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17. Oktober 2021

Stricken ist Therapie - Teil 2

 Hallo ihr Lieben, 

vor anderthalb Jahren habe ich das erste Mal beschrieben, wie in turbulenten Zeiten das Stricken oder die Handarbeit an sich ein Anker ist. Wenn ich im März 2020 schon gewusst hätte, wie das weitergeht, hätte ich vermutlich herzhaft gelacht. Ja, der Umzug und der Beginn der Pandemie waren hektisch und unruhig, aber die vergangene Zeit war nicht unbedingt besser. Denn auch nach dem Umzug blieb und bleibt viel zu tun, um es wohnlich zu machen, und das ganze wird nicht unbedingt dadurch beschleunigt, dass zwischenzeitlich Möbelhäuser und Co. geschlossen waren. 

Also habe ich auch in den letzten anderthalb Jahren eher auf kleine Projekte gesetzt, die transportabel waren und wenig Konzentration erforderten. Sprich: Kinderkleidung. Und ihr bekommt nun alles zu sehen, was in der Zeit entstanden ist. Bereit? Ich habe jeweils die Projektseite auf Ravelry verlinkt, darüber findet ihr dann auch die entsprechende Anleitung.


Da wäre dieses eigentlich als Set gedachte Arrangement. Nun ja, da liegen wohl einige Größen dazwischen! Die Jacke ist nach einer kostenlosen Anleitung entstanden, ich habe jedoch das Knötchenmuster weggelassen, da mir das zu viel Unruhe im Gestrick gewesen wäre. Zöpfe und Farbverlauf sind vollkommen ausreichend, finde ich. Ich bin gespannt, wie das Jäckchen getragen wirkt, ich erahne schon eine klaffende Knopfleiste da an der Schulter, aber mal sehen. 


Auch die Anleitung zur Bloomer ist gratis, das ziehe ich bei Kinderkleidung ja auch vor, muss ich gestehen. Ich habe die kleinste Größe gewählt, die Maschenprobe stimmt eigentlich auch, ich weiß nicht so ganz, wer dieses Höschen tragen wird, aber mal sehen. Notfalls wird halt geribbelt. Das Bündchen habe ich ein wenig verkürzt, trotzdem war das Garn nach der Hälfte der Hose alle, aber in meiner Wollschublade fand sich dann noch ein von der Garnstärke passender Rest in Grau, der nun dort verbraucht wurde. 


Nächstes Projekt wäre der Emil Body, dieses Mal ohne Ärmel aus zwei Merinowollresten in maritimen Streifen. Für die Ausschnitte reichte das Garn nicht mehr, da habe ich zu einem gelben Sockenwollrest gegriffen. Der Body ist im Frühjahr 2020 gestrickt, also schon ganz schön lange ohne fotografisches Festhalten in meinem Besitz. 


Im Schritt wird er per Druckknöpfen geschlossen, darauf musste er auch einige Monate warten. Die hatte ich zwar noch zuhause, aber während ich das Stricken ja gerne mache, ist Knöpfe annähen etwas, das oft sehr lange dauert. Geht es noch jemandem so?


Eine kleine Kollektion Mützen bzw. Bonnets gab es auch noch, die stelle ich euch kurz im Einzelnen vor.


Ganz rechts liegt eine Mütze, die noch keine Anleitung hat, ein Teststrick quasi. Ich werde sie aber nachträglich verlinken, sobald da was vorhanden ist. Aus Baumwollgarn gestrickt ist sie als Sonnenmützchen für die nicht ganz so heißen Tage gedacht, und die Farbe schreit ja quasi nach Sommer, oder? Der graue Streifen ist quasi ein Tunnel und durch Doubleface erarbeitet, wenn gewollt, kann hier noch ein Band eingezogen werden. 


Ganz links liegt eine schlichte Mütze, zumindest von der Machart, dafür knallt die Farbe. Ich habe mich, glaube ich, grob an der verlinkten Anleitung orientiert, aber glatt rechts gestrickt und auch dickere Nadeln genutzt, weil dickeres Garn. 


