6. Januar 2019

Sewing Oscars 2018

[Werbung da Namensnennung]

Hallo ihr Lieben!

Wie auch schon 2016 und 2017 habe ich beschlossen, an den Sewing Oscars von Nina teilzunehmen. In diesem Rahmen werden imaginäre Preise an selbst genähte Kleidungsstücke vergeben, diese Idee finde ich immer noch ganz zauberhaft und wertschätzend, und deshalb bin ich natürlich mit dabei.


Beste/r HauptdarstellerIn - das liebste bzw. am häufigsten getragene Kleidungsstück

In dieser Kategorie gewinnt für mich ganz klar mein neuer Wind und Wetter Parka, den ich für den Übergang genäht habe, Ende September. Seitdem trage ich ihn bis auf wenige Ausnahmen auch täglich, und wenn das mal nicht häufig getragen ist, dann weiß ich auch nicht. Es ist eins der besonderen Teile, in denen man sich sofort wohl und sicher fühlt, kennt ihr das? Ich liebe die Kombination von Außenstoff und Futter, das Tragegefühl und die Struktur. Bisher hält er mich warm und trocken bei allen Gelegenheiten und bekommt langsam verblichene Ecken von der häufigen Nutzung, was ich ziemlich toll finde. Ganz klarer Gewinner!


02. Beste/r NebendarstellerIn - das am besten zu kombinierende Kleidungsstück  

Wie gut, dass die Auswahl immer auf das eben vergangene Jahr begrenzt ist, sonst würde mir die Entscheidung sicherlich schwer fallen. So aber muss ich meine Ginger Jeans mit dem Preis beglücken, denn mit dieser Jeans habe ich endlich mal ein Paar geschaffen, welches ich ohne Bedenken in jeder Situation anziehe, in der ich sowohl gemütlich stehen als auch sitzen kann und die gut aussieht. Und gut kombinierbar ist eine dunkelblaue Jeans ja sowieso, also klarer Gewinner.



03. Beste Regie - die aufwändigste Verarbeitung bzw. die technischste Herausforderung

An dieser Stelle habe ich mich für meinen neuen Rucksack entschieden, den ich Anfang des Jahres genäht habe. Zwar ist das nicht meine erste Tasche, trotzdem hatte ich mit dem steifen Material ganz schön zu kämpfen und musste einige Stellen nachträglich noch nachbessern. Als das aber erstmal geschafft war, hatte ich mir einen treuen Begleiter genäht. Früher habe ich ja fast nur Umhängetaschen getragen, aber seitdem ich schöne UND funktionale Rucksäcke nähen kann, ziehe ich die einfach vor. Im Wechsel mit  Delarifür die Tage, an denen nicht so viel zu transportieren ist, sind beide eigentlich dauerhaft in Gebrauch.

Karierte Bluse

Herbstlich geblümte Bluse

04. Bester Schnitt - das Lieblingsschnittmuster

Damit mache ich vermutlich viele andere Schnittmuster etwas traurig, und ganz so klar fällt die Entscheidung auch nicht. Aber wenn ich so sehe, was ich in 2018 genäht habe, was ich hier schon nominiert und ausgezeichnet habe, geht es doch ganz einfach: Granville ist und bleibt für mich ein ganz besonderes Schnittmuster. Es war mein erstes Indie Muster, also abseits von deutschen Ebooks und Burda, und hat schon deshalb einen besonderen Platz in meinem Regal. Auch passt es einfach toll, zu mir, meiner Figur und meinem Leben. Ich fühle mich darin immer wohl, ob etwas lässiger in kariertem Flanell oder locker sommerlich in geblümter Viskose. Bisher ist es mir immer gelungen. 



05. Bestes Drehbuch - die beste Anleitung bzw. das beste Ebook

Diesen Preis bekommt von mir der Wind und Wetter Parka  weil ich ihn bisher fünf Mal genäht habe und trotzdem nicht genug bekomme. Dieses Ebook war meine erste afwändigere Anleitung, mit Futter und Reißverschluss und vielen, vielen Teilen. Trotzdem war es dank der vielen Bilder und klaren Beschreibung überhaupt kein Problem, und seit der ersten Jacke habe ich schon ganz viel ausprobiert und experimentiert mit diesem Schnitt. Ich habe viel gelernt und mich trotzdem nicht überfordert gefühlt, und mittlerweile mag ich damit spielen.



