24. November 2019

Kosmetikpads und Kulturtasche - Geschenke fürs Bad

Hallo ihr Lieben,

ein Weilchen ist der August schon her, muss ich gestehen. So lange schlummern diese Bilder schon auf meinem Laptop und warten darauf, dass ich sie zusammen mit ein paar Worten zu einem Beitrag auf dem Blog kombiniere. Warum genau es so lange gedauert hat weiß ich auch nicht. Manchmal müssen Dinge reifen, ob es nun Wein ist oder gute Gedanken. Scheint hier auch der Fall gewesen zu sein.


Im Bereich Nachhaltigkeit bin ich ja sehr interessiert und setze für mich persönlich all das um, was mir möglich ist. Dabei versuche ich aber, anderen nicht zu sehr auf die Nerven zu gehen. Bei einigen klappt das gut, bei anderen (dem Freund zum Beispiel) weniger. Aber er ist auch am meisten von meinen Veränderungen betroffen, gemeinsamer Haushalt machts. So schlug mein Herz ein bisschen höher, als meine Mama erzählte, sie hätte im Internet gehäkelte Abschminkpads gesehen, ob ich sowas wohl auch könnte. Quasi innerhalb von Sekunden war ich unterwegs in die Stadt und besorgte mir das passende Garn.


Zwei Knäule ganz normale Baumwolle von Schachenmayr sind es geworden, in von meiner Mama präferierten Farben: grau und rosa. Tja, und im Endeffekt habe ich mir einfach die passende Häkelnadel geschnappt und ein wenig herumprobiert. Mal ganz schlichte Stäbchen, mal feste Maschen, mal eine kleine Zierkante rundherum, mal Noppen. Das, was mir so in den Kopf kam, damit es nicht zu langweilig wird. Insgesamt habe ich 32 Kosmetikpads aus den beiden Knäulen bekommen und diese dann meiner Mama zum Geburtstag geschenkt. Sie hat sich sehr gefreut und mir wenig später berichtet, dass sie super funktionieren. Jedes Mal, wenn ich nun bei ihr zuhause bin und das Bad nutze freue ich mich über den Anblick eines der Pads, welches sie nach dem Nutzen immer mit einer Haarklammer an ihren Spiegel klemmt um sie trocknen zu lassen. Jetzt muss ich nur noch die Motivation finden, mir selbst welche zu machen. Ich nutze eigentlich seit immer so Tücher zum Abschminken, die wieder gewaschen werden. Immer dieselben vier Stück, habe nie welche nachgekauft. Aber die sind aus Microfaser, und das ist nun auch nicht wirklich gut für die Umwelt, sollte also ersetzt werden. 



Und wenn die Mama zum Geburtstag schon was für's Bad bekommt, kann der Papa nicht leer ausgehen. Ein Vögelchen hatte mir geflüstert, dass sein Kulturbeutel ziemlich abgerockt ist und Nachschub her sollte. Um das Ganze ein wenig interessanter zu gestalten habe ich im Unverpacktladen in Münster noch ein paar Kleinigkeiten für in die Tasche gekauft. Wattestäbchen ohne Plastik, Zahnpaste ohne Microplastik und Plastikverpackung und einen Deoroller in den ich selbst gemachtes Deo gefüllt habe.


Die Kulturtasche ist nach dem Freebook Alfred von Fröbelina entstanden. ("Alfred" klingt in meinem Kopf ja immer wie bei ein Herz und eine Seele, ich kann es nicht abschalten). Schon meine Mama hat eine Kulturtasche nach diesem Schnitt bekommen, auch, wenn ich es auf dem Blog nicht finden kann. Bis auf den Reißverschluss konnte ich alle Materialien aus meinem Lager nutzen, das finde ich ja immer super. Verschiedene Reste lassen sich fast immer zu einem harmonischen Ergebnis kombinieren.


Innen ist die Kulturtasche mit vier kleinen Fächern ausgestattet, um auch die Kleinigkeiten gut unterzubringen und nicht ewig nach allem wühlen zu müssen. Die Taschen sind aus einem Rest Baumwolle, das ich mal für das Futter meines Rucksacks gekauft habe. Der Innenstoff an sich ist Rest von meiner Jacke Carol.


