27. Mai 2017

Pullover Bloom - 12 Colours of Handmade Fashion

Hallo ihr Lieben!

Der Sommer ist da! Bei vielen bedeutet der Wechsel in der Garderobe ja auch häufig ein Wechsel der Farben. Pastelltöne, weiß und beige übernehmen die Macht, die dunkleren Farben treten ein wenig zurück. Das ist bei mir eher nicht so, ein paar Teile in diesen Tönen habe ich, aber der Fokus bleibt meist dunkler und ruhiger. Gerade mit weiß stehe ich echt auf dem Kriegsfuß. Als Hose oder Rock geht das schonmal gar nicht, da würde ich dauernd Verrenkungen vor dem Spiegel machen um zu checken, ob ich mich nicht in irgendwas reingesetzt habe. Weiß als Shirt dagegen mag ich gerne, aber dann kommen da schnell diese gelben Flecken unter den Armen, bäh. Ihr seht, weiß und ich, wir müssen uns noch annähern. 


Ich habe es gehandhabt wie bei Gemüse, das ich nicht mag: Erstmal untermischen, nicht pur. Dabei war das gar nicht so geplant! Der hübsche Sommersweat von Stoff und Stil lag auf dem Restetisch. 165x83, ich dachte an einen Kurzpullover oder so etwas in der Art. Nicht genau gelesen hatte ich das Etikett, der Hinweis "Diese Ware könnte fehlerhaft sein" erklärte sich dann aber, als ich zuschneiden wollte: Das waren zwei Stücke, in der Mitte sehr schief zusammengenäht. Ich konnte also nicht dort ein Teil im Bruch hinlegen und die Naht als Designelement erklären, weil schief. Ich habe erstmal ein bisschen geflucht und alles in die Ecke gelegt. 


Dann kam der Gedanke an die Sweat-Rest von diversen Herrenpullovern. Vielleicht wäre da ja einer ..? Es war, und er passte ziemlich gut zum weißen Stoff. Nur, natürlich, passte das von mir gekaufte Bündchen nun ganz und gar nicht mehr, es war eher anthrazit, und eine dritte Farbe wollte ich nicht einbringen. Also nochmal los zum Stoffladen und glücklicherweise Bündchen in fast genau der Farbe des grauen Sweats gefunden. Puh, das war vielleicht eine Erleichterung! 


Die Schnittteile des Pullovers Bloom aus der La Maison Victor 3/17 lagen schon abgepaust hier, es konnte also flugs losgehen. Ich habe mich für Größe 40 entschieden und die Ärmel, wie immer, um 5cm verlängert. #ichhabaffenarme 


Eigentlich sieht der Schnitt auch noch zwei Reißverschlüsse vor, seitlich in der Naht. Ursprünglich wollte ich mich daran sogar versuchen, aber das war vorbei, als klar war, dass der Pullover zweifarbig wird. Die Schnittteile von Vorder- und Rückenteil habe ich also entsprechend angepasst, das war nicht schwer. 


Ich habe mich gegen jegliche Absteppungen von Bündchen entschieden. Ich mag gerade am Hals den puffigen Effekt, der sich aktuell ergibt. Mal sehen, wie sich die Nahtzugaben auf die Dauer verhalten, vielleicht muss ich dann doch noch drüberrattern, aber aktuell trägt es sich so ganz gut. 


Ich mag das Zusammenspiel der beiden Stoffe überraschend gerne - bin ja sonst eher ein Freund von einfarbigen Teilen. Nun freue ich mich aber, dass ich den Stoff doch noch wie geplant verarbeiten konnte, und einen schönen Pullover habe ich auch noch, der sicherlich auch im Sommer an kühleren Abenden von mir getragen werden wird. 


Und damit - bzzt - schicke ich meinen Beitrag rüber zu Selmin von Tweed und Greet, bei der sich eine weiße Garderobe versammeln wird. Außerdem trägt sie ein sehr, sehr schönes Exemplar von Streifenkleid, würde ich glatt mal eben mopsen ...




24. Mai 2017

Projektbeutel und Krimskrams

Hallo ihr Lieben!

