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20. November 2018

Finale Novemberwetter Sewalong

[Werbung da Namens- und Markennennung]

Hallo ihr Lieben!

Die Zeit ist wie im Flug vergangen, und nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich, hatten wir vor ein paar Wochen noch 20 Grad am Tag und sind nun am Nullpunkt angelangt. Der Herbst hat uns nur kurz eine Stippvisite geleistet und danach gleich den Winter vorbei geschickt. Schade, denn meine neue Latzhose ist bei den aktuellen Temperaturen nur mit einer Strumpfhose drunter tragbar.



Dafür habe ich endlich ein zweites Paar locker lässiger Latzhose, die so bequem ist und sich gut anfühlt. Die Frohnatur von Lotte&Ludwig habe ich hier mal anders interpretiert, wird sie doch hauptsächlich aus Leinen oder dünnem Denim für den Sommer genäht. In meinem Fall, aus einem weichen Stoff mir unbekannter Herkunft, wirkt sie gleich ganz anders.


Auf diesem Bild sieht man, dass mir gar nicht in den Sinn gekommen ist, dass der Stoff eine "Richtung" hat. Wie Nicki oder Cord auch sind die abstehenden Mini-Fasern ausgerichtet und fangen das Licht ein. Ich habe Vorder- und Hinterhose nicht in die gleiche Richtung zugeschnitten, und das ist von der Seite nun sichtbar. Ärgerlich, sogar sehr, aber nicht zu ändern und deshalb artig zu akzeptieren.


Für meine Bedürfnisse und Maße habe ich einige Änderungen am Schnitt vorgenommen. 
- Der hintere Latz ist um 3cm verlängert und nachträglich noch verschmälert. Wie ihr unten seht, hängt er ein wenig unmotiviert herum, logisch, bei lockerem Stoff. Das war mir aber zu extrem, jetzt finde ich es okay. 
- Der vordere Latz ist um 6cm erhöht und um 1,5cm verschmälert worden
- Die Beine sind im Schritt um 2cm mittig erhöht, zur Seite auf 4cm auslaufend. Sonst auf Kniehöhe 5cm dazugegeben und am Saum nochmal 9cm. 
- Statt der Versäuberung der Latze mit Schrägband habe ich diese umgeschlagen und abgesteppt, Belege konstruiert und Träger gebastelt. Aus diesem Stoff hätte ich Schrägband nicht so gut bügeln können, weil dick, und auch irgendwie nicht passend zum Gesamtlook.


Trotz meiner Zugabe ist mir die Hinterhose immer noch nicht hoch genug. Die Passe sitzt meiner Meinung nach zu niedrig, da ist noch eingies an Luft nach oben. Ich möchte den Schnitt sehr gerne noch weiter optimieren und werde mich daran als erstes versuchen. Dafür sitzen die Taschen ganz gut, finde ich, und das viele Absteppen der Nähte hat sich auch bezahlt gemacht.


Die Latze (Lätze?) hängen im stehenden Zustand immer ein wenig herum, aber das ist notwendig, damit beim hinsetzen die Hose im Schritt keine unangenehmen Einengungen verursacht. Ihr wisst, was ich meine. Hier auf dem Bild sieht mana uch schön, dass mir die Hose hinten nicht lang genug ist, bzw. nicht genug Stoff um die Strecke über mein Hinterteil zurückzulegen und auf gleicher Höhe zu enden wir das Vorderteil. Verbesserung möglich!


Vielleicht würde ich bei einer nächsten Version sogar eine Nummer kleiner, also eine 42 nähen. Damit sollte der Bund immer noch über den Po gehen, aber es schlabbert nicht ganz so arg. Anders herum gehört das auch einfach zum Look dazu ... Ich überlege noch.


