15. April 2016

Tierischer Frühling

Hallo ihr Lieben!

Heute ist es soweit, ich zeige euch die letzte Fräulein Lenz-Bluse, die im Probenähen entstanden ist. Zugleich ist es die erste, die ich genäht habe. 


Und dabei noch eine ganz besondere! Vor einiger Zeit durfte ich durch alte Stoffe meiner Tante wühlen. Da war viel für Gardinen und Kissten und sowas dabei, aber auch ein Tuch, das sie mal aus irgendeinem südlichen Land mitgebracht bekommen hatte. Schwarz und gold, mit so typischen Bommeln an den Enden, dabei recht breit. Ich dachte mir gleich, dass man daraus auch was machen könnte und nahm es mit. Als dann das Probenähen anstand musste ich direkt an den Stoff denken.


Er fällt nicht ganz so weich und leicht wie die anderen beiden Blusen aus gewebter Viskose, ist also kein Figuroptimierer, aber zum Glück wollte ich sowas eh nicht nähen. Ich war mit dem Stoff natürlich ziemlich begrenzt: Fadenlauf musste egal sein, denn die kleinen Elefanten sollten schließlich in normaler Orientierung auf der Bluse marschieren (Töröö). Für Ärmel war nicht mal in einer kurzen Version Platz genug. Und Verlängern war auch nicht wirklich drin. Aber ein Blusenkragen bitte, der sollte es schon sein.
Ich habe dann ewig herumgepuzzelt und letztlich alles wichtige auf den Stoff bekommen. Dann ging es ans Nähen, auch hier, bei der ersten Version, hat das gut geklappt. Die erste Anprobe bestätigte meine Vermutung: Einfach ohne Ärmel ist nicht.

Die überschnittenen Schultern haben mir so ohne Ärmel nicht gefallen. Ich habe mir mit einer Stecknadel auf einer Seite das Ende meiner Schulter markiert, die Bluse ausgezogen, ordentlich zur Hälfte gefaltet und dann beherzt abgeschnitten, sodass ein offenerer Armausschnitt entstanden ist. Diesen habe ich versäubert und umgenäht. Das ist keine saubere Lösung, wäre genug Stoff für Schrägband dagewesen hätte ich diese Variante gewählt. So lugt ab und an mal was hervor.

Zum Glück stört mich das nicht immens. Viel mehr freu ich mich über die Elefantenparade an mir, den Gedanken an einen schönen Sommer mit diesem luftigen Oberteil und wie perfekt die Passe vorn und der Kragen geworden sind, dabei habe ich nichtmal aufs Muster großartig geachtet! Auf dem Bild oben kann man auch erahnen, dass das untere Kragenende sehr gut zur hitneren Passe passt, wie cool.

 Bei diesem Teil habe ich den Fehler gemacht und das Vorderteil geteilt zugeschnitten, obwohl es im Bruch gemusst hätte. War kein Weltuntergang, habe ich halt eine Naht in der Mitte die nicht notwendig gewesen wäre, aber auch nicht wehtut.
Die Knöpfe sind so kleine goldene, passen gut zu dem Top und sind wiedermal von meiner Oma. Dank ihr muss ich echt selten Knöpfe kaufen, irgendwas findet sich immer in der Kiste.


Das Blüschen und ich, wir warten jetzt noch ein bisschen auf den Sommer bevor wir uns ein bisschen häufiger treffen. Ich habe nämlich keine passende Strickjacke dazu! Da herrscht großer Mangel im Schrank ... ran an die Nadeln. 


Und, was sagt ihr zu meinem Tuch-in-Top-Versuch?




13. April 2016

Mittsommer Blumenwiese

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es, ganz unaufgeregt, ein einfaches Shirt von mir zu sehen. Trotzdem macht es mir aus verschiedenen Gründen große Freude.


Ein Shirt aus vier Schnitteilen ist schonmal schnell gemacht, sieht trotzdem ordentlich aus. Pluspunkt Nummer eins! Allerdings werden ich und Kragenbelege wohl niemals Freunde werden. Ohne zusätzliches Absteppen kommt er einfach immer wieder aus dem Halsausschnitt raus, auch wenn ich die NZ innen angesteppt habe. Das ist nun kein Weltuntergang, aber gerade bei einem Shirt aus Webware wie dieser sieht es schon ganz schön schick aus wenn der Halsausschnitt keine Absteppung hat. Was solls!


