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6. Oktober 2021

Die Suche nach T-Shirt Schnitten, Teil drölfzig

 Hallo ihr Lieben,

zu Beginn meiner Näh"karriere" (verdiene ja kein Geld damit, nech?) hätte ich nie gedacht, dass ich zehn Jahre später immer noch nach einem universellen Schnittmuster für T-Shirts schaue. So langsam kommt aber auch die Einsicht, dass ich vielleicht zwei Stück brauche, eins für engere Shirts und eins für lockere. Dann wäre ich vom Erfolg nicht mehr ganz so weit entfernt!

Kennt ihr schon die Website Stoffetauschen? Der Name sagt es, aber auch nur halb: Ihr könnt dort Materialien zum Handarbeiten tauschen oder auch kaufen. Ein großer Flohmarkt für Handarbeitsmaterial, quasi. Wenn ich dort einen Stoff entdecke, dann schaue ich immer auch ob die Person noch etwas anderes anbietet, das mir gefällt. In diesem Fall entdeckte ich zuerst den gestreiften Baumwollstoff, aus dem später eine Shorts werden wollte, und dann diesen gerippten grauen Jersey. Der Preis war sehr gering, weil er ein kleines Loch hatte, aber das hat mich nicht abgeschreckt.

Zuerst dachte ich noch, ich könnte bestimmt um das Loch herum arbeiten, das war aber nicht möglich. Also habe ich es mit grauem Garn geflickt und schon so sehr vergessen, dass es mir beim Bilder machen nicht eingefallen ist und erst wieder ins Bewusstsein kam, als ich die entsprechende Notiz in meinem Projektbuch gelesen habe. 

So locker und leicht fallend wie der Jersey in meinen Händen war, wollte ich kein enges Shirt daraus haben. Das neigt ja dann gerne dazu, dass sich alles abzeichnet; dagegen sind Oversized-Shirts aus fließenden Stoffen genau meins. Tja, und warum einen neuen Schnitt suchen, wenn Max von Pattydoo schon vorhanden ist? Genau. 


Für meine Männer (Papa, Bruder, Freund) habe ich Größe L genäht, dementsprechend habe ich auch für mich diese Größe gewählt. Ein paar Änderungen habe ich trotzdem vorgenommen, nachdem ich den engeren Shirt Schnitt (aus dem Buch Alles Jersey) mal drauf gelegt habe: Zur Hüfte hin ein wenig breiter, den Halsausschnitt im Vorderteil etwas tiefer und die Ärmel und Gesamtlänge nochmal um 3-4cm reduziert. Genäht war das Shirt dann schnell, und wird seitdem innig geliebt! Es ist schön luftig, durch die Farbe natürlich zu allem passend und sitzt einfach sehr lässig.


So angetan war ich von der neuen Schnittentdeckung, dass ich den Spaß direkt wiederholen musste. Auch dieser Stoff stammt von Stoffetauschen, ich habe ihn zusammen mit drei melierten Jerseys gekauft um mein T-Shirt Fach wieder etwas aufzufüllen. Obwohl dieser Jersey ebenfalls recht locker fällt, ist er doch ein bisschen fester als der erste. Den Zuschnitt habe ich auf einem gemeinsamen Kreativabend mit Freundinnen gemacht und hatte das andere Schnittmuster nicht mit, habe also per Augenmaß abgeschätzt, wie ich den Halsausschnitt wohl haben möchte. Das ist zum Glück gelungen! Ansonsten habe ich bei dieser Variante die Ärmel um 6cm und die Gesamtlänge um 9cm gekürzt.


 
 
Das gelbe Halsbündchen war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, auch wenn ein passender Rotton und ein Dunkelblau auch noch da gewesen wären. Auch dieses Shirt mag ich sehr gerne leiden, für den Sommer sind so luftige T-Shirts einfach klasse, und zu in der Taille sitzenden Hosen und Röcken finde ich es auch super, wenn das Oberteil ein wenig Weite mitbringt. 
 
Meine Shirts dürfen auf den digitalen Laufsteg des Me Made Mittwoch - mal sehen, was ich dort sonst noch entdecke, vielleicht ja einen schönen T-Shirt Schnitt?
 
Happy sewing, 
 
Julia
 

7. April 2021

Sweatjacke mit Teddyfell


 Hallo ihr Lieben, 

im letzten Monat war hier viel los, deshalb gab es seit dem letzten Me Made Mittwoch bis zum heutigen auch keinen anderen Beitrag. So langsam ruft der Garten, ich hatte wenig freie Tage, ihr kennt diese Phasen sicherlich. 

Zum Glück dümpelten die Bilder für den heutigen Artikel schon länger auf meiner Festplatte herum, sind sie doch beim letzten Lost Place Ausflug entstanden. Mittlerweile denke ich sogar immer daran, etwas anzuziehen, was ich auf dem Blog noch zeigen möchte, falls sich eine tolle Kulisse ergibt. So wie an diesem Tag. 

 

Industrie-Charme könnte man auch sagen. Zu zeigen habe ich meine neue, flauschig warm kuschelige Sweatjacke, und dieser Kontrast macht sich doch ganz gut, oder? 

Ich habe jetzt viele, viele Jahre ohne Sweatjacke gelebt. Irgendwie hatte ich mal beschlossen, dass mich die Kapuze nervt, die man immer nach dem Jacke anziehen herausfummeln muss und dann in die Kapuze der Jacke manövrieren, und an mir fand ich diese Jacken irgendwie auch nicht gut. Tja, und dann stellte ich irgendwann fest, dass ich eine olle, total ausgewaschene Sweatjacke vom Freund (die dieser aussortiert hatte) immer wieder überzog, weil praktisch, weil gemütlich, weil Wohlfühl-Faktor. Und ich die Optik an mir eigentlich auch mochte. Und damit war das Bedürfnis nach einer eigenen geboren.


