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2. Januar 2021

Wolliges zu Weihnachten

 Hallo ihr Lieben, 


und ein frohes neues Jahr! Ich werde im Laufe des Monats nochmal kurz auf 2020 zurückblicken, lediglich näh- und stricktechnisch, alles andere gibt es ja schon genug. Dafür müssen aber noch ein paar Dinge hier gezeigt werden, damit es sich zumindest halbwegs vollständig anfühlen kann, das Jahr abzuschließen. 

Schon in normalen Jahren mache ich ja sehr viele Geschenke selbst, das könnt ihr unter dem Tag "Geschenke" auch ganz gut nachverfolgen. Aber in diesem absolut verrückten und einzigartigem Jahr habe ich das ganze wirklich auf die Spitze getrieben. Ich wollte so gut es mir möglich war vermeiden, in Geschäfte gehen zu müssen, und ein Schließen des Einzelhandels war ja auch schon absehbar. Deshalb gab es in diesem Jahr für meine Lieben hauptsächlich kreative Geschenke. Ich habe genäht, gestrickt, gebastelt, gemalt, geklebt, gewachst. Da war wirklich alles dabei. Sogar Makramee! Davon gibt es leider keine Bilder, ebenso von vielen anderen Kleinigkeiten, weil ich mich hier dann doch auf das Nähen und Stricken beschränken will. Aber ein paar Dinge werden sich doch ein wenig einschleichen, sodass ich euch zumindest davon erzählen kann, wenn schon nicht zeigen. 

Und weil meine Blog-Zeit noch immer begrenzt ist, werden es ein paar Sammelbeiträge. Heute also all das, was aus Wolle entstanden ist. 

Ein bisschen muss dieses Bild auch symbolisch stehen, denn neben dem abgebildeten Sockenpaar sind noch zwei weitere unterm Tannenbaum gelandet. Die habe ich aber fotografisch nicht festgehalten, also dürft ihr euch nun ein Paar in Größe 48 vorstellen, aus 6-fach Sockenwolle in anthrazit, die Beine sind im 2x2 Rippenmuster gestrickt, was ich dann oben auf dem Fuß fortgeführt habe. Meinen Bruder (dessen große Füße damit beglückt wurden, mein dankbarster Socken-Abnehmer) erinnern sie an die Bundeswehr-Socken, die er von unserem Opa geerbt hat. Und sind damit perfekt! Das andere unfotografierte Paar ist in Größe 43 für meine Mama, aus einer grau/weinrot melierten Wolle, 8-fach, also richtig dick. Das war insgesamt eine sehr gute Idee, mal dickere Socken zu verschenken, weil das Stricken somit deutlich schneller ging. Alle drei Knäule Sockenwolle habe ich übrigens gebraucht bei Ebay Kleinanzeigen erstanden. Super Sache!

Das Paar auf dem Bild ist für eine Freundin, die ich zu Weihnachten bewichteln durfte. Sie hatte bereits ein Paar von mir, das ich im Auftrag gestrickt hatte, so kannte ich die Schuhgröße. Die Farben passen total gut zu ihr, sie hat einen Cardigan quasi mit genau den Farbtönen. Und die Freude war wirklich groß, da ihr Freund sonst immer ihre Wollsocken stibitzt, bei dem Farbschema aber sicherlich die Finger davon lassen wird. Dazu gab es einen kleinen Schlüsselanhänger und Glühwein-Marmelade. 

Die Socken liegen auf einem weiteren Geschenk, für eine andere Freundin. Eine Leinwand, die ich noch hier hatte, das Bild aber nicht mehr mochte, habe ich schwarz überstrichen und dann den Sternenhimmel am Tag ihrer Geburt aufgemalt. Später wurden durch die Sterne dann die Birnen einer Lichterkette geprökelt. Diese Lichterkette hat mich unglaubliche Nerven gekostet, schließlich hatten ja auch die Baumärkte zu, aber ich bin noch pünktlich damit fertig geworden.

Noch knapper war nur dieses schöne Stück. Ich habe quasi schweißgebadet am 22. abends abgekettet, den Pullover am nächsten Morgen vor dem Spätdienst gewaschen und zum Trocknen auf die Fußbodenheizung gelegt und konnte ihn dann am nächsten Tag gerade noch rechtzeitig einpacken. Nervenkitzel, ich sage es euch. Aber zum Anfang:

Jetzt, wo ich umgezogen bin und ich meine Eltern fast jeden Tag sehe, lernen sie auch den Inhalt meines Kleiderschrankes besser kennen. Ich trug dann bei einem Besuch bei ihnen meinen schwarzen Kumulus Pullover und Mama lobte diesen, wollte ihn mal überziehen. Ich erinnert sie, dass ich die Anleitung auch für sie schonmal gestrickt hatte, nur aus dickerem Garn. Das fällt aber natürlich ganz anders. Jedenfalls war sie begeistert vom Sitz und erwähnte, dass sie ja leider so ungern dünnes Garn verstrickt, obwohl die daraus entstehenden Projekte deutlich tragbarer wären, weil weniger warm. Ja, und dann ist alles weitere logisch, oder? Wir haben zusammen Garn ausgesucht - ich hatte ja ein bisschen gehofft, dass sie sich rosa oder hellblau aussucht, Farben, die ich sonst nie verstricke ... naja, es wurde dann halt grau, damit habe ich mich dann auch sehr wohl gefühlt.