Der Schnitt ist Mittsommer von Lotte&Ludwig, wie soll es anders sein. Genäht habe ich Größe 40, allerdings musste ich ein bisschen pfuschen. Ich hatte nämlich nur einen kleinen Stoffrest! Erstmal also die Schnittteile für Vorder- und Rückenteil aufgelegt und ausgeschnitten, dabei die Saumlinie erstmal so gelassen wie es durch den Stoff vorgegeben war. Platz für Ärmelbelege war nicht mehr, nur für die am Hals. Deshalb habe ich die Armausschnitte versäubert, knapp gebügelt und abgesteppt. Das ist allerdings wegen der Rundung nicht so supersauber geworden, würde ich beim nächsten Mal anders machen, mit selbstgemachtem Schrägband. 


Den Saum habe ich dann Vokuhila und Milaseiku gemacht :D Also hinten und vorne ist es mittig länger, zu den Seitennähten gehts dann etwas hoch. Das war das beste, was ich aus dem Restchen rausholen konnte. Mit Top drunter durchaus tragbar, finde ich. Das Shirt habe ich schon in Kombination mit meinem sonnengelben Cardigan getragen, passt ganz gut zusammen!

Kein Knaller, nichts besonderes, aber ich freue mich ja immer sehr, wenn ich was aus der Stoffkiste noch sinnvoll verwerten kann. 

Mehr schöne, vermutlich auch aufwändigere Kleidung heute beim Me Made Mittwoch!



10. April 2016

Gelesen im Februar und März 2016

Hallo ihr Lieben,

bedingt durch das plötzliche Herzversagen meines Laptops habe ich heute die Bücher von zwei Monaten für euch. Denn ich brauche diese Übersicht hier, sonst vergesse ich, was ich gelesen habe. Es sind vier Stück, allerdings habe ich die grobe Vermutung, dass mir da eins durch die Lappen gegangen ist. Nunja. 


Dan Wells - Ich bin kein Serienkiller

John ist ein Jugendlicher mit einer ungewöhnlichen Leidenschaft - Serienmörder. Er ist super informiert in dem Bereich und kennt sich aus. Studiert hat er diese Menschen auch, weil er spürt, dass in ihm selbst die Neigung steckt, zu töten. 
Das klingt erstmal ziemlich gut und ich habe begeistert angefangen zu lesen. Bis es dann irgendwann aus unserer realen Welt abrutschte in etwas, das man Fantasy nennen könnte. Sowas mag ich leider nicht, fühlt sich immer an wie eine Ausflucht: Mist, jetzt habe ich hier sowas brutales und krasses geschrieben, dass man das logisch nicht erklären kann. Okay, mach ich ein Wesen draus das es nicht gibt. Mäh! Wer sich allerdings für sowas begeistern kann, sollte dieses Buch lesen, denn abseits davon ist es gut, ich habe es auch gespannt zuende gelesen, mochte nur diesen Umsprung mittendrin nicht. Dabei habe ich es geschenkt bekommen von Sina, da ärgert es mich ja immer, wenns dann kein Knaller ist. Aber was soll man machen. 


Andy Weir - Der Marsianer

Hier dagegen, oberknaller! Nele hatte das Buch rezensiert, davor hatte ich auch schon davon gehört, allerdings habe ich, nachdem ich bei Nele gelesen hatte, sofort an den Herzmann gedacht. Der mag Physik und solche Wissenschaftssachen, das könnte doch ein Buch für ihn sein. An die Eltern weitergegeben und er hat es zu Weihnachten geschenkt bekommen. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt ... ich habe es zuerst gelesen, er war noch von der überdimensionalen Chronik von Game of Thrones gefesselt. Das Buch hat mir echt gut gefallen! Arg wissenschaftlich zwischendurch und ich habe mitnichten alles verstanden, geschweige denn nachvollziehen können, aber der Typ, der da auf dem Mars hockt, der ist einfach so irre sympathisch und witzig, dass man uuuunbedingt wissen möchte wie es weitergeht. Herrlich! Das Lesen hat mir große Freude gemacht, und der Herzmann ist nun auch endlich angefangen und scheint Freude zu haben, legt ein großes Tempo vor.


