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31. Oktober 2019

X-Mitts und Einkaufsbeutel - perfekt für den Einkauf

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich gleich zwei Projekte, die ich euch zeigen mag. Bei eher kleineren Dingen mache ich das ja ganz gerne, denn zu einem einzelnen habe ich oft nicht so viel zu erzählen. Bis die beiden sich zu diesem Beitrag gefunden hatten, dauerte es aber etwas. Eins war schon im Februar fertig, dann wurde es aber warm und für den Blog daher nicht mehr so interessant. Im Sommer entstand dann das zweite Projekt und kam auf meine Liste. Tja, und nun ist es endlich auch kalt genug, damit keiner von euch irritiert aus der Wäsche guckt wenn er den Beitrag und die Bilder sieht. 



Beide Projekte stammen aus der Stricknadel von Stichfest, und weisen daher wie gewohnt so einige Rafinessen auf. Den Anfang macht die Baggadocious, ein Einkaufsnetz. Davon wimmelt es ja schon seit längerem in der Woll-Welt und mittlerweile auch im ganz normalen Handel. War es uns bisher eher von Oma auf dem Markt bekannt, hat es einen ganz anderen Status erhalten, nicht ganz unbeeinflusst von der Version von Paula M, die ich selbst auch schon gestrickt habe


Der Beutel von Sophia ist aber ein wenig anders designt: Statt Henkeln gibt es oben einen Tunnelzug in den ein I-Cord oder eine Kordel eingezogen wird. Die Tasche selbst ist eigentlich ein großer Kreis, der am äußeren Rand dann vom erwähnten Tunnelzug eingefasst wird. So kann man ziemlich viel hineinbekommen, und wenn man dann die Kordeln zusammenzieht ergibt sich eine Tasche. 


Das Ganze lässt sich relativ platzsparend zusammenknüllen und in die Handtasche/ins Auto/in die Fahrradtasche werfen. Wobei ich die gestrickten Taschen lieber ordentlich aufgehangen aufbewahre, das Innere einer Handtasche birgt so viele Risiken, Schlüssel etc, da würde ich ganz fix mit hängen bleiben. 


Gestrickt habe ich den Beutel aus Rowan Summerlite 4ply, einem reinen Baumwollgarn. Das ist schön belastbar und griffig. Für den Beutel an sich braucht es etwas mehr als 50g, falls ihr nicht wie ich eine Kordel in anderer Farbe haben wollt, sondern das gerne alles die selbe sein darf, dann reichen 100g locker aus. 


Ist der Beutel mit sehr schweren Dingen gefüllt, sieht er nicht mehr unbedingt hübsch aus. Aber das ist ja auch nicht sein Hauptzweck, sondern die Funktion, und die erfüllt er. 


Die Anleitung für den Beutel ist sogar gratis, da könnt ihr also ganz entspannt mal reinschauen und gucken, ob das was für euch ist. 

Im oberen Bild schleicht sich der Gegenpart zum Beutel schon relativ auffällig rein, also gehen wir doch direkt dazu über. 



Diese Handstulpen nach der Anleitung X-Mitts habe ich schon Anfang des Jahres gestrickt. Auch hier ist das Design ziemlich durchdacht. Mit Absicht ist die Maschenprobe sehr fest und das Endprodukt dadurch recht eng an den Händen. Nichts rutscht und alles ist warm eingepackt. Das An- und Ausziehen erfordert manchmal etwas Kraft, aber wenn sie dann sitzen, dann sitzen sie. 


Sogar von innen sind sie ziemlich hübsch anzusehen (siehe hinterer Handschuh oben), somit stört es gar nicht, wenn sie sich beim Ausziehen auf links drehen. Dann können sie beim nächsten Mal einfach so angezogen werden. Beim Stricken ist der Daumen ganz besonders spannend, der ist nämlich quasi Doubleface, von innen sowie von außen schön, einmal in der Grundfarbe, einmal in der Kontrastfarbe. 


Bei mir ist die Grundfarbe ein dunkles grau, die Kontrastfarbe ein buntes rot/braun/weiß/grau. Dadurch ist das Muster nicht ganz so gut sichtbar, aber schön sind sie trotzdem. Auch mit zwei einfarbigen Garnen lässt sich hier eine schöne Wirkung erzielen. 
Im Übergang trage ich die Handstulpen sehr gerne. Aber sobald es unter 5 Grad kalt wird, sind sie für mich als Radfahrerin eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Da frieren die Finger halt, ob sie bis zum ersten Knöchel eingepackt sind oder nicht spielt kaum eine Rolle. 


Dafür sind sie zum Spazieren gehen und Wandern total gut. Da habe ich eh meistens die Hände in den Taschen wenn es wirklich kalt ist, und kann dank der Stulpen dann trotzdem fix das Handy bedienen/die Schuhe neu binden/ein Bonbon auswickeln. Sie geben schon viel Bewegungsfreiheit, daher bin ich froh, sie in meine Handbekleidungs-Familie aufgenommen zu haben. 

