Hallo ihr Lieben!
Die Zeit ist wie im Flug vergangen, und nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich, hatten wir vor ein paar Wochen noch 20 Grad am Tag und sind nun am Nullpunkt angelangt. Der Herbst hat uns nur kurz eine Stippvisite geleistet und danach gleich den Winter vorbei geschickt. Schade, denn meine neue Latzhose ist bei den aktuellen Temperaturen nur mit einer Strumpfhose drunter tragbar.
Dafür habe ich endlich ein zweites Paar locker lässiger Latzhose, die so bequem ist und sich gut anfühlt. Die Frohnatur von Lotte&Ludwig habe ich hier mal anders interpretiert, wird sie doch hauptsächlich aus Leinen oder dünnem Denim für den Sommer genäht. In meinem Fall, aus einem weichen Stoff mir unbekannter Herkunft, wirkt sie gleich ganz anders.
Auf diesem Bild sieht man, dass mir gar nicht in den Sinn gekommen ist, dass der Stoff eine "Richtung" hat. Wie Nicki oder Cord auch sind die abstehenden Mini-Fasern ausgerichtet und fangen das Licht ein. Ich habe Vorder- und Hinterhose nicht in die gleiche Richtung zugeschnitten, und das ist von der Seite nun sichtbar. Ärgerlich, sogar sehr, aber nicht zu ändern und deshalb artig zu akzeptieren.
Für meine Bedürfnisse und Maße habe ich einige Änderungen am Schnitt vorgenommen.
- Der hintere Latz ist um 3cm verlängert und nachträglich noch verschmälert. Wie ihr unten seht, hängt er ein wenig unmotiviert herum, logisch, bei lockerem Stoff. Das war mir aber zu extrem, jetzt finde ich es okay.
- Der vordere Latz ist um 6cm erhöht und um 1,5cm verschmälert worden
- Die Beine sind im Schritt um 2cm mittig erhöht, zur Seite auf 4cm auslaufend. Sonst auf Kniehöhe 5cm dazugegeben und am Saum nochmal 9cm.
- Statt der Versäuberung der Latze mit Schrägband habe ich diese umgeschlagen und abgesteppt, Belege konstruiert und Träger gebastelt. Aus diesem Stoff hätte ich Schrägband nicht so gut bügeln können, weil dick, und auch irgendwie nicht passend zum Gesamtlook.
Trotz meiner Zugabe ist mir die Hinterhose immer noch nicht hoch genug. Die Passe sitzt meiner Meinung nach zu niedrig, da ist noch eingies an Luft nach oben. Ich möchte den Schnitt sehr gerne noch weiter optimieren und werde mich daran als erstes versuchen. Dafür sitzen die Taschen ganz gut, finde ich, und das viele Absteppen der Nähte hat sich auch bezahlt gemacht.
Die Latze (Lätze?) hängen im stehenden Zustand immer ein wenig herum, aber das ist notwendig, damit beim hinsetzen die Hose im Schritt keine unangenehmen Einengungen verursacht. Ihr wisst, was ich meine. Hier auf dem Bild sieht mana uch schön, dass mir die Hose hinten nicht lang genug ist, bzw. nicht genug Stoff um die Strecke über mein Hinterteil zurückzulegen und auf gleicher Höhe zu enden wir das Vorderteil. Verbesserung möglich!
Vielleicht würde ich bei einer nächsten Version sogar eine Nummer kleiner, also eine 42 nähen. Damit sollte der Bund immer noch über den Po gehen, aber es schlabbert nicht ganz so arg. Anders herum gehört das auch einfach zum Look dazu ... Ich überlege noch.
Die Beine sind trotz der massiven Verlängerung immer noch eher auf der knappen Seite. Umgeschlagen funktionieren sie aber auch, und jetzt im Winter sind die Schuhe ja eh höher, also ist das okay. Sie kristallisiert sich ja sowieso eher als tragbares Probemodell heraus (wobei die erste Version irgendwie besser sitzt, woran auch immer das liegt...).
