12. November 2016

Nameless Mittens

Hallo ihr Lieben!

Frostig ist es geworden, oder? Ich hoffe ja ganz, ganz stark auf ein bisschen Schnee vor Weihnachten. So langsam komme ich richtig in festliche Stimmung, Geschenke werden geplant, so langsam sollte ich auch mit der Produktion starten. Ich bin ja ein großer Freund von handgemachtem zu Weihnachten, und mit steigenden Fähigkeiten gibt es auch viel mehr Möglichkeiten. 

Was eigentlich ja jeder braucht, aber kaum jemand in wirklich schön besitzt, sind Handschuhe. 


Dabei gibt es Trilliarden Anleitungen zu wunderschönen Handschuhen. Darauf muss ich euch dann auch vertrösten, denn für diese hier gibt es keine Strickschrift, zumindest nicht offiziell. Die liebe Sophia hatte sich Ende letzten Jahres das Muster ausgedacht und mich gefragt, ob ich die Probestricken wollte. Ich habe sofort zugesagt, besaß bis dahin sowieso nur ein Paar selbstgestrickte Handschuhe und war Feuer und Flamme. Das helle Garn hatte ich noch von einem anderen Projekt übrig, das dunkle ist einfache Sockenwolle von Regia in anthrazit.


Ich habe so vor mich hingestrickt, fand das Muster schön, alles super. Gegen Ende des ersten Handschuhs stellte Sophia dann fest, dass sie vergessen hatte einen Daumenkeil mit einzubauen. Das war mir nicht aufgefallen, weil die Handschuhe die ich vorher gestrickt hatte auch keinen besaßen. Im Nachhinein mit mehr Handschuherfahrung kann ich aber sagen, dass ein Daumenkeil durchaus sinnvoll ist. Aber auch ohne lassen sie sich natürlich tragen, verziehen sich nur eben in dem Bereich ein wenig. 


Während Sophia also ihr Handschuhe aufribbelte und das Muster erstmal beiseite legte, strickte ich den ersten Handschuh zuende, aber auch deutlich gedämpft in der Freude. Und dann war es Anfang des Jahres, zu warm für Handschuhe, und sie lagen. Und lagen. Und dann war August und der Herzmann und ich wollten nach Brügge fahren. Ich habe mich selbst ausgetrickst und nur dieses Projekt mitgenommen. Im Laufe der Autofahrt habe ich dann auch ziemlich viel geschafft, die Motivation reichte um den Handschuh auch danach fertigzustellen. Ja. Und dann stellte ich fest, dass ich einen Handschuh für einen Menschen ohne Daumen gestrickt hatte.


Ich hatte vergessen, Maschen für das Daumenloch stillzulegen! Großes Gejammer meinerseits, rätseln, googlen. Dann habe ich beschlossen, dass ich sowieso nicht ribbeln werde, also entweder versuche ich einen richtigen, wirklichen afterthought thumb oder es geht schief und die beiden dürfen in die Tonne. Ich habe also die benötigten Maschen aus dem fertigen Strickstück aufgenommen (wie ich es auch mache wenn ich einige Reihen ribbeln  muss) und dann in der Mitte dieser Maschen vorsichtig einmal den hellen und einmal den dunklen Faden durchgeschnitten und ein Loch aufgefummelt.


Und ihr seht, es hat geklappt! Ich konnte zwar diese Fitzelfädchen nicht vernähen und musste sie verknoten, habe das aber bei der Aufnahme von ein paar zusätzlichen Maschen zwecks Löchervermeidung gut verstecken können. Dann strickte sich der Daumen ganz normal und ich hatte, über 9 Monate nach Anschlag, zwei fertige Handschuhe. Eine schwere Geburt, sage ich euch, das ist definitiv das Projekt, das einem Ufo (unfertiges Objekt) am nächsten kommt. Sowas habe ich sonst eher nicht. 


Durch die lange Pause kann man auch zwischen den beiden Handschuhen eine deutliche Veränderung in der Fadenspannung erkennen, schaut mal auf dem dritten Bild von oben, das eine Muster ist viel deutlicher als das andere. Verrückt, wie schnell sich das geändert hat! 
Ich finde ja, die Handschuhe haben einen Daumenkeil und dann eine Veröffentlichung verdient, mal sehen, ob ich Sophia mit diesen Bildern übereugen kann. Mir leisten sie jedenfalls auch ohne Daumenkeil gute Dienste und wärmen mich beim Radfahren. 





Kommentare:

  1. Das Problem mit dem Daumenkeil hats Du echt genial gelöst... perfekt :-) Diese Handschuhe sehen toll aus, die als Geschenk, dafür würdest Du sicher viele begeisterte Abnehmer finden :-)
    Das mit der unterschiedlichen Fadenspannung merkt man nicht. Erst als ich das gelesen hatte, habe ich noch mal nachgeschaut und ja, dann fällt es einem auch direkt ins Auge, aber vorher nicht. Da achtet kein Mensch drauf :-)

    Viel Spaß bei den nächsten Handschuhen :-) und liebe Grüße, Brigitte

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  2. Wirklich ein wunderschönes Muster! Da wäre eine fertig ausgetüftelte Anleitung auf jeden Fall cool. Das Problem mit dem Loch für den Daumen hast du ja prima gelöst, danke für den Tipp.
    Ich habe bei meinen letzten Handschuhen auch ein paar Mal auftrennen müssen, bis sie endlich so waren, wie sie sein sollten :-D

    Liebe Grüße, Daniela

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  3. Hallo Tüt,
    sehr schön sind Deine Handschuhe geworden. Was für eine Arbeit! Gut, dass Du das Problem mit dem vergessenen Daumenloch so gut lösen konntest.
    Liebe Grüße
    Anneli

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