Heute mal was abseits jeglicher Kleidungsherstellung. Da liegt zwar mittlerweile der Fokus drauf, aber trotzdem muss das ja nicht alles sein. Ich überlege auch, ein wenig Änderung reinzubringen; von den wöchentlichen Video-Podcasts in der kreativen Welt bin ich ja sehr begeistert. Ich habe aber selbst nicht die Zeit, Freizügigkeit und Begabung, mich vor eine Kamera zu setzen. Was ich mir dennoch vorstellen kann zu übernehmen, sind die regelmäßigen Status-Updates. Woran stricke ich, woran nähe ich, was plane ich, was ist sonst so los, sowas in die Richtung. Euch immer nur die fertigen Stücke zu präsentieren ist ja auch irgendwie langweilig, so geht es mir zumindest. Was meint ihr dazu?


Dass ich diese beiden Taschen genäht habe, ist schon eine Weile her. Zuerst gab es den großen Projektbeutel im Stil einer bekannten Marke. Die finde ich ja optisch durchaus sehr schön, die Fringe Supply Taschen, aber preislich weit außerhalb des Bereichs, den ich mit Fähigkeiten an der Nähmaschine begründen und akzeptieren kann. Selbstgemacht ist da doch gleich viel besser. Ich habe einen Rest Jeansstoff genommen, einen Rest Leder und die Kordel habe ich aus einer anderen Tasche herausgeprökelt. Totales Up- und Recycling also, wenn das mal nicht was tolles ist. Die Tasche ist ziemlich groß geworden, beherbergt auf dem Bild eine komplette Jacke und ist auch für Strickarbeiten in der Größenordnung gedacht. Angenehm finde ich, dass sie, sobald die Öffnung ganz aufgezogen ist, ziemlich weit offen liegt und das Projekt inklusive Wolle ein wenig wie auf einer Decke präsentiert wird. Irgendwie schön und übersichtlicher als meine bisherigen, eher schmalen aber hohen Beutel, die sind deutlich unpraktischer. A pro pos praktisch: Es gibt keinerlei Innenfächer, Ösen oder sonstiges Zeugs, das benötige ich nämlich nicht. Ich trage nur die Wolle und das Projekt darin herum, eventuell noch zusätzliche Nadeln, dafür brauche ich keine extra Taschen.


 Ein paar Wochen später habe ich dann meine Zubehör/Krimskrams Tasche endgültig ausgesondert. Die war hauptsächlich weiß und sah nach vielen Monaten der Benutzung mittlerweile eher gräulich und nicht mehr schön aus. Auch hier habe ich zu Resten gegriffen, Denim, das gleiche Leder und für das Futter ein kleines Stück Baumwolle. Den Reißverschluss hatte ich auch noch da, wofür auch immer der geplant war. In dieser Tasche trage ich alles mit mir herum, was ich beim Stricken so benötige. Von links nach rechts: Ein kleines Täschchen mit Garnresten, um Ärmel stillzulegen zum Beispiel. Mein Marienkäfer-Maßband. Zwei Maschenhalter-Nadeln. Handcreme. Ein Zettel mit den Standard Sockennotizen. Zopfnadel. Nähnadel. Reihenzähler. Eine Dose mit Maschenmarkierern und Sicherheitsnadeln. Ein Kordelstopper, der lässt sich auch gut auf Nadeln stecken. Eine Schere, ein Nadelmaß und diverse Häkelnadeln. Spannend, was sich da alles ansammelt, oder?


Meine Maschenmarkierer habe ich fast alle selbst gemacht. Für eine andere Bastelaktion hatte ich mal so Ringe bestellt, zum Aufbiegen sind die. Kombiniert mit einem alten Bettelarmband, dass zwar sehr schön ist, aber nicht getragen wird, ergeben sich viele hübsche Maschenmarkierer. Bisher bin ich mit den Ringen auch noch nirgendwo hängen geblieben, falls sich da jemand wundert, denn durchgängig sind sie ja nicht. 

Abschließende Worte finde ich ja immer irgendwie schwer, also lasse ich das heute einfach. 



17. Mai 2017

Kurzjacke aus Wildlederimitat - Deer and Doe Lupin

Hallo ihr Lieben!

