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18. Juli 2018

Luftiges Sommerset

Werbung für Stoffe und Schnitte, alles selbst gekauft, Meinung selbst gebildet. 

Hallo ihr Lieben!

Ich persönlich trage ja gerne auch mal was figurbetontes. Heißt in meinem Fall dann Taille betont, oder eine enge Jeans oder sowas in die Richtung. 
Allerdings nur, so lange die Temperaturen unter 25°C liegen. Bei allem darüber würde ich auch ein Zelt anziehen, hauptsache luftig und weit. 



Da ist es mir dann auch egal, wenn es vielleicht nicht "vorteilhaft" aussieht, denn das ist in dem Fall absolut nicht mein Ziel. Sowieso nicht weit oben auf der Prioritätenliste, aber manchmal macht man sich ja auch gerne schön und betont, was einem am eigenen Körper gefällt. Außer, es ist warm, wie schon gesagt. Wenn man dazu noch von der Arbeit aus einige Regeln einhalten muss, was die Kleidung angeht, heißt es kreativ zu werden. Zu kurze Hosen gehen zum Beispiel nicht, was ich persönlich aber sowieso nicht tun würde. Kleider und Röcke gehen nur mit Leggings oder Strumpfhose, was die Luftigkeit eindämmt und eher einen Hitzestau verursacht. Ich schwöre also im Sommer, vor allem für die Arbeit (da keine Klimaanlage aber reichlich Fenster), auf Viskose und lockere Schnitte. Tatsächlich wechsel ich eigentlich zwischen meiner beblätterten Flatterhose und dieser schlichten dunkelblauen hin und her. 


Der Schnitt "Lamise" von Pattydoo ist wirklich traumhaft, was den Komfort angeht. Ganz viel Platz, eigentlich berührt nur der Bund den Körper. Also, im Stehen, versteht sich. Taschen hat die Hose auch, wunderbar. Übrigens, bei meiner anderen Hose hat es mich etwas gestört, dass die Taschen manchmal nach hinten umklappten. Deshalb habe ich sie hier auf die Nahtzugabe festgesteppt, also von der Seitennaht vom Bein. Bei dieser Variante habe ich außerdem mal ein schmales Gummi am Bein eingezogen, damit die Hose dort unten nicht so weit ist. Gefällt mir genau so gut wie die offene Version und wird sicherlich wiederholt. 


Der Stoff ist gewebte Viskose von stoffe.de aus dem letzten Jahr, aktuell nicht mehr verfügbar. Viskose ist ein Material, das ich wirklich empfehlen kann. Habe ich sowohl einfarbig als auch gemustert schon häufig verarbeitet, und ich liebe das Gefühl auf der Haut. Bestellt hatte ich 1,3 Meter, wie meistens für Hosen, und das hat gut gepasst.
Natürlich waren bei der Hose einige Anpassungen nötig, damit sie zu mir passt: Größe 40 habe ich um 5cm am Bein verlängert, und bei dieser Version auch nochmal 2cm am Saum hinzugefügt für den Gummizug dort. Eigentlich nehme ich mir bei Viskose ja immer vor, französische Nähte zu machen, und dann vergesse ich das beim Zuschnitt wieder. Schade Schokolade.



Kommen wir zum Oberteil, dabei handelt es sich nämlich um ein Experiment. Beide Teile, die ich heute zeige, sind schon im letzten Sommer entstanden, aber Fotos habe ich vor Herbst nicht geschafft, und das ist ja auch irgendwie unpassend. Jedenfalls war im letzten Jahr der Musselin-Trend in vollem Gange, und da wollte ich natürlich auch mit machen und habe mir ein Top nach dem stark abgewandelten Schnitt Sorbetto genäht aus grauem, mit Dreiecken gemusterten Musselin.



