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29. August 2019

Sommerkleider für Mama

Hallo ihr Lieben,

bevor uns der Sommer endgültig verlässt, muss ich euch unbedingt noch etwas zeigen. Und das ist nicht übertrieben, denn beide Teile sind schon so lange genäht, dass ich froh über mein kleines Notizbuch sind, sonst könnte ich kaum etwas dazu erzählen. Bühne auf für meine Mama!


Zwei Jahre sind diese Bilder nun schon alt, zu dem Zeitpunkt habe ich das Kleid nämlich genäht, aber dann war der Sommer vorbei, der nächste kam, mit ihm ein neues Kleid, ich wollte beide zusammen zeigen, aber zack, Sommer wieder vorbei, keine Bilder gemacht. Jetzt haben wir es endlich geschafft!
Meine Mama hatte viele, viele Jahre "das rote Kleid". Ein Kleid, dass den Sommer stofflich ausdrückt. Unzählige Familienurlaube war es mit dabei, wurde zuhause getragen sobald es warm genug war. Mama hat das Kleid an? Es ist Sommer. Kein besonderes Kleid, rot mit Muster, Spaghettiträger, schön luftig. Über die Jahre wurde es dann aber immer mehr zum zuhause Kleid. Mama trägt lieber Ärmel oder zumindest breite Träger, und recht kurz war es auch. Letztendlich bat sie mich darum, einen Rock aus dem Kleid zu machen, damit sie dieses konservierte Sommer-Feeling noch weiter erleben kann. Dafür bekam ich das Kleid, und habe vor dem Zerschneiden ein wenig vorhandene Schnittmuster aufgelegt, um es an ihre Wünsche angepasst neu nähen zu können. 


Ich wusste, dass es relativ gerade werden sollte, also kein ausgestellter Rock. Statt Spaghettiträgern mit Ärmeln, wenn auch kurzen. Rundhalsausschnitt. Von den vorhandenen Schnittmustern passte das Agnes Shirt von Tilly and the Buttons am besten, sowohl von den Vorstellungen her als auch vom ursprünglichen Kleid. Also habe ich munter getüftelt, nachdem ich den perfekten Stoff bei Michas Stoffecke gefunden hatte. Rot mit Muster in Erwachsen und nicht zu großflächig war gar nicht so leicht, sage ich euch!


Vorne und hinten hat das Kleid einen tiefen Rückenausschnitt bekommen. Die Ärmel sind eher kleine Flügelchen, so gibt es unter den Armen nicht zu viel Stoff und Hitzestau. Mittlerweile hätte ich den Saum der Ärmel anders verarbeitet, damals habe ich ihn aber einfach knapp nach innen umgeschlagen und abgesteppt. Der Halsausschnitt ist mit einem Belegstreifen nach innen versäubert, das sieht so schön schlicht aus.


Meine Mama hat sich damals sehr über das Kleid und vor allem meine Gedanken dahinter gefreut. Ein wenig eng ist es ihr dann doch, figurbetonter als sie es sonst trägt. Trotz zahlreicher Komplimente von verschiedenen Personen ist sie etwas zögerlich, es anzuziehen. Aber gut, dann habe ich die Chance noch ein neues rotes Kleid zu nähen, da beschwere ich mich doch nicht!


Spulen wir ein Jahr weiter, Sommer 2018. Ich trug zu einem gemeinsamen Stadtbummel mein Farrow aus Leinen und Mama äußerte Interesse. Direkt in der nächsten Umkleide gab ich es ihr zum Überziehen, das Interesse wuchs und schon standen wir im nächsten Stoffladen und suchten nach einem passenden Stoff. Diese traumhafte Viskose ist uns in die Hände gefallen, wenn die nicht nach Sommer aussieht, dann weiß ich auch nicht weiter. Mamma Mia, portugiesische Fliesen, die Synapsen glühen förmlich. 


Da ihr mein Kleid passte, habe ich auch für sie die Größe 10 genäht. Praktisch, brauchte ich den Schnitt nicht neu abpausen. Ich habe ihn um 10 cm verlängert, bei mir waren es nur fünf, aber genau die fünf Zentimeter ist Mama auch größer als ich (1,85m). Einzig den Halsausschnitt habe ich etwas nach unten versetzt, da es ihr im Original etwas zu erdrückend war und auch nicht zur Vorstellung vom Sommerkleid passte.


