14. Dezember 2016

Hood to the moon

Hallo ihr Lieben!

Die Jacke, die heute hier die Hauptrolle spielt, will ich euch schon ein paar Wochen zeigen. Aber trotz Schichtdienst hatte ich echt Probleme mit dem schwindenden Licht und Regenwetter, irgendwie war nie Zeit oder passende Verhältnisse für Fotos. Jetzt habe ich es endlich geschafft und kann pünktlich zum Me made Mittwoch herzeigen!


Anzuschauen ist mein neues Kleidungsstück gar nicht wirklich interessant, denn es ist eine schwarze Strickjacke. Aber im Sinne der Handmade Wardrobe war das ein Teil, bei dem ich wusste, dass sich die Mühe lohnt: Schwarz passt immer, zu allem. Einen schwarzen Cardigan hatte ich nicht mehr im Schrank. Ich wusste, dass ich sie ziemlich oft anziehen würde. Das im Hinterkopf zu behalten hat sich rentiert, denn das Stricken selbst war durch die Farbe oft sehr eintönig. 


Die Jacke nennt sich "Hood to the moon" und beschreibt damit auch die Besonderheit des Cardigans, zumindest für mich, denn eine Kapuze habe ich noch nie gestrickt! Begonnen wird mit einem provisorischen Anschlag, dann ganz nach RVO-Methode von oben nach unten gestrickt. Allerdings werden die Zunahmen anders verteilt, das fand ich sehr interessant. Anstatt, wie sonst, an Schultern und Vorderteilen gleichzeitig zuzunehmen, wird das hier etwas anders verlegt. Ein bisschen könnt ihr die dadurch entstehende Linienführung erkennen. Sitzen tut es sehr gut, finde ich. 


Der Körper wird dann in Reihen runtergestrickt. Ihr könnt nicht ahnen, wie oft ich mich geärgert habe, dass ich nicht einfach in Runden gestrickt und gesteekt habe. Dadurch wurde das Stricken doch echt anstrengend, denn um in den Rückreihen nicht zu locker zu werden muss ich immer sehr aufpassen. Aber es ist geschafft worden, dann kamen die Ärmel, die dank Sockenwundernadeln ratzfatz weggestrickt waren. Der Namen dieser Nadeln ist wirklich eine Untertreibung. Passender wäre: Ärmel-Socken-Hanschuhwundernadeln! Gerade bei den Ärmeln habe ich gemerkt, wie viel schneller ich voran komme als mit Nadelspiel. Ganz besonders am Anfang, wo sonst oft irgendwelche Nadelspielenden im Körper hängen bleiben und sich alles irgendwie verheddert. 


Eine kleine Abwechslung im sonst glatt rechten Gestrick bietet ein 3x1 Rippenmuster auf dem Ärmel. Ich mag die Struktur, die dadurch entsteht. Das Muster läuft über die Schulter dann weiter in die Kapuze, schön! Bevor die Ärmelmaschen stillgelegt wurden war das Stricken aber dadurch schon erschwert, gerade im dunklen. Schwarz ist dafür natürlich nicht die beste Farbe. 


Gestrickt habe ich zum ersten Mal mit Merinowolle von Rosy Green Wools. Ich hatte viel Gutes gehört und wollte selbst mal ausprobieren. Allerdings bin ich eher weniger begeistert, schon nach 4 oder 5 Tagen des Tragens zeigt sich erstes Pillen. Auf den Bildern könnt ihr sehen, wie "haarig" das Garn ist, dadurch pillt es dann logischerweise auch schnell. Nichts dramatisches, es gibt ja fusselrasierer, und vielleicht gibt sich das auch nach einiger Zeit. Ich werde es beobachten. Aber in den Himmel loben kann ich das Garn nun auch nicht. 
Für den Ärmelabschluss habe ich mal etwas probiert, was ich bei Havariemarie gesehen habe: Ein paar Reihen links geben eine Art Rollrand. Die Optik mag ich sehr. 