Jan-Philipp Sendker - Das Herzenhören

Ein Buch, dass mir meine Mutter mehrfach ans Herz gelegt hatte. Es sei soooo schön! Dem kann ich natürlich nicht widerstehen.
Julia Win geht in dem Buch auf die Suche nach ihrem verschwundenen Vater und entdeckt dabei dessen Vergangenheit, über die er nie viel erzählt hat. Ihre Reise führt sie nach Burma, und von diesem Land wird der Leser ganz schnell verzaubert. Julia kommt im Laufe der Geschichte immer weniger vor, irgendwann ist man völlig drin in der Vergangenheit, und die verzaubert. Der junge Tin Win erlebt schon als Kind mehrere große Verluste, unter anderem verliert er auch sein Augenlicht. Wie aus dem unsicheren, blinden Kind ein selbstsicherer Mann wird - und wer dazu beiträgt - ist einfach schön zu verfolgen. Ein Buch, das berührt, aber auch eines, auf das man sich einlassen muss. Es gibt Dinge, die nicht greifbar sind, vor allem die Liebe spielt hier eine große Rolle. Einen zweiten Teil gibt es von diesem Buch ebenfalls, und auch den muss ich laut Mama noch lesen. Ich empfehle das Buch allen, die etwas für Gefühle und tolle Worte übrig haben:
"Können Worte Flügel haben? Können sie wie Schmetterlinge durch die Luft gleiten? Können sie uns mitreißen, davontragen in eine andere Welt? Können sie uns beben lassen wie die Naturgewalten, die die Erde erschüttern? Können sie die letzten geheimen Kammern unserer Seele öffnen?"


Gillian Flynn - Gone Girl

Ein Thriller nach meinem Geschmack! Nicht nur Blut und Tod, sondern auch ein bisschen Kopf, der gefordert wird.
Das Ehepaar Nick und Amy Dunne steckt in einer kleinen Krise, nach dem beide ihren Job verloren haben und zurück in Nicks Heimatstadt gezogen sind, die Amy verabscheut. Und dann verschwindet Amy plötzlich, ohne eine Spur zu hinterlassen. Es sieht aus, als sei sie das Opfer eines schrecklichen Verbrechens geworden, und nach und nach wird Nick immer verdächtiger.
Die Geschichte wird größtenteils aus Nicks Perspektive erzählt und ist dadurch ganz interessant. Wie das so ist sympathisiert man schnell mit dem, aus dessen Sicht man gerade liest. Aber es gibt gewitzte Kniffe in diesem Buch, die einen irgendwann selbst an allem Zweifeln lassen. Das Ende dann ist grausam-grandios, anders kann ich es nicht sagen. Ich mag nicht zuviel verraten, denn dafür spreche ich eine klare Empfehlung aus! Verfilmt ist es übrigens auch, für alle die, die zu wenig Zeit/Lust zum Lesen haben.





6. April 2016

Das beste Fräulein

Hallo ihr Lieben!

Heute wird Fräulein Lenz RUMS fluten, da bin ich mir ziemlich sicher. Klar, dass ich das nicht missen möchte! 
Zu Anfang wollte ich euch die Blusen in ihrer Entstehungsreihenfolge zeigen, habe mich aber dagegen entschieden. Die Geblümte ist die mittlere, aber als erste hier auf dem Blog weil meine erste schon etwas stärker vom Schnittmuster abweicht und daher wenig aussagekräftig ist. Und die Bluse, die ich euch heute zeige, ist die letzte, aber unerwartet mein sofortiger Liebling. Wirklich, ein so ein Teil, das ich angezogen habe und kurz verblüfft war.


