7. März 2018

Schwarzweiß karierte Bluse - Sewaholic Granville

Hallo ihr Lieben!

Noch schwelge ich ganz seelig in den Erinnerungen an mein erstes Nähwochenende. War das schön! Mal so viel Zeit am Stück fürs Nähen, mit ganz vielen Frauen die dasselbe Hobby teilen. Wirklich ein tolles Erlebnis, das ich gerne wiederholen würde. Leider sind die Plätze ja meistens schnell weg, dieses Jahr wird das wohl nichts mehr. 
Eigentlich müsste ich euch ja heute entsprechend eins der vier Teile zeigen, die bei Sewing by the Sea entstanden sind. Dort war es aber deutlich zu kalt um Fotos ohne Jacke zu machen - die Ostsee war zugefroren! - also präsentiere ich heute voller Stolz meine neue Lieblingsbluse. 


Schon ziemlich lange wollte ich genau so eine Bluse. Aus schwarz-weiß kariertem Stoff, nicht zu kleinkariert, nicht zu groß. Ich hätte nie gedacht, dass es so schwierig sein würde, den entsprechenden Stoff dazu zu finden. In den Geschäften vor Ort gab es nur die Standard Baumwolle, die von der Haptik jetzt nicht das ist, was ich gerne als Bluse trage. Sah ich online mal einen Stoff, der meiner Vorstellung entsprach, war er hauptsächlich aus Plastik, was ich sowohl vom Tragegefühl als auch der Moral her lieber meide. Als ich dann aber meine Weihnachtsbestellung tätigte, sprang mich dieser perfekte Baumwoll Flanell bei stoffe.de an. Leider ist er aktuell nicht mehr verfügbar, da haben wohl noch andere so gedacht wie ich und sich schnell was geholt. Er hat genau die richtige Festigkeit, ist von innen schön angeraut und damit super für eine langärmlige Bluse, nicht zu dünn, im Frühling und Herbst wunderbar zu tragen.



Vernäht habe ich das Schätzchen in meinem Standard-Blusenschnitt, dem Granville von Sewaholic. Das gibt es in meinem Schrank bisher einmal aus Chambray und einmal ohne Ärmel für den Sommer, beide Versionen werden gerne und häufig getragen. Ich liebe den abgerundeten Saum und die Teilungsnähte sowie die betonte Taille, das passt sehr gut zu meiner Figur. Ich fühle mich gut angezogen, aber nicht beengt. Und ein dickes Stück Kuchen passt auch ohne Probleme mit rein. 


Wie zuvor auch habe ich Größe 10 genäht und diese sowohl in den Ärmeln als auch im Körper um je 4cm verlängert. An den Armen ist das schon zuviel des Guten, hatte ich mir auch bei meiner letzten langärmligen Version notiert: "Nächstes Mal 2cm wieder rausnehmen". Dumm nur, dass ich nur bei der letzten Verion überhaupt geguckt habe, was meine Notizen waren, und diese Version keine Ärmel hatte. Also nochmal: Ärmel eigentlich kürzer! 
Übrigens: So toll ich den Stoff finde, nach dem Wäschen war ich ziemlich frustriert. Er hatte sich entweder durchs Waschen oder durchs Trocknen ziemlich verzogen. Wollte ich ein Teil am Fadenlauf orientiert auflegen, passten die Karos da hinten und vorne nicht, alles war schief. Eine ganz schöne Fummelei, alle Teile richtig zuzuschneiden. Ich habe einlagig gepuzzlet was das Zeug hält, irgendwann hat es dann geklappt. Am Wochenende habe ich gesehen, dass viele ihre Stoffe rundum versäubert hatten, vielleicht hilft das dagegen? Habt ihr eine Ahnung?


Ebenso habe ich denselben Fehler gemacht wie bei bisher jeder Bluse und am falschen Vorderteil das Stück abgeschnitten. Eine Seite wird mit angeschnittener Knopfleiste genäht, die andere bekommt eine eigene angenäht. Bei mir haben jetzt beide Seiten eine ganz eigene Knopfleiste, denn ich wollte die obere gerne mit schrägen Karos haben, und genau die hatte ich drangelassen, sodass es logischerweise gerade gewesen wär, also der Stoff selbst wäre nur umgeklappt worden. Alternativ hätte ich andersherum schließen müssen, also links auf rechts anstatt rechts auf links. Aber während den meisten Menschen gar nicht bewusst ist, dass Frauenblusen sich immer rechts auf links schließen lassen, fällt es definitiv auf, wenn man es einmal falsch macht, das Knöpfen ist dann nämlich ungewohnt kompliziert. Fragt nicht, woher ich das weiß ... 
Jedenfalls habe ich nochmal eine zweite Knopfleiste im Fadenlauf für das unten liegende Vorderteil zugeschnitten. Macht nur ein bisschen mehr Aufwand, meine Freude über die schrägen Karos bleibt aber erhalten.


Auf die innere Passe habe ich wie immer mein Label aufgenäht. Der Kragen und Kragensteg sowie die innere Passe sind artig im Fadenlauf zugeschnitten, die äußere Passe habe ich aber auch schräg geschnitten, für die Optik. 
Brusttaschen sind im Schnitt enthalten, die hätte ich aber störend gefunden, wenn sie nicht genau ins Muster gepasst hätten. Und hätte ich sie so drauf gebastelt, dass sie sich unsichtbar einfügen ... hätten sie keinen Sinn. Denn niemand benutzt Brusttaschen, die sind nur Zierde. Also habe ich sie hier weggelassen. Bei unifarbenen Stoffen dagegen finde ich sie super. 


