27. Februar 2020

Abenteuerliches Sockenstricken

Hallo ihr Lieben,

im Angebot habe ich heute drei Paar Socken und zwei Geschichten. Habt ihr Lust, sie zu hören? Dann lehnt euch zurück und scrollt weiter. 


In meiner Strickwelt gibt es ja einen ganz routinierten Umgang mit Sockenwolle. Zuerst wird aus dem Knäul das geplante Projekt gestrickt, ob Socken oder Babyhose oder Mütze ist dabei zweierlei. Was fast alle Projekte gemeinsam haben: Es bleibt etwas übrig. Und dieses übrige verstricke ich dann in ein Paar Babysöckchen. Mit denen beschenke ich schon seit Jahren alle frisch gebackenen Eltern im Bekannten- und Freundeskreis, da ist also ständig Nachschub von Nöten. Aber meistens bleibt auch dann noch ein winziges bisschen übrig. Und das habe ich gesammelt. Über mehrere Jahre. 


Bis das Sockenwoll-Reste-Glas irgendwann an die 100g auf die Waage brachte. Dann konnte ich endlich mein lange geplantes Projekt starten: Kunterbunte Sockenwollrestesocken. Sagt das mal drei mal schnell hintereinander: Sockenwollrestesocken, Sockenwollrestesocken, Sockenwollrestesocken. 
Mit dem Start zog es sich dann aber doch ein bisschen, denn ich wollte ja zwei gleiche Socken, musste also die Restchen alle halbieren. Das waren viele Restchen! Ich meine, am Ende waren es 160 Fädchen die ich vernäht hatte, also pro Rest zwei Fädchen, macht 80, ich hatte also 40 Garnreste die ich halbiert habe. Und weil ich da schon so schön mit einer Ordnungstätigkeit beschäftigt war, die mir, muss ich ja ehrlich sagen, meistens viel Freude bringt, habe ich das Ganze auch noch grob nach Farben sortiert: Neutral-orange/gelb-rot-rosa/lila-grün-blau.


Und dann habe ich einfach losgelegt. Von der Spitze an, mit einem Faden für die Afterthought-Ferse habe ich nach oben gestrickt. Und irgendwann Zunahmen gemacht, weil es ja so viel Garn war, dass es auf jeden Fall ziemlich lange Socken werden würden. Die erste Socke war noch ziemlich witzig zu stricken, spannend, dass alle paar Minuten ein neues Fädchen kam und sich die Farben geändert hatten. Als sie dann endlich fertig war, war ich trotzdem erleichtert. Und hatte nur mäßig Lust auf die zweite, weshalb ich auch insgesamt ganz schön lange an den Socken gestrickt habe, fünf Monate auf den Kopf. 


Zuerst war ich von den fertigen Socken nur mäßig begeistert. Das war schon alles ganz schön bunt und nicht unbedingt das, was ich mir unter schön vorstelle. Aber was solls, aus einem Haufen Wollreste ist ein Paar Socken geworden, nicht jammern. Bis ich sie dann das erste Mal anhatte, und plötzlich schockverliebt war. Gerade zu Strumpfhose, also Röcken und Kleidern und Shorts, sind diese Socken meine absoluten Lieblinge. Ich mag es, wie sie sich über den Schuhen stauchen (weil bis zum Anschlag hochgezogen nicht so wirklich gut aussieht) und könnte sie andauernd tragen. Auch das kunterbunte gefällt mir dann super, anscheinend habe ich solche Socken schon lange gebraucht. Was soll ich sagen, das Glas mit den bunten Resten füllt sich in freudiger Erwartung...


Kommen wir zum nächsten Paar Socken, das ich in petto habe. Auch die haben eine langwierige Geschichte. Letztes Jahr im März war ich das erste Mal auf der H+H in Köln. Das war eine ingesamt spannende Erfahrung, wie immer hauptsächlich im Gedächtnis geblieben durch die Menschen, mit denen man dort unterwegs ist. Die Messe ist eine Händlermesse, man kann also keine Materialien kaufen. Manche Aussteller dort sind aber so freundlich, neue Qualitäten oder Farben zum Ausprobieren anzubieten, und so kam ich zu einem Knäul Wolle plus passender Anleitung. Dementsprechend ist dieser zweite Teil des Beitrags nun Werbung, denn weder das Garn noch die Anleitung habe ich bezahlt. 


Bei dem Knäul handelte es sich um Merida von Lamana, ein schönes, meliertes Merinowollgarn das in 50g Knäulen daherkommt. Die Anleitung war für eine Socke mit Rautenmuster, nichts kompliziertes. Direkt nachdem die Restesocken abgeschlossen waren, habe ich dann diese blauen Socken angeschlagen und die erste auch recht flott gestrickt. Bei Socken mit Muster beeile ich mich ja immer etwas, damit ich das Muster nicht wieder vergesse nachdem ich es verinnerlicht habe und ohne auf die Anleitung zu schauen stricken kann. 