Die Beine sind trotz der massiven Verlängerung immer noch eher auf der knappen Seite. Umgeschlagen funktionieren sie aber auch, und jetzt im Winter sind die Schuhe ja eh höher, also ist das okay. Sie kristallisiert sich ja sowieso eher als tragbares Probemodell heraus (wobei die erste Version irgendwie besser sitzt, woran auch immer das liegt...).


Tatsächlich habe ich es auch noch geschafft, ein weiteres Teil für mich im Rahmen dieses Sew Alongs zu nähen. So ein Cardigan geht nach zwei aufwändigen Parkas und einer Latzhose dann doch ziemlich schnell, sehr angenehm. Ich habe meine beiden Teile kombiniert, aber damit ihr besser sehen könnt, das Outfit gewechselt.


Den Picea Cardigan von Fabelwald habe ich ebenfalls schon einmal genäht, das scheint wohl der Sew Along der zweiten Male zu sein. Beim ersten Mal, eher zur Probe, noch aus einem günstigen Strickstoff, der sich wenig hochwertig anfühlt. Dieses Mal aus kuscheligem Sweat von Stoff und Stil mit so netten weißen Nopsis, ich mag die Optik sehr leiden.


Ich habe die kurze, für mich um 8cm verlängerte Version mit V-Ausschnitt genäht. Beim Auflegen der Schnitteile auf den Stoff habe ich dann so lange herumgeschoben, bis ich die Jacke nochmal verlängern konnte, damit sie noch kuscheliger wird. So sind am Körper nochmal 15cm hinzu gekommen, der Stoff ist komplett aufgebraucht, perfekt. 



Weil ich meine Cardigans grundsätzlich offen trage, habe ich mir nicht die Mühe gemacht Knopflöcher und Knöpfe anzunähen und die Blende einfach so gelassen, wie sie ist. Die Form des Ausschnitts finde ich sehr schön, diese leichte Kurve auf Brusthöhe. Irre, wie viel körpernäher diese Version sitzt, im Vergleich zu dem grünen Cardigan. Selbe Größe, nur ein anderer Stoff. Größe 38 übrigens, was bei mir immer wieder leicht irres Kichern auslöst. Ich habe noch nie etwas in 38 genäht, abgesehen von diesem Schnitt.


Der Cardigan kann mit Bündchen gesäumt werden, oder eben einfach mit einem klassischen Saum. Da ich aus irgendwelchen Gründen ein Schnittteil für den Bund vertrödelt habe, musste ich nicht lange überlegen, welcher es wird. Hupsi! Aber bei so längeren Modellen finde ich eh einen geraden Saum schöner, als dieses leicht zusammen gezogene.


An den Ärmeln sind es aber ganz klassische Bündchen geworden, damit es kuschelig bleibt und nicht reinzieht. Die Ärmellänge finde ich genau richtig, so ein Glück! Achso, habe ich bisher nicht erwähnt, aber der Sweat ist praktisch nicht dehnbar. Die Ärmelbündchen anzunähen war dementsprechend ein kleiner Kampf, hat aber funktioniert.


Im Schnitt enthalten sind auch zwei verschieden große aufgesetzte Taschen. Der grüne Cardigan bekam damals die kleineren Taschen, diesmal wollte ich große, für Hände, Taschentücher, Handy und alles, was einem sonst so über den Weg läuft. Die machen sich gut, finde ich!


Das war also meine Ausbeute vom Novemberwetter Sewalong. Ein Cardigan, der mich definitiv wärmen wird bei diesem üsseligen Wetter und ein absolut gelungenes Projekt ist. Und eine Latzhose, die ich mag, mit der ich mich aber noch ein wenig anfreunden muss, weil der Sitz nicht perfekt ist und ich den Stoff so doof zugeschnitten habe. 

Das gemeinsame Nähen hat wie immer viel Spaß gemacht und ich bin gespannt, wie die anderen Damen in ihren Stücken aussehen. Es ist ja immer etwas anderes, den gesamten Entstehungsprozess mitzuverfolgen, da fiebert man sofort mehr mit. 

