1. November 2017

Longcardigan in Lieblingsfarbe Grau

Hallo ihr Lieben!

In den letzten beiden Monaten habe ich bei der 12 Colors of Handmade Fashion Challenge freiwillig ausgesetzt - orange und lila sind zwei Farben, die ich überhaupt nicht schön finde, die in meinem Schrank nicht existieren. Und da ich einfarbige Stoffe den gemusterten vorziehe, ergab sich auch keine Möglichkeit die Farbe des jeweiligen Monats eher versteckt einzubringen. Das klingt jetzt als wäre es hoch dramatisch, dass ich nicht mitgemacht habe, als würde ich mich rechtfertigen. Dabei wollte ich nur eine nette Einleitung zusammenkratzen ...


Denn für den Oktober wurde aus all den schönen Farben dieser Welt Grau ausgewählt. Für manche verknüpft mit Regenwetter, zu vielen Unterschieden um es untereinander einfach kombinieren zu können. Mit kühl und eher langweilig. Für mich ist Grau der Kombipartner schlechthin, ich mag all seine Variationen, verstricke und vernähe diese Farbe super gerne.


Aus dem Stehgreif fällt mir ein hellgrauer Strickpulli ein, ein kombinierter mit grauen Ärmeln, das graue Tuch von den Bildern sowie zwei weitere gestrickte Tücher, zwei Mützen ... und so weiter. Aber da ich für den kommenden Winter sowieso noch mehr Cardigans nähen wollte, habe ich mich bei der Frage, was als nächstes grau werden soll, eben dafür entschieden. 


Der Schnitt ist der Megan Longline Cardigan, den habe ich hier schonmal in Grau gezeigt, allerdings eher anthrazit und auch deutlich kürzer. In diesem Fall wollte ich gerne die volle Länge des Stoffes ausnutzen und habe mir für die vom Schnittmuster vorgegebene Länge entschieden. Sehr ungewohnt, denn als große Frau sind ja selbst die langen Cardigans aus den Geschäften maximal bis über den Po reichend. Weil ich bei meiner letzten Version schrieb, dass die Ärmel ein klein wenig knapp wären, habe ich hier nochmal zwei Zentimeter dran gehangen. Da dieser Stoff hier aber deutlich schwerer ist und damit schneller über die Schultern abrutscht, muss ich die Zusatzlänge eventuell noch wieder kürzen. Bisher habe ich den Cardigan noch nicht im Alltag getestet.


Ich mag die zipfelige Form dieses Cardigans total gerne. Bei meiner ersten Jacke nach dem Schnitt ist das durch die Kürzung gar nicht so deutlich geworden. 
Wo ich eben vom Stoffunterschied erzählte, hätte ich auch gleich mal sagen können, was das da für ein Stoff ist: Ein Courtelle-Jersey von Stoff und Stil. Polyester und Viskose und ein wenig Elasthan sind hier miteinander kombiniert. Einen passenden, melierten Baumwoll-Jersey konnte ich leider nicht finden, den ziehe ich eigentlich vor. Aber dieser hier gefällt mir auch ziemlich gut, ist wie bereits erwähnt deutlich fester, für ein Shirt würde ich den nicht nutzen. Er fällt trotzdem schön locker und lässt sich gut verarbeiten.


Weil ich Geizhals nur 1,5 Meter Stoff bestellt habe, zugegebenermaßen zu dem Zeitpunkt noch nicht wissend, welches Schnittmuster es werden würde, eigentlich aber mehr benötigt hätte, sind die Ärmel quer zum Fadenlauf zugeschnitten worden. Ihr seht es auf dem Bild oben ganz gut, die Musterung sollte eigentlich in die selbe Richtung verlaufen wie die im restlichen Cardigan. Aber da der Jersey in beide Richtungen elastisch ist, habe ich das Risiko mal gewagt. Optisch finde ich es eigentlich sogar ganz interessant. 


Ich schätze, mit diesem Stück habe ich mir nochmal ein ziemlich gutes Basic Teil genäht, welches ich mit vielen Sachen in meinem Schrank kombinieren kann. Und gepaart mit dickem Tuch fühlt man sich darin so richtig gemütlich und warm eingepackt, genau das, was ich in der kommenden Jahreszeit so brauche. 


Praktisch, dass es heute beim Me Made Mittwoch auch um Alltagskleidung gehen soll, denn dazu zählt dieser Cardigan bestimmt. 



28. Oktober 2017

Update No. 11

Hallo ihr Lieben!

Heute bin ich wieder mit einem kleinen Update aus meiner kreativen Ecke für euch da. Wie immer zeige ich, woran ich arbeite, was fertig geworden ist und was ich plane. Dabei gehe ich auf die einzelnen Projekte nur kurz ein und zeige euch alles nochmal ganz genau, wenn es fertig ist. Auf gehts. 



