17. September 2017

Update No. 8

Hallo ihr Lieben!

Eingemummelt in Kapuzenpullover und Häkeldecke melde ich mich vom Sofa zurück zum zweiten Update des Monats. Es ist kalt! Es ist Herbst! Ich muss ganz dringend die Sommersachen aus dem Schrank räumen und die Kisten mit den Herbst- und Wintersachen ausräumen. Dabei findet dann auch die übliche Ausmist-Aktion statt und einige Teile werden aussortiert. Kennt ihr Plattformen, wo sich handgemachtes gut loswerden lässt, für angemessene Preise?

Dadurch, dass ich seit dem letzten Update eine Woche im Urlaub war, gibt es nur wenig Genähtes zu sehen und generell kleinere Fortschritte. Trotzdem hat sich einiges getan seit dem letzten Mal.



Neu im Schrank


In diesem Fall sollte es vermutlich eher heißen, neu in der Kiste, denn mal wieder ist eine Babyklamotte fertig geworden. Sophia hat den Emilsbody entworfen, einen Langarmbody mit amerikanischem Ausschnitt für einfaches Aus- und Anziehen, im Falle einer Explosion lässt sich das Stück sogar praktisch über die Schultern nach unten ausziehen anstatt über das Gesicht gezogen werden zu müssen. Ich habe für den Teststrick mal wieder diverse Reste kombiniert und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Detaillierte Bilder folgen vermutlich am nächsten Wochenende, da werde ich euch mal wieder zeigen, was sich an kleinen Klamöttchen so angesammelt hat. 



Auf den Nadeln

 


Sophia zieht sehr bald um und versucht daher, ihren Stash zu minimieren. Mit hat sie daher ein kaum angerührtes Knäul Klompelompe Spot vermacht, aus dem ich nun noch eine Goldkind-Latzhose aus dem Klompelompe Buch stricke. Viel muss da nicht mehr dran, da es die kleinste Größe ist (0-1 Monat) gibt es nur wenige Maschen zu stricken. Aber Spaß macht es, das Garn fasst sich super weich an. 


Das erste Paar Socken für Weihnachten ist schon fertig, man glaubt es kaum. Nun habe ich das zweite begonnen, Ringelsocken aus Felici werden es, für Riesenfüße, also bin ich damit wohl noch eine Weile beschäftigt. Zum Glück motivieren die schönen Streifen ungemein. 


Mein Ramble Schal ist ebenfalls ein gutes Stück gewachsen, dafür, dass die Reihen ja immer länger werden. Etwa 200 Reihen kraus rechts muss ich stricken, bevor das eigentliche Muster beginnt. Aktuell bin ich ungefähr bei 170. Noch ist das Maschenbild sehr unruhig, ich bin mir aber sicher, dass das an dem geribbelten und nicht wieder gewaschenen Garn liegt und sich nach einer Wäsche komplett legt. 


Und sobald ich die Latzhose fertig habe, werde ich mich diesem schönen Garn von Sandnes widmen, dem Alpaka Ull in Marine. Daraus wird ein Pullover, wieder ein Teststrick, sollte schnell gehen da die Anleitung sehr einfach aufgebaut ist. Außerdem habe ich nicht einen einzigen blauen Pullover und freue mich schon auf diese Erweiterung meiner Garderobe. 



Unter der Nadel



In diesem Bereich ist auch endlich mehr los. Ich habe mich für die Jacke Carol aus der La Maison Victor 5/17 für den Khaki-farbenen Außenstoff entschieden. Außerdem habe ich überlegt, das Futter der Ärmel zu teilen und nur den unteren Teil aus Spitze zu machen, denn nur den wird man auch sehen. So komme ich leichter in die Ärmel rein. Des weiteren werde ich die Taschen so nicht nähen, sondern in die Seitennaht welche einsetzen, das ist mir sonst alles zu bollerig. Zubehör habe ich auch schon geshoppt, in braun und schwarz, weil ich mich nicht entscheiden konnte. Nun, wo alles da ist, wird es vermutlich schwarz, da die Kordel und der Reißverschluss sich nicht wirklich ähnlich sehen, auf dem Bild sieht es besser aus, als es ist. Ich freue mich auf dieses Projekt, bisher war aber noch keinerlei Zeit um wirklich anzufangen, nur die Schnittteile habe ich schon auf Folie übertragen. Mit viel Glück bleibt mir am Montag Zeit für den Stoffzuschnitt und vielleicht erste Nähte.


Zwecks Eigenmotivation hier ein Bild von der seit Wochen herumliegenden roten Jeans, die ich nicht einmal getragen habe seit sie fertig ist, weil der Hosenknopf nicht verstärkt war und rausgeploppt ist. Mittlerweile habe ich immerhin die Naht aufgetrennt, nun muss ich also nur noch das Loch flicken, die Stelle verstärken, wieder zunähen und einen neuen Knopf anbringen. Nichts großartig aufwändiges, aber ich hab so keine Lust darauf, bäh. Deshalb hier das Versprechen: Sie wird fertig gemacht, bevor ich irgendetwas anderes nähe!


Außerdem habe ich den tollen Teddy-Stoff aus dem Regal gezogen und den Overall Rumpelstilzchen aus dem Buch Nähen und Stricken für die Kleinsten begonnen. Nun brauche ich Bündchen, welches aber noch im Wäschekorb auf weitere dunkle Wäsche wartet, dann gewaschen werden muss, trocknen ... eine richtige Geduldsprobe, der Overall ist nämlich jetzt schon so niedlich, dass ich quieke beim Nähen. Ich habe mich auch hier für die kleinste Größe entschieden, mehr hätte der Stoff vermutlich auch nicht hergegeben. 