Angeschlagen hatte ich schon Anfang November direkt nach dem Kauf der Wolle. Dann waren aber andere Geschenke wichtiger, denn ich wusste, meine Mama würde nicht erwarten, den Pullover an Weihnachten schon zu haben, und sich auch über einen halb fertigen Pullover mit Nadeln drin freuen. Also habe ich zunächst die Socken gestrickt, viel genäht und gebastelt und mich dann dem Pullover gewidmet. (Seht ihr den neidischen Blick von der Hündin, die auch raus will? ...)

Das Garn, Schachenmayr Alpaca Cloud, lässt sich wunderbar verstricken, auch wenn ich dieses dünne, fusselige Garn zweifädig zu verstricken wirklich nicht oben auf meiner Lieblings-Liste stehen habe. Es ist super warm und weich, eine tolle Alternative zu Mohair. Die Lauflänge ist quasi gleich, sodass ich nach meiner Maschenprobe die gleiche Größe wie für mich stricken konnte (M). Die einzige Veränderung, die notwendig war, war dementsprechend die Länge. Ich kann nicht sagen, um wie viel ich den Körper verlängert habe, da ich gar nicht weiß, was die Anleitung vorschläg. Da der Pullover vom oberen Ausschnitt herabgestrickt wird, habe ich ihn einfach regelmäßig angezogen und anhand dessen die Länge bestimmt. Laut Mama ist sie perfekt.

Bei den Ärmeln habe ich wieder mal die Abnahmen etwas versetzt: Statt jede 9. Runde habe ich jede 10. genommen und war ganz überrascht, als ich den Pullover nach Ende der Abnahmen anprobierte und tatsächlich auch schon eine perfekte Länge erreicht hatte. Also abgekettet und den zweiten ... das Abketten geschieht übrigens mit I-Cord, meinem persönlichen Endgegner. Das dauert halt ewig und wird irgendwie nie so ordentlich, wie ich es gerne hätte, schwer auszuhalten. Dank dem flauschigen Flausch hier sieht man aber davon kaum etwas, zum Glück!

Vom Garn sind fast zwei Knäule übrig geblieben, sodass ich meinen Plan, aus Mohair-Resten mal eine Mütze zu stricken, nun auf einen Pullover ausgeweitet habe. Dafür bin ich im Strick-Freundinnen-Kreis schon auf Reste-Suche gegangen und fündig geworden, denn ein lila Restchen findet einfach keinen Platz in meinem Schrank, das geht nicht. 


Wie war es bei euch in diesem Jahr, habt ihr auch Geschenke selbst gemacht? Oder viel bestellt? Euch am letzten Tag durch die Geschäfte geschlagen? Gutscheine? Erzählt doch mal. 

Und wer möchte, findet die Projekte auch hier auf Ravelry


Happy knitting, 

Julia



6. März 2020

Flickenfreitag im März - Wollsocken flicken

Hallo ihr Lieben,

mein letzter Beitrag zum Flickenfreitag kam bei euch ziemlich gut an. Einige schrieben, dass sie es traurig finden, dass der Flickenfreitag nur auf Instagram stattfindet; sie gerne mit ihrem Blog daran teilnehmen würden. Das hat mich zum Nachdenken angeregt, und ich habe auf Instagram mal nachgefragt, wie die dortigen Teilnehmer es so sehen. Einige gaben an, dass sie mit ihrem Instagram-Beitrag nicht an einer Linkparty teilnehmen würden, dass sie für ein gestopftes Loch keinen extra Blogpost schreiben würden und andere Gründe, die ich absolut nachvollziehen kann. Andere wiederum überlegten, extra für eine solche Aktion ihren Blog wieder zu entstauben und hallo, das lasse ich mir doch nicht zweimal sagen!