Ich hatte ein wenig die Befürchtung, dass die Abnäher stören, weil sie das Muster unterbrechen. Zum Glück liegen die aber so seitlich, dass es von vorne gar nicht wirklich sichtbar wird. Was ihr hier auch erkennen könnt: Unter den Armen pillt der Stoff schon. Wie schade! Ich werde da mit meinem Fusselrasierer gegen angehen, so schlimm ist es nicht, aber trübt die Freude über diesen vermeintlich perfekten Fund doch ein wenig. 


Der Ärmelschlitz, ein doch recht fummeliger Schritt, ist mir diesmal deutlich besser gelungen. Das "Häuschen" am oberen Ende, auf dem Bild rechts, ist ziemlich gerade, auch die Nähte nicht so krumpelig. 
Die Manschette habe ich dann von außen wieder im schrägen Fadenlauf zugeschnitten. Ihr merkt, das macht mir viel Freude.


Ich liebe ja das Blusen (und Hemden) nähen sowieso. All diese ordentlich versteckten Nähte, an den Maschetten, am Kragen, an der Passe, herrlich. Am besten natürlich das Sandwich, wenn man die Schulternähte an beiden Passen schließt und dazu Vorder- und Rückenteil so lustig dazwischen einrollt. Keine Ahnung warum, aber ich freue mich wie ein Kind wenn ich das dann auseinanderfummel und quasi eine Weste habe. 



Übrigens habe ich, wie immer, nicht direkt passende Knöpfe bestellt, obwohl ich ja schon wusste, was aus dem Stoff werden soll. Ich kann online irgendwie keine Knöpfe kaufen, ich weiß gar nicht, wieso. Irgendwie fehlt das anfassen können, die Größe kann ich nicht einschätzen, die genaue Farbe. Wobei schwarz ja doch relativ schwarz ist, bei Knöpfen. Vielleicht muss ich da mal mutiger werden, so hing die Bluse nämlich einige Tage ohne Knopflöcher und Knöpfe, bis ich es mal in die Stadt geschafft habe.  
Wenn ich mal ganz motiviert bin, trenne ich auch alle Knöpfe wieder heraus und versetze sie ein Stück, aktuell schaut nämlich die untere Knopfleiste ein wenig hervor, was mich ein klitzekleines bisschen stört.


Ich und meine Bluse, wir machen uns nun auf den Weg zum Me Made Mittwoch. Der findet ja jetzt nur noch monatlich statt, was ich sehr schade finde. Umso mehr bemühe ich mich dann, zum entsprechenden Datum etwas schönes vorzuzeigen. Für die Bilder heute habe ich mich ins Unterholz vor ein Parkdeck gestellt und mir alle Mühe gegeben, die seltsamen Blicke der vorbeigehenden Leute zu ignorieren. Die Szene war bestimmt nett anzusehen: Stativ, Kamera, Frau vor Wand, Jacke am Baum aufgehängt. Was man nicht alles tut für ein paar schicke Fotos :) 

Liebe Grüße
Julia

4. März 2018

Nähen für Frühchen

Hallo ihr Lieben!

Ich hatte es hier ja schon ein paar Mal leicht eingestreut, ich habe eine neue Verwendung für Restwolle und -stoffe gefunden, und zwar in einer Gruppe, die für Frühchen und Sternchen näht, also Frühgeborene Babys sowie totgeborene. Für mich als sehr hilfsbereiten und sozialen Menschen eine perfekte Möglichkeit, meine Reste sinnvoll zu verarbeiten und auch noch eine Menge Freude dabei zu empfinden. Die Gruppe stellt einige Schnittmuster und Anleitungen zur Verfügung, und damit habe ich mich einfach mal ausgetobt. Alle hier gezeigten Sachen sind für Frühchen, da ich, um Versand einzusparen, erstmal für die Uniklinik hier vor Ort nähe und diese bisher nur Kleidung für Frühchen annehmen. 


Für die kleinen Menschlein ist es wichtig, dass die Sachen unkompliziert an- und ausgezogen werden können. Oberteile sind daher meist zum Wickeln, oder mit amerikanischem Ausschnitt. Genutzt werden Jerseystoffe. Strampler sind im besten Fall mit einer Öffnung im Schritt versehen - diese hier habe ich selbst darangebastelt. 


Natürlich sollte die Kleidung, wie die meiste Kinderkleidung, fröhlich und bunt sein. Weil es aber für alles einen Geschmack gibt, dachte ich, kann es nicht falsch sein meine eher schlichten Reste ein wenig zu kombinieren. Es sind keine eindeutigen Kinderstoffe, aber ich persönlich möchte meine Kinder später auch nicht unbedingt in Ponies und Bärchen einpacken, sondern lieber schöne Farben und universelle Muster nutzen. Glaube ich. Aber in der Gruppe gibt es so viele tolle Nähwerke, dass sich die ganz bunten Oberteile zum Beispiel bestimmt gut mit einer eher schlichten Hose kombinieren lassen. Hoffe ich jedenfalls!