Wie immer verlinke ich diesen Beitrag bei Maschenfein und Fadenwechsel

Und nun seid ihr dran, woran arbeitet ihr gerade?





13. September 2017

Baumwollstrickpullover After the Rain

Hallo ihr Lieben!

Der Me Made Mittwoch ist nun schon in der zweiten Woche nach der Sommerpause, beim letzten Mal war ich aber noch im Urlaub und habe es deshalb nicht geschafft, dabei zu sein. Dabei habe ich diese wunderbar vielfältige Aktion schon vermisst. Es vernetzt uns Nähnerds einfach so super und sorgt für unfassbar viel Inspiration. Und die kann ich zu Herbstbeginn grad gut gebrauchen, irgendwie schwimme ich ein bisschen und bin mir nicht ganz sicher, was ich so angehen möchte für den Herbst. 

Obwohl mein Herzstück des Beitrags, der Strickpullover, aus reinem Baumwollgarn gestrickt ist, wird er mich wohl noch ein paar Tage in den Herbst hinein begleiten. Und das nicht nur, weil er leider gerade erst fertig ist und daher im Sommer nicht zum Einsatz kam, sondern auch, weil er genau warm genug ist für die aktuellen Temperaturen. 


Tada, da ist er! Endlich kann ich euch mal wieder ein gestricktes Kleidungsstück für mich präsentieren. Davon wird es noch mehr geben, denn Anfang Sommer habe ich eine winterliche Jacke fertiggestellt, die jetzt bald thematisch deutlich besser passt und euch vorgestellt wird. Das ist schon verrückt: Von manchen wird angenommen, dass ich mittlerweile mehr Nähe als Stricke. Mitnichten, eigentlich verbringe ich sogar mehr Zeit mit den Nadeln als an der Maschine. Aber nach drei Stunden an der Nähmaschine ist ein Pullover oder Shirt schon fertig und kann präsentiert werden, während nach drei Stunden bei meiner favorisierten Garnstärke von knapp über Zahnseide grad mal ein paar Zentimeter am Pullover dazukommen sind. Trotzdem liebe ich beides sehr und bin froh, so variieren zu können zwischen gammeligem auf dem Sofa hängen und stricken und dem doch eher aktiveren Nähen.


Jetzt bin ich völlig weggetippelt vom eigentlichen Thema. Also mal schnell die harten Fakten, damit ich mich fokussieren kann: Der Pullover ist aus GGH Cottina gestrickt, einem Baumwollgarn, dass ich vor längerer Zeit in ein Kleid verstrickte. Dieses Kleid landete dann aber im Schrank, um dort zur Leiche zu werden. Viel zu schade, und nach zwei Sommern mit nur einer einzigen Tragegelegenheit habe ich geribbelt. Einen schlichten Pullover wollte ich nun mit dem Garn stricken, den hatte ich für den Sommer nicht, stellte ich mir super praktisch zum Überziehen am Abend vor (und schick zu gebräunter Haut). Zunächst habe ich dann den Wind Down von Drops angeschlagen, damit es nicht ganz so öde wird. Aber irgendwie war das nichts mit mir und dem Garn und der Anleitung. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber irgendwie spielt für mich nicht nur sowas wie Maschenprobe und gutes Garn eine Rolle in Bezug darauf, ob das Endresultat ein Erfolg wird. Das Gefühl muss gut sein, schon bei den ersten Reihen Vorfreude entstehen. Das war hier so gar nicht der Fall, ich war genervt davon, dass ich die Zunahmen an den Raglanärmeln unregelmäßig im Körper sowie Ärmel machen sollte. (Nach dem Motto: Im Vorderteil jede 3. Reihe, in den Ärmeln jede 7.) Ebenso kam ich ins Muster nicht wirklich rein, hatte das Gefühl, es könnte viel zu groß werden. Und dann kam der Gedanke aus meinem Hinterkopf, dass ich schon öfter von viel zu großen Armlöchern bei Anleitungen von Drops gelesen hatte, ein kurzer Check auf Ravelry bei bereits gestrickten Modellen bestätigte dies. Ich habe also nochmal geribbelt.



Weiter durch Ravelry gewühlt. Und auf den Pullover "After the Rain" von Heidi Kirrmaier gestoßen. Meiner Entscheidung hat vermutlich stark geholfen, dass das Titelmodell von der Farbgebung her meinem Garn sehr ähnelte. Jedenfalls war ich überzeugt, dass dies mein Pullover werden wollte, und habe die Anleitung gekauft. Und wirklich, sofort war alles irgendwie harmonisch, das Stricken machte mir viel mehr Freude, ich kam zügig voran. Komisch, oder? Ich kann nicht unbedingt sagen, woran das liegt, vielleicht Intuition?