Die nächste Mütze ist ein ganz spannendes Exemplar. Zuerst war da das Garn: Eine Kollegin überreichte mir einen Loopschal und Handstulpen, die sie mal geschenkt bekommen hatte, aber gar nicht so ihrem Geschmack entsprachen. Ziemlich viel Lace und filigran, das Etikett noch dran. Bananenfaser. Spannend, dachte ich. Die Handstulpen wollte meine Mama gerne übernehmen, der Loop gefiel aber auch ihr nicht. Also habe ich geribbelt und das Garn für neue Zwecke genutzt: Eine Bonnet. Wenig später habe ich dann bei Jule von Hey Mama Wolf eine Ausgabe des Buches "Natürlich, Baby" gewonnen und mir daraus die Anleitung "Emilias Bonnet" ausgesucht, um die Bananenfaser zu verarbeiten. Leider sieht man das schöne Muster am Rand der Mütze durch das nicht gleichmäßige Garn schlecht, die muss ich also wohl nochmal stricken. 


Einige weitere Projekte aus dem Buch habe ich mittlerweile auch schon verwirklicht: "Leons Pullunder" durfte drei weitere Garnreste vertilgen. Im Buch wird der Pullover in Teilen gestrickt und dann zusammengenäht, das habe ich ein bisschen umgebaut um ihn in Runden stricken zu können. Das Ergebnis finde ich irgendwie ziemlich niedlich, auch, wenn mein Garn wohl mal wieder etwas dicker war, wie Größe 62-68 kommt er mir nämlich nicht vor. 


Und dann wäre da noch das Set aus Mikas Hustenleibchen und Mikas Windelhose. Beide winzig klein und ebenfalls ziemlich niedlich, waren sehr schnell gestrickt. 


Auch hier habe ich statt in Einzelteilen in der Runde gestrickt um mir das Zusammennähen zu sparen. In meiner Knopfkiste fanden sich zwei hellblaue Knöpfe mit einem Anker drauf, die passen perfekt zu dem Leibchen, finde ich. Vermutlich habe ich sie etwas weit oben angebracht, aber das lässt sich ja dann noch anpassen. Ein weiteres Projekt habe ich noch gestrickt aus dem Buch, aber leider einen Fehler gemacht. Da muss ich erst noch ein bisschen ribbeln, dann kann ich es hier zeigen. 


Sockenwolle, die mir zu bunt ist für Socken, finde ich für Kinderkleidung meistens super. In diesem Fall ist aus 100g Wolle ein Pullover entstanden. Das Garn hat mir schon Party genug gemacht, da habe ich das Strukturmuster auf dem Ärmel eliminiert. 



Die Anleitung zu dieser süßen Jacke schlummerte auch schon länger in meiner Queue auf Ravelry, weil ich das Muster an den Raglannähten so schön fand. Das sieht man auf den Bildern jetzt kaum, weil das Garn so dunkel ist, aber in echt ist es deutlicher. Auch hier kam Sockenwolle zum Einsatz, allerdings nur ein Restchen, sodass ich die Banderole nicht mehr hatte. Ich vermute aber, dass es ein Zauberball war. Die Jacke wird von unten an gestrickt, das finde ich immer eher unpraktisch und würde es beim nächsten Mal andersherum gestalten. 


Meine allerliebste Babysockenkundin mit dem Babyboom im Freundeskreis ist nun auch selbst Mutter geworden. Zu diesem Anlass hatte sie mir drei Knäul Wolle geschickt mit der Bitte, zwei Paar Söckchen und eine Mütze zu stricken. Das war schnell erledigt, aber noch massig Garn übrig. Da habe ich noch einen kleinen Overall hinterher geschoben, damit das Kind auch direkt ein stimmiges Outfit hat. In der Anleitung vom Fofo Overall ist eigentlich ein durch kraus rechts gestrickte Maschen entstehendes Muster auf der Brust vorgesehen, aber die Streifen finde ich ebenso schön. 