Auf den Bildern trage ich übrigens mein Agnes Shirt mit Rollkragen aus dem Beitrag vom ersten Picea Cardigan und meine Cleo von Tilly and the Buttons

Happy sewing, 

Julia



29. März 2018

Picea Cardigan und Agnes Pattern Hack

Hallo ihr Lieben!


Manchmal machen Menschen Dinge, die nicht ihren Gewohnheiten entsprechen. Essen morgens Müsli statt Brot. Fahren einen anderen Weg zur Arbeit. Nehmen Pommes mit Mayo anstatt mit Ketchup. Kaufen Stoff, ohne ein Projekt dafür im Kopf zu haben. Ratet, um welchen der Fälle es heute gehen soll.


Gut geraten! Vor einigen Wochen ist mal wieder die durchaus seltene Begebenheit geschehen, dass ich einen Stoff sah und ihn mitnahm, ohne genau zu wissen, was ich daraus nähen möchte. Viel mehr, ohne das Geschäft auf der Suche nach diesem Stoff betreten zu haben! Gesucht hatte ich nämlich Material für mein Latzkleid, war fündig geworden und stolperte dann bei den Angebotsstoffen über diesen schönen grünen Strickstoff. Reduziert, fühlte sich toll an, Plastikanteil gering. Zack, mitgenommen. Zuhause habe ich dann überlegt, was es werden soll und mich nach einigem Abwägen für den Picea Cardigan entschieden, da ich durchaus Bedarf im Bereich kurze und schlichte Cardigans habe.


Picea gibt es in zwei Längen und mit zwei Ausschnittformen, die sich kombinieren lassen. Ich habe die kurze Länge gewählt, jedoch um 5cm verlängert und den V-Ausschnitt genommen, weil er auf der technischen Zeichnung so nett aussah und ich den Cardigan sowieso offen tragen wollte, was bei einem eher engen Rundhalsausschnitt meistens seltsam aussieht, finde ich. 
Viel spannender ist aber die Größe, in der ich genäht habe. 38! Ich habe noch nie etwas in 38 genäht! Beim Vergleichen der Fertigmaße mit meinen Maßen stellte ich nämlich fest, dass die vorgeschlagene 40/42 vermutlich einem Zelt ähneln würde und habe mich dagegen entschieden. Mit dem fertigen Stück stelle ich fest, dass ich je nach Stoff wohl auch die 36 nehmen könnte, besonders die Ärmel sind doch ganz schön weit. Irre. 36. Im Leben nie getragen. Das ist keine Kritik am Schnittmuster, es steht extra in der Beschreibung, dass der Cardigan locker sitzt und auch so designt ist, nur für meine Zwecke war es nicht das, was ich wollte.


Was mich wiederum ein wenig an der Anleitung gestört hat, ist fehlende Bügelanleitung. Ich weiß, dass viele Jersey und Sweat vernähen und die Nähte nicht bügeln. Meiner Meinung nach macht es aber für den ordentlichen Sitz eine Menge aus, dass die Nahtzugaben gebügelt sind. Im schlimmsten Fall hat man sonst wellige Nähte, was nun wirklich nicht schön aussieht. Ich finde es immer besser, wenn die Anleitung angibt, wie gebügelt werden soll. Dann kann ja immer noch jeder frei entscheiden, ob der dies befolgt oder nicht. So habe ich es einfach wie gewohnt gemacht, was nun auch nicht weiter schlimm ist, jammern auf hohem Niveau und so. Aber für mich wirkt es immer weniger wertschätzend dem Kleidungsstück gegenüber, weil die Sorgfalt ein bisschen fehlt.