Weil ich bei 10cm auf 24 Maschen statt der geforderten 22 kam, aber nicht in der Nadelstärke höher gehen wollte - denn wir wissen alle, Baumwolle leiert noch genug - habe ich eine größe Größer gestrickt, M2 nennt sie sich in diesem Fall. In der Weite habe ich keinerlei Veränderungen gemacht, dafür aber wie gewohnt in der Länge. Zunächst habe ich den Körper wie in der Anleitung angegeben gestrickt, weil ich von den vorgegebenen 600g nur 500 vorweisen konnte und besser mit einem kürzeren Körper als mit halblangen Ärmeln leben konnte. Nachdem die Ärmel inklusive einer Verlängerung von 7cm fertiggestellt waren, war immer noch mehr als genug Garn übrig, die Anprobe zeigte, der Körper kann noch einiges an Länge benötigen. Also habe ich das Bündchen wieder aufgeribbelt und nochmal 7cm drangestrickt bevor ich das Bündchen wieder angestrickt habe. Nun finde ich die Länge perfekt. 


Für den Halsausschnitt sind in der Anleitung zwei Möglichkeiten vorgegeben, zum einen Bündchen wie an den Ärmeln und am Saum auch, zum anderen ein kraus rechter Abschluss. Beides habe ich mit Hinblick auf mein Material verworfen, sonst hätte ich nach einigen Malen des Trages vermutlich einen Off-the-Shoulder-Look. Stattdessen habe ich zur Häkelnadel gegriffen und eine Runde feste Maschen um den Ausschnitt gehäkelt. Ich mag diesen schlichten Abschluss sehr und finde, er passt super zur Optik des Ganzen: Locker, bequem, lässig. Mit der Anleitung bin ich total zufrieden, zwar ist der Pullover weder aufwändig noch besonders interessant, aber ich bin nunmal eher ein Liebhaber des Schlichten, hat sie also gut getroffen, meinen Geschmack. 


Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass er nicht so extrem leiert und sich zum Lieblingsstück mausern kann. Toi toi toi!
Wie immer findet ihr den Pullover natürlich auf meiner Projektseite bei Ravelry. 

Achso, und wo ich schonmal dabei war, habe ich den Pullover flugs ausgezogen und euch gezeigt, was ich drunter trage.


Beim letzten Stoffkauf ist ein Reststück Jersey mit Lycra drin in meinen Einkaufskorb gewandert. Damit wollte ich mich mal an Basics wagen, da ist nämlich Nachschub durchaus möglich. Durch meine im Vergleich zur Hüfte schmale Taille rutschen nämlich fast alle Kauftops über die Hüfte hoch und dann habe ich unfreiwillig bauchfrei und bin nur am Zuppeln. Deshalb wollte ich mal eins selbst nähen und schauen, in wie fern ich das damit beeinflussen kann. Für meinen ersten Versuch habe ich Kate von Pattydoo ausgewählt, weil ich ein gut sitzendes schwarzes Top mit normalen Trägern besitze, die Racerback-Form an mir aber sehr gerne mag. 


Im Brustbereich habe ich Größe 40 zugeschnitten und bin dann ab der Taille auf 42 ausgeschwenkt, das passte dann auch zu meinen Maßen. Ein paar Zentimeter habe ich nach unten hin auch verlängert. So sitzt es meiner Meinung nach auch schon perfekt, hauteng brauche ich nicht. Die Ausschnitte habe ich mit Jerseystreifen eingefasst, wie man es mit Schrägband auch macht: Erst eine Seite, dann zweimal umklappen und nochmal feststeppen. Das war ziemlich aufwändig, sieht aber gut aus und macht mir Mut, dass ich doch ohne fancy Geräte oder Nähfüße Jerseytops produzieren kann. 
Der Saum ist abgerundet, da bin ich noch zwiegespalten, ob ich nicht auch mal einen geraden Saum ausprobiere. Allerdings habe ich hier eine Frage: Besonders hinten rollt der Saum sich so doof auf. Ich habe hier nur versäubert, einmal umgeklappt und festgesteppt. Was kann ich anders machen, damit der Saum glatt liegt?

Puh, das war nun doch ganz schön viel, was ich zu erzählen hatte. Ich hoffe ihr seid noch da und habt Kraft genug, mir einen Kommentar zu hinterlassen? Darüber freue ich mich ja immer sehr :)




3. September 2017

Update No. 7

Hallo ihr Lieben!

Hui, die letzten 14 Tage sind ratzfatz vergangen. Einen einzigen Tag hatte ich frei, und dementsprechend wenig Zeit war für meine liebsten kreativen Beschäftigungen. Außerdem fehlte mir Motivation, in diesem kurzen Zeitraum etwas neues an der Nähmaschine zu beginnen, ich habe mich mehr auf die Stricknadeln konzentriert. Denn morgen geht es schon wieder für eine Woche weg, nochmal etwas Sonne tanken. Und dann, glaube ich, kann ich mich richtig mit dem Herbst anfreunden und entsprechend meine Projekte planen. 
Nichts desto trotz gibt es natürlich etwas zu sehen hier.



Neu im Schrank



Am glücklichsten bin ich über den neuen Pullover in meinem Schrank. Das war echt nicht leicht auszuhalten, ich hatte ihn vor dem letzten Urlaub ja quasi fertig, wollte nur unten noch ein paar Zentimeter dranstricken. Weil es sich für so ein bisschen Arbeit nicht lohnt, so viel Projekt mitzunehmen, blieb er natürlich zuhause und wurde erst nach dem Urlaub fertig gestrickt. Und seitdem ist es dann doch zu warm, um einen Pullover zu tragen, auch, wenn er aus Baumwolle ist. Aber jetzt steckt er für die kühleren Abende in meinem Koffer und ich hoffe, auch ein paar schöne Bilder davon mitzubringen. Eigentlich könnte er noch ein Bad gebrauchen - ich habe hierfür Garn wiederverwertet und dieses nicht gewaschen. Ihr kennt diese alten Telefonkabel, die so wie ein Korkenzieher gedreht sind? So sieht das Garn auch aus, und ich glaube, daher kommt das etwas unruhige Maschenbild. Da ich aber sowieso immer alles wasche, was im Koffer war (in dem ja auch ein dreckiges Strandhandtuch etc. rumfliegt) darf er nach dem Urlaub seine Taufe erleben. Gestrickt habe ich mit GGH Cottina, ursprünglich hatte ich dieses Kleid daraus hergestellt. Die Anleitung nennt sich After the rain und ist von Heidi Kirrmaier.