Das war tatsächlich erstmal so semi erfolgreich. Musselin will ja lieber nicht gebügelt werden, für die Einfassung der Hals- und Armausschnitte war das aber natürlich nötig und, im Gegensatz zum restlichen, "freien" Stoff, durch die Nähte auch nicht mehr umkehrbar. Sonst knautscht sich ja alles in der Wäsche wieder zusammen, hier aber nicht. Somit war das Top einfach zu groß, die Schulter zu breit und irgendwie unförmig. 

Gerettet habe ich es stumpf, indem ich die Seitennähte nach oben hin unter dem Arm etwas verschmälert habe. So ist es tragbar, wenn auch nicht mein Lieblingsshirt. Aber immerhin: Luftig und sehr angenehm, der Musselin. Würde ich den Stoff nochmal verarbeiten, dann eher zu einem Tuch, einem Rock oder ähnlichen Teilen, die nicht so delikat sind und eher locker. 


In Kombination trage ich die beiden Stücke eher selten, obwohl das doch eigentlich ganz gut aussieht. Sollte ich öfter machen.

Welche Schnitte bevorzugt ihr im Sommer?


Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit Sewlala und Du für dich am Donnerstag.


2. August 2017

Drei Ausschnittvarianten für Tops aus Webware

Hallo ihr Lieben!

Ein großes Ziel von mir ist es, einen kleinen Katalog an Basisschnitten zu haben, die erstmal als Grundlage für alles funktionieren. Sich also gut abändern und anpassen lassen, mit verschiedenen Stoffen funktionieren und im Kleiderschrank als Basics fungieren. Für Jeans habe ich das zum Beispiel erreicht, für T-Shirts auch schon fast. Nur bei ärmellosen Oberteilen bin ich mir lange unschlüssig gewesen. Ich wollte einen für Webware und einen für dehnbare Stoffe haben. Wichtig war mir nur, dass es einen Rundhalsausschnitt gibt, mehr sollte es nicht sein. Den Gratis Schnitt Sorbetto von Colette hatte ich schon ein paar Mal vernäht, war aber nie so glücklich damit. Bevor ich aber jetzt einen neuen Schnitt kaufe für ein eigentlich simples Kleidungsstück, wollte ich lieber noch ein bisschen probieren. Ich habe also meine Reste rausgesucht und losgelegt, und dabei herausgekommen sind drei verschiedene Tops mit drei verschiedenen Arten, die Ausschnitte zu versäubern. 


Und ein paar Blümchen habe ich euch auch mitgebracht. 
Also, bei meinen bisherigen, mittlerweile aussortierten Tops nach dem zugegebenermaßen alten Schnitt Sorbetto hatten mich zwei Dinge gestört. Die ältere Version war ein Crop Top, was jetzt nicht so mein Fall ist, und sowohl Hals- als auch Armausschnitt waren mir zu eng bzw. klein. Statt aber an den Ausschnitten ewig herumzubasteln, habe ich einfach die Träger um 2cm verlängert. So ergaben sich insgesamt 4cm mehr Länge, die Ausschnitte waren tiefer und am Saum habe ich dann nochmal ein gutes Stück verlängert. Mit diesem Hybrid habe ich mir dann die Stoffe vorgenommen. 


Dieses Top besteht aus dem Rest vom Futter meiner Jacke Lupin. Mit ein wenig Pfusch und eiskalter Ignoranz gegenüber des Fadenlaufs konnte ich sowohl Vorder- als auch Rückenteil im Bruch zuschneiden. Hier habe ich auch das erste mal ausprobiert flutschigen Stoff mit Bügelstärke zu bändigen. Einfach großzügig eingesprüht, trocknen gelassen und schon war es deutlich stabiler. Der Stoff ist natürlich noch rutschig, verzieht sich aber in sich nicht mehr so stark. 