06. Ehrenoscar - das schönste für jemand anders genähte Kleidungsstück   

Von den Sachen, die ich für andere nähe, gibt es leider meistens keine Bilder. Irgendwie kriege ich das koordinatorisch nicht hin, die Beschenkten dazu zu überzeugen, die Sache anzuziehen und mit mir raus zu stiefeln, um Fotos zu machen. Mein Bruder und Papa haben beide wieder etwas schönes von mir genähtes zu Weihnachten bekommen, aber davon gibt es noch keine Bilder. Dafür habe ich zumindest einen Handy Schnappschuss eines weiteren Geschenks: Im grandiosen Sommer dieses Jahr war meine Mama ganz begeistert von meinem Farrow Kleid und konnte sich den Schnitt für sich auch gut vorstellen. Wir sind also zügig ins nächste Stoffgeschäft und haben dort genau das passende gefunden: Einen Stoff, der Griechenland! Sonne! Meer! Glück! Leichtigkeit! schreit und somit genau zu ihr passt. 


07. Beste Kamera - die schönsten Bilder von eurem genähten Werk 

Diesen Preis möchte ich meinem Streifenkleid verleihen, weil die fixe Idee, den Hut mitzunehmen, zusammen mit dem Kleid für mich quasi eingemachte Sommererinnerungen sind. Schon lange war es nicht mehr so lange so warm, und ich habe es sehr genossen, ebenso die spontane Nähaktion, damit ich luftig angezogen bin. Die Bilder in der Abendsonne konservieren dieses Gefühl.

Version aus 2018
 
Version aus 2017

08. Beste Visuelle Effekte - nach Belieben interpretierbar

Visuelle Effekte, das ist ja wirklich ein vielfältiger Begriff. Ich habe ein wenig überlegt, ob ich irgendwo spannende Bilder gemacht habe, da ist mir aber nichts eingefallen. Also habe ich mir für meine Chataigne Shorts entschieden, die durch ihren spitzen Einsatz vorne und die ausgestellten Beine durchaus visuell interessant ist. Weil man auf den Bilder meiner Short aus 2018 den Einsatz nicht komplett sieht, habe ich ein weiteres Bild einer vorherigen Version dazu gelegt. Beide trage ich unglaublich gerne, die aus Jeans das ganze Jahr, die ledrige eher im Herbst, Winter und Frühjahr mit Strumpfhose. 


09. Bestes Kostümdesign 

Diesen Preis habe ich in seiner Interpretation mal ein bisschen angepasst und nach einer Anlassklamotte gesucht, da ich ja im Alltag eher sportlich unterwegs bin und somit der Begriff "Kostüm" dort meistens nicht passt. Gestoßen bin ich dabei auf mein spontantes Geburtstagskleid. 
Das ist zwar auch nicht der Inbegriff von schick oder Kostüm, aber in meinen Gedanken wird es immer mein Geburtstagskleid bleiben. Und wild gemusterte Sachen trage ich wirklich selten, also passt es ganz gut in eine etwas besondere Kategorie.


10. Geheimer Held

Da es in 2018 kein Tutorial auf meinem Blog gab, kann ich keinen Preis für den besten Dokumentarfilm verleihen. Dafür gibt es einen für den geheimen Held, also ein Projekt, das unerwartet erfolgreich war, nicht nach viel aussieht, dafür aber umso besser ist. Meine Ludwig Lässig
aus schwarzem Jersey ist so unglaublich bequem und vielseitig, dass ich sie sehr gerne und sehr häufig trage.