Es zeigt sich mal wieder: Schlicht ist für mich immer noch die beste Wahl. Die weiße Viskose hatte ich mit der geblümten zusammen bestellt, weil ich aktuell keine weiße Bluse besitze und dachte, das wäre ja immer mal praktisch, für etwas schicker. Beim Nähen hatte ich dann zuerst wenig Motivation, weiß ist öde, und ich klecker bestimmt sowieso irgendwas drauf und muss dann ewig auf weitere weiße Teile warten um eine Waschmaschine voll zu kriegen, weiß habe ich einfach nicht so viel.
Egal!

Genäht habe ich sie dann doch noch fix - und das ging wirklich fix, für Nummer drei brauchte ich nicht einmal mehr das Ebook, habe komplett aus dem Kopf genäht - einmal übergeworfen zwecks Saum- und Ärmellänge und ganz baff vor dem Spiegel gestanden. Gefiel mir wirklich sehr, sehr gut!

Die erste Bluse, die noch aussteht, ist im Prinzip dieser hier recht ähnlich, ich habe den Blusenkragen und die kurze Knopfleiste gewählt. Den Blusenkragen finde ich ein Stück schicker als den Stehkragen, also habe ich für meine weiße genauso gewählt. Die Kragenteile habe ich allesamt verstärkt, so hat er genau den richtigen Stand.

Zuerst fand ich es blöd, dass die NZ überall so durchscheint. Da sie aber (zum Glück) recht gleichmäßig ist, ergibt es ein stimmiges Gesamtbild und das ist ok. Kann ich ja eh nichts dran ändern. Hier könnt ihr übrigens die Quetschfalte mal richtig sehen.

Ich bin zwar überhaupt nicht der vorne-in-die-Hose-steck-Typ, aber das machen ja sehr viele, also wollte ich für euch die Eignung dieser Bluse für diesen Trend demonstrieren. Geht gut. :D Und das, obwohl ich mich hier für Vokuhila entschieden habe. Der Saum ist nämlich eigentlich gerade vorne und hinten. Aber öfter mal was neues, nicht?

Die Knöpfe sind silbern, für schick und so, und sind bisher immer alle geschlossen geblieben. Sonst wird mir die Optik glaub ich zu schlabberig.
Die Ärmel habe ich in diesem Fall nur versäubert und dann schlage ich sie so oft um, wiwe mir gefällt. Lässig-schick wäre mein Wort der Wahl. Gut, es sind zwei. Worte der Wahl.

Beim Kragen habe ich übrigens bei allen Blusen eine Modifikation vorgenommen in der Nähweise: er wird ja erst von rechts aufgenäht, also außen alles schick, und dann innen gesteckt und nochmal von außen gesteppt. Eigentlich neben der Naht. Ich bin aber ein großer Fan von Nähen im Nahtschatten an solchen Stellen, bei Hosen- und Rockbünden wird das oft so gehandhabt, habe ich hier auch gemacht. Sieht etwas schicker aus, finde ich.
Alle Blusen sind übrigens in 38/40 genäht. 
Den Schnitt von Lotte&Ludwig gibt es bei DaWanda, schaut mal unter den Rabattcodes, das lohnt sich. 
Erstanden ist die Bluse, wie auch die Geblümte, im Rahmen des Probenähens, genaugenommen handelt es sich hier also um Werbung, die aber nur auf Grund meiner eigenen Meinung besteht.


Zum Schluss habe ich euch auch noch was zu zeigen: Vielleicht ist euch der Reiter "Kleiderschrank" oben im Menü schon aufgefallen. Bisher ist beim Klick nicht viel passiert, ich war da nicht schnell genug. Aber jetzt, jetzt hat sich was verändert. Ihr habt die Möglichkeit nach Kategorien sortiert in meinem Kleiderschrank zu stöbern. Los, geht gucken!






5. April 2016

Die Lenz ist da!

Hallo ihr Lieben,

da Probenähergebnisse beim Me Made Mittwoch ja leider nicht erlaubt sind, hört ihr schon einen Tag eher von mir. Auch nicht schlecht, oder?

Wenn ich überlege, von welcher Schnittmusterfirma ich bisher am meisten genäht habe, ist das ganz klar Lotte&Ludwig. Da habe ich an verschiedenen Stellen schon von erzählt, es passt einfach zu mir. Umso erfreuter war ich, als ich gefragt wurde ob ich nicht mit ins Probenähteam für den neuen Schnitt möchte, eine Oversize-Bluse. Glasklar, dass ich zugesagt habe, oder?