Die kleinen Nähwerke sind super schnell fertig. Auf das Versäubern der Nahtzugabe habe ich ganz frech mal verzichtet, denn die sind dann definitiv rauher als unversäubert. Und Jersey neigt ja nicht so sehr dazu, auszufransen. 
Neben dem Nähen habe ich aber auch meine Sockenwollreste für absolut viel zu kleine Socken und Mützen genutzt. Ich kann jedes Mal kaum glauben, dass da ein Mensch reinpasst. Faszinierend! Andersherum erwärmt es mein Herz, dass so ein kleiner Mensch, der vermutlich keinen so weichen Start ins Leben hatte, wenigstens warm und weich eingepackt ist. 


Weil auf den Bildern die Größenverhältnisse schlecht zu sehen sind habe ich mal ein paar meiner Socken, die ich für Neugeborene stricke, neben ein Paar Frühchensocken gelegt. Auf dem Bild sieht es nicht so drastisch aus wie in Wirklichkeit, aber der Unterschied ist schon enorm. Das ist wie Socken in 38 stricken und danach in 45: man verliert völlig das Gefühl für Verhältnisse, aktuell kommen mir die normalen Babysocken riesig vor. 


Wenn ich nun, hoffentlich in euch auch das Bedürfnis geweckt habe euch ein bisschen zu engagieren: Habt keine Angst, ihr müsst gar nicht unbedingt nähen! Solche Gruppen freuen sich auch immer sehr über Stoff- und andere Materialspenden. Brautkleider werden zum Beispiel für Taufkleider genutzt, Geldspenden für Briefmarken um sowohl Material an Nähende als auch fertige Kleidung an die Krankenhäuser zu versenden. Wolle kann verarbeite werden, Füllwatte für kleine Spielzeuge genutzt. Schaut euch einfach mal bei Facebook und anderen Netzwerken nach Gruppen um, die euch ansprechen, wenn ihr euch einbringen möchtet. Es tut gut, und die Rückmeldung ist wirklich immer wunderbar zu lesen, sowohl von den Krankenhäusern als auch von Eltern, die froh sind, ihre Kinder von Anfang an schön anziehen zu können. 


Ein passendes Schlusswort fällt mir jetzt gar nicht ein. Ich hoffe, es wirkt hier nicht zu aufdringlich, natürlich dürft ihr die Sachen auch einfach nur schön wenden und nichts weiter mit der Information machen, die ich hier weitergebe. Aber wenn nur einer von euch als Reaktion darauf schaut, wie er/sie mithelfen kann, dann hat es sich schon gelohnt. Ich selbst bin von Svenja dazu motiviert worden, also quasi eine Kettenreaktion, hoffe ich. 





1. März 2018

Babystrick und spannende Ausschnitte

Hallo ihr Lieben!


Ich war in dieser Woche vor allem damit beschäftigt, mich auf das kommende Nähwochenende vorzubereiten. Zuschnitte, Sachen packen, fünfmal überprüfen, ob ich auch wirklich alle Anleitungen und Schnittteile beisammen habe, ihr wisst schon. Ähnlich wie vor einem Urlaub, nur eben mit Nähzeug. Daher gab es auch keine Zeit, um Fotos von einem meiner fertigen Kleidungsstücke zu machen. Noch dazu kommen die aktuellen Temperaturen draußen, bei gefühlt -13 Grad war meine Motivation, mich ohne diverse Jacken, Mützen und Schals draußen vor die Kamera zu stellen eher gering. Brr!

Zum Glück schlummern auf meiner Festplatte noch immer ein paar Bilder von Babysachen, die ich im letzten Jahr gestrickt habe, also gibt es diese heute für euch. 


Diese Mütze in süßen Herbstfarben habe ich nach der Anleitung zur Bearly Bonnet gestrickt, nur eben ohne die Ohren, ich finde, bunte Wolle reicht schon aus. Weil ich absolut kein Fan von I-Cord bin, habe ich für die Bindebänder einfach ein paar Stränge des Garns verflochten. Ich mag die Optik sehr gerne, und sicherlich lassen sie sich auch besser zur Schleife binden.


Dieser Pullover war ein kleines Experiment. Der Amerikanische Ausschnitt vom Body Emil hat mir in der Konstruktion super gefallen, und vom Nähen weiß ich, dass solche Ausschnitte von Babies besser angenommen werden als normale Rundhalsausschnitte. Bisher habe ich aber noch keine anderen Strickanleitungen mit so einer Ausschnittform gesehen. Als ich also so dasaß mit zwei Garnresten in blau und weiß und einen süßen Ringelpullover vor Augen hatte, überlegte ich, ob ich das Muster wohl ein wenig abwandeln könnte. Und habs einfach gemacht!


Ich habe die mittlere Größe ausgewählt, damit der Pullover nicht zu spack sitzt. Anstatt mit den Schrittteilen des Bodies zu beginnen, habe ich direkt die geforderte Maschenzahl, die man nach den Zunahmen erreicht hat, angeschlagen und für 18cm in der Runde gestrickt. Danach habe ich alle weiteren Schritte der Anleitung befolgt, bis mir bei den Ärmeln das weiß ausging. Kurze Verzweiflung, aber natürlich fand sich im unendlichen Vorrat von Sophia mehr als ein passender Garnrest, sodass ich fast schon Entscheidungsschwierigkeiten hatte. Rot ist es dann geworden, ich liebe die Farbkombination!