In Kombination funktionieren beide Teile natürlich echt gut. Auf dem Markt das Obst und Gemüse einpacken ist deutlich einfacher als mit Handschuhen, bezahlt werden kann auch unproblematisch. Und natürlich passt alles locker in den Beutel!

Verlinkt mit Sewlala, Nähfrosch

Happy sewing, 

Julia

17. Oktober 2019

Blaue Kurzjacke Carol

Hallo ihr Lieben,

na schaut mal, was ich heute mitgebracht habe!


Na gut, so kann man nicht so viel erkennen. Ziehe ich es doch erstmal richtig an, was?


Schon besser. Nun könnt ihr sie in vollem Umfang sehen, meine Sommer-/Übergangsjacke. Eigentlich dachte ich ja bis zum letzten Frühling, dass ich im Bereich Jacken nun auf jeden Fall ausreichend ausgestattet bin. Für die wärmere Jahreszeit habe ich eine uralte Jeansjacke sowie eine von meiner Mama übernommene schwarze Jacke. Beide lassen sich nicht schließen und sind daher wirklich was für warmes Wetter. Dann wäre da noch mein erster Wind und Wetter Parka sowie meine Khaki-farbene Jacke mit Spitzenfutter. Bleibt eigentlich kein Wunsch offen. Bis ich ungefähr zum dritten Mal fröstelnd in einer meiner grünen Hosen und offener Jacke auf dem Rad saß, weil weder Mint noch Khaki mit einer der Jacken mit Reißverschluss zu kombinieren waren.


So manifestierte sich flott der Wunsch nach einer neuen Jacke. Und weil es schon Mai war, also nicht mehr viel Zeit zum Herumtrödeln, habe ich mich für einen erprobten Schnitt entschieden: Noch einmal wurde es die Jacke Carol aus der La Maison Victor (Ausgabe 5/17). Ich mag die Optik, und auch wenn ich sonst lieber Parkas und längere Jacken bevorzuge reicht im Sommer oder Übergang so eine kurze Jacke völlig aus.
Genäht habe ich, wie beim letzten Mal, die Größe 40 mit einer Verlängerung von 5cm. Sonst hätte ich das Gefühl, dass sie vorne viel zu kurz ist. Hinten wäre es auf Grund der Rundung vermutlich nicht so schlimm, aber im Endeffekt habe ich auch gar nicht darüber nachgedacht, sondern einfach die Schnittteile vom letzten Mal wieder rausgekramt.


Ebenso habe ich wie bei der letzten Jacke die selbst konstruierten Blenden wieder aus dem Außenstoff zugeschnitten. Zum einen sieht das einfach nochmal hochwertiger aus; zum anderen kann dadurch auch nicht ein buntes Futter hervorblitzen. Und in meinem Fall gibt es da eine Menge zu sehen, das ganze Projekt ist nämlich aus bereits vorhandenen Stoffen entstanden. 
Für den Außenstoff habe ich ein großes Stoffstück vom Tauschtisch einer Annäherung angeschnitten. Der Stoff ist auf der einen Seite ein ganz bisschen weich, wie Feincord, auf der anderen glatt und hat ein bisschen was von Dry Oilskin, ist nur deutlich weniger steif. Das Blau hat einen total schönen Farbton und eignet sich super für so eine Jacke.


Das Futter besteht aus zwei verschiedenen Stoffen. Für den Körper habe ich das letzte größere Stück Baumwolle angeschnitten was herumlag, so wurden es fröhliche Flamingos auf grauem Grund. Während Baumwolle am Körper schön gemutlich ist und der Jacke auch noch etwas Form gibt, sollte es an den Ärmeln etwas flutschiges sein, das macht das Anziehen deutlich leichter. Hier habe ich ein altes Tuch angeschnitten, das, glaube ich, noch von meiner Oma ist. Genau für solche Zwecke hatte ich es aufgehoben, denn farblich ist das absolut nicht mein Geschmack. So ein Ärmelfutter bekommt aber im Regelfall ja niemand zu Gesicht, von daher habe ich es skrupellos für dieses Projekt verwendet.


Der Reißverschluss war noch von einem anderen Jackenprojekt übrig, wenn ich da nämlich online bestellen muss nehme ich meist mehrere Farben, damit ganz sicher ein passender dabei ist. Kordel und Ösen waren ebenfalls noch vorhanden und die Jacke dadurch sehr schnell genäht. Ich habe kaum in die Anleitung geschaut, das war echt super entspannend, einfach so vor sich hin zu nähen.


Zur Auflockerung mal ein bisschen Blödsinn für zwischendurch:


Im Original hat die Jacke aufgesetzte Taschen, die ich aber schon bei meiner ersten Version verworfen und stattdessen simple Nahttaschen verwendet habe. Da diese sich bewährt haben und wieder erwarten noch nie etwas herausgefallen ist, habe ich mich auch hier dafür entschieden. Sie sind mit dem Außenstoff gefüttert und daher wenig spannend, auf dem Bild möchte ich euch nur meine schönen kleinen Naht-Raupen zeigen, die ich oben und unten vom Tascheneingriff aufgenäht habe damit dieser nicht so schnell einreißen kann. Und hübsch sieht es auch noch aus.


