9. Juli 2017

Chataigne Shorts - Deer and Doe

Hallo ihr Lieben!

Nicht mal mehr einen Monat dauert es, und dann bin ich im sehnlichst erwarteten Urlaub mit der liebsten Freundin. Dass ich meine Sommergarderobe bis dahin noch etwas aufstocken wollte, habt ihr sicherlich schon mitbekommen. Nun hat es ein zweites, wichtiges Kleidungsstück in den Schrank geschafft, nämlich Shorts. 


Und weil die Shorts für alle Lebenslagen taugen sollen, habe ich sie direkt zur extremen Testung getragen, einer Wanderung in den Dörenther Klippen. Klingt dramatischer als es ist, aber für so nah am platten Münsterland durchaus angemessen. Die Shorts habe ich dort zum ersten Mal angehabt, und sie haben sich sehr gut bewährt. Bequem, durch das weite Bein machten sie jede Bewegung mit und mussten nicht übermäßig zurechtgezupft werden. Taschen für eventuelle Fundstücke sind ebenfalls dabei. Einziges Manko: Der Stoff hat trotz Vorwäsche ordentlich blau abgefärbt, hinterher hatte ich quasi alles blau, was die Hose berührt hat. Sah aus wie ein massiver blauer Fleck. Oder aber seltsam farbener Sonnenbrand. 


Das Schnittmuster ist die Chataigne Shorts vom Label Deer and Doe, mein zweiter Schnitt nach der Jacke Lupin. Nachdem ich die Maßtabelle studiert hatte, entschied ich mich für einen Hybriden: Im Hüftbereich habe ich eine 42 genäht, zum Po auslaufend dann auf 44 erweitert. Damit bin ich zumindest für diesen festen Jeansstoff auch zufrieden; mit einem dünneren Stoff würde ich in Richtung Beine vielleicht wieder etwas begradigen. Aber so hat aktuell alles Platz und nichts engt ein. Allerdings werde ich bei einer weitern Shorts nach diesem Schnitt den Schritt noch etwas vertiefen um es ein wenig gemütlicher zu machen. Es zwickt zwar nichts, aber ist ganz kurz davor, und bei dieser eher lockeren Shorts passt das nicht so zusammen, finde ich. 


Das besondere am Schnitt ist wohl der V-förmige Bund. Der benötigt recht viel Genauigkeit, sodass ich nach dem ersten Versuch nochmal auftrennen musste. Die Spitze traf nicht genau auf die vordere Mitte, und das sieht natürlich recht bescheiden aus. Zum Glück ließ sich das Ganze gut berichtigen und nun sitzt es ordentlich. Außerdem sind die kleinen Falten zu erwähnen, die sicherlich bei lockerem Stoff besser fallen. Hier sind sie zudem nur kurz nach dem Waschen gebügelt, besser ging es nicht. Aber auch beim Tragen entstehen darunter kleine Beulen nach außen hin, die nun nicht weiter stören, aber ich denke, das liegt am Stoff. 


Das Futter der Tasche habe ich aus einem alten rosafarbenen Tuch genäht, früher habe ich damit meine Puppen zugedeckt. Eine schöne Erinnerung, versteckt in der Hose. 
Im Gegensatz zu den Taschen vorne sind die hinteren nur optische, aber nicht praktische. Die Taschenklappen werden einfach nur aufgenäht. Bisher habe ich sie, wie in der Anleitung beschrieben, nur an der oberen Kante festgesteppt. Ich hatte ja die Befürchtung, sie würden sich beim Sitzen nach oben aufklappen und doof abstehen, aber bisher ist das nicht passiert. Gut, ich hatte sie auch nur einmal an, dann war die Wäsche nötig, aber ich beobachte das weiter und steppe sie notfalls einmal komplett ab. 


Die Hosenbeine habe ich um 5cm verlängert, weil ich keine ultra kurzen Shorts wollte. Dafür habe ich dann den Saum nur zweimal umgebügelt und festgesteppt. Eigentlich gibt es ein extra Bund-Schnittteil, dass dann nochmal unten angenäht wird. Das konnte ich mir aber nun wirklich nicht gut vorstellen. Passt glaube ich zu Jeans einfach nicht so, zumindest in meiner Vorstellung. Jedenfalls denke ich, dass die Verlängerung durch das Weglassen des Saumes quasi aufgehoben ist. Nur so als Referenz, falls ihr da überlegt, was ihr machen müsst, wenn ihr ebenfalls aus der Gruppe der großen Frauen kommt. 


Geschlossen wird die Hose übrigens seitlich mittles eines verdeckten Reißerschlusses. Ich war da erst skeptisch, die Dinger sehen ja schon filigran aus im Vergleich zu den normalen Jeans Reißverschlüssen. Aber alles andere würde doof aussehen, also hoffe ich mal, dass da nichts aufplatzt oder ausreißt.  
Nochmal ein Nachtrag zum Bund: Der wird zweimal ausgeschnitten, und der innere Bund soll dann an der offenen Kante, die also nach unten zeigt später, nur versäubert werden und wenn man dann von außen absteppt wird diese Kante mit festgesteppt. Weil ich es aber lieber mag, habe ich die Kante umgebügelt und dann nachher von außen festgesteppt. Das ist nicht viel mehr Arbeit, sieht aber wirklich schön aus, keine offenen Kanten! Alternativ kann man sie auch mit Schrägband einfassen, sieht auch toll aus :)


Beim ersten Anziehen war ich dann ein bisschen gedämpft in meiner Freude. Irgendwie saß sie dann doch komisch, und so weit am Bein, ganz ungewohnt. Ich gab ihr einige Zeit im Schrank, und jetzt nach der Wanderung bin ich deutlich zufriedener. Sie ist halt optisch echt was anderes als die Shorts, die ich sonst so habe. Ich glaube, wenn ich den Schritt verlängere, was ich bisher bei allen Hosen so machen musste, sitzt sie auch nochmal anders und vielleicht besser. Jedenfalls habe ich den Schnitt nicht aufgegeben und würde ihn gerne nochmal probieren. 


Gerade für Aktivitäten ist die Shorts vermutlich ein optimales Kleidungsstück. Sie engt nicht ein und lässt gut Luft durch, also wenig schwitzen und kleben und unwohl fühlen. Ich überlege ja auch, ob ich sie mal zur Arbeit ausprobiere. Sie wirken nicht so aufreizend wie enge kurze Shorts, oder bilde ich mir das ein? 


So, nun zu euch! Habt ihr den Schnitt schonmal genäht? Welche anderen Schnitte für Shorts kennt ihr? Ich freue mich total, wenn ihr mir in Kommentaren oder auch einer Mail antwortet. 





Kommentare:

  1. Die Shorts sehen toll aus, ich mag vor allem die Länge! Find es echt schwierig, Shorts in einer für mich passenden Länge zu finden, oft sind die so megakurz...

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    1. Das ist ja das gute am selbst nähen, nicht wahr, man kann sie so lang machen, wie man möchte :)

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