Auf den Nadeln



Wenn ich zu viele Podcasts sehe und einen dem Wunsch nach Schokolade ähnlichem Drang verspüre, auch was neues haben zu wollen (die werden ja immer alle mit Wolle zugeschmissen in so Podcasts, da bin ich manchmal schon neidisch...) dann muss ich nunmal was neues anschlagen. Damit ich mich nicht nach zwei Tagen wieder über mich selbst ärgere, weil ich zu viele Projekte habe, ist es nur eine kleine Shorts geworden, aus Restgarn, Größe 3-6 Monate. Befriedigt das innere Monster, beschäftigt aber nicht so lange. Die Anleitung nennt sich Knackpopo - unpassender für ne Kindershorts gehts wohl nicht - und ist aus dem Klompelompe Buch.


Der Pullover ist auf Achselhöhe angekommen und bekommt nun langsam Ärmel. Er liegt aber auch schon fast zwei Wochen unangetastet in der Ecke, weil ich auf weitere Anweisungen warte, handelt es sich hier ja um einen Teststrick. Das ist überhaupt nicht schlimm, bei dem dicken Garn kommt man schnell voran, und aktuell wäre es mir eh zu warm für einen dicken Strickpulli. 


Und natürlich dürfen Socken nicht fehlen. In diesem Fall aus Felici, kombiniert mit Loden von Regia, ein dunkelgrün, sieht auf dem Bild nicht so aus wie in echt. Da ist es richtig schön Tannengrün, herrlich. Die Ferse wird ebenso werden. Außerdem stricke ich noch an einem weiteren Sockenpaar, das bleibt aber vorerst geheim. 



Unter der Nadel
 


Eine absolute Premiere für mich, mit einigen Herausforderungen: Ich nähe nun Accessoire. Mehr will ich nicht verraten, aber lange müsst ihr wohl nicht warten bis ihr mehr seht, denn als ich die Fotos heute morgen gemacht habe, war ich nur so weit wie auf dem Bild. Mittlerweile bin ich fertig und ziemlich zufrieden. 



Neu im Schrank



Etwas graues, mit Ärmel, da bleiben ja nicht viele Fragen offen, oder? Ein spontanes Projekt, nachdem mir bei der letzten Stoffbestellung einfiel, dass ja die 12 Colors of Handmade Fashion Challenge in diesem Monat Grau als Farbe ausgerufen hat. Da wollte ich gerne mitmachen, und Tada, habe ich sogar. Nur an mir fotografieren muss ich es noch. 


Die Mütze aus dem letzten Update ist mittlerweile auch fertig. Für die Spitze musste ich dann die allerletzen Reste zusammenkratzen, glücklicherweise passt es durch die netten roten Flecken perfekt zur restlichen Mütze. Ein wenig Dampf hat dem Muster auch sehr gut getan, es ist nun deutlich regelmäßiger. Die Anleitung lautet Herringbone Hat, das Garn sind Reste der Lamana Como. 


Eins habe ich noch für euch, aber ich will gar nicht viel erzählen und euch nur einen kleinen Einblich geben. Der beweist auch, dass selbst nähen das allerbeste ist, man kann sich nämlich viel, viel tolleres Taschenfutter aussuchen als das olle weiße, was in Kaufteilen immer reingenäht wird. Ich meine, Flamingos! In der Tasche!



Neue Schätze


Neben dem Stoff unten musste auch unbedingt ein neues Nadelkissen her. Vom Herzmann bekam ich mein erstes Nadelkissen für den Arm und bin von der Funktion super begeistert, viel praktischer als ein Nadelkissen irgendwo auf dem Tisch. Durch das viele Nutzen war das Polster im Kissen aber schon sehr abgenutzt und die Nadeln hatten kaum noch Halt. Irgendwo auf Instagram hatte ich es mal gesehen und dann hier wiedergefunden: Ein magnetisches Nadelkissen. Ich bin noch in der Testphase und mit Begeisterung erst mal zurückhaltend. Es schafft auf jeden Fall nicht so viele Nadeln wie mein altes, aber das ist nicht so schlimm. Dafür wird es bestimmt nicht nachlassen und kann eigentlich für immer genutzt werden. Hoffe ich jedenfalls. Nachhaltigkeit und so. 


 Da ist er, der erwähnte Einkauf. Von links nach rechts:
- Rotweinfarbener Sweat für einen gemütlichen Pullover. Ob Hoodie oder eher in Richtung Bloom weiß ich selbst noch nicht. 
- Ringeljersey für ein Kleid, Schnitt ist mir noch nicht ganz klar, muss wohl noch ein wenig gelagert und gestreichelt werden, bevor ich mich entscheide. Oder habt ihr Vorschläge? Ich denke an Rundhals, lange Ärmel, relativ gerader Schnitt. Taschen!
- Kunstleder für das schon präsentierte Taschenprojekt
- Der graue Sweat ist ebenfalls schon verarbeitet
- Viskose mit schwarzen Strichen, in meinen Plänen eine Bluse ohne Ärmel wie die hier
- Das Futter für eben jene Tasche

Und so kaufe ich übrigens immer ein, alles ist verplant und wird dann auch zügig verarbeitet. Nur an die Reste muss ich bald mal wieder ran und ein paar Babysachen nähen, sonst wirds im Regalfach zu eng. 

Ich bin ganz offensichtlich in der kälteren Jahreszeit angekommen, man sieht es an den Stoffen. Wie ist es bei euch?


Verlinkt mit Maschenfein und Fadenwechsel




25. Oktober 2017

Jeansmini

Hallo ihr Lieben!