Davor schon hatte ich aus einem antiken Garn denselben Overall, nur für dickeres Garn, gestrickt. Die Wolle stammt noch aus den Wollresten von meiner Mama, es gibt die Marke nicht mal mehr auf Ravelry. Der Strang schrie irgendwie 90er, aber da es reines Baumwollgarn war konnte ich mir sicher sein, keinem Mottenfraß begegnen zu müssen. Nach dem Overall war dann noch genug Garn für eine kleine Mütze übrig, auch, wenn die am Ende mit einem weiteren Rest beendet werden musste. Das Ergebnis finde ich super cool!


Das Spielhöschen Goldkind aus dem Klompelompe Buch habe ich schon einige Male gestrickt, ist einfach immer eine super Verwendung für Garnreste. In diesem Fall war das Garn deutlich dicker als vorgesehen, also habe ich die nötigen Angaben umgerechnet. Das ist immer ein bisschen knifflig, aber nach den ersten zwei Malen wird es geläufig. Dreisatz ist das, was am häufigsten gebraucht wird. 





Das letzte Kleidungsstück ist ein Cardigan, ebenfalls aus so einem ungeliebten Sockenwollknäul, das ziemlich genau aufgegangen ist dafür. Ihr ahnt schon, wegen der Knöpfe durfte auch dieses Stück lange herumliegen, bevor es wirklich fertig war. 


Und zum Abschluss das süße Püppchen, das ich im Auftrag für meine Mama zur Geburt eines kleinen Mädchens gestrickt habe. Sie hatte noch in Erinnerung, dass ich das mal vor Ewigkeiten gestrickt hatte und wollte es gerne verschenken. 


Und das war die neue Kollektion der letzten anderthalb Jahre! Meine Geschenke-Schubladen sind wieder gut gefüllt und bereit für all die neuen Menschen, die sich im Moment so ankündigen. Ich finde es schön, dann etwas passendes aussuchen zu können. Und es macht mich einfach auch sehr glücklich, meine Wollreste sinnvoll zu verarbeiten und aufzubrauchen. 

Strickt ihr auch gerne Babysachen? Was ist eure liebste Anleitung?


Happy Knitting, 

Julia




29. März 2020

Stricken ist Therapie

Hallo ihr Lieben,

noch sind es vier Wochen bis zum Umzug. Das, zusammen mit der unglaublich angespannten Situation weltweit, sorgt gerade für eine Menge Chaos. Im Kopf, im Leben. Wie regelmäßig ich in den nächsten Wochen bloggen werde, weiß ich noch nicht. Denn bis zum D-Date in vier Wochen ist noch einiges zu tun, und auch danach ... aber wir werden sehen, bisher habe ich es ja immer geschafft irgendwo ein bisschen Zeit frei zu schaufeln. 
Da bin ich ja auch ein bisschen rigoros. Zeit für meine Hobbies nehme ich mir immer, egal, wie stressig es ist. Das ist dann vielleicht kein ganzer Abend an der Nähmaschine, aber wenigstens eine halbe Stunde stricken brauche ich gerade in trubeligen Zeiten. Ich bin mir sehr sicher, dass mich das vor dem Durchdrehen bewahrt. Und dann bleibt halt der Haushalt liegen, oder es wird ein bisschen später gegessen. Sich um seine eigenen Bedürfnisse zu kümmern ist leider immer noch etwas, das man besser nicht ganz eigennützig erledigt. 

So, wie schlage ich denn nun den Bogen zu diesen konkreten Projekten, die ich euch zeigen möchte? Ich werfe einfach mal ein paar Bilder in die Runde. 


Wollen wir doch mal ein wenig aufdröseln, was am Handarbeiten so für positive Eigenschaften dran hängen. Neben dem sowieso schonmal tollen Gefühl, etwas erschaffen zu haben, ob aus Wolle, Stoff, Holz oder sonst welchen Materialien, ist auch die Bewegung der Hände, das rhythmische beim Stricken zum Beispiel, sehr beruhigend. Das ist tatsächlich nachgewiesen! Nur, falls mal wieder jemand das Stricken schlecht redet ... 
Manchmal kann die Handarbeit auch super ablenken, wenn es zum Beispiel ein kniffliges Projekt ist. Wie dieser Pullover hier, der hat mich gleich zweifach herausgefordert. Von der Designerin gab es nämlich nur ein paar spärliche Notizen mit der Bitte, ihre Idee mal auszuprobieren. Das mache ich ja gerne, wir kennen uns gut und ich verstehe meistens, wo es hingehen soll. Trotzdem war das Pullöverchen hier eine spannende Konstruktion. Bisher gibt es leider noch keine Anleitung, trotz meines sich wiederholenden Quengelns. 