 In dieses Bedürfnis spielte dann noch ein Gespräch unter Kollegen rein, in dem wir über Nachtdienst und das damit unweigerlich verbundene Frösteln sprachen. Irgendwann, wenn die Müdigkeit überwiegt, wird es einfach kalt, auch im Sommer. Eine Kollegin erzählte von ihrer Nachtdienst Jacke, eine Sweatjacke mit Flausch innendrin. Und zack hatte ich das Bild von dem olivgrünen Teddystoff vor Augen, der noch in meiner Schublade rumlag. Den hatte ich ursprünglich mal als Futter für eine Winterjacke gekauft und auch schon dafür zugeschnitten, dann aber beim Nähen der eigentlichen Übergangsjacke festgestellt, dass diese mehr als warm genug ist für den Winter. Also habe ich umdisponiert, neues Futter für die andere Jacke gekauft und das Teddyfell eingetütet.


In meiner Bestellung, die ich vor Weihnachten für das Nähen von Geschenken bei Stoff&Stil machte, hüpfte also auch dunkelgrüner Sweat und das passende Bündchen. Das Material lag dann natürlich bis nach Weihnachten hier, um genau zu sein bis Mitte Februar. Erst waren die Geschenke vorrangig, dann kam das mir bekannte Nähtief nach der Geschenkeproduktion. Vor allem hatte ich ja noch keinen Schnitt herausgesucht, sodass ich nicht sofort loslegen konnte. 

Mit einer Freundin sprach ich dann aber über das Projekt, und ihre Begeisterung für meine Idee löste dann wieder die Nählust aus. Ich überlegte, welchen Schnitt ich nehmen könnte, suchte ein wenig im Internet herum. Nur um festzustellen, dass die Jacke, die ich so gerne trug, ja ein Herrenmodell war, ich also auch einen Herrenschnitt nehmen könnte? Und klar, da war doch Jordan von Pattydoo, für den Bruder genäht, bereits vorhanden. Ich habe die alte Jacke ausgemessen und mit den Fertigmaßen im Schnittmuster (das Beste, was ein Schnittmuster haben kann!) verglichen. Und war erstmal so irritiert, dass ich einen Tag Pause machen musste. Von S bis XL waren die Maße des Kaufmodells nämlich vertreten, sodass ich mich nicht sofort festlegen konnte.

 

Letztendlich ist es dann L geworden - hauptsächlich, weil ich die Schnittteile bereits für den Bruder abgepaust hatte und es halbwegs passen sollte. Nur die Länge der Jacke habe ich in der kleinsten Größe belassen. 

Die Schnittteile waren schon da, zugeschnitten war dann auch schnell, Vorder- und Rückenteil aus Teddyfell habe ich aus den vorhandenen Schnittteilen vom Parka herausbekommen, auch, wenn das Rückenteil eine Naht hat, das ist ja im Futter nicht wichtig (und kann man in dem Flausch eh kaum sehen). 

Einen passenden Reißverschluss hatte ich ebenfalls im Fundus, hurra, es konnte direkt losgehen. Dachte ich. Und saß dann erstmal zehn Minuten vor meinen Schnittteilen, um herauszufinden, wie ich die nun zusammenbekomme ohne unschöne Nahtzugabe innen zu haben. Die Jacke ist nämlich mit Raglan konstruiert, und das war mir bisher noch nicht über den Weg gelaufen.

Ich habe gegrübelt und gesteckt und herumgewurschtelt, und mich dann für folgende Reihenfolge entschieden:

- Zuerst habe ich beide Kapuzen genäht. Für die innere Kapuze (und auch für den Körper) hatte ich zuvor einen Beleg konstruiert, damit der Flausch nicht im Reißverschluss hängen bleibt und ich die Ösen besser reinbekomme. 

- Bauchtaschen aufgenäht

- Dann habe ich die Seitennähte vom Körper geschlossen und die Rückennaht vom Futter. 

- Das Bündchen aufgeklappt und jeweils mit einer langen Seite an Außenteil bzw. Futter genäht. Aufgeklappt hatte ich dann quasi die äußere Jacke vor mir liegen, unten dran das Bündchen und am anderen langen Ende vom Bündchen die Futterjacke verkehrt herum.

- Dann habe ich beides zusammengeklappt, rechts auf rechts, die Reißverschlussbänder dazwischen genäht und hatte eine oben offene Weste.

Kommt ihr noch mit? Ich hoffe es... mir hätte sowas jeweils geholfen, also halte ich es hier fest.

- Ich habe dann beschlossen, dass mir Nahtzugabe am Ärmel nicht erspart bleibt ohne möglicherweise trennen zu müssen, weil irgendwas nicht klappt, also habe ich das in Kauf genommen. 

- Die Ärmelnähte geschlossen. Bündchen dran.

- Die Raglannähte am Körper, also Futter und Außenstoff, knappkantig aufeinandergesteppt damit sich nichts verschiebt

- Die Ärmel eingenäht, und dann die Kapuze wie einen Blusenkragen dran, also erst am Futter entlang der Halsnaht, dann die Nahtzugabe vom Außenstoff umgebügelt, auf die Halsnaht gesteckt sodass die Nahtzugabe innen liegt und dann abgesteppt von außen.