Röcke und ich, das ist so ein Thema. Aktuell besitze ich drei Stück, die tailliert sitzen und dann nach unten hin weiter werden. Alle aus Webware, alle mag ich angezogen an mir sehr gerne, aber irgendwie finde ich sie alles andere als bequem. Also, wenn ich viel sitze, oder wenn ich esse, dann drücken sie mit dem Bund unangenehm in den Bauch hinein. Das liegt eher an mir als an den Röcken, eine gerade Sitzhaltung würde dem vermutlich schon entgegenwirken. Trotzdem werden sie so eher selten angezogen.
Dann gibt es da noch ein, zwei eher kurze und gerade Röcke. Die ziehe ich wirklich gerne an, sitzen sie doch hüftig, bleiben bei Wind wo sie sollen und sind trotzdem mal etwas anderes als eine Hose.


Deshalb habe ich das Reststück schwarzen Denim auch in genau so einen Rock verwandelt. Damit bildet er eine tolle Ergänzung zu jenem gekauften aus Jersey, ist er doch deutlich stabiler, wärmer und hat Taschen. 


Bei dem Schnitt handelt es sich um Holly aus der La Maison Victor 02/2016. Diesen Schnitt habe ich zum Beispiel hier schonmal genäht, war dort nicht so ganz zufrieden mit der Passform. Kein Wunder, habe ich jetzt beim erneuten Zuschnitt festgestellt: Ich habe damals eine 38 zugeschnitten! Die habe ich zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben getragen, fragt mich bloß nicht, was da passiert ist. Nach Konsultation der Maßtabelle habe ich mich dann für eine deutlich realistischere Variante entschieden, nun liegt der Rock im Bund bei Größe 40 und geht zum Po hin in eine 42 über. Und tada, er sitzt deutlich besser so.


Hübsche Falten kann der Rock auch. Zum Zeitpunkt der Bilder hatte ich ihn aber auch schon zwei Arbeitstage an und bin jeweils Rad gefahren. 
Mit der Anleitung bin ich gut zurecht gekommen, allerdings hat sich dort ein Fehler eingeschlichen, irgendetwas passt bei dem Teil über den Reißverschluss nicht. Natürlich dort, wo mein Gehirn immer auf devot schaltet und artig alles tut, was vorgeschrieben wird anstatt selbst zu denken. Jedenfalls müsste an irgendeiner Stelle RVT anstatt LVT stehen (rechtes bzw linkes Vorderteil), ich hab noch nicht wirklich ausklamüsert wo. Denn irgendwie hat es trotzdem geklappt mit dem Reißverschluss, er ist nur jetzt spiegelverkehrt drin, das stört aber nicht wirklich. 


Die meisten Nähte habe ich von außen nochmal mit schwarzem Garn abgesteppt, damit der Jeans-Look gut rauskommt und das Stück auch eine lange Lebensdauer hat. Das war nicht immer so von der Anleitung vorgeschrieben, sondern eher mein eigenes Empfinden. 


In der Länge habe ich nichts verändert, dafür den Bund ein wenig verbreitert. Der war mir bei der vorherigen Version deutlich zu schmal. Auch den Saum habe ich ein wenig breiter abgesteppt als vorgeschlagen, ebenfalls der Optik zu Gute kommend. So habe ich ein neues Basic Teil für den Schrank erschaffen, denn schwarz geht immer, oder? Ich gehe jedenfalls davon aus, dass ich den Rock im kommenden Herbst und Winter viel tragen werde. 


Auf den Bildern trage ich zum Rock übrigens ein Kaufshirt, welches meine Mama mir überlassen hat, und meinen Featherweight Cardigan, welchen ich euch vor langer Zeit hier vorstellte. 

Verlinkt mit dem Me Made Mittwoch, wo Katharina heute einen ganz besonderen Mantel vorstellt.


23. Oktober 2017

Socktober!

Hallo ihr Lieben!

Ganz artig stricke ich im #socktober an Socken. Schon ein ganz großes Paar ist fertig geworden, zwei Paar Babysocken, ein einzelner Ringelsocke in normalmenschlicher Größe und einen weiteren habe ich grad begonnen. Leider kann ich euch eigentlich nur die Ringelsocke zeigen, der Rest ist schon als Geschenk verplant. Bis auf die Babysocken, aber die kommen dann im nächsten Babyklamotten-Beitrag. Struktur muss erhalten bleiben, sonst bin ich orientierungslos. 


Zum Glück bin ich in allen Jahreszeiten strickverrückt und wirbele mit Garn und Nadeln herum und produziere, da ich bis auf kleine Ausnahmen im Sommer keinen Strick trage, in den wärmeren Jahreszeiten eine Menge wolliges Zeug, dass sich dann aber so schlecht hier zeigen lässt. Ich bin mir zwar sicher, dass ihr auch zur Fertigstellung im Juni die Socken toll gefunden hättet, aber die Begeisterung hält sich vermutlich in Grenzen, wenn man schwitzend mit Eis im Sonnenschein sitzt und Bilder von Wollsocken sieht. Das ist dann einfach so weit weg und irgendwie seltsam. Finde ich zumindest, deshalb habe ich sie damals nicht gezeigt.