Das Probenähen hat mir tierisch Spaß gemacht. Die anderen Mitnäherinnen waren super sympathisch und der Austausch toll, es wurde sofort geholfen wenn man eine Frage hatte. Eine wirklich herzliche Gruppe und schöne Erfahrung.
Svenja hatte uns die Viskose von Stoff&Stil empfohlen, und ich habe dann auch gleich für zwei Blusen dort geordert. Eine ist schlicht - die gibts bald auch hier zu sehen - und eine sollte richtig, richtig Frühling schreien. Und wie sie das tut!

Die Version, die es zu kaufen gibt, ist noch ein bisschen anders als all die, die ich euch zeigen werde. Diese hier ist an den Seiten und am Kragen noch weiter als die finale Version Ich habe keinen Vergleich an mir selbst - noch - aber mir gefällt die Weite hier eigentlich echt gut.
Die Ärmel sind im Gegensatz zum Körper recht eng, sodass es nicht zu sehr schlabbert. In diesem Fall habe ich sie verlängert, zweimal umgebügelt und abgesteppt, um die Bluse auch mit langen Ärmeln tragen zu können. Umgekrempelt geht aber auch gut und macht ebenso was her. Im Ebook sind die Ärmel 3/4-lang, also achtet darauf wenn ihr auch lange wollt.

Wie immer bei Lotte&Ludwig gibt es Variationsmöglichkeiten. In diesem Fall am Kragen und an der Knopfleiste: Ich habe mich für einen Stehkragen und eine durchgehende Knopfleiste entschieden, ihr habt aber auch die Möglichkeit einen normalen Blusenkragen zu nähen und nur eine halbe Knopfleiste, also bis zum Ende der Passe zu nehmen. Wer kreativ ist kann sicher auch mit Bubikragen oder sowas hantieren.

Das Nähen selbst hat mir ziemlich Spaß gemacht! Die Viskose war nicht so schrecklich zu verarbeiten wie gedacht, und obwohl ich Schwierigkeiten habe sehr genau zu nähen was NZ angeht hat es mit den Passen immer auf Anhieb geklappt. Wer sich da ans Ebook hält kommt auf jeden Fall gut durch. Sowieso würde ich sagen, dass die Anleitung je nach Material auch für Anfänger geeignet ist. Svenja gibt sich mit den Anleitungen immer merkbar Mühe, hier lernt man auch noch was dazu, zum Beispiel über verschiedene Stoffe, warum mit welcher Maschine nähen usw. Das gefällt mir!
Viskose ist ein bisschen flutschig, ein schön fallender Baumwollstoff lässt sich aber sicher auch an Passe und Kragen gut händeln.

Genäht habe ich, für ncoh mehr Frühling, mit mintfarbenem Garn, auch die Knopflöcher und die Knöpfe selbst. Die sind wie immer aus meinem Fundus und so schimmernde. Mir gefällt der Sitz der Bluse sehr gut, besonders zur engen Jeans macht das schon was her und ist so ein Mittelding zwischen der wirklich richtigen Bluse und einem Shirt. Was für nicht so festliche Festlichkeiten oder einen Tag, an dem man sich mal ein bisschen besser fühlen will. Für den Sommer bestimmt super luftig und angenehm.

Die Quetschfalte unter der hinteren Passe kann man auch als Kellerfalte nähen, den Stoff also nach innen legen. 

Nach dem alten Schnitt habe ich insgesamt drei Blusen genäht, und ich glaube die werden heftigst rotieren hier. Und vermutlich auch nicht alleine bleiben, denn ich möchte wenigstens den finalen Schnitt noch einmal ausprobieren und schauen, welcher mir besser gefällt. 

Im letzten Absatz nochmal die harten Fakten für euch.
Das Ebook gibt es bei Lotte&Ludwig, und wer bist zum 10. April bestellt kann mit dem Code FrlLenzIstDa 15% Rabatt bekommen, nicht nur auf dieses Ebook, sondern auf alle. Vorbeischauen lohnt sich demnach. Wenn ihr noch mehr Beispiele sucht, beim Ebook sind einige Bilder in der Vorschau, ansonsten werft Google an, viele der Probenäherinnen haben schon ihre Fräuleins verbloggt. Und allen stehen sie super!