11. Goldene Himbeere (Anti Oscar) - der größte Reinfall

Im Gegensatz zu den Vorjahren habe ich hier gleich mehrere Kandidaten. Habe mich wohl mehr getraut aus meiner Komfort Zone herauszutreten, was nicht immer ohne Risiko ist. Der Gewinner des Preises ist die Lange Latzhose, die ich erst vor kurzem hier vorgestellt habe. Obwohl die Rückmeldungen alle positiv waren, kann ich mich mit diesem Teil nicht anfreunden. Das liegt gar nicht mal unbedingt an der Optik, sondern hauptsächlich am Sitz. Irgendwie ist der Bund trotz Erhöhungen viel zu niedrig und alles kneift. Ist mir ein Rätsel, wie ich das hinbekommen habe, die vorherigen Versionen sitzen alle besser. Ich werde nochmal versuchen, ob etwas längere Träger mehr Komfort mit sich bringen, aber falls nicht, landet sie in der Tonne. Zum Glück ist der Stoff ein Fundstück vom Tauschtisch, es tut also nicht so weh. 
Weitere Nominierte waren zum einen die Hose aus dem Paperbag Waist Experiment, die ebenfalls bei euch gut ankam, aber einfach nicht meinem Kleidungsstil entspricht. Ich fühle mich darin nicht wohl, und noch dazu ist der Stoff nicht wirklich qualitativ, er pillt schon nach zweimaligem Tragen an den Oberschenkel Innenseiten. Schade, denn da steckte viel Arbeit drin, ich habe den Stoff erst gefärbt und die Hose nachträglich auch noch abändern müssen, damit ich reinpasse. Aber was solls, immerhin habe ich etwas daraus gelernt. Ganz überraschend bin ich von den beiden Latzkleidern in hell und dunkel vom Anfang des Jahres auch nicht wirklich begeistert, was mich irritiert, liebe ich doch die Latzkleider nach dem Schnitt von Tilly and the Buttons sehr und trage sie häufig. Ich denke, dass es an dem großzügig ausgestellten Rockteil liegt und werde bei Zeiten die Seitennähte begradigen. Hoffentlich gefallen sie mir dann auch besser, sonst wäre es schade um gleich zwei Kleider. Ach, da wäre noch ein weiteres, das es nicht mal auf den Blog schaffen wird. Es sitzt überhaupt nicht, wurde nie getragen, ist aber auch noch nicht in der Tonne. Wenn ich den Trauerprozess überwunden habe, werde ich es mir noch mal greifen und schauen, ob ich nicht wenigstens den Rockteil in einen einfachen Rock umwandeln kann. 

Irgendwie schade, dass dieser Rückblick mit einem negativen Oscar endet. Denn eigentlich bin ich sehr zufrieden mit meinen genähten Stücken aus 2018! Ich freue mich immer wieder, sie anzuziehen, und merke meinen Lernprozess im Verlauf. 
Weil ich meine andere Leidenschaft, das Stricken, nicht einfach so bei Seite lassen kann, wird es übrigens nächste Woche noch einen ausführlichen Rückblick über mein kreatives 2018 geben, mit all meinen genähten und gestrickten Projekten. Ich hoffe, bis dahin seid ihr nicht schon genervt von der Fülle an Rückblicken überall ... 


Happy sewing, 

Julia 




2. Januar 2019

Wintermantel aus Trench Dry Oilskin

Hallo ihr Lieben!

Dann wollen wir 2019 doch direkt mal mit einem Mammutprojekt beginnen. Okay, ehrlich gesagt habe ich bisher weder eine Naht gemacht, noch eine Masche gestrickt. Aktuell genieße ich ein bisschen diese Ruhe, die der Jahreswechsel mit sich bringt, und überlege mir ganz entspannt, was ich näh- und stricktechnisch in diesem frischen Jahr vorhabe. Aber da die Liste der unverbloggten Sachen noch recht lang ist, wärme ich euch einfach ein altes Projekt auf. 


Und dafür muss ich eine kleine Vorgeschichte erzählen, falls ihr meinen letzten Parka noch nicht kennengelernt habt. Der Protagonist des heutigen Beitrags sollte nämlich eigentlich mein Mantel für die Übergangszeit werden. Das Problem war nur, dass ich ihn nach Fertigstellung anzog und feststellte, wie warm er ist und dann alle Pläne über den Haufen werfen musste. Also präsentiere ich euch heute meinen als Übergangsmantel geplanten Wintermantel!


Glücklicherweise konnte ich den Herzmann während des Urlaubs im Harz zu ein paar Fotos überreden, denn diese traumhafte Kulisse passt einfach perfekt. Und kalt genug für den Mantel war es auch, was man von münsterländischen Temperaturen bisher nicht behaupten kann. Aber dort, bei unseren Wanderungen durch die malerische Landschaft, hat er mich super warm gehalten. Erst später habe ich festgestellt, dass ich auf den Bilder eigentlich komplett selbst eingekleidet bin. Die Jeans und der Pullover sind genäht, die Accessoires gestrickt. Lediglich die Unterwäsche fällt raus. Was für ein irres Gefühl!