Der Tunnelzug an der Kapuze ist übrigens laut Schnittmuster nicht vorgesehen. Ich nähe aber mittlerweile keine Jacken mehr ohne, da ich hauptsächlich Fahrrad fahre macht alles andere einfach keinen Sinn. Oft genug halte ich bei Regen die Kapuze meines Wind und Wetter Parka fest und ärgere mich über den Regen, der mir in den Ärmel läuft, die langsam einfrierende Hand und den schwer werdenden Arm. Deshalb werden mittlerweile ganz ohne Nachzudenken Jacken ohne Tunnelzug sofort mit einem ausgestattet. Dazu nähe ich nach dem Absteppen der Kante der Kapuze einfach noch eine Naht daneben, meistens so 1-2cm, je nach Größe von Tunnel und Kordel. Die Öse wird schon vor dem Zusammennähen eingeschlagen, und dann muss nur noch die Kordel eingefädelt werden.


Die Kapuze bietet auf jeden Fall genug Platz für einen Dutt und meinen Schädel, von daher ist es ziemlich praktisch, sie ein wenig zuziehen zu können bei Regen oder Wind.


Vielleicht ist es euch noch nicht aufgefallen, aber ein kleiner Fehler ist mir bei der Jacke passiert. Man schneidet hier nämlich erst zwei gleiche Vorderteile zu, nur um an dem einen dann die Blende für den Reißverschluss abzuschneiden, die braucht es ja nur an einem Vorderteil, nicht an beiden. Tja, und weil ich einfach nicht mit Begriffen wie "linkes Vorderteil" zurecht komme ... ich meine, wie soll ich mir das auch merken, ob es links wenn man drauf schaut meint oder links wenn ich es trage und an mir herunterschaue? Jedenfalls war es leider zu spät und die Blende schneller ab, als ich kontrollieren konnte ob es die richtige ist. Zum Glück aber, bevor ich es bei der Kapuze anders machen konnte, denn auch da wird vorne ein kleines Stück abgeschnitten. So passte es zumindest zusammen ... der Fehler ist funktional natürlich überhaupt nicht einschränkend. Er zeigt mir nur bei jedem Tragen, was für Gewohnheitsmenschen wir sind. Wenn ich die Jacke schließe oder öffne komme ich mir echt grobmotorisch vor. Sucht euch mal eine Männerjacke und zieht die an, dann versteht ihr, was ich meine. Männerkleidung schließt nämlich links auf rechts, während Frauenkleidung rechts auf links schließt. Ist bei Blusen/Hemden und Jacken so, und obwohl das vielleicht einem Teil von euch noch nie aufgefallen ist, sobald ihr ein "falsch" schließendes Kleidungsstück zu machen wolltet, würdet ihr es merken.


Da ich aber auch schon die ein oder andere Bluse besitze bei der mir derselbe Fehler passiert ist, habe ich nur resigniert mit den Schultern gezuckt und mich dagegen entschieden, das Vorderteil nochmal neu zuzuschneiden. Passenderweise trage ich unter der Jacke auf den Bildern das für mich umfunktionierte Herrenhemd, welches auch falsch herum schließt. Knöpfe sind übrigens nochmal eine viel größere Herausforderung als ein simpler Reißverschluss, lasst es euch gesagt sein!


So, da bin ihc aber froh, dass ich es noch geschafft habe euch die Jacke zu zeigen bevor sie zum Winterschlaf in die Kiste kommt. 
Und nun bin ich gespannt, zu hören ob euch das mit dem Schließen schon mal aufgefallen ist und wie euch die Jacke gefällt. 

Happy sewing, 

Julia


PS: Das Tuch ist mein viel geliebtes Goosebumps Tuch!

Verlinkt mit Nähfrosch und Sewlala

26. September 2019

Der große T-Shirt Schnitt Vergleich

Hallo ihr Lieben!

Nähkarrieren beginnen ja oft mit den einfacheren Dingen. Ein Kissenbezug, ein Beutel, ein Utensilo. Oder ein Rock vielleicht, mit Gummibund oder Bündchen. Möglichst wenig Anpassung und Zubehör wie Reißverschlüsse oder Knöpfe. So war es auch bei mir. Dann kam der Spaß am Ausprobieren und die Projekte wurden komplizierter. Blusen, Jacken, Jeanshosen. Das fordert heraus, das macht Spaß. Da bleiben die Basics oft ein wenig auf der Strecke ... seit Jahren erzähle ich hier schon, dass ich unbedingt neue Shirts benötige. Tatsächlich war das lange der Bereich meiner Garderobe, in dem ich noch die meisten gekauften Teile hatte. Ich habe keine neuen Shirts mehr nachgekauft, hatte aber noch genug gekaufte und die meisten haben auch ziemlich lange gehalten. Seit bestimmt einem Jahr trage ich die meisten davon aber nur noch widerwillig weil Pilling, gelbe Flecken unter den Achseln oder eigentlich vom Schnitt her gar nicht so mein Fall. Ich habe das Problem also endlich angegangen, vor fast einem Jahr habe ich den ersten Schnitt gekauft. 