Bei 50g war natürlich klar, dass das Garn irgendwann alle ist bevor die zweite Socke fertig gestrickt ist. So kam es dann auch, und ich wandte mich an Lamana um mal freundlich zu fragen, ob ich von denen Nachschub bekommen könnte, da mich eine Socke ja nicht ganz so weit bringt. Leider habe ich bis heute keine Antwort auf meine Email bekommen, was ich schon ein wenig schade finde. Selbst ein "Nein, geschenkter Gaul und so" hätte ich besser gefunden als gar keine Antwort. Da ich aber weiterhin zwei Füße besitze, habe ich mir das Garn dann auf dem üblichen Weg besorgt, ist ja kein Drama, und die Socke endlich fertig gestrickt. 


Und dann, ihr müsstet es nach der ersten Hälfte des Beitrags schon erahnen: Habe ich passende Babysocken gestrickt, sogar im Muster. Die sind schon niedlich, oder? Einfarbige Sockenwollreste sammele ich übrigens auch, da werden irgenwann ziemlich coole Ringelsocken draus, aber das dauert noch ein bisschen. 

Bis dahin, 

happy knitting, 

Julia

21. Februar 2020

#Flickenfreitag - Upcycling aus einem alten Hemd

Hallo ihr Lieben,

seit einigen Wochen beschäftige ich mich immer mehr mit dem Thema Kleidung flicken und verändern, sodass sie wieder (zu mir) passt. Auf Instagram habe ich den #flickenfreitag ins Leben gerufen und zeige dort jeden Freitag eine kleine Korrektur, Änderung oder ähnliches. Mittlerweile machen auch viele andere mit, worüber ich mich sehr freue! Nicht nur im Aspekt der Nachhaltigkeit ist das Reparieren eine tolle Sache; es übt auch die Vorstellungskraft und natürlich sorgt es für deutlich mehr Wertschätzung der eigenen Kleidung gegenüber. 

Das sorgt dafür, dass ich mich zum einen über jedes Loch in meiner Kleidung freue, weil das bedeutet, dass ich etwas neues ausprobieren kann, und mir keine Gedanken darüber machen muss, was ich am nächsten Freitag so zeigen könnte. Ich schaue mir meine schon existierenden und Loch-freien Stücke immer kritischer an, hinterfrage, wie ich sie noch besser machen könnte, damit ich sie noch lieber trage. Im Gegensatz dazu habe ich mich vor zwei Wochen von Latzkleidern getrennt, die ich zwar sehr liebe, aber doch eigentlich einen Ticken zu eng sind. Zum Glück konnte ich sie sofort weiter verkaufen, weggeben hätte mir doch ein wenig im Herzen wehgetan. 

Eine dieser kritischen Inspektionen meines Kleiderschrankes hat das Hemd hervorgewühlt, das ich ursprünglich für meinen Bruder genäht und dann ein wenig für mich abgeändert hatte. Ich habe es einige Male getragen, aber irgendwie merkte ich dann am Sitz doch, dass es ein Herrenhemd ist, um die Brust und Hüfte ein bisschen zu wenig Platz bietet. Außerdem ist der Stoff offenbar mit einem recht hohen Polyester Anteil, sodass ich schnell darin geschwitzt und vor allem gerochen habe. Und das gefällt ja wohl niemandem. Bei Sindy hatte ich vor Ewigkeiten mal den tollen Pullover gesehen, den sie mit Manschetten und Kragen eines alten Hemdes gesäumt hatte, und diese Erinnerung kam nun wieder hoch. 


Genau so etwas wollte ich! Blusen trage ich sowieso gerne unter Pullovern, in diesem Fall würde aber das nervige zurecht zuppeln entfallen. Außerdem kein stinkiges Schwitzen mehr, da der Stoff nur noch an den Säumen mit mir in Berührung kommt. Fehlte nur noch der passende Stoff für den Pullover, wie ihr wisst, habe ich da keinen wirklichen Vorrat. Wie so oft in letzter Zeit habe ich zu erst bei Ebay Kleinanzeigen geschaut, da ich grauen Sweatstoff haben wollte, war ich mir sicher, dort etwas passendes zu finden. Und das habe ich, 2mx1,5m eines tollen melierten Sweatshirtstoffs, von innen flauschig, von außen mit schöner Struktur. 