Jetzt aber mal ein bisschen Inhalt für euch. Der Parka ist aus zwei verschiedenen Stoffen genäht, der Außenstoff ist ein Trench Dry Oilskin, der nochmal etwas dünner und damit beweglicher ist als der normale Dry Oilskin (und deshalb für den Übergang geplant war, ähm, ja). Ich habe mich für dunkelblau entschieden, eine Farbe, die ich sonst nicht für Jacken nutze oder besessen habe. Aber die Vorstellung fand ich gut, und mittlerweile konnte ich durch fröhliches Kombinieren auch feststellen, dass der Mantel sich perfekt in meine Garderobe einfügt.


Genäht habe ich den Parka übrigens auf der Annäherung Süd, und zwar komplett. Sonst wäre daraus wohl ein Projekt für mehrere Wochen geworden, so war ich nach zwei Tagen fertig und durfte ganz stolz Lob der anderen Frauen einheimsen. Auch wenn es nicht immer einfach war, das massige Ding auf dem doch eher begrenzen Platz umher zu wuchten, hat mir das Nähen viel Spaß gemacht. 
Für das Futter habe ich ein Steppfutter von Junidesign gewählt (finde ich online nicht mehr), und das hat es in sich. Eine Seite davon ist wie üblich glatt, aber die andere ist flauschig! So konnte ich die Ärmel genau so warm füttern wie den Körper, aber während der sich ankuschelt, kommt man in die Ärmel trotzdem gut rein. Richtig klasse, wie ich finde. Qualitativ kann ich noch nicht sagen, was der Stoff kann. Erstmal war ich abgeschreckt, weil an einigen Stellen der Steppnähte lange Fäden und Schlaufen herausschauten. Aber vom Tragegefühl ist es bisher toll, da kann ich mit losen Fäden leben. 
Wie auch beim anderen Parka habe ich hier Blenden konstruiert für alle Säume, auch die Kapuze. Das macht eine Menge aus in der Optik, wie ich finde.


Die Kapuze könnte euch übrigens zu groß sein. Bei bisherigen Versionen rutschte sie mir auch gerne mal vom Kopf, das ist hier bisher noch nicht vorgekommen, weil der Außenstoff so schön fest ist. Aber um ganz sicher zu gehen habe ich einen Tunnelzug in die Kapuze eingebaut und kann so bei Regen auf dem Fahrrad die Kapuze enger ziehen, sehr praktisch.


Vielleicht sollte ich auch noch das Schnittmuster erwähnen? Es handelt sich um den Wind und Wetter Parka von Lotte und Ludwig, meinen absoluten Lieblingsschnitt wenn es um Parkas geht. Ich nähe ihn immer wieder, und immer wieder gleich. Mit äußerem Beleg am Reißverschluss, in Parkalänge, mit einigen Verlängerungen: 7cm am Ärmel, 10cm am Körper. Taille (=Tunnelzug) und Taschen sind ebenfalls etwas nach unten gewandert. Ich habe Größe 44 gewählt, die nicht meinen Maßen entspricht, dafür aber Platz für die breiten Schultern und einen dicken Pullover lässt.


Die Kordelenden habe ich einfach mit ein bisschen Nähgarm umwickelt. Das gefällt mir irgendwie total gut und ist mal etwas anderes. Und wie immer habe ich mich für die aufgesetzten Blasebalgtaschen entschieden, da passt nämlich so schön viel rein! Zwei Handschuhe, zum Beispiel, und eine Mütze, wenn es nach einigen Metern doch wärmer ist, als gedacht. Oder Schlüssel, Taschentücher und Handy, wenn es nur mal eben zum Einkaufen geht.


Aus einer Goodie Bag habe ich mal eine bunte Tüte Label bekommen, und dieses graue aus (Kunst?)Leder passte farblich so schön, dass ich es mir auf den Ärmel aufgenäht habe.


Bis zu diesem Winter hatte ich für die ganz kalten Temperaturen ja noch einen gekauften dicken Mantel. Der ist aber jetzt aussortiert, und ich kann mich auch im Bereich Jacken selbstständig durch das Jahr bringen. Ich finde ja immer, dass solche Stücke einen besonders stolz machen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch noch sehr funktional sind, wie eben ein Parka, eine Jeans, ein Rucksack. Vielleicht geht das ja nur mir so, aber ich erfreue mich an solchen Sachen nochmal mehr als an einer Bluse zum Beispiel.