Bei dieser Version ließ die Nahtzugabe sogar französische Nähte zu - dachte ich. Zumindest beim ersten Tragen war es dann aber doch etwas eng um die Brust. Gerade noch im akzeptablen Maß, ein wenig schiebt es sich bei Bewegung nach oben, aber ich fühle mich noch nicht eingeengt. Allerdings hatte ich die Bügelstärke auch noch nicht rausgewaschen sondern nur ein bisschen gebügelt, vielleicht wird es dadurch nochmal besser. Aktuell hängt das gute Stück noch auf der Leine, ein finales Statement muss ich also leider ausstehen lassen. 


Hier habe ich die Ausschnitte mit Schrägband verstürzt. Das ist eine ganz gute Lösung, war mit dem Stoff aber echt kein Kinderspiel und ist auch ein bisschen krumpelig geworden an einigen Stellen. Dank Muster kann ich da aber drüber hinwegsehen. 


Das zweite Top ist sogar aus zwei verschiedenen Stoffen kombiniert, weil vom grünen Viskosestoff nicht mehr genug da war, ich aber unbedingt ein Top daraus wollte. Also habe ich sowohl weiße Baumwolle als auch weiße Viskose für den oberen Teil zugeschnitten. Die Abnäher sind hier etwas hoch geraten, aus welchem Grund auch immer das so passiert ist. 


Weil genügend weißer Stoff da war, habe ich es hier mal mit einem Beleg versucht. Dazu habe ich Vorder- und Rückenteil nochmal zugeschnitten, nur eben viel kürzer. Beim Verstürzen dann saß ich kurz vor einem unlösbaren Problem und musste eine Schulternaht wieder auftrennen. Mittlerweile habe ich aber das Tutorial von Schnittquelle entdeckt und für ein anderes Projekt ausprobiert, kann ich so empfehlen. 


Dieses Top hier war eigentlich das erste, entstanden aus den Resten meines Morgenmantels. Hier hatte sich nochmal eine Problemstelle des Schnittes ergeben, um die Hüfte ist es ein bisschen eng. Bei den späteren Versionen habe ich an der Stelle einfach ein bisschen mehr NZ zugegeben. 


Auch war der Stoff hier so knapp, dass ich beide Teile nicht im Bruch zuschneiden konnte. Vielleicht war es auch deshalb etwas eng, weil ich die NZ nicht so genau genommen habe, ist auch möglich. In der Rückenansicht finde ich übrigens, dass die Armausschnitte noch etwas weiter gekurvt sein könnten Richtung Mitte, oder? Das sieht so breit aus an meinen breiten Schultern -.-


Das Top wollte ich erst mit Schrägband aus demselben Stoff einfassen an seinen Ausschnitten. Das stand aber unmöglich ab, also habe ich die ganze Bagage nochmal nach innen umgeklappt und festgesteppt. Das ist durch die fünf Lagen Stoff natürlich auch nicht mehr ganz so schön geworden, aber besser als vorher alle mal. 


Und unten seht ihr nochmal alle Techniken im Vergleich. Welche nutzt ihr so? Oder gehört ihr zu denen, die lieber Tops aus Jersey tragen? Ich habe da ja noch ein bisschen Bammel vor all den Ausschnitten, da bin ich mir echt unsicher. 
Ich kann keine der Varianten favorisieren. Ein Beleg sieht eindeutig am besten aus, sorgt aber auch durch den doppelten Stoff für weniger Leichtigkeit und mehr Wärme. Die letzte Variante war ja eher ein Unfall, aber ein Verstürzen mit Schrägband geht eigentlich sehr gut. Nur muss man das leider erstmal herstellen, finde ich ja immer sehr nervig. 



Falls ihr noch andere Ideen habt, Tips zu guten Tops aus Jersey oder einfach mal was nettes sagen wollt, freue ich mich über Kommentare oder Mails.

Verlinkt bei RUMS.

12. August 2016

Crossback Tank Top - Sorbetto Top Hack

Hallo ihr Lieben!