Und im folgenden Socktober, in dem ich hauptsächlich Socken für andere stricke, fügt sich dann alles wieder zusammen und ich kann so eine kleine Lücke füllen. Perfekt. Pairfect. So heißt nämlich das Garn hier und stammt aus der Feder Spinnerei von Schachenmayr. Das Prinzip kennen mittlerweile vermutlich alle: Zwei gleiche Socken, getrennt durch einen quietschgelben Faden. In diesem Fall ein dunkelblau-blauer Socken  mit rot-beigen Akzenten unter dem Bündchen. Oder auch im Bündchen, je nach dem, wie man es stricken möchte. Ich habe dann, weil mir der Trennfaden irgendwie sehr gut gefiel, noch einen weiteren Akzept eingebaut und die Afterthought-Ferse mit einem gelben Garnrest gestrickt Dafür musste ich zwar das Pairfect unterbrechen und den für die Ferse gedachten Faden abwickeln und wieder abschneiden, denn das Stück ist insgesamt länger in einer Farbe und hätte dann echt doof ausgesehen. Dafür hab ich die tollsten sonnengelben Hacken!


Gestrickt habe ich für meine Schuhgröße 41 mit 60 Maschen auf dem Sockenwunder, da ich darauf ein klein wenig lockerer stricke als auf dem Nadelspiel. Fersen und Spitzen sind dann aber auf dem Nadelspiel entstanden, das ist mir ja sonst zu fummelig. 
Das Garn habe ich auf dem Yarncamp im letzten Jahr in der Goodie Bag bekommen. Ist das hier also irgendwie Werbung? Ich weiß ja nicht, gab es ja umsonst und ohne Verpflichtung. Und Garne aus der Pairfect Reihe habe ich ja hier zu genüge vorgestellt, da sollte klar sein, dass meine Meinung dazu schon vorher feststand. 


Jedenfalls ist das wieder so ein Paar Socken, über das ich mich sehr freue. Und endlich kann ich sie wieder anziehen, meine bunten Wollsocken!




Projekt auf Ravelry

18. Oktober 2017

Basics für den Herbst

Hallo ihr Lieben!

Es gibt ja so Gruppierungen, die sind nur zu dritt vollkommen komplett. Harry und Ron ohne Hermine zum Beispiel wäre seltsam. Zu Kartoffelpürree und Spinat gehört ein Spiegelei. Zwei Fragezeichen wären seltsam. Thomas, Annika und natürlich Pippi. 
Was das mit diesem Beitrag zu tun hat? Ganz einfach. Heute zeige ich euch gleich drei Teile, die einzeln für sich eher langweilig sind, ich habe nicht so viel dazu zu erzählen und deshalb lohnte sich ein einzelner Post für jedes Teil nicht. Zwei davon waren schon lange fertig, seit dem Frühling um genau zu sein, aber irgendetwas fehlte. Nur ein paar Tage ist es her, da schlüpfte das fehlende Stück unter der Nähmaschine hervor, und das Trio war komplett. Und nun ergibt sich auch ein toller Beitrag: Drei Basic Teile für den Herbst zeige ich euch heute. 


Basic Nummer eins: Ein Shirt nach dem Schnitt Agnes von Tilly and the Buttons. Die Schnitte dieses Labels gefallen mir in der Mehrheit ziemlich gut -  zweimal Latzkleid Cleo (1, 2), dreimal Kleid Bettine (1, 2, 3) und einmal Kleid Rosa habe ich schon genäht und trage alles ziemlich häufig. Gegen diese doch eher auffälligen Stücke ist so ein ein Longsleeve ja eher langweilig, besonders in einem unifarbenen Stoff. Ich bin trotzdem deutlich erfreuter darüber als über ein Kleid, denn der Schnitt passt wirklich gut, ich mag die Form des Ausschnittes total und habe hier quasi einen Grundschnitt für engere Shirts, ob kurz- oder langärmlig, das kann man ja anpassen. 


Genäht habe ich Größe 4, Richtung meiner doch etwas breiteren Hüfte habe ich dann die Seitennähte noch ein wenig mehr auslaufen lassen, eher so Richtung Größe 5. Weil es sich zuerst mal um ein Probestück handeln sollte, habe ich einen kleinen Stoff aus dem Regal gezogen, der ursprünglich ein Top werden sollte. Ein Jersey von Alles für Selbermacher, der von außen ein wenig Struktur hat und dabei sehr weich anzufassen ist. Den habe ich im Juni 2016 bestellt, online ist er nicht mehr zu finden.  Für lange Ärmel reichte es nicht, aber mit den 3/4-Ärmeln bin ich sehr zufrieden. Hier habe ich euch das Shirt übrigens schonmal klammheimlich untergejubelt. 
Damit das Shirt lang genug ist, habe ich in der Länge übrigens noch 3cm hinzugegeben, dazu ist auch eine Verlängerungslinie im Schnitt vorhanden.



Und wenn etwas gut ist, dann wiederholt man es ja gerne, deshalb war ein richtiges Longsleeve dann auch recht schnell zugeschnitten. Diesmal aus einem gestreiften Jersey vom Stoffladen hier vor Ort. Streifen gehen schließlich immer, und ich besitze sonst kein gestreiftes Shirt - eindeutig eine Lücke im Schrank. 