Die für den Halsausschnitt und Ärmelsaum sowieso vorgesehenen "Umklapp-Bündchen" habe ich am Saum des Shirts auch eingesetzt, für eine durchgehende, harmonische Optik. Dabei habe ich absichtlich immer mit blau geendet und noch einen letzten Streifen weiß angesetzt, der immer leicht hervorlugt. Ich mag diesen Pullover sehr, sehr gerne und stelle ihn mir tierisch niedlich vor an einem kleinen Kind. Und praktisch, ihr wisst schon, der Ausschnitt!


Vom Ramble Shawl waren noch ein paar Reste des Garns übrig. Ich und Reste, wir kommen super miteinander klar, ich will immer sofort weiterarbeiten. Kurz Ravelry abgesucht und die Anleitung zum Macaroon Sweater gefunden, die gut zum vorhandenen Garn passte. Die Konstruktion hat mir nicht so gut gefallen, es gab ne Menge Fäden zu vernähen. Aber was solls, er sieht witzig aus, was die Hauptsache ist. Die unordentliche Optik kommt daher, dass das Garn schonmal verstrickt war und ich es nicht erneut gewaschen habe, bevor ich es wieder verstrickte. Die "Telefonkabel"-Struktur ist also noch vorhanden, das macht es etwas unruhig. 


Und zum Schluss noch ein winziges Höschen, nach einer Anleitung aus dem Klompelompe Buch, die nicht ganz eindeutig formuliert war, sodass nun die Leibhöhe vermutlich ein wenig zu kurz ist. Muss das gute Stück halt über einer Strumpfhose oder so getragen werden. Hier habe ich eine Menge Reste verwendet, ihr seht den kleinen roten Streifen innen? Jeder Meter wurde genutzt, erfolgreich, würde ich sagen. 

Bis auf Babysocken, die ich einfach nicht nicht stricken kann, wird es erstmal einige Zeit keine gestrickten Babysachen geben, da ich mich aktuell mehr auf Frühchenstrick konzentriere, wenn Reste übrig bleiben. Aber auch die Ergebnisse zeige ich euch selbstverständlich. 

 Alle Projekte sind wie immer auch auf Ravelry angelegt. 




25. Februar 2018

Hat Crazy

Hallo ihr Lieben!



Heute wird sich hier alles um Mützen drehen. Gestrickte Mützen, um genau zu sein. Während ich sie nämlich super gerne trage und im Herbst, Winter und Frühling auch ohne kein Fahrrad fahren kann, weil mir sonst die Ohren weh tun, habe ich schon lange keine mehr hier gezeigt. Dafür gibt es zwei Gründe. Nummer eins: Ich hatte genug Mützen und keinen Bedarf für neue, also habe ich keine gestrickt. Nummer zwei: Genähte Mützen sind irgendwie nicht mein Ding, also auch hier kein Bedarf. 
Tja, und dann kamen ein paar Zufälle ziemlich zügig hintereinander und innerhalb von einigen Wochen hatte ich drei neue Mützen. Die ich nicht unbedingt brauche, aber sie sind ja Platz sparend und Ausreden gibt es eh immer genug. 


Die erste Mütze war auch die zeitraubenste, da sie gleichzeitig mit zwei Farben gestrickt wird. Entstanden ist sie aus Garnresten, die Sophia mir überlassen hat. Ich habe mich auf Ravelry umgesehen und die Anleitung zum Herringbone Hat gefunden, die gut zu meiner Maschenprobe passte. Eine Weile habe ich dann noch die Garne hin und her geschoben um die perfekte Kombination zu finden und dann einfach losgelegt. Das mittlere grau habe ich für ein doppeltes Bündchen genutzt, schwarz und rot für den Hauptteil. Als mir das schwarz ausging, habe ich auf einfarbig gewechselt und die Abnahmen so nochmal mit dem dunkleren Tweed grau abgesetzt. 


Mit 3,5er Nadeln gibt es ziemlich flott voran, ich finde ja sowieso, dass dieses zweifarbige Stricken einen großen Suchtcharakter hat, da kann ich einfach nicht aufhören. Es wäre aber besser gewesen, hätte ich vorher nochmal scharf nachgedacht, denn Bündchen und den zweifarbigen Teil auf einer Nadel zu stricken war nicht ganz so schlau. Die Mütze an sich ist nun deutlich fester als das Bündchen, sodass dieses seinen Zweck nicht wirklich erfüllt und die Mütze ab und an mal hochrutscht. Ein bisschen nervig, aber weil sie so schön ist, sehe ich da einfach drüber hinweg. 


Mega passend, wie die roten Knötchen im Tweed Garn zum Rest der Mütze passen, oder? Ich finde das Garn super, daraus würde ich mir auch einen kompletten Pullover stricken, das sieht bestimmt auch sehr schön aus. 


Für die Fotos zu diesem Beitrag habe ich mir übrigens echt einen abgebrochen. Der Stoff, den ich als Hintergrund genutzt habe, ist über den Schreibtischstuhl vom Herzmann sowie meinen Rollwagen geworfen, weil die etwa die gleiche Höhe haben. Ich hatte mich vor die Terassentür gesetzt, allerdings war es wolkig, sodass sich die Lichtverhältnisse die ganze Zeit geändert haben. Die Bilder sind also teilweise sehr unterschiedlich, nicht wundern...
Diese deutlich schlichtere Mütze habe ich aus dem Garn gestrickt, was noch von meinem Streifenpullover übrig war. Hier gibt es sogar eine Daseinsberechtigung, denn eine grüne Mütze besitze ich nicht. Besaß ich nicht. Jetzt ja schon. 
Ich habe es ganz einfach gehalten und die von mir schon erprobte Anleitung zur Sockhead Hat gestrickt, die ist ausgelegt für Garne in Sockenwollstärke und sitzt sehr gemütlich.