Der Außenstoff ist ebenfalls bei einer Jacke übrig geblieben, nämlich beim Wind und Wetter Parka in der gefütterten Winter-Version. Verrückt oder, wie man sich an alle Stoffe erinnert? Einzig bei dem kleinen Rest Kunst-Wildleder weiß ich nicht mehr genau, ob es sich um die Jacke Lupin oder die Shorts Chataigne handelt. 
Auch mein Papa hat sich über sein Geschenk gefreut und nutzt es, wenn sie im Urlaub sind. Mich freut es, dass ich ihn darüber dorthin begleiten kann. 

Wo wir gerade auf Weihnachten zugehen:
Was näht/strickt/häkelt/wasauchimmert ihr so euren Liebsten?


Julia

14. November 2019

Ministrick

Hallo ihr Lieben, 

ich hab da mal ein bisschen gesammelt, und langsam wurde die Liste mir zu lang, also dürft ihr jetzt eine kleine Flut von Ministrick anschauen. Ich verstricke ja immer eifrig meine Reste in Babykleidung, aber weil es dazu immer nicht so viel zu erzählen gibt, mache ich einen kleinen Stapel und zeige es euch dann zusammen. Bereit?


Den Anfang macht dieses schöne Jäckchen nach einer Anleitung von Stichfest, welches ich testgestrickt habe. Etwas mehr als 100g Regia Schachenmayr habe ich verstrickt und damit eine Jacke in der Größe 6 Monate erhalten. Das Garn habe ich über Ravelry aus dem Stash einer anderen Strickerin gekauft, also Second Hand und so.


Das hübsche Strukturmuster ist ganz einfach zu stricken, geht nur über vier Maschen und vier Reihen und wird nur im Körper und am Ärmel an einem Streifen gestrickt. Ich habe das Jäckchen wie ursprünglich konzipiert von unten gestrickt, also erst Körper und die einzelnen Arme, dann alles zusammengefügt auf einer Nadel und mir Raglanabnahmen. Die Knopfleiste wird direkt mitgestrickt und am Schluss mit dem Halsbündchen geendet. Weil es im Test vorgeschlagen wurde, hat Sophia in die Anleitung auch noch Angaben für eine RVO-Version, also von oben an gestrickt, eingefügt, und außerdem eine um alles in der Runde zu stricken und nachher aufzuschneiden. Ganz schön viele Varianten, oder?


Weil ich insgesamt 300g von dem Garn hatte und mir die Farbe so gut gefällt, habe ich direkt ein weiteres Projekt daraus gestrickt und aus dem einzelnen Jäckchen ein Set gemacht, indem ich eine Hose dazu gestrickt habe.


Die Anleitung habe ich aus dem Klompelompe Buch, "Hose süßer Fratz" nennt sie sich und ist damit ziemlich weit oben im Kampf um die Auszeichnung für den schlimmsten Anleitungsnamen. Aber das sagt ja zum Glück nichts über die Anleitung an sich aus. Die Hose wird vom Bund an gestrickt mit ein paar Wendemaschen um die hintere Seite windeltauglich und höher zu machen. Später kommen dann Zunahmen im Schritt, die habe ich ein bisschen verändert in ihre Position. Die Beine werden dann einzeln runtergestrickt.


Damit beide nicht nur anhand der Farbe als Set erkennbar sind, habe ich noch eine Änderung vorgenommen. Das Muster, welches eigentlich laut Anleitung einen Streifen an den Hosenbeinen bildet, habe ich durch das des Jäckchens ersetzt. Gute Idee oder? Sieht auch sehr schön aus, finde ich. Vermutlich wird beides zusammen nie getragen, ist ja schon recht monochrom, aber hübsch sieht es aus.


Machen wir mal ein bisschen farbenfroher weiter. Der nächste Pullover ist ein bisschen frei Schnauze entstanden, aus einem Sammelsurium an Garn. Ich habe mir irgendeinen Pullover aus dem Internet als Richtlinie für Maschenzahl und Zunahmen genommen und dann einen Pullover mit Rundpasse entworfen, auch das Muster habe ich mir ausgedacht.


Durch die unterschiedlichen Garnstrukturen kommt es nicht besonders gut zur Geltung und das Ganze sieht auch ein wenig sehr improvisiert aus, aber irgendwie mag ich ihn trotzdem. Hauptgarn ist das dunkle blau, ein Strang Arranmore von The Fibre Company den ich auf der H+H geschenkt bekam, zusammen mit einigen kleinen Pröbchen von anderen Garnen sowie Resten von anderen Projekten.