Dementsprechend musste ich auch den Beleg neu zeichnen, das war aber kein großer Aufwand. Wie immer hat sich die Viskose artig nähen lassen, lediglich bei den Taschen wurde es durch das große Flutschverhalten etwas knifflig und sie stehen leicht nach außen auf. Da der Stoff aber sowieso bei jedem Hauch von Luft in Bewegung ist, fällt das nicht groß auf. Ebenso wenig das nicht passende Muster in der vorderen Mitte, da habe ich tatsächlich nicht dran gedacht. Durch das wilde Muster fällt es aber nicht auf, wenn man nicht darauf hingewiesen wird, oder?


Pünktlich zu ihrem Geburtstag im letzten Jahr konnte ich es ihr überreichen und erhalte seitdem immer mal wieder Bilder per Whats App, wenn sie es trägt. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber sowas macht mich immer sehr stolz und glücklich.


Im Nacken wird das Kleid mit einem kleinen Haken geschlossen, hier musste ich ein paar extra Nähte setzen damit der Beleg aus der leichten Viskose sich nicht rauszieht.


Ich bin so froh, dass Mama meine Nähkunst in Anspruch nimmt und sich so darüber freut. Und so toll darin aussieht, richtig?

Danke, Mama. 


Happy sewing, 

Julia 

15. Februar 2018

Stricknews von Mama

Hallo ihr Lieben

es ist nun schon eine Weile her, dass ich die Ehre hatte meinen Platz hier für meine Mama zu räumen. Mitnichten bedeutet das, dass sie unkreativ war oder keine Lust mehr hat, ihre Werke zu zeigen. Wir haben einfach ein bisschen gesammelt, damit ihr die volle Dröhnung bekommen könnt!


Modell Nummer eins ist ein absoluter Allrounder: Eine schokobraune, etwas längere Jacke, die eigentlich zu allem passt. Verstrickt ist hier Alta Moda Alpaca, das Originalgarn zu der Anleitung aus einer Classici. Die Jacke fällt sehr schön locker, wärmt durch das Alpaka aber ordentlich. 



Besonders an diesem Modell sind wohl die Bündchen, die nicht wie üblich rechts/links gestrickt sind, sondern aus kleinen Zöpfen bestehen. Zusammen mit dem Garn ergibt das einen, finde ich, rustikalen Touch. Und sieht nicht ganz so schlicht aus wie ein einfaches Bündchen.



Die Jacke hat keine Knopfleiste, sondern auch hier nochmal zwei Zöpfe über die gesamte Länge. Sie wird offen getragen. 
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich meiner Mama anhand der Teile dieser Jacke gezeigt habe, wie Dämpfen funktioniert - und auch sie überzeugt habe von dieser Methode. Gerade die Zöpfe haben sich dadurch super entspannt, sind aber auch nicht ausgeleiert, und es ließ sich viel besser zusammennähen. 


Im Beitrag zu meinem Streifenpullover hatte ich ja schon erwähnt, dass meine Mutter, genau wie ich, den ehemals im Partnerlook gestrickten Pullover auch aufgeribbelt hat. Wir haben ihn also beide gestrickt, beide geribbelt. Wenn das mal nicht zeigt, wie gut wir uns täuschen können! Hihi. Und, genau wie ich, hat meine Mama das Garn neu verarbeitet, zweifädig mit einem anderen Garn, Cumba von GGH. Die Anleitung zur Jacke kommt aus einem uralten Heft, dem Filati Nummer 26. Dabei handelt es sich um das Titelmodell. Dieses trägt die Jacke übrigens ohne ein weiteres Kleidungsstück darunter, und auch nur mit zwei verschlossenen Knöpfen. Meine Mama wollte das lieber nicht. 


Ziemlich spannend finde ich die Führung der Ab- und Zunahmen in den Rippen. Das ist interessant gelöst und sorgt für ein zweites Hingucken, sowohl vorne als auch hinten. 
Ich bin mir sicher, dass meine Mama die Jacke verlängert hat, beim Modell sieht sie eher Hüftlang aus, und Mama ist ja auch eher auf der Seite der großen Frauen. 



Ein kleiner Kragen sorgt für einen sauberen Abschluss. Alles in allem ein schönes, schlichtes Jäckchen in einer Farbe, die ebenfalls universell einsetzbar ist. 


Das letzte Stück für heute sticht ein wenig aus der Reihe, weil es so farbenfroh ist und auch ein bisschen verspielter.