Verrückt, wie schnell man aus seiner üblichen Routine geworfen wird. Da braucht nur der Mittwoch als Klamotten-Zeig-Tag in die Pause gehen und ich werde nachlässig auf dem Blog. Na gut, ganz allein daran liegt es nicht, für diesen Monat helfe ich auf der Arbeit auf einer anderen Station aus, wo es deutlich stressiger und anstrengender ist, jedenfalls für mich, weil vieles neu ist. Dann habe ich oft keine Zeit oder Lust um mich noch an den Laptop zu setzen und was zu tippen. Heute gehts aber (vielleicht habe ich mich ja gewöhnt?) und ich versuche mal, ein paar sommerliche Gefühle aufkommen zu lassen.


 Der raffinierte Rückenteil meines Tulip Tank Tops hat mir ja sehr gefallen, ich trage das Oberteil häufig. Und zum Sommer hin kam dann die Idee, es doch einfach mal nachzunähen. Im Prinzip habe ich es gemacht wie in diesem englischen Tutorial, aber ich beschreibe es gerne nochmal auf deutsch für euch.
Als Grundlage braucht ihr einen einfachen Tank Top Schnitt. Ich habe mich für Sorbetto von Colette Patterns entschieden, weil der schon da war. Ihr nehmt euch das Rückenteil, dass ja im Bruch geschnitten wird, legt es auf Folie oder Papier, zeichnet rundherum, klappt es am Bruch vorsichtig um und zeichnet nochmal, sodass ihr quasi das Rückenteil gezeichnet habt wie es nach dem Zuschneiten aussieht.


Jetzt müsst ihr nur noch entscheiden, wie es letztlich aussehen soll. Zuerst hatte ich die Rundung so geschnitten, dass sie unter der Achsel endete, wie beim Tulip Tank eben auch. Dafür hatte ich aber nicht mehr genug Stoff übrig, also habe ich es wie im Tutorial beim Halsausschnitt enden lassen. Das nun erstellte Schnitteil zweimal zuschneiden (ich konnte nicht auf den Fadenlauf achten) und schon habt ihr die Rückenteile.


Sehr klug ist es, auf dem Schnitteil und dann auch auf dem Zuschnitt die Mitte am Halsausschnitt zu markieren. Dann kann auch schon genäht werden: Abnäher falls vorhanden, Schulternähte, Seitennähte. Die Rückenteile am Halsausschnitt so stecken, dass sich die hinteren Mitten treffen, innerhalb der NZ feststeppen und dann den Halsausschnitt wie gewünscht verarbeiten. Ich habe sowohl dort als auch an der kompletten Rundung und an den Armausschnitten Schrägband genommen. Schon fertig! Das Vorderteil habe ich offensichtlich ohne Falte genäht, dafür habe ich das Schnitteil einfach an der Markierung der Falte auf den Bruch gelegt.


Ich werde wohl nachträglich mit ein paar kleinen Handstichen die überlappenden Teile etwas aneinander befestigen, so wie es aktuell ist passiert beim nach vorne Beugen so einiges was vielleicht eher ungünstig ist. Ansonsten bin ich ziemlich zufrieden mit diesem Experiment. Wie ihr oben sehen könnt habe ich den Schnitt auch ordentlich verlängert, um 7cm insgesamt. 


Ein paar Anmerkungen an mich selber muss ich aber doch machen. Die Abnäher müssen etwas tiefer, und die Armausschnitte sind auch zu eng. Das habe ich garantiert schonmal gemerkt, denn Sorbetto habe ich schon einmal schlicht und geblümt genäht und da war es ja genauso. Aber naja, Siebhirn und so ... hoffentlich schaue ich vor einer weiteren Version hier rein!


Ich würde es gerne nochmal nähen, mit nicht so plastikmäßigem Stoff und vielleicht mit der ursprünglich geplanten Form, dann gibt es auch nicht so arg viel Haut zu sehen bei Wind und Bewegung. Aber, für ein kleines Nachmittagsexperiment mit Reststoff ist es toll geworden.