Mit dem Ergebnis bin ich sowohl sehr glücklich, als auch sehr stolz. Da habe ich schon einiges rumkonstruiert, bis das alles richtig war, eine Herausforderung würde ich sagen. Einige Nähte, die ich mit der Overlock gemacht habe, sind nicht ganz so schön geworden, da habe ich schon mit der Nähmaschine nachgebessert. Aber ansonsten ein Projekt, dass ich definitiv wiederholen würde, einer zweiten Sweatjacke (ohne Futter) steht also nichts im Wege. Sie ist ordentlich warm, das Gefühl im Rücken ist echt mega. 

Und nun husche ich rüber zum Me Made Mittwoch Blog und schaue mal, was es dort zu sehen gibt. 


Happy sewing, 

Julia


15. Januar 2021

Hoodie Luke und Weste Wooldlöper

 Hallo ihr Lieben, 


heute möchte ich einen Teil dessen zeigen, was ich zum Weihnachtsfest genäht und verschenkt habe. Ich bin nämlich sehr stolz drauf und ebenso glücklich, dass sie passen und gefallen. 

 
Da wäre als erstes diese Weste für meinen Papa. Ich habe ihn ja jetzt schon öfter benäht, bisher hauptsächlich mit Pullovern, die er auch fleißig und gerne trägt. Deshalb war ich ein bisschen ratlos, was es zu Weihnachten geben sollte. Da er aber jeden Morgen eine Steppweste überzieht, wenn er zur Arbeit fährt (also, sobald es etwas kühler wird), dachte ich, die langeweilige gekaufte könnte ich doch mal durch eine viel schönere, hochwertigere genähte ersetzen. 
 

 Gesagt - getan! Das Schnittmuster stand sofort fest, die Wooldlöper von Rabaukowitsch habe ich schon so oft gesehen und jedes Mal einfach unglaublich schön gefunden. Ein wenig unklar war ich mir dann mit der Größe, denn mein Papa ist im Gegensatz zum Rest der Familie ja etwas kleiner. Aber da berät das Ebook ziemlich gut, sodass ich mich entschieden habe, 4cm am Körper zu kürzen. Es hätten auch ein wenig mehr sein dürfen, aber besser zu lang, als zu kurz, oder? Ansonsten habe ich eine 48 genäht, den Rücken in einer 50er Weite, um dem Bäuchlein ein wenig Platz zu lassen.

 Zu Anfang stand aber natürlich die Materialsuche. Ganz entgegen meinen Erwartungen wurde ich im Stoffladen vor Ort fündig und konnte diesen tollen Walk aus Schurwolle sowie einen wunderbaren weichen Baumwollfleece für das Futter kaufen. Nur die Kordelenden habe ich bestellt, alles andere dort gekauft. Ich war sofort verliebt in die Stoffkombi; blau trägt mein Papa gerne und grau geht ja eh immer. Und alles so weich und warm und ohne Plastik! Herrlich.

 Der Zuschnitt war ganz schön fusselig und fummelig, hatte ich den Stoff doch recht knapp bemessen für die Aufteilung, die mir vorschwebte. Aber zum Glück hat alles gepasst und auch das Niesen war irgendwann dann beendet. Ich habe allerdings ernsthaft überlegt, mit Mundschutz zu nähen, damit es nicht so in der Nase kitzelt. Die Dinger hat man ja aktuell massig zuhause. Die Anleitung ist super bebildert und gut verständlich. Nur bei den Ärmelbündchen habe ich Mist gebaut und es mir zu einfach gemacht. Das geht aber auch in meinen Kopf nicht rein, was da wie ineinander verdreht werden muss. Jedenfalls war da der Nahttrenner involviert...

 Zwei dieser Wonder Clips und eine Nadel hat das Projekt zerstört, meine Overlock ist auch über ihre Grenzen hinaus gekommen, sodass ich letztlich einige Stellen mit der Nähmaschine genäht habe. Aber das Ergebnis macht das alles wieder wett. Ich war so zufrieden mit der Weste, hätte sie meinem Papa nicht gefallen, ich hätte sie einfach selbst genommen.

 Aber sie gefällt ihm, also muss ich mir wohl irgendwann mal eine nähen. Oder erstmal einen Fleecepullover aus diesem schönen Stoff, da gab es noch weitere Farben. Naja, dafür müsste aber erstmal dieser Lockdown beendet sein, sonst komme ich an das Material nicht ran. Was nicht schlimm ist, hier liegt noch genug zu vernähen und in meinem Kopf rattert es auch sehr wild herum. 

Noch einen weiteren Mann habe ich benäht, dabei hatte ich mir geschworen, das nicht wieder zu tun, nachdem das letzte Projekt (ein Hemd) ein Reinfall war. Saß nicht, obwohl ich den Schnitt in der Größe schonmal genäht hatte. Noch dazu habe ich einen sehr kritischen Freund, was Passform, Farben und Haptik angeht. Aber irgendwie konnte ich nicht anders und wollte gerne einen kuscheligen Hoodie für ihn nähen. Sollte der nicht zusagen, würde er zumindest zum chillen im Haus geeignet sein. Oder, wie bei der Weste, in meinen Schrank wandern.

Ich habe also einen grau melierten Sweat mitgenommen, von innen schön flauschig und ansonsten herrlich neutral. (Fast) passender Bündchenstoff und dann noch eine Kordel von Stoff und Stil, die genau so aussieht wie in gekauften Pullovern oder Sweatjacken.