Deshalb gibt es nun folgende Vereinbarung (mit mir selbst): Immer am ersten Freitag im Monat werde ich hier auf dem Blog einen Beitrag zum Flickenfreitag veröffentlichen, wenn es mir möglich ist auch mit einer kleinen Anleitung zu meinem eigenen Flickwerk, sodass ihr vielleicht noch einen Mehrwert habt. Mit in dem Beitrag wird eine Linkparty vorhanden sein, die den ganzen Monat offen ist. Alle anderen Flickenfreitage finden auf Instagram statt, ihr könnt aber eure Beiträge trotzdem im Monats-Blogpost verlinken. Ist das verständlich? Ich werde das Ganze mal ein paar Wochen laufen lassen und schauen, wie es angenommen wird. Falls ihr noch andere Ideen oder Vorschläge habt, bin ich da ganz offen für!

Wollen wir also starten? Ich habe heute eine Wollsocke mit Loch für euch. Das ist ja immer wieder ein Erlebnis, wenn ich auf meinen Socken laufe und plötzlich merke, dass es so kühl ist an einer Stelle. Dann weiß ich meistens schon, dass da wieder was zu flicken ist. Ist auch immer die selbe Stelle, am Fußballen ... 


 Ich habe meinen Flick-Prozess fotografisch festgehalten, möchte aber auf gar keinen Fall so tun, als wisse ich, was ich da mache. Ich habe das von niemandem gelernt, weder Oma noch in einem Kurs, sondern mache einfach, was mir so einfällt. Es soll also eher ein "How I do it" als ein "How to do it" sein, wenn ihr versteht.
Zum Socken flicken benötigt ihr die Socke mit dem Loch, Sockenwolle, eine Schere, Nadeln in der gleichen Stärke in der ihr die Socken gestrickt habt, oder auch eine kleiner, eine Vernähnadel.


Schaut euch das Loch genau an. Bei mir ist es durchgescheuert, auch etwas aufklaffend. Wenn ihr euch konzentriert, könnt ihr die einzelnen Maschenglieder erkennen, die wie kleine "V" aussehen. An denen orientiere ich mich immer.


Lasst unter dem Loch mindestens eine noch stabil aussehende Reihe Platz und nehmt dann darunter Maschen auf. An beiden Seiten ebenfalls großzügig in den noch nicht abgenutzten Teil der Socke gehen, sonst kommt ihr im Verlauf des Lochs an die dünnen Stellen und nichts hält. Ich nehme immer nur das rechte Maschenglied auf die Nadel. 


Dann kann auch schon gestrickt werden. Weil es eh nicht unsichtbar wird, mache ich mir auch keine Mühe farblich passendes Garn zu finden sondern nehme, was gerade da ist. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Ihr strickt hoch, bis der Flicken groß genug ist und näht die Seitenkanten später mit dem Anfangs- und Endfaden fest. Oder, ihr nehmt in jeder Reihe eine Masche aus dem Socken mit auf und strickt eure Randmasche damit zusammen. Das ist weder fotografisch noch schriftlich erklärbar, aber wenn ihr euch auf meinem Instagram-Profil mal dieses Highlight anschaut, könnt ihr es vielleicht erahnen, da habe ich gefilmt wie ich es mache.


Dann bleiben am Ende nämlich nur die letzten Maschen auf der Nadel, die dann an die Socke genäht werden müssen. Fertig!
Es gibt natürlich noch viel mehr Möglichkeiten, Socken zu flicken oder zu stopfen. Diese Art erzeugt natürlich durch ihre Kanten eine spürbare Stelle, was einige vielleicht stören könnte oder an manchen Stellen unangenehm drückt oder scheuert. Für mich hat es aber bisher immer super funktioniert, und es sieht schön aus. In diesem Fall nicht ganz so, weil ich etwas schief geworden bin, wie ihr unten sehen könnt. Aber darum geht es beim Flicken auch einfach nicht. Klar, wenn das richtig gut gemacht ist und quasi unsichtbar, ist es ein extra Pluspunkt. Aber der hauptsächliche Faktor ist doch, dass da kein Loch mehr ist, das ein Kleidungsstück wieder brauchbar ist, nicht in den Müll wandert und man vielleicht auch noch seine Fähigkeiten verbessert hat.


Traut euch, unperfekt zu sein. Es ist richtig schön entspannt.

So, und nun bin ich sehr gespannt, wer alles dabei ist. Ich freue mich über jeden Beitrag, ob von Instagram oder mit Blogpost, Facebook oder was auch immer es noch gibt. Hauptsache, wir können hier sammeln, was repariert wurde.

Happy mending, 

Julia




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27. Februar 2020

Abenteuerliches Sockenstricken

Hallo ihr Lieben,

im Angebot habe ich heute drei Paar Socken und zwei Geschichten. Habt ihr Lust, sie zu hören? Dann lehnt euch zurück und scrollt weiter. 