In meinen Stories auf Instagram habe ich euch an der spontanen Entstehung dieser Weste teilhaben lassen. Im Endeffekt habe ich in ein Stück Stoff zwei Löcher geschnitten, mehr Arbeit war da nicht dran. Ich muss die Kanten nun ein bisschen im Blick behalten, sollten sie zu sehr fusseln, muss ich mir da noch etwas überlegen. Ansonsten habe ich ein schönes, kuscheliges Teil für den Übergang erschaffen! Bei Interesse kann ich dazu gerne nochmal ein kleines Tutorial in die Tasten hauen. 


Die Pulloverreste wollten natürlich schnellstmöglich verarbeitet werden. Zusammen mit einem anderen Sommergarn habe ich eine kleine Latzhose aus dem Klompelompe Buch gestrickt. Ging sehr flott und hat so ein niedliches Ergebnis hervorgerufen. 


Aus dem Urlaub übrig geblieben war diese Hose. Das Bündchen und etwa die halbe Po-Länge hatte ich dort gestrickt, der Rest ist dann in den letzten zwei Wochen entstanden. Und genug Garn für eine passende Mütze gab es auch noch. Bei den Garnen handelt es sich um Reste, einzig bei dem unifarbenen kann ich euch sagen, dass es sich um Loden von Regia handelt, das Bunte kam in einer Kiste voll Sockenwollreste zu mir. Die Anleitung für die Hose ist meine favorisierte Hosenmatz von Lanade, in der kleinsten Größe. Für die Mütze habe ich mal was neues ausprobiert, es handelt sich um "Heim", hier wird gleich ein ganzes Set für null Geld beschrieben, Hose, Cardigan und eben diese Mütze. Die Ohrklappen werden über verkürzte Reihen geformt, das fand ich sehr interessant. 



Auf den Nadeln




Am meisten Spaß macht mir aktuell ein Teststrick für Stichfest. Ein ganz besonderer Body ist hier in der Entstehung, und ich verwende mal wieder - Überraschung - Sockenwollreste. Unten erkennt ihr dasselbe Grün wie beim Hosenbündchen. Darüber kommt ein mir unbekannter Rest aus erwähnter Restekiste. Dann der Alleskönner Flanell von Regia. Und als letzte Farbe wird ein helles Grün eingesetzt werden. Ich bin jetzt ganz kurz vor der Ärmelteilung, aber da ich den Body auf Holznadeln habe und auch für die Ärmel Holznadeln besitze, werde ich hier pausieren und mir dieses Strickstück ins Handgepäck packen. Es ist einfach dafür prädestiniert: Glatt gestrickt, technisch zwar neu für mich, aber auch gut im Halbschlaf machbar (hoffe ich) und mit schnellem Erfolg. 


Für den Urlaub packe ich mir wieder eine handvoll kleiner Sockenwollreste ein um Babysocken daraus zu stricken, das hat mir im letzten Urlaub sehr viel Spaß gemacht. 


Und zuletzt gibt es noch ein Projekt aus geribbeltem Garn. Irgendwie ist das aktuell Thema bei mir, was nicht schlimm ist, spart doch ordentlich Geld, denn das Material ist ja schon da! Der Foolproof Schal, den ich mir aus Merinogarn von Drops gestrickt hatte, war zwar wirklich schön, ist aber, wie Merino das nunmal so an sich hat, gut gewachsen über die Zeit. Und da es sich um einen Rundschal handelt, war da für meinen Geschmack deutlich zu viel Luft um den Hals, besonders beim Radfahren. Die Menge sollte ungefähr für den Ramble von Andrea Mowry reichen, in den ich mich irgendwie verliebt habe. Bisher habe ich noch nie Brioche gestrickt und bin sehr gespannt auf den gemusterten Teil. Bisher geht es aber erstmal etwa 200 Reihen in kraus rechts hin und her. 



Unter der Nadel / Neuzugänge



Material im wahrsten Sinne ist bei mir in letzter Zeit keines dazugekommen, bis auf eine kleine Menge Garnreste von Sophia, die ich übernehmen darf um ihren Stash zu erleichtern. Dafür habe ich aber unter anderem die neue La Maison Victor ergattert. Ich bin ja mit Nähzeitschriften immer recht klar: Bieten sie mir mindestens zwei Schnitte, die ich gerne nähen möchte, dürfen sie mitkommen. Das ist nicht immer der Fall, aber hier habe ich gleich mehrere interessante Schnitte gesehen. Ein Top mit kleinem Rollkragen, was ich für diesen Winter für meine leicht kratzigen Strickpullis eh nähen wollte zum Beispiel. Oder ein Hemdenschnitt für meine liebsten Männer. Eine Babyhose für die Stoffreste. Und die Jacke Carol: Eine Kurzjacke mit Kapuze und längerem Saum am Rücken, kastig, irgendwie cool. Schon vor Wochen hatte ich ja bei der Jacke einer Kollegin die Idee kopiert, Spitze als Futter einzusetzen. Zuerst dachte ich an etwas Jeansjacken ähnliches, aber diese Jacke hier scheint mir auch hervorragend zu meiner Idee zu passen. Nun fehlt nur noch der passende Außenstoff, bzw. muss ich mich entscheiden. Die Spitze seht ihr zuoberst. Darunter ein Khaki-farbener Stoff mit ein ganz bisschen Dehnbarkeit, recht dünn. Die Kombination finde ich toll, aber dann wird es eher eine Sommerjacke. Darunter Mint-farbene Baumwolle von Ikea in der bekannten Festigkeit. Wäre sicherlich wärmer, die Farbe aber eher Frühling/Sommer, oder? Und ganz öde, aber auch klassisch: Schwarzer Jeansstoff. Was meint ihr?