In der Nähwelt gibt es ja so Schnitte, die sehe ich, weiß, dass sie mir gefallen werden, kaufe und vernähe. Und dann gibt es Schnitte, da bin ich mir unsicher, ob das daraus resultierende Kleidungsstück zu mir passt; sowie Schnitte, die nicht zur Jahreszeit passen und daher ebenfalls ein wenig in Vergessenheit geraten. So ist es mir mit der Jacke Lupin von Deer and Doe gegangen. Die fand ich nämlich super, aber vermutlich irgendwann im Winter. Dann habe ich sie zu Beginn des Frühlings wieder auf meiner Pinnwand entdeckt und sofort auf die "Demnächst"-Liste verschoben, in meinem Kopf.


Bei Stoff und Stil habe ich dann tolles Wildlederimitat in vielen Farben gefunden. Ich habe die Rollen gestreichelt und aus dem Regal gezogen und konnte mich ewig nicht entscheiden. Mit Hilfe der anwesenden beratenden Freundin fiel die Wahl dann auf dieses verwaschene Blau. Passend dazu hatte ich mir noch ein schönes flutschiges Blümchenfutter aus Satin ausgesucht. (Beide online nicht verfügbar) Mit den Stoffen war ich schonmal sehr glücklich, aber so ganz habe ich mich nicht getraut, den Zuschnitt und das Nähen anzugehen. Meine Nähmaschine ist am zufriedensten mit Jeans und Baumwolle, alles was nicht so gut - oder zu gut - rutscht, wird oft schwierig. 


Aber all das Zögern nutzt ja doch nichts und bringt vor allem kein neues Kleidungsstück. Also habe ich mich überwunden und den Zuschnitt begonnen. Das war bei dem flutschigen Futter echt kein Spaß. Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass Bügelstärke super sein soll, also hatte ich sowas gekauft und auf eine Ecke aufgesprüht. Die war dann halt nicht mehr trocken und flutschig, sondern nass und flutschig. Im Endeffekt war ich aber nur zu ungeduldig, denn als ich ein paar Stunden später mit dem Nähen des Futters begann, war diese Ecke wirklich recht fest geworden. Also unbedingt merken und demnächst rechtzeitig vor dem Zuschnitt aufsprühen. Eigentlich habe ich aber Glück gehabt mit meiner Ungeduld, denn die Stärke geht natürlich nur durch Waschen wieder heraus, und das Wildlederimitat darf nicht gewaschen werden. Ich hätte also vermutlich die Futterjacke nochmal separat waschen müssen, das wäre auch ärgerlich gewesen. Beim Bügeln musste ich übrigens über das Wildlederimitat immer ein Geschirrtuch drüberlegen, das hätte sonst nicht geklappt. Dann ließ es sich aber recht artig platt machen.


Ich habe die Jacke in Größe 42 zugeschnitten, bei einem Probestück sah diese recht gut sitzend aus. Ich bin auch der Meinung, dass sie das jetzt tut, der Herzmann findet sie zu kurz, aber ich vermute, das liegt an dem fehlenden Verständnis für unterschiedliche Möglichkeiten bei Jackenlängen. Die Schulterbreite ist jedenfalls in Ordnung, was schonmal sehr gut ist, da habe ich bei Jacken oft Probleme mit meinen breiten Schultern. Damit die Ärmel an meine Affenarme passen, habe ich sie um 5cm verlängert, weniger hätte es nicht sein dürfen.


Die Schulterriegel kann man optional auch weglassen, ich wollte sie aber haben, ich finde, sie machen auch irgendwie den Look aus. Bei der Entscheidung für Knöpfe habe ich echt lange überlegt, mich dann aber für zwei übrig gebliebene anthrazitfarbene Anorakdruckknöpfe entschieden. So musste ich erstens keinen Knopf durch vier Lagen Wildlederimitat annähen und optisch gefällt mir das auch viel besser als ein Knopf.


Ein bisschen angenervt war ich übrigens nach dem Zuschnitt, der ja doch recht aufwändig war: Da sitzt man mit allen Teilen an der Nähmaschine, schlägt die vorher nur überflogene Anleitung auf und liest erstmal, welche Teile zusätzlich auch noch aus Vlieseline zugeschnitten werden müssen. Argh! Ich hasse das Zeug ja eh, aber wenn es auf den Schnittteilen schon drauf steht, ist die Enttäuschung nicht so groß.