3. April 2016

Auf den Nadeln im April

Hallo ihr Lieben,

was uns der April wettertechnisch so mitbringt kann man ja schon ahnen: Alles ist möglich. Winter, Sommer, Frühling und Herbst vereinen sich ja oft in diesem Monat. Ich freue mich trotzdem drauf, denn danach geht es ganz bestimmt los mit Sommer, und den wünsche ich mir momentan sehr. 

Stricktechnisch sind wir wohl auch gerade in einer Übergangsphase, würde ich meinen. Die einen hängen noch an den letzten Reihen der Norwegerpullover und Handschuhe, die doch etwas länger dauerten als geplant. Die anderen haben ihr Baumwoll-, Leinen- und Seidelager aufgefüllt und werkeln an der Sommergarderobe. Wer was macht, lässt sich wie immer bei Auf den Nadeln verfolgen.

Ich persönlich bin eher nicht so die Sommerstrickerin, sprich, stricken tu ich schon, aber nicht unbedingt für den Sommer. Auch aus Sommergarnen ist es mir oft zu dick und zu warm, und dann eben zu schade wenn es nach zweimal tragen gewaschen werden muss weil eingeschweißt. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn dafür habe ich für den Winter immer mehr als genug Ideen, da kann man ruhig vorarbeiten. Und das ein oder andere Jäckchen ist natürlich ganzjahrestauglich, daran werde ich wohl diesen Sommer arbeiten.

Aktuell aber folgendes.


Ein halbes Paar Socken, also eine fertig, bei der zweiten das Bündchen. Ungewohnt für mich sind es Mustersocken, aber ein wirklich schönes Exemplar. Ich stricke mit 2,25 und Drops Fabel in Natur, das passt super zu dem Muster. Gelb allerdings auch! Die Socken sind mein Ausgleichsprojekt, da bei den anderen quasi nur rechts gestrickt wird und das manchmal sowohl öde als auch anstrengend für die Hände wird. 
 

Zum Beispiel hier. Mein Pullover, der ziemlich toll wird und ganz bestimmt diesen Monat fertig. Das Bild ist zwei Tage alt, seitdem ist Ärmel Nummer eins beendet um beim zweiten bin ich etwa auf der Hälfte. Ein Ende ist in Sicht! Ich bin sehr gespannt, wie er sich tragen wird. Das wunderschöne grüne Garn ist Rowan Fine Art, ihr bekommt es zum Beispiel bei Stichfest.
 

Und mein letztes wirklich aktives Projekt ist ein Tuch. Sehr öde bisher: Kraus rechts, rechteckig. Zwei graue Knäule noch, dann gibt es eine blaue I-Cord-Umrandung auf die ich sehr gespannt bin, das habe ich nämlich bisher noch nicht gestrickt. Im besten Fall reicht das Garn, aber so ganz sicher bin ich mir noch nicht ob die Länge ausreicht oder ich noch nachordern muss. Gestrickt wird schön locker mit 4,5 aus Rowan Super Fine Merino 4ply, was ich ebenfalls bei Stichfest bekommen konnte. Schon praktisch, so eine Freundschaft mit Garnbezug. 

Ansonsten will ich mich in diesem Monat endlich mal wieder dem riesen Granny Square widmen und einen Teststrick machen. Socken wird es sicherlich auch noch ein weiteres Paar geben, das macht einfach Spaß. Da wäre theoretisch auch ein halbes Paar Handschuhe, aber für den zweiten fehlt dann doch die Motivation mit dem Wissen, dass sie erstmal ein halbes Jahr im Schrank liegen würden ... im Herbst dann vielleicht. Oder im Sommer, wenn alles andere zu warm ist auf dem Schoß. 




 

1. April 2016

Der ultimative Wind- und Wetterparka

Hallo ihr Lieben, willkommen bei mir!


