9. August 2018

Farrow Dress aus schwarzem Leinen

Werbung da Markennennung, alles selbst gekauft, gedacht, geschrieben. 

Hallo ihr Lieben!



Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich finde den Sommer in diesem Jahr fantastisch. Klar, auch ich störe mich ein wenig an den kleinen negativen Nebeneffekten (dauernd Gießen im Garten, nach der Dusche schon wieder schwitzen, muffige Luft in der Bude, das Gefühl draußen zu verbrennen und bei jeder Tätigkeit in Schweiß auszubrechen ...) aber trotzdem wage ich es nicht, mich zu beschweren. Denn die letzten Sommer mit ihren wechselhaften Tagen, Gewitter, Sonne und grau, haben mir noch viel weniger gefallen. Da genieße ich doch lieber den andauernden Backofen draußen. Selten habe ich so lange feste Schuhe und Jacken im Schrank gelassen. Wann hatte ich das letzte Mal Socken an? Unter einer Decke geschlafen? Es ist wirklich herrlich. 

Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Mein Kleiderschrank ist nicht ausgelegt für so dauerhaft gutes Wetter. Da ich zwei Wochen Urlaub hatte, konnte ich mich völlig frei in meiner Garderobe austoben und stellte dadurch fest, dass drei Sommerkleider (in fast demselben Blau-Ton, eins, zwei und drei) nicht ausreichend sind. Spontan wurde also das aktuelle Nähprojekt pausiert, ins Auto gestiegen und zum örtlichen Stoffgeschäft gebraust. Dort gab es 20% auf alle Stoffe, also habe ich mal direkt genug für drei Kleider eingepackt, und das erste will ich euch heute hier vorstellen. 


Das Farrow Dress von Grainline Studio hatte mich ursprünglich ja genau in dieser Version, also ohne Ärmel angesprochen. Weil dann aber Winter war, habe ich eben eine langärmlige Variante genäht, aus einem Denim mit etwas Stretch. Ich mag das Kleid sehr, aber so ganz warm geworden sind wir nie. Lange Ärmel aus Webware sind mir, abseits von Blusen, irgendwie ... ungemütlich. Da kann man nix hochschieben oder über die Hände ziehen, ich weiß nicht. Ich trage das Kleid, aber große Liebe ist es nicht. Deshalb wollte ich dem Schnitt schon länger eine zweite Chance geben, eben ohne Ärmel, und nun war es nämlich so weit. Weil für die zügig benötigten Kleider noch einen neuen Schnitt kaufen und/oder kleben, anpassen, abpausen ... ne!


Ich habe also den bereits verwendeten Schnitt hervorgeholt, Größe 10 ist das gewesen. Für das Winterkleid hatte ich in der Länge 10cm dazugegeben, das war mir aber für den Sommer dann doch ein wenig zu viel. Von vorne sieht es ganz schön knapp aus, aber dadurch, dass der Saum so schön abgerundet ist nach hinten und länger wird, gibt es keine Gefahr für Schlüpperblitzer beim Vorbeugen. Ich habe deshalb 5cm wieder rausgenommen und finde die Länge nun perfekt. 


Einen ganz großen Anteil an meiner brennenden Liebe für dieses Kleid trägt übrigens der verwendete Stoff: Ein Viskoseleinen, wunderbar leicht fallend, total angenehm zu tragen bei hohen Temperaturen, knittert nicht zu extrem und kratzt nicht. Er war super kooperativ beim Nähen und Bügeln, da kann ich mich nicht beschweren. Übrigens bin ich mit 2m zurecht gekommen anstatt der 2.8m, die empfohlen sind, und das ohne großes Umherschieben, ich hatte sogar noch ein kleines bisschen übrig. Und das mit Verlängerung!