In meiner Strickwelt gibt es ja einen ganz routinierten Umgang mit Sockenwolle. Zuerst wird aus dem Knäul das geplante Projekt gestrickt, ob Socken oder Babyhose oder Mütze ist dabei zweierlei. Was fast alle Projekte gemeinsam haben: Es bleibt etwas übrig. Und dieses übrige verstricke ich dann in ein Paar Babysöckchen. Mit denen beschenke ich schon seit Jahren alle frisch gebackenen Eltern im Bekannten- und Freundeskreis, da ist also ständig Nachschub von Nöten. Aber meistens bleibt auch dann noch ein winziges bisschen übrig. Und das habe ich gesammelt. Über mehrere Jahre. 


Bis das Sockenwoll-Reste-Glas irgendwann an die 100g auf die Waage brachte. Dann konnte ich endlich mein lange geplantes Projekt starten: Kunterbunte Sockenwollrestesocken. Sagt das mal drei mal schnell hintereinander: Sockenwollrestesocken, Sockenwollrestesocken, Sockenwollrestesocken. 
Mit dem Start zog es sich dann aber doch ein bisschen, denn ich wollte ja zwei gleiche Socken, musste also die Restchen alle halbieren. Das waren viele Restchen! Ich meine, am Ende waren es 160 Fädchen die ich vernäht hatte, also pro Rest zwei Fädchen, macht 80, ich hatte also 40 Garnreste die ich halbiert habe. Und weil ich da schon so schön mit einer Ordnungstätigkeit beschäftigt war, die mir, muss ich ja ehrlich sagen, meistens viel Freude bringt, habe ich das Ganze auch noch grob nach Farben sortiert: Neutral-orange/gelb-rot-rosa/lila-grün-blau.


Und dann habe ich einfach losgelegt. Von der Spitze an, mit einem Faden für die Afterthought-Ferse habe ich nach oben gestrickt. Und irgendwann Zunahmen gemacht, weil es ja so viel Garn war, dass es auf jeden Fall ziemlich lange Socken werden würden. Die erste Socke war noch ziemlich witzig zu stricken, spannend, dass alle paar Minuten ein neues Fädchen kam und sich die Farben geändert hatten. Als sie dann endlich fertig war, war ich trotzdem erleichtert. Und hatte nur mäßig Lust auf die zweite, weshalb ich auch insgesamt ganz schön lange an den Socken gestrickt habe, fünf Monate auf den Kopf. 


Zuerst war ich von den fertigen Socken nur mäßig begeistert. Das war schon alles ganz schön bunt und nicht unbedingt das, was ich mir unter schön vorstelle. Aber was solls, aus einem Haufen Wollreste ist ein Paar Socken geworden, nicht jammern. Bis ich sie dann das erste Mal anhatte, und plötzlich schockverliebt war. Gerade zu Strumpfhose, also Röcken und Kleidern und Shorts, sind diese Socken meine absoluten Lieblinge. Ich mag es, wie sie sich über den Schuhen stauchen (weil bis zum Anschlag hochgezogen nicht so wirklich gut aussieht) und könnte sie andauernd tragen. Auch das kunterbunte gefällt mir dann super, anscheinend habe ich solche Socken schon lange gebraucht. Was soll ich sagen, das Glas mit den bunten Resten füllt sich in freudiger Erwartung...


Kommen wir zum nächsten Paar Socken, das ich in petto habe. Auch die haben eine langwierige Geschichte. Letztes Jahr im März war ich das erste Mal auf der H+H in Köln. Das war eine ingesamt spannende Erfahrung, wie immer hauptsächlich im Gedächtnis geblieben durch die Menschen, mit denen man dort unterwegs ist. Die Messe ist eine Händlermesse, man kann also keine Materialien kaufen. Manche Aussteller dort sind aber so freundlich, neue Qualitäten oder Farben zum Ausprobieren anzubieten, und so kam ich zu einem Knäul Wolle plus passender Anleitung. Dementsprechend ist dieser zweite Teil des Beitrags nun Werbung, denn weder das Garn noch die Anleitung habe ich bezahlt. 


Bei dem Knäul handelte es sich um Merida von Lamana, ein schönes, meliertes Merinowollgarn das in 50g Knäulen daherkommt. Die Anleitung war für eine Socke mit Rautenmuster, nichts kompliziertes. Direkt nachdem die Restesocken abgeschlossen waren, habe ich dann diese blauen Socken angeschlagen und die erste auch recht flott gestrickt. Bei Socken mit Muster beeile ich mich ja immer etwas, damit ich das Muster nicht wieder vergesse nachdem ich es verinnerlicht habe und ohne auf die Anleitung zu schauen stricken kann. 