Das war die Shirtbox Extralang von EllePuls. Ich fand es super, dass so viele Varianten dabei sind und optisch sahen die Beispiele im Netz aus, als könnten sie meinem Bedarf entsprechen: Leicht tailliert, insgesamt etwas lockerer und mit eingesetzten Schultern, also weder Raglan noch angeschnittene Ärmel, also solche, wo das Schnittteil wie ein T aussieht und es keine extra Ärmel gibt. Für engere Shirts nutze ich immer das Schnittmuster Agnes von Tilly and the Buttons, aber das ist eben ziemlich körpernah, und sowas mag ich nicht immer und zu allem tragen. Gerade im Sommer nicht. 
Zurück zur Shirtbox. Nach dem Drucken, Abpausen und Ausschneiden habe ich mir einen Jersey aus dem Regal gegriffen den ich hauptsächlich wegen der Farbe gekauft hatte. Zum Nähen brauche ich nichts sagen denke ich, es wird genäht wie jedes andere Shirt auch: Schulternähte schließen - Halsbündchen dran - Ärmel rein - Seitennähte schließen - Säume. 
Ich habe Größe 42 gewählt, die passte laut Maßtabelle zu mir. Nach der ersten Anprobe habe ich am Saum 5 cm wieder abgeschnitten, so extrem lang wollte ich es dann doch nicht. Insgesamt war das Ergebnis aber eher aus der Kategorie "Mäh". Keine Begeisterung wollte aufkommen, die Ärmel sind irgendwie ein bisschen länger als mir gefallen würde und der Sitz ... auf dem rechten Bild könnt ihr sehen, dass es an der Schulter hinten Falten wirft und insgesamt die Schulternaht auch zu weit außen sitzt. Und das bei mir mit meinen breiten Schultern! Ich war also wenig hingerissen, wollte dem Schnitt aber noch eine Chance geben. Immerhin alles nur kleine Problemchen, die sich durch Anpassungen ändern lassen. 


Weil ich für den Winter zum Drunterziehen für Wollpullis gerne noch ein Shirt mit Rollkragen haben wollte, ging es also als nächstes an die Variante. Ich habe eine Nummer kleiner zugeschnitten, also Größe 40, weil es ja untendrunter gerne etwas enger sitzen darf und die Ärmel um ein paar Zentimeter gekürzt. Erleichtert war ich schonmal, dass mein Kopf durch den Rollkragen passte - der Jersey scheint sich dafür gut zu eignen. Aber auf den Bildern könnt ihr am Faltenwurf schon erkennen: Auch das Shirt sitzt nicht. Es ist an der Brust zu eng, die Schultern schieben sich komisch hoch. Wieder "Mäh".


Ein wenig frustriert habe ich mich dem Thema verweigert und ein halbes Jahr geschmollt. Ich wollte keine Anpassungen machen. Es musste doch möglich sein, einen Schnitt zu finden der ohne große Anpassungen einfach sitzt und gefällt? Es ist immerhin nur ein schlichtes Shirt! Aber: Der Druck wuchs. Im Sommer habe ich mir dann erneut den Mut genommen und einen neuen Schnitt ausprobiert: Das Buch "Alles Jersey - Tops und Shirts" bietet unzählige Möglichkeiten. Langarm, kurzarm, alles dazwischen, verschiedene Ausschnitte und Säume. Ich habe das ganz schlichte Shirt mit Rundhalsausschnitt gewählt, gerader Saum und Größe 40, an der Hüfte 42. Um nicht weiter Stoffe zu "Mäh"-Shirts zu vernähen habe ich erst einen Rest genommen (von diesem Kleid. Deshalb ist das Rückenteil auch einmal horizontal und unten nochmal vertikal geteilt). Und siehe da: Das sitzt! Nachträglich habe ich noch ein paar Änderungen vorgenommen, die Bilder sind die Nachher-Version. Die Größenerweiterung an der Hüfte habe ich wieder etwas reduziert, das stand tatsächlich richtig ab. Ich habe auch den Saum neu gemacht und dabei um ein oder zwei Zentimeter gekürzt. Und den Halsausschnitt vertieft, im Rahmen meines Flickenfreitags, da könnt ihr auf Instagram den Vergleich sehen. Tja, und dann war ich ganz schön happy!


So happy, dass ich direkt in den nächsten Stoffladen gestürmt bin und mir Stoffe für weitere Shirts gekauft habe. Na gut, ich war zu anderem Zweck dort, aber die Streifenstoffe sprachen mich sehr an. Dieser hier ist super weich anzufassen, ich muss mir dann immer den Bauch streicheln wenn ich es trage, das sieht eventuell etwas Banane aus. Bei diesem Shirt habe ich das Vorder- und Rückenteil etwa 1cm vom Bruch entfernt erst angelegt, sodass es etwas breiter und damit lockerer wird. Mir war nach Herumspielen, und das Experiment ist geglückt. Dadurch ist auch der Halsausschnitt etwas weiter, aber auch das gefällt mir. Weil die Streifen so schmal sind habe ich einen Rest Bündchen in passendem Grau für den Halsauschnitt gewählt. 