Es ist soweit, ich habe meinen bisher größten Kampf gekämpft und eine Regenjacke genäht. Geplant war das schon länger, denn da ich fast nur Rad fahre werde ich auch immer mal wieder nass. Natürlich habe ich mich da ausgestattet, Regenhose und mittlerweile sogar zwei Regenjacken, allerdings günstige zum in-die-Tasche-stopfen-falls. Beide Versionen sind natürlich recht schäbig, haben weder Form noch Stil und erfüllen eben ihren Zweck, mehr aber auch nicht. Bei einer muss ich die Kapuze festhalten, bei der anderen sehr stramm ziehen damit es passt. Was beide gemeinsam haben: Ich ziehe sie nur an, wenn es schon regnet wenn ich losmuss. Ich ziehe sie nicht gerne an, oder provisorisch wenn es heißt, dass es regnen soll. Und außerdem halten sie Wasser in allen Richtungen fern, dementsprechend schwitzt man da ordentlich drin wenn es etwas wärmer ist.

Das alles sprach für eine Regenjacke, die auf allen Gebieten glücklich macht.


Der Schnitt stand quasi sofort fest: Den Wind und Wetter Parka (diesmal macht er seinem Namen alle Ehre!) habe ich schon zweimal genäht, war in beiden Fällen zufrieden und fand alles, was nötig war: Kapuze, Taschen, etwas länger sodass ich gut vor Regen geschützt bin. Außerdem mag ich den Schnitt an mir.

Die Stoffsuche gestaltete sich da schon schwieriger, letztlich bin ich bei Extremtextil fündig geworden. Denn gelb sollte sie bitte sein, meine Regenjacke! So ein Friesennerz, quasi. Nun, schwefelgelb hat sich als recht zitronig herausgestellt, das ist aber nicht weiter schlimm. Futtertechnisch wollte ich Baumwolle, der Flutschfaktor im Ärmel war mir nicht so wichtig, dafür sollte es thematisch passen. Ich habe Regentropfen, Boote und Wolken angestarrt und mich letztlich für Regenschirme von stoffe.de entschieden, da ich dort auch das andere Zubehör fand: Kordel, Kordelstopper die nicht passen, blauer RV und Nahtband zum Abdichten der Nähte. Die Kam Snaps habe ich hier vor Ort gekauft, hatte ich leider verbummelt.

Genäht habe ich wie vorher auch Größe 40, das aber zum letzten Mal. Je nach Material spannt es schon so an den Schultern, ihr könnt es erahnen. Das nächste Mal eine Nummer größer! Außerdem habe ich den Schnitt zum ersten Mal nicht verlängert, nur die Ärmel. Es ist also die normale Parka-Version, die für mich nun eine gute verlängerte Jackenlänge hat. Genau richtig zum Radfahren ohne Wasser im Hosenbund ;)

Zugeschnitten war recht schnell, inklusive zweier Kapuzenmittelteile sowohl bei Futter als auch bei Außenstoff. Ich werde das nie lernen. Zuerst habe ich das Futter genäht, hier habe ich darüber berichtet, das war ja schon fast Routine, ich habe nichtmal ins Ebook geschaut dafür. Dann kam die Außenjacke und meine Güte, war das anstrengend! Da der Stoff beschichtet ist, klebt er nett am Füßchen und somit wird die obere Lage iiiiimmer länger. Ich habe irgenwann Backpapier in schmale Streifen geschnitten und darüber genäht, das hat gut funktioniert, aber das Nähen nicht unbedingt beschleunigt, musste schließlich wieder abgefummelt werden. Außerdem bekam jede Naht, an der es machbar war, Nahtband aufgeklebt, auch das hat viel Zeit gekostet. 