Bei dieser Jacke handelt es sich eigentlich um eine Anleitung für einen Pullover, den meine Mama modifiziert hat zu einer Jacke, weil das doch praktikabler ist. Es handelt sich um das Modell 18 aus der Rebecca 52 (das Heft ist auf der Seite der Zeitschrift leider nicht aufgelistet, daher hier zumindest ein Einblick).


Bei dem Garn handelt es sich um das Mohairgarn von GGH; Kid nennt es sich. Für diese Jacke wird es dreifädig verstrickt, zweimal in einem helleren Petrol, einmal in einem dunkleren. Dadurch ergibt sich ein schön changierendes Bild, faszinierend, finde ich.


So, ihr seid nun auf dem aktuellen Stand der Dinge. Ich finde ja alle Jacken sehr schön, sie passen toll zu meiner Mama und ich freue mich, dass wir dieses Hobby teilen können. Danke! :)




15. Januar 2017

Mama und die Tücher - Teil zwei

Hallo ihr Lieben!

Vor anderthalb Monaten habe ich euch den ersten Schwung Bilder präsentiert, auf denen meine Mama all die Schals und Tücher des letzten Jahres trägt. Heute folgt dann teil zwei mit drei weiteren Exemplaren. 


Tuch Nummer eins ist ein Multifunktionsstück. Eine Stola, gestrickt aus Silkhair, wird von Mama auf Grund der riesigen Ausmaße sowohl als Tuch, viel lieber aber als Decke genutzt. Bei Mohair ist es ja besonders spannend, wie leicht und löchrig und gleichzeitig wärmend das Material ist. Ich habe selbst schon darunter gelegen, und es entsteht eine angenehme Wärme. 


Ein diagonal verlaufendes Lochmuster und eine Häkelkante sorgen auch optisch für Abwechslung. 


Dieses Tuch hat auch so seine Geschichte. Es besteht aus Lace Pearls von Lana Grossa und einem dünnen Merinogarn mit 400m Lauflänge pro 50g, wird mit beiden Garnen zweifädig gestrickt. Ursprünglich hat sie das Garn gekauft, um daraus einen Poncho zu stricken. Der wurde aber überhaupt nicht so, wie vorgestellt, also alles wieder aufgeribbelt und eine Alternative gesucht. 


Hier finde ich den Rand besonders interessant, es sind quasi Treppenstufen, ihr könnt es ganz gut am rechten Zipfel erkennen. Das Muster ist für einen Pullover gedacht gewesen, der vorne und hinten dann eben einen Zipfel hat, ähnlich wie ein Poncho. 


Auf diesem Bild könnt ihr die kleinen Perlchen erahnen. Sie sehen ein bisschen aus wie Wassertropfen und sind beim Tragen gar nicht unangenehm. 


Damit kommen wir schon zum letzten Tuch der heutigen Serie (es gibt sicherlich nochmal wieder einen Beitrag in dieser Form - Tücher gibt es bei meiner Mama nie genug). Gestrickt aus einem Rest Alta Moda irgendwas in cremeweiß ist eine Art Trapez entstanden.


Das Muster ist ein Netzmuster, die Form hat meine Mama während des Strickens entwickelt. Das Tuch ist nicht sonderlich groß, funktioniert daher super zu diesen dicken Winterjacken mit Kapuze.



Die Angaben zu Garn, Anleitung etc. sind nicht so genau wie ihr das sonst hier so erlebt. Seht den Beitrag also eher als Inspiration oder Motivation, scheut euch aber auch nicht, mir zu schreiben wenn ihr zu irgendetwas mehr Angaben braucht, dann gebe ich mein bestes, alles herauszufinden. 



22. November 2016

Mama und die Tücher - Teil eins

Hallo ihr Lieben!

Im letzten Jahr hat meine Mama sich ziemlich gut selbst mit Tüchern und Schals und allem versorgt, was einem den Hals warmhält und dazu noch toll aussieht. Das möchten wir in diesem Beitrag gerne mit euch teilen, denn darum geht es auf diesem Blog: Dinge, die wärmen. Und glücklich machen. Und eventuell bin ich gerade arg übermüdet, muss jeden dritten Buchstaben wieder löschen weil er dort nicht hingehört und kratze den Rest wache Gehirnzellen zusammen um eine halbwegs lesbare Einleitung zu formulieren. Nachtdienst lautet meine Ausrede.