Die Ärmel habe ich um 5cm verlängert, Stichwort Affenarme. Interessanterweise gab es hier im Gegensatz zu den Schnittteilen vom Körper keine entsprechende Linie, die habe ich dann einfach selbst eingezeichnet. 
Ich bin ziemlich stolz, dass die Streifen an den Seitennähten so halbwegs gerade aufeinandertreffen. Da ich alles mit einer normalen Nähmaschine nähe und bei Jersey meistens den elastischen Geradstich nehme, der 3x vor und 2x zurück näht, verschieben sich die Stofflagen meistens etwas. Hier ist es im erträglichen Maß geblieben. 


Besonders cool finde ich ja den Effekt, der sich am Halsausschnitt durch den anderen Verlauf der Streifen ergibt. Ich meine, dass es in der Anleitung auch so war und ich das unbedingt nachmachen wollte. Hat geklappt, würde ich sagen. A pro pos Anleitung: Für halbwegs geübte Näher/innen ist sie vermutlich unnötig, denn ein Shirt ist ein Shirt ist ein Shirt und wird ja eigentlich immer auf die gleich Art und Weise genäht. Trotzdem: Die Anleitung ist sehr schön bebildert, da sind die Farben immer schon sehr hübsch anzusehen. Auch Nähanfänger/innen sollten durch die detaillierten Schritte mit dem Schnitt zurecht kommen, sofern sie denn des Englischen halbwegs mächtig sind, denn auf deutsch gibt es sie nicht. 


Kommen wir nun zu dem Stück, was das Trio komplettiert hat und mir den notwendigen Anstoß zu diesem Beitrag gab: Top Mara aus der La Maison Victor 5/17. Im vorletzten Update erzählte ich von den Plänen, dieses Shirt zu nähen, und hier ist es auch schon. Existenzgrund: Diverse Strickpullover in Kombination mit meiner Mimimi-Halshaut. Die mag nämlich weder Sockenwolle noch Mohair oder andere Garne, die nicht 1a glatt sind. Weil ich aber keine Lust habe nur noch Merino oder Seide zu verstricken, habe ich das versucht zu ignorieren und mir eingeredet, ich würde mich schon noch daran gewöhnen. Denkste: am Ende des Tages will ich mir manche Pullover gerne vom Leib reißen. Weil das Unsinn ist, ich aber die Stücke nicht weggeben will oder aufribbeln oder sonst etwas, stand schon länger die Idee eines Rollkragen-Tops für untendrunter im Raum meiner Gedankenwelt. 


Mit der aktuellen Ausgabe der La Maison Victor wurde die Verwirklichung eben dieser Idee dann realistisch, noch dazu hatte ich einen bisher unverplanten Jersey im Regal. Um beides miteinander zu kombinieren musste ich eine im Schnitt nicht vorhandene Teilungsnaht unter der Brust einbauen. Mit dem Resultat bin ich zufriedener als gedacht, aber perfekt ist es noch nicht. Für meinen Geschmack könnte der Kragen noch enger am Hals sein - fraglich nur, ob er dann noch über den Kopf geht? Bei den Armausschnitten habe ich auch irgendwie gepfuscht, aber die von der Anleitung vorgegebene Art und Weise der Versäuberung sah mir eindeutig ein zu häufiges Umklappen vor. Das klang, als würde da am Ende eine ganz schön dicke Wurst um die Armlöcher legen, das wollte ich nicht. 


Da man vom Top aber sowieso nur den Kragen sehen wird, ist das alles auch wirklich nicht wichtig und kann in Ruhe bei weiteren Versionen optimiert werden. Für meine halsnahen Strickpullover ist jedenfalls auf meiner Seite ganz frische Liebe entfacht und ich freue mich auf die kälteren Temperaturen. Bis dahin nähe ich dann noch ein, zwei Tops und bastel am Kragen ein wenig herum. Vielleicht noch eins in grau, oder blau?


Und wenn ich dann endlich wieder einen normalen Zopf machen kann, sieht man auch das schöne Herz im Nacken meines Pullovers



Welche Schnitte sind eure Favoriten für Basics? Näht ihr die auch so ungerne wie ich?

Verlinkt mit dem Me Made Mittwoch, wo heute gleich zwei schöne Frauen mit dem Namen Elke Kleider aus demselben Jeansstoff zeigen.


14. Oktober 2017

Update No. 10

Hallo ihr Lieben!

Meine Update-Reihe wird heute zweistellig, das ist ja fast aufregend. Zu diesem besonderen Tag bringe ich deutlich mehr fertige Teile mit, als mir selbst bewusst war. Das ist ein großer Vorteil dieser Beiträge, sie sind Booster und Realitätsabgleich für die eigene Wahrnehmung. Aus "In den letzten zwei Wochen habe ich nichts geschafft!" wird dann nämlich ganz flott "Oh, da waren ja die Socken, und das Oberteil ... und die Hose auch noch? Mensch, toll!" und schon lehnt man sich entspannt zurück. Das muss ich mir nämlich immer wieder bewusst machen, dass ich nicht für den Schrank, den Blog oder die Kommentare nähe und stricke, sondern für mich, weil es mir Spaß macht und entspannt. Und damit das so bleibt, muss ich mir diese Gedanken hin und wieder in den Kopf holen. 