Bisher hatte ich nur Mr.Comet als Schnittmuster für einen Herrenhoodie ausprobiert, der kam bisher gut an, war aber mit den Raglanärmeln und Einsätzen an den Seiten nicht das, was ich mir hier vorgestellt hatte. Also habe ich Luke von Pattydoo gekauft; Shirt Max passt und gefällt dem Freund nämlich gut, also warum nicht direkt bei der Designerin bleiben, die ihm zusagt? Eben.

Eine kleine persönliche Note konnte ich mir aber nicht verkneifen und habe auf Etsy dieses schöne Herz-Bügelbild gekauft. Ich fand die Idee total gut, aber ratet mal, wer die mühsam genähten Zick-Zack-Stiche wieder aufgetrennt und dann im Internet recherchiert hat, wie man ein Bügelbild wieder vom Stoff bekommt? Jup. Also, wer Interesse hat, es war ein 5er Set und ich hätte noch 4 übrig...

Nachdem ich ein paar Pullover ausgemessen habe, habe ich mich für XL entschieden, damit es auf jeden Fall gemütlich und locker sitzt. Ansonsten habe ich entlang der Kurzanleitung genäht, ich hasse Videoanleitungen abgrundtief und habe zum Glück schon genug Pullover genäht, damit mir die Schritte klar sind. Bei der Kapuze habe ich allerdings eine kleine Änderung gemacht, damit es keine sichtbare Nahtzugabe im inneren gibt: Ich habe erst die Futterkapuze rechts auf links innen angenäht, dann die Nahtzugabe der äußeren Kapuze nach innen umgeschlagen und auf die noch offene Kante gesteckt, dann abgesteppt. So mache ich es bei Hemd/Blusenkragen zum Beispiel auch. 

Ich freue mich, wenn ich die beiden in ihren neuen Kleidungsstücken sehe und hoffe, dass sie viel getragen werden. Nichts macht mich glücklicher! 

Happy sewing, 

Julia




21. Januar 2020

Jogginghose und Wollsocken - was will Mann mehr?

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich euch in der letzten Woche gezeigt habe, was meine Mama von mir zu Weihnachten gestrickt und genäht bekam, sind heute mal die Männer meiner Familie dran. Der Freund ist ausnahmsweise leer ausgegangen, einerseits möchte er gar nichts von mir selbst gemacht haben, andererseits haben wir uns in diesem Jahr nur eine Kleinigkeit geschenkt. 
Aber glücklicherweise weiß ich bei meinem Bruder und Papa mittlerweile recht genau, was sie so mögen. 


Traditionell bekommt mein Bruder jedes Jahr zu Weihnachten ein Paar Wollsocken. Und bei Schuhgröße  48 ist das schon ein Commitment, was ich da eingegangen bin! Aber er trägt sie auch tatsächlich das ganze Jahr durch zum Schlafen und zum Chillen, die sind also einer Menge Reibung (Bettwäsche) ausgesetzt und damit relativ schnell nicht mehr schön. Er trägt sie dann weiter, aber jährlich ein neues Paar schadet definitiv nicht. 
Die 76 Maschen pro Runde habe ich in feinen Ringeln gestrickt, dafür zwei Garne gemischt, einmal ein Zauberball, den ich netterweise geschenkt bekommen habe, und ein Knäul melierterm Beige von Regia. Leider musste ich den Zauberball immer mal wieder neu ansetzen weil er sehr dicke Stellen hatte, sodass die Farbverteilung nicht ganz gleichmäßig ist. Aber was solls, oder?


Mein Papa ist überhaupt kein Abnehmer für Wollsocken, der hat immer warme Füße, und Fußbodenheizung. Dafür lässt er sich super gerne benähen, und in diesem Jahr habe ich die Idee gehabt, dass eine Jogginghose doch mal eine gute Idee wäre. Kurz mit meiner Mama Rücksprache gehalten, die mir erzählte, dass er nur eine besitzt bei der er immer die Hosenbeine umschlägt, weil sie zu lang ist. Perfekt! Ich habe dann diese Hose ausgemessen um eine Orientierung zu haben und mich auf die Suche nach einem Schnitt gemacht. 


Für Männerschnitte finde ich Pattydoo immer eine gute Anlaufstelle, auch hier wurde ich dort mit der Hose Alex fündig. Den flauschigen Sweat habe ich im örtlichen Stoffladen gekauft, ebenso wie Reißverschlüsse und Kordel. Einen Jerseyrest für das Taschenfutter hatte ich noch zuhause, die Bündchen habe ich auch aus dem Sweat genäht. 


Für meinen nur 1,70m großen Papa habe ich die Beine um 7cm gekürzt. Ich sage es euch, das ist so ungewohnt! Ob ich für mich, den Freund, Mama oder den Bruder nähe, immer muss ich ordentlich verlängern. Ich dachte die ganze Zeit, ich nähe eine Kinderhose und habe immer wieder nachgemessen weil ich mir sicher war, dass es falsch ist. So kann man sich an Proportionen gewöhnen, verrückt! 
Achso, insgesamt ist es Größe M geworden. An Weihnachten hatte ich dann ein bisschen Herzrasen bei der Anprobe, aber sie sitzt wirklich gut. Eine weitere aus dünnerem Stoff ist schon bestellt worden ;)