Ich schätze mal, dass die Größe so ungefähr mit einem Jahr passen müsste, aber ohne eigene Kinder ist das wirklich ins Blaue geraten, haha. Der Pullover ist ziemlich dick und sollte so warm sein, dass er auch draußen getragen werden kann. Verschenken werde ich ihn aber nicht, dafür ist er mir zu unschön.


So, zum Schluss nochmal richtig Farbe: Ebenfalls aus dem Klompelompe Buch ist die "Jacke süßer Fratz", die ebenfalls mit einem kleinen Strukturmuster ausgestattet ist, allerdings über das komplette Stück. 
Ich habe hier den Rest von meinem Boxy und meiner Mütze verwendet, weil ich die Farbe einfach zu schön fand um sie nicht zu nutzen. Ganz gereicht hat es nicht mehr, an den Ärmeln habe ich dann einfach ein Restchen Sockenwolle genommen.


Die Jacke wird ebenfalls von oben gestrickt, mit Raglanzunahmen, eigentlich wie jeder andere Raglan auch. Die Anleitung ist allerdings fehlerhaft. Zum einen stimmte etwas bei den Ärmelmaschen nicht, zum anderen wird das Muster lediglich in Reihen beschrieben. Wenn dann also beim Ärmel steht, dass die Maschen aufgenommen werden und dann das Strukturmuster gestrickt werden soll, ist ein bisschen mit- und umdenken nötig, sonst wird es unschön. Klar ist das nicht schwer, aber finde ich schon unpraktisch.


Das war sie, meine kleine Kollektion. Was macht ihr so mit euren Garnresten? Erzählt doch mal. 

Happy knitting, 

Julia


6. November 2019

No Frills Cardigan und Nachhaltigkeit in der Handarbeit

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch meinen neuen Cardigan vorstellen und außerdem ein bisschen über die Möglichkeiten von Nachhaltigkeit beim Nähen und Stricken sinnieren. Ich taste mich da gerade ein bisschen heran und probiere neugierig aus. Gerne würde ich da ein bisschen in den Austausch mit euch gelangen!


Zuerst aber mal zum Cardigan, der macht mit seiner Farbe ja schon ein wenig auf sich Aufmerksam, oder? Es ist der No Frills Cardigan von Petite Knit und tatsächlich das erste Mal, dass ich eine Strickanleitung für so ein großes Teil zum zweiten Mal stricke. Meinen ersten Cardigan liebe ich sehr und freue mich schon, dass seine Jahreszeit jetzt wieder angebrochen ist. Im Gegensatz zum ersten habe ich diesen Cardigan eine Nummer kleiner gestrickt, da das Garn einen recht großen Baumwollanteil hat und daher bei der Menge zum Ausleiern neigen könnte. Außerdem ist die Anleitung sowieso schon mit viel, viel Platz konzipiert, ich wollte nicht, dass der Cardigan nach zwei Tagen des tragens an mir runterrutscht.


Der Plan ist schon mal aufgegangen, würde ich sagen. Er sitzt gut, darf noch in die Länge und Weite wachsen, ohne, dass es doof aussehen würde und wenn er nicht expandiert ist es auch nicht schlimm.
Gestrickt habe ich ihn mit einer 4mm Nadel anstatt 5-5,5mm wie auf der Banderole empfohlen, auch hier aus bereits genannten Gründen. Je enger das Maschenbild, desto weniger Ausleiern. 


Was nun nachhaltig ist an diesem Cardigan? Das Garn habe ich nicht neu, sondern gebraucht gekauft. Also, ungestrickt, aber eben über Kleinanzeigen. Etwas, das ich seit einiger Zeit immer öfter mache, bei Stoff und Wolle und sowieso, wenn etwas gebraucht wird/kaputt geht/gewünscht wird. Dort schaue ich zuerst und werde in 90% der Fälle fündig. Meistens ist es sogar günstiger als neu kaufen, aber selbst wenn nicht tut es unserer geschundenen Erde gut, denn das Produkt ist bereits produziert und richtet keinen weiteren Schaden an. 
Gerade bei Wolle klingen natürlich viele Alarmglocken. Was ist mit Motten, Zigarettengeruch, Tierhaaren. Ich bin da relativ naiv und hoffe meistens auf das Beste, beziehungsweise frage ich nach, ob geraucht wurde. In diesem speziellen Fall stellte sich die Frage gar nicht so stark, denn Baumwolle schmeckt Motten zum Glück nicht so gut. 
Ein weiterer Vorteil: Ich kannte sowohl das Garn (Lamana Cosma) als auch die Farbe. Ich habe es nämlich genau so schonmal zu einem Top verstrickt. Das erleichtert einem das Second Hand Shoppen natürlich sehr, keine Zweifel bezüglich Material und Farbe. 