Das erste Modell habe ich liebevoll "Löwenkragen getauft". Es handelt sich um eine Art flauschig-felligen Kragen, der so wie oben zum Shirt natürlich nicht getragen wird, sondern mit Strickjacke und Mantel. Ich weiß gar nicht mehr, wie meine Mama darauf kam, ob sie ein ähnliches Modell gesehen hatte oder ein Bild in einer Zeitschrift mit Kaufkleidung, jedenfalls bat sie mich um Hilfe bei der Suche nach einer Anleitung für einen Kragen mit langen Fell-Fäden. 


Gar nicht so leicht! Sie hat auf meine Vorschläge hin verschiedene Modelle ausprobiert, letztlich ist es aber etwas geworden, was im Video im Internet ein Löwe wurde. Man bildet, während man strickt, auf einer Seite des Strickstücks lange Schlaufen mit den Fingern, die andere Seite bleibt schlicht. Da löst sich dann nichts mehr, und die Schlaufen können je nach Wunsch noch aufgeschnitten werden.


Passende Wolle dafür hatten wir in Ibbenbüren gefunden, wo wir gerne mal zum Einkaufen und bummeln hinfahren. Ich meine, dass es sich um ein Garn aus der Kooperation von Lala Berlin und Lana Grossa handelt, verwette da aber null und nichts drauf. 
Falls ihr mehr wissen wollt zu diesem Kragen mit Löweneffekt, dann meldet euch bei mir und ich erkundige mich etwas mehr.

Das zweite Modell ist ebenfalls eher ein Schalkragen als ein wirklicher Schal oder Tuch. Außerdem gibt es auch hierzu keine Anleitung, alles frei ausgedacht. Der Clou an dem Stück: zwei kleine Löcher im Gestrick sorgen für festen Halt der einen in der anderen Seite. Ihr kennt sowas vielleicht von Schals in Fuchsoptik für Kinder. 


Diesmal bin ich mir sicher, wie das Garn heißt: Bombolo von Lana Grossa. Das hier ist nämlich ein Restprojekt aus den Überbleibseln der Jacke. Und außerdem ein klares Zeichen, dass wir verwandt sind: Auch meine Mama fängt mit Resten gerne noch etwas sinnvolles an. 


Das Modell eignet sich super für dicke Jacken mit Kapuze und viel Kragen, wo ein dicker Schal einfach ein bisschen zu viel wäre und der Kopf sich kaum noch drehen lässt. Da reicht so ein bisschen Schal doch total aus, und optisch macht es doch trotzdem etwas her.




16. Oktober 2016

Besuch von Mama - natürlich mit Mohair

Hallo ihr Lieben!

Das letzte Mal, als wir hier meine Mama begrüßen durften, hatte ich für sie ein paar Shirts genäht. Da ich aber meine Kreativität im Bereich der Handarbeit definitiv von ihr habe, werkelt sie ebenso vor sich hin, es gibt nur selten Gelegenheiten, Bilder davon zu machen. Ein paar habe ich aber jetzt, und den Anfang macht ein Mantel mit Schalkragen. 


Es handelt sich um das Modell 11 aus der Lace No. 3 von Lana Grossa, gestrickt aus Silkhair, ebenfalls von dort. Die Farbe ist anthrazit, auf manchen Bildern hat sie einen kleinen lila-Einschlag. Der Schalkragen fällt total, schön - hat man ja nicht immer bei solchen Jacken. Das praktische bei Mohair ist ja, dass es quasi ein Hauch von nichts ist, aber trotzdem ordentlich wärmt.


Natürlich gibt es auch ein schönes Muster, das durch das weiße Shirt untendrunter gut zur Geltung kommt. Dezent, aber trotzdem sichtbar, lockert den langen Mantel etwas auf, finde ich.


Natürlich wird dieses Design in Teilen gestrickt: Vorderteile, Rückenteil, Ärmel, ich glaube sogar der Schalkragen nochmal extra in zwei Teilen. Und dann wird genäht oder gehäkelt. Noch suchen wir nach der richtigen Anleitung, ich möchte nämlich, dass Mama mal das klassische RVO ausprobiert. Sie hasst zusammennähen ähnlich stark wie ich, kennt es aber nur so und klar, es funktioniert ja und ist im Endeffekt auch nicht so viel Arbeit. Aber trotzdem möchte ich ihr einmal zeigen, wie es so ist wenn man nichts nähen muss, außer Fadenenden. 


Der Mantel wird natürlich eher selten mit kurzer Jeans getragen, versteht sich von selbst, oder? Aber zum Zeitpunkt des Fotoshoots war es nunmal ziemlich warm, da wollte niemand was längeres tragen. 