Und nochmal neues Lesewerk gab es für mich. Svenja vom Label Lotte&Ludwig kenne ich gefühlt schon ewig. Vor Jahren las ich ihren Blog, den sie während ihres Studiums schrieb. Dann folgte die Entwicklung zur Schnittmusterdesignerin, und viele Schnitte von ihr habe ich gekauft, probegenäht, hier vorgestellt. Noch dazu finde ich sie als Person unglaublich sympathisch. Zusammen mit Angela Mayer-Spannagel hat sie jetzt ihr erstes Buch herausgebracht: Nähen & Stricken für die Kleinsten. Ohne zu Zögern habe ich das Buch vorbestellt, ihren Stil mag ich, und ich wollte sie gerne auf ihrem Weg unterstützen. Vor zwei Tagen ist es angekommen und ich bin super glücklich mit dem Konzept: Eigentlich kann man mit diesem Buch die komplette Garderobe bestücken. Es finden sich Schnitte für Body, Shirt, Schlafsack und Schlafanzug sowie Kleid und warme Kleidungsstücke für draußen. Während Svenja für diese Schnittmuster verantwortlich ist, hat Angela Strickanleitungen entwickelt, die wunderbar dazu passen. Mützen, Pullover, Handschuhe. Ein tolles Konzept, und einige Seiten habe ich geistig schon markiert um meinen Stoffresten weiter zu Leibe zu rücken. Ich meine, wie toll wäre bitte der Overall unten rechts auf dem Cover aus diesem tollen weichen Teddy-Plüsch, den ich als Rest von einer Kollegin geschenkt bekommen habe? Darauf freue ich mich auch schon sehr. 

Das waren sie: Meine aktuellen Projekte, Pläne und fertiggestellten Objekte. Wie sieht es denn bei euch so aus? Schon herbstlich, noch sommerlich, desorientiert? Welchen Stoff favorisiert ihr für die Jacke?


Verlinkt bei Maschenfein, Fadenwechsel.




30. August 2017

Kleid Bettine - Pattern Hack

Hallo ihr Lieben!

Auf diesem Blog ist es von mir ja schon das ein oder andere Mal beschrieben worden: Der nervigste Schritt in der Vorbereitung eines Beitrags ist für mich das Fotografieren. Dank Schichtdienst bin ich meistens auf Stativ und Fernauslöser angewiesen und kann mir nicht einfach den Herzmann schnappen. Meistens mache ich daher die Bilder im Garten, denn auf offener Straße stelle ich mich definitiv nicht alleine mit der Ausrüstung hin, da fehlt ein großer Klumpen Selbstbewusstsein für. Immer der selbe Hintergrund ist aber auch langweilig, und da mein Garten von Bäumen und Häusern umgeben ist, ist der Lichteinfall nicht der Beste. Noch dazu gibt es zig Fenster und Balkone mit potentiellen Beobachtern, also fühle ich mich da auch unwohl. Deshalb habe ich mir spontan gestern morgen die Kamera geschnappt und bin in das Waldstück gegangen, das nur eine Minute von unserer Wohnung entfernt ist. Noch dazu handelt es sich um ein Wäldchen mit Ende - man kann irgendwann nicht mehr weitergehen, was dazu führt, dass dort niemand ist. Und die Fotos sind viel besser geworden, finde ich!


Und ich habe ein anderes Format für die Bilder gewählt. Optisch auf dem Blog finde ich die vertikal orientierten schöner, aber auf diesen längs-Bildern könnt ihr einfach mehr sehen von mir und dem Kleidungsstück, und darum geht es ja irgendwie vorsätzlich. 
So, nun aber genug der Laberei um die Bilder und ein bisschen mehr Information zum Inhalt: Ich trage hier mein neuestes Kleid, eine Bettine von Tilly and the Buttons mit einer Menge Veränderungen. 


Ganz kurz zusammengefasst: Ich habe den Rock ausgestellt, das Oberteil verlängert, die Ärmel weggenommen, statt einer Blende ein kleines Futter eingenäht. Was genau wie konstruiert wurde und wie zufrieden ich damit bin erfahrt ihr im Laufe des Beitrags noch. Zuerst einmal zum Stoff: Musselin ist aktuell allgegenwärtig, wer hätte gedacht, dass Spucktücher plötzlich der Trend schlechthin werden. Natürlich hat mich diese Präsenz sehr neugierig gemacht, und als ich dann bei Stoffe.de eigentlich nur Knöpfe kaufe wollte, ist (unter anderem) auch Musselin in zwei Ausführungen in meinen Einkaufskorb gewandert. Dieser hier wird mit Jeansblau bezeichnet, die Farbe gefällt mir schonmal sowohl so als auch an mir sehr. 