Bei 50g war natürlich klar, dass das Garn irgendwann alle ist bevor die zweite Socke fertig gestrickt ist. So kam es dann auch, und ich wandte mich an Lamana um mal freundlich zu fragen, ob ich von denen Nachschub bekommen könnte, da mich eine Socke ja nicht ganz so weit bringt. Leider habe ich bis heute keine Antwort auf meine Email bekommen, was ich schon ein wenig schade finde. Selbst ein "Nein, geschenkter Gaul und so" hätte ich besser gefunden als gar keine Antwort. Da ich aber weiterhin zwei Füße besitze, habe ich mir das Garn dann auf dem üblichen Weg besorgt, ist ja kein Drama, und die Socke endlich fertig gestrickt. 


Und dann, ihr müsstet es nach der ersten Hälfte des Beitrags schon erahnen: Habe ich passende Babysocken gestrickt, sogar im Muster. Die sind schon niedlich, oder? Einfarbige Sockenwollreste sammele ich übrigens auch, da werden irgenwann ziemlich coole Ringelsocken draus, aber das dauert noch ein bisschen. 

Bis dahin, 

happy knitting, 

Julia

21. Januar 2020

Jogginghose und Wollsocken - was will Mann mehr?

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich euch in der letzten Woche gezeigt habe, was meine Mama von mir zu Weihnachten gestrickt und genäht bekam, sind heute mal die Männer meiner Familie dran. Der Freund ist ausnahmsweise leer ausgegangen, einerseits möchte er gar nichts von mir selbst gemacht haben, andererseits haben wir uns in diesem Jahr nur eine Kleinigkeit geschenkt. 
Aber glücklicherweise weiß ich bei meinem Bruder und Papa mittlerweile recht genau, was sie so mögen. 


Traditionell bekommt mein Bruder jedes Jahr zu Weihnachten ein Paar Wollsocken. Und bei Schuhgröße  48 ist das schon ein Commitment, was ich da eingegangen bin! Aber er trägt sie auch tatsächlich das ganze Jahr durch zum Schlafen und zum Chillen, die sind also einer Menge Reibung (Bettwäsche) ausgesetzt und damit relativ schnell nicht mehr schön. Er trägt sie dann weiter, aber jährlich ein neues Paar schadet definitiv nicht. 
Die 76 Maschen pro Runde habe ich in feinen Ringeln gestrickt, dafür zwei Garne gemischt, einmal ein Zauberball, den ich netterweise geschenkt bekommen habe, und ein Knäul melierterm Beige von Regia. Leider musste ich den Zauberball immer mal wieder neu ansetzen weil er sehr dicke Stellen hatte, sodass die Farbverteilung nicht ganz gleichmäßig ist. Aber was solls, oder?


Mein Papa ist überhaupt kein Abnehmer für Wollsocken, der hat immer warme Füße, und Fußbodenheizung. Dafür lässt er sich super gerne benähen, und in diesem Jahr habe ich die Idee gehabt, dass eine Jogginghose doch mal eine gute Idee wäre. Kurz mit meiner Mama Rücksprache gehalten, die mir erzählte, dass er nur eine besitzt bei der er immer die Hosenbeine umschlägt, weil sie zu lang ist. Perfekt! Ich habe dann diese Hose ausgemessen um eine Orientierung zu haben und mich auf die Suche nach einem Schnitt gemacht. 


Für Männerschnitte finde ich Pattydoo immer eine gute Anlaufstelle, auch hier wurde ich dort mit der Hose Alex fündig. Den flauschigen Sweat habe ich im örtlichen Stoffladen gekauft, ebenso wie Reißverschlüsse und Kordel. Einen Jerseyrest für das Taschenfutter hatte ich noch zuhause, die Bündchen habe ich auch aus dem Sweat genäht. 


Für meinen nur 1,70m großen Papa habe ich die Beine um 7cm gekürzt. Ich sage es euch, das ist so ungewohnt! Ob ich für mich, den Freund, Mama oder den Bruder nähe, immer muss ich ordentlich verlängern. Ich dachte die ganze Zeit, ich nähe eine Kinderhose und habe immer wieder nachgemessen weil ich mir sicher war, dass es falsch ist. So kann man sich an Proportionen gewöhnen, verrückt! 
Achso, insgesamt ist es Größe M geworden. An Weihnachten hatte ich dann ein bisschen Herzrasen bei der Anprobe, aber sie sitzt wirklich gut. Eine weitere aus dünnerem Stoff ist schon bestellt worden ;)


Ich mag ja besonders das Bauchbündchen an dieser Hose, die zwei Nähte haben irgendwie einen tollen Effekt, viele Kauf-Jogger sehen ja auch so aus. Ich habe das während des Nähens nicht ganz verstanden, eigentlich sollten die Öffnungen für die Kordel im mittleren Teil des Bündchens sein, da musste ich ein bisschen improvisieren. Habe ich aber sowieso, denn laut Anleitung werden Ösen eingeschlagen. Das mag ich bei dehnbaren Stoffen aber nicht so gerne, ist immer eine Schwachstelle auf Dauer, deshalb habe ich Knopflöcher eingenäht.
Die Anleitung war gewohnt verständlich, auch ohne das Video kam ich gut zurecht, obwohl in der Kurzanleitung der Schritt fehlt, dass die Seitennähte zusammen genäht werden. Bisschen witzig, ist mir aber natürlich aufgefallen. Achso, für die Taschen musste ich dann doch einmal ins Video gucken, da war mir nicht ganz klar, wie es funktionieren soll. 