Neu im Schrank

Dann legen wir mal los, es ist ziemlich viel fertig geworden in den letzten zwei Wochen, das liegt hauptsächlich daran, dass es sich um kleine Größen oder von mir schonmal genähte Stücke handelt, die dann ja deutlich schneller gehen. 


Passend zum Socktober war ich an der Sockenfront fleißig. Gegensätzlicher können die Socken auf dem Bild gar nicht sein, zweimal die kleinste Größe, und dann ein Paar in 48. Das zeige ich euch nochmal genauer, aber erst nach Weihnachten. 


Schon länger lagen die schwarzen Teile dieser kleinen Kollektion zugeschnitten herum, da hatte mich wohl mal wieder die Disziplin gepackt und ich habe direkt beim Zuschnitt eines Shirts für mich die Reste zu passenden Babschnittteilen verarbeitet. Die Bündchen etc. fehlten aber noch, und weil ich so angefangenes Zeug nur schlecht aushalten kann, habe ich einen weiteren Jerseyrest gegriffen und somit in kurzer Zeit vier neue Teile für die Geschenkekiste gezaubert. Für die beiden Mützen hoffe ich auf Zwillinge im Bekanntenkreis, die wären dafür ja prädestiniert. 


Für mich sind auch zwei neue Teile entstanden, die ich beide im letzten Update auch schon vorgestellt habe. Der Rock Holly aus einem Rest Jeansstoff ist fertig und wird eventuell zu einem neuen heiß geliebten Basic Teil in meinem Schrank. Die finale Anprobe habe ich irgendwie nicht gewagt. Ohne Bund saß er schon ganz gut, danach ist er dann aber direkt in den Schrank gewandert. Ich kann es gar nicht genau erklären, aber fast immer ziehe ich die Sachen nach der Fertigstellung nicht sofort an. Da spielt ein bisschen Angst mit, dass es doch nicht gut geworden sein könnte. 
Genauso ist es beim Top Mara: Ohne Armbündchen hatte ich es einmal angezogen um die Saumlänge zu überprüfen. Da konnte ich aber schon sehen, dass der Rollkragen im Nacken ein wenig absteht. Mal schauen, wie das ist wenn es wie geplant unter einem Pullover angezogen ist, ihr bekommt da ja auch noch Bilder. 



Auf den Nadeln


Der Pullover ist am letzten Wochenende fleißig gewachsen. Den Saum unten habe ich nur grob angenäht, weil er später tatsächlich umgeklappt wird und ich eine ordentliche Kante zum Messen brauchte. Auf dem Bild sieht es nicht so aus, aber in echt gefällt mir die Optik mit diesem Faden ziemlich gut, ich behalte das mal im Hinterkopf. Der Pullover muss nur noch 3 Zentimeter in die Höhe wachsen, dann geht es an die Ärmel. Ich hoffe, dass damit etwas mehr Motivation aufkommt, denn dunkelblau und glatt rechts ist aktuell ein wenig ... ernüchternd. 


Deshalb musste auch was neues, kleines und buntes auf die Nadeln. Ich habe mir die von Sophia übernommenen Wollreste geschnappt und eine Mütze angestrickt, die nachher perfekt zu meinem roten Wintermantel passen wird, was ich super finde. Alle bisher gestrickten roten Mützen habe ich nämlich entsorgt weil der Farbton nicht passte, hier müsste es aber ziemlich gut hinkommen. Falls nicht liegt ja noch das graue Bündchen und ein Schal zwischen Mantel und Mütz. Die nennt sich übrigens Herringbone Hat und ist gratis bei Ravelry zum Download bereit.


Mein Ramble Shawl ist endlich im interessanten Teil angekommen: Stolz darf ich verkünden, die Julia kann jetzt auch Brioche. Das war wirklich nicht leicht und hat mir am Anfang ein paar Knoten ins Gehirn gebaut, aber als das Prinzip klar war, lief es. Dadurch, dass jede Reihe zweimal gestrickt wird und ich mich schon noch konzentrieren muss, was spätabendliches Stricken oder Serienbegleitendes Stricken ausschließt, komme ich hier aber nur ganz langsam voran. Dafür macht es tatsächlich Spaß, und innerlich kichere ich immer ein wenig irre vor mich hin, wenn mein Gehirn die Abkürzungen innerlich in etwas wie: "Brjokkenbrok, brrrk, sl-YO!, brsl" umformuliert und ich darum bete, dies niemals laut vor mich hinzumurmeln. Könnte leicht irre wirken. Oder, als ob ich mit einer unbekannten Spezies kommuniziere. 