Auf keinem der Bilder könnt ihr die Taschen erkennen. Das war keine Absicht, aber tatsächlich habe ich die auch ein bisschen verhunzt: Es sollten halt Paspeltaschen werden, aber ganz gleichmäßig hat das nicht geklappt, sodass die eine Seite nun über der anderen liegt. Das ist zum Glück auf beiden Seiten gleichmäßig, sieht also aus wie gewollt und stört mich nicht im geringsten. Die Taschen liegen recht weit außen und oben bei so einer kurzen, offenen Jacke, ich nutze sie dementsprechend eh kaum. Fühlt sich eher unnatürlich an, die Hände quasi unter der Brust in die Jacke zu stecken.


Zum Abschluss soll die Jacke übrigens am Saum und an den Ärmeln gerafft werden. Ähm ja, das hat mein Außenstoff eher nicht mitgemacht, daher war der Schritt echt der schwierigste. Es ist etwas annehmbares dabei herumgekommen, finde ich. Allerdings gefällt mir der Armabschluss nicht so sehr. Am Handgelenk sitzt der Ärmel nun recht eng, also durchaus bequem, aber hochschieben oder gar krempeln geht auf keinen Fall. Eine weitere Lösung oder irgendwas mit Manschette und Ärmelschlitz hätte ich toller gefunden, dann könnte ich vielleicht sogar mit einem umgekrempelten Ärmel mein schönes Futter zeigen.


Aber insgesamt habe ich trotzdem eine gute Ergänzung für meinen Kleiderschrank genäht. Ich trage die Jacke im Moment recht gerne, obwohl es gerade heute wohl zu warm dafür werden wird. Vielleicht wage ich mich irgenwann nochmal an eine leichtere Version, dann auch krempelbar, so richtig für den Sommer. Aber vermutlich nicht mehr in diesem Jahr. Erstmal muss ich mich auch an die Optik gewöhnen und ein wenig herumprobieren, wozu ich die Jacke so tragen mag.

Verlinkt habe ich den Beitrag beim Me Made Mittwoch.




10. Mai 2017

Gestreiftes Latzkleid

Hallo ihr Lieben!

Dem Thema Latzklamotte stand ich ja recht lange eher skeptisch gegenüber. Ich konnte gar nicht einschätzen, ob mir das wohl stehen würde. Aber durch reines herumdenken und vorstellen lässt sich die Frage auch nicht lösen, also habe ich es einfach mal ausprobiert. Mein erstes Latzkleid hat dann überraschenderweise sofort einen Platz in meinem Herzen bekommen und wird hier sehr regelmäßig getragen. So regelmäßig, dass ich unbedingt ein zweites nähen wollte. Bei meinem Stoff und Stil Besuch im März nahm ich also einen schönen festen Baumwollstoff mit, Marine und Weiß gestreift. Das ist schon ganz schön viel Muster für mich. 


Der Stoff lag dann aber offensichtlich doch eine Weile im Regal. Ein paar spannendere Sachen kamen dazwischen, und die haben dann irgendwie immer Vorrang. Einen schonmal genähten Schnitt nähe ich auch gerne, aber er ist halt eher langweilig, man kann den Vorgang höchstens durch Details oder besonders ordentliche Verarbeitung etwas interessanter machen. Der Nervenkitzel, ob man alles richtig macht und etwas tragbares in der richtigen Größe herauskommt fehlt aber. 


Den entscheidenden Ruck hat mir dann Christiane gegeben. Uns beide verbindet eine ziemlich ähnliche Vorliebe für Schnitte und unsere Körpergröße. Als ich dann das gestreifte Latzkleid im Rahmen des Me Made May an ihr sah, habe ich erstmal eine Weile gelacht - nicht nur der gleiche Schnitt, sondern auch fast der gleiche Stoff - und dann mein Kleid zugeschnitten. Die komplette Arbeit war dann innerhalb eines Vormittages getan, ohne Eile, ganz gemütlich. Ein Näherfolg, wie er im Buche steht.