Ich mag ja besonders das Bauchbündchen an dieser Hose, die zwei Nähte haben irgendwie einen tollen Effekt, viele Kauf-Jogger sehen ja auch so aus. Ich habe das während des Nähens nicht ganz verstanden, eigentlich sollten die Öffnungen für die Kordel im mittleren Teil des Bündchens sein, da musste ich ein bisschen improvisieren. Habe ich aber sowieso, denn laut Anleitung werden Ösen eingeschlagen. Das mag ich bei dehnbaren Stoffen aber nicht so gerne, ist immer eine Schwachstelle auf Dauer, deshalb habe ich Knopflöcher eingenäht.
Die Anleitung war gewohnt verständlich, auch ohne das Video kam ich gut zurecht, obwohl in der Kurzanleitung der Schritt fehlt, dass die Seitennähte zusammen genäht werden. Bisschen witzig, ist mir aber natürlich aufgefallen. Achso, für die Taschen musste ich dann doch einmal ins Video gucken, da war mir nicht ganz klar, wie es funktionieren soll. 


Die abgesteppte Schrittnaht ist auch nicht Teil der Anleitung, das mache ich aber mittlerweile bei allen Hosen aus Gewohnheit, trägt nämlich auch deutlich zur Lebenszeit der Klamotte bei. 

Welche Schnitte näht ihr am liebsten für die Männer in eurem Leben? Gibt es was, das ich noch ausprobieren sollte?


Happy sewing, happy knitting, 

Julia

21. März 2019

Sweatpullover und -jacke für meine Männer

Hallo ihr Lieben!

Auch wenn der Frühling aktuell um jede Ecke lugt, bin ich euch noch ein paar Weihnachtsgeschenke schuldig. Wie ihr wisst, mache ich auch Geschenke gerne selbst, und für ganz besondere, ganz tolle Menschen nähe ich dann auch gerne ein Kleidungsstück. 
Gleich zwei davon habe ich euch heute mitgebracht, für die Herren meiner Familie: Meinen Papa und meinen Bruder. Letzteren habe ich nur ganz kurz erwischt, sodass die Bilder leider nicht so schön geworden sind, und auch nicht am Mann. Deshalb gibt es erst ein kleines entschädigendes Bild von meinem Papa, dann die nicht so schönen vom Pullover ohne Bruder, und dann noch ein bisschen mehr zum Pullover von Papa. Macht das Sinn?


Mein Papa ist ein ziemlich toller Papa. Obwohl er in unserer Familie der Kleinste ist, ist er für mich doch der Größte. Wenn ich Hilfe brauche, ist er sofort da, ohne Frage, immer bemüht es besser zu machen. Papa ist ziemlich lustig und fröhlich, ich glaube, da habe ich ein paar gute Charaktereigenschaften abbekommen. Und vor allem freut er sich immer sehr über die selbst genähten Sachen. Wie es aber so typisch ist für Männer, bekomme ich davon gar nicht unbedingt so viel mit. Natürlich bedankt er sich herzlich, wenn er die Geschenke auspackt, aber genauso sehr freue ich mich, wenn Mama mir berichtet, dass er anderen Leuten stolz erzählt, dass die Jacke, die er gerade trägt, von mir genäht ist. Oder wenn ich es sogar mitbekomme! ♥


Auch mein kleiner großer Bruder freut sich immer sichtlich über genähte Kleidung. Im letzten Jahr hat er zu Weihnachten gleich zwei bekommen, eine Sweatshirtjacke von mir und einen Pullover, den ich zwar genäht, aber meine Mama verschenkt hat. Quasi im Auftrag genäht. Mein Bruder ist fast zwei Meter groß und damit, wie ich, oft mit zu kurzen Kleidungsstücken unterwegs. Noch dazu ist er sehr schlank, und andere Menschen mit Überlänge kennen das Dilemma: Man kauft mehrere Kleidergrößen zu groß, weil dann die Länge halbwegs passt. Gut aussehen ist aber etwas anderes. Was für ein Glück, in dem Fall eine an der Nähmaschine versierte Schwester zu haben! So entstehen dann Kleidungsstücke mit der Weite L und einer zusätzlichen Länge von 1cm an den Ärmeln und 5cm am Körper (bedeutet, auch 5cm mehr Reißverschluss!).


Verwendet habe ich den Schnitt Jordan von Pattydoo, den gab es schon beim letzten Mal, der Bruder war sehr zufrieden und alles passte, also lag die Verwendung nahe. 
Der Stoff ist ein nicht dehnbarer Sweat von Stoff und Stil, witzigerweise habe ich selbst mir daraus schon einen Pullover genäht, wir könnten also zumindest farblich im Partnerlook gehen. Übrigens habe ich auch hier wieder gut sparen können, laut Schnittmuster werden 2,65m Stoff benötigt, ich bin mit 2m ausgekommen. Zwar habe ich die Kapuze aus anderem Stoff genäht, aber widerum die Bündchen aus dem Sweat, sodass sich das wohl gibt.


Weil ich gar nicht erst versuchen wollte, einen farblich passenden Reißverschluss zu finden, und weiß langweilig fand, habe ich einen schwarzen genommen und auch andere passende Akzente gesetzt: Die dicke Kordel und das Kapuzenfutter sind ebenfalls schwarz. Ein bisschen Snap Pap und Ösen motzen die Jacke ein wenig auf, denn sonst ist das ganz schön viel Fläche mit ganz schön wenig los. Und weil ich ein so schön farblich passendes Label hatte, musste das auch noch mit drauf. Darf ja ruhig jeder wissen, ne?


