Ich bin ja Studentin.
Und wohne nicht mehr zuhause.
Aber ich mag mein zuhause!
Deshalb mache ich mich mit dem Herzmann fast jedes Wochenende auf den Weg in die Heimat. Mit dem Studententicket ist das ja kein Problem.
Aber manchmal, manchmal ist es ganz schön nervig.
Zum Beispiel gestern.
Zu 16:37 wurden wir von meinen Eltern zum Bahnhof gebracht. Normalerweise würden wir mit einmal Umsteigen von Tür zu Tür 2h brauchen.
Aber wir wussten schon: Schienenersatzverkehr. Also hatten wir vorher eine Verbindung gesucht, wo genug Luft sein sollte.
Sollte.
Aber auf die Deutsche Bahn ist ja in einer Hinsicht Verlass: Verspätungen kommen dann, wenn man sie gar nicht gebrauchen kann.
Also noch im Heimatort die Durchsage: 15-20 Minuten Verspätung. Juhu. Glücklicherweise konnten wir in der Bahnhofshalle warten und mussten nicht im Regen stehen.
Der Zug kam dann also pünktlich 20 Minuten später, wir stiegen ein, fuhren nichtmal zehn Minuten, dann Umsteigen in Busse. Das wussten wir vorher, also nicht weiter dramatisch. Wir wussten auch schon vom letzten Jahr, dass wir rennen müssen, weil die Busse niemals reichen für all die Leute. Und im Regen stehen ohne Schirm wollten wir nicht.
Einen Platz haben wir bekommen, aber nicht alle. Die taten mir ziemlich leid.
Das hat natürlich dann auch für eine super Stimmung im Bus gesorgt. Die Leute, die vorne beim Busfahrer standen konnten gar nicht aufhören zu motzen. Er tat mir fast schon ein bisschen Leid, er kann ja auch nichts dafür, dass gebaut werden muss. Aber irgendwo muss der Ärger ja abgeladen werden.
Busfahren also. Einen kurzen Moment hofften wir noch auf Verspätung des Anschlusszuges, aber ne, natürlich nicht. Also eine halbe Stunde warten, auf dern nächsten Zug. Leider nicht direkt nach Dortmund, schade!
In weiser Vorraussicht gehen wir schonmal 10 Minuten früher hoch zum Gleis, trotz scheißekalt und ihbahpfuiwindig. Manchmal hat man ja Glück und Züge sind früher da ... haben wir nicht. Der Zug hat nochmal ein paar Minuten Verspätung. Dafür können wir das erste Mal sitzen, wie schön!
Zweite Umsteigestadt, leider sind wir ein bisschen spät und haben wenig Zeit zum Umsteigen. Also die Beine in die Hand und rennen. Das kennen Zugfahrer. Am Gleis angekommen: 15 Minuten Verspätung. Ach, schön!
Wieder stehen in der Kälte, warten, schmollen. Nach 20 Minuten kommt er dann, wir müssen quetschen und schieben um reinzukommen.
Er fährt im Schneckentempo, und wir kommen so in Dortmund an, dass wir auch noch die eigentlich zu erreichende UBahn verpassen und wieder warten müssen.
Letztendlich waren wir um 20:00 Uhr in unserer Wohnung.
3,5 Stunden, wo wir sonst höchstens 2 brauchen, absolut grottige Laune, Frostbeulen und Wut.
Muss ich dazu sagen, dass wir mit 3 Gepäckstücken und 2 Rucksäcken unterwegs waren? Dass wir mörderischen Hunger hatten?
Oh man, das war nicht schön. Und nächstes Wochenende kann ähnlich werden, da bauen sie dann auch noch. Hoffentlich, hoffentlich nicht. Nochmal das Ganze, da würde ich vermutlich durchdrehen.
Ich hoffe die Menschen, die mit normalem, gekauften Ticket reisen, fordern alle eine Entschädigung ein. Das ist uns leider nicht möglich.
Heute fahre ich nach Düsseldorf, eine Freundin besuchen.
Drückt bitte alle Daumen, dass es da anders läuft!