Jetzt hätte ich gerne ein bisschen was von dem Schnee hier in Münster, damit ich den Parka auch hier noch ein wenig ausführen kann. Aber noch ist der Winter ja gerade erst angefangen, da kommt sicherlich noch was an Minusgraden. Und wenn nicht, dann eben nächstes Jahr.


Ich stelle meinen Parka jetzt beim ersten Me Made Mittwoch des Jahres vor und bin gespannt, was ihr dazu zu sagen habt!



Happy sewing, 

Julia

16. Dezember 2018

Update No. 34

[Werbung da Marken- und Namensnennung]

Hallo ihr Lieben!

Endlich bin ich mal wieder sortiert genug, um euch ein kleines Update zu meinen aktuellen Projekten zu geben. Die Vorweihnachtszeit ist ja doch immer gut gefüllt mit Aktivitäten, wenn man dazu noch recht spontan in den Urlaub fährt, geht die Zeit plötzlich sehr schnell um. Das nächste Update wird es wohl auch erst im neuen Jahr geben, dafür kann ich euch dann all die geheimen Weihnachtsgeschenke zeigen. 


Neu im Schrank


Das erste Bild zeigt direkt, wie aktuell alles ein wenig durcheinander läuft. Zwei Sachen sind fertig geworden in den letzten Wochen, aber beides kann ich euch nicht zeigen. Zum einen habe ich beim Tatortsockenwichteln mitgemacht, ganz schlau die Socken aber schon weggeschickt, bevor ich sie fotografiert hatte. Hups! Naja, aber im letzten Update konnte man ja gut erahnen, wie sie aussehen werden. 
Außerdem habe ich mir ein T-Shirt genäht, welches ich auch direkt ein paar Mal getragen habe. Sodass es akutell in der Wäsche ist. Gekonnt, oder? Dafür habe ich eine Mini Version für euch ausgeschnitten. Ganz so schief ist das Original aber nicht. 


Unter der Nadel
 


Das gestrickte Weihnachtsgeschenk ist fast fertig. Nur ein paar Meter Garn noch, dann kann ich die Fäden vernähen und es verpacken. Keine Panik auf dem Gebiet also, und die Stricknadeln werden wieder nur für mich geschwungen. In diesem Fall für Carbeth, meinen kleinen Traumpullover. Es fehlen nur noch ein paar cm und dann das Bündchen, dann bin ich tatsächlich schon fertig. Juhu! Wo es aktuell so kalt ist, wäre der bestimmt super gemütlich. 


Utopische Pläne meinerseits: Das gestrickte Geschenk, den Carbeth und ein Paar Weihnachtssocken für mich bis Heiligabend fertig haben. Lacht ruhig. Die Sockenwolle ist 6fach, das geht echt schnell! Aber angesichts der noch zu nähenden Geschenke wirklich unrealistisch. Dafür nehme ich das Garn dann über die Feiertage zum gemütlichen Stricken mit, ist auch eine schöne Sache. 


Unter der Nadel
 


Die Nähmaschine glüht aktuell förmlich. Während ich im Urlaub zwar fleißig für Weihnachten stricken konnte, war es mir natürlich nicht möglich, zu nähen. Somit ist noch einiges zu tun, aber auch hier im Rahmen des Möglichen. Den Anfang hat dieses Körnerkissen gemacht, auf dem Bild ist der Kragen schon gefüllt, der Rest fehlt noch. Die Anleitung habe ich über Pinterest gefunden und bin gespannt, wie es ankommt. Der Glückliche hat oft einen kalten und verspannten Nacken, da sollte es ganz gut passen, oder?


Und danach werden zwei Kleidungsstücke genäht. Ein Pullover und eine Sweatjacke, beides schon mal genäht, also die Schnittmuster. Dementsprechend sollte es relativ zügig voran gehen und ich hoffe sehr, die beiden Sachen diese Woche nach dem Frühdienst an den Nachmittagen fertig zu nähen. Ansonsten habe ich das Wochenende noch frei, spätestens dann sollte es was werden. Vielleicht quetsche ich sogar noch ein Shirt dazwischen, mal sehen, was sich ergibt. Ich bin ambitioniert, das weiß ich, aber eigentlich gehen so Teile ja auch flott. 


