18. Oktober 2018

Secret Pyjama Pants

 [Werbung da Markennennung]

Hallo ihr Lieben!

Während ich ja in meiner Stoffvorratshaltung sehr entspannt bin und auch Schnitte nur kaufe, wenn ich sie im Anschluss direkt vernähe, habe ich trotzdem ein kleines, manchmal unpraktisches Laster: Alte Schnitte reizen nicht so sehr wie neue. Kennt ihr das auch, ein Teil genäht zu haben und es praktisch durchgehend zu tragen, aber eine weitere Version zu nähen ist einfach nicht so interessant wie die vielen geplanten Stücke nach neuen Schnitten. Bitte sagt mir, dass es euch auch so geht!


In diesem speziellen Fall geht es um die Hose Ludwig Lässig von Lotte&Ludwig, ein Label, dass mir sehr am Herzen liegt. Die erste Hose nach diesem Schnitt habe ich im Probenähen genäht, und zwar 2015, schon drei Jahre ist das her. Ich trage das Ergebnis in den wärmeren Monaten dauernd, denn die Hose ist bequem, sieht gut aus und ist optisch auch noch ein wenig spannender als eine ganz normale Hose, durch die schräge Knopfleiste.


Aber: Mint ist keine Farbe für den Herbst oder Winter. Deshalb wandert die Hose dann in die Kiste mit den Sommersachen und ich bin traurig, keine heimliche Schlafanzughose mehr zu haben. Schon lange hatte ich deshalb vor, den Schnitt nochmal zu nähen, und hier beginnt das Problem: Es gab immer spannendere Projekte. Vor allem, weil ich mir für die Umsetzung einen schwarzen Jersey Twill ausgesucht hatte, ich meine, schwarz, langweiliger geht es farblich einfach nicht. Aber, wie so oft mit den langweiligen Dingen (weitere Beispiele wären Basic Shirts, Nudeln, Schule): Es lohnt sich, die Zeit zu investieren, weil die Arbeit zwar langweilig, das Ergebnis aber super ist.


Bei dieser Hose habe ich im Vergleich zur letzten ein paar Änderungen vorgenommen. Im Schritt habe ich 1cm in der Länge hinzugegeben, jeweils vorne und hinten, damit sie nicht ganz so hüftig sitzt. Da habe ich es genau richtig gemacht, ich mag den Sitz jetzt sehr gerne. Auch die Beine habe ich natürlich verlängert, jeweils 4cm am Ober- und Unterschenkel, am Ende aber nochmal 3cm wieder abgesäbelt.


Obwohl die schräge Knopfleiste eigentlich das ist, was diesen Schnitt ausmacht, habe ich mich bei dieser Version dafür entschieden, keine Knöpfe anzubringen und die Hose einfach abzusteppen an der Knopfleiste. Somit gibt es auch keinen Bund mit Knopf und Knopfloch, sondern den für Faule, mit Gummibund. Aber das macht eben einen Teil der Gemütlichkeit aus!


Auch in der Rückenansicht hat sich etwas verändert, diese Hose hat jetzt nämlich Taschen. Im Schnitt sind keine enthalten, aber ich persönlich finde Hosen ohne Taschen hinten irgendwie leer und befremdlich. So viel Fläche, ne, das stört mich. Bei der hellen Hose nochmal deutlich mehr als es hier bei der schwarzen vermutlich der Fall wäre, aber so Po Taschen sind ja doch auch praktisch, also habe ich die Schnittteile der ersten Hose verwendet, die ich aus meinem Schnittmuster Schuber hervorgezogen habe, und diese aufgenäht. In echt sind sie hoffentlich nicht so schief wie auf dem Bild ... kann ich aber selbst auch nicht sehen, Rückenansicht ist ja doch etwas schwer wenn man nicht gerade ein Spiegelkabinett in der Garage hat.


Während ich 2015 noch eher am Anfang des Projektes "Selbst gemachte Garderobe" war, habe ich über die Jahre einiges an Erfahrung gewonnen, viele Hosen genäht, wordurch sich gewisse Vorlieben abzeichnen. Deshalb steppe ich zum Beispiel mittlerweile die Schrittnaht bei Hosen immer nochmal ab, da es dort bei mir oft zu Spannung kommt, ich sitze nämlich sehr gerne im Schneidersitz herum. Und am Popo entsteht ja schon allein durch Vorbeugen und in die Hocke gehen Spannung auf der Naht. Da fühle ich mich deutlich sicherer, wenn die Naht nochmal abgesteppt ist.