Ich habe dann den Stoff artig gewaschen und nicht gebügelt, wie es empfohlen wird. Stattdessen halbwegs ordentlich hingelegt und die entsprechenden Schnittteile ausgeschnitten. Beim Nähen dann die erste Frage: Darf ich jetzt die Nahtzugaben bügeln? Kurze ergebnislose Recherche und meine Disziplin hatte beschlossen, dass ich ohne sowieso nicht auskomme. Seitennähte nicht in eine bestimte Richtung zu bügeln macht es mir unmöglich, weiterzuarbeiten. Also habe ich ganz normal Nähte gebügelt. So stark geglättet hat der Stoff sich auch gar nicht. 
Da ich ein Kleid ohne Ärmel wollte, für den Sommer eben, stellte sich recht schnell die Frage, wie ich Armlöcher und Halsausschnitt versäubere. Schrägband aus dem Musselin stellte ich mir sehr dick und wulstig vor, das war also raus. Mit Schrägband verstürzen aus ähnlichem Grund. Also lieber ein Beleg, der Hals- und Armausschnitt einfasst. Weil ich auch hier die doppelte Lage Musselin vermeiden wollte (davon abgesehen hätte ich auch nicht genug Stoff dafür gehabt) habe ich aus meiner kleinen Stoffkiste ein altes Tuch meiner Großmutter hervorgesucht, das farblich ziemlich gut passt. 


Darauf habe ich dann meine konstruierten Vorder- und Rückenschnittteile aufgelegt und bis knapp unter dem Armausschnitt zugeschnitten. Tada! Leider, ihr könnt es auf dem nächsten Bild sehen, ist der Musselin durch seine Struktur deutlich dehnbarer als das (Seiden?)Tuch, weshalb dieses sich manchmal hervormogelt. Das stört mich bei diesem eher sportlich bequemen Kleid nicht so sehr, muss ich mir aber für weitere Versuche mit Musselin merken. Vielleicht nutzt man hier besser leicht dehnbare Stoffe.


Um ein richtig schön locker sitzendes Kleid zu erhalten, habe ich für diese Verson das Oberteil um 3cm verlängert. Ich wollte so ein bisschen Stoff auf der Taille sitzen haben. Leider hatte ich mein Hohlkreuz ein bisschen vergessen ... hinten sah es unmöglich aus. Und dann habe ich ein paar unüberlegte Dinge gemacht, die ich im Nachhinein nicht mehr beschreiben kann. Sie resultierten jedenfalls darin, dass ich nun einen etwas schiefen Rock habe, da ich am Rockteil im oberen Bereich ebenfalls etwas Stoff wegnehmen musste, weil: Löcher dank Nahttrenner. Aber reden wir nicht davon, denn erstaunlicherweise versteckt sich dieser Makel ganz gut im strukturierten Stoff. Puh!
Der Schnitt enthält eigentlich keine seperaten Ärmelschnittteile, die man einfach weglassen kann; das Oberteil wird direkt mit Ärmel dran zugeschnitten. Weil die Lust auf Experimente eher gering war, habe ich den angepassten Sorbetto-Schnitt hervorgekramt und an die Vordere/Hintere Mitte des Oberteils von Bettine angelegt und so den Armausschnitt erstellt. Das hat wirklich gut geklappt, ich bin da sehr zufrieden mit, und der Halsausschnitt, den ich bei der Bettine so gerne mag, ist geblieben. 


Auch die Taschen haben übrigens das Tuch-Futter erhalten und tragen dadurch weniger auf. Der Rock wurde ebenfalls nicht von Änderungen verschont. Eigentlich ist er Tulpenförmig, wird also nach unten hin ein wenig enger. Das fand ich für mein luftiges, in der Meeresbrise flatterndes Sommerkleid unpassend, also habe ich die Seitennähte des Rockes begradigt. 


Sowohl im Urlaub als auch hier in Deutschland hatte ich das Kleid jetzt schon an. Der Schnitt gefällt mir sehr gut, ist bequem, macht dank Taillierung aber trotzdem eine gute Figur und sieht nicht ganz so schluderig aus. Die Taschen sind der Knaller, so schön groß und optisch auch schön. Ich kann mir gut vorstellen, diese veränderte Version häufiger zu nähen, denn es geht eigentlich auch recht schnell dank Gummizug und wenigen Nähten. 


Mit Musselin als Bekleidungsstoff bin ich mir aber noch nicht ganz grün geworden. Ich mag das Gefühl auf der Haut und finde es super angenehm zu tragen. Trotzdem gibt es da ein paar Eigenschaften, die ich weniger optimal finde. 
Zum einen glättet sich die luftige Struktur bei Belastung. Das meint zum einen Bügeln, was sich ohne Probleme vermeiden lässt. Sitzen dagegen, oder einfach nur Bewegen, eher weniger. Im Detail will das heißen, dass der Stoff nach einem Tag rund um den Po deutlich flacher und mit weniger Struktur ausgestattet ist. Ebenso habe ich das Gefühl, dass das Oberteil sich im Brust- und Schulterbereich minimal weitet, einfach weil durch ein wenig Spannung bei Bewegungen die Struktur "auseinandergezogen" wird und nicht wieder zurückploppt. Versteht ihr, was ich meine? Das ist alles nicht schlimm, aber ich würde den Stoff wohlüberlegt einsetzen. Ein lockeres Shirt zum Beispiel, oder einen weiten Rock mit vielen Falten, bei denen plattgesessene Stellen nicht so auffallen. 
Ich habe auch noch ein Top aus Musselin genäht, ich hoffe dort mit Vergleichsbildern deutlich machen zu können, was ich meine. 