Der letzte Rettungsversuch meiner mint farbenen Latzhose war ein Erfolg! Sie ist durch das Färben zwar nicht schwarz geworden, sondern eher graublau, aber die hellen Nähte sehen gut aus und angezogen gefällt sie mir auch deutlich besser. Nun muss ich noch neue, passende Träger zuschneiden und Latz-Schnallen besorgen, dann habe ich das gute Stück gerettet und bin stolz. Das passiert aber erst irgendwann im nächsten Jahr. Jetzt, wo ich weiß, dass es machbar ist, kann ich das auch gut liegen lassen. Neben all den anderen Sachen, die ich abändern wollte ... 


Neuzugänge


Bei der Stoffbestellung für die Weihnachtsgeschenke ist auch ein bisschen was für mich in den Warenkorb gesprungen. Der obeste Stoff ist eine dünne Baumwolle und war im Angebot, die Streifen sind längs über den Stoff verteilt. Ich denke, dass es eine Bluse oder sogar ein Hemdblusenkleid wird, mal sehen. Der unterste soll mit dem mittleren zusammen zu einer Schlafanzughose werden, weil ich in meinen Winterschlafklamotten genau ein Oberteil mehr als Hosen habe. So löst sich dieses Dilemma hoffentlich auf. Und auf der rechten Seite seht ihr meinen wunderschönen Strang aus dem Weihnachtswollwichteln von Katha. Ich bin so, so zufrieden mit diesem Strang und ganz gespannt, wie er verstrickt aussieht. Auch der müsste eigentlich um Weihnachten herum angestrickt werden, bei der Farbgebung ... aber notfalls lasse ich ihn einfach bis zum nächsten Advent liegen. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. 

So ihr Lieben, wer noch nicht kopfschüttelt abgehauen ist auf Grund meiner Pläne, darf gerne einen Kommentar da lassen und mir erzählen, was er so für Weihnachten näht oder strickt :) 

Happy sewing, happy knitting, 

Julia



Verlinkt mit Fadenwechsel


12. Dezember 2018

Tutorial: Beton Teelichte

Hallo ihr Lieben!

In diesem Jahr habe ich endlich mal wieder bei einem Kreativ-Adventskalender mitgemacht. Schon seit einem Jahr trage ich Idee zu meinem Türchen mit mir herum, jedenfalls die Inspiration dazu: Etwas mit Beton sollte es sein. Ein wenig Recherche auf den üblichen Plattformen später stand fest, was es werden sollte, und nochmal ein paar Wochen später hatte ich ein paar hübsche (Eigenlob tut auch mal gut) Päckchen gepackt. 
Achtung: Wenn ihr nicht hier seid, weil ihr am Adventskalender teilgenommen habt, könnt ihr den Beitrag trotzdem lesen. Im Endeffekt ist es eine Anleitung, und die kann man auch so befolgen, muss nur die Materialien dazu besorgen. 


Im Stoff verpackt ist das Zubehör, welches ihr für  mein kleines Tutorial benötigt: Ein Muffinförmchen aus Silikon, ein Tütchen Beton, ein Teelicht und die Adresse von meinem Blog.  


Daraus könnt ihr mit ein paar weiteren Zutaten ganz einfach diese schönen Teelicht-Halter erstellen:


Zusätzlich benötigt ihr etwas Pflanzenöl und einen Pinsel, Wasser, eine Unterlage wenn ihr so Klecker-affin seid wie ich und einen Behälter zum Mischen. Ich habe später nochmal einen Versuch gemacht und die Mischung direkt in dem Tütchen zusammengeknetet, das ging auch ganz gut, aber man bekommt natürlich nicht so viel heraus aus der Tüte, weil Auskratzen da eher schwierig ist. Geht aber auch und verursacht weniger Müll! Wer also gerade keine alte Konservendose oder ähnliches zur Hand hat, kann auch im Tütchen mischen. 
Alle anderen Interessierten benötigen Beton, ich habe Estrich-Beton gewählt (weil es den in einer relativ kleinen Menge gab), ein Förmchen und Teelicht. Andere Beton-Sorten gehen sicherlich auch, je nach Mischung entsteht ein ganz feines oder eher grobes Ergebnis. Pro Teelicht habe ich ca. 100g Beton abgewogen, nur so als Richtwert.


Zu dem Beton Pulver kommen jetzt 10g Wasser. Eventuell braucht ihr auch einen Tropfen mehr, aber lieber erst zu wenig hinzufügen als zu viel. Alles gut vermixen, bis es sich gut verrühren lässt, aber nicht fließend flüssig ist. 