Nach der vorbildlichen Wäsche habe ich aus dem Stoff dann meinen Standard Pullover Schnitt zugeschnitten, den Bloom von La Maison Victor. Den habe ich hier zum vierten Mal genäht, immer noch nicht ein einziges Mal mit seitlichen Reißverschlüssen wie im Schnittmuster vorgesehen. Aber das wäre auch wohl zu viel des Guten. 
Die Bündchen brauchte ich nicht, da ich ja alle offenen Säume mit den Teilen aus dem Hemd versäubern wollte. Erstmal habe ich dann das Grundgerüst genäht, also Schulter- und Seitennähte geschlossen. 


Und dann wurde herumprobiert, eine feste Anleitung kann ich euch gar nicht geben. Ich wusste, dass ich das Hemd am Saum rundum sichtbar haben wollte, habe also entsprechend den Teil abgeschnitten. Dann Pulloversaum und Hemdsaum rechts auf rechts zusammengenäht, versäubert und dann den Pullover nochmal nach innen umgeschlagen, sodass eine Art Saum entsteht und es aussieht, als ob das Hemd darunter hervorschaut. 


Das klingt ziemlich kompliziert, solltet ihr es aber mal nachahmen, wird es sich von selbst erklären wenn ihr vor den einzelnen Teilen sitzt. 


Bei den Ärmeln wollte ich mir die Möglichkeit offen halten, diese noch aufknöpfen und umschlagen zu können, somit habe ich sie ein gutes Stück über der Manschette abgeschnitten und auf die gleiche Weise in die Ärmel genäht. Trage ich sie nun geschlossen, sind die Ärmel kuschelig lang. Aufgeknöpft und umgeschlagen ist es für Hausarbeit und Co praktischer und insgesamt etwas schicker. 


Beide Varianten trage ich gerne und wechsele sich häufig im Laufe des Tages ab. 
Blieb zum Schluss noch der Kragen, an dem habe ich mich etwas ausgebissen. Weil ich nicht ganz wusste, wie ich den aus dem Hemd schneiden sollte damit nachher alles passt, habe ich das Hemd einfach in den Pullover geschoben, alles so festgesteckt wie es aussehen sollte, mit Kreide rundherum angezeichnet und dann entsprechend abgeschnitten. 


Zuerst hatte ich den Kragen geschlossen, also mit überlappender Knopfleiste in den Halsausschnitt genäht. Nur der alleroberste Knopf stand offen. Die Ernüchterung kam dann bei der ersten freudigen Anprobe: Nur mit ordentlich Zerren ging der Pullover über meinen Kopf, und beim Ausziehen dachte ich kurz, dass ich mich jetzt da drausschneiden müsste. Also habe ich den Kragen nochmal rausgetrennt und leicht geöffnet eingenäht. Jetzt komme ich problemlos rein und raus, und zum Glück gefällt mir das auch optisch gut. 



Auf Instagram werde ich euch gleich noch ein wenig mitnehmen in den Nähprozess des Pullovers, falls das euch interessiert. Ansonsten bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit und wünsche euch ein schönes Wochenende!

Happy sewing, 

Julia

5. Februar 2020

Manches wird erst im zweiten Versuch gut

Hallo ihr Lieben,

schon hat das neue Jahr seinen zweiten Monat auf uns zugeworfen. Das übliche "wie die Zeit rast"- Gerede erspare ich euch, auch, wenn es sich genau so anfühlt. Aber das ist ja hier kein philosophischer Blog, sondern einer, in dem es um selbstgemachte Kleidung geht. Und genau so ein Teil habe ich heute für euch, was ein Zufall.


Wir müssen jedoch alle ein wenig zurückspulen, um die Geschichte zu diesem Pullover in Gänze genießen zu können. Sie beginnt nämlich schon in 2016, also vor vier Jahren. Zu dieser Zeit habe ich die Wolle gekauft, aus der der Pullover im Bild gestrickt wurde. Die, die mich kennen, werden nun schon die Lunte riechen. Kann ja nicht sein, dass Julia Wolle so lange liegen lässt, die hat doch gar keinen Stash. Richtig! Ich habe das Garn damals gekauft und direkt verstrickt, in einen Cardigan mit Kapuze. Der hat mir aber leider so gar nicht gefallen. Er war labberig, die Kapuze zog alles immer nach hinten, geschlossen sah er auch nicht aus und offen rutschte alles hin und her. Zusammengefasst: Ich zog den Cardigan nicht an.


Ein Zustand, den ich in meinem Kleiderschrank nicht lange zulasse. Nicht getragenes wird entweder verkauft, verschenkt, gespendet oder umgewandelt, sodass es wieder getragen wird. Und das ist bei wolligen Kleidungsstücken das allerbeste: Es lässt sich mit ein wenig Arbeit von ganz vorne wieder beginnen! Während bei genähten Teilen der Stoff nunmal maximal in seine Einzelteile zerlegbar ist und sich dann oft nur noch für Kinderkleidung eignet, kann bei Wolle geribbelt werden und bis auf ein paar Meter das Ursprungsmaterial konserviert. Und genau so habe ich es hier gemacht, den ollen Cardigan geribbelt, das Garn zum Strang gewickelt, gewaschen und neu aufgewickelt. Und dann habe ich nach einer passenderen Anleitung gesucht.