Ich habe jetzt bestimmt schon 2-3x Garn und 5-6x Stoff gebraucht gekauft und war mit allen Käufen zufrieden. Ich habe stumpf gefragt, wenn ich etwas wissen wollte bezüglich weiteren Bildern, Qualität, Material und immer nette Antworten bekommen. Wenn etwas nicht klar war, dann habe ich lieber die Finger davon gelassen. Aber mal ganz ehrlich, habt ihr euch mal bei Kleinanzeigen umgeschaut im Bereich Hobby und Handarbeit? Wenn man nicht ein ganz bestimmtes Design sucht, sondern eher eine grobe Vorstellung hat, wie grauen Jersey, dann wird man eigentlich immer fündig. Mir macht das jedenfalls irre viel Spaß, ich gerate gar nicht erst in Versuchung noch weitere Stoffe mit dazu zu bestellen  "damit es sich lohnt" und freue mich auch viel mehr, wenn der Stoff/das Garn bei mir ankommt. Ein bisschen habe ich immer das Gefühl, da etwas befreit zu haben aus seiner Verdammnis in irgendeinem Stoff-/Wollschrank.


Eine weitere Möglichkeit um Garn gebraucht zu kaufen gibt es ja über Ravelry. Dort könnt ihr in den Stashen (Stashs? Stashes?) von anderen Nutzern stöbern und einen Filter einstellen, der euch anzeigt, was verkauft oder getauscht werden kann. Zusätzlich noch das Land eingrenzen, wenn ihr nicht irrsinnig Versand zahlen wollt, und schon kann auch hier gestöbert werden. Habe ich auch schon gute Erfahrungen mit gemacht. 


Der Sparfuchs in mir freut sich jedenfalls meistens sehr. Für das Garn habe ich nur die Hälfte bezahlt, die es neu gekostet hätte, und so für 35€ einen neuen Cardigan. Also, plus Strickzeit, aber das ist ja Hobby und so. 


Jetzt habe ich also zwei No Frills Cardigans, einer knalliger als der andere. Einer flauschig und etwas kürzer, der andere glatt und lang. Beide einfach nur toll. :) 


Und jetzt würde ich gerne (neben eurer Meinung zum Cardigan) wissen, ob ihr noch mehr Möglichkeiten kennt um Nachhaltigkeit ins Hobby zu bringen. Würde mich freuen, ein wenig darüber zu quatschen mit euch!

Verlinkt beim Me Made Mittwoch

Happy knitting, 

Julia

31. Oktober 2019

X-Mitts und Einkaufsbeutel - perfekt für den Einkauf

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich gleich zwei Projekte, die ich euch zeigen mag. Bei eher kleineren Dingen mache ich das ja ganz gerne, denn zu einem einzelnen habe ich oft nicht so viel zu erzählen. Bis die beiden sich zu diesem Beitrag gefunden hatten, dauerte es aber etwas. Eins war schon im Februar fertig, dann wurde es aber warm und für den Blog daher nicht mehr so interessant. Im Sommer entstand dann das zweite Projekt und kam auf meine Liste. Tja, und nun ist es endlich auch kalt genug, damit keiner von euch irritiert aus der Wäsche guckt wenn er den Beitrag und die Bilder sieht. 



Beide Projekte stammen aus der Stricknadel von Stichfest, und weisen daher wie gewohnt so einige Rafinessen auf. Den Anfang macht die Baggadocious, ein Einkaufsnetz. Davon wimmelt es ja schon seit längerem in der Woll-Welt und mittlerweile auch im ganz normalen Handel. War es uns bisher eher von Oma auf dem Markt bekannt, hat es einen ganz anderen Status erhalten, nicht ganz unbeeinflusst von der Version von Paula M, die ich selbst auch schon gestrickt habe


Der Beutel von Sophia ist aber ein wenig anders designt: Statt Henkeln gibt es oben einen Tunnelzug in den ein I-Cord oder eine Kordel eingezogen wird. Die Tasche selbst ist eigentlich ein großer Kreis, der am äußeren Rand dann vom erwähnten Tunnelzug eingefasst wird. So kann man ziemlich viel hineinbekommen, und wenn man dann die Kordeln zusammenzieht ergibt sich eine Tasche. 