Mit dem Öl wird nun das Förmchen von innen und das Teelicht von außen eingepinselt. Das hilft, um nachher alles besser voneinander lösen zu können. Dann füllt ihr die Masse in das Förmchen. Es wird nicht ganz voll, da ja noch das Teelicht herein kommt und Masse verdrängt. Hier könnt ihr die Konsistenz auch noch mal ganz gut sehen. Nun lasst ihr das gefüllte Förmchen am besten vorsichtig auf eure Unterlage fallen bzw. "klopft" damit, sodass sich eventuelle Luftlöcher schließen können. 


Und dann wird mittig das Teelicht hereingedrückt. Wie tief, ist euch überlassen. Entsprechend guckt das Teelicht auch später heraus. Und dann heißt es warten, am besten ein paar Tage. Dann könnt ihr das Silikon Förmchen vorsichtig abfummeln, und schon ist eure Deko fertig. 


Bei mir hat das Teelicht ordentlich fest gesessen, ließ sich nach dem Abbrennen aber trotzdem gut herausnehmen. Wer möchte, kann die Oberfläche noch mit Schmirgelpapier abschleifen, damit es glatter wird. Ich mag die schrubbelige Optik aber gerne und habe es genau so gelassen. 



Natürlich könnt ihr auch noch ganz anders kreativ werden. Malt zum Beispiel die obere Fläche mit Farbe an, sprüht Glitzer drauf, tunkt das Förmchen halb in Farbe ... unendliche Möglichkeiten. Ich hoffe, ihr habt Spaß an der Durchführung und euch gefällt das Ergebnis. Ich bin ja ein großer Freund von selber-mach Kalendertürchen und wollte deshalb so etwas machen. Gebt mir gerne ein Feedback, da freue ich mich sehr!


Die Teelichte eignen sich auch toll als Geschenk, man kann mit einem Set Förmchen direkt in Serien-Produktion gehen. 

Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit!

Julia


5. Dezember 2018

Winterfell im Frühling

[Werbung da Markennennung]

Hallo ihr Lieben,

ursprünglich wollte ich heute meinen Winterparka präsentieren. Da haben mir aber diverse Zufälle einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum einen das Wetter: Es ist aktuell wieder etwas wärmer, sodass ich den Übergangsparka trage und beim Fotografieren vermutlich vor Schweiß triefen würde. Und mein angestrengtes und glänzendes Gesicht will nun wirklich keiner sehen. Zum anderen ist mir am Dienstag siedend heiß eingefallen, dass ich noch Bilder für einen Blogpost machen wollte, und ich hatte den Cardigan an. Musste also nur raus, um Fotos zu machen. Das war dann die einfachste Lösung, und voila, hier sind wir, der Cardigan und ich:


Gestrickt habe ich diesen Cardigan im Rahmen des #winterfellMaschenfeinKAL, also einem gemeinsamen Stricken des Winterfell Cardigan von Katrin Schneider. Diese Anleitung hatte ich sowieso schon länger im Auge, da kam mir der KAL (=knit along) genau richtig. Noch dazu wollte Saskia auch mitstricken, und wenn mir eins Spaß macht, ist es, in echt zusammen zu stricken, nicht nur virtuell. Garntechnisch ließ ich mich wie meistens von Sophia beraten, denn da ist der Service für mich Münsteranerin von großem Vorteil. Nachdem ich mich für Como Tweed von Lamana entschieden hatte (Como in "normal" kannte ich schon von meiner Kofte) brachte Sophia zum gemeinsamen Frühstück nämlich einfach ein paar der Farben mit, sodass ich mich bei Tageslicht entscheiden konnte. 


Entschieden habe ich mich für "Kiwi", wobei das überhaupt nicht so oll aussieht, wie auf den Bildern im Internet, sondern wirklich schön satt und leuchtend. Eine zügige Mini-Maschenprobe später stand auch die Nadelstärke fest, mit 3,5 konnte ich ohne umrechnen loslegen. 


Der Cardigan wird in einem Stück von oben gestrickt. Man startet also mit dem Halsbündchen und strickt von da in immer größer werdenden Reihen, teilt irgendwann Maschen für Ärmel ab und dann gehts nur noch in Reihen bis zum Saum. Danach kommen dann die Ärmel. Für ein bisschen Abwechslung sorgen in diesem Fall die schräg verlaufenden Linien auf den Vorderteilen. Das reicht tatsächlich aus, um das endlos lange Teil vom Körper gefühlt kürzer zu machen. Und ich finde den Effekt auf dem fertigen Kleidungsstück auch sehr schön!