Ich habe Cleo wieder in Größe 5 genäht, wie beim letzten Kleid nach dem Schnitt von Tilly and the Buttons auch, und ebenso die längste Länge übernommen und den Schlitz weggelassen. Die Träger auf die mir angenehme Länge gekürzt und Latzknopfdinger angebracht. Die gab es bei Stoff und Stil leider nicht, habe ich aber hier vor Ort bekommen. Bei den Taschen habe ich mich diesmal gegen eine große Tasche auf dem Vorderteil entschieden, aber die zwei Taschen am Rückenteil wieder angenäht. Dort findet auf der Arbeit mein Schlüssel einen guten Platz und auch so sind Taschen an einem Kleidungsstück einfach toll. Für ein bisschen mehr Abwechslung habe ich die Taschen mit horizontalen Streifen ausgeschnitten.


Die Bilder sind nicht die schönsten, und das Kleid hatte mich zu dem Zeitpunkt auch schon einen ganzen Tag begleitet, daher die Knitterfalten. Aber das sollte ja nun nicht weiter stören, ihr könnt es euch hoffentlich vorstellen.

Auf den Me Made Mittwoch Blog erzählt Nina heute von ihrem schönen Kleid nach einer französischen Schnittmuster, und woher ihre Inspiration so kommt.


 

5. Mai 2017

Minimode

Hallo ihr Lieben,

ich habe mir gedacht, nachdem ich es schon nicht geschafft habe euch Mittwoch einen Beitrag zu tippen - strömender Regen war nicht so praktisch um Bilder zu machen, und Zeit gab es leider auch nicht - lasse ich euch heute ein paar süße Mini-Kleidungsstücke da, die ich in letzter Zeit hergestellt habe. Und hoffentlich habe ich am Wochenende Zeit für einen kleinen Foto-Marathon und kann alles wegknipsen, was ich für mich genäht und gestrickt habe, dann ist erstmal wieder für ein, zwei Wochen vorgesorgt.


Auch wenn das Schäfchen irre niedlich ist, das habe ich nicht selbst gemacht sondern mal geschenkt bekommen und dekorativ daneben gelegt. Die Aufmerksamkeit sollte daher mal kurz zu den beiden Mützen schwenken: Die habe ich nach der Anleitung der very basic baby beanie gestrickt, und sie sind genau wie versprochen sehr schnell und einfach runtergestrickt. Ich habe in beiden Fällen ein doppeltes Bündchen gestrickt und dieses hinterher nach innen geklappt und festgenäht, das sieht immer so schön aus dann am Gesicht. Beide ließen sich auf dem Sockenwunder ganz flott runternadeln und waren mir im Nachtdienst eine große Hilfe. Die einfarbige sollte eigentlich ein angefangenes Restknäul aufbrauchen, hat sie aber nicht, wie ihr seht, deshalb habe ich noch ein paar Reste Sockenwolle zusammengesammelt und eine gestreifte Beanie gestrickt. Ich stelle mir die Dinger sehr niedlich vor an so einem Babykopf!


In meiner Resteschale lag dann auch noch so ein halbes Knäul Merinowolle, worsted. Ich dachte, es würde für eine Tiny Pants reichen, aber für die Beinbündchen musste dann doch ein knallgelber Faden genommen werden. Nun erinnern sie sehr stark an einen gewissen Fußballclub und sobald einer der Fans in meinem Umkreis da eine Ankündigung macht steht fest, wer diese Hose bekommt. 


Noch ein Paar Söckchen, ich schrieb ja bereits, dass da mein Vorrat schwindet. Hier wollte ich eigentlich beide gleich gestalten, mit blauem Bündchen und Spitze ... nun ja, hat nicht gereicht, also musste ich das Schema für die zweite Socke ändern. So finde ich sie aber auch sehr witzig. Und die Farben sind einfach Bonbon-süß, sowas gibt es bei mir ja sonst nicht, aber für Babysocken finde ich die echt super. 