Die Jacke sieht natürlich deutlich schöner aus, wenn sie angezogen und auch ein bisschen übergebügelt ist. War hier leider nicht möglich, ich musste die letzten Minuten Tageslicht nutzen, und dann hat es auch noch angefangen zu regnen! Für Bilder innerhalb von drei Minuten akzeptabel, finde ich persönlich. 
Ich habe mich ja schon öfter als Videoanleitungs-Hasser geoutet. Leider reichte die ein Jahr zurückliegende Erinnerung nicht aus, dass ich auf das Video verzichten konnte, deshalb musste ich wieder ein bisschen fluchen. Aber die Frustration hat auch nicht ausgereicht, damit ich mir mal schnell alle Schritte aufschreibe und so beim nächsten Mal nicht mehr reinschauen muss ... schade drum. 
Aber die Jacke ist fertig, sieht Dank Blende und Kapuzenfutter auch von innen schön aus, gefällt und sitzt. Alle zufrieden!


Vom einen Handmade zum nächsten: Mein Papa hat einen Pullover bekommen! Es ist schon eine Weile her, dass ich ihm einen genäht habe, der war eher aus Sommersweat und auch ein bisschen enger. Mama sagte, dass er bestimmt gerne noch einen hätte, diesmal aber wärmer und etwas lockerer sitzend. Na dann, los!
Auch hier konnte ich den bereits verwendeten Schnitt nochmal nutzen, Mr. Comet ist es. Für seine Maße in der Länge M, in der Weite L.


Ich habe den Pullover nach Anleitung genäht, viele der Nähte abgesteppt um der Fläche ein wenig Struktur zu verleihen, denn der Stoff ist ja nicht meliert oder so. Auch hier gibt es wieder eine dicke Kordel, allerdings in weiß, und Details aus Snap Pap. Für die Kordel habe ich in den Schalkragen einen Tunnel bis kurz vor die Ösen genäht, den könnt ihr oben auf dem Bild erahnen. Damit der Kragen schön locker ist, ist er übrigens ein ganz bisschen weiter als der Halsausschnitt, der Schnitt sieht es anders herum vor.


Auch für eine Bauchtasche haben wir uns entschieden, also, meine Mama und ich. Dort konnte ich dann auch das Label anbringen. 
Der Stoff ist ein French Terry von Stoff und Stil, mit exakt passenden Bündchen dazu, da war ich ja wirklich begeistert. Vor allem, weil das Bild auf der Webseite eher das Gegenteil vermuten lässt.


Es war total witzig, diese beiden Sachen nacheinander zu nähen. Ich habe ja nach den vielen Projekten schon so ein leichtes Gefühl dafür, welche Maße meine Kleidungsstücke haben. Die Jacke von meinem Bruder kam mir unglaublich riesig vor, wenn ich zum Beispiel auf dem Boden saß und etwas zusammengesteckt habe. Der Pullover von Papa dann einfach unförmig, weil ich ja für mich immer verlängern muss, für meinen Papa aber eher kürzen und in Bauchhöhe ein bisschen weiten. Da merkt man dann wieder, wie unterschiedlich Körperformen sind! Aber es macht auch Spaß, mal etwas anderes und für jemand anderen zu nähen.


Die beiden sind auf jeden Fall warm und gut eingepackt und ich bin sehr zufrieden, wenn ich sie besuche und sie ein von mir genähtes Kleidungsstück tragen. Richtig wohlig ist das Gefühl.

In diesem Sinne, 
happy sewing, 

Julia

18. Juli 2018

Luftiges Sommerset

Werbung für Stoffe und Schnitte, alles selbst gekauft, Meinung selbst gebildet. 

Hallo ihr Lieben!

Ich persönlich trage ja gerne auch mal was figurbetontes. Heißt in meinem Fall dann Taille betont, oder eine enge Jeans oder sowas in die Richtung. 
Allerdings nur, so lange die Temperaturen unter 25°C liegen. Bei allem darüber würde ich auch ein Zelt anziehen, hauptsache luftig und weit. 



Da ist es mir dann auch egal, wenn es vielleicht nicht "vorteilhaft" aussieht, denn das ist in dem Fall absolut nicht mein Ziel. Sowieso nicht weit oben auf der Prioritätenliste, aber manchmal macht man sich ja auch gerne schön und betont, was einem am eigenen Körper gefällt. Außer, es ist warm, wie schon gesagt. Wenn man dazu noch von der Arbeit aus einige Regeln einhalten muss, was die Kleidung angeht, heißt es kreativ zu werden. Zu kurze Hosen gehen zum Beispiel nicht, was ich persönlich aber sowieso nicht tun würde. Kleider und Röcke gehen nur mit Leggings oder Strumpfhose, was die Luftigkeit eindämmt und eher einen Hitzestau verursacht. Ich schwöre also im Sommer, vor allem für die Arbeit (da keine Klimaanlage aber reichlich Fenster), auf Viskose und lockere Schnitte. Tatsächlich wechsel ich eigentlich zwischen meiner beblätterten Flatterhose und dieser schlichten dunkelblauen hin und her. 


Der Schnitt "Lamise" von Pattydoo ist wirklich traumhaft, was den Komfort angeht. Ganz viel Platz, eigentlich berührt nur der Bund den Körper. Also, im Stehen, versteht sich. Taschen hat die Hose auch, wunderbar. Übrigens, bei meiner anderen Hose hat es mich etwas gestört, dass die Taschen manchmal nach hinten umklappten. Deshalb habe ich sie hier auf die Nahtzugabe festgesteppt, also von der Seitennaht vom Bein. Bei dieser Variante habe ich außerdem mal ein schmales Gummi am Bein eingezogen, damit die Hose dort unten nicht so weit ist. Gefällt mir genau so gut wie die offene Version und wird sicherlich wiederholt. 