Zweite Herausforderung: Das Garn. Rosa Farbverlauf, zwei Knäul waren es. Hatte ich vom Aussortierten Stash von Sophia übernommen, die weiß schon, dass ich eine kleine Vorliebe für Reste und übrig gebliebene Knäule habe. Nach dem Anstrick manifestierte sich dann aber sofort eine Assoziation, die dem Pullover zu seinem Namen verholfen hat: Leberwurst. Das Knäul sah wirklich schrecklich aus, verstrickt ist es zum Glück deutlich besser. Aber jedes Mal, wenn ich mir das Knäul ansah, musste ich an diesen (von mir verhassten) Brotaufstrich denken. Und natürlich reichte das Garn nicht und ich musste einen anderen Rest dazu kombinieren. Das ist ein Auf und Ab der Gefühle: Erst die Spannung, ob es reicht, immer schneller stricken, dann die Feststellung, dass es definitiv nicht ausreichen wird, leichte Enttäuschung, Frust. Neugier, ob noch was passendes bei den eigenen Resten ist, Freude, wenn dem so ist und Erleichterung, wenn am Ende alles gut wird. 


Für mich ist einer der größten Vorteile des Handarbeitens aber, dass ich dadurch individuelle, persönliche Geschenke machen kann. Schon immer schenke ich unglaublich gerne, für mich ist das zum Beispiel an Weihnachten das allerbeste. Und dann noch etwas selbst zu machen, das ist doch der ultimative Kick! Für meine liebe Strickfreundin Saskia habe ich daher ein kleines Set zusammen gestellt, aus (mal wieder) Restgarn von Sophia hergestellt. Eine Mütze mit Lace Muster ist es geworden, und passende kleine Söckchen. Das war quasi eine Kooperation unseres kleinen Dreier-Stricktreffs: Sophia hat das Garn geliefert, ich habe es verarbeitet und Saskia hat sich um den Träger gekümmert :)


Ich sagte ja schon, dass ich gerne Schenke: Deshalb ist noch eine ganz einfache Pumphose aus Reststoffen entstanden, sowie ein weiteres Paar Babysocken, denn ein paar Wochen zuvor hatte Saskia mir ihre Sockenwollreste überlassen. Und wenn da nicht der Gedanke naheliegt, passende Babysocken zu ihren zu stricken, dann weiß ich auch nicht. Das Oberteil oben rechts in der Ecke hatte ich vor Ewigkeiten schonmal hier vorgestellt. 


Noch ein positiver Aspekt des Handarbeitens: Die Community. Leute, das ist der Wahnsinn. Gerade über die sozialen Medien entsteht da ein Zusammenhalt, der unglaublich ist. Jetzt, in diesen verrückten Zeiten, entstehen überall virtuelle Näh- und Stricktreffs, wie fantastisch ist das denn! Noch dazu sind die alle, durch die Bank, unglaublich nett. Ihr könnt euch sicher sein, wenn ihr euch mit einer Frage an die Community wendet, bekommt ihr einen Haufen Antworten. 
Oder, noch besser: Wenn euch das Garn ausgeht, dann kommen direkt liebe Leute und senden einem ihre Reste zu. So geschehen mit diesem Pullover, den ich aus Resten von Lamana Puno gestrickt habe. Selbe, nicht veröffentlichte Anleitung wie beim ersten Pullover, übrigens. Die Reste kommen von Christiane, die damit nichts mehr anzufangen wusste. Es wollte aber leider nicht reichen, und dieses Mal hatte ich auch nichts passendes zuhause. Auf Instagram nachgefragt, und innerhalb von ein paar Stunden gleich zwei Angebote bekommen. Lina hat mir dann ein Restchen vom selben Garn geschickt und ich konnte den Pullover vollenden (okay, die Fäden sind noch nicht vernäht, aber hey ...).