Ich freue mich immer, wenn meine Mama in dieser Form hier vorbeischaut, bringt das doch etwas Abwechslung in die Sache und auch wenn es bei mir ruhiger ist, passiert hier auf dem Blog etwas. Noch dazu freut sie sich natürlich immer sehr über eure Kommentare.





21. Oktober 2015

Lochmuster Pullover im Partnerlook

Hallo ihr Lieben,

am heutigen Tag präsentieren sich euch gleich zwei Personen in einem handgemachtem Kleidungsstück. Es ist schon ein Weilchen her, dass ich meiner Mutter einen Pullover in der Rebecca Nummer 58 zeigte. Den wollte ich unbedingt noch stricken. Sie war daraufhin hin und weg und wir beschlossen, einen kleinen KAL zu machen. Das passende Garn, GGH Kid war schnell besorgt und wir nadelten los. Mal war die eine schneller, mal die andere.




Mit der Anleitung bin ich nicht wirklich zufrieden. Zum einen gibt es an der Schulterpartie eine Ungereimtheit, an dieser Stelle näher darauf einzugehen würde den Rahmen aber sprengen. Kurz erläutere ich es: Die Abnahmen für den Halsausschnitt werden auf eine angegebene Weise gestrickt, davor weiter das Lochmuster. Das man dieses allerdings immer nur vollständig strickt und die übrigen Maschen der Schulter glatt rechts, ist nicht erwähnt. Das hätte mir vorher auffallen können, dass das dann nicht klappt, aber erst am Ende der ersten Schulter merkte ich, dass ich tatsächlich mehr Maschen hatte als vorher. Also alles wieder zurückgestrickt (bei Mohair!!!) und der Redaktion geschrieben. Die waren sich darüber bewusst, hatten das absichtlich ausgelassen. Sie haben mir dann eine Strickschrift geschickt, aber bis diese Antwort kam hatte ich mir das schon selbst gedacht und beide Schultern fertig. Schade, da merkt man mal wieder die Vorzüge von Ebooks, in denen ist so viel Platz wie der Designer braucht. So etwas passiert mir aber auch nie wieder.
Außerdem hatten wir mal wieder ein Lace-Gestrick-Problem, das meine Mutter nur zu gut kennt: Der Kram wächst ohne Ende. 



Es sind schon fast Kleider, ich muss bei meinem Exemplar die Ärmel umkrempeln. Dabei habe ich im Körper des Ganzen sogar einen kompletten Mustersatz weggelassen und über 10cm früher mit dem Halsausschnitt begonnen als angegeben. 
Ich stelle mir dann immer vor, die Durchschnittsfrau, die ja doch deutlich kleiner ist als wir beide (1,80 und 1,85) strickt den Pullover nach Anleitung und bekommt ein Kleid, das bis übers Knie geht. Witzig! Denn auch eine gewaschene Maschenprobe kann einfach nicht in dem Maße wachsen, wie der ganze Pullover, der hat ja noch sein Eigengewicht. Ich werde demnächst echt vorsichtig sein bei so dünnen Pullovern mit Lochmuster, da muss ich besser kalkulieren.
Ich habe ihn übrigens nach dem Waschen keineswegs gezogen oder sonst was, sondern eher noch zusammengeschoben trocknen lassen.

Ich weiß nicht, ob es euch auffällt, aber die Lochmuster sehen bei uns beiden etwas unterschiedlich aus. Meine Mama hat ganz entsetzt festgestellt, dass sie "schon [ihr] ganzes Leben" Umschläge falsch strickt, nämlich anders herum um die Nadel gelegt. Deshalb sind die Löcher auch kleiner. Ich finde ihre Version trotzdem sehr schön, und sie hängt sich offenbar nicht so aus wie meiner, was ja gar nicht schlecht ist.

Ich selbst bin semi-zufrieden, habe noch ein paar andere Style-Ideen für den Pullover und muss da mal ein bisschen herumprobieren.
Was sagt ihr? Top oder Flop?


Verlinkt beim Me Made Mittwoch






14. Mai 2015

Häkelmantel

Hallo ihr Lieben,

am heutigen Rums nimmt mir mal wieder meine Mama das Zepter aus der Hand. Vorhang auf:




Der Mantel, den sie trägt, ist nach einer Anleitung aus der Filati Home 50/12 gehäkelt. Dabei hat sie sich für genau dieselbe Farbe des Garns Casual entschieden, eine Mischung aus Alpaka und Merinowolle, superweich. Die Farbe beschreiben wir mal mit "rosenholz".