Das Bündchen habe ich provisorisch angeschlagen und, nachdem die gewünschte Länge erreicht war, mit den Maschen auf meiner Nadel zusammengestrickt, von da an dann glatt rechts weiter. Die so erreichte Optik finde ich viel schöner als durch ein umgeklapptes Bündchen, das doch nie da bleibt, wo es sein soll. Und so ist es auch schön warm um die Ohren, durch die doppelte Lage. 


Ich habe auf 3mm Nadeln gestrickt und in der Höhe nicht ganz die vorgegebene Länge, sondern geschätzt ab wann das Garn nur noch für die Krone reicht. Und das habe ich gut geschätzt, am Ende hatte ich vielleicht 5m vom Garn übrig, mehr nicht. Glück gehabt!
Die Mütze habe ich schon sehr oft getragen, Beanies finde ich echt super und so schlichte Mützen haben eine große Chance, zu all den anderen Stricksachen zu passen. Schal, Handschuhe und so. 


Und zu guter Letzt noch ein ganz spannendes Experiment. Von einer Freundin meiner Mama bekam ich deren Strickgarne, sie hat dafür einfach keine Zeit mehr. Einiges an Baumwolle, was für das Frühchenprojekt verarbeitet wird, Leinengemisch, welches noch keine Verwendung gefunden hat, und zwei Knäule Baumwolle in tollen metalligen Farben, so Kupfer und Silber. Ich fand sie super schön zusammen, bei jeweils 50g bin ich ziemlich schnell in Richtung Mütze tendiert. 


Ich habe mit der kupfernen Farbe 100 Maschen auf 3,5er Nadeln angeschlagen und dann erstmal Bündchen gestrickt. Nach der Hälfte auf grau umgestiegen und das Bündchen zusammengestrickt, weiter in grau, am Ende nochmal Kupfer. Der Clou: Ich kann die Mütze wenden und so entweder recht schlicht oder ein wenig gestreifter tragen. Toll, oder? Manchmal muss man sich ja auch selbst für seine Ideen loben. Ich mag auch, wie das Bündchen vorne am Kopf immer einen Hauch der anderen Farbe zeigt. Auch hier habe ich einen lockeren Sitz angepeilt und mich dafür in der Länge an der grünen Mütze orientiert. Das Ergebnis finde ich klasse. Nun bleibt nur zu testen, ob eine Mütze aus Baumwollgarn warm genug ist. Bei dem aktuellen eiskalten Ostwind definitiv nicht, aber wenn es langsam wärmer wird ist sie hoffentlich genau richtig. 


Damit seid ihr erstmal auf dem aktuellen Stand meiner Mützenschublade. Vermutlich ist jetzt auch erstmal eine Weile wieder Ruhe in diesem Bereich. 

Alle Mützen habe ich auch bei Ravelry als Projekte hinzugefügt.

Habt ein schönes Restwochenende!



21. Februar 2018

Belatzt in den Frühling

Hallo ihr Lieben!


Das Probenähen für Lotte&Ludwig hatte ich mit einem schlichten schwarzen Latzkleid gestartet. Schwarz geht immer, den Stoff hatte ich noch ohne konkrete Bestimmung hier, passte alles super zusammen. Nachdem das erste dann ziemlich zügig fertig war, kam der Wunsch nach einem zweiten Kleid auf. Farblich natürlich ebenfalls eher schlicht, ich bringe Farbe dann lieber durch Shirts, Tücher oder Schuhe ins Outfit. Obwohl es im Probenähen echt tolle bunte Versionen gab, gelb, grün, rot, sieht auch alles toll aus!


Den Denim habe ich dann vor Ort im Stoffladen gefunden und mag ihn sehr gerne. Er fällt schön weich und fühlt sich toll an, und er riecht auch so lecker nach Denim, sogar nach der Wäsche. Gibt es noch andere, die diesen typischen Geruch toll finden, oder bin ich seltsam? 


Latzschnallen und Futterstoff habe ich ebenfalls im Stoffladen mitgenommen. Irgendwie finde ich immer nur diese Schnallen ohne einen Schieber dazu, obwohl ich an vielen Kleider eben solche gesehen habe. Muss wohl eine andere Marke sein als Prym. Aber da ich das Ende eh einfach feststeppe, brauche ich auch keinen Schieber. Wachsen werde ich wohl nicht, sodass die einmal bestimmte Trägerlänge ausreicht. 


Bei diesem Kleid gilt von den Maßen her genau dasselbe, wie beim letzten. Ich habe oben 40 genäht und zum Rockteil hin auf 42 auslaufen lassen. Im Rock habe ich 8cm Verlängerung untergebracht, bei einem weiteren Latzkleid würde ich das etwas reduzieren und stattdessen noch ein wenig Länge im oberen Kleid unterbringen, damit die Proportionen besser stimmen. 