Tatsächlich habe ich es auch noch geschafft, ein weiteres Teil für mich im Rahmen dieses Sew Alongs zu nähen. So ein Cardigan geht nach zwei aufwändigen Parkas und einer Latzhose dann doch ziemlich schnell, sehr angenehm. Ich habe meine beiden Teile kombiniert, aber damit ihr besser sehen könnt, das Outfit gewechselt.
Den Picea Cardigan von Fabelwald habe ich ebenfalls schon einmal genäht, das scheint wohl der Sew Along der zweiten Male zu sein. Beim ersten Mal, eher zur Probe, noch aus einem günstigen Strickstoff, der sich wenig hochwertig anfühlt. Dieses Mal aus kuscheligem Sweat von Stoff und Stil mit so netten weißen Nopsis, ich mag die Optik sehr leiden.
Ich habe die kurze, für mich um 8cm verlängerte Version mit V-Ausschnitt genäht. Beim Auflegen der Schnitteile auf den Stoff habe ich dann so lange herumgeschoben, bis ich die Jacke nochmal verlängern konnte, damit sie noch kuscheliger wird. So sind am Körper nochmal 15cm hinzu gekommen, der Stoff ist komplett aufgebraucht, perfekt.
Weil ich meine Cardigans grundsätzlich offen trage, habe ich mir nicht die Mühe gemacht Knopflöcher und Knöpfe anzunähen und die Blende einfach so gelassen, wie sie ist. Die Form des Ausschnitts finde ich sehr schön, diese leichte Kurve auf Brusthöhe. Irre, wie viel körpernäher diese Version sitzt, im Vergleich zu dem grünen Cardigan. Selbe Größe, nur ein anderer Stoff. Größe 38 übrigens, was bei mir immer wieder leicht irres Kichern auslöst. Ich habe noch nie etwas in 38 genäht, abgesehen von diesem Schnitt.
Der Cardigan kann mit Bündchen gesäumt werden, oder eben einfach mit einem klassischen Saum. Da ich aus irgendwelchen Gründen ein Schnittteil für den Bund vertrödelt habe, musste ich nicht lange überlegen, welcher es wird. Hupsi! Aber bei so längeren Modellen finde ich eh einen geraden Saum schöner, als dieses leicht zusammen gezogene.
An den Ärmeln sind es aber ganz klassische Bündchen geworden, damit es kuschelig bleibt und nicht reinzieht. Die Ärmellänge finde ich genau richtig, so ein Glück! Achso, habe ich bisher nicht erwähnt, aber der Sweat ist praktisch nicht dehnbar. Die Ärmelbündchen anzunähen war dementsprechend ein kleiner Kampf, hat aber funktioniert.
Im Schnitt enthalten sind auch zwei verschieden große aufgesetzte Taschen. Der grüne Cardigan bekam damals die kleineren Taschen, diesmal wollte ich große, für Hände, Taschentücher, Handy und alles, was einem sonst so über den Weg läuft. Die machen sich gut, finde ich!
Das war also meine Ausbeute vom Novemberwetter Sewalong. Ein Cardigan, der mich definitiv wärmen wird bei diesem üsseligen Wetter und ein absolut gelungenes Projekt ist. Und eine Latzhose, die ich mag, mit der ich mich aber noch ein wenig anfreunden muss, weil der Sitz nicht perfekt ist und ich den Stoff so doof zugeschnitten habe.
Das gemeinsame Nähen hat wie immer viel Spaß gemacht und ich bin gespannt, wie die anderen Damen in ihren Stücken aussehen. Es ist ja immer etwas anderes, den gesamten Entstehungsprozess mitzuverfolgen, da fiebert man sofort mehr mit.
Auf den Bildern trage ich übrigens mein Agnes Shirt mit Rollkragen aus dem Beitrag vom ersten Picea Cardigan und meine Cleo von Tilly and the Buttons.
Happy sewing,
Julia
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