Lustigerweise lief diese mir ziemlich flott über den Weg, und in meinem Geiste manifestierte sich sofort das entsprechende Bild vom fertigen Produkt. Das würde ganz schön gut in meine Garderobe passen, wäre aber auch mal etwas anderes. Die Cumulus Bluse von PetiteKnit kommt mit einem V-Ausschnitt daher, etwas, das es so in meinem Schrank nicht gibt. Ich mag sie nämlich eigentlich nicht, warum auch immer. Aber das hier ist ja auch kein so wirklich spitzer V-Ausschnitt, er ein leicht abgerundeter. Ist auch egal, ich wusste sofort, dass er genau das werden muss. Da konnte ich mir auch 3/4 Ärmel sehr gut vorstellen, falls das Garn nicht reichen sollte.


Um meinen kleinen Tagtraum zu erreichen war aber erst ein wenig Arbeit nötig, weil mein Garn so gar nicht zur vorgesehenen Maschenprobe passte. Ich musste mir also anhand einer anderen Größe meine eigene kleine Anleitung ausrechnen, was gar nicht so leicht war. Im Prinzip läuft das so: Ich suche raus, welche Größe ich gerne am fertigen Teil hätte, hier war es Größe M wenn ich mich recht erinnere. Und dann lege ich los: x Maschen sollen angeschlagen werden, in der Maschenprobe sind das y Zentimeter. Für meine eigene individuelle Maschenprobe bedeutet das also z Maschen. Und so weiter, die ganze Anleitung entlang. Zum Glück habe ich das schon einige Male gemacht und habe daher ein wenig Übung.


Das Stricken selbst war eigentlich ein Kinderspiel. Die Anleitung habe ich ja noch im vorletzten Jahr zu einem Pullover für meine Mama verstrickt, wusste also, wie es ablief. Was ich aber ja gar nicht haben kann, ist der Krimi, ob das Garn reicht. Nachdem die Ärmel abgeteilt waren habe ich erst ein wenig Körper gestrickt, dann einen Ärmel angefangen, dann doch den Körper zuerst zu Ende gestrickt. Auf die minimale Länge, die ich aushalten kann, was noch besser geworden ist, als ich gedacht hätte. Dadurch, dass der Pullover so schön weit ist gefällt mir die kurze Länge total gut, und tief sitzende Hosen trage ich eh nicht, somit ist immer alles auch ordentlich bedeckt (mal ganz davon abgesehen, dass ich ja eh mindestens ein Top unter dem Pullover trage). Zum Schluss habe ich dann das Garn halbiert und die Ärmel so lang gestrickt, wie eben möglich.


Sie haben jetzt eine kreative Zwischenlänge, so drücke ich es aus. Aber auch das stört mich überhaupt nicht. Sobald ich die Arme hebe, rutschen die recht weiten Ärmel eh zurück. Ich habe den Pullover auch schon mit einer langärmligen Bluse drunter getragen, das sieht dann auch echt gut aus wenn die Manschetten noch so hervorschauen. 
Ein kleiner Liebesbeweis an meine Traumvorstellung war zum Schluss noch der I-Cord als Abschluss überall. Der sieht ja wirklich toll aus, finde ich, aber ich HASSE es, ihn zu stricken. Iiih-Cord, heißt es in meinem Kopf. 
Nachdem der Pullover fertig war, habe ich ihn nochmal ordentlich gedämpft. Damit hoffe ich, dem zum Pilling neigenden Garn ein wenig Einhalt zu gebieten. Das Material fühlte sich danach auf jeden Fall deutlich weniger labberig und flexibel an, allein dafür war es die Mühe schon wert.


Ich bin mir sehr sicher, dass es die richtige Entscheidung war, den Cardigan aufzuribbeln und das Garn nochmal zu verstricken. Den Pullover mag ich deutlich lieber, ich habe in den vergangenen Jahren noch mehr über Wolle, meinen Geschmack und meine Garderobe gelernt und so etwas viel besser zu mir passenderes aus dem Garn herstellen können. Hurrah!

Meinen Pullover schicke ich zum Me Made Mittwoch und bin gespannt, ob es dort vielleicht noch mehr gestrickte Teile gibt. Carola zeigt jedenfalls ein sehr lässiges Outfit!