Leider haben sich beim Einnähen der Ärmel all diese Schwierigkeiten geballt und ich war kurz davor, alles in die Ecke zu werfen. Hatte verschobene Stofflagen, sodass ein Ärmel nun an der Schulter perforiert ist, wenn ich Pech hab werde ich nun da nass. 
Aber ich habe mich durchgebissen, zum Glück.
Ich mag abgesteppte Nähte sehr sehr gerne, habe aber hier darauf verzichtet wo es nur ging. Lediglich der Saum ist abgesteppt (und verzieht sich leider irgendwie, mal sehen ob ich das noch hinkriege). 
Kommen wir zu den Kleinigkeiten: Es gibt einen Tunnelzug in der Kapuze, meine ersten Ösen! Hat allerdings ziemlich gut geklappt. Die Kordeln habe ich mit Stoffresten der Außenjacke abgeschlossen, ich finde das eigentlich ziemlich witzig. Nun brauche ich nur noch passende Kordelstopper. An den Ärmeln gibt es Riegel, dazu unten mehr. Und auf eine Tasche habe ich ein Label aufgenäht, das farblich einfach zu schön passt um nicht genutzt zu werden. 

Den Aufhänger habe ich aus diesem weißen Streifen am Stoff gemacht, da stand so nett Umbrella Party drauf, ich wollte das gerne verwenden. 
Es gibt keinen inneren, dafür aber einen äußeren Beleg. Den mache ich übrigens immer anders als im Ebook beschrieben; ich nähe den Streifen rundherum zusammen, lasse eine Wendeöffnung und steppe den Beleg dann direkt neben den RV wobei ich die Wendeöffnung schließe. Finde das einfacher um die Verhältnisse rechts und links vom RV abzuschätzen.

Den Tunnelzug habe ich etwas nach unten verlegt, sollte er schließlich in meiner Taille bleiben. Auch hier fehlen noch Kordelstopper. A pro pos Tunnelzug, das war echt schweißtreibend, mit Nadeln stecken war natürlich nicht drin, sodass ich das komplett frei Hand machen musste. Sieht dafür überraschend gleichmäßig aus, schließlich lag da Jacke mit einer Linie für die Taille, darauf der gebügelte Streifen für den Tunnelzug, darauf Backpapier und ich musste alles irgendwie gerade und ordentlich kriegen.


Ziemlich cool finde ich meine Armriegel, auch wenn die etwas weiter nach unten gedurft hätten. Ich erkläre euch kurz, wie ich die erstellt habe?

Also erstmal habe ich mir eine vorhandene Jacke geschnappt, Riegel ausgemessen und eine Schablone auf Papier gezeichnet. Ich glaube die Höhe war 5cm, Länge nach Gefühl. Da das alles geschmackssache ist, probiert einfach aus. Ihr braucht dann dieses Schnittteil vier mal, ich habe außerdem alle vier Teile verstärkt. Um die Riegel später aufzunähen ist es am besten, eine Naht an den Ärmelteilen schon genäht zu haben.

Je zwei Riegelteile werden rechts auf rechts rundum zusammengenäht, Wendeöffnung nicht vergessen. Die NZ gut zurückschneiden, besonders an der Spitze und den Ecken.

Wenden, bügeln, rundherum absteppen, Knopfloch oder Druckknopf anbringen und dann die Position ausloten, ihr seht auf dem Bild, wie ich es gemacht habe. Dann noch am kurzen Ende aufsteppen und am Ende, wenn Futter und Außenjacke zusammengefunden haben, Knopf oder Gegenstück vom Druckknopf anbringen. Am besten auch diese Stellen im Ärmel verstärken. 


Es ist garantiert keine perfekte Jacke, durch das schwierige Material habe ich einige Fehler gemacht die nicht behebbar sind. Ich bin aber zum Glück nicht so perfektionistisch und möchte erstmal sehen, ob die Jacke ihren Zweck erfüllt. Wenn sie das tut, macht sie mich sehr glücklich mit ihrer Farbe und Form und ich sehe über die kleinen Makel hinweg. Nochmal werde ich mir aber wohl keine Regenjacke nähen, wenn doch, dann nach einem Schnitt der auch dafür gedacht ist, ich glaube, das macht schon einen großen Unterschied.

Wir zwei Unperfekten marschieren jetzt weg von der hübschen Mirabelle (das weiß blühende) rüber zu Fredi, die einen tollen Sewalong passend zu meinen Plänen gestartet hat. Und ich freue mich auf ein nächstes, bestimmt entspannteres Projekt an der Nähmaschine.


PS: Untendrunter übrigens auch Lotte&Ludwig.