Der Stoff ist gewebte Viskose von stoffe.de aus dem letzten Jahr, aktuell nicht mehr verfügbar. Viskose ist ein Material, das ich wirklich empfehlen kann. Habe ich sowohl einfarbig als auch gemustert schon häufig verarbeitet, und ich liebe das Gefühl auf der Haut. Bestellt hatte ich 1,3 Meter, wie meistens für Hosen, und das hat gut gepasst.
Natürlich waren bei der Hose einige Anpassungen nötig, damit sie zu mir passt: Größe 40 habe ich um 5cm am Bein verlängert, und bei dieser Version auch nochmal 2cm am Saum hinzugefügt für den Gummizug dort. Eigentlich nehme ich mir bei Viskose ja immer vor, französische Nähte zu machen, und dann vergesse ich das beim Zuschnitt wieder. Schade Schokolade.



Kommen wir zum Oberteil, dabei handelt es sich nämlich um ein Experiment. Beide Teile, die ich heute zeige, sind schon im letzten Sommer entstanden, aber Fotos habe ich vor Herbst nicht geschafft, und das ist ja auch irgendwie unpassend. Jedenfalls war im letzten Jahr der Musselin-Trend in vollem Gange, und da wollte ich natürlich auch mit machen und habe mir ein Top nach dem stark abgewandelten Schnitt Sorbetto genäht aus grauem, mit Dreiecken gemusterten Musselin.



Das war tatsächlich erstmal so semi erfolgreich. Musselin will ja lieber nicht gebügelt werden, für die Einfassung der Hals- und Armausschnitte war das aber natürlich nötig und, im Gegensatz zum restlichen, "freien" Stoff, durch die Nähte auch nicht mehr umkehrbar. Sonst knautscht sich ja alles in der Wäsche wieder zusammen, hier aber nicht. Somit war das Top einfach zu groß, die Schulter zu breit und irgendwie unförmig. 

Gerettet habe ich es stumpf, indem ich die Seitennähte nach oben hin unter dem Arm etwas verschmälert habe. So ist es tragbar, wenn auch nicht mein Lieblingsshirt. Aber immerhin: Luftig und sehr angenehm, der Musselin. Würde ich den Stoff nochmal verarbeiten, dann eher zu einem Tuch, einem Rock oder ähnlichen Teilen, die nicht so delikat sind und eher locker. 


In Kombination trage ich die beiden Stücke eher selten, obwohl das doch eigentlich ganz gut aussieht. Sollte ich öfter machen.

Welche Schnitte bevorzugt ihr im Sommer?


Happy sewing, 

Julia


Verlinkt mit Sewlala und Du für dich am Donnerstag.


10. Januar 2018

Nähen für den kleinen großen Bruder

Hallo ihr Lieben!


Es ist soweit, ich zeige euch die ersten beiden Teile, die ich zu Weihnachten genäht habe. Hat ein bisschen gedauert, bis die Bilder gemacht haben, welche ganz nebenbei erwähnt nicht die besten sind, schlechtes Licht und Ferienmodus haben wenig Ehrgeiz zugelassen. Aber man sieht auf jeden Fall genug. 

Im September habe ich mit der Geschenkeplanung angefangen und wollte zum weihnachtlichen Anlass endlich mal die Idee umsetzen, meinem Bruder eine Sweatshirtjacke zu nähen. Der fällt nämlich - ähnlich wie ich - total aus dem Raster der Konfektionsgrößen. Mit annährend 2 Meter Körpergröße kratzt er an die meisten Türrahmen und wählt in Geschäften grundsätzlich mindestens Größe XL, damit die Länge ausreicht. Dazu ist er aber auch ein Strich in der Landschaft, sodass die Klamotten von der Weite her nicht unbedingt passend sind. Bei Männer ist das nun nicht unbedingt schlimm, da tragen viele ja lieber lockere Kleidung. Trotzdem sollte endlich mal etwas wirklich passendes her. 


Ich bat daher meine Mama um die entsprechenden Maße. Diese gab sie mir durch, ebenso wie die Frage, ob ich auch noch einen Pullover für meinen Bruder nähen würde, sie würde mir diesen dann quasi bezahlen. Da kann ich ja gar nicht nein sagen, freue ich mich doch immer, wenn andere etwas von mir genäht haben wollen. Es standen also gleich zwei Kleidungsstücke für meinen Bruder auf der Liste. 


Relativ schnell hatte ich mich für den Schnitt Jordan von Pattydoo entschieden und nach kurzem Abgleichen mit den Maßen meines Bruders Größe L zugeschnitten. Notwendige Verlängerungen: 10cm an den Ärmeln, 5cm am Körper. Der Stoff ist ein dunkelblauer Sweat von Stoff und Stil, für ein bisschen Kontrast und Design habe ich mit weißen Akzenten in Kordel und Reißverschluss gespielt. Eigentlich eine kleine Lüge, denn ursprünglich hatte ich einen ebenfalls dunkelblauen Reißverschluss mitbestellt, der leider farblich gar nicht passte. Ich fing aber schonmal an zu nähen, und, wie ich es oft mache, schaute zwischendurch in eine der gekauften Jacken vom Herzmann, wenn ich Fragen zur Verarbeitung hatte. Dabei fiel mir dann auf, dass dort der Reißverschluss weiß ist, und, dass das eigentlich sehr oft so ist. Deshalb habe ich mich also für weiß entschieden und bin im Nachhinein auch sehr froh drum, das sieht schon ziemlich gut aus. Übrigens: Wenn ihr den Körper verlängert oder verkürzt, denkt dran, einen entsprechend passenden RV zu kaufen!