Happy knitting, 

Julia



27. Januar 2020

Stirnbänder und Stringart - Selbstgemachte Kleinigkeiten

Hallo ihr Lieben,

auf geht es in die letzte Folge der Staffel "Was hat Julia 2019 zu Weihnachten selbst gemacht". Es ist kein großes Finale mit Cliffhanger und Co, eher eines, das die Serie gemütlich ausklingen lässt. Ein paar Kleinigkeiten, die ich gemacht habe, alle mit mehr Aufwand als Geld, wobei ich ersteres auch einfach lieber verschenke und den Wert meiner Geschenke nicht am finanziellen festlege. Ich hoffe, das ist bei euch auch so, sonst seid ihr in diesem Beitrag vermutlich falsch. 


Insgesamt zeige ich euch hier fünf Geschenke für meine liebsten Freundinnen. Alle bekamen kleine Set, alle bekamen ein gleiches Teil und noch andere verschiedene. Angefangen hat es mit diesem süßen Pflanzenhaus auf dem Blog von Gingered Things über das ich zufällig gestolpert bin. Das sah einfach aus, aber mit großer Wirkung, und ich überlegte, für wen ich das denn machen konnte. Und weil mir da gleich fünf Mädels einfielen und ich mich nicht entscheiden konnte, sollten es einfach alle bekommen. 
Das Balsaholz habe ich nach erfolglosem Suchen und Nachfragen in mehreren Baumärkten schließlich im Internet bestellen müssen. Dann habe ich die Massenproduktion begonnen, alle Stöckchen zugeschnitten (weil kein Cuttermesser im Haus war mit einer Schere, sogar das ging, so weich ist das Holz) und dann losgeklebt. Wie ihr auf dem Bild oben sehen könnt, sind die Häuser alle etwas ... individuell und würden vom Statiker vielleicht nicht abgenommen werden. Von vorne sehen sie aber eigentlich in Ordnung aus, das macht eher die Vogelperspektive ... ließ sich aber auch nicht wirklich besser bewerkstelligen, dann hätte ich glaube ich in einer anderen Reihenfolge kleben müssen. Den Querbalken in der Dachspitze habe ich hinzugefügt, der ist in der Anleitung auf dem Blog nicht enthalten, für mich sieht es aber so stimmiger aus. 


Was außerdem in allen Geschenken steckte, war natürlicih eine kleine Pflanze. Ich habe aber fünf unterschiedliche gekauft, alles so kleine Minipflanzen, da geht mir ja das Herz auf. Ebenso hat jede eine Weihnachtskarte im kleinen Umschlag bekommen, die falte ich immer aus schönen Prospektseiten oder Zeitschriften selbst. 
Zwei meiner Freundinnen bekamen dann ein Stirnband. Das Garn lag hier seit meinem Schafkissen herum und ich wusste nicht recht, was daraus werden sollte. Erst dachte ich an wirklich dicke Handschuhe, aber nachdem ich für besagte Freundinnen bereits Stirnbänder genäht hatte, die sie wirklich gerne tragen, kam irgendwann der Geistesblitz. Die passende Anleitung fand ich im Rib Twist Headband, sie ist kostenlos und für Garn in dieser Stärke gedacht. Ratz fatz waren sie dann gestrickt, und das Garn reichte für die schwarze Version genau, die hellere oben ist ein wenig schmaler, bedeckt aber trotzdem ausreichend die Ohren. Die Stirnbänder sind mit Freude angenommen worden, was wiederum mich sehr freut!


Die nächste Freundin fährt im Gegensatz zu uns vorbildlich mit Helm Fahrrad, sodass ein Stirnband nicht drunter passt. Somit gab es zum Haus zweierlei selbst gemachte Marmelade, ich verschenke sehr gerne so leckere Kleinigkeiten aus der Küche. Die Tüte war noch vom letzten Jahr übrig, so schöne Geschenktüten hebe ich auch immer auf und das Haus passte genau rein und somit war der Transport weniger knifflig. 


Eine weitere tolle Bastelei, über die ich bei meiner Geschenke Recherche gestolpert war, ist die sogenannte Stringart. Dabei geht es nicht um Kunst mit Schlüppern, sondern Bändern oder Schnüren. Die werden um Nägel gewickelt, wodurch ein Bild entsteht. Das wollte ich sowieso ewig mal ausprobieren, also war es beschlossene Sache. Nur die Entscheidung für ein Motiv war nicht so leicht, es sollte eher etwas kleines sein, nichts saisonales ... ein bisschen Inspirationssuche auf Pinterest hat mir geholfen, mich auf die Federn oder Blätter festzulegen. Dann bin ich los in den Baumarkt, habe Nägel besorgt und mir in der Restekiste ein Stück Holz ausgesucht, dass ich dann in passende Formate habe schneiden lassen. Zuhause die Kanten glatt geschliffen, mit Bleistift die Form vorgezeichnet und losgehämmert. 