Kann der Sommer jetzt bitte zurückkommen? Bisher konnte ich es nur einmal im Urlaub tragen ...




23. März 2016

Hawthorn Version 2

Hallo ihr Lieben!

Ich nähe Schnitte ja am liebsten mehrfach, damit sich der Kauf gelohnt hat und Möglichkeiten für Verbesserungen bestehen. Eine zweite Chance hat eigentlich jedes Schnittmuster verdient. 
Mit meinem ersten Hawthorn, meinem Weihnachtskleid, war ich ziemlich zufrieden. Saß gut, fühlte sich gut an. Und in meinem Kopf schwebte schon länger ein kariertes Hemdblusenkleid. Ich habe den passenden Stoff gefunden - wieder flanellig, mit kuscheliger Innenseite - und losgelegt.


Also meiner Vorstellung entspricht es schon ziemlich! Die Farben sind genau meins, die Musterung auch. Es fällt einfach schön, im Rockteil.


Das ist schon ein ziemlich starkes Memade Outfit: Die Jacke ist eine Miette, und die Leggings habe ich ebenfalls genäht. Schuhe natürlich nicht.
Auf dem Bild könnt ihr sehen, dass ich wieder Taschen hinzugefügt habe. 
Eigentlich war meine Vorstellung übrigens geprägt von langen Ärmeln, ein richtiges Winterkleid. Das ist natürlich ungünstig, wenn man dann mal wieder zu wenig Stoff bestellt hat. Also eben kurze Ärmel, was solls. Mit Jacke drüber geht es ja auch gut. Die Ärmel sind natürlich gleich lang, der eine ist nur ungünstig geknubbelt.


Erst nach dem Zuschnitt habe ich bemerkt, dass eines der Vorderteile einen Fehler hatte, das war so ein Fadengeknubbel mittendrauf. Deshalb musste ich beide Abnäher etwas nach außen verlegen, was nervig war, aber nicht weiter schlimm denke ich. (Natürlich habe ich einen nach außen und einen zur Knopfleiste hin verlegt und musste auftrennen, obwohl ich gerade daran nochmal extra gedacht hatte.


Diesmal habe ich nur den Rockteil verlängert und das Oberteil so gelassen, und es passt definitiv gut so.


Auf nette passende Karos habe ich nur in der vorderen Mitte halbwegs geachtet, denn mir ist das egal und auch einfach zu kompliziert. Ich hätte außerdem dafür deutlich mehr Stoff haben müssen.


Nach zwei maligem Nähen kann ich jetzt aber sagen, dass ich mit Hawthorn abgeschlossen habe und mich auf die Suche nach einem neuen Hemdkleidschnitt machen werde. Der Stil an sich gefällt mir, aber hier gibt es einige Punkte, die irgendwie nerven. 
Da wäre zum einen der Kragen, der einfach nicht ordentlich glatt liegt. Ich habe grad eine Bluse mit Kragensteg genäht und das gefällt mir deutlich besser, sieht einfach "echter" aus. Außerdem sitzt das Obeteil immer noch nicht wirklich richtig, nur die Abnäher enger zu machen reicht einfach nicht. Da müsste ich eventuell anpassen. Das zusammen reicht, damit ich mal einen neuen Schnitt ausprobiere.


Trotzdem trage ich beide Kleider gerne und werde sie sicherlich nutzen.

Mehr schönes, selbstgemachtes wie immer Mittwochs hier.






20. Dezember 2015

Hawthorn zum Finale - Weihnachtskleid Sewalong

Hallo ihr Lieben,

ich glaube Hawthorn ist die erste Anleitung dieser Preiskategorie, die ich mir gegönnt habe. Das Nähen hat mir in jedem Fall Spaß gemacht, zusätzlich zur Anleitung gibt es auch noch einen Sewalong, sodass wirklich keine Fragen offen bleiben. Mir Vorstellungs-Legastheniker haben die Manschetten an den Ärmeln zuerst etwas Schwierigkeiten bereitet, jetzt ist aber alles paletti. 




