vor ziemlich vielen Monaten schon kaufte ich mir meine erste Ottobre, weil mir einige Schnitte darin gefielen. Bis zur Umsetzung eines davon hat es ja irgendwie ewig gedauert, aber nun habe ich es endlich geschafft und auch in diesem Bereich mal Erfahrung sammeln können. Die Anleitung fand ich schonmal um einiges einfacher verfasst als bei Burda und viel weniger kryptisch, das gefällt mir. Dafür sind die Schnittmusterbögen kleiner und irgendwie noch durcheinanderer. Irre, dass das noch geht. Jedenfalls sagte mir die Tunika sofort zu - in der Zeitschrift haben sie aber auch wirklich eine tolle Version davon abgebildet, den Stoff würde ich sofort kaufen.
Meine Version gefällt mir allerdings auch ziemlich gut. Mit Jersey habe ich wirklich noch nicht viele Erfahrungen, ein bisschen Respekt hatte ich deshalb schon vor diesem Projekt. Das Zuschneiden war erstmal recht einfach, und nach den ersten Nähten war ich auch etwas beruhigter. Es dauert mit meiner Maschine zwar ewig, weil deren Elastikstiche ungefähr drölfzig Mal vor und zurück gehen, trotz volle Möhre aufs Pedal kommt man da nur langsam voran und schaut währenddessen fassungslos der rasant leer werdenden Garnrolle zu. Und sollte man sich mal vernähen - Pech gehabt, diese Nähte lassen sich nicht wieder auftrennen, es sei denn, man möchte den Stoff danach wegschmeißen.
Ich summiere mal kurz: Wenig Jersey-Näh-Erfahrung + unauftrennbare Nähte + Stoff mit Streifen (ich Depp). Daher fallen dem geübten Auge einige Fehler auf: Die Streifen an den Falten vorne treffen nicht aufeinander, und hinten ist es auch etwas schief geworden. Ehrlich gesagt ist mir das aber (noch) egal, ich bin froh, dass ich alles hinbekommen habe. Gesteckt habe ich die Nähte übrigens alle ordentlich, leider ist der Stoff aber sehr dünn und schiebt sich ungleichmäßig unter der Maschine durch. Der gute Wille war also schon vorhanden.
Noch ein bisschen was zur Anleitung: Die war gut nachzuvollziehen, ich würde mal sagen, in Ordnung. Klar muss man ein bisschen mitdenken, aber das ist bei Zeitschriften nunmal so. Ich habe mich nach dem Messen für Größe 40 entschieden, an den Seiten aber nochmal ordentlich was weggenommen. Weil der schwarze Stoff nicht ganz so dehnbar ist, wäre es an den Ärmeln wohl zu eng geworden in 38, aber beim nächsten Mal versuche ich auf jeden Fall ne Nummer kleiner. Auch wenn ich dann nochmal alles abpausen muss ...
Ein bisschen verlängert habe ich die Tunika auch, weil ich sie auf jeden Fall als Kleid tragen können wollte. Das Beste ist: Sie hat Taschen! Taschen sind für meine Arbeit sehr, sehr praktisch. Und da ich kein Mensch bin, der seinen Kleiderschrank in "Arbeit" und "Freizeit" unterteilt, ist dies hier ein super Stück für jede Gelegenheit. Ich habe es auch schon ausgeführt und niemand hat gesehen, dass es selbst gemacht ist. Und ich fand es urgemütlich und trotzdem nicht schluffig.
Übrigens wirft es nicht immer so schäbige Falten, ich weiß auch nicht, wieso das auf allen Bildern so ist. Hat mir halt keiner gesagt ...
Das war mein Beitrag zum heutigen Me Made Mittwoch, ich gehe jetzt gleich mal schauen, was noch alles hergezeigt wird.
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