Besonders an diesem Latz sind wohl die großen Taschen. Da kann man ne Menge unterbringen, oder das auch lassen, denn auch so sind sie optisch echt toll. Einige haben im Probenähen den Futterstoff dort nochmal genutzt und zum Beispiel eine Paspel gebastelt oder den Tascheneingriff nochmal abgesetzt, da kann man schon viel spielen. Außerdem lässt sich mit etwas Geschick natürlich auch noch eine Tasche für den vorderen Latz konstruieren, die habe ich ja zum Beispiel bei meinem Latzkleid von Tilly and the Buttons sehr gerne. 


Meinen Futterstoff mag ich ja auch sehr gerne, da sind Schwäne drauf! :) Und weil ich ein hübsches Stück Webkante mitbekommen habe, habe ich es mir nicht nehmen lassen, dieses auch zu verarbeiten. Zusätzlich zu meinem Label habe ich also auch ein Stück Webkante auf den hinteren Latz aufgenäht. Leider ein bisschen schief insgesamt, macht mich aber trotzdem wieder sehr glücklich, so ein kleines Detail.
Das Futter habe ich übrigens wieder, im Gegenteil zur im Ebook vorgeschlagenen Art, nicht komplett eingesetzt, sondern nur bis etwa 10cm unter der seitlichen Kurve, damit der schöne Fall bestehen bleibt und das Kleid nicht so extrem klettert. 


Dieses Latzkleid kann ich mir super im Frühling und Sommer vorstellen, auch ohne Strumpfhose. Durch den weiten Rock fühle ich mich darin bestimmt wohler als in den schmalen Rockteilen der Cleo-Kleider. Die würde ich ohne Strumpfhose glaube ich nicht tragen. 



Mehr habe ich zu dem Kleid auch nicht zu sagen. Es lässt sich schnell nähen, ist bei Makerist und Dawanda zu erwerben und eine Variante für die Kleinen gibt es ebenfalls. Und die Kombination von beidem!

Vielen Dank für euren Besuch!




Verlinkt mit RUMS

18. Februar 2018

Update No.16

Hallo ihr Lieben!

Willkommen zum Update, meinem regelmäßigen Statusbericht vom Nähtisch sowie aus der Sofaecke, in der ich größtenteils stricke. Wer interessiert an Bildern von halbfertigen Projekten, meinen Plänen für die nächste Zeit und einfach einen Einblick in meine kreativen Irrwege, der ist hier genau richtig. 

Neu im Schrank




Ich habe richtig viel fertig bekommen in den letzten beiden Wochen, wird mir gerade bewusst. Hui, das ist ja verrückt. Eine Bluse, ein Rollkragenshirt mit Hindernissen (Bericht folgt), gleich zwei Mützen und ein Up- bzw. Umcycling. Da kann ich ja echt stolz sein, merke ich. Da haben eine Menge Variablen sich sehr passend zusammengefügt. Die gepunktete Bluse habe ich innerhalb eines Nachmittages genäht, weil ich den Schnitt direkt davor schonmal genäht habe, somit überhaupt nicht in die Anleitung schauen musste und es, bis auf den Kragen, auch eigentlich ziemlich easy geht. Der Rollkragen war schon etwas kniffliger, hier habe ich nämlich einen Schnitt verändert, und der erste Versuch war ein absoluter Reinfall. Erst das zweite Stück in meiner gesamten Nähzeit, dass ich nichtmal fertig gestellt habe, weil es untragbar werden wird. Die grüne Mütze kenn ihr ja schon, die war halb fertig und mit etwas Motivation dann auch schnell komplettiert. Die andere ist aus ziemlich dickem Garn entstanden und war dementsprechend zügig gestrickt, auch, weil ich von meiner Idee so begeistert war. Und die zweite Bluse war ursprünglich ein Herrenhemd an dem ich nur einige Änderungen vorgenommen habe, damit sie mir passt. Trotzdem: Juhu, so viel neues mit so wenig Aufwand!



Bisher habe ich aus meinen Stoffresten ja immer Babykleidung genäht, zum Verschenken und Aufbewahren. Dann bin ich auf das Thema "Nähen für Frühchen und Sternenkinder" gestoßen und war hin und weg. Das macht viel mehr Sinn, passt zu meinem nie gestillten Bedürfnis, anderen zu helfen und macht Spaß. Seitdem ist so einiges entstanden - es geht halt auch irre schnell, so kurze Nähte, ehrlich, braucht nur ein paar Minuten so eine Hose zum Beispiel. Da ich keine Overlock habe spare ich mir auch das Versäubern der Nähte. Jersey franst ja nicht so schnell aus und die Nähte mit meiner Nähmaschine werden eher rau, finde ich. Ist auf der noch dünnen und empfindlichen Haut bestimmt nicht so angenehm. 

Auch meine Sockenwollreste werden übrigens eifrig verstrickt. Aus den meisten bekomme ich neben dem üblichen Paar Babysocken auch noch ein Winzpaar sowie eine Mütze raus. Und plötzlich sehen die Socken für Neugeborene riesig aus. 





Auf den Nadeln




Dementsprechend sieht es auf meinen Nadeln auch aus: Ein bunter Rest nach dem anderen wird aus der Kiste gekramt und zu Frühchenzeugs verarbeitet. Natürlich nicht hauptsächlich, sondern immer mal so nebenbei, wenn mir danach ist. Und aktuell ist mir noch recht häufig danach, also mache ich einfach mal. Bei all den Waschgängen und Desinfektionen, die diese Socken durchlaufen, halten die bestimmt auch nicht so ewig und ein stetiger Nachschub ist sinnvoll. Mal sehen. Über das ganze Thema will ich demnächst nochmal einen Blogpost schreiben, daher halte ich mich hier erstmal kurz.





