Es ist jetzt schon eine Weile her, dass ich mich mit der Thematik des Solarfärbens auseinandergesetzt habe. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich zuerst davon gelesen hatte, aber mich hat es irgendwie begeistert. Die Idee, Wolle und Pflanzenkram in ein Glas zu schmeißen und ein paar Wochen später tolle gefärbte Wolle wieder herauszuholen fand ich super. Auf diversen Blogs und in Foren bei Ravelry habe ich mich also ein wenig klug gelesen und beschlossen, es mal auszuprobieren.
Ein wenig Material muss gesammelt werden, bevor man starten kann.
Gläser habe ich bei Ikea gekauft, es gehen aber auch große Gurkengläser. Da bei uns keiner Gurken mag, viel diese Option aber weg.
Die Wolle habe ich hier gekauft - fand sie ganz in Ordnung, aber irgendwie chemisch riechend, was sogar nach der Färbung noch drinsteckt. Beim nächsten Mal würde ich es woanders probieren.
Alaun gab es hier in der Apotheke.
Sind diese Grundbausteine vorhanden, müsst ihr nur noch Pflanzenteile sammeln. Für meinen ersten Versuch habe ich im elterlichen Garten der Blutpflaume ein paar Blätter abgeluchst.
In etwa ist es dann so gelaufen: Die Wolle habe ich ein wenig in warmen Wasser eingeweicht, mit etwas Spülmittel drin. Währenddessen habe ich die Blätter von den Zweigen gezupft und ein wenig kleingeschnippelt, sowie das Alaun (1EL) in heißem Wasser aufgelöst. Und dann kam quasi alles ins Glas, ein wenig geschichtet, und raus in die Sonne.
Die ersten zwei Tage passierte auf Grund von kaum vorhandener Sonne nicht viel, aber dann konnte man schon sehen, wie die Blätter ihre Farbe abgaben. Das war ziemlich interessant zu beobachten, vor allem wenn ich übers Wochenende bei den Eltern war und danach die Veränderung sehen konnte.
Im zweiten Schwung habe ich es dann mit Efeu und roter Zwiebel versucht. Die Gläser standen etwa 2-3 Wochen auf der Fensterbank, die so ab Vormittag bis Nachmittag in der Sonne liegt. Daher übrigens auch die Bänder um die Gläser, ich habe sie im Fensterrahmen festgeklemmt, damit nicht ein Gewitter oder ähnliches sie runterfegt. Einen Balkon oder gar Garten habe ich ja leider nicht zur Verfügung.
Dieses Bild ist massiv bearbeitet, zeigt aber in etwa die Farbe der Wolle, die in Blutpflaumenblättern gelegen hat. Ein weiches Grün, schön gleichmäßig und wirklich zufriedenstellend. Übrigens sehr spannend: Die ausgepackte Wolle ist erstmal bräunlich, und während sie trocknet, wandelt sich das dann in grün. Toll!
Oben das Ergebnis aus Zwiebel plus Wasser: Ein schönes Zitronengelb. Auf diesem Bild sind die Farben unmöglich, aber meine Kamera tut sich da auch sehr schwer. Ich persönlich kann mit Gelb nicht so viel anfangen, aber vielleicht findet sich mal jemand, der damit zu beschenken ist. Ansonsten finde ich die Farbe super für irgendwas Baby-mäßiges, ein Jäckchen oder so.
Darunter ist der Efeu-Strang, der farblich eigentlich nahe an der grünen Wolle der Blutpflaumen-Färbung ist. Es sieht braun aus, ich weiß, ist aber wirklich echt grün. Nur durch meine Kamera nicht. Gemeinheit.
Mein Fazit aus diesem Experiment: Das war ziemlich spannend, die Ergebnisse sind auch okay. Ich habe noch zwei Stränge übrig, aber der Herbst ist da ...
Werde ich das nochmal machen? Da bin ich mir nicht sicher. Viele Färbemittel, die sich hier so in Gärten oder Parks finden lassen, färben Gelb. Damit kann ich nicht viel anfangen. Eine Überlegung wäre es, sich Färbemittel zu bestellen, die dann auch ein kräftigeres Ergebnis erzielen. Außerdem hätte ich beim nächsten Mal gerne die Möglichkeit, die ganze Sonne des Tages einzufangen, sprich einen Garten oder so.
Aber, da ich noch eine Menge Alaun übrig habe und die Gläser auch nicht für irgendwas anderes nutzbar sind, werde ich es vermutlich nochmal versuchen, irgendwann.
Was sagt ihr zu dieser Methode, habt ihr schon davon gehört oder es sogar ausprobiert?
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