Da habe ich wohl die Abdeckung vom Objektiv nicht ganz so intelligent verstaut. Naja, es soll ja um die Jacke etwas weiter oben gehen. Lasst euch nicht ablenken von komischen Konturen am Po. Ich habe die Jacke übrigens weder an Ärmeln noch am Körper verlängert, dachte mir, die Merinowolle tut da ihr übriges. Glück gehabt, denn beide Längen gefallen mir so, wie sie sind, sehr gut! Gestrickt habe ich Größe 38, da meine Maschenprobe etwas kleiner ausgefallen ist. Auch das ist gut aufgegangen, sie sitzt nicht zu locker, aber auch nicht zu eng. 


Die Kapuze selbst hat für mich eher einen optischen Nutzen, aufsetzen tue ich sie selten. Aber wenn es mal regnet oder ungemütlich ist, dann ist sie schon sehr praktisch. In der Anleitung wurde empfohlen, sie mit einem Luftballon drin trocknen zu lassen, das war aber leichter gesagt als getan. Nun hab ich vorne so eine kleine Spitze, die hochsteht, auf den Bildern könnt ihr es etwas erahnen. Da muss ich nochmal ran. 
Die Kapuze wird übrigens über diverse Abnahmen geformt, so irre viele Maschenmarkierer hatte ich glaub ich noch nie bei so wenig Maschen. 


Also, alles zusammengefasst: Die Anleitung war gut und hat mir zwei neue Techniken beigebracht. Das Garn ist in Ordnung. Das Ergebnis ist perfekt. Eventuell muss ich nochmal zwei Bänder hinter die Knopfleisten nähen, damit die Jacke geschlossen nicht so aufklafft zwischen den Knöpfen. Wenn ich mal Zeit habe. Oder so. Bis Weihnachten ist jedenfalls jeden Tag was los bei mir, also kann das durchaus dauern. 



Kommentare:

  1. Ein Multitalent, in dieser Jahreszeit unentbehrlich. Und Schwarz ist immer schön; sehr nett auch das dezente Muster.
    LG von Susanne

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  2. Wow, die gefällt mir sehr gut und steht dir auch hervorragend.

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  3. Sehr schöne Jacke. Ich kann mir vorstellen, dass beim Stricken von schwarzen Strickjacken immer ein bisschen Zusatzmotivation nötig ist.
    Das Ergebnis ist toll und bestimmt ganz oft im Einsatz.
    LG,
    Claudia

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  4. Tolle Jacke! Mir gefällt auch Deine ausführliche Besprechung der Anleitung. Kleiner Tipp gegen zu lockere Rückreihen: Linke Maschen mit einer viertel oder halben Nadelstärke kleiner stricken. Funktioniert!
    Nette Grüße, AnneK

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  5. Huhu - auf der Suche nach genau diesem Blogpost (den ich irgendwann schon mal gesehen habe) habe ich mich gerade durch Deinen Blog gelesen und bin (erneut!) schwer beeindruckt ob Deines kreativen Potentials! So viele, so schöne Dinge!
    Bei allem habe ich eine vergleichsweise einfache Frage: Bänder hinter die Knopfleiste nähen schreibst Du - wie machst Du das? Denn wenn man damit das Aufklaffen zwischen Knöpfen verhindern kann, wäre das DIE Lösung für meine Strickjacke. Nachricht wäre sehr cool! Vielen Dank und viele liebe Grüße - Carina.

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    1. Hallo Carina!
      Vielen Dank für deine lieben Worte! :)
      Bezüglich der Knopfleisten schau mal unter diesem Link, dort ist alles ziemlich gut erklärt:
      https://froebelina.de/knopfleisten-von-strickjacken-verstaerken/

      Liebe Grüße

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    2. Klasse danke! Das sehe ich mir an.

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