Ansonsten gibt es auf meinen Nadeln noch den zweiten Socken zu dem einen, anhand dessen ich euch ein Tutorial zum Sockenwunder geschrieben habe. Der erste flog quasi von den Nadeln, weil ich den Beitrag schnell schreiben wollte - der zweite dümpelt nun eher ein wenig herum. Aber es eilt auch nicht, ich habe mehr als genug Wollsocken und die Saison neigt sich ja eh dem Ende zu, also ganz gemächlich angehen lassen. Außerdem steht in zwei Wochen noch eine etwas längere Autofahrt an, ich bin aber Beifahrer und könnte da sicher super an der Socke weiterstricken. 






Und ein weiteres Feuer-und-Flamme-Projekt ist das gerade erst begonnene Tuch als Teststrick für Sophia. Sie hat mehr Ideen als Zeit, dementsprechend verstricke ich aktuell die erste Idee ohne eine vorherige Version von ihr. Sehr spannend. Dank Baumstämmen, das sind 5,5mm Nadeln für mich jedenfalls, geht es unglaublich schnell voran. Und die roten Streifen haben denselben Effekt wie Ringelsocken: Nur noch eine, dann bring ich die Wäsche runter/geh ich ins Bett/koche ich essen. (Tja, Text ist vor den Bildern entstanden. Ich war schon deutlich weiter, aber dann ist ein Fehler aufgefallen und ich habe nochmal neu angefangen.)



Unter der Nadel



Von Seemannsgarn inspiriert habe ich mal versucht, einige Schnittteile für den Vicky Backpack auch ein wenig hübsch zu arrangieren. Der ist nämlich noch auf meiner Liste für die nächsten beiden Wochen. Der Außenstoff wird ganz schlicht dunkelgrau, innen gibt es dunkelblau und weiße Streifen mit kleinen Dreiecken. Ich bin irre gespannt auf dieses Projekt, habe ich doch bisher nur eine einzige wirkliche Tasche genäht. Wenn der Rucksack so wird, wie ich es mir vorstelle, wird er ziemlich toll! Ein Allround-Talent und Lückenschließer unter meinen Rucksäcken, was die Größe angeht. Es kribbelt in meinen Fingern, nur die Zeit, das ist so eine Sache... bei so einem großen Projekt, für mich auch noch unbekannt, habe ich gerne für die erste Näh-Session ein wenig Zeit, um mich ganz in Ruhe damit auseinanderzusetzen.



Sewing by the Sea

In zwei Wochen, wenn das nächste Update dran wäre, werdet ihr hier etwas anderes zu lesen bekommen, denn an dem Wochenende bin ich gar nicht zuhause, sondern an der Ostsee, bei Sewing by the Sea. Mein allererstes Nähwochenende, Kreativwochenende überhaupt. Ich bin so, so gespannt! Natürlich läuft die Planung bei mir schon auf Hochtouren. Noch zwei Wochen habe ich, um alles vorzubereiten; denn im besten Fall bringt man seine Projekte schon zugeschnitten und bebügelt mit, weil Platz eher Mangelware ist. Ich habe alle meine vorhandenen Stoffe zusammengesucht und mit Schnitten kombiniert, und werde auch alle mitnehmen. Vier Kleidungsstücke sind vermutlich ein wenig übermotiviert, andersherum sind zwei davon wahrscheinlich relativ zügig fertig. Und ich will einfach vorbereitet sein, für etwaige Missgeschicke die verhindern, dass ich an einem Projekt weitermachen kann und plötzlich ohne Arbeit da stehe. Zusätzlich werde ich vermutlich noch ein paar Sachen für Frühchen mitnehmen, die lassen sich mal eben zwischendurch reinschieben, wenn die Konzentration gering ist. Denn eigentlich bin ich ein tagsüber-Näher, zu später Abendstunde kann ich weder lernen noch sonst wichtige Dinge tun, ich bin mir also unsicher, was ich da so schaffe. 





Also, geplant habe ich: 
1) Das Kielo Dress von Named Clothing, halblang und aus dem schönen hellblauen Viskosestoff, der eigentlich ein Fehlkauf war, hierfür aber glaube ich genau richtig ist. Der Schnitt ist eigentlich für dehnbare Stoffe vorgesehen, da muss ich nochmal schauen in wie weit ich Anpassungen machen muss.  
2) Die Bluse Elsa aus der La Maison Victor aus dem weißen Stoff mit schwarzen Strichen. Noch bin ich mir unsicher, ob die Bluse überhaupt Ärmel bekommt, denn im Sommer trage ich sehr gerne kurze Blusen, und auch unter Pullovern sind die super. Ich werde sie vermutlich zuschneiden und dann spontan entscheiden, ob sie in das Armloch kommen oder gekürzt werden oder eben über bleiben. 
3) Der grüne Sweat aus dem Sale im örtlichen Stoffladen soll zu einem Picea Cardigan werden. Den Schnitt habe ich noch nicht genäht und in den sozialen Medien auch noch nicht so irre viele Beispiele gefunden, also wird es ein Experiment. Ich habe mich für die kurze Version entschieden, möchte runde Taschen aufsetzen und den Cardigan zum offenen Tragen vorsehen, also keine Knöpfe und Knopflöcher anbringen. 
4) Ein gestreifter Strickstoff mit einer Rückseite, die ebenfalls sehr schön ist. Es soll ein Pullover werden, beim Schnitt bin ich mir noch unsicher, eigentlich fände ich eine Version ohne Bündchen an den Ärmeln und am Saum besser, damit ich die Ärmel umkrempeln und den schönen Fall des Stoffes nutzen kann. Da würde mein selbst konstruierter bzw. abgenommener Schnitt in Frage kommen. Außerdem hatte ich noch eine tolle Idee: Ich würde so gerne Ellbogenpatches und so ein kleines Dreieck unter dem Halsausschnitt aufnähen, und zwar in einem schönen Gelb, sowas Richtung Senfgelb. Der Stoffladen hat in diesem Bereich nichts hergegeben, also mal sehen, ob ich das auf Eis legen muss. Falls irgendwer hier mitliest, ebenfalls zu Sewing by the Sea fährt UND gelben Sweat zuhause hat: Schreit ganz laut! Ich bin interessiert! :)