Solche Dinge machen mich sehr glücklich. Ich werde ja ganz euphorisch hier, alleine schon beim Tippen! 

Was sind für euch die positiven Aspekte vom Handarbeiten? Erzählt doch mal!


Happy creating, 

Julia

27. Februar 2020

Abenteuerliches Sockenstricken

Hallo ihr Lieben,

im Angebot habe ich heute drei Paar Socken und zwei Geschichten. Habt ihr Lust, sie zu hören? Dann lehnt euch zurück und scrollt weiter. 


In meiner Strickwelt gibt es ja einen ganz routinierten Umgang mit Sockenwolle. Zuerst wird aus dem Knäul das geplante Projekt gestrickt, ob Socken oder Babyhose oder Mütze ist dabei zweierlei. Was fast alle Projekte gemeinsam haben: Es bleibt etwas übrig. Und dieses übrige verstricke ich dann in ein Paar Babysöckchen. Mit denen beschenke ich schon seit Jahren alle frisch gebackenen Eltern im Bekannten- und Freundeskreis, da ist also ständig Nachschub von Nöten. Aber meistens bleibt auch dann noch ein winziges bisschen übrig. Und das habe ich gesammelt. Über mehrere Jahre. 


Bis das Sockenwoll-Reste-Glas irgendwann an die 100g auf die Waage brachte. Dann konnte ich endlich mein lange geplantes Projekt starten: Kunterbunte Sockenwollrestesocken. Sagt das mal drei mal schnell hintereinander: Sockenwollrestesocken, Sockenwollrestesocken, Sockenwollrestesocken. 
Mit dem Start zog es sich dann aber doch ein bisschen, denn ich wollte ja zwei gleiche Socken, musste also die Restchen alle halbieren. Das waren viele Restchen! Ich meine, am Ende waren es 160 Fädchen die ich vernäht hatte, also pro Rest zwei Fädchen, macht 80, ich hatte also 40 Garnreste die ich halbiert habe. Und weil ich da schon so schön mit einer Ordnungstätigkeit beschäftigt war, die mir, muss ich ja ehrlich sagen, meistens viel Freude bringt, habe ich das Ganze auch noch grob nach Farben sortiert: Neutral-orange/gelb-rot-rosa/lila-grün-blau.


Und dann habe ich einfach losgelegt. Von der Spitze an, mit einem Faden für die Afterthought-Ferse habe ich nach oben gestrickt. Und irgendwann Zunahmen gemacht, weil es ja so viel Garn war, dass es auf jeden Fall ziemlich lange Socken werden würden. Die erste Socke war noch ziemlich witzig zu stricken, spannend, dass alle paar Minuten ein neues Fädchen kam und sich die Farben geändert hatten. Als sie dann endlich fertig war, war ich trotzdem erleichtert. Und hatte nur mäßig Lust auf die zweite, weshalb ich auch insgesamt ganz schön lange an den Socken gestrickt habe, fünf Monate auf den Kopf. 


Zuerst war ich von den fertigen Socken nur mäßig begeistert. Das war schon alles ganz schön bunt und nicht unbedingt das, was ich mir unter schön vorstelle. Aber was solls, aus einem Haufen Wollreste ist ein Paar Socken geworden, nicht jammern. Bis ich sie dann das erste Mal anhatte, und plötzlich schockverliebt war. Gerade zu Strumpfhose, also Röcken und Kleidern und Shorts, sind diese Socken meine absoluten Lieblinge. Ich mag es, wie sie sich über den Schuhen stauchen (weil bis zum Anschlag hochgezogen nicht so wirklich gut aussieht) und könnte sie andauernd tragen. Auch das kunterbunte gefällt mir dann super, anscheinend habe ich solche Socken schon lange gebraucht. Was soll ich sagen, das Glas mit den bunten Resten füllt sich in freudiger Erwartung...