Für die beiden Bruderprojekte habe ich mir dann auch endlich mal Snap Pap zugelegt - und gleich wild damit experimentiert. Die Jacke hat ein kleines Dreieck auf einem Arm sowie ein Viereck an der Bauchtasche. Die Ösen habe ich damit verstärkt und so ein nutzloses aber schönes Schieberdings auf die Kordel aufgefädelt. Bei der Verarbeitung von Snap Pap als Kordelenden hat meine Nähmaschine ziemlich viel Fadensalat hergestellt, den letzten habe ich dann lieber mit Hand angenäht. Aber die Mühe lohnt sich, ich finde, diese kleinen Details werten das ganze Kleidungsstück auf. 


Chronologisch bin ich mit der Vorstellung der Sachen übrigens völlig durcheinander, das hier ist das letzte Stück, was ich genäht habe. Und komischerweise sind mir genau hier gleich zwei Nadeln gebrochen, einmal durch Dummheit (mit Affenzahn über Reißverschluss nähen ...) und einmal, weil es wohl einfach zu viele Lagen Sweat waren. Ich bin fast verzweifelt, als ich meine letzte Jersey-Nadel in die Maschine einsetzte ... aber alles ist gut gegangen, zum Glück!


Die Kapuze ist komplett gefüttert, allerdings habe ich am Schluss an der Halsnaht die NZ der Futterkapuze nach innen geklappt und dann nochmal abgeteppt, einfach, damit es schöner aussieht. In der Anleitung sollte diese nur Versäubert und dann festgesteppt werden. A pro pos Anleitung: Ich mag ja Videoanleitungen überhaupt nicht. Es hält mich ewig auf, immer ein Stück anzuschauen, zu pausieren, zu nähen, hoffentlich keinen der angesehenen Schritte zu vergessen ... und immer diese ewigen Nahaufnahmen vom Nähen selbst, braucht doch kein Mensch. Da ich aber noch nie eine Kapuzenjacke genäht hatte, kam ich ohne Anleitung auch nicht zurecht, schließlich gibt es innen noch Blenden, damit die Jacke auch offen schön aussieht und so. Aber was solls, dafür ist die Anleitung selbst ein ziemlicher Schnapper, da kann man sich auch wirklich nicht großartig beschweren.


Und das wichtigste ist sowieso: Die Jacke passt, der Bruder hat sich sehr gefreut (besonders über die flauschige Innenseite vom Sweat) und ich bin damit sehr glücklich. Übrigens auch, wie mir gerade beim Blick auf das Bild einfällt, wie passend die Teile der Bauchtasche am Reißverschluss aufeinandertreffen. Das hat beim ersten Versuch geklappt, zum Glück!

Nun gehen wir direkt mal weiter zum bestellten Pullover - das erste Teil, was ich für Weihnachten genäht habe.


Mein Bruder trägt sehr gerne Pullover mit so breiten und hohen Kragen, und weil ich nicht schon wieder eine Kapuze nähen wollte, sollte es auch lieber so ein Pullover sein. Das passende Schnittmuster hatte ich schon da: Mr. Comet habe ich bereits einmal für den Papa und den Herzmann genäht. Natürlich brauchte ich für meinen Bruder eine andere Größe: L habe ich auch hier gewählt, den Kragen allerdings in XXXL zugeschnitten, weil er halsnahe Dinge nicht aushält. Der trägt auch keinen Schal im Winter. Verrückt. Auch hier habe ich großzügig verlängert: Den Körper um 5cm, die Ärmel um 8cm.  Zusätzlich habe ich die Armbündchen länger zugeschnitten, als sie laut Schnittmuster sein sollen, da also auch nochmal etwa 2-3cm gut gemacht.


Und auch bei diesem Teil habe ich mich ausgetobt mit Snap Pap. Die Kordel ist wieder weiß, einfach die schönste Farbe, finde ich. Es ist ja sowieso am Ende das beste Gefühl, wenn alles fertig genäht ist, die Kordel einzuziehen und damit dem Stück den letzten Schliff zu verleihen. Herrlich!


Auch dieser Sweat ist von Stoff und Stil und ebenfalls von innen schön flauschig. Die Farbe finde ich ziemlich schön, so graublau meliert sieht echt in jedem Licht anders aus. Hat Spaß gemacht, damit zu nähen. Hier brauchte ich auch keine Anleitung, hatte ich ja alles schonmal gemacht und ein Raglanpullover ist nun wirklich nicht so irre schwer, wenn man schonmal ein paar genäht hat. Aber gedauert hat es, oh man. Der elastische Stich meiner Nähmaschine ist ja eh schon ziemlich langsam, und dann noch über diese langen Strecken, da hätte ich glatt zwischendurch nen Tee trinken können. Aber die Maschine näht ja nicht alleine. 


Es macht mich richtig stolz, andere in meinen genähten Kleidungsstücken zu sehen. Und wenn diese dann noch besser sitzen als gekaufte, was will man mehr? Ich schätze, es wird jetzt bestimmt öfter mal einen kleinen Auftrag geben. Hihi. 


Mein Brüderchen hat also ziemlich gut abgesahnt an Weihnachten. Demnächst zeige ich euch dann, was meine Eltern bekommen haben.