Die abgesteppte Schrittnaht ist auch nicht Teil der Anleitung, das mache ich aber mittlerweile bei allen Hosen aus Gewohnheit, trägt nämlich auch deutlich zur Lebenszeit der Klamotte bei. 

Welche Schnitte näht ihr am liebsten für die Männer in eurem Leben? Gibt es was, das ich noch ausprobieren sollte?


Happy sewing, happy knitting, 

Julia

12. Januar 2020

Einkaufsnetz, Mütze, Socken, Hüftwärmer und Tuch - für die Beste nur das Beste

Hallo ihr Lieben,

Ich fange dann mal an, euch zu zeigen, was ich so zu Weihnachten verschenkt habe. Davon war wieder einiges selbst gemacht, vor allem meine Mama hat nur eine kleine Sammlung von Kleinigkeiten von mir bekommen. Wir haben insgesamt in diesem Jahr keine großen Geschenke gemacht, weil sowohl meine Eltern als auch ich andere, sehr große Ausgaben hatten, die auf eine gewisse Art auch ein Geschenk für unsere Familie waren. 


Den Anfang hat ein Einkaufsnetz gemacht. Meine Mutter hatte im Herbst gefragt, ob ich ihr bei Gelegenheit auch mal so eines stricken könnte, und bei solchen Anfragen horche ich ja immer sofort auf. Kleine Umfrage im Strick-Freundinnen-Kreis brachte zwei ungenutzte Knäul Baumwolle im genau passenden Farbton hervor und das Netz war innerhalb von zwei Nachtdiensten fertig, Kordel für die Tunnelzüge hatte ich auch noch zuhause.

So ohne Füllung sieht ein Einkaufsnetz immer ein bisschen traurig aus. Ich habe mal reingepackt, was sich bei meinen Eltern so fand: Zwei Kilo Mehl und eine Pomelo (weiß jemand, warum die doppelt in Plastik eingepackt sein müssen? Ich ärgere mich ja immer wieder ...).


Auch gefüllt macht das Netz eine sehr gute Figur. Die Träger werden automatisch länger und die Öffnung zieht sich zu. Mama hat sich über das Netz sehr gefreut, ich freue mich, wenn sie damit demnächst auf dem Markt und im Supermarkt angeben kann :)


Nicht zu Weihnachten, sondern etwas davor, gab es diesen kleinen wärmenden Wickelrock. Meine Hundeschwester (die sich in einige Bilder reingeschlichen hat) freut sich über tägliche, lange Spaziergänge, und je nach Wetter zieht es da manchmal um die untere Körperhälfte. Deshalb haben wir zusammen im örtlichen Stoffladen ein Reststück Stepptstoff ausgesucht, der sich von den Maßen gut eignete. Von außen ist er glatt, innen ist der Stoff aber flauschig, das passt super zur Funktion, die Jacke, die darüber getragen wird schiebt sich nicht hoch und am Po ists kuschelig.


Fertig gestellt war das gute Stück ziemlich schnell: Sie hat es sich angehalten, ich habe Knipse gemacht für zwei kleine Abnäher an den Seiten und die Platzierung der Druckknöpfe und dann die Kanten versäubert, umgeschlagen und abgesteppt. Schon fertig. Na gut, ich musste an Druckknöpfen nochmal nachrüsten, das war zuerst nur einer. Aber auch das ist ja flott gemacht.


Eigentlich steckt hinter allen Geschenken heute eine kleine Geschichte. So auch hinter dieser Mütze. Meine Mama hatte sich irgendwann im letzten Jahr in den Poncho einer Freundin verliebt. Dieser war aber in einem Geschäft nicht mehr zu bekommen, weshalb sie es über das Internet versuchte. Dabei ist sie einer Fake-Seite auf den Leim gegangen, bekam statt Poncho ein "Cartier"-Armband aus China ... der Frust war groß, könnt ihr euch vorstellen. Gemeinsam haben wir dann beschlossen, dass sie sich den Poncho auch selbst stricken kann, die Konstruktion war ziemlich einfach. Wir haben das Garn ausgesucht, der Poncho ist mittlerweile fertig und sehr schön geworden. Übrig geblieben sind anderthalb Knäul Garn, die Mama mir in die Hand drückte, ich könnte ja bei Gelegenheit eine Mütze für sie daraus stricken. Zack, das nächste Geschenk!