Kommen wir zum nächsten Paar Socken, das ich in petto habe. Auch die haben eine langwierige Geschichte. Letztes Jahr im März war ich das erste Mal auf der H+H in Köln. Das war eine ingesamt spannende Erfahrung, wie immer hauptsächlich im Gedächtnis geblieben durch die Menschen, mit denen man dort unterwegs ist. Die Messe ist eine Händlermesse, man kann also keine Materialien kaufen. Manche Aussteller dort sind aber so freundlich, neue Qualitäten oder Farben zum Ausprobieren anzubieten, und so kam ich zu einem Knäul Wolle plus passender Anleitung. Dementsprechend ist dieser zweite Teil des Beitrags nun Werbung, denn weder das Garn noch die Anleitung habe ich bezahlt. 


Bei dem Knäul handelte es sich um Merida von Lamana, ein schönes, meliertes Merinowollgarn das in 50g Knäulen daherkommt. Die Anleitung war für eine Socke mit Rautenmuster, nichts kompliziertes. Direkt nachdem die Restesocken abgeschlossen waren, habe ich dann diese blauen Socken angeschlagen und die erste auch recht flott gestrickt. Bei Socken mit Muster beeile ich mich ja immer etwas, damit ich das Muster nicht wieder vergesse nachdem ich es verinnerlicht habe und ohne auf die Anleitung zu schauen stricken kann. 


Bei 50g war natürlich klar, dass das Garn irgendwann alle ist bevor die zweite Socke fertig gestrickt ist. So kam es dann auch, und ich wandte mich an Lamana um mal freundlich zu fragen, ob ich von denen Nachschub bekommen könnte, da mich eine Socke ja nicht ganz so weit bringt. Leider habe ich bis heute keine Antwort auf meine Email bekommen, was ich schon ein wenig schade finde. Selbst ein "Nein, geschenkter Gaul und so" hätte ich besser gefunden als gar keine Antwort. Da ich aber weiterhin zwei Füße besitze, habe ich mir das Garn dann auf dem üblichen Weg besorgt, ist ja kein Drama, und die Socke endlich fertig gestrickt. 


Und dann, ihr müsstet es nach der ersten Hälfte des Beitrags schon erahnen: Habe ich passende Babysocken gestrickt, sogar im Muster. Die sind schon niedlich, oder? Einfarbige Sockenwollreste sammele ich übrigens auch, da werden irgenwann ziemlich coole Ringelsocken draus, aber das dauert noch ein bisschen. 

Bis dahin, 

happy knitting, 

Julia

14. November 2019

Ministrick

Hallo ihr Lieben, 

ich hab da mal ein bisschen gesammelt, und langsam wurde die Liste mir zu lang, also dürft ihr jetzt eine kleine Flut von Ministrick anschauen. Ich verstricke ja immer eifrig meine Reste in Babykleidung, aber weil es dazu immer nicht so viel zu erzählen gibt, mache ich einen kleinen Stapel und zeige es euch dann zusammen. Bereit?


Den Anfang macht dieses schöne Jäckchen nach einer Anleitung von Stichfest, welches ich testgestrickt habe. Etwas mehr als 100g Regia Schachenmayr habe ich verstrickt und damit eine Jacke in der Größe 6 Monate erhalten. Das Garn habe ich über Ravelry aus dem Stash einer anderen Strickerin gekauft, also Second Hand und so.


Das hübsche Strukturmuster ist ganz einfach zu stricken, geht nur über vier Maschen und vier Reihen und wird nur im Körper und am Ärmel an einem Streifen gestrickt. Ich habe das Jäckchen wie ursprünglich konzipiert von unten gestrickt, also erst Körper und die einzelnen Arme, dann alles zusammengefügt auf einer Nadel und mir Raglanabnahmen. Die Knopfleiste wird direkt mitgestrickt und am Schluss mit dem Halsbündchen geendet. Weil es im Test vorgeschlagen wurde, hat Sophia in die Anleitung auch noch Angaben für eine RVO-Version, also von oben an gestrickt, eingefügt, und außerdem eine um alles in der Runde zu stricken und nachher aufzuschneiden. Ganz schön viele Varianten, oder?


Weil ich insgesamt 300g von dem Garn hatte und mir die Farbe so gut gefällt, habe ich direkt ein weiteres Projekt daraus gestrickt und aus dem einzelnen Jäckchen ein Set gemacht, indem ich eine Hose dazu gestrickt habe.