Am Tannenbaum wird es getragen. So der Plan. Ich habe also mal unsere Miniversion davon mitgenommen, um ein wenig Weihnachtsstimmung heraufzubeschwören. Bisschen versteckt, was? Na gut, dann halt anders.




Ihr könnt schon sehen, wie toll der Flanell fällt. Ich bin wirklich begeistert. Getragen habe ich es bisher nur fürs Foto - Weihnachten soll wirklich Premiere sein. Von daher kann ich noch nicht beurteilen, wie sehr der Stoff klettert. Ich glaube aber, das hält sich wenn es überhaupt auftritt in Grenzen. Die Farbe liebe ich übrigens auch sehr.



Damit das Kleid ansatzweise so sitzt wie jetzt, muss ich noch einiges tun. Ich habe an den Seiten viel rausgenommen - bestimmt 1,5cm pro Seite. Und auch die Abnäher habe ich noch etwas vertieft. Sonst gab es so schlumperfalten an der Brust, trotz Ausmessen. Ich glaube, wenn ich das Kleid nochmal nähe mache ich vorher ein Small Bust Adjustment. Wäre für mich das erste Mal, aber bei so einem Schnitt sieht es irgendwie seltsam aus, wenn es an der Brust zu locker sitzt. 



Nun bin ich aber sehr zufrieden. Die Länge ist klasse, die Ärmel sitzen gut, Taille ist auf der Taille. Die mittlere Naht im Rock sieht etwas schrecklich aus, eigentlich hatte ich das gebügelt, aber da muss ich wohl nochmal ran. Taschen habe ich ja eingebaut, die sind mir leider etwas zu tief gerutscht, aber erfüllen natürlich trotzdem ihren Zweck. 
Was mich noch ein bisschen stört, ist der Beleg am Kragen. Da muss ich echt aufpassen, dass der nicht herauslugt, so richtig will er sich nicht legen, trotz Bügeln und Dämpfen. Jemand Tips?


Die Knöpfe waren ja nochmal eine große Entscheidungsschwierigkeit, lange stand ich vor kupferfarbenen. Allerdings kam mir dann irgendwann der kluge Gedanke, dass ich dazu keinen passenden Schmuck hätte, und zack waren die anderen schlappen Argumente (ganz schön teuer, nicht so alltagstauglich) verstärkt und ich habe mich für diese schlichten entschieden, die immerhin zwischen grau und schwarz wandern und noch ein bisschen Pepp bieten. 
Ich kann mir ziemlich gut vorstellen, das Kleid auch im Alltag mit Freude zu tragen, denn zu schick ist es nicht, genau richtig für meinen Kleiderschrank. 

Mein Fazit zu dem Schnitt: Finde ich super, hat mir Spaß gemacht und werde ich auf jeden Fall nochmal versuchen, der Stoff ist schon bestellt. Vorher werde ich mich aber dem Oberteil nochmal ausgiebigst widmen. Und generell nicht Größe 10, sondern 8 zuschneiden.

Was ich gelernt habe: Meine Körpergröße kommt nur von langen Beinen. Andere Nachmessen lassen. Knöpfe mit der Nähmaschine annähen. Gar nicht so schrecklich, wie gedacht, trotz meines Bedürfnisses nach einer Schutzbrille weil ich Angst hatte, das Nadeln brechen und fliegen.  Wenn ich Schnitte schon seit Ewigkeiten anhimmele und weiß, dass sie meins sind: Nicht rumhampel, kaufen, nähen. Glücklich sein!

Was andere, tolle und kreative Frauen an Weihnachten tragen, lässt sich ab jetzt hier finden.