Ja, und dann hatte ich mir ja vorgenommen, auch mal meine Stoffreste ein bisschen zu reduzieren. Dafür habe ich ein paar Gratis Schnitte bei Pinterest rausgesucht und dann direkt mal mit einer kleinen Latzhose angefangen.(Den Schnitt kann ich grad auf Biegen und Brechen nicht wieder auftreiben. Tut mir Leid!= Ich finde Latzhosen bei Kindern ja total niedlich, und dann auch noch aus Jeans, hach. Die Tasche habe ich selbst erstellt und mich außerdem für das aufwändige andersfarbige Absteppen entschieden, aber nur so sieht es auch wirklich nach Jeans Latzhose aus. Die Beine sind kurz und die Träger verstellbar, theoretisch passt die Hose also bis Po oder Bauch nicht mehr reingehen. Die Hose ist übrigens obenrum mit einem Beleg verstürzt und da habe ich einen ganz kinderfreundlichen bunten Stoff mit Katzen drauf ausgewählt. Voll niedlich!


Und zu guter letzt noch eine klassische Pumphose. Der Stoff ist nicht dehnbar, grauer Flanell, deshalb habe ich die Beinteile eine Nummer größer zugeschnitten. Die Bündchen hatte ich noch da. Auch hier habe ich hinten die Schrittnaht und die innere Beinnaht abgesteppt, einfach weil es gleich viel cooler aussieht. 

Das waren die aktuellen Neuzugänge in meiner Babykiste. Es macht irgendwie auch Spaß, die Reste auszulegen und die kleinen Schnittteile darauf herumzuschieben und zu schauen, was sich noch daraus machen lässt. Alle kleineren Teile gebe ich ja immer in Kindergärten zum Basteln, die freuen sich darüber. So leert sich meine Restekiste hoffentlich nach und nach und es wird Platz für all die neuen Reste, die nunmal beim Nähen von Kleidung entstehen. 




1. Mai 2017

Auf und unter den Nadeln im Mai

Hallo ihr Lieben!

Dass der Mai begonnen hat, lässt sich ja immer schön am Feiertag merken. Ich habe glücklicherweise auch frei heute und bin gleich ein bisschen von meinem Wunsch nach Frühling gesteuert worden: Neue, dünne Bettwäsche ist aufgezogen, die Winterschlafanzüge und -jacken sind in einer Kiste verstaut, dafür hängt nun die Jeansjacke am Haken und ein kurzer Schlafanzug liegt auf dem Bett bereit. Vielleicht hilft das ja, auch das Wetter zu überzeugen, dass es gerne wärmer werden darf? 

Meine Projekte in diesem Monat spiegeln das aktuelle Wetter ziemlich gut wieder: wenig frühlingshaft, gedeckte Farben, aber immerhin variabel. 


Meine Kofte ist ziemlich gut gewachsen seit dem 1. April. Ärmel und Körper sind vereint, die ersten schrecklich fummeligen und engen Runden überstanden und ab jetzt wechselt es nur noch ab zwischen Abnahmerunde und einer ohne. Zum Glück werden es immer weniger Maschen, denn irgendwie finden mein rechter Ellenbogen und mein rechtes Handgelenk dieses Ungetüm nicht witzig und melden sich schnell mit Schmerzen, wenn ich zu lange daran stricke. Aktuell ist mir das grau ausgegangen, aber am Mittwoch treffe ich meine Lieblings Garndealerin und Strickpartnerin Sophia und werde mit Nachschub versorgt. Dann geht es hoffentlich schnell auf das Halsbündchen zu, und dann muss ich eigentlich nur noch steeken, also vorne aufschneiden, und die Knopfleisten anstricken. Und Knöpfe kaufen. Und annähen. Vielleicht noch ein schönes Band zur Verstärkung der Knopfleisten. Dann ist sie aber wirklich fertig! Ich möchte sie euch in diesem Monat gerne das letzte Mal "in progress" zeigen und spätestens Ende des Monats fertig haben. Dann muss sie zwar erstmal in eine Kiste und auf die kalte Jahreszeit warten, aber es heißt ja schließlich: Vorfreude ist die schönste Freude. 