Mh, jetzt habe ich ein bisschen negativ angehaucht geendet, das wollte ich gar nicht. Mein Kleid mag ich nämlich sehr, und da ich in meinen Grundzügen eher wenig kritisch bin, kann ich mit den kleinen Makeln gut leben. Dafür ist die Farbe wirklich sehr schön, und den sommerlich angepassten Schnitt mag ich auch super gerne. 

Habt ihr schon mit Musselin genäht? Was habt ihr daraus hergestellt? Wie seid ihr zufrieden? Ich bin sehr gespannt, was ihr dazu sagt!

Verlinkt mit RUMS


27. August 2017

Granny Square Decke aus nur einem Square

Hallo ihr Lieben!

Drei Jahre ist es jetzt her, dass ich meine dritte Decke begonnen habe. Nach der ersten, Patchwork und gestrickt, und der zweiten aus vielen kleinen Granny Squares waren immer noch Reste der von meiner Großmutter geerbten Wolle übrig. Kurzerhand begonn ich eine neue, ganz simple Decke: Ein einfaches Grannysquare aus Gruppen von drei Doppelstäbchen, immer rundherum. 


Dabei habe ich in jeder Runde eine neue Farbe genommen, die Reihenfolge war: Gelb-Rot-Rosa/Pink-Blau-Grün-Neutral. Allerdings sind diese Kategorien recht lässig von mir behandelt worden, tauchte mal ein lilafarbener Rest auf wurde dieser in der Sparte Rosa/Pink verarbeitet. Neutral war für mich alles im Bereich Braun, Beige, Weiß, Grau. 


Zu Anfang kam ich echt gut voran, es hat Spaß gemacht. Aber irgendwann wurde das ganze immer weniger mobil und die Runden logischerweise länger. Zum Schluss habe ich zwei Abende für eine Runde gebraucht, das verringerte die Zeit, die ich mit der Decke verbringen wollte. Aber sie ist doch noch fertig geworden, nach unzähligen Stunden der Arbeit. In jeder Runde stecken Erinnerungen, denn neben den Restgarnen meiner Großmutter habe ich auch meine eigenen Reste verarbeitet. Natürlich musste ich auch immer mal wieder Garn dazukaufen, denn gewisse Farben verwende ich für mich selbst gar nicht oder waren irgendwann einfach alle. Dann habe ich immer Baumwollgarn gekauft, so ist die Decke für Motten auch nicht so appetitlich. 


Wenn ihr euch nun fragt, welche Garnstärke ich genommen habe und woher so viele Reste in einer Stärke kommen: Auch damit bin ich sehr gelassen umgegangen. Ich habe mit einer 3mm Häkelnadel eigentlich alles verarbeitet, was sich damit noch ordentlich handhaben ließ. Von Lacegarn bis Garn für 4mm Stricknadeln war da eine Menge dabei, aber alles harmoniert gut miteinander und gibt der Decke eine tolle Struktur. Ebenso das Gemisch aus verschiedenen Qualitäten, Poly von den Anfängen meiner Strickzeit, Wolle, Wollmischungen, Baumwolle. Nicht nur in den Farben ist meine Decke kunterbunt!


Mein Ziel war von Anfang an, eine Tagesdecke für unser Bett herzustellen. Bei Maßen von 1,40x2,00 Metern musste ich also ein Quadrat von mindestens 2x2 Meter erreichen. Da aber die Tagesdecke über Oberbett und Kopfkissen liegt, musste es sogar mehr werden. Meine Wohnung ist zu klein um die Decke auszubreiten und auszumessen, aber ich schätze sie liegt irgendwo zwischen 2,10-2,20 Metern. Das ist eine ganz schöne Menge! Aber so kann ich sie ewig verwenden, auch, wenn wir irgendwann mal genug Platz für ein breiteres Bett haben. 


Seit März ist die Decke schon fertig, aber ich wusste einfach nicht, wie ich sie für euch fotografieren kann damit es schön aussieht. Unser Schlafzimmer ist recht dunkel und keinesfalls aus dem Katalog stammend, auf dem Bett fand ich einfach ungünstig. Gestern Abend war dann endlich eine Gelegenheit, eine gemütliche Radtour durch die ländliche Umgebung sollte doch wohl einen passenden Zaun, Baum oder Brücke bieten. Und so war es, mit Sonnenuntergang im Hintergrund. Den hat meine Kamera nicht wirklich eingefangen, aber es geht ja auch um die Decke. 


Es ist ein bisschen komisch, kein Langzeitprojekt mehr zu haben. Ich müsste vermutlich ein paar Jahre Reste sammeln, um genug für eine Decke zu haben, aber meistens verarbeite ich diese ja direkt in Babyprojekte und damit hat es sich dann auch schon. Andersherum bin ich mit drei Decken auch mehr als gut ausgestattet und habe erstmal keinen weiteren Bedarf. 


Mehr Bilder und die ersten Garne, die ich eingearbeitet habe, findet ihr auf Ravelry. Später hatte ich auf diese Dokumentation keine Lust mehr, das müsst ihr leider hinnehmen. 