Das Ganze lässt sich relativ platzsparend zusammenknüllen und in die Handtasche/ins Auto/in die Fahrradtasche werfen. Wobei ich die gestrickten Taschen lieber ordentlich aufgehangen aufbewahre, das Innere einer Handtasche birgt so viele Risiken, Schlüssel etc, da würde ich ganz fix mit hängen bleiben. 


Gestrickt habe ich den Beutel aus Rowan Summerlite 4ply, einem reinen Baumwollgarn. Das ist schön belastbar und griffig. Für den Beutel an sich braucht es etwas mehr als 50g, falls ihr nicht wie ich eine Kordel in anderer Farbe haben wollt, sondern das gerne alles die selbe sein darf, dann reichen 100g locker aus. 


Ist der Beutel mit sehr schweren Dingen gefüllt, sieht er nicht mehr unbedingt hübsch aus. Aber das ist ja auch nicht sein Hauptzweck, sondern die Funktion, und die erfüllt er. 


Die Anleitung für den Beutel ist sogar gratis, da könnt ihr also ganz entspannt mal reinschauen und gucken, ob das was für euch ist. 

Im oberen Bild schleicht sich der Gegenpart zum Beutel schon relativ auffällig rein, also gehen wir doch direkt dazu über. 



Diese Handstulpen nach der Anleitung X-Mitts habe ich schon Anfang des Jahres gestrickt. Auch hier ist das Design ziemlich durchdacht. Mit Absicht ist die Maschenprobe sehr fest und das Endprodukt dadurch recht eng an den Händen. Nichts rutscht und alles ist warm eingepackt. Das An- und Ausziehen erfordert manchmal etwas Kraft, aber wenn sie dann sitzen, dann sitzen sie. 


Sogar von innen sind sie ziemlich hübsch anzusehen (siehe hinterer Handschuh oben), somit stört es gar nicht, wenn sie sich beim Ausziehen auf links drehen. Dann können sie beim nächsten Mal einfach so angezogen werden. Beim Stricken ist der Daumen ganz besonders spannend, der ist nämlich quasi Doubleface, von innen sowie von außen schön, einmal in der Grundfarbe, einmal in der Kontrastfarbe. 


Bei mir ist die Grundfarbe ein dunkles grau, die Kontrastfarbe ein buntes rot/braun/weiß/grau. Dadurch ist das Muster nicht ganz so gut sichtbar, aber schön sind sie trotzdem. Auch mit zwei einfarbigen Garnen lässt sich hier eine schöne Wirkung erzielen. 
Im Übergang trage ich die Handstulpen sehr gerne. Aber sobald es unter 5 Grad kalt wird, sind sie für mich als Radfahrerin eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Da frieren die Finger halt, ob sie bis zum ersten Knöchel eingepackt sind oder nicht spielt kaum eine Rolle. 


Dafür sind sie zum Spazieren gehen und Wandern total gut. Da habe ich eh meistens die Hände in den Taschen wenn es wirklich kalt ist, und kann dank der Stulpen dann trotzdem fix das Handy bedienen/die Schuhe neu binden/ein Bonbon auswickeln. Sie geben schon viel Bewegungsfreiheit, daher bin ich froh, sie in meine Handbekleidungs-Familie aufgenommen zu haben. 

In Kombination funktionieren beide Teile natürlich echt gut. Auf dem Markt das Obst und Gemüse einpacken ist deutlich einfacher als mit Handschuhen, bezahlt werden kann auch unproblematisch. Und natürlich passt alles locker in den Beutel!

Verlinkt mit Sewlala, Nähfrosch

Happy sewing, 

Julia

17. Oktober 2019

Blaue Kurzjacke Carol

Hallo ihr Lieben,

na schaut mal, was ich heute mitgebracht habe!


Na gut, so kann man nicht so viel erkennen. Ziehe ich es doch erstmal richtig an, was?