Aktuelle Nähprojekte habe ich nicht zu verzeichnen. Letzte Nacht habe ich eine kleine große Bestellung gemacht, also wird es in dieser Kategorie beim nächsten Update einiges zu zeigen geben, denn ich habe viele tolle Sachen geplant. Bis der Stoff da ist werde ich mich mit Babykleidung beschäftigen, genug Stoffreste sind ja vorhanden. Wenn ich Glück habe ist der Plot der Port Trousers von Pauline Alice aber auch schon Anfang der Woche in meinem Briefkasten, dafür habe ich nämlich noch einen schönen marineblauen Baumwollköper zuhause, das hätte dann Vorrang. Ihr werdet es sehen :)


Und jetzt seid ihr dran, erzählt, woran arbeitet ihr? Ich bin doch so neugierig. 


Verlinkt mit Maschenfein, Fadenwechsel.




11. Oktober 2017

Kurzjacke Carol mit Spitzenfutter - La Maison Victor

Hallo ihr Lieben!


Zum heutigen Me Made Mittwoch begrüße ich euch wieder ganz herzlich auf meiner Seite und zeige euch ein ganz besonderes Projekt, das mir in seiner kurzen Existenzzeit schon sehr ans Herz gewachsen ist: Die Jacke Carol aus der La Maison Victor 5/17, eine Kurzjacke, die im Heft aus Wollwalk genäht ist, bei mir aber zu einer Übergangsjacke mutierte. Passenderweise zeigt auch Claudia auf dem Me Made Mittwoch Blog eine Jacke.


 Projektfindung und Inspiration

Für die Entstehung dieser Jacke haben mehrere Faktoren zusammengewirkt. Gehen wir hier mal chronologisch vor: Im Sommer kam eine Kollegin mit einer Jacke zur Arbeit, die sofort mein Interesse weckte. Das Jackenfutter der eher dünnen Jacke bestand aus Spitze. Was für eine spannende Idee! Ich machte ein Foto und im Hinterkopf entstanden diverse Versionen einer solchen Jacke für mich, zunächst eine Jeansjacke mit Spitzenfutter, später dann doch lieber eine Khaki-Farbene, denn eine Jeansjacke besitze ich schon. Weil aber keine dringende Not nach einer Jacke bestand, blieb die Idee an ihrer gemütlichen Stelle im Hinterkopf und lauerte auf eine bessere Gelegenheit. Und die kam dann mit der aktuellen Ausgabe der La Maison Victor. Die Jacke Carol sprang mir sofort ins Auge, ich mochte die Konstruktion sehr. Allerdings haderte ich lange, ob das mittlerweile bestellte Material wohl zu dem Schnitt passen würde. Eine Jacke aus dickem Wollwalk mal eben aus recht dünnem Köper nähen? Riskant. Aber: Manchmal lohnt es sich, ein Risiko einzugehen. Ich bestellte also auch noch Reißverschluss, Kordel und Kordelenden und begann gedanklich, ein paar Anpassungen zu machen, damit meine Jacke perfekt wird.






 Anleitung und Material

Für den Außenstoff hatte ich mich für diesen Stretchköper entschieden, die Spitze dazu passte besser als gedacht. Schlaues Ich hatte bei der ersten Bestellung nur einen halben Meter Spitze bestellt - fragt mich nicht, was ich mir dabei gedacht habe, vermutlich reichlich wenig - und ich musste mitten im Zuschnitt unterbrechen, Nachschub ordern und warten. Das war vielleicht eine Geduldsprobe! Denn dies war eines der Projekte, wo man schon zu Beginn weiß, dass es toll wird. Mir hat sogar der Zuschnitt Spaß gemacht, und das will schon was heißen. 
Um zu Vermeiden, dass ich mit jedem Ring und jeder Uhr im Ärmelfutter hängen bleibe, habe ich nur das untere Drittel aus Spitze zugeschnitten und im oberen Teil einen Futterrest verwendet, leider gibt es davon kein Bild, aber das Prinzip erklärt sich hoffentlich trotzdem. Wichtig war mir, dass ich im unteren Teil Spitze habe, um die Ärmel auch mal umkrempeln zu können. 
Die Anleitung im Heft fand ich für meine Bedürfnisse vollkommen ausreichend, ich habe aber auch schon einige Jacken genäht. Einzig bei der Konstruktion der Blende, die kein einzelnes Schnittteil ist und im Endeffekt durch Falten entsteht, gab es bei mir einen großen Knoten im Kopf. Ein wenig Stecken und Wenden hat dann aber Klarheit gebracht.