Das Karma war mir übrigens bei meinem Sommerkleider-plan nicht so ganz zugeneigt. Nachdem die ersten Nähte genäht warun und ich bügeln wollte, wozu ich immer das Bügelbrett zwischen Wand und Kühlschrank hervorholen und aufstellen muss, durfte ich feststellen, dass eben jenes Brett kaputt war. Die eine Seite der Beine war nicht mehr am Brett befestigt, da hatten sich die geschweißten Stellen gelöst. Ich habe dann auf EbayKleinanzeigen ein neues gefunden, welches ich zwei Tage später abholen durfte. Aber so lange wollte ich nicht warten, also habe ich das zusammengeklappte Bügelbrett auf den Boden gelegt und dort gebügelt. Bequem ist anders. 


Die geräumigen Taschen finde ich ja wirklich sehr praktisch, und durch ihre Konstruktion auch sehr schön anzusehen. Auf schwarzem Stoff jetzt nicht so besonders, aber hey, man kann nicht alles haben. Wo wir gerade bei den Taschen sind: Selbst nach drei Kleidern aus diesem Schnitt folge ich immer noch blind der Anleitung und habe nicht verstanden, wie diese verrückt geformten Vorderteile am Ende zusammenpassen und auch noch eine Tasche bilden. Drei, fragt ihr euch nun? Meine Mama fand mein Kleid so schön, dass sie auch eines wollte. Ihres ist deutlich weniger schlicht, aber dazu wann anders mehr. 


Der Rocksaum wird ganz einfach zweimalig umgebügelt und abgesteppt. Der Hals- und Armsaum sind mit belegen versehen, die für schöne Kanten ohne Steppnaht sorgen. Im Nacken wird das Kleid dann mit einem Haken verschlossen, das macht auch nochmal ganz gut was her finde ich. Spannenderweise ist die Nahtzugabe in diesem kleinen Stück zwischen Rückennaht und dem Haken nur umgebügelt und bleibt artig dort, wo sie sein soll. Dafür klappen mir beim Anziehen immer die Belege im hinteren Teil des Armlochs raus, das sieht dann aus wie kleine Flügelchen und ist gar nicht so einfach reinzufummeln. 


Wenn ich meine Mama und ihr Kleid mal vor die Linse bekommen habe, kann ich euch dann auch mal zeigen, wie das in gemustertem Stoff aussieht. Falls ihr da Interesse habt?

Oh, ganz vergessen habe ich noch einen letzten Punkt, der diesen Schnitt so wunderbar macht für das heiße Sommerwetter: Er liegt quasi an maximal wenigen Punkten am Körper an. Der weite Schnitt lässt ganz viel Luft an den Körper, wenn dann noch eine leichte Brise geht ist das unglaublich schön. 

So, nun aber Schluss. 

Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit Nähfrosch, Sewlala

Kommentare:

  1. Liebe Julia,
    das Farrow Dress sieht perfekt für diesen Sommer aus. Und Viskoseleinen klingt auch toll. Luftig leicht und doch gut angezogen. Den Schnitt merke ich mir für nächsten Sommer.
    Mir gefällt das VoKuHila und natürlich die Taschen.
    Liebe Grüße
    Miriam
    PS: durch das Vokuhila finde ich es von der Länge völlig Ordnung

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    1. Hey Miriam,
      perfekt ist es wirklich. Ich kann mir den Schnitt an dir auch gut vorstellen!

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  2. Sieht supertoll aus! Und viel schöner als das Winterkleid mit langen Ärmeln. Wobei ich ja so eine dunkle Farbe für ein Sommerkleid nicht ideal finde. Aber Du magst es ja warm...

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    1. Dankeschön! Ja, das lange ist wirklich nicht so meins. Dunkel mag ich auch im Sommer, ich finde, das macht wärmetechnisch nicht so den Unterschied. Und in weiß fühle ich mich sehr unwohl.

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  3. Hallo Julia,
    das ist ein tolles Kleid geworden. Ich mag den Schnitt total. Ich selber habe einen absoluten Kleidertick und bei diesem tollen Wetter konnte ich meine Kleider auch endlich einmal richtig anziehen.
    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Hey Silke,
      danke für deinen Kommentar! Ich mag Kleider auch so gerne, aber kann sie auf der Arbeit nicht wirklich tragen und ziehe daher weniger Kleider an, als ich gerne würde.
      Liebe Grüße

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