Die Anleitung habe ich aus dem Klompelompe Buch, "Hose süßer Fratz" nennt sie sich und ist damit ziemlich weit oben im Kampf um die Auszeichnung für den schlimmsten Anleitungsnamen. Aber das sagt ja zum Glück nichts über die Anleitung an sich aus. Die Hose wird vom Bund an gestrickt mit ein paar Wendemaschen um die hintere Seite windeltauglich und höher zu machen. Später kommen dann Zunahmen im Schritt, die habe ich ein bisschen verändert in ihre Position. Die Beine werden dann einzeln runtergestrickt.


Damit beide nicht nur anhand der Farbe als Set erkennbar sind, habe ich noch eine Änderung vorgenommen. Das Muster, welches eigentlich laut Anleitung einen Streifen an den Hosenbeinen bildet, habe ich durch das des Jäckchens ersetzt. Gute Idee oder? Sieht auch sehr schön aus, finde ich. Vermutlich wird beides zusammen nie getragen, ist ja schon recht monochrom, aber hübsch sieht es aus.


Machen wir mal ein bisschen farbenfroher weiter. Der nächste Pullover ist ein bisschen frei Schnauze entstanden, aus einem Sammelsurium an Garn. Ich habe mir irgendeinen Pullover aus dem Internet als Richtlinie für Maschenzahl und Zunahmen genommen und dann einen Pullover mit Rundpasse entworfen, auch das Muster habe ich mir ausgedacht.


Durch die unterschiedlichen Garnstrukturen kommt es nicht besonders gut zur Geltung und das Ganze sieht auch ein wenig sehr improvisiert aus, aber irgendwie mag ich ihn trotzdem. Hauptgarn ist das dunkle blau, ein Strang Arranmore von The Fibre Company den ich auf der H+H geschenkt bekam, zusammen mit einigen kleinen Pröbchen von anderen Garnen sowie Resten von anderen Projekten.


Ich schätze mal, dass die Größe so ungefähr mit einem Jahr passen müsste, aber ohne eigene Kinder ist das wirklich ins Blaue geraten, haha. Der Pullover ist ziemlich dick und sollte so warm sein, dass er auch draußen getragen werden kann. Verschenken werde ich ihn aber nicht, dafür ist er mir zu unschön.


So, zum Schluss nochmal richtig Farbe: Ebenfalls aus dem Klompelompe Buch ist die "Jacke süßer Fratz", die ebenfalls mit einem kleinen Strukturmuster ausgestattet ist, allerdings über das komplette Stück. 
Ich habe hier den Rest von meinem Boxy und meiner Mütze verwendet, weil ich die Farbe einfach zu schön fand um sie nicht zu nutzen. Ganz gereicht hat es nicht mehr, an den Ärmeln habe ich dann einfach ein Restchen Sockenwolle genommen.


Die Jacke wird ebenfalls von oben gestrickt, mit Raglanzunahmen, eigentlich wie jeder andere Raglan auch. Die Anleitung ist allerdings fehlerhaft. Zum einen stimmte etwas bei den Ärmelmaschen nicht, zum anderen wird das Muster lediglich in Reihen beschrieben. Wenn dann also beim Ärmel steht, dass die Maschen aufgenommen werden und dann das Strukturmuster gestrickt werden soll, ist ein bisschen mit- und umdenken nötig, sonst wird es unschön. Klar ist das nicht schwer, aber finde ich schon unpraktisch.


Das war sie, meine kleine Kollektion. Was macht ihr so mit euren Garnresten? Erzählt doch mal. 

Happy knitting, 

Julia


15. Juni 2019

Babystrick

Hallo ihr Lieben,

lange habt ihr aus der Kategorie "Wolliges für kleine Würmchen" nichts hier gesehen. Das heißt aber nicht, dass es das nicht gibt! Noch immer verarbeite ich Reste so zügig wie es geht, und da Reste = eher kleine Mengen wird es oft auch kleine Kleidung. Ich sammele dann immer ein bisschen die Fotos damit ihr mehr zu sehen habt und ich mehr zum zeigen. Also, aufi?