Mein zweites Strickprojekt ist ein Tuch aus wunderbar feiner Merino-Kaschmir Wolle. Auch das wird gesteekt, aber bis dahin habe ich noch einiges vor mir. Allerdings habe ich in den nächsten beiden Wochen auch Fortbildung und schätze, dass ich da einiges schaffen kann. Das Tuch erhält zum Schluss noch einen andersfarbigen Rand, da bin ich mir noch unschlüssig ob ich ein drittes Grau reinwerfe und damit ein Universaltuch schaffe oder eine Knallfarbe. 
Die Anleitung Goosebumps gibt es bei Ravelry, und das komplett-Set aus Garn und Anleitung bei Sophia aktuell reduziert. Die Farbauswahl ist riesig, da ist für jeden was dabei. 

Sobald die Kofte fertig ist könnte ich mal wieder Ausschau nach einem großen Projekt halten. Eine dünne Strickjacke für den Übergang vielleicht, oder ein Pullover.


Meine Nähmaschine beschäftige ich in diesem Monat vor allem mit kleinen Geschenken. Da steht ein Abschied einer Kollegin bevor, Mutter- und Vatertag und ein Auftrag vom Brüderchen. Deshalb sind meine Pläne zu Nähprojekten für mich selbst auch eher vage. Ganz bestimmt aber möchte ich diesen Sweatshirtstoff vernähen, den ich bei Stoff und Stil vom Restetisch gegrabbelt habe. Es ist nichtmal ein Meter, soweit ich mich erinnere, aber ich fänd es super, einen Pullover rausgequetscht zu bekommen. In der aktuellen La Maison Victor spricht mich das Modell Bloom sehr an. Dafür bräuchte ich dann noch Reißverschlüsse und passendes Bündchen, denn das bekomme ich aus dem Stoff wohl nicht raus. Wenn ich schwarzes Bündchen nehme bleibt der Pullover trotzdem schön schlicht und ich hätte ein echt gutes Kombi-Teil. Mal sehen, ob das klappt. 


Mein erstes Latzkleid trage ich unerwartet gerne, zu allen Gelegenheiten und in allen möglichen Kombinationen. Es soll daher nicht das einzige in meinem Schrank bleiben. Ein ein gestreifter Stoff in Navy und weiß liegt schon gewaschen hier, also spricht nichts dagegen, bald durchzustarten. 

Und dann müsste ich mal meinen Kleiderschrank checken und schauen, was ich für die bald kommenden warmen Tage noch brauche. Ein, zwei Hosen vielleicht, lang aber dünn und flatterig. Kurze Hosen ganz sicher, aber da bin ich noch auf der Suche nach dem passenden Schnitt. Mit Oberteilen bin ich recht gut ausgestattet, aber ein, zwei Tops können auch nicht schaden. Mal sehen, was mir so einfällt!

Andere Maiprojekte finden sich wie jeden Monat bei Maschenfein ein.




28. April 2017

Die Farbe Gelb und das Suchen nach dem Tshirt Schnitt

Hallo ihr Lieben!

Bald ist schon Mai, das schöne Wetter hat kaum noch Ausreden, sich zurückzuhalten. Ich nähe auch schon fleißig an der Übergangsgarderobe und freue mich sehr, die neuen Teile bei Sonnenschein und warmen Temperaturen auszuführen. 
Wie ist das eigentlich bei euch, verändern sich die Farben eurer Stoffe mit der Jahreszeit? Ich persönlich bin ja eher Freund der dunklen Farben und trage diese gerne auch im Sommer, wogegen ich Pastell und ähnliches im Winter unpassend finde, daher auch kaum vernähe. 
Dann gibt es aber so Farben, die machen zu jeder Jahreszeit gute Laune, im Frühling dann aber doppelt so viel. Da gehört Gelb irgendwie mit dazu. Gelb ist auch die Farbe, die Selmin für den Monat April für die 12 Colors of Handmade Fashion ausgewählt hat. Daraufhin durchstöberte ich meinen Schrank nach gelben Kleidungsstücken, die ich selbst gemacht hatte.


Gar nicht mal so erfolgreich, genau ein Teil habe ich, in einem satten senfgelborange. Das ist ganz bestimmt ein existierendes Wort für eine existierende Farbe. Also, die Jacke: Habe ich Anfang des letzten Jahres gestrickt und mag ich sehr. Vor allem natürlich die Farbe, herrlich, als hätte man einen Sonnenuntergang verstrickt. 