Wer übrigens ungerne mit so dünnem Garn strickt, seit kurzem gibt es die Anleitung auch für dickeres Garn zu erwerben. 
Die Knopfleisten werden ganz zum Schluss angestrickt, und zu aller letzt kommen die Knöpfe dran. Bei mir sind das noch alte Knöpfe meiner Oma, von denen ich genau genug hatte. Naja, sie sehen nicht alle ganz gleich aus, weil ein paar schon mehr abgenutzt sind als andere. Aber das ist eigentlich uninteressant, jedenfalls für mich. So ist der Cardigan nämlich gleich nochmal besonderer!


An und für sich hätte ich mir die Knöpfe aber sparen können. Denn geschlossen trage ich Cardigans eigentlich nie, somit ist die Knopfleiste nur dekorativ. Dafür aber sehr schön dekorativ!


Natürlich habe ich den Cardigan ein wenig verlängert. Im Körper nur um etwa 2cm, da habe ich einfach etwas später mit den Zunahmen für die Hüfte angefangen. Bei den Ärmeln weiß ich es gar nicht genau, die Abnahmen habe ich etwas später erst angefangen und dann am Ende so lange gestrickt, bis eben die Handgelenke bedeckt waren. Das muss ich ja bei allen Kleidungsstücken, wer also normale Arme und Körpermaße hat (#affenarme) kann die Anleitung vermutlich ohne Anpassungen stricken. (Okay, habe meine Notizen zum Projekt nochmal gelesen, es sind insgesamt etwa 11cm mehr).


In der Rückenansicht ist der Cardigan übrigens ganz schlicht, die Linien gibt es nur vorne. Wie so oft hatte ich übrigens kein Garn mehr, als noch Cardigan übrig war. So ärgerlich! Der letzte Ärmel musste dann etwa eine Woche auf seine Fertigstellung warten, zum Glück hatte ich super liebe Hilfe von Maschenfein, die tatsächlich sogar die selbe Partie hatten. Mein Garndealer hätte nämlich selbst erst nachbestellen müssen, und das hätte dann ewig und drei Tage gedauert. So konnte ich dann doch noch zügig fertig werden.


Habe ich schon erwähnt, dass ich Größe M1 gestrickt habe? Nein? Also, ich habe Größe M1 gestrickt. Habe ich auch schon erwähnt, dass das Garn ein Traum ist? Wenn ja, dann kann einmal mehr nicht schaden. Wer beim Preis erstmal schluckt, sollte direkt weiter zur Lauflänge schauen. Ich habe insgesamt 11 Knäul gebraucht, wobei vom letzten noch etwas übrig blieb. Wer diese Größe strickt und nicht verlängern muss, kommt mit 10 Knäul hin. Die wiegen nur 25g, mein Jäckchen also etwas über 250g. Ist das nicht irre? Ein Leichtgewicht, und so ein schöner Fall, dieses Material, was entsteht. Das Garn hat etwas leicht filziges, was ich total mag, ungewöhnlich für Merino, das ist ja meistens eher glatt. Und diese Tweed Noppen, ich liebe sie. Wirklich. Ich würde fast alle Farben gerne verstricken. Das grau hat zum Beispiel bunte Noppen. Und einen schönen Naturton gibt es, ebenfalls mit schwarz. Ich will sie alle.


Ich habe den Cardigan im Sommer gestrickt, also wieder so ein Teil, was nach Fertigstellung erstmal eine Weile im Schrank lag. Seit es kühler ist, greife ich aber immer wieder danach und ziehe ihn total gerne an. 
Ein Wort noch zum Finish der Jacke: Alle Bündchen, also Saum, Ärmel und Knopfleisten (!) habe ich mit dem Tubular bind off abgeschlossen. Das ist ziemlich viel Arbeit, weil es ein genähter Abschluss ist, sieht aber soooo schön aus!


Tada! Das war mein Bericht zum Winterfell Cardigan. Jetzt fehlt nur noch eine Strickjacke, und ich bin wieder auf dem aktuellen Stand. Falls ich nicht bis dahin die zwei anderen Pullover auf meinen Nadeln fertig stricke. Dumdidum ... 


Ich tänzel mit meinem Cardigan rüber zum Me Made Mittwoch und bin gespannt, wen wir dort treffen. 


Happy knitting!

Julia