Nach meinem Teststrick der Oldschool Bonnet von Sophia war ich ziemlich verzückt von dem süßen Muster. Es lag noch ein Rest Garn in Creme bei mir herum, aus unbekannter Quelle. Die Menge dürfte in etwa passen (25-30g reichen üblicherweise aus), also hatte ich die Mütze schnell gestrickt. lediglich die letzte Runde vor dem Schließen der Spitze habe ich weggelassen weil das Garn langsam knapp wurde und der I-Cord ja noch dran musste. Hat alles gepasst, Garnrest weg, neue Mütze zum Verschenken da. Dieser Teil des Beitrags ist dann irgendwie Werbung, weil ich die ursprüngliche Anleitung im Rahmen des Testens bekommen habe.


Auch für dieses Set habe ich ein paar Reste verwertet, drei verschiedene Knäul, eins davon ohne Banderole. Vom Farbton wusste ich gleich, dass die zu einem gemeinsamen Projekt werden wollen, die Stärke war auch in etwa gleich. Ein bisschen auf Ravelry gestöbert und zuerst die Hose gestrickt, dann war sogar noch genug für eine Mütze übrig. Diese habe ich nach der Gratis Anleitung Débutant Baby Set gestrickt und einiges verändert: Ursprünglich soll eine lange Kette Maschen angeschlagen und dann wieder abgekettet werden und in der Mitte dieser Maschen dann der Faden neu angestrickt werden um die Mütze zu formen. Das war mir zu doof, weshalb ich die Mütze erst so gestrickt und später einen I-Cord als Bänder dran gestrickt habe. Der leichte Zipfel an der Spitze der Mütze wird durch abketten von Maschen geformt und dann später alles zusammen genäht. Auch hier habe ich bisherige Erfahrungen genutzt und stattdessen Wendemaschen gestrickt und die Maschen per Maschenstich zusammen genäht. Wird schöner und ergibt keine dicke Wulst, auf der der Kinderkopf dann liegen muss.


Auch die Hose ist nach einer Gratis Anleitung entstanden, der "Knitted pants for babies". Die Hose kam ja vor der Mütze, und weil ich mir dachte, das es vom Garn her ganz nett aussehen könnte, hatte ich das dunkle Braun für die Bündchen geplant und wollte die Hose selbst mit Streifen ausstatten. Ich mag auch die Struktur, die dadurch entstanden ist, da das Garn mit den bunten Sprenkeln etwas knubbeliger ist und sich somit hervorhebt.


Auch hier habe ich eine kleine Änderung vorgenommen: Statt die Zunahmen im Schritt in einem geraden Block zu gestalten, habe ich sie weiter werden lassen, was man auf dem Bild ein bisschen erahnen kann. Ich finde das optisch einfach schöner, und eigentlich bedeutet es auch nicht viel Umdenken: Es werden Maschenmarkierer zu Beginn und Ende von sechs Maschen gesetzt, und anstatt immer vor und nach dem Maschenmarkierer zuzunehmen, wird es nach und vor gemacht, sodass die neuen Maschen innerhalb dieser Markierer liegen. Das klingt komplizierter als es ist, versprochen!


Und weil sich dieses Set so schön flott stricken ließ, habe ich vor der H+H direkt ein weiteres angeschlagen, um auch wirklich die letzten und kleinsten Rest zu verbrauchen. Hie rkönnt ihr den veränderten Spickel auch besser sehen, im einfarbigen und schlichten Garn. 


Ein bisschen abgefahren sehen die unregelmäßigen Streifen ja schon aus, aber mir gefällt es, und das Kind kann sich ja nicht dagegen wehren, hehe. Aber verschenken werde ich die wohl nicht, das genügt meinen Ansprüchen nicht.


Das passende Mützchen dazu ist ein bisschen schlichter und gefällt mir auch sehr gut. 
Alle Projekte habe ich auf meinen Hiya Hiya Steels gestrickt mit 4,5er Nadeln. Ich bin bisher wirklich sehr zufrieden mit diesem Nadelset und froh, dass ich es mir zu Weihnachten gewünscht habe. 

Wer möchte, kann die einzelnen Teile auch bei Ravelry finden. 


Happy knitting, 

Julia