15. April 2015

Blümchen Sorbetto

Hallo ihr Lieben,

heute wird ein herrlicher Tag! Passend dazu habe ich ab dem Abend Nachtdienst, sodass ich den ganzen Tag draußen verbringen kann. Wenn das mal nicht schön ist. 
Zu dem sonnigen, warmen Wetter passt das neueste Kleidungsstück in meinem Schrank hervorragend.


Das hier ist mein zweites Sorbetto-Top, denn nach dem ersten stand sofort klar, dass ich das nochmal nähen möchte. So ein schöner Schnitt für Baumwoll-Stoffe, sitzt gut und macht doch einiges her. Nachdem ich mein erstes Top genäht hatte, habe ich auch sofort durch meine kleine Stoffkiste geschaut auf der Suche nach weiterem Sorbetto-Material. Den klassischen Ikea-Blümchen Stoff hatte ich dabei in den Händen und fand ihn perfekt für den Schnitt, allerdings hatte ich meiner Meinung nach etwas wenig davon. Im neuerlichen Näh- und Stoffaufbrauchwahn allerdings habe ich beschlossen, auf Dinge wie Fadenlauf und Co zu pfeifen und mit viel Puzzelei ein Rückenteil und das Vorderteil eben in zwei Teilen herausbekommen. Deshalb seht ihr in der Falte nochmal eine Naht. Daran störe ich mich aber gar nicht, ich finde, es sieht doch aus wie gewollt, oder?
(Wir haben hier übrigens kein Bauchblitzer, ich trage ein rosafarbenes Top drunter)


Am Wochenende war es im Wald noch etwas zu frisch für nur ein Top, aber mit der Strickjacke drüber fand ich es ziemlich schick. Nur das Tuch passt farblich nicht so ganz, da muss ich wohl mal ein neues haben, oder stricken ... 

 Beim letzten Sorbetto-Top habe ich die Ärmel- und Halsausschnitte mit selbst gemachtem Schrägband eingefasst. Das sieht schön aus, war eine Heidenarbeit und recht fummelig, weil ich es zu schmal gemacht hatte. Um der Arbeit des Schrägband-Herstellens zu entgehen, habe ich diesmal ein farblich passendes im Laden gekauft. Faule Socke ich, denn so Schrägband aus Baumwolle liegt doch wohl besser an als dieses übliche, raue. Nun steht der Halsausschnitt etwas ab und ein winziges bisschen kratzig fühlt es sich an, aber nicht so, dass es stören würde.


Ich bin trotzdem sehr zufrieden und mir sicher, dass ich dieses Top eventuell durchgehend tragen werde, denn das Muster liebe ich einfach. 
Was ihr auf dem obigen Bild sehen könnt: Ich habe mich in einem Vokuhila-Saum versucht, da ich das Top eigentlich verlängern wollte. Beim Rückenteil hat das noch geklappt, bei den Vorderteilen dann nicht mehr. Den Effekt mag ich ganz gerne.

Ich trage mein Top jetzt zum Me Made Mittwoch und schaue mal, was ich dort an Inspiration sammeln kann.




22. Oktober 2014

MMM: Sorbetto

Hallo ihr Lieben,

und willkommen zu einem Nähbeitrag, der eher den Stempel "antizyklisch" aufgedrückt bekommt. Aber meinen mir selbst verordneten Stoffabbau wollte ich eben nicht nur mit Dekozeug und Co erreichen, sondern auch mit ein paar hübschen Sachen für mich. Und weil Reststoffe meist eher unter zwei Meter bedeutet, sind diese hübschen Sachen dann eben auch reduziert. Oberteile zum Beispiel.
Da passte es doch super, dass ich mir das Sorbetto-Top mal irgendwo abgespeichert hatte, es aus Baumwolle genäht wird und ich hauptsächlich Baumwolle hier liegen habe. Mensch, da kann man ja gar nicht anders, als sofort loszunähen. 