Ansonsten kann ich zur Verarbeitung nicht viel besonderes sagen. Die gesamte Hose ist mit schmalem Zickzack meiner Nähmaschine genäht, die sichtbaren Nähte wie Saum und Absteppung vom Bund, Taschen usw. habe ich mit dreifach Geradstich genäht. Die Nähte sind natürlich auch versäubert. In den Bund habe ich ein noch herumliegendes Gummiband eingezogen. Bei solchen Bund Konstruktionen ignoriere ich übrigens immer die Angaben der Anleitung, da Gummibänder wirklich sehr verschieden sein können. Ich messe es immer an mir direkt ab und ziehe es dann in den Bund ein. Diesen habe ich übrigens etwas anders angebracht als im Ebook beschrieben, ich mache es aufwändiger, aber auch ordentlicher. Wie oft bei Hosen aus dehnbaren Stoffen soll der Bund einfach der Länge nach doppelt genommen und dann rechts auf rechts an die oben offene Hose genäht werden. Das mache ich immer nur mit der einen langen Seite, dann klappe ich alles nach innen um, schlage die Nahtzugabe der zweiten langen Seite ein und steppe den Bund nochmal ab, womit ich die zweite Seite befestigt und alle Nahtzugaben im Bund habe. War das verständlich?


Das Ebook selbst finde ich gut verständlich und gehe davon aus, dass es gerade für Anfänger ein schöner Einstieg in das Thema Hosen nähen ist. Die Hose kann aus dehnbaren und nicht dehnbaren Stoffen genäht werden, mit echter Knopfleiste zum Öffnen und entsprechendem Bund oder mit Gummibund und Fake Knopfleiste. Die vorderen Taschen sind im Schnitt enthalten, die hinteren habe ich wie gesagt selbst hinzugefügt. Meiner Meinung nach ist das Schnittmuster viel zu wenig verbreitet, also, wenn euch die Hose interessiert, dann schaut es euch ruhig näher an. Für die Kleinen gibt es das übrigens auch ...
Im Ergebnis habe ich hier eine Hose, in der sich wirklich alles machen lässt, super bequem, trotzdem sieht sie sehr ordentlich aus, eine schwarze Hose eben. Wieder so ein Teil, wo ich vorher nicht wusste, wie sehr ich es brauche, jetzt ziehe ich sie aber immer wieder aus dem Schrank.


Auf den Bildern trage ich übrigens noch andere Kleidung aus der Kategorie handmade: Das Shirt aus grauem Jersey, mein geliebtes Goosebumps Tuch und die Jacke mit dem schönen Spitzenfutter

Das war es auch schon aus meiner Feder, ein bisschen ausufernd, aber so bin ich :) 

Happy sewing!

Julia


Verlinkt mit Nähfrosch, Sewlala und Woman on fire.

Kommentare:

  1. Bunderklärung war absolut verständlich 😉 so mache ich es auch. Murrend zwar, aber anders finde ich es schade.
    Herrlicher Post, du redest mir aus der Seele! Nur: ich suche oft keine neuen Schnitte, sondern Nähe gerne nach bewährtem. Weil die passen sicher. Und auch das kann langweilig sein ....
    Herzlichst
    yase

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    1. Ja, das ist aufwändig, da hast du recht. Aber lieber ein wenig Zeit reinstecken als sich später immer wieder ärgern, bei jedem Toilettengang ;)
      Bewährte Schnitte habe ich genau so. Scheint eine Mischung zu sein...
      Liebe Grüße!

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  2. Hey, bei mir ist es ehrlich gesagt genau anders herum. Neue Schnitte müssen ja erst noch angepasst werden usw. (Achtung: Aufwand)Ich nähe viel lieber bewährte Schnitte, aber dann mit der perfekten Änderung und aus einem neuen Stöffchen. So unterschiedlich können die Vorlieben sein :D Deine Hose ist sicher gut zum kombinieren und ist ein tolles Basicteil.
    Liebe Grüße
    Jenny

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    1. Hey Jenny,

      das stimmt auch wieder, da kann man sicher sein, dass es passt, das ist super entspannend. Vielleicht ist das ein Stimmungsding, manchmal hat man Lust auf was sicheres, manchmal auf was neues, spannendes. :)

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  3. Wenn mir ein Schnitt wirklich bombe gefällt, steht und passt, nähe ich ihn durchaus rauf und runter. Ich hab zum Beispiel 6 verschiedene Versionen der Velara Hose... aber sie sind alle total unterschiedlich. Ich mach das dann nämlich wie du - einmal mit Knöpfen, einmal ohne, einmal mit Taschen hinten oder mal gemusterter Stoff, sonst wärs ja langweilig.

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    1. Das stimmt, man hat ja so viele Variationsmöglichkeiten! :)

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