Habt ein schönes Wochenende!




23. August 2017

Ginger Shorts mit Spitze

Hallo ihr Lieben!

So langsam muss ich ein bisschen Gas geben, damit ich noch all meine Additionen zur Sommergarderobe zeigen kann, bevor es nicht mehr zum Wetter passt. Der Herbst ist irgendwie schon ganz schön nah, nachts wird es mittlerweile echt kühl und die Sonne zieht sich immer mehr zurück. 


Ganz besonders stolz bin ich auf meine Shorts, die ich heute hier vorstelle. Schon zu Beginn des Sommers wusste ich, dass diese eine Lücke in meinem Kleiderschrank füllen würden. Da existiert nämlich nur ein Paar Jeans Shorts, welches zu eng ist und mir vom Stil eigentlich auch nicht gefällt, da es sich um ehemals lange Jeans handelt, die ich vor bestimmt 10 Jahren abgeschnitten habe. Das Bein bleibt logischerweise eng und führt dazu, dass die Shorts eher unbequem sind. 
Ursprünglich war ich davon ausgegangen, für dieses Projekt neuen Stoff kaufen zu müssen. Dann habe ich aber beim Wühlen durch meine Restekiste den hellen Jeansrest gefunden; aus dem Stoff hatte ich meinem Papa ein Hemd genäht. Die Menge schien mir passend, und ich holte die Schnittteile der Ginger Jeans hervor. Dann musste erstmal gepuzzlet werden.





Aber, mit Müh und Not passten alle wichtigen Schnittteile auf den Rest. Ich habe mir selbst eine Runde applaudiert und dann schnell alles festgesteckt, bevor es sich verschob. Inneren Bund und das Taschenfutter habe ich aus einem Baumwollstoff zugeschnitten, den ich von einer Kollegin geschenkt bekam und der farblich nochmal lauter nach Sommer schreit. Ihr seht ihn später in diesem Beitrag noch. 
Die Länge der Hosenbeine habe ich also offensichtlich nicht ganz frei festgelegt, sondern so lang gemacht,w ie es der Stoff hergab. 


Die Säume habe ich offen gelassen, zum einen um die mögliche Länge voll auszunutzen, zum anderen weil ich den fransigen Look super passend finde für den Stoff und die Shorts. Abgesehen von der Hosenlänge habe ich noch eine weitere Änderung gemacht, nämlich die Seitennähte begradigt, damit sich etwas mehr Luft am Bein ergibt. Auch an der Innennaht hatte ich das zunächst so gemacht, das sah dann aber doch sehr seltsam aus, also habe ich wieder Weite weggenommen. 


Und dann kam mir noch so ein Geistesblitz in Form des Spitzendeckchens, das schon länger bei meinen Stoffen im Regal lag. Eigentlich ein schönes dekoratives Ding, leider war da mal ein Fleck drauf gekommen, der sich nicht wieder rauswaschen lies. Ich wollte trotzdem zumindest Teile davon verwenden, deshalb lag es dort. In meinem Kopf komplettierte sich das Bild der Shorts und ich setzte mich mit den Taschenteilen und dem Deckchen auf den Boden und probierte herum. Viele Versionen später hatte ich mich für eine identische Aufteilung der Kanten entschieden und schnitt das Deckchen auseinander. Die Teile habe ich dann erst auf die Taschenteile aufgesteckt und mit passendem Garn entlang der Kanten aufgenäht. Also, der Kanten der Spitzendecke, damit nichts absteht. Dann habe ich die Taschenteile ganz normal umgebügelt und auf die Hosenbeine genäht. Das war erstaunlich einfach, die Befürchtung, dass alles auseinanderfällt wenn ich erstmal in die Spitze reinschneide, bestätigte sich zum Glück nicht. 


Knopf und Reißverschluss müssten vom Stoff und Stil in Dortmund stammen. Natürlich darf auch ein Etikett nicht fehlen. Hier seht ihr den schönen Futterstoff der Hose. Ein großer Pluspunkt von selbst genähten Hosen: Bei jedem An- und Ausziehen kann man sich am gewählten Futterstoff erfreuen. 


Hier seht ihr nochmal eine der Taschen in Nahaufnahme (sowie das unregelmäßige Stichbild meiner Nähmaschine beim Topstitching. Mäh). Dafür sieht man kaum die Naht in den Kurven der Spitze, da hatte ich auch schlimmeres befürchtet. 


Auch bei den Gürtelschlaufen habe ich mal etwas anderes probiert, eine mehr zugeschnitten und sie ind er hinteren Mitte überkreuzt angebracht. So kleine Details machen dann plötzlich ein kompett anderes Ergebnis. Mag ich sehr!


Ganz zum Schluss, als ich so die Spitzenreste betrachtete, kam mir die Idee, auch vorne noch etwas aufzubringen. Deshalb schnitt ich zwei der kleinen Blütenförmigen Kreise aus und steppte sie vorne auf die Tasche auf. Ich liebe dieses Detail!


Aus ein wenig Herumspielerei mit Stoffresten ist so ein absolutes Lieblingsteil geworden. So habe ich es auch Denise von Frl. Ordnung vorgestellt, die Mitte Juli mit mir durch meinen Kleiderschrank gestöbert hat. Am Montag ist der Beitrag dazu auf ihrem Blog erschienen, schaut dort gerne mal vorbei wenn ihr neugierig seid, wie mein Kleiderschrank so aussieht. 

Habt einen schönen Tag!

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