Für die Taschen habe ich das allererste Mal eine Overlock benutzt. Also, um die Nähte zu versäubern bevor sie auf die Jacke aufgesteppt wurden. Das war ziemlich aufregend, sag ich euch. Danke nochmal an dich, goldengelchen! Und ja, ich musste die Overlocknaht fotografisch festhalten. Da sich mein Nähplatz innerhalb der nächsten zwei Jahre nicht vergrößern wird, gibt es auch so lange keine Overlock im Hause Tüt, also muss ich mich damit begnügen.


Die Verarbeitung der Blenden wird im Ebook auf mehrere Weisen erklärt, ganz sauber mit Handnähten zum Abschluss oder mit offenen Kanten und dem üblichen annähen, wie bei Bündchen. Ich habe mich für einen Hybrid entschieden, die Nahtzugaben zwar versteckt, aber dann mit der Nähmaschine drüber gerattert. Sieht nicht ganz so schön aus wie Handnähte, ist aber völlig ausreichend für einen eher lässigen Cardigan, finde ich.


Tja, in diesem Post hat sich aber gleich noch etwas versteckt, und zwar direkt unter der Jacke. Ich habe ja schon länger das Bedürfnis nach Shirts mit Rollkragen, mein erster Versuch war aber ernüchternd. Saß nicht so, wie ich wollte, stand im Nacken sogar doof ab. Also habe ich gedacht, wenn das schon die Zeitschrift nicht kann, dann versuche ich es halt selbst. Ich habe mir die Schnitteile vom Agnes Shirt von Tilly and the Buttons geschnappt, die geringelte Version davon angezogen und mich damit vor den Spiegel gestellt um am vorderen Halsausschnitt, am hinteren Halsausschnitt sowie an den Schultern auszumessen, wie weit ich die jeweiligen Teile erhöhen muss, damit sie möglichst halsnah sind. Das habe ich dann angezeichnet, den neuen Halsausschnitt ausgemessen und entsprechend dieser Länge ein Rechteck für den Kragen konstruiert.


Die erste Version des Schnittes war grauenhaft. Lag aber gar nicht an meiner Konstruktion, sondern am Jersey. Der war kaum dehnbar, was mir aber erst aufgefallen ist, als ich das Shirt anzog und mich kaum bewegen konnte. Wie so ein muskelbepackter Bodybuilder im XS-Shirt habe ich mich gefühlt. Nur ohne Muskeln. Aber ähnlich eingeengt. Reinfall, obwohl ich den Rollkragen nichtmal dran genäht hatte, aber mir war schon klar, dass da mein Kopf nicht durchpasst. 
Der zweite Jersey, dieser schwarze hier, ist zum Glück etwas dehnbarer, wenn auch nicht so sehr, wie ich es gerne hätte. Der Kopf geht durch, aber die Brille muss vorher ab und ich halte jedes Mal die Luft an und horche, ob eine Naht platzt. Dafür liegt er genau so, wie ich es wollte, schön kuschelig am Hals.


Mir ist vorher nie so deutlich aufgefallen, wie unterschiedlich dehnbar so Jerseys sind. Aber ihr seht schon auf den Bildern, dass das Shirt sich so über der Brust rafft, was eigentlich für zu eng spricht. Was wiederum nicht sein kann, weil zwei andere Versionen in genau derselben Größe super sitzen. Also, schon zu eng, aber halt weil der Stoff sich nicht so sehr dehnt. Für weitere Rollkragenshirts, die ich wirklich gerne hätte, muss ich mich also nach gut dehnbaren Stoffen umschauen.


Aber es erfüllt seinen Zweck, und wenn ich es ab und an runterzuppel fallen auch die Falten nicht mehr auf. 
Ich finde die Kombination der beiden Stücke eigentlich sogar ziemlich gelungen, ich glaube, das ziehe ich demnächst öfter mal an. Der Frühling lässt ja sowieso noch auf sich warten, also kann ich mich auch noch weiter in kuschelige Sachen hüllen.


Wenn ihr Stoffempfehlungen habt, dann bitte, ich freue mich über alle Vorschläge!

Happy sewing, 

Julia 



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