Das ist eines der ersten Kleidungsstücke, mit denen ich so zufrieden bin, dass ich es auf jeden Fall häufig tragen werde. Ich erreiche also langsam ein akzeptables Niveau, für mich jedenfalls. Es sitzt gut, die krumpeligen Nähte am Ausschnitt stören mich nicht, und es sieht gut aus. Findet sogar der Herzmann, der sich mit Kommentaren zu neuer Kleidung im allgemeinen und selbstgemachtem im besonderen eher zurückhält und nur auf Aufforderung reagiert. 

Der Stoff ist das Überbleibsel von diesem Kleid. Wer sich nun fragt, ob er einen Knick in der Optik hat: Ich war mal so frei und habe die linke Seite benutzt. Da es sich um Webware handelt, habe ich nicht mit schrecklichen Konsequenzen gerechnet. Das Schrägband für die Hals- und Armausschnitte wiederum habe ich aus der rechten Seite zugeschnitten, für einen kleinen farblichen Effekt. Ich Fuchs ich. 
Ein wenig Content zur Anleitung an sich: Die war gut erklärt, kein Vergleich zu Burda natürlich. Mit meiner ersten englischen Anleitung hatte ich auch soweit keinerlei Probleme, aber das hier ist auch wirklich ein einfaches Nähprojekt und erklärt sich zusammen mit dem Bildern fast von selbst. Obwohl ich auf einigen Blogs (Recherche vor dem Nähen lohnt sich manchmal) gelesen hatte, dass das Top sehr kurz ist und die Abnäher oft an der falschen Stelle sitzen habe ich beschlossen, einfach beim Original zu bleiben. In späteren Versionen kann ich ja immer noch verändern. Ich habe also ganz normal Größe 8 zugeschnitten und genäht und dabei bis auf ein Detail keine Probleme gehabt, ließ sich alles wunderbar machen. Ich war also nicht schockiert, dass das Shirt so kurz ist, hatte eigentlich eher damit gerechnet und finde es gerade durch den weiteren Schnitt sogar richtig gut. Mit einem Top runter lässt sich das gut tragen, obwohl ich trotzdem gerne eine längere und etwas tailliertere Version nähen möchte, in Zukunft. 

Hat ein wenig was von Crop-Top, das mag ich ja sowieso gerne. Also, kommen wir zu meinem kleinen Problem: Für die Einfassung wird Schrägband selbst hergestellt. Ich Schwachkopf habe die Streifen ein wenig zu schmal ausgeschnitten, hatte dann aber schon alles nach dieser Methode von Pattydoo zusammengenäht und war zu faul, nochmal loszulegen. Nun habe ich zwar hübsch schmale Einfassungen, aber auch sehr geflucht dabei. Die Nähte sind manchmal nicht ganz sauber und alles ist etwas krumpelig, aber das stört mich glücklicherweise nicht sehr. Und beim nächsten Mal werde ich das auf jeden Fall besser machen, so viel ist sicher. In meinem imaginären Nähzimmer würden für solche Vorhaben jetzt ein Rollschneider, ein vernünftiges Messwerkzeug und ein Schrägbandformer liegen ... aber hey, wer fummelt nicht gerne stundenlang mit einem schmalen Streifen Stoff und dem Bügeleisen herum und verbrennt sich fleißig die Finger? Dass es aber auch immer Dampf spucken muss wenn ich grad nahe dran bin ...

Egal, Fazit: Ich mags, hatte es schon zweimal an und für gut befunden. Die Bilder sind letzten Sonntag am Phoenixsee entstanden, als der Sommer noch da war. Man mag es kaum glauben, wenn man jetzt rausschaut, 10°C weniger und Regen und grau .. hallo Herbst!


Ich hänge mein Sorbetto-Top in den MMM-Kleiderschrank und werde mal ordentlich durchwühlen, was sich dort noch so findet, vielleicht ja ein paar Inspirationen für meine Stoffabbau-Sache.