Das letzte Shirt ist dieses blau/weiß gestreifte. Auch hier habe ich etwas Weite hinzugefügt, aber nur 0,5cm vom Bruch weg (also insgesamt 2cm mehr). Dafür habe ich die Seitennähte begradigt, also die Einkurvung für die Taille rausgenommen. Das Halsbündchen habe ich so zugeschnitten, dass ein blauer Streifen rundum mittig liegt. Sieht gut aus, oder? Und hier habe ich tatsächlich zum ersten Mal erfolgreich die Zwillingsnadel benutzt. Ich hatte das vor Jahren mal ausprobiert, war aber so gar nicht zufrieden, weshalb es unter "funktioniert mit meiner Maschine nicht" abgespeichert war. Weil ich aber weder den Dreifachgeradstich noch Zickzack wirklich schön finde, habe ich es gewagt und an einem Stoffstück herumprobiert. Tja, war wirklich einfach im Endeffekt! Und sieht so toll aus. 


Denise hatte mir diesen Schnitt empfohlen, dafür und für deine Beharrlichkeit danke ich dir sehr! Wir haben schon bei einigen Nähtreffs nebeneinander genäht, und während sie meine meistens eher komplizierten Projekte bewunderte war ich immer absolut begeistert darüber, mit welcher Hingabe sie ein einfaches Shirt genäht hat. Da kam ein Label ins Rückenteil, auf einem extra Stück Stoff, Größe und Co wurden aufgestickt und später die Naht mit einem schönen Streifen versteckt. Ich fand das sehr toll, wusste aber, dass ich das nicht wollte. Wofür, sehe doch nur ich beim Anziehen! Tja, in dem Buch war es beschrieben und ich dachte mir, Ausprobieren schadet ja nicht. Nun ... es sieht so schön aus, ich werde nie wieder ein Shirt anders nähen können als mit dem Stoffstreifen über der Naht hinten. Mist. 


Auch wenn es ganz schön fummelig ist und gar nicht so leicht die Größe der Nahtzugabe und die Breite des Streifens aufeinander abzustimmen und dann noch die spätere Absteppung von außen passend zu haben - es sieht so schön aus! Verflixt!

Meine ewige Suche hat nun also endlich ein Ende und ich kann nach und nach die gammeligen Shirts ersetzen. Bisher ist schon für jedes neue eins rausgeflogen und entweder direkt im Müll gelandet oder bei den Sportsachen (da bin ich nicht so pingelig). 

Jetzt bin ich super interessiert: Was ist eurer liebester Schnitt für T-Shirts?

Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit Sewlala, Nähfrosch


15. August 2019

Maxirock aus Viskose

Hallo ihr Lieben,

irgendwie scheint es mir, als würde der Sommer aktuell eine Pause machen. Seit Tagen ist es eher kühl, wolkig und windig, heute regnet es ganz viel. Ich muss abends schon wieder früh das Licht anmachen und gefühlt verschwinden die Farben und alles wird grau. Hoffentlich ist das wirklich nur eine Pause und nicht schon das Ende vom Sommer, gefühlt war der nämlich bis auf zwei Wochen noch gar nicht wirklich da. 

Zum Glück habe ich noch ein letztes Paar Bilder aus dem Sommerurlaub um die Erinnerung und sommerlichen Gefühle wieder wach werden zu lassen. 


Für unseren Urlaub auf Teneriffa im April hatte ich ja ein paar Kleidungsstücke geplant, und beim Stoffkauf lief mir diese hübsche Viskose bei Junidesign über den Weg. Leider gibt es die dort aktuell nicht, ich kann euch also keinen Link einbauen. Jedenfalls kam mir sofort die Idee, daraus einen Rock zu nähen. Vielleicht lang, vielleicht auch nur bis zum Knie, zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Tendenz und bestellte vorsichtshalber erstmal genug, sodass ich eine Option hatte um ihn lang zu nähen. 


Passend dazu fand sich dieses schöne Gummiband, welches mit seinem Muster total schön das des Stoffes aufnahm. Ich wollte es deshalb unbedingt sichtbar verarbeiten und habe mich schon auf einen einfachen Rock gefreut, den ich nur Säumen und oben ans Gummiband nähen muss. Tja... 


Erster kleiner Frustmoment: Anstatt das Stück Stoff so wie es war verarbeiten zu können, musste ich erstmal oben und unten die Kanten begradigen. Dank Muster sieht man ja ziemlich genau, dass unten links und oben rechts einige Zentimeter über sind. Das hat mich ein bisschen geärgert, weil so Stoff in den Müll wandert, der nicht dort hätte enden müssen. Und gerade bei so gerade gemusterten Stoffen ist ein gerader Schnitt ja eigentlich nicht so schwer, finde ich. 
Naja, jammern nützt auch nix. Ich habe also begradigt und dann die kurze Seite geschlossen. 


