersten Picea Cardigan und meine Cleo von Tilly and the Buttons

Happy sewing, 

Julia



15. November 2018

Endspurt beim Novemberwetter Sewalong

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Hallo ihr Lieben,




jedes Jahr aufs neue bin ich überrascht vom schwindenden Licht im Herbst und habe Schwierigkeiten, Fotos für den Blog zu machen. Deshalb gibt es in dieser Woche leider keine Klamotte für euch, zumindest nicht an mir dran. Bald habe ich mich hoffentlich dran gewöhnt und es läuft wieder etwas flüssiger hier.

Weil es aber deutlich einfacher ist, eben schnell ein paar Bilder in der Wohnung zu machen, als ordentlich angezogen bei passendem Licht mit Stativ, Fernauslöser und Kamera an einer schönen Stelle zu stehen, teile ich heute meinen aktuellen Stand vom Novemberwetter Sewalong mit euch. Wir schauen, wie weit ich gekommen bin und was vielleicht bis zum Ende noch zu schaffen ist.






Schon beim letzten Mal hatte ich einen Stapel Decken und Laken für Frühchen präsentiert, die ich innerhalb der Gruppe Sternchennähen genäht habe. Kurz danach kam ja eine weitere Stoffspende bei mir an, mit vielen schönen großen Stücken. Also habe ich direkt weitere Decken und Bettlaken zugeschnitten und diese an zwei Nachmittagen genäht. 





Wenn es um die Anzahl der genähten Stücke im Rahmen des Sewalongs gehen würde, hätte ich wohl mit Abstand gewonnen, hihi. Insgesamt 48 kleine Decken und 24 Laken habe ich genäht und dabei viele schöne Stoffe in den Händen gehalten, die liebe Frauen mir überlassen haben. Wenn das nicht glücklich macht, was soll es dann?





Meine Latzhose ist fertig, juhu! Am hinteren Latz musste ich noch ein paar Änderungen vornehmen, ansonsten sitzt sie aber ganz zufriedenstellend. Auf dem Bügel sieht sie extrem breit aus an den Hüften, weil die Beine sich so zusammenklappen ... Tragefotos gibt es aber erst zum Finale, versteht sich von selbst, oder?


Tja, und dann habe ich rum überlegt, was noch zu schaffen ist bis zum Finale. Locker geplant hatte ich ja sowohl Shirts, als auch einen Cardigan. Die Entscheidung ist letztendlich der Bequemlichkeit zum Opfer gefallen: Der Schnitt für den Cardigan war schon abgepaust und erprobt, für die Shirts hätte ich erst kleben und ausschneiden müssen und vielleicht kein zufrieden stellendes Ergebnis erhalten. Der Cardigan hat also gewonnen und ist auch schon zugeschnitten. Hoffentlich bekomme ich ihn bis zur nächsten Woche noch fertig!


Happy sewing,

Julia