Einfach nur glatt gestrickt wollte ich nicht, deshalb habe ich ein wenig auf Ravelry gestöbert und mich recht fix in die kostenlose "Just a Hat" Anleitung verliebt. Das Muster ist super einfach und sieht in dem Garn auch sehr schön aus.


Noch mehr witzige Geschichte: Meine Mama hatte beschlossen, ihrer besten Freundin auch eine Mütze zu Weihnachten zu stricken. Sie war etwas ratlos, wollte ein Muster, aber was schlichtes, nur ein bisschen Struktur. Ich habe ihr dann dieses untergejubelt, was ihr gut gefiel. So haben beide nun eine Mütze mit demselbsen Muster, nur anderes Garn und andere Farbe.


Ein bisschen Quatsch mit dem Hund musste ich auch treiben... steht ihr doch auch ganz gut, oder?

Weiter zur nächsten Geschichte. Eine Strickfreundin von mir durfte sich in ihrer Nachbarschaft bei einer Haushalsauflösung im Wollvorrat der verstorbenen Dame Garn aussuchen. Laut ihrer Schilderung gab es dort ziemlich viel Wolle, sodass sie zum monatlichen Stricktreff eine Auswahl Sockenwolle mitbrachte. Bei einem Knäul dachte ich wegen der Farbgebung gleich an meine Mama, fragte sie, ob diese ihr gefallen würden ("Ja, schön!"  -  "Gut, dann darfst du es wieder vergessen.").


Auch wenn sie mittlerweile im ganzen Haus Fußbodenheizung hat und der Bedarf an warmen Socken dadurch eher eingeschrumpft ist, habe ich ihr die Socken gestrickt. Gefreut hat sie sich sehr, und abends auf dem Sofa kann es ihr eigentlich nicht warm genug sein, ich gehe also davon aus, dass sie trotzdem häufig getragen werden.


Die sind ihr echt auf´den Fuß gestrickt, oder? Hach, schön. Und wieder grau und rosa, es zeigt sich ein Farbschema, findet ihr nicht? Hach, schön, wenn jemand sich so über Handarbeit freut.


Auch das letzte Teil meiner kleinen "Für Mama"-Serie ist kein Weihnachtsgeschenk, sondern einfach so im Herbst für sie entstanden. Ich hatte mir selbst ja im Frühjahr ein Tuch aus Musselin genäht und mochte es so sehr, dass ich auf Ebay Kleinanzeigen eine Suche nach Musselin gespeichert hatte. Dort tauchte dann irgendwann dieser puderrosa Musselin auf, für vier Euro.


Ich meine, den musste ich dann doch einfach kaufen, nicht wahr? Schnell Mama gefragt, ob sie sich über so ein Tuch freuen würde, was sie mir bestätigt hat, und dann den Stoff geschnappt. Die Kanten habe ich zweimal umgschlagen, mehr Arbeit war nicht notwendig, da das Tuch schon eine quadratische Form hatte und somit nur noch diagonal zu einem Dreieck gefaltet werdne musste, um als Tuch zu dienen.


All diese Kleinigkeiten entdecke ich häufig, wenn ich meine Eltern besuche - das Tuch hängt an der Garderobe, der Hüftwärmer liegt über dem Stuhl ... das erfüllt mich mit ganz viel Freude!


Vielleicht braucht die Elsa auch noch ein passendes Halstuch .. gut stehen tut es ihr, oder?

Was verschenkt ihr gerne? Sind es auch eher Accessoires und Kleinigkeiten, oder aufwändige und große Projekte?


Happy sewing, happy knitting,

Julia

24. März 2019

Von Planetenmützen und Tarnsocken

Hallo ihr Lieben!

Ich hab mal ein bisschen fotografiert. Geschenke, um genau zu sein. Drei verschiedene, für zwei verschiedene Leute. Und ein besonderes Model konnte ich auch noch engagieren.


Meine Mama hat bisher schon drei Paar Socken von mir bekommen. Gestrickte, versteht sich. Diese trägt sie gerne, und eigentlich sehr fürsorglich nur im Haus in Hausschuhen. Trotzdem sind zwei davon hoffnungslos durchgelaufen, da funktioniert auch stopfen nicht mehr. Also mussten neue her, zusammen haben wir das Garn ausgesucht. Während sie die Socken anzog, ist mir aufgefallen wie schön die Blumen farblich dazu passen, das musste ich einfach festhalten. Mir gefällt das Motiv total gut!


Auf eine andere Weise toll sind die Bilder zusammen mit meiner Hundeschwester. Die ist einfach unglaublich fotogen, selbst wenn sie wie hier gerade müde gähnt. Dafür könnt ihr die Socken ein bisschen besser sehen.