Das war alles ein ganz schönes Herumprobieren, in welchem Abstand die Nägel ins Holz kommen, wie tief, wie verstecke ich Anfang und Ende vom Stickgarn, wie mache ich die gewünschten Übergänge - am Ende war ich aber ziemlich zufrieden mit beiden Bildern und möchte so etwas gerne auch nochmal für mich selbst ausprobieren. 


Ich finde es viel schöner, so etwas zu verschenken als Dinge, die ich innerhalb von fünf Minuten gekauft oder bestellt habe. Das will ich aber jetzt nicht schlecht reden, auch so etwas verschenke ich und ich freue mich auch selbst über ganz "normale" Sachen, die fertig gekauft werden. Aber ein Geschenk, das ich mit eigenen Händen hergestellt habe, hat einfach nochmal einen anderen Wert. Eigentlich einfach nicht vergleichbar, das ist es wohl. 
Noch etwas, worauf ich in diesem Jahr geachtet habe: Möglichst wenig Müll zu produzieren. Das ganze Jahr über sammele ich Geschenkpapier und dieses Packpapier, was oft in Kartons drin ist oder man im Laden um zerbrechliche Gegenstände gewickelt bekommt. Damit habe ich einen Großteil meiner Geschenke verpackt, statt Geschenkband oft Reste vom Garn genommen, mit dem das Geschenk gestrickt wurde oder ähnliches. Zusammen mit ein paar schon vorhandenen Stempeln sieht auch das schön und weihnachtlich aus, und zumindest das Papier bekommt so ein zweites Leben und hat doppelt so lange einen Sinn gehabt, wie im Normalfall. 

Am liebsten würde ich in diesem Jahr Verpackungen aus Stoff nähen, die dann immer wieder verwendet werden können. Mal sehen, ob sich dafür die Zeit findet. 

Ich bin gespannt, was ihr von den Geschenken haltet und ob ihr euch über so etwas freuen würdet?

Happy knitting, 
happy crafting, 

Julia

21. Januar 2020

Jogginghose und Wollsocken - was will Mann mehr?

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich euch in der letzten Woche gezeigt habe, was meine Mama von mir zu Weihnachten gestrickt und genäht bekam, sind heute mal die Männer meiner Familie dran. Der Freund ist ausnahmsweise leer ausgegangen, einerseits möchte er gar nichts von mir selbst gemacht haben, andererseits haben wir uns in diesem Jahr nur eine Kleinigkeit geschenkt. 
Aber glücklicherweise weiß ich bei meinem Bruder und Papa mittlerweile recht genau, was sie so mögen. 


Traditionell bekommt mein Bruder jedes Jahr zu Weihnachten ein Paar Wollsocken. Und bei Schuhgröße  48 ist das schon ein Commitment, was ich da eingegangen bin! Aber er trägt sie auch tatsächlich das ganze Jahr durch zum Schlafen und zum Chillen, die sind also einer Menge Reibung (Bettwäsche) ausgesetzt und damit relativ schnell nicht mehr schön. Er trägt sie dann weiter, aber jährlich ein neues Paar schadet definitiv nicht. 
Die 76 Maschen pro Runde habe ich in feinen Ringeln gestrickt, dafür zwei Garne gemischt, einmal ein Zauberball, den ich netterweise geschenkt bekommen habe, und ein Knäul melierterm Beige von Regia. Leider musste ich den Zauberball immer mal wieder neu ansetzen weil er sehr dicke Stellen hatte, sodass die Farbverteilung nicht ganz gleichmäßig ist. Aber was solls, oder?


Mein Papa ist überhaupt kein Abnehmer für Wollsocken, der hat immer warme Füße, und Fußbodenheizung. Dafür lässt er sich super gerne benähen, und in diesem Jahr habe ich die Idee gehabt, dass eine Jogginghose doch mal eine gute Idee wäre. Kurz mit meiner Mama Rücksprache gehalten, die mir erzählte, dass er nur eine besitzt bei der er immer die Hosenbeine umschlägt, weil sie zu lang ist. Perfekt! Ich habe dann diese Hose ausgemessen um eine Orientierung zu haben und mich auf die Suche nach einem Schnitt gemacht. 


Für Männerschnitte finde ich Pattydoo immer eine gute Anlaufstelle, auch hier wurde ich dort mit der Hose Alex fündig. Den flauschigen Sweat habe ich im örtlichen Stoffladen gekauft, ebenso wie Reißverschlüsse und Kordel. Einen Jerseyrest für das Taschenfutter hatte ich noch zuhause, die Bündchen habe ich auch aus dem Sweat genäht. 