 


Der Mantel ging ihr recht flott von der Hand, das geübte Häkelauge erkennt, dass das Muster auch recht simpel ist und hauptsächlich aus Stäbchengruppen besteht. 
Natürlich hat sie den Mantel etwas verlängert, ist schließlich ebenfalls eine große Frau. Dabei sind die Ärmel sehr lang geworden, sodass sie sie jetzt immer umschlägt. Beziehungsweise trägt das Model auf der Seite die Ärmel ja auch recht lang, von daher soll das wohl so.



Ganz besonders sind auch die Knöpfe, die werden nämlich ebenfalls gehäkelt, in Blütenform. Knopflöcher braucht es nicht, sind ja genug Löcher im Mantel. Damit sie die Jacke aber ordentlich schließen kann und es gleichmäßig ist, hat sie an die Stellen, wo Knopflöcher sein sollen, jeweils ein gehäkeltes Blatt genäht. Super Idee, oder?

Ich finde der Mantel steht ihr gut, und trotz der vielen Löcher ist er super warm. Was sagt ihr?






22. April 2015

Mama: Flauschjäckchen

Hallo ihr Lieben,

zum heutigen Me Made Mittwoch habe ich mal wieder meine Mama zu mir eingeladen. Die hat nämlich noch zwei fertige Projekte zu zeigen; seit Wochen versuchen wir schon Fotos zu machen, und am Wochenende hat es sich endlich ergeben. 


Das Garn für diese Jacke bekam sie zu Weihnachten geschenkt, auf Wunsch. In der Filati vom letzten Winter war das gute Stück zu sehen, dann haben wir es nochmal in echt in einem Handarbeitsgeschäft gesehen und sie war verliebt. Genau das, in genau der Farbe bitte.


Ein paar Änderungen hat sie dann aber doch vorgenommen. Die Ärmel sind weniger trompetig und natürlich länger, genau wie die gesamte Jacke. Lange Frauen brauchen lange Jacken. Und den Kragen hat sie auch verändert, im Original ist ja quasi keiner da. Der hier ist doppelt so lang gestrickt wie ihr ihn auf den Bildern seht, dann umgeklappt und festgenäht.


Das Garn heißt Bombolo und ist von Lana Grossa. Es ist ziemlich flauschig, die Jacke wärmt jedenfalls ordentlich und muss jetzt wohl erstmal ein paar Monate eingemottet werden. Ohne Motten, versteht sich. Meine Mutter trägt die Jacke offen, aber wenn sie möchte, verschließt sie sie mit einer Art großer Sicherheitsnadel, auf dem zweiten Bild kann man die erahnen.


Steht ihr gut, oder was meint ihr?






20. Dezember 2014

Ein Tuch aus Grannys aus Blüten

Hallo ihr Lieben,

weil ich noch immer viel beschäftigt bin, zaubere ich für euch ein weiteres Projekt aus dem Hut, dass meine Mutter gewerkt hat. Also, Bühne frei:


Noch ist von dem Tuch nicht allzu viel zu sehen, zumindest im Detail. Ihr seht aber schonmal die schöne Farbe - grau geht ja immer. Es handelt sich bei dem Garn um Alta Moda Lace von Lana Grossa, Farbnummer 11. Das Garn ist schön, es hat so eine "Stricklieslstruktur", ihr wisst schon, was ich meine.


In den folgenden Aufnahmen erkennt ihr den ganzen Charme des guten Stücks: Es ist ein Grannytuch, aber weit weg von dem robusten Look der einfachen Grannys. Hier sind es schöne Blüten und dazwischen filigrane Stücke, die alles zusammenhalten. 

 Damit der obere Abschluss nett aussieht, werden dafür kleine Dreiecke gehäkelt. Die Anleitung findet sich im Heft Lace No. 4 und ist direkt das erste Modell, dort in einem olivgrün. Wer gerne häkelt und Grannys kennt, weiß um die Vorteile zu schätzen: Man kann mal eben eins zwischendurch machen, es liegt nicht so viel herum und lässt sich auch gut mitnehmen, wenn man unterwegs ist. Meine Mutter überlegt schon, eine zweite Variante zu machen, dann aber in mehreren Farben, sodass es schön bunt wird. Sie trägt das Tuch häufig und gerne. 


Und es steht ihr auch ausgezeichnet, oder?