Sie hat alle Posen übrigens selbstständig eingenommen, nix hier mit Nötigung oder so. Sie ist von Natur aus lustig! 
Gestrickt habe ich die Socken wie immer auf 2,5er Nadeln, hier vom Bündchen an mit Käppchenferse und einer abgerundeten Spitze vorne. Die Musterung erinnert mich irgendwie an Tarnmuster, nur eben in anderen Farben.


Zwei Paar Füße, die zusammen schon ganz schön viele Kilometer gelaufen sind. Poetisch, oder?


Das zweite Paar Socken in diesem Beitrag habe ich für eine liebe Bloggerfreundin gestrickt, die damit auch schon ihr drittes Paar besitzt. Das erste wurde vor bestimmt fünf Jahren im Rahmen einer Tauschaktion verschenkt, das zweite dann als aufopferungsvolle Annahme eines pinken und damit gar nicht meinen Vorlieben entsprechendne Garns. Jetzt hat sie sich wieder gemeldet, mit der für mich immer ganz herzerwärmenden Rückmeldung, dass sie die Socken jeden Abend trägt und noch ein Paar gebrauchen konnte.


Der Farbwunsch war grün/blau, also bin ich fix in den Wollladen im Nachbarort gefahren und habe mich dort umgeschaut. Zwei Knäul sind in die engere Auswahl gekommen, entschieden hat sie sich für dieses hier. Ich musste dann noch ein wenig tüfteln, denn das letzte Paar Socken habe ich noch ganz anders gestrickt, nach einer anderen Anleitung, toe up, auf anderen Nadeln. Dabei hat sie aber ein paar besondere Ansprüche auf Grund ihrer Füße, sodass ich nicht einfach stumpf nach Maschenzahl meine gewohnten Maße stricken kann. 
Ich habe dem Knäul gar nicht angesehen, dass es Ringel werden, war aber um so glücklicher darüber, denn geringelte Socken stricken sich deutlich schneller als wild gemusterte. Ein passendes kleines Schächtelchen hatte ich auch noch hier und die Socken waren schnell versandt. Die erste Rückmeldung war zum Glück auch positiv.


Von den Füßen ans ganz andere Ende des Körpers, von einer Freundin wieder zur Mama und Hundeschwester. Auch hier gibt es, neben tollen Bildern, eine schöne Geschichte.


Eine kleine Ausmist-Aktion hat dazu geführt, dass einige Knäul Wolle bei mir landeten, mit denen ich lange nichts anzufangen wusste. Als ich mal wieder darüber saß ist mir aufgefallen, dass sowohl ein etwas dickeres, gemustertes Garn sowie ein Knäul Mohair die gleiche Lauflänge hatten, und damit war klar, dass sie zusammen gehören. Mit beiden zusammen habe ich eine Mütze angefangen und gleich zwei mal gestrickt, weil der erste Versuch viel zu groß war, man Mützen aber ja erst kurz vor Ende anprobieren kann. Passiert, wenn ohne Anleitung gestrickt wird!


Ich habe ein 2re/2li Bündchen gestrickt, dabei aber provisorisch angeschlagen, sodass ich nach gewünschter Länge das Bündchen zur Hälfte zusammengefaltet und die Anschlagkante mit den aktuellen Maschen zusammengestrickt habe. Dann ging es glatt rechts weiter bis mir die Länge gefallen hat, Abnahmen, fertig. Ich wusste noch gar nicht, wer die Mütze bekommen soll, nur, dass ich sie nicht behalten möchte. Wenig später, beim Spaziergang mit meiner Mama, berichtete mir diese, ihre von mir gestrickte Mütze sehr gerne zu tragen, an manchen Tagen sei diese aber zu dünn, ob ich ihr wol noch eine dickere stricken könnte. Haha! Ich brachte dieses Exemplar mit, und ganz begeistert hat sie ihre Winterjacke hervorgekramt, zu der die Mütze farblich wirklich passt, als wären sie füreinander gemacht. Die Freude beiderseits war groß: Sie hatte eine wärmere Mütze, und ich einen Empfänger.


Denn so ist das mit Geschenken: Es macht glücklich, sie zu geben. Mich ganz besonders. Und schaut euch nur dieses Grinsen an, das spricht doch schon für sich, oder?

Jetzt hat meine Mama bei allen Gelegenheite warme Füße und Hände, und mich immer mit dabei. Nur die Hundeschwester, die ist noch nicht bestrickt worden, aber was nicht ist, kann ja noch werden. 

Falls ihr mehr über Garn und Nadelstärken wissen wollt, ist Ravelry die richtige Anlaufstelle.

Happy knitting, 

Julia