Für meinen nur 1,70m großen Papa habe ich die Beine um 7cm gekürzt. Ich sage es euch, das ist so ungewohnt! Ob ich für mich, den Freund, Mama oder den Bruder nähe, immer muss ich ordentlich verlängern. Ich dachte die ganze Zeit, ich nähe eine Kinderhose und habe immer wieder nachgemessen weil ich mir sicher war, dass es falsch ist. So kann man sich an Proportionen gewöhnen, verrückt! 
Achso, insgesamt ist es Größe M geworden. An Weihnachten hatte ich dann ein bisschen Herzrasen bei der Anprobe, aber sie sitzt wirklich gut. Eine weitere aus dünnerem Stoff ist schon bestellt worden ;)


Ich mag ja besonders das Bauchbündchen an dieser Hose, die zwei Nähte haben irgendwie einen tollen Effekt, viele Kauf-Jogger sehen ja auch so aus. Ich habe das während des Nähens nicht ganz verstanden, eigentlich sollten die Öffnungen für die Kordel im mittleren Teil des Bündchens sein, da musste ich ein bisschen improvisieren. Habe ich aber sowieso, denn laut Anleitung werden Ösen eingeschlagen. Das mag ich bei dehnbaren Stoffen aber nicht so gerne, ist immer eine Schwachstelle auf Dauer, deshalb habe ich Knopflöcher eingenäht.
Die Anleitung war gewohnt verständlich, auch ohne das Video kam ich gut zurecht, obwohl in der Kurzanleitung der Schritt fehlt, dass die Seitennähte zusammen genäht werden. Bisschen witzig, ist mir aber natürlich aufgefallen. Achso, für die Taschen musste ich dann doch einmal ins Video gucken, da war mir nicht ganz klar, wie es funktionieren soll. 


Die abgesteppte Schrittnaht ist auch nicht Teil der Anleitung, das mache ich aber mittlerweile bei allen Hosen aus Gewohnheit, trägt nämlich auch deutlich zur Lebenszeit der Klamotte bei. 

Welche Schnitte näht ihr am liebsten für die Männer in eurem Leben? Gibt es was, das ich noch ausprobieren sollte?


Happy sewing, happy knitting, 

Julia

12. Januar 2020

Einkaufsnetz, Mütze, Socken, Hüftwärmer und Tuch - für die Beste nur das Beste

Hallo ihr Lieben,

Ich fange dann mal an, euch zu zeigen, was ich so zu Weihnachten verschenkt habe. Davon war wieder einiges selbst gemacht, vor allem meine Mama hat nur eine kleine Sammlung von Kleinigkeiten von mir bekommen. Wir haben insgesamt in diesem Jahr keine großen Geschenke gemacht, weil sowohl meine Eltern als auch ich andere, sehr große Ausgaben hatten, die auf eine gewisse Art auch ein Geschenk für unsere Familie waren. 


Den Anfang hat ein Einkaufsnetz gemacht. Meine Mutter hatte im Herbst gefragt, ob ich ihr bei Gelegenheit auch mal so eines stricken könnte, und bei solchen Anfragen horche ich ja immer sofort auf. Kleine Umfrage im Strick-Freundinnen-Kreis brachte zwei ungenutzte Knäul Baumwolle im genau passenden Farbton hervor und das Netz war innerhalb von zwei Nachtdiensten fertig, Kordel für die Tunnelzüge hatte ich auch noch zuhause.

So ohne Füllung sieht ein Einkaufsnetz immer ein bisschen traurig aus. Ich habe mal reingepackt, was sich bei meinen Eltern so fand: Zwei Kilo Mehl und eine Pomelo (weiß jemand, warum die doppelt in Plastik eingepackt sein müssen? Ich ärgere mich ja immer wieder ...).


Auch gefüllt macht das Netz eine sehr gute Figur. Die Träger werden automatisch länger und die Öffnung zieht sich zu. Mama hat sich über das Netz sehr gefreut, ich freue mich, wenn sie damit demnächst auf dem Markt und im Supermarkt angeben kann :)


Nicht zu Weihnachten, sondern etwas davor, gab es diesen kleinen wärmenden Wickelrock. Meine Hundeschwester (die sich in einige Bilder reingeschlichen hat) freut sich über tägliche, lange Spaziergänge, und je nach Wetter zieht es da manchmal um die untere Körperhälfte. Deshalb haben wir zusammen im örtlichen Stoffladen ein Reststück Stepptstoff ausgesucht, der sich von den Maßen gut eignete. Von außen ist er glatt, innen ist der Stoff aber flauschig, das passt super zur Funktion, die Jacke, die darüber getragen wird schiebt sich nicht hoch und am Po ists kuschelig.


Fertig gestellt war das gute Stück ziemlich schnell: Sie hat es sich angehalten, ich habe Knipse gemacht für zwei kleine Abnäher an den Seiten und die Platzierung der Druckknöpfe und dann die Kanten versäubert, umgeschlagen und abgesteppt. Schon fertig. Na gut, ich musste an Druckknöpfen nochmal nachrüsten, das war zuerst nur einer. Aber auch das ist ja flott gemacht.