Puh. Das war ne ganz schöne Menge Text. Noch jemand da? Niemanden vergrault?





Verlinkt mit Fadenwechsel, Maschenfein

15. Februar 2018

Stricknews von Mama

Hallo ihr Lieben

es ist nun schon eine Weile her, dass ich die Ehre hatte meinen Platz hier für meine Mama zu räumen. Mitnichten bedeutet das, dass sie unkreativ war oder keine Lust mehr hat, ihre Werke zu zeigen. Wir haben einfach ein bisschen gesammelt, damit ihr die volle Dröhnung bekommen könnt!


Modell Nummer eins ist ein absoluter Allrounder: Eine schokobraune, etwas längere Jacke, die eigentlich zu allem passt. Verstrickt ist hier Alta Moda Alpaca, das Originalgarn zu der Anleitung aus einer Classici. Die Jacke fällt sehr schön locker, wärmt durch das Alpaka aber ordentlich. 



Besonders an diesem Modell sind wohl die Bündchen, die nicht wie üblich rechts/links gestrickt sind, sondern aus kleinen Zöpfen bestehen. Zusammen mit dem Garn ergibt das einen, finde ich, rustikalen Touch. Und sieht nicht ganz so schlicht aus wie ein einfaches Bündchen.



Die Jacke hat keine Knopfleiste, sondern auch hier nochmal zwei Zöpfe über die gesamte Länge. Sie wird offen getragen. 
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich meiner Mama anhand der Teile dieser Jacke gezeigt habe, wie Dämpfen funktioniert - und auch sie überzeugt habe von dieser Methode. Gerade die Zöpfe haben sich dadurch super entspannt, sind aber auch nicht ausgeleiert, und es ließ sich viel besser zusammennähen. 


Im Beitrag zu meinem Streifenpullover hatte ich ja schon erwähnt, dass meine Mutter, genau wie ich, den ehemals im Partnerlook gestrickten Pullover auch aufgeribbelt hat. Wir haben ihn also beide gestrickt, beide geribbelt. Wenn das mal nicht zeigt, wie gut wir uns täuschen können! Hihi. Und, genau wie ich, hat meine Mama das Garn neu verarbeitet, zweifädig mit einem anderen Garn, Cumba von GGH. Die Anleitung zur Jacke kommt aus einem uralten Heft, dem Filati Nummer 26. Dabei handelt es sich um das Titelmodell. Dieses trägt die Jacke übrigens ohne ein weiteres Kleidungsstück darunter, und auch nur mit zwei verschlossenen Knöpfen. Meine Mama wollte das lieber nicht. 


Ziemlich spannend finde ich die Führung der Ab- und Zunahmen in den Rippen. Das ist interessant gelöst und sorgt für ein zweites Hingucken, sowohl vorne als auch hinten. 
Ich bin mir sicher, dass meine Mama die Jacke verlängert hat, beim Modell sieht sie eher Hüftlang aus, und Mama ist ja auch eher auf der Seite der großen Frauen. 



Ein kleiner Kragen sorgt für einen sauberen Abschluss. Alles in allem ein schönes, schlichtes Jäckchen in einer Farbe, die ebenfalls universell einsetzbar ist. 


Das letzte Stück für heute sticht ein wenig aus der Reihe, weil es so farbenfroh ist und auch ein bisschen verspielter.


Bei dieser Jacke handelt es sich eigentlich um eine Anleitung für einen Pullover, den meine Mama modifiziert hat zu einer Jacke, weil das doch praktikabler ist. Es handelt sich um das Modell 18 aus der Rebecca 52 (das Heft ist auf der Seite der Zeitschrift leider nicht aufgelistet, daher hier zumindest ein Einblick).


Bei dem Garn handelt es sich um das Mohairgarn von GGH; Kid nennt es sich. Für diese Jacke wird es dreifädig verstrickt, zweimal in einem helleren Petrol, einmal in einem dunkleren. Dadurch ergibt sich ein schön changierendes Bild, faszinierend, finde ich.


So, ihr seid nun auf dem aktuellen Stand der Dinge. Ich finde ja alle Jacken sehr schön, sie passen toll zu meiner Mama und ich freue mich, dass wir dieses Hobby teilen können. Danke! :)