Hier ist die Farbe zu orange und strahlend, dafür könnt ihr das Muster vom Stoff und Bund sehen und die letztendliche Verarbeitung, wie ich sie mir gewünscht hatte. Bis ich dahin kam, muss ich aber einige Gedankenknoten lösen, denn aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund hatte ich nur einen halben Meter vom Gummiband bestellt. Um wessen Taille das passen sollte? Um meine jedenfalls nicht. Ich habe ein bisschen geflucht, kurz überlegt nochmal nachzubestellen, dann aber eine andere Lösung gesucht und gefunden. 


Zuerst einmal habe ich das schöne Gummiband mit einem noch vorhandenen schlichten verbunden und auf die mir passende Länge zusammengenäht. Soweit, so gut. Dann wurde es kompliziert und ich bin mir sicher, dass ich es hätte viel einfacher lösen können. Aber solche Dinge sind wirklich nicht meine Stärke, also hier mein Weg: 
Ich habe einen Streifen Stoff rechts auf rechts am Übergang vom schönen zum schäbigen Gummiband festgenäht. Also nur an den kurzen Seiten. Das dann gestürzt, und somit war das schäbige Band im Stoff versteckt und das schöne schaute heraus. 


Dann habe ich knapp unter dem Gummiband den Stoff zusammengenäht, damit sich nichts verziehen kann, und den oberen Rockteil versäubert. Letztlich alles zusammengenäht, dabei die Nahtzugabe vom Stoffteil am Bund nach innen geklappt. Unverständlich, glaube ich, aber ich bin zum Ziel gekommen, wenn auch mit viel Ärger und Innehalten und der Sicherheit, dass es anders einfacher gegangen wäre. Das Schnittmuster von Claire Massieu zum Beispiel ... 


Aber auch wenn der Weg dorthin schwieriger war als gedacht: Das Ergebnis liebe ich sehr. Der Rock flattert um die Beine sobald ein kleiner Wind weht, was ich sehr liebe. Dafür musste ich zwar die Seitennaht nochmal auftrennen, denn ohne Schlitz hätte ich nur Tippelschritte machen können, und wer möchte das schön. Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Ich fühle mich toll in dem Rock, leicht und lässig, und sogar Radfahren geht damit ohne Probleme. Ich bin mir sicher, dass es im nächsten Sommer noch einen weiteren Rock dieser Art geben wird. Diesmal aber mit genug Gummiband ... 


Ich verlinke diesen Beitrag bei Sewlala und Nähfrosch und bin gespannt, ob dort auch schon Herbststimmung herrscht. 

Happy sewing, 

Julia

27. Juni 2019

Ein Strandkleid aus Resten

Hallo ihr Lieben, 

zu Beginn, nehmt euch in acht, auch dieser Beitrag erhält Werbung da mir der Schnitt für das Probenähen kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde. Meinung trotzdem meine. 

Manchmal trifft es sich ja, dass mehrere Ereignisse zusammentreffen und sich daraus etwas großartiges entwickelt. Ich habe jetzt ungefähr fünf Minuten lang ein Beispiel gesucht, gedanklich, mir ist aber leider nichts eingefallen, heftet es also unter gewagte These ab. Ich kann euch nur meine persönliche Erfahrung berichten.


Ereignis Nummer eins: Ich sah im Online Shop Junidesign einen wunderschönen breit gestreiften Sommersweat, den ich gerne haben und vernähen wollte. Aus mir absolut unerklärlichen Gründen bestellte ich einen halben Meter davon. Dachte nicht weiter darüber nach. Wunderte mich beim Auspacken, was das denn soll, nur um bei der Kontrolle des Lieferschiens festzustellen, dass es sich um keinen Fehler handelte. Jedenfalls keinen von Junidesign, sondern von mir. Ziemlich frustriert habe ich den Stoff ins Regal gelegt und konnte auch Monate später kein Projekt finden, wofür ich diesen Stoff sinnvoll nutzen könnte. 


Ereignis Nummer zwei: Selmin erklärte am 1. Juni, dass es in diesem Monat bei ihrer fantastischen Challenge #12ausdemStoffregal um Streifenstoffe gehen sollte. Da ich eigentlich kein wirkliches Stoffregal besitze, kam nur ein einziger Stoff in Frage, nämliche dieser Stoffrest. Mein Ehrgeiz war geweckt, jetzt wollte ich ziemlich dringend eine sinnvolle Verwertung dafür finden.


Ereignis Nummer drei: Svenja rief zum Probenähen des erneuerten Mittsommer-Schnittes auf. Schon da machte es klick in meinem Kopf (ihr kennt es, wenn Wickie der Wikinger eine Idee hat?) und ich vermerkte mir geistig diese Idee. Trotzdem wollte ich den Schnitt vorab aus einem anderen Stoff nähen, da ich mich nur dreifach geärgert hätte, wenn ich den sowieso schon als schwierig abgestempelten Stoff nun auch noch mit einem nicht ausgereiften oder nicht sitzenden Schnitt verhunzt hätte. Also habe ich erst die Schösschenbluse genäht; als dann aber klar war, dass der Schnitt auch weiterhin super sitzt, habe ich direkt im Anschluss mein Kleid zugeschnitten.