 Anpassungen

Schon vor dem Zuschnitt hatte ich einige Änderungen des Schnittes geplant. Ich wollte unbedingt einen Aufhänger einfügen, denn eine Jacke ohne macht irgendwie keinen Sinn, finde ich. Die Kapuze sollte einen Kordelzug bekommen, mit Ösen und Kordelenden in gold, was ich mir zu der Stofffarbe sehr harmonisch vorstellte. Und die doch sehr auffälligen aufgesetzten Taschen wollte ich weglassen, stattdessen Nahttaschen einbauen. Entsprechend habe ich Taschenbeutel zugeschnitten, hierzu Schnittteile von einem Rock genommen und diese leicht vergrößert. 
Dann gab es natürlich noch die mittlerweile gewohnte Längenanpassung. Ärmel und auch Körper haben 7cm zusätzlicher Länge spendiert bekommen. Dazu habe ich die Schnittteile knapp unterhalb der Achsel getrennt - bei einer taillierten Jacke hätte ich die Taillenlinie genommen, diese ist aber kastig und geht gerade herunter, also kann man sich die Stelle quasi aussuchen. Mit der so entstandenen Länge bin ich total zufrieden. 
Während des Nähens stellte ich dann fest, dass die Spitze sich stark verzog und mit jeder neuen Naht und Bewegung ausleierte. Das Jackenfutter aber besteht aus genau den gleichen Schnittteilen wie die Jacke selbst - sprich am Saum, an den Ärmeln, an der Kapuze treffen die Stoffe an den Kanten aufeinander. In meiner Vorstellung würde sich mit der Zeit die Spitze dort rausbeulen, raushängen, rumschlabbern. Schrecklich! Nach und nach sind dann Blenden entstanden, zunächst zwischen Futter und Reißverschluss, dann an der Außenkante der Kapuze und schlussendlich auch am unteren Saum. Für den Streifen zwischen Futter und Reißverschluss habe ich praktischerweise den Streifen Stoff nehmen können, der vom rechten Vorderteil abgeschnitten wird (für die Vorderteile gibt es nur ein Schnittteil, da aber nur auf einer Seite eine Blende nötig ist, wird diese im Nachgang vom anderen Teil abgeschnitten. Die Länge dieses Streifens war also genau passend, ich habe ihn längs halbiert und das Futter entsprechend eingekürzt). Bei der Kapuze habe ich ebenfalls einen durchgehenden Streifen gewählt, auch wenn die Kapuze aus drei Schnittteilen besteht hat dies gut geklappt. Und für den Saum habe ich die Schnittteile nochmal auf den Außenstoff aufgelegt und nur den schmalen unteren Teil zugeschnitten. Das war schon viel Arbeit, hat sich aber sehr gelohnt, wie ich finde. Die Ärmel habe ich ohne Blende gelassen, dort stört es mich nicht, wenn mal ein wenig Spitze herauslugt, und ich wollte den Umkrempel-Effekt von dem ich so sehr träumte nicht stören.





 Der Nähprozess

Durch die ganzen von mir geplanten Änderungen musste ich mich schon stark konzentrieren. Im Endeffekt habe ich mich grob an die Anleitung gehalten, daneben aber auch einen Post-It mit all meinen geplanten Änderungen geklebt. Sonst habe ich nämlich die Kapuze an der Jacke und der Aufhänger liegt noch immer auf dem Tisch, weil der Schritt in der Anleitung nicht drin steht. 
Auch habe ich fast alle Nähte von außen abgesteppt, der Optik wegen. Schulternähte, die Kapuzennähte, Reißverschluss etc. Dadurch sieht es gleich viel ordentlicher aus, finde ich. 
Ich habe mir für das Nähen Zeit gelassen und es wirklich genossen. Der Stoff war super zu verarbeiten, auch wenn die Spitze muckte ließ sie sich mit ein paar Kniffen gut bändigen. Meine Anpassungen gingen gut auf, da habe ich echt Glück gehabt, oft passt meine Vorstellung nämlich nicht mit der Realität zusammen. 
Leider fehlen ein paar Detailaufnahmen, die sicherlich für euch hilfreich wären, zum Beispiel von den Taschen. Diese habe ich - sehr umständlich - mit der Nahtzugabe an der Nahtzugabe des Saumes befestigt, zwischen Futter und Außenstoff, damit sie auch im vorderen Teil der Jacke bleiben. Bei manchen Kleidern habe ich nämlich Nahttaschen, die dann Richtung Rücken klappen, eher unpraktisch. Außerdem habe ich an der Seitennaht eine kleine Absteppung gesetzt an der Stelle, wo die Taschenöffnung ist, damit hier mehr Stabilität vorhanden ist. Aber irgendwie hat mir wohl der Meereswind, die fremde Umgebung und das Aufpassen auf die Tasche, die etliche Meter entfernt alleine am Strand lag, ein wenig das Gehirn vernebelt.







 Fazit

Ich wusste nicht, wie sehr ich diese Jacke brauchte - bis jetzt. Tatsächlich besitze ich nur zwei andere kurze Jacken, und diese lassen sich beide nicht bequem schließen und werden von mir eher offen getragen. Das schränkt natürlich die Tragbarkeit ein wenig ein, gerade bei Regen oder frischem Wind ist es doch unpraktisch, die Jacke nicht zumachen zu können. Mein neues Exemplar füllt damit eine große Lücke im Schrank. Auch den Farbton liebe ich sehr, ich wusste nicht, dass ich genau das noch brauche. Ebenso bin ich vom Außenstoff begeistert, er fühlt sich wirklich toll nach Jackenstoff an, ist ein ganz wenig weich von außen, fällt toll. Ich glaube es klingt raus, dass ich meine Jacke liebe. Wirklich und ehrlich. Sie hat mich nach Holland und Bremerhaven begleitet, war bei Regen, starken Sturmböen und Sonnenschein super zu tragen. Durch die lockere Form passt ein Strickpullover bequem drunter, so kann ich sie noch ein paar Tage in den Herbst hinein anziehen bevor ich sie traurig in eine Kiste packen werde. Aber was freue ich mich jetzt schon darauf, sie im Frühling auszupacken!