Eigentlich steckt hinter allen Geschenken heute eine kleine Geschichte. So auch hinter dieser Mütze. Meine Mama hatte sich irgendwann im letzten Jahr in den Poncho einer Freundin verliebt. Dieser war aber in einem Geschäft nicht mehr zu bekommen, weshalb sie es über das Internet versuchte. Dabei ist sie einer Fake-Seite auf den Leim gegangen, bekam statt Poncho ein "Cartier"-Armband aus China ... der Frust war groß, könnt ihr euch vorstellen. Gemeinsam haben wir dann beschlossen, dass sie sich den Poncho auch selbst stricken kann, die Konstruktion war ziemlich einfach. Wir haben das Garn ausgesucht, der Poncho ist mittlerweile fertig und sehr schön geworden. Übrig geblieben sind anderthalb Knäul Garn, die Mama mir in die Hand drückte, ich könnte ja bei Gelegenheit eine Mütze für sie daraus stricken. Zack, das nächste Geschenk!


Einfach nur glatt gestrickt wollte ich nicht, deshalb habe ich ein wenig auf Ravelry gestöbert und mich recht fix in die kostenlose "Just a Hat" Anleitung verliebt. Das Muster ist super einfach und sieht in dem Garn auch sehr schön aus.


Noch mehr witzige Geschichte: Meine Mama hatte beschlossen, ihrer besten Freundin auch eine Mütze zu Weihnachten zu stricken. Sie war etwas ratlos, wollte ein Muster, aber was schlichtes, nur ein bisschen Struktur. Ich habe ihr dann dieses untergejubelt, was ihr gut gefiel. So haben beide nun eine Mütze mit demselbsen Muster, nur anderes Garn und andere Farbe.


Ein bisschen Quatsch mit dem Hund musste ich auch treiben... steht ihr doch auch ganz gut, oder?

Weiter zur nächsten Geschichte. Eine Strickfreundin von mir durfte sich in ihrer Nachbarschaft bei einer Haushalsauflösung im Wollvorrat der verstorbenen Dame Garn aussuchen. Laut ihrer Schilderung gab es dort ziemlich viel Wolle, sodass sie zum monatlichen Stricktreff eine Auswahl Sockenwolle mitbrachte. Bei einem Knäul dachte ich wegen der Farbgebung gleich an meine Mama, fragte sie, ob diese ihr gefallen würden ("Ja, schön!"  -  "Gut, dann darfst du es wieder vergessen.").


Auch wenn sie mittlerweile im ganzen Haus Fußbodenheizung hat und der Bedarf an warmen Socken dadurch eher eingeschrumpft ist, habe ich ihr die Socken gestrickt. Gefreut hat sie sich sehr, und abends auf dem Sofa kann es ihr eigentlich nicht warm genug sein, ich gehe also davon aus, dass sie trotzdem häufig getragen werden.


Die sind ihr echt auf´den Fuß gestrickt, oder? Hach, schön. Und wieder grau und rosa, es zeigt sich ein Farbschema, findet ihr nicht? Hach, schön, wenn jemand sich so über Handarbeit freut.


Auch das letzte Teil meiner kleinen "Für Mama"-Serie ist kein Weihnachtsgeschenk, sondern einfach so im Herbst für sie entstanden. Ich hatte mir selbst ja im Frühjahr ein Tuch aus Musselin genäht und mochte es so sehr, dass ich auf Ebay Kleinanzeigen eine Suche nach Musselin gespeichert hatte. Dort tauchte dann irgendwann dieser puderrosa Musselin auf, für vier Euro.


Ich meine, den musste ich dann doch einfach kaufen, nicht wahr? Schnell Mama gefragt, ob sie sich über so ein Tuch freuen würde, was sie mir bestätigt hat, und dann den Stoff geschnappt. Die Kanten habe ich zweimal umgschlagen, mehr Arbeit war nicht notwendig, da das Tuch schon eine quadratische Form hatte und somit nur noch diagonal zu einem Dreieck gefaltet werdne musste, um als Tuch zu dienen.


All diese Kleinigkeiten entdecke ich häufig, wenn ich meine Eltern besuche - das Tuch hängt an der Garderobe, der Hüftwärmer liegt über dem Stuhl ... das erfüllt mich mit ganz viel Freude!


Vielleicht braucht die Elsa auch noch ein passendes Halstuch .. gut stehen tut es ihr, oder?

Was verschenkt ihr gerne? Sind es auch eher Accessoires und Kleinigkeiten, oder aufwändige und große Projekte?


Happy sewing, happy knitting,

Julia