Mit ganz viel Fummelei passten tatsächlich Vorder- und Rückenteil sowie die Bündchen auf meinen halben Meter. Das war nicht so einfach, weil sich die Enden entlang der langen Seite so ätzend eingerollt hatten, mehrere Zentimeter, und ich ja auch noch ein bisschen auf die Streifen achten musste. Was im Nachhinein absoluter Quatsch war, denn dank Brustabnähern passt es an den Seitennähten sowieso nicht. Achja, Mitdenken klappt auch nicht immer. Dafür ist der Halsausschnitt in rot gesäumt, wie ich es wollte, und auch die Ärmelaufschläge sind super cool symmetrisch.


Zu meinem Sweatrest brauchte ich ja noch einen Kombi-Stoff. Da gab es nicht viele Kandidaten, da kein wirkliches Stofflager. Trotzdem fand sich in dessen Tiefen (weil fast alle Stoffe dunkel, da kann auch bei nur acht Stoffen mal was untergehen) ein Stück Rippenjersey, ziemlich fest und auch nicht extrem dehnbar, die Eigenschaften passten ganz gut zum Sommersweat. 
Ich habe, wie bei der Schösschenbluse auch, eine 40 zugeschnitten, in diesem Fall jedoch ein paar Verlängerungen eingefügt. Das Oberteil ist um etwa 3cm verlängert, damit es in der Taille schön locker sitzt und sich nicht nach Empire anfühlt. Auch der Rock ist verlängert, etwa um 6cm.


Der Tunnelzug in der Taille bringt alles schön in Form, was bei diesem Material und Schnitt auch wichtig ist, sonst wäre tatsächlich die Taille die weiteste Stelle. Die doch eher dicken Stoffe haben sich nämlich in diesem Bereich ein bisschen geweitet und brauchen daher ein wenig Begrenzung durch die Kordel. Die ich mittlerweile durch eine etwas dickere und farblich passendere ersetzt habe.


Dafür, dass es sich um ein Resteprojekt vom Probenähen handelt, bin ich ziemlich zufrieden. Es trägt sich trotz der dicken und schweren Stoffe auch bei warmen Temperaturen total gut, weil es bis auf die Taille sehr locker sitzt (und auch dort kann man durch eine lockere Bindung Luftzirkulation ermöglichen). Die Länge gefällt mir sehr, ist eigentlich genau richtig, sodass ich mich angezogen und zeitgleich nicht übertrieben bedeckt fühle. Die Kombination aus rot/weißen Streifen und dem blauen Rock finde ich absolute Oberklasse, wusste gar nicht, dass mir das so gut gefallen würde. Aber eigentlich ziehe ich das sogar oft an, rot/weiß gestreift zur Jeans, ist ja doch ähnlich.


Ich verlinkte mein Strandkleid (genau danach sieht es für mich aus) jetzt bei Selmin sowie bei Sew La La und Nähfrosch

Happy sewing ihr Lieben!

Julia

18. Oktober 2018

Secret Pyjama Pants

 [Werbung da Markennennung]

Hallo ihr Lieben!

Während ich ja in meiner Stoffvorratshaltung sehr entspannt bin und auch Schnitte nur kaufe, wenn ich sie im Anschluss direkt vernähe, habe ich trotzdem ein kleines, manchmal unpraktisches Laster: Alte Schnitte reizen nicht so sehr wie neue. Kennt ihr das auch, ein Teil genäht zu haben und es praktisch durchgehend zu tragen, aber eine weitere Version zu nähen ist einfach nicht so interessant wie die vielen geplanten Stücke nach neuen Schnitten. Bitte sagt mir, dass es euch auch so geht!


In diesem speziellen Fall geht es um die Hose Ludwig Lässig von Lotte&Ludwig, ein Label, dass mir sehr am Herzen liegt. Die erste Hose nach diesem Schnitt habe ich im Probenähen genäht, und zwar 2015, schon drei Jahre ist das her. Ich trage das Ergebnis in den wärmeren Monaten dauernd, denn die Hose ist bequem, sieht gut aus und ist optisch auch noch ein wenig spannender als eine ganz normale Hose, durch die schräge Knopfleiste.


Aber: Mint ist keine Farbe für den Herbst oder Winter. Deshalb wandert die Hose dann in die Kiste mit den Sommersachen und ich bin traurig, keine heimliche Schlafanzughose mehr zu haben. Schon lange hatte ich deshalb vor, den Schnitt nochmal zu nähen, und hier beginnt das Problem: Es gab immer spannendere Projekte. Vor allem, weil ich mir für die Umsetzung einen schwarzen Jersey Twill ausgesucht hatte, ich meine, schwarz, langweiliger geht es farblich einfach nicht. Aber, wie so oft mit den langweiligen Dingen (weitere Beispiele wären Basic Shirts, Nudeln, Schule): Es lohnt sich, die Zeit zu investieren, weil die Arbeit zwar langweilig, das Ergebnis aber super ist.