Passend zum Mangel an Gelb und der nominierten Farbe hatte ich schon vorher, also quasi per Vorahnung, bei einem Besuch bei Stoff und Stil gelben Jersey vom Restetisch mitgenommen. Die Farbe und die Haptik hatten mich sehr angesprochen, so weich und fließend! Der Jersey besteht aus Micro Modal und ein wenig Elasthan, ist mir so bisher auch noch nicht unter die Nadel gekommen. Anderthalb Meter hatte ich, aber lange keinen Plan, was ich daraus machen wollte. Die tolle fließende Struktur ließ mich erst Richtung Kleid steuern, ich dachte an etwas wie das Ebony Tee. Dann zweifelte ich aber, weil der Jersey auch echt dünn ist, ob das Ganze dann nicht irre schlabberig und ausgehängt wird.


Also nutzte ich den günstigen Stoff um mich einem anderen Vorhaben zu widmen: Einen Grundschnitt für ein eher lockeres Shirt zu finden. Das habe ich schon länger vor, denn unifarbene lockere Shirts trage ich sehr gerne, bisher aber nur gekauft, das muss ja wirklich nicht mehr sein. Ich habe den Schnitt von einem dieser Shirts abgenommen und nur 5cm in der Länge hinzugegeben, ansonsten alles belassen. Natürlich lässt sich der Ausschnitt noch relativ einfach verändern, bei dem dünnen Stöffchen wollte ich ihn aber lieber gar nicht weiter haben.


Schnitte von Kaufkleidung abzunehmen* gefällt mir mittlerweile sehr! Ist ein günstiger Weg um sich langsam einem guten Schnitt anzunähern. Hätte ich einen T-Shirt Schnitt gekauft, müsste ich mich erstmal nach der richtigen Größe umschauen, wüsste nicht wie es sitzt etc. Für die Basic Teile finde ich, ist das eine gute Alternative. Mit meinem Shirt bin ich vom Sitz her auch erstmal zufrieden. Den Ausschnitt würde ich gerne nochmal variieren, oder mal eine Tasche aufnähen oder sonstwas. Aber er darf als Grundschnitt bleiben. 


Die Schulternähte habe ich mit einem Stückchen Band verstärkt, das näht man vorher mit Zick-Zack Stich auf das Rückenteil. Dann habe ich wie gewohnt Schulternähte geschlossen, Ärmel eingesetzt, Seitennähte geschlossen und mich zuletzt um die Säume gekümmert. Weil der Jersey so dünn ist und meine Maschine im elastischen Geradstich den Stoff mit zu viel Druck hin- und herschiebt, sodass sich die Nähte dehnen, habe ich Ärmel- und Körpersaum nur umgebügelt und mit einem Zick-Zack Stich festgenäht. Für den Halsausschnitt habe ich einen Jerseystreifen zugeschnitten und damit die offene Kante verstürzt, hier ebenfalls mit Zick-Zack abgesteppt. Und ja, das Shirt hätte gebügelt werden dürfen, aber das hat einfach niemand gemacht, tse.


Ich habe übrigens ein kleines Gelb-Trauma (und bei Grün auch ein bisschen), meine Mama mag diese Farben nämlich nicht. Als Teenie habe ich dann mal in ihrem Beisein ein hellgelbes Top anprobiert, kam aus der Umkleide und meine Mama sagte "Bah.". Trotzig musste ich es dann natürlich erst recht haben - Teenies. Hellgelb würde ich heute nicht mehr für mich auswählen, bin aber der Meinung, senfgelb steht mir eigentlich ganz gut. Was meint ihr dazu? Und natürlich bin ich meiner Mama nicht böse deswegen, sondern schmunzel darüber. Sie mit ihren blonden Haaren wäre in Gelb auch bestimmt nicht gut gekleidet, aber ich bin dann doch ein ganz anderer Farbtyp. 


* Ist das eigentlich auf irgendeine Art und Weise Diebstahl? Weil die Firmen ja auch einen Schnitt haben und diesen nicht zur Verfügung stellen?