Schon besser. Nun könnt ihr sie in vollem Umfang sehen, meine Sommer-/Übergangsjacke. Eigentlich dachte ich ja bis zum letzten Frühling, dass ich im Bereich Jacken nun auf jeden Fall ausreichend ausgestattet bin. Für die wärmere Jahreszeit habe ich eine uralte Jeansjacke sowie eine von meiner Mama übernommene schwarze Jacke. Beide lassen sich nicht schließen und sind daher wirklich was für warmes Wetter. Dann wäre da noch mein erster Wind und Wetter Parka sowie meine Khaki-farbene Jacke mit Spitzenfutter. Bleibt eigentlich kein Wunsch offen. Bis ich ungefähr zum dritten Mal fröstelnd in einer meiner grünen Hosen und offener Jacke auf dem Rad saß, weil weder Mint noch Khaki mit einer der Jacken mit Reißverschluss zu kombinieren waren.


So manifestierte sich flott der Wunsch nach einer neuen Jacke. Und weil es schon Mai war, also nicht mehr viel Zeit zum Herumtrödeln, habe ich mich für einen erprobten Schnitt entschieden: Noch einmal wurde es die Jacke Carol aus der La Maison Victor (Ausgabe 5/17). Ich mag die Optik, und auch wenn ich sonst lieber Parkas und längere Jacken bevorzuge reicht im Sommer oder Übergang so eine kurze Jacke völlig aus.
Genäht habe ich, wie beim letzten Mal, die Größe 40 mit einer Verlängerung von 5cm. Sonst hätte ich das Gefühl, dass sie vorne viel zu kurz ist. Hinten wäre es auf Grund der Rundung vermutlich nicht so schlimm, aber im Endeffekt habe ich auch gar nicht darüber nachgedacht, sondern einfach die Schnittteile vom letzten Mal wieder rausgekramt.


Ebenso habe ich wie bei der letzten Jacke die selbst konstruierten Blenden wieder aus dem Außenstoff zugeschnitten. Zum einen sieht das einfach nochmal hochwertiger aus; zum anderen kann dadurch auch nicht ein buntes Futter hervorblitzen. Und in meinem Fall gibt es da eine Menge zu sehen, das ganze Projekt ist nämlich aus bereits vorhandenen Stoffen entstanden. 
Für den Außenstoff habe ich ein großes Stoffstück vom Tauschtisch einer Annäherung angeschnitten. Der Stoff ist auf der einen Seite ein ganz bisschen weich, wie Feincord, auf der anderen glatt und hat ein bisschen was von Dry Oilskin, ist nur deutlich weniger steif. Das Blau hat einen total schönen Farbton und eignet sich super für so eine Jacke.


Das Futter besteht aus zwei verschiedenen Stoffen. Für den Körper habe ich das letzte größere Stück Baumwolle angeschnitten was herumlag, so wurden es fröhliche Flamingos auf grauem Grund. Während Baumwolle am Körper schön gemutlich ist und der Jacke auch noch etwas Form gibt, sollte es an den Ärmeln etwas flutschiges sein, das macht das Anziehen deutlich leichter. Hier habe ich ein altes Tuch angeschnitten, das, glaube ich, noch von meiner Oma ist. Genau für solche Zwecke hatte ich es aufgehoben, denn farblich ist das absolut nicht mein Geschmack. So ein Ärmelfutter bekommt aber im Regelfall ja niemand zu Gesicht, von daher habe ich es skrupellos für dieses Projekt verwendet.


Der Reißverschluss war noch von einem anderen Jackenprojekt übrig, wenn ich da nämlich online bestellen muss nehme ich meist mehrere Farben, damit ganz sicher ein passender dabei ist. Kordel und Ösen waren ebenfalls noch vorhanden und die Jacke dadurch sehr schnell genäht. Ich habe kaum in die Anleitung geschaut, das war echt super entspannend, einfach so vor sich hin zu nähen.


Zur Auflockerung mal ein bisschen Blödsinn für zwischendurch:


Im Original hat die Jacke aufgesetzte Taschen, die ich aber schon bei meiner ersten Version verworfen und stattdessen simple Nahttaschen verwendet habe. Da diese sich bewährt haben und wieder erwarten noch nie etwas herausgefallen ist, habe ich mich auch hier dafür entschieden. Sie sind mit dem Außenstoff gefüttert und daher wenig spannend, auf dem Bild möchte ich euch nur meine schönen kleinen Naht-Raupen zeigen, die ich oben und unten vom Tascheneingriff aufgenäht habe damit dieser nicht so schnell einreißen kann. Und hübsch sieht es auch noch aus.