Bei dieser Hose habe ich im Vergleich zur letzten ein paar Änderungen vorgenommen. Im Schritt habe ich 1cm in der Länge hinzugegeben, jeweils vorne und hinten, damit sie nicht ganz so hüftig sitzt. Da habe ich es genau richtig gemacht, ich mag den Sitz jetzt sehr gerne. Auch die Beine habe ich natürlich verlängert, jeweils 4cm am Ober- und Unterschenkel, am Ende aber nochmal 3cm wieder abgesäbelt.


Obwohl die schräge Knopfleiste eigentlich das ist, was diesen Schnitt ausmacht, habe ich mich bei dieser Version dafür entschieden, keine Knöpfe anzubringen und die Hose einfach abzusteppen an der Knopfleiste. Somit gibt es auch keinen Bund mit Knopf und Knopfloch, sondern den für Faule, mit Gummibund. Aber das macht eben einen Teil der Gemütlichkeit aus!


Auch in der Rückenansicht hat sich etwas verändert, diese Hose hat jetzt nämlich Taschen. Im Schnitt sind keine enthalten, aber ich persönlich finde Hosen ohne Taschen hinten irgendwie leer und befremdlich. So viel Fläche, ne, das stört mich. Bei der hellen Hose nochmal deutlich mehr als es hier bei der schwarzen vermutlich der Fall wäre, aber so Po Taschen sind ja doch auch praktisch, also habe ich die Schnittteile der ersten Hose verwendet, die ich aus meinem Schnittmuster Schuber hervorgezogen habe, und diese aufgenäht. In echt sind sie hoffentlich nicht so schief wie auf dem Bild ... kann ich aber selbst auch nicht sehen, Rückenansicht ist ja doch etwas schwer wenn man nicht gerade ein Spiegelkabinett in der Garage hat.


Während ich 2015 noch eher am Anfang des Projektes "Selbst gemachte Garderobe" war, habe ich über die Jahre einiges an Erfahrung gewonnen, viele Hosen genäht, wordurch sich gewisse Vorlieben abzeichnen. Deshalb steppe ich zum Beispiel mittlerweile die Schrittnaht bei Hosen immer nochmal ab, da es dort bei mir oft zu Spannung kommt, ich sitze nämlich sehr gerne im Schneidersitz herum. Und am Popo entsteht ja schon allein durch Vorbeugen und in die Hocke gehen Spannung auf der Naht. Da fühle ich mich deutlich sicherer, wenn die Naht nochmal abgesteppt ist.


Ansonsten kann ich zur Verarbeitung nicht viel besonderes sagen. Die gesamte Hose ist mit schmalem Zickzack meiner Nähmaschine genäht, die sichtbaren Nähte wie Saum und Absteppung vom Bund, Taschen usw. habe ich mit dreifach Geradstich genäht. Die Nähte sind natürlich auch versäubert. In den Bund habe ich ein noch herumliegendes Gummiband eingezogen. Bei solchen Bund Konstruktionen ignoriere ich übrigens immer die Angaben der Anleitung, da Gummibänder wirklich sehr verschieden sein können. Ich messe es immer an mir direkt ab und ziehe es dann in den Bund ein. Diesen habe ich übrigens etwas anders angebracht als im Ebook beschrieben, ich mache es aufwändiger, aber auch ordentlicher. Wie oft bei Hosen aus dehnbaren Stoffen soll der Bund einfach der Länge nach doppelt genommen und dann rechts auf rechts an die oben offene Hose genäht werden. Das mache ich immer nur mit der einen langen Seite, dann klappe ich alles nach innen um, schlage die Nahtzugabe der zweiten langen Seite ein und steppe den Bund nochmal ab, womit ich die zweite Seite befestigt und alle Nahtzugaben im Bund habe. War das verständlich?


Das Ebook selbst finde ich gut verständlich und gehe davon aus, dass es gerade für Anfänger ein schöner Einstieg in das Thema Hosen nähen ist. Die Hose kann aus dehnbaren und nicht dehnbaren Stoffen genäht werden, mit echter Knopfleiste zum Öffnen und entsprechendem Bund oder mit Gummibund und Fake Knopfleiste. Die vorderen Taschen sind im Schnitt enthalten, die hinteren habe ich wie gesagt selbst hinzugefügt. Meiner Meinung nach ist das Schnittmuster viel zu wenig verbreitet, also, wenn euch die Hose interessiert, dann schaut es euch ruhig näher an. Für die Kleinen gibt es das übrigens auch ...
Im Ergebnis habe ich hier eine Hose, in der sich wirklich alles machen lässt, super bequem, trotzdem sieht sie sehr ordentlich aus, eine schwarze Hose eben. Wieder so ein Teil, wo ich vorher nicht wusste, wie sehr ich es brauche, jetzt ziehe ich sie aber immer wieder aus dem Schrank.


Auf den Bildern trage ich übrigens noch andere Kleidung aus der Kategorie handmade: Das Shirt aus grauem Jersey, mein geliebtes Goosebumps Tuch und die Jacke mit dem schönen Spitzenfutter

Das war es auch schon aus meiner Feder, ein bisschen ausufernd, aber so bin ich :) 

Happy sewing!

Julia


Verlinkt mit Nähfrosch, Sewlala und Woman on fire.