Der Tunnelzug an der Kapuze ist übrigens laut Schnittmuster nicht vorgesehen. Ich nähe aber mittlerweile keine Jacken mehr ohne, da ich hauptsächlich Fahrrad fahre macht alles andere einfach keinen Sinn. Oft genug halte ich bei Regen die Kapuze meines Wind und Wetter Parka fest und ärgere mich über den Regen, der mir in den Ärmel läuft, die langsam einfrierende Hand und den schwer werdenden Arm. Deshalb werden mittlerweile ganz ohne Nachzudenken Jacken ohne Tunnelzug sofort mit einem ausgestattet. Dazu nähe ich nach dem Absteppen der Kante der Kapuze einfach noch eine Naht daneben, meistens so 1-2cm, je nach Größe von Tunnel und Kordel. Die Öse wird schon vor dem Zusammennähen eingeschlagen, und dann muss nur noch die Kordel eingefädelt werden.


Die Kapuze bietet auf jeden Fall genug Platz für einen Dutt und meinen Schädel, von daher ist es ziemlich praktisch, sie ein wenig zuziehen zu können bei Regen oder Wind.


Vielleicht ist es euch noch nicht aufgefallen, aber ein kleiner Fehler ist mir bei der Jacke passiert. Man schneidet hier nämlich erst zwei gleiche Vorderteile zu, nur um an dem einen dann die Blende für den Reißverschluss abzuschneiden, die braucht es ja nur an einem Vorderteil, nicht an beiden. Tja, und weil ich einfach nicht mit Begriffen wie "linkes Vorderteil" zurecht komme ... ich meine, wie soll ich mir das auch merken, ob es links wenn man drauf schaut meint oder links wenn ich es trage und an mir herunterschaue? Jedenfalls war es leider zu spät und die Blende schneller ab, als ich kontrollieren konnte ob es die richtige ist. Zum Glück aber, bevor ich es bei der Kapuze anders machen konnte, denn auch da wird vorne ein kleines Stück abgeschnitten. So passte es zumindest zusammen ... der Fehler ist funktional natürlich überhaupt nicht einschränkend. Er zeigt mir nur bei jedem Tragen, was für Gewohnheitsmenschen wir sind. Wenn ich die Jacke schließe oder öffne komme ich mir echt grobmotorisch vor. Sucht euch mal eine Männerjacke und zieht die an, dann versteht ihr, was ich meine. Männerkleidung schließt nämlich links auf rechts, während Frauenkleidung rechts auf links schließt. Ist bei Blusen/Hemden und Jacken so, und obwohl das vielleicht einem Teil von euch noch nie aufgefallen ist, sobald ihr ein "falsch" schließendes Kleidungsstück zu machen wolltet, würdet ihr es merken.


Da ich aber auch schon die ein oder andere Bluse besitze bei der mir derselbe Fehler passiert ist, habe ich nur resigniert mit den Schultern gezuckt und mich dagegen entschieden, das Vorderteil nochmal neu zuzuschneiden. Passenderweise trage ich unter der Jacke auf den Bildern das für mich umfunktionierte Herrenhemd, welches auch falsch herum schließt. Knöpfe sind übrigens nochmal eine viel größere Herausforderung als ein simpler Reißverschluss, lasst es euch gesagt sein!


So, da bin ihc aber froh, dass ich es noch geschafft habe euch die Jacke zu zeigen bevor sie zum Winterschlaf in die Kiste kommt. 
Und nun bin ich gespannt, zu hören ob euch das mit dem Schließen schon mal aufgefallen ist und wie euch die Jacke gefällt. 

Happy sewing, 

Julia


PS: Das Tuch ist mein viel geliebtes Goosebumps Tuch!

Verlinkt mit Nähfrosch und Sewlala

2. Oktober 2019

Latzkleid aus Cord und schnelles Musselintuch

Hallo ihr Lieben,



auch dies hier ist eine Geschichte, die mit dem Stoff beginnt. Ich meine, schon im Vorschaubild ist euch der Farbton vermutlich aufgefallen, dieses wunderbare königsblau. Genau so ging es mir im Stoffladen, den ich eigentlich zu einem anderen Zweck aufgesucht hatte. Auf dem Restetisch strahlte mich dann dieses Stück Cord an, etwa ein Meter müsste es gewesen sein und ziemlich dünn und fließend für Cord. In meinem  Kopf war in dem Moment auch schon das fertige Kleidungsstück entstanden: Ein Latzkleid natürlich!


Zuhause angekommen habe ich dann den Stoff gewaschen, wie ich es immer mit neuen Zugängen in meinem Stoffregal mache. Tja, und dann lag der Stoff eine Weile, weil wenn ich quasi schon weiß, wie das Endergebnis aussehen wird, fehlt manchmal ein bisschen der Reiz. Auch das Schnittmuster kenne ich, also eine sichere Sache mit wenig Herausforderung. Dafür muss einfach der richtige Augenblick kommen, wie beim Kochen. Manchmal will man lieber was Neues ausprobieren und manchmal dürfen es die Standard Rezepte mit Geling-Garantie sein. 


Irgendwann im Mai war dann aber der Tag gekommen und ich schnappte mir den Stoff. Eine kleine Neuigkeit wollte ich unbedingt ausprobieren: Anstatt das Latzkleid Cleo von Tilly and the Buttons nur mit einem Beleg an den oberen Kanten zu versehen, wollte ich es gerne komplett mit flutschigem Futter ausstatten. So, stellte ich mir vor, würde es etwas besser fallen und ich müsste es nicht immer über meinen Po runterschieben. Passenden blauen Futterstoff hatte ich noch hier – dachte ich. Ganz hat es nicht gereicht, sodass ich ein altes Seidentuch meiner Oma angeschnitten habe. Davon liegen ein paar in meinem Regal, für eben diesen Zweck, und es ist ein kleiner lustiger Kontrast im inneren des Kleides, den aber sonst niemand sieht. 


Cleo habe ich, wie immer, in Größe 5 genäht. Allerdings habe ich ein paar Änderungen vorgenommen: Der Rock ist ja eigentlich gerade geschnitten und sitzt daher recht eng. Das nervt mich ein bisschen, beim Radfahren und in der Handhabung, weil es sich gerne mal ein wenig verschiebt und ich mich ein bisschen eingeengt fühle. Also habe ich den Rock leicht ausgestellt zugeschnitten, vielleicht ein, zwei Zentimeter. Auch in der Länge habe ich etwas weggenommen, ich nähe sonst immer die Länge die eigentlich für die Version mit Schlitz gedacht ist, aber eben ohne Schlitz, wegen meiner Größe. Das war dann aber bei den letzten doch zu lang, weshalb ich die besagte Länge herausgenommen habe. Trotzdem aber ohne Schlitz. Mag ich nicht. 


Ansonsten habe ich mich aber relativ genau an die Anleitung gehalten. Alles brav abgesteppt, in der vorderen und hinteren Mitte sogar doppelt. Das sieht in Kombination mit dem Cord richtig gut aus, finde ich. Es gibt für das Kleid ja einige Taschenvarianten; ich habe die große für den vorderen Latz gewählt, weil ich die einfach gerne mag, und hinten eine an der rechten Seite aufgenäht. Bei der Arbeit kann ich dort dann nämlich meinen Schlüssel unterbringen, wichtiges und notwendiges Feature für mich!


Zum Kleid trage ich ein ebenfalls genähtes Tuch. Ganz simpel gemacht: Musselin gekauft, 1,30x1,30, die offenen Kanten zweimal umgebügelt und gesteppt. Fertig. Kuschelig und passt zu allem, ich trage es andauernd und halte schon Ausschau nach schönem Musselin für ein weiteres Tuch.
Die Bilder musste ich dann natürlich an dieser passend angesprayten Tiefgaragen-Einfahrt machen. Ich meine, wenn das nicht für mich gemacht wurde, dann weiß ich auch nicht!


Mit meinen Abänderungen bin ich insgesamt sehr zufrieden. Es trägt sich angenehmer als meine anderen beiden Latzkleider, weil da einfach mehr Bewegungsfreiheit für Beine und Po ist.
Das Kleid schicke ich zum Me Made Mittwoch, das ist noch immer meine liebste Linkparty, weil sie einfach so groß und voll schöner, hochwertiger Kleidung ist. Ich hoffe ich schaffe es heute noch irgendwann, dort ein